verlassenes Hotel im Wald

#1
Schon längere Zeit hat dieses "verlassene Hotel im Wald" mein Interesse geweckt. Nun hat es auch endlich geklappt, dieses von innen zu besichtigen und diese Lost-Place Bilder einzufangen. Aufgrund der Größe des Hotelkomplexes und den vielen Zubauten (das Haupthaus wurde um ein Hotel-Nebengebäude, eine extra Bungalow-Anlage, einige kleine Waldhütten, sowie um ein Freibad mit Park erweitert) hat diese tolle Besichtigung mehrere Stunden in Anspruch genommen, aber es hat sich gelohnt. :)
Da mich diese Anlage sehr faszinierte, habe ich ein wenig in der Vergangenheit gestöbert und diese interessanten Details und Infos finden können.


Geschichtliches - wie alles Begann:
Die Geschichte beginnt bereits Mitte des 18. Jhdt, als Kaiserin Maria Theresia Holzfäller in diesem Tal am Ufer eines kleinen Flusses ansiedelte. Diese erbauten dort einfache Holzhütten für sich und ihre Familien um in diesem nicht aufgeschlossenen Gebiet leben zu können. Anfang der 1810er Jahre, so erzählt die Geschichte, ließ Erzherzog Anton, ein großer Förderer der nächstgelegenen Stadt, Wege anlegen, um es der hohen Gesellschaft zu ermöglichen, mit ihren Familien durch das herrliche wildromantische Tal zu flanieren. Um diese zu erfrischen, bewirtete ein gewisses Fräulein Henriette in einer dieser Holzhütten die Gäste mit frischer wohlschmeckender Milch und es entstand eine Milchschenke, diese legte somit den Grundstein für die folgende touristische Nutzung.


Im Juli 1884 erhielten die dort angesiedelten Holzhütten - in wunderschöner Lage, mitten in einem hügeligen Tal, neben einem glasklaren Bach - einen neuen Eigentümer, welcher die Holzhütten schleifen ließ und durch einen bekannten Stadtbaumeister, auf diesem Areal, ein neues Hotel mit 14 Gästezimmern bauen.
Nach der Fertigstellung des Gebäudes verpachtet der Besitzer 1885 das Hotel, bereits fünf Jahre später übernimmt der Eigentümer die Leitung selbst, schließt jedoch den Betrieb ab diesem Zeitpunkt während der Wintermonate.

Wir schreiben das Datum 15. April 1899 und eine Meldung ergeht durch die Zeitungen: Konkurs-über das Vermögen des bekannten Gastwirtes und Besitzer des beliebten Hotel und Ausflugziels. Ein zu dieser Zeit sich dort aufhaltender wohlhabender Gast springt ein und pachtet im Mai desselben Jahres die Hotelanlage. Um den Konkurs abzuwenden, erwirbt dieser ein Jahr später das Anwesen im Eigentum.

Der neue Eigentümer führt nun das damals beliebte Hotel ganzjährig und baut aus. Um ein allgemeines Bedürfnis und den verwöhntesten Ansprüchen seiner Gäste Rechnung zu tragen, gesellt sich 1904 ein stattlicher Hotelneubau mit 20 komfortablen Gästezimmern zu dem bereits bestehenden Gebäudekomplex.

Die nächste Schreckensmeldung kommt im Juli 1908 – Brand im neu eröffneten modernem Luxus-Hotel. Durch die Unvorsichtigkeit eines Hotelgastes, der auf seinem Gästezimmer einen Spirituskocher anzündete, brach ein Feuer aus, welches die älteren Gebäudekomplexe des Hotels einäscherte. Der 1904 neu erbaute Hotelbau war durch den zu diesem Zeitpunkt vorherrschenden starken Ostwind, der die Flammen in die entgegen gesetzte Richtung züngeln ließ, nicht betroffen. Ein Heustadel der gegenüberliegenden Gebäude sowie naheliegende kleine Weghäuser brannten ebenfalls ab. An der Brandbekämpfung waren alle Feuerwehren aus der Umgebung beteiligt. Der Gesamtschaden dieses Flammeninfernos betrug um die 100.000 Kronen. Da der wohlhabende Besitzer sehr gut versichert war, ließ dieser die abgebrannten Gebäude unverzüglich durch einen Neubau ersetzen und nach nur mehrmonatiger Bauzeit erstrahlte das Hotel im neuen Glanz.

Nach dem Tod (im Jänner 1945) des beliebten und ambitionierten Hoteliers, erbt sein Sohn die prächtige Hotelanlage, sowie einige andere Immobilien. Er verpachtet die Anlage, da er selbst die Häuser nicht betreiben wollte. 7 Jahre nach seinem Vater (1952) verstirbt er an einem Verkehrsunfall. Nun ging der gesamte Besitz auf dessen 24 Jahre alten Sohn über, welcher kein Interesse an dem Besitz hatte und somit 1959 endgültig verkaufte.
Das Hotel wurde daraufhin von den neuen Eigentümern als Erholungseinrichtung weitergeführt. Aufgrund von konsequent rückläufigen Gästezahlen und folglich wirtschaftlicher Gründe, wurde schließlich die Anlage mit Ende September 2010 endgültig geschlossen.
Seit diesem Tag ruht und thront das zu damaliger Zeit sicher einzigartige Anwesen im Wald vor sich hin.


(Aufnahmen 01/2021)

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#12
Nachdem wir in der Nacht keinen Zugang gefunden hatten, waren wir heute am Tag nochmal dort.

Sehr beeindruckend, vor allem das es nach jetzt etwas über 2 Jahren leerstand noch kein vandalismuss gegeben hat.
 

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#14
und noch mehr
 

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#15
ihr ahnt es schon da kommt noch mehr
 

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#16
und es geht weiter , die letzten der Auslese.

Insgesamt habe ich 138 Fotos gemacht in diesem Wunderbaren LP
 

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#17
Nachdem wir in der Nacht keinen Zugang gefunden hatten, waren wir heute am Tag nochmal dort.

Sehr beeindruckend, vor allem das es nach jetzt etwas über 2 Jahren leerstand noch kein vandalismuss gegeben hat.
Vielleicht wäre es empfehlenswert, solche Plätze (Anlage zwar leerstehend aber nicht besitzerlos, Gebäude vom direkt nebenan liegendem und sich stets im betrieb befindlichem Hotel einsehbar), nicht in der Nacht zu besuchen um einen Zugang zu finden ...
dann nach dem Eindringen, vielleicht mit Taschenlampen und Sturmmützen ausgestattet, durch die Anlage zu spazieren und somit Anrainer, Personal, Gäste und Security-Mitarbeiter aus dem Nachbarshotel auf sich aufmerksam zu machen, ...
Ich denke die Folgen aus solchen Handlungen, sollten allen (oder anscheinend doch nicht) bekannt sein.

Es stimmt, es ist wirklich beeindruckend, dass dieses Gebäude bis dato von Vandalismus, Sprayern, Teenagerpartys usw., verschont blieb!
Hoffen wir, das es noch lange so bleibt und es nicht gleiches Schicksal ereilt, wie ähnliche ehemalige Hotels/Lungenheilanstalten (Lebensborn Sanatorium Wienerwald "Hotel Feichtenbach").
Ist mittlerweile zu einer Ruine geworden und polizeilich gesperrt.
 
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