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#21
Der Kreuzweg am Klagenfurter Kreuzbergl
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Ostern gilt als das wichtigste Fest der Christenheit. Zum Gedenken an die Leidensgeschichte Jesu gibt es daher vielerorts zahlreiche Kreuzwege. Der Kreuzweg am Klagenfurter Kreuzbergl ist inzwischen sogar zur Landesgedächtnisstätte umgewandelt worden.
Online seit heute, 7.11 Uhr
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Die Kreuzberglkirche in Klagenfurt wurde 1742 geweiht. Aber schon viel früher errichtete man dort ein christliches Symbol, sagt die Fremdenführerin (Kärnten Guide) Astrid Legner: „Der Ursprung des Kreuzbergls ist ein Kreuz, das von Christian Anton von Leyersperg schon 1692 errichtet worden ist.“ Im 18. Jahrhundert wurden dann die Kirche und die Kalvarienberganlage errichtet.


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Ein Mosaik an der Rückwand einer Kapelle zu Beginn des Kreuzweges

Zum Gedenken der Toten in beiden Weltkriegen
Nach dem 2. Weltkrieg, Mitte der 50er-Jahre, entschloss man sich, diese Bet- und Gedenkstätte umzugestalten. Die Gesamtleitung hatte Rudolf Nitsch, als Künstler wurde Karl Bauer nominiert. „Er hat hier die Aufgabe bekommen, die Kreuzwegstationen mit den Gräueln des Krieges zu vergleichen.“

Der Kreuzweg besteht aus 14 Stationen und einer Gruft, einer Gedächtniskapelle, die das Kernstück kurz vor der Kirche ist, sagte Legner. „In dieser Gruft gedenkt man der gefallenen Kärntner beider Weltkriege. Es trägt den Namen ‚Ehrung der Toten, Mahnung der Lebenden‘ und ist eine der Kärntner Landesgedächtnisstätten.“


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Die erste Station des Kreuzweges: „Den Unschuldig zum Tode Verurteilten“

Leidensweg wird Kriegsgräueln gegenüber gestellt
Karl Bauer setzte den Leidenswegs Christi und die Gräuel des 2. Weltkrieges in den 14 Stationen gegenüber. "Im Kreuzweg heißt die erste Station „Jesus wird zum Tode verurteilt“ und auf diesem Kreuzweg heißt es „…den Unschuldig zum Tode Verurteilten“. Bei der 3. Kreuzweg-Station fällt Jesus unter der Last des Kreuzes. Die Gegenüberstellung am Kreuzbergl heißt, „…den auf den Schlachtfeldern Gefallenen“.
Bei der 4. Station begegnet Jesus seiner Mutter, die vierte Station auf der Landesgedächtnisstätte ist daher den „Schmerzensmüttern der großen Kriegsnot“ gewidmet, sagte Legner.

Kreuzweg am Kreuzbergl hat sogar 16 Kapellen
Die 13. Station ist die Kreuzesabnahme, sie ist am Kreuzbergl dem unbekannten Soldaten gewidmet. Die 14. Station ist die Grablegung Christi, sie ist am Kreuzbergl allen Kriegsopfern der Welt gewidmet. „Es sind wunderschöne Mosaike, die Karl Bauer da gemacht hat“, sagte Legner.
Eine Besonderheit ist, dass der Kreuzweg auf das Klagenfurter Kreuzbergl nicht 14 Kapellen hat, sondern eigentlich 16. Das habe mit dem Beginn der Landesgedenkstätte in der Kinkstraße zu tun, sagte Legner. „Ganz unten, am Beginn des Kreuzweges, sind vier Kapellen nebeneinander gestellt. Die habe auch ganz wunderbare Mosaike an der Rückwand, die die vier Evangelisten darstellen. Der Weg führt über Treppen und Kieswege hinauf und ist leider in einem schlechten Zustand. Deswegen ist er im Winter gesperrt.“

