Sammelthread über Industrieschornsteine

josef

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#43
Schlot eines ehemaligen Ziegelwerkes in Stillfried im Weinviertel wurde abgetragen

Der Schlot in Klein-Stillfried ist Geschichte.
Die „Skyline“ von Stillfried ist um eine Attraktion ärmer: Ziegelwerk-Schlot ist weg.

NÖN-Gänserndorf, von Robert Knotz. Erstellt am 23. Mai 2021

Ein Foto von Bürgermeister Robert Meißl zeigt den Schlot bei den Vorbereitungen zum Abriss. Heute ist von dem Bauwerk nichts mehr übrig.
Foto Meißl

n der Vorwoche wurde der Schlot des alten Ziegelwerks abgerissen. „Der Rauchfang war schon sehr desolat. Vereinzelt sollen schon Ziegel heruntergefallen sein“, erklärt Bürgermeister Robert Meißl. Laut dem Ortschef gehört das alte Ziegelwerk der Firma Koller. In der Halle werden normal Geräte abgestellt. „Ich war kurz vor dem Abbruch dort mit dem Rad unterwegs und habe noch ein Foto zur Erinnerung gemacht“, so Meißl.

In der Vergangenheit soll es in fast jeder Ortschaft Ziegelöfen und Lehmabbaustellen gegeben haben. Viele der Schlote haben bis in die heutige Zeit überlebt und gelten als Relikte der „guten, alten Zeit“.

In Klein-Stillfried – es wurde dort seit 1868 an drei Standorten Ziegel hergestellt – wurde im Jahr 1982 die Produktion im letzten der drei Werke eingestellt und der Betrieb geschlossen. Auch für Ortschef Meißl ist nun wieder ein Stück Vergangenheit im Bezirk für immer verschwunden.
Der Schlot in Klein-Stillfried ist Geschichte
 

josef

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#45
Gmünd: Bobbin-Schlot wird abgetragen
NÖN-Gmünd, 14. OKTOBER 2022
Markus Lohninger



Im Herzen des früheren Bobbin-Areals entsteht bald eine Lücke: Heizhaus und Schlot (Bildmitte) fallen.
Fotos NÖN-Markus Lohninger
Industrieschlot über altem Heizhaus der früheren Möbelfabrik fällt noch heuer. Storch erhält neues Plätzchen über dem Bauhof.
Aus manch edlem Möbelstück blitzt auch 37 Jahre nach dem Zerfall des einst größten Gmünder Arbeitgebers der Schriftzug der Firma Bobbin. Die Beharrlichkeit des Produktes wiederholt sich am Produktionsort, der seit der Pleite 1985 zu großen Teilen ungenutzt ist – mit Ausnahme etwa der Sanierung des großen Lagergebäudes an der Weitraer Straße durch Schnabl-Transporte, oder der Nutzung durch den Verein „Subetasch“.

Im Mittelteil des Areals, den die Stadt Gmünd 2012 gekauft hatte , hält der Verfall Einzug. Dächer vermoosten, Scheiben barsten, Bäume krochen aus Gebäuderitzen und Graffitis übernahmen zunehmend die Herrschaft über das, was an Mauern übrig blieb.

Storch soll es sich auf altem Strommasten bequem machen
Für ein mit Aufstieg und Fall der einst 450 Beschäftigte zählenden Möbelfabrik Bobbin in Zusammenhang gebrachtes Detail soll es noch heuer Schlag auf Schlag gehen. Der Gemeinderat vergab einstimmig den Auftrag für den Abriss des markanten Schlotes und des darunter befindlichen Heizhauses inklusive Öltank. Der Industrieschlot sei seit Jahren stark einsturzgefährdet, ein Zusammenbruch könne die in unmittelbarer Nähe befindlichen Gleise der Waldviertelbahn beschädigen, gab Infrastruktur-Stadtrat Martin Preis als Antragsteller zu bedenken.

Er erinnerte auch an jüngste Wetter-Kapriolen, als etwa lose Dachteile in umliegende Gärten verstreut wurden. Im Zuge einer statischen Begehung sei daher heuer zunächst ein Teil- und schließlich ein Komplettabbruch empfohlen worden. Mit den Abbrucharbeiten wird laut Preis auch das Storchennest am Schlot fallen.

Aber: „Um den Fortbestand der Storchenpopulation zu sichern, wird in unmittelbarer Nähe ein künstliches Nest auf einem Stahlmast errichtet.“ Die Netz NÖ GmbH habe dazu einen ehemaligen Strommasten zur Verfügung gestellt, der nun am Wirtschaftshof in der Weitraer Straße aufgestellt werden soll. Die erforderlichen Fundamentierungs-Arbeiten inklusive Aufstellung und Montage des neuen Nestes sollen durch Bauhof-Personal erfolgen.

