"Ungarisch Bieling" die spärlichen Überreste eines ehem. Bauerndorfes

Bunker Ratte

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Ungarisch Bieling (ungarisch Magyarbükkös, Magyarbüks) war ein kleines, nicht mehr existentes Bauerndorf im damaligen Deutschwest-Ungarn, dessen Überreste im Komitat Vas im Grenzgebiet zwischen Österreich und Ungarn liegen. Das im damaligen Sperrstreifen entlang der ungarischen Grenze liegende Dorf wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört und seine Einwohner vertrieben. Es war der Zwillingsort von Deutsch Bieling im österreichischen Bundesland Burgenland.

Die Reste von Ungarisch Bieling befinden sich im Grenzbereich der heutigen Gemeinden Heiligenbrunn in Österreich und Csákánydoroszló in Ungarn. Sie liegen in einem dichten Waldgebiet im Bereich der Staatsgrenze, etwa 3,5 km nördlich von Csákánydoroszló, 2 km südlich von Hagensdorf, und ca. 2,6 km südöstlich von Deutsch Bieling. Die einzigen heute erkennbaren Reste einer Siedlung sind eine überwachsene Mühlenwehranlage und ein Steinkreuz am ehemaligen Friedhof.
Das Dorf bestand ursprünglich aus etwa zehn Häusern, einem Friedhof und einem Gasthaus. Wie die Nachbarortschaften Hagensdorf und Luising war es großteils von Schwaben bewohnt.

Ungarisch Bieling wurde im Jahre 1375 erstmals urkundlich erwähnt. In den Urkunden wurden auf lateinisch mit poss. für Possessio (deutsch Besitz) Bykus und altera (deutsch das andere) Bykus ursprünglich zwei Siedlungen genannt. Später wurde das Dorf als Bykus (1418), Bixy oder Bykesd (1425), Bykes (1482), Felsewbykes (deutsch Oberes Bykes) (1494) und Bywx (1498) genannt.
m Ort gab es ursprünglich eine Wehranlage, genannt Várdomb und Sírdomb. 1482 wurde auch eine Mühle genannt.


Inschrift für die Ungarisch Bielinger Opfer am Kriegerdenkmal im benachbarten Hagensdorf

Während im Zuge der neuen Grenzziehungen durch die Verträge von St. Germain und Trianon 1920/1921 die Nachbarortschaften Hagensdorf, Deutsch Bieling und (bei einer Grenzkorrektur 1923) Luising zu Österreich kamen, blieb Ungarisch Bieling bei Ungarn. Dies führte zu Problemen im Alltag der Bewohner, da diese größtenteils Deutsch sprachen und zu den nun in Österreich liegenden Nachbarorten hin orientiert waren. Der Ort gehörte zur Pfarrgemeinde Hagensdorf, wo die Kinder auch in die Schule gingen, und die Mühle im Dorf wurde von vielen Bauern aus den anderen Orten der Umgebung benutzt. Für die Nutzung der Mühle konnte ursprünglich eine Lösung gefunden werden, indem die Bauern einen sogenannten Pferdepass ausgestellt bekamen, mit dem sie Zugang zur Mühle erhielten. Da der ungarische Staat ab 1939 aber das Wasserrecht für die Mühle beanspruchte, wurde sie aufgelassen.

Durch die Hochrüstung der Grenze mit Stacheldraht nach dem Zweiten Weltkrieg wurden der Ort zerstört, seine noch vorhandenen Bewohner vertrieben. Einige Bewohner waren allerdings bereits zuvor in die Nachbardörfer Heiligenbrunn, Kemestaródfa oder Csákány umgesiedelt. Die letzte Person, die den Ort verließ war 1958 Rozália Tóth.
2008 wurde im Zuge eines privat initiierten Projektes der bis dahin verwachsene Friedhof wieder zugängig gemacht, und eine Zufahrt von österreichischer Seite und eine Brücke errichtet. Im Jahr 2013 wurde bei einem Gedenkakt zusätzlich eine Gedenkstätte, bestehend aus drei hölzernen Obelisken, durch die Pfarrer der nächstgelegenen österreichischen und ungarischen Pfarrgemeinden eingeweiht.

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