josef

Administrator
Mitarbeiter
#41
Imposante Gräberstraße am norischen Limes entdeckt
Während der Ausgrabungen im Gräberfeld von Stollhofen wurde eine Fläche von 7.200 Quadratmetern untersucht
Traismauer, eine Kleinstadt an der Donau im Herzen Niederösterreichs, war in der Antike Teil des norischen Limes und spätestens seit der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts durch die Römer besiedelt. Ab 140/144 ist die Stationierung einer Auxiliartruppe des römischen Heeres, die Ala I Augusta Thracum, inschriftlich belegt. Umgeben war das antike Reiterkastell Augustianis, das sich heute unter der Altstadt von Traismauer befindet, von einer zivilen Siedlung (vicus). Und zu einem Truppenstützpunkt mit anschließendem vicus gehören natürlich auch einige Gräberfelder. Das größte, seit 1925 bekannte Gräberfeld befindet sich circa 800 Meter östlich des Reiterkastells in der Katastralgemeinde Stollhofen. Entsprechend dem römischen Bestattungsbrauchtum wurde es entlang einer der zentralen Ausfallstraßen, der Limesstraße nach Osten in Richtung Carnuntum, angelegt.

Weshalb kam es zu Ausgrabungen am Gräberfeld Stollhofen?
Teile des Gräberfelds von Stollhofen am östlichen Rand der Gemeinde Traismauer wurden im Vorfeld der Errichtung von Wohnhäusern und eines Supermarkts bereits seit den 1970er-Jahren immer wieder archäologisch untersucht. 2020 wurden im bisher unverbauten Bereich erneut Ausgrabungen notwendig, da dort ab 2022 weitere Wohnbauten entstehen sollen.

Diese wurden von September 2020 bis September 2021 durch den archäologischen Dienstleister Novetus GmbH unter der Leitung von Michaela Binder und Dominik Bochatz im Auftrag der Stadtgemeinde Traismauer durchgeführt.


Archäologinnen und Archäologen der Firma Novetus bei der Arbeit in Stollhofen, Traismauer.
Foto: Novetus

Wird eine Ausgrabung durch eine geplante Bautätigkeit veranlasst, spricht man – im Gegensatz zu einer Forschungsgrabung – von einer anlassbezogenen Grabung. Diese machen derzeit etwa 90 Prozent aller in Österreich durchgeführten archäologischen Grabungen aus. Da durch das Bauprojekt archäologische Überreste unwiederbringlich zerstört werden, wird die Fundstelle im Vorfeld nach Richtlinien des Bundesdenkmalamts (BDA) zumeist durch archäologische Dienstleister wie die Firma Novetus untersucht und dokumentiert. Es findet eine Ausgrabung statt, die Funde werden geborgen und konserviert und abschließend ein wissenschaftlicher Bericht verfasst. Die nach einer standardisierten und ebenfalls in den Richtlinien festgelegten Methodik erhobenen Daten sollen es ermöglichen, dass zu einem späteren Zeitpunkt noch immer über die Fundstätte geforscht werden kann, auch wenn diese bereits überbaut ist. Sie müssen dem Denkmalamt vorgelegt werden und werden dort auch archiviert.

Die Ausgrabungen in Stollhofen: Viele Gräber entlang einer Straße
Während der Ausgrabungen im Gräberfeld von Stollhofen wurde eine Fläche von 7.200 Quadratmetern untersucht. Dazu wurde zuerst der Oberboden mit einem Bagger vorsichtig abgezogen und die darunterliegenden archäologischen Befunde, die sich teilweise nur wenige Zentimeter unter der heutigen Oberfläche befanden, anschließend händisch gegraben und dokumentiert. Das Baufeld liegt direkt südlich der Limesstraße, deren Verlauf sich teilweise mit der heutigen B43 deckt und die vor Beginn der Arbeiten auch noch gut im Luftbild sichtbar war. Im Zuge der Ausgrabungen wurde die Straße selbst nicht berührt, dafür aber die direkt an der Straße angelegten Grabbauten und Gräber.