Keine Qual der Wahl: Nur eine Firma wollte den Job
Das Interesse von Betrieben am Altbestand konnte in zwei Ausschreibungs-Runden mit dem Interesse der Graffitikünstler nicht mithalten – einzig die Kremser Firma Tiefbau Burger ließ sich zu einem Gesamtangebot für alle Arbeiten hinreißen.

Daneben gab es laut Stadtrat Preis trotz neuerlicher Nachfrage lediglich zwei Teilangebote, keines davon aus dem Bezirk. Burger nimmt für die Arbeiten etwas mehr als 35.000 Euro netto. Aktuell gehe es primär darum, die akute Gefahr im brachliegenden Areal der auf eine Desinfektionsanlage für das Flüchtlingslager im Ersten Weltkrieg zurückgehenden Bobbin-Fabrik zu entschärfen, fasst Bürgermeisterin Helga Rosenmayer gegenüber der NÖN zusammen. Hinsichtlich einer Nachnutzung der stattlichen Fläche mit immerhin auch gut 2.000 m² Bauland-Wohngebiet in bester Zentrumsnähe gebe es keine Neuigkeiten, winkt Rosenmayer ab: „Als Thema schwingt das aber an sich immer mit.“

An der Industrieruine der Bobbin versagten bekanntlich selbst die magischen Kräfte des Storches, zurückgekommen ist er dennoch jeden Frühling. Ob er das neue Nest im Bauhof auch annehmen wird, das wird sich weisen. Einfacher wird er es aber auf seiner Mission, den Menschen Glück zu bringen, dort allemal haben.
Fix: Bobbin-Schlot wird abgetragen

Siehe dazu auch den Beitrag von @Bunkerratte: Ehem. Holzwarenfabrik im Waldviertel
 

josef

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#46
Schlotsprengung im Zementwerk Lafarge in Mannersdorf am Leithagebirge

Wie @t3atnö hier berichtet, wurde der große Schlot des "Lafarge Zementwerkes" im Mannersdorf am Samstag den 21.01.2023 gesprengt:
1674490780102.png
Der ca. 100 m hohe Schornstein der bereits abgerissenen Gaskraftzentrale des Werkes.


Dazu ein Video:
Quelle: MützeGlatze
 

josef

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#47
...und auch die NÖN berichtete über die Schlotsprengung im Mannersdorfer Zementwerk:

MANNERSDORF
Industrie-Relikt: Lafarge sprengt Schornstein
NÖN-Bruck a.d. Leitha, 28. JÄNNER 2023
Feri Janoska

Nahezu 56 Jahre prägte der Schornstein das Erscheinungsbild des Werks. Am Samstag wurde er kontrolliert gesprengt.
FOTO: Germershausen photography


In weniger als zehn Sekunden war der Schornstein Geschichte.
FOTO: Germershausen photography

Eine gewaltige Explosion sorgte für das Ende des 100 Meter hohen und stillgelegten Turms in Mannersdorf.
Vergangenen Samstag war es soweit: Unter dem Motto „Raus aus Öl, Gas und Kohle“ entledigte sich der Zementproduzent Lafarge, im Beisein hunderter Schaulustiger, des gigantischen Schornsteins der früheren Gaskraftzentrale des Zementwerks.
Der rund 56 Jahre alte Industrieschornstein, der schon von Weitem sichtbar war, wurde in einer kontrollierten Fallrichtungssprengung zerstört. Für die Sprengung wurde ein umfassendes Sicherheitskonzept erstellt und ein Fachunternehmen beauftragt.

Ebenso waren mehrere Feuerwehren im Einsatz und sperrten kurzfristig die umliegenden Straßen. Um höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten, erfolgte die Fallrichtung parallel zu den Gleisen der Anschlussbahn auf dem Werksgrund.

Zudem diente ein zusätzlich aufgeschütteter Recyclingwall als Splitterschutz. Der Schornstein selbst besteht aus reinem Stahlbeton und Schamott, die dem Produktionsprozess als Rohmaterial wieder zugeführt werden. Der gewonnene Platz soll für eine moderne Zwei-Megawatt Photovoltaikanlage genutzt werden, was in etwa dem Jahresverbrauch von rund 800 Haushalten entspricht.
Der Bau soll demnächst beginnen. Werksleiter Helmut Reiterer erklärt: „Die neue Photovoltaikanlage ist eine unserer ersten Transformationsmaßnahmen im Bereich ‚grüner Energie‘ und dient der Versorgung des Werks.“ Gleichzeitig gibt er jedoch auch zu bedenken: „Wäre das geplante Recyclingcenter Mannersdorf bereits in Betrieb, hätten wir auch die Aufbereitung selber durchführen können. Das verstehen wir unter gelebter Kreislaufwirtschaft.“

Industrie-Relikt: Lafarge sprengt Schornstein
 
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