Werke vom Bauer noch heute „sehr, sehr beliebt“
Das sei wohl nicht im Sinne des Künstlers Karl Bauer, dessen Werke mehr denn je begehrt sind, sagte Legner, „Er hat in seinen Werken viele religiöse Themen gehabt, hat aber auch sehr gerne Landschaften und Porträts und Menschen dargestellt. Seine Werke sind unter den Kunstsammlern nach wie vor sehr, sehr beliebt.“
02.04.2021, red, kaernten.ORF.at

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Der Kreuzweg am Klagenfurter Kreuzbergl
 

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#22
Höchste Baustelle Klagenfurts
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Die Sanierung des Klagenfurter Stadtpfarrturms ist zur Zeit die größte und zugleich höchste Baustelle der Katholischen Kirche Kärnten. Weil das Dach undicht ist, muss der 90 Meter hohe Turm neu gedeckt werden. Dafür werden die 100 Jahre alten Kupferdachplatten abgetragen.

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Der 90 Meter hohe Stadtpfarrturm ragt weit über die Dächer Klagenfurts hinaus. Eingepackt in ein tonnenschweres Gerüst wird der Turm derzeit saniert.

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Der Stadtpfarrturm, vom Kreuzbergl aus gesehen

Es ist ein Jahrhundertprojekt, denn das gesamte Kupferdach ist abzutragen und wieder neu aufzubauen. Die Arbeiten werden Monate dauern.

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Das gesamte Kupferdach wird abgetragen

Im Jahr 2019 fiele Teile zu Boden
Ruprecht Obernosterer, der Bauleiter der Diözese Gurk sagte, im Jahr 2019 hätten sich erste Teile gelöst und seien auf den Gehsteig gefallen. „Darauf haben wir Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Bei der Begehung des Turms haben wir gesehen, dass es im Inneren immer wieder zu Feuchtigkeitseintritten gekommen und Handlungsbedarf gegeben ist.“

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Die Kirchturmuhr zeigt, wie dringend die Sanierung ist

Schäden reichen bis in Konstruktion
Die ersten alten Kupferblechteile werden bereits entfernt, Stück für Stück zeigt sich, was Wind, Sonne, Schnee und Regen in den vergangenen hundert Jahren angerichtet haben. Die Arbeiten werden in Etappen vorgenommen, sagte der Dachdecker und Spengler Johannes Mietschnig.
„Erst nehmen wir das Kupferblech herunter und dann die Verschalung, falls sie nicht mehr in Ordnung ist. Falls es auch an der Konstruktion Schäden gibt, wird das auch ausgetauscht. Dann kommt eine neue Verschalung und ein neues Kupferblech drauf.“

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Auch Teile der Konstruktion sind schon morsch

Baustelle ist deutlich größer, als üblich
Im inneren des Kirchturms wird für die Arbeiten extra eine Werkstatt eingerichtet, damit das neue Kupferdach direkt am Turm geschnitten, zurechtgebogen und schließlich wieder angenagelt werden kann.
„Das ist schon etwas Besonderes, weil es eine besonders große Dimension hat. So ein durchschnittlicher Turmhelm hat sonst 150 bis 200 Quadratmeter und da sind wir bei 800 Quadratmetern, dem Vierfachen“, sagte Mietschnig.

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Ein tonnenschweres Gerüst hüllt den Stadtpfarrturm derzeit ein

Aus altem Blech werden Münzen gemacht
Aus den alten Kupferplatten sollen Münzen gestanzt und dann verkauft werden. Der Erlös soll ein Beitrag zu den Sanierungskosten von insgesamt rund 900.000 Euro sein.
21.04.2021, red, kaernten.ORF.at
Höchste Baustelle Klagenfurts
 