Übersicht über die Grabungsfläche mit den insgesamt 176 dokumentierten Gräbern und Grabbauten.
Foto: Novetus

Bestattungsformen: Brandschüttungsgräber und Urnenbestattungen
Die römischen Bestattungsbrauchtum war strengen Gesetzen und Regeln unterworfen, aber auch von sozialen Faktoren abhängig. Während der ersten Jahrhunderte des Römischen Reiches (circa erstes bis drittes Jahrhundert) wurden die Toten fast ausschließlich verbrannt bestattet. Am häufigsten wurden im untersuchten Gräberfeldabschnitt in Stollhofen Brandschüttungsgräber dokumentiert. Dabei wurde der oder die Tote zuerst an einem kommunalen Verbrennungsplatz kremiert und danach die aus dem Scheiterhaufen ausgelesene Asche, der Leichenbrand, zusammen mit den mit- oder unverbrannten Beigaben und Trachtbestandteilen in eine Erdgrube geschüttet. In einer anderen, ebenfalls häufig beobachteten Grabform wurde der Leichenbrand in einem Behältnis, zumeist einer Urne aus Ton, seltener auch aus Glas oder organischen Materialien, bestattet. Einen Sonderfall eines Bestattungsbehältnisses in Stollhofen stellt eine Holzkiste dar, bei der das Holz zwar nicht mehr erhalten war, die Anordnung der bronzenen Beschläge aber eine Rekonstruktion erlaubte.

Die im archäologischen Befund erhaltenen Grabbeigaben spiegeln die Glaubensvorstellungen, nach denen die Verstorbenen im Jenseits mit ähnlichen Bedürfnissen wie zu Lebzeiten weiterlebten, wider. Dementsprechend finden sich in den Gräbern neben Bestandteilen der Tracht (zum Beispiel Fibeln oder Schuhnägel) und Schmuck oft Gefäße, Speisebeigaben oder Werkzeuge sowie Objekte mit rituellem Charakter wie die kleinen Tier- und Götterfiguren aus Pfeifenton. Eine bei den Römern besonders beliebte und daher auch in Stollhofen vielfach dokumentierte Beigabe waren Öllampen, die den Toten im Jenseits Licht spenden, aber auch böse Geister abwehren sollten. Ein herausragendes Exemplar aus Stollhofen ist hier eine kleine Tonlampe mit angesetztem Pferdchen.


Urnenbestattung mit mehreren Gefäßen und Grabbeigaben in einem Grabbau ...
Foto: Novetus

... und nach der Reinigung und Restaurierung.
Foto: Novetus


Ensemble von Tierfiguren aus einem Urnengrab
Foto: Novetus

Die Grabbauten: Gräber der Elite
Das Grab war aber auch ein Medium zur Demonstration von Macht und sozialer Stellung, daher errichteten Angehörigen der Oberschicht im gesamten Römischen Reich entlang der Überlandstraßen außerhalb der Siedlungen teils monumentale Grabbauten. Gemeinsames Merkmal dieser Bauten waren rechteckige, aus Bruchstein und Mörtel errichtete Umfassungsmauern, welche zwischen vier und 31 Meter lang und circa einen Meter breit waren. Im umfassten Bereich wurden die Toten ebenfalls mit oder ohne Urnen in flachen Gruben beigesetzt. Bei drei Grabbauten (Grabbau 1, 2 und 7) befand sich im Zentrum der Umfassung ein gemauertes Fundament, auf dem wohl ursprünglich ein Grabmonument mit Grabstein und einem Sarkophag oder eine Aschenkiste gestanden war. Diese waren in Stollhofen jedoch nicht mehr erhalten. Im Mittelalter fand massiver Steinraub an den römischen Monumenten statt, sodass diese heute wohl alle in den älteren Gebäuden in Traismauer verbaut sind.


