Sichtungen aus dem "Zugfenster" im Raum Linz

josef

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#1
Gestern war ich nach langer Zeit wieder einmal (statt üblicherweise mit dem Auto...:)) mit der Bahn in Salzburg. Im Raum Linz machte ich folgende Beobachtungen von Objekten aus der Zeit des WKII:

Nach wie vor gut zu sehen ist der 2009 im Forum bereits behandelte "Bananenbunker" im Bereich des ehemaligen Linzer Frachtenbahnhofes. Bin gespannt, wie lange der Hochbunker noch überlebt, die Baustelle einer großen Wohnhausanlage schiebt sich schon nahe an das Objekt heran.

Ebenfalls von der Westbahn aus ist westlich des Flugplatzes/Fliegerhorstes Hörsching der Rest eines Außenhangers im Bereich der ehemaligen Auflockerungsflächen zu erkennen! Es stehen noch, zumindest an 2 Seiten, die Außenwände aus Beton. Auf einer Seitenwand ist ein Haus angebaut. An den heute mit Efeu bewachsenen Betonwänden konnte man vor 30 - 40 Jahren noch zwecks Tarnung aufgemalte Fenster und Tore erkennen. Die "Bemalung" war ähnlich den Bunkern in Sommerein oder am "Trafobunker" in Zipf (-> Beitrag #21).

(Aktuelle Fotos gibt es keine -> Kamera war im Rucksack verstaut bzw. getönte Fenster usw. ...).

1. - 2. "Bananenbunker" am ehemaligen Linzer Frachtenbahnhofgelände
3. - 4. Ehemaliger Außenhanger des Fliegerhorstes Hörsching bei Trindorf.

(Bilder v. Google-maps)
 

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#2
Sichtungen aus dem "Zugfenster" im Raum Linz

Servus Josef.
(....für User, die sich mit der Materie noch nicht beschäftigt haben):
Bau von Hangars und Splitterboxes zum Schutze gegen Fliegerangriffe:
Durch die Landung der Alliierten in Süditalien gelangte ab 1944 auch der Fliegerhorst Hörsching zunehmend in den Wirkungsbereich der feindlichen Bomberströme. Für die zur Luftverteidigung eingesetzten Jagdflugzeuge wurden daher Vorkehrungen hinsichtlich alternativer Abstellplätze, Wartung und Hangarierung getroffen. Im Südwesten und Nordosten des Flugplatzes wurden in einer Entfernung von bis zu zwei Kilometern getarnte Ausweichhangars und Splitterboxes errichtet. Sie waren über 10 m breite „Jägerrollwege“ erreichbar. Die Bauwerke wiesen eine Grundfläche von etwa 20x15 m auf und wurden mit Steildächern sowie breiten Falttoren versehen. Sie sollten aus der Vogelperspektive wie einstöckige Gebäude aus Ziegel oder Holz bzw. wie Fahrzeugschuppen von Bauernhöfen aussehen. Die Hangars wurden auf massivem Betonuntergrund errichtet. Beim Großteil der insgesamt 17 Hangars bestanden die 80 cm starken Außenwände aus Ziegelmauern. Infolge des Ausbaues des Zivilflughafen, der Startbahnverlängerung und aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung des Geländes wurden die meisten Hangars gesprengt. Die Betonteile wurden an Ort und Stelle vergraben. Die Ziegelmauern wurden großteils abgetragen und als Baumaterial wiederverwendet. (z.B. zur Errichtung des Kinos Hörsching).
Die Splitterboxes wurden unmittelbar nach Kriegsende eingeebnet. Die Jägerrollwege bestanden teilweise noch bis etwa 1979.
Gruß von @Flakuntergruppe

Übersichtskarte auf Basis "Google Earth"
 

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josef

Administrator
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#3
Ehemalige Ausweichhangars im Raum Hörsching

(....für User, die sich mit der Materie noch nicht beschäftigt haben):
Bau von Hangars und Splitterboxes zum Schutze gegen Fliegerangriffe:
@Flakuntergruppe: Besten Dank für die Veröffentlichung bzw. Zugänglichmachung deiner Forschungsarbeiten für die Foren-User :superOK

Die ehemaligen Rollwege der Auflockerungsflächen zu den Ausweichhangars sind auf der Umgebungskarte Linz aus ca. 1950 noch gut zu erkennen:


Kartenausschnitt aus: Kartogr.Anst.Freytag-Berndt u. Artaria, Wien; "Umgebung von Linz-Wels-Steyr", ca. 1950
 

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#4
Ehemalige Ausweichhangars im Raum Hörsching

Servus @Josef.
Bei bestehendem allgemeine Interesse kann ich gerne die bislang gewonnenen Erkenntnisse über die Luftwaffen-Einrichtungen im Raum des Fliegerhorstes Hörsching posten. Das würde aber eine langwierige (und vermutlich auch langweilige) Angelegenheit. Sag mir bitte, ob dahingehend Bedarf besteht.
Gruß @Flakuntergruppe
PS: im letzten Posting war eine Übersichtskarte aus Google Earth. Tut mit leid, dass bei der Bearbeitung das Google-Logo verloren gegangen ist. Ich kann, wenn nötig, dieses Bild noch einmal erstellen.
 

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