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#23
Poitschacher Graben und Schloss Poitschach
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Der Poitschacher Graben befindet sich im Bezirk Feldkirchen. Auf fünf Kilometern erlebt man dort Natur und Erholung. Inmitten der Waldsportarena verläuft die Grenze zwischen Himmelberg und Feldkirchen.
Der Poitschacher Graben nördlich von Feldkirchen wurde allein von der Kraft der Natur erschaffen, sagte Kärnten Guide Astrid Legner: „Den hat die Tiebel im Laufe der Jahrhunderte quasi geformt. Jenes Flüsschen, das also grad in dieser Gegend sehr wichtig war in der früheren Zeit was die Wirtschaft anlangte. Denn entlang der Tiebel hat es einige Hammerwerke und eisenverarbeitende Betriebe gegeben. Wir kennen das ja heute noch aus Himmelberg wo auch ein Schmiedemuseum an diese sehr große Zeit erinnert. Aber was viele Leute nicht wissen, auch in diesem Poitschacher Graben gab es früher einmal Eisenindustrie.“

Franz Gerdl/Reg. Nockberge

Wirtschaftlicher Aufschwung im Poitschacher Graben
Wovon heute noch zahlreiche, mächtige Hallenkonstruktionen zeugen. Besonders eine Familie war für den wirtschaftlichen Aufschwung im Poitschacher Graben verantwortlich: „Als Gründer gilt die Familie Leitner von Leitenau, die am Beginn des 18. Jahrhunderts hier eine Nagelschmiede, eine Sensenschmiede und auch einen Drahtzug betrieben haben.“

Johann JaritzCC BY-SA 4.0
Schloss Poitschach

Wer genau schaut, findet dort auch eine Kirche. Wie sie in das damalige Industriegebiet kommt, so Legner: „Johann Adam Leitner von Leitenau, der diesen Schmiedebetrieb geleitet hat, legte testamentarisch fest, dass dieser ganze Gebäudekomplex, die Werksanlagen und sein Wohnort auch eine Kirche bekommen soll. Er vererbte seinen Besitz an seinen Schwiegersohn und trug ihm auf, eine neue Kirche zu errichten. von daher kommt also ein kleines Schlösschen, ein Kirchenbau und eben diese mächtigen Fabriksanlagen, an denen man da vorbei kommt.“

Franz Gerdl/Reg. Nockberge

Auch eine Kirche gibt es im Graben
Diese Kirche befindet sich noch heute im Privatbesitz, zählt aber zur Pfarre Feldkirchen: „Das Patrozinium sind die 14 Nothelfer und diese Verehrung verbreitet sich bei uns vornehmlich in der Zeit der Pest weil da hat man unter den 14 Nothelfern ganz sicher jemanden gefunden, der für seine Anliegen Fürsprache gehalten hat,“ so Legner.

Diese Patrozinium ist auf die Bamberger zurückzuführen. Zurück zu den Fabrikshallen. Viele Menschen fanden damals dort Arbeit. Die Familie Leitner von Leitenau sorgte damit auch, dass es dem Land an sich wirtschaftlich gut ging. Die Jahre zogen dann ins Land, die Besitzer wechselten. Mit klingenden Namen, wie etwa die Freiherren von Rechbach, die Grafen Spindler oder auch die Gräfin Gilleis-Gervasini.

Franz Gerdl/Reg. Nockberge

Heute im Besitz der Familie Senitza
Und noch heute ist der Graben zwischen Himmelberg und Feldkirchen Standort für ein Vorzeige-Unternehmen: „Der Besitz von Poitschach, also das Schlösschen, die Kirche, sind heute im Besitz einer Familie, die ein großes Forstgut hier betreibt. Das ist die Familie Senitza, die schon seit den 1930er Jahren hier die Geschicke lenkt und eines der Vorzeigebetriebe, nicht nur in Österreich ist, was die Waldwirtschaft anlangt und auch schon mehrere Auszeichnungen bekommen hat.“

Wer das nächste mal im Poitschacher Graben eine Wanderung oder Radtour unternimmt, dabei vielleicht am Ufer der Tiebel eine kurze Rast einlegt, der kann seine Blicke dabei auch weit in die Vergangenheit schweifen lassen.
22.04.2021, red, kaernten.ORF.at

Link:
Die Geschichte des Poitschacher Grabens

...noch ein Forums-Bericht über die ehemaligen Sensenwerke in Himmelberg

...und den Verlagerungsbetrieb der WNF in Poitschach
 
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