Grabbau mit Steinfundament neben den weniger gut erhaltenen Resten dreier kleinerer Grabgärtchen.
Foto: Novetus

Eine neue Bestattungsform tritt auf: Die Körperbestattungen
Ab dem dritten Jahrhundert, vermutlich unter dem Einfluss der zunehmenden Christianisierung, wird die vorherrschende Brandbestattung von der Körperbestattung abgelöst. Die Toten wurden nun in Abhängigkeit vom sozialen Status entweder in einfachen Erdgruben, unter Ziegelplatten oder in mit Steinen oder Ziegeln ausgemauerten "Kisten" bestattet. Letztere wurden in der Regel für die Bestattung mehrerer Toter genützt und datieren ins vierte bis fünfte Jahrhundert. Gemeinsam mit dem Aufkommen der Körperbestattungen verändert sich auch die Beigabensitte hin zu zunehmend beigabenlosen Gräbern. Daher wurden in den jüngeren Gräbern in Stollhofen nur mehr einfache Glasgefäße oder Münzen gefunden.


Ziegelplattengrab mit …
Foto: Novetus

… und ohne Abdeckung.
Foto: Novetus

Neue Erkenntnisse zu bereits bekannter Fundstelle
Die Auswertungen der großen Menge an Funden und archäologischen Daten, die während insgesamt elf Monaten Grabung angesammelt wurden, ist derzeit noch im Laufen und kann auch nur in Kooperation mit verschiedenen Institutionen gestemmt werden. So nahm sich das Zentrum für Natur- und Kulturgeschichte des Menschen an der Danube Private University in Krems der menschlichen Skelettreste an und wird diese im Rahmen eines größeren Forschungsprojekts zu spätantiken Bestattungen am Donaulimes in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut in Leipzig auch mittels DNA-Analysen beforschen. Archäologische Forschungen zur Bestattungskultur laufen derzeit bereits in Form einer Masterarbeit am Institut für Archäologien der Universität Innsbruck.

Die Funde, die sich im Eigentum der Stadtgemeinde Traismauer befinden, werden nach Abschluss der Arbeiten wieder dem örtlichen Museum übergeben. Dort sollen sie in Zukunft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und gemeinsam mit den ausgesprochen sehenswerten, noch heute erhaltenen baulichen Resten des römischen Kastells Besucherinnen und Besuchern das Leben am Donaulimes näherbringen.
(Michaela Binder, Jasmin Hangartner, 25.11.2021)

Michaela Binder ist Projekt- und Grabungsleiterin bei Novetus GmbH und für Anthropologie, Grabungen, Kommunikation, Forschung, den Betriebsrat und alles mögliche andere zuständig. Derzeit ist sie aber eigentlich in Karenz.
Jasmin Hangartner hat an den Universitäten Zürich und Wien Klassische Archäologie studiert sowie an der Universität Leiden Museum and Collection Studies. Sie interessiert sich für römische Archäologie und Öffentlichkeitsarbeit. Sie arbeitet als Archäologin beim archäologischen Dienstleister Novetus.

Imposante Gräberstraße am norischen Limes entdeckt
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#43
Achtung: "Rudersklaven" gesucht: :);):D
Siehe dazu auch Beitrag #36: Nachbau von römischem Flussschiff soll Donau befahren

KREMS, DONAUREGION
Auf Donaufahrt wie zur Zeit der Römer
„Living Danube Connecting Cruise“ will Fluss als verbindendes, europäisches Band sichtbar machen.

NÖN Krems, erstellt am 01. Jänner 2022 | 07:14, Martin Kalchhauser


Auf einem mit den Möglichkeiten der Römerzeit konstruierten und gebauten Schiff werden die Teilnehmer auf der Donau unterwegs sein.
FOTO: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Im Rahmen des Interreg-Projekts „Living Danube Limes“ wird ein römisches Donauschiff aus dem 4. Jahrhundert nach Christus originalgetreu nachgebaut. Ab dem zweiten Halbjahr 2022 wird es die Donau mit authentisch ausgestatteten Crews befahren. Dafür sucht das Projektteam nach abenteuerlustigen Personen, die Teil der Schiffsbesatzung werden möchten.

Die „Living Danube Connecting Cruise“ startet am 15. Juli in Ingolstadt, Deutschland, und endet im November 2022 im Donaudelta. Gefahren wird mit einem römischen Ruder- und Segelschiff aus der Spätantike mit dem Namen „Danuvia Alacris“. Das Schiff wird mit seiner Crew, die aus etwa 18 – 20 Ruderern und einem Führungsteam von vier bis fünf Personen besteht, täglich ca. 40 km zurücklegen. Die Strecken werden teils gerudert, teilweise gesegelt. Unterschiedliche Teams befahren die neun Teilstrecken. Die Besatzung (in römischer Kleidung) wechselt alle zwei Wochen. Entlang der Route gibt es bei ausgewählten Schiffsanlegestellen Feste.

„Living Danube Limes“ baut auf EU-finanzierten Vorgängerprojekten wie „Danube Limes Brand“ und „DANUrB“ auf, um mit möglichst vielen ineinandergreifenden Maßnahmen – etwa geophysikalischen Prospektionen, Virtual Reality-Rekonstruktionen, Museumskooperationen und Veranstaltungen den Donaulimes sichtbar und erlebbar zu machen.

Das Projektkonsortium von „Living Danube Limes“ umfasst 19 universitäre, staatliche und privatwirtschaftliche Projektpartner aus zehn Ländern. Dazu kommen 27 assoziierte strategische Partner aus den Bereichen Archäologie, Altertumsforschung, Technik, Architektur, Virtual Reality, Museumsbetrieb, Tourismuswirtschaft, Kulturgüterschutz und Living History. Das Projekt (Juli 2020 bis Dezember 2022) ist mit rund 3,2 Mio. Euro budgetiert und erstreckt sich von Deutschland bis nach Bulgarien und Rumänien ans Schwarze Meer.

Informationen, Anmeldung: http://www.donau-uni.ac.at/dbu/cruise2022
Auf Donaufahrt wie zur Zeit der Römer
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#44
Historisches Projekt: Rudern wie die Römer
1649142593123.png

Mit einem originalgetreu nachgebauten römischen Ruderboot wollen Wissenschaftler der Donau-Universität Krems Geschichte sichtbar machen. Im Sommer wollen 200 Freiwillige damit den gesamten Donaulimes entlangrudern – von Bayern bis ins Schwarze Meer.
Online seit heute, 6.10 Uhr
Teilen
„Danuvina Alacris“ (auf Deutsch etwa „gut gelaunte Donau“) ist der Name des Holzbootes, das momentan in Deutschland gebaut wird. Als Vorlage dient ein in Mainz entdecktes Schiffswrack aus dem 4. Jahrhundert. „Wir wollen mit dem Bau des Bootes erforschen, wie die Römer ihre Schiffe konstruiert haben“, erklärt Marco Jelusic von der Donau-Universität Krems: „ursprünglich war geplant, dass wir ausschließlich Werkzeuge und Technik verwenden, die es auch vor 1.700 Jahren schon gegeben hat. Das haben wir in weiten Teilen tatsächlich machen können. Durch die Coronavirus-Pandemie kam das Projekt aber in Verzug und jetzt verwenden wir teilweise auch modernes Werkzeug.“

Die Projektbetreiber hoffen, dass das Boot bis Juni fertig und vom TÜV abgenommen wird. „Als erstes werden wir es dann im Wasser untergehen lassen“, berichtet Jelusic, „das ist notwendig, damit das Holz alle Ritzen schließt und das Boot wirklich wasserdicht wird.“

FAU/Giulia Iannicelli
Das römische Ruderboot wird mit historischen Handwerkstechniken gebaut

Mit Muskelkraft bis zum Schwarzen Meer
Für den Bau der „Danuvina Alacris“ wurden 18 Eichen gefällt. Das sechs Tonnen schwere Boot wird 18 Meter lang und 2,8 Meter breit. Der Tiefgang beträgt dennoch nur 70 Zentimeter. 18 bis 20 Ruderer sollen darin Platz finden. „Wenn alles klappt, starten wir am 15. Juli in Ingolstadt in Bayern. Im November sollten wir das Donaudelta beim Schwarzen Meer erreichen“, freut sich Jelusic, „von Montag bis Freitag wird gerudert. Am Wochenende wird es kulturelle Events in Städten entlang der Donau geben, bei dem wir unser Projekt vorstellen.“
Wenn der Zeitplan hält, wird das römische Ruderboot am 27. Juli Wallsee (Bezirk Amstetten) erreichen, am 28. Juli Pöchlarn (Bezirk Melk), am 29. Juli Krems und am 30. Juli Tulln. Am 2. August wird in Klosterneuburg angelegt, am 4. August in Orth an der Donau (Bezirk Gänserndorf) und am 5. August in Bad Deutsch-Altenburg (Bezirk Bruck an der Leitha).

FAU/Giulia Iannicelli
Die „Danuvina Alacris“ wird 18 Meter lang, 2,8 Meter breit und sechs Tonnen schwer

„Living Danube Limes“ ist ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt, bei dem die Donau-Universität Krems mit wissenschaftlichen Organisationen, Vereinen und Museen in Deutschland, Tschechien, Ungarn, Kroatien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Moldawien und Serbien zusammenarbeitet. Das Bewusstsein für die gemeinsame Geschichte entlang des römischen Limes soll gestärkt und erlebbar gemacht werden.

Steuermänner und -frauen werden noch gesucht
Die Teilnehmer des Projekts werden historische Kleidung tragen und ausschließlich Infrastruktur verwenden, die es schon zu römischen Zeiten gegeben hat. Bei der Tour entlang des Limes sollen Gerichte gegessen werden, die nach römischen Rezepten zubereitet werden.

Etwa 200 Ruderer werden benötigt. 300 Männer und Frauen haben sich schon dafür beworben. „Den Großteil des Teams haben wir bereits gefunden“, sagt Jelusic, „uns fehlen allerdings noch erfahrene Steuermänner und -frauen, die mit so einem großen und schweren Boot auch umgehen können. Die Danuvina Alacris hat keinen Motor, die Strömung der Donau ist recht stark. Da muss man vorausschauend navigieren.“ Bewerbungen sind noch über die Homepage des Projekts möglich.

Donaulimes ist UNESCO Welterbe
Der Donaulimes zählt seit 2021 zum UNESCO Welterbe. Die einstige Grenze des Römischen Reichs führt durch Oberösterreich, Niederösterreich und Wien. Neben prominent erhaltenen Baudenkmälern wie etwa dem Heidentor von Carnuntum (Bezirk Bruck an der Leitha) und nach wie vor sichtbaren Überresten von Befestigungsanlagen, etwa in Tulln, Zeiselmauer (Bezirk Tulln) und Traismauer (Bezirk St. Pölten), sind auch im Erdreich verborgene Bodendenkmäler Teil des Welterbes.
05.04.2022, Fabian Fessler, noe.ORF.at

Links:
Historisches Projekt: Rudern wie die Römer
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#45
Teilstücke des rund 1.700 Jahre alten Römerstraßennetzes im Dunkelsteinerwald wird heute noch immer zur Holzbringung genützt

Anlässlich der Wanderung zum Seekopf Ende März benutzten wir für die Etappe von Oberbergern zum "Roten Kreuz" den Jakobsweg (Abschnitt Göttweig - Melk), der über weite Strecken die Trasse der Römerstraße von Trigisamum (Traismauer) über Favianis (Mautern) nach Arelape (Pöchlarn) nützt.

Im Bereich der "Sieben Gräber" wurde der ursprüngliche Waldweg leicht verbreitert und neu geschottert um den Abtransport der dort geschlägerten Bäume mittels Fahrzeugen zu ermöglichen:

1651689997184.jpeg
Die für die forstliche "Nachnutzung" adaptierte Trasse der rund 1.700 Jahre alten Römerstraße, rechts das Gelände der "Sieben Gräber".

1651690507379.jpeg
Ende der Ausbaustrecke - Blick nach Westen Richtung "Rotes Kreuz"...

1651690390342.png 1651690450129.png
...mit den teilweise noch erkennbaren Spurrillen im felsigen Untergrund.

1651690689626.jpeg
Hier mühten sich die Fuhrwerke über die Hochfläche des Dunkelsteinerwaldes bzw. verschoben die Römer ihre Soldaten zwischen den Stützpunkten...

1651691010786.jpeg
Auf der Hochfläche über dem Donautal - der "Welterbesteig Wachau", der "Jakobsweg" und Forstwege als Nachnutzer der Römerstraße...
(Alle Aufnahmen vom 29.03.2022)
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben