Salzburg: Generalsanierung Festspielhäuser und Erweiterung in den Mönchsberg

josef

Administrator
Mitarbeiter
#1
Fast 300 Mio. für Salzburgs Festspielhäuser

1601967303202.png
Die Salzburger Festspielhäuser werden in den nächsten zehn Jahren aufwändig generalsaniert und erweitert. Insgesamt sind gewaltige Investitionen um 262,8 Mio. Euro geplant. Die Kosten wollen sich Bund, Land und Stadt Salzburg zu 40, 30 und 30 Prozent teilen.

Teilen
Die Maßnahmen sollen die Betriebsfähigkeit der Salzburger Festspiele langfristig aufrechterhalten, weil die Spielstätten mittlerweile in die Jahre gekommen sind.

Großer Sanierungsbedarf in vielen Ecken
„In Wirklichkeit haben wir an jeder Ecke Mängel“, sagte der kaufmännische Direktor der Salzburger Festspiele, Lukas Crepaz, am Montag. Die Haustechnik habe längst ihren Lebenszyklus überschritten, in den Werkstätten herrsche eklatanter Platzmangel, die Ausstattung der Künstlergarderoben sei nicht mehr zeitgemäß, und die völlig veralteten Sanitäranlagen müssten dringend ausgetauscht werden. Auch aus Gründen der Energieeffizienz, des ökologischen Fußabdrucks und des Arbeitnehmerschutzes herrsche Handlungsbedarf.

Mehr als 10.000 Quadratmeter zusätzlich
Den zusätzlichen Platzbedarf beziffert Crepaz mit rund 10.300 Quadratmetern, mehr als die Hälfte davon werde für neue Werkstätten benötigt. Eine Aussiedelung in andere Stadtteile sei weder logistisch noch ökologisch sinnvoll und auch nicht billiger. In Ermangelung entsprechender Flächen im Festspielbezirk sollen die Festspielhäuser darum in den Mönchsberg hinein erweitert werden.

Das Grundkonzept für die Sanierung – „eine zeitgemäße und effiziente Variante“, wie es Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler nennt – soll dem Kuratorium in seiner Sitzung am 13. Oktober vorgestellt werden. Geht es nach den Plänen von Crepaz, könnten Planung und Wettbewerb bis in das Jahr 2024 abgeschlossen werden, die Bauphase soll dann 2025 bis 2030 während des laufenden Betriebs stattfinden.

Konkrete Planungen und Projekte
Das Große Festspielhaus ist nach 60 Jahren besonders sanierungsbedürftig. Auch die Bühne im Haus für Mozart muss dringend erneuert werden. Die Werkstätten, die Künstlergarderoben, zum Teil auch der Zuschauerbereich entsprechen nicht mehr den Anforderungen der Zeit. Dazu muss der Brandschutz auf den letzten Stand gebracht werden.

Wasserschäden, Dachschäden
Im Sommer 2018 brach bei einem Wolkenbruch etwa mitten während einer Vorstellung Wasser durch die Decke. „In Wirklichkeit haben wir an jeder Ecke Mängel“, sagte der kaufmännische Direktor der Salzburger Festspiele, Lukas Crepaz, am Montag bei einer Pressekonferenz. Die Heiz- und Klimatechnik habe längst ihren Lebenszyklus überschritten, in den Werkstätten herrsche eklatanter Platzmangel, die Ausstattung der Künstlergarderoben sei nicht mehr zeitgemäß, und die völlig veralteten Sanitäranlagen müssten dringend ausgetauscht werden.

Energiesparen, mehr Zugang für Behinderte
Auch wegen der Energieeffizienz und des Arbeitnehmerschutzes müsse etwas getan werden, heißt es. Zudem soll der barrierefreie Zugang verbessert werden. „Die Investitionen sind dringlich und unvermeidlich, um die Betriebsfähigkeit der Festspielhäuser zu erhalten“, erklärte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Ohne sie sei nicht nur die Zukunft der Salzburger Festspiele gefährdet, „ohne sie verlieren das Adventsingen, die Osterfestspiele und die Kulturvereinigung ihre Spielstätten.“

Größere Gesamtnutzfläche
Das Grundkonzept für die Sanierung – „eine zeitgemäße und effiziente Variante“, wie es Rabl-Stadler nennt – soll dem Kuratorium in seiner Sitzung am 13. Oktober vorgestellt werden. Zweieinhalb Jahre lang wurden die Anforderungen erhoben. Nun soll die Gesamtnutzfläche durch Umbau und die Erweiterung um rund 10.300 Quadratmeter auf 47.514 Quadratmeter steigen.

Erweiterungen in den Mönchsberg
Eine Aussiedelung der Werkstätten in andere Stadtteile sei weder logistisch noch wirtschaftlich sinnvoll und auch nicht billiger gewesen, sagt Crepaz. In Ermangelung entsprechender Flächen im Festspielbezirk sollen die Festspielhäuser darum in den Mönchsberg hinein erweitert werden.

1601967371636.png
Planungen für die unterirdischen Erweiterungsbauten in den Mönchsberg
1601967413015.png
Neuer Zufahrtstunnel neben Neutor und Einfahrt in die Mönchsberggaragen...
2 Screenshots aus ORF-Video

Keine Absiedlung von Abteilungen
Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer spricht von „direkten Investitionen, die unserem Land Arbeit und Beschäftigung bringen.“ Er zitiert aus einer Kurzstudie der Wirtschaftskammer, wonach das Projekt 3.000 Arbeitsplätze in der Region absichere und 140 Millionen Euro an Steuern und Abgaben lukriere, die wieder zurück an die Gebietskörperschaften fließen.

06.10.2020, red, salzburg.ORF.at/Agenturen

Fast 300 Mio. für Salzburgs Festspielhäuser
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#2
Neuer Tunnel im Mönchsberg für Festspielhäuser

1602258843907.png
Bei der geplanten Erweiterung der Festspielhäuser in der Salzburger Altstadt soll der Mönchsberg einen weiteren Tunnel bekommen: Zwischen Neutor und Mönchsberggarage soll eine neue Einfahrt zum Werkstättenbereich im Berg führen.

Teilen
Geologisch sei die Erweiterung der Festspielhäuser in den Mönchsberg hinein unproblematisch, sagt Landesgeologe Rainer Braunstingl. Ein Teil des Bergs soll ja ausgehöhlt werden, um rund 10.000 Quadratmeter Platz für Proberäume und Werkstätten bekommen. Die Werkstättenzufahrt soll auch nicht mehr wie jetzt über die Hofstallgasse erfolgen, sondern über einen neuen Tunnel, der zwischen Neutor und Mönchsberggaragen-Einfahrt errichtet werden soll.

Rein technisch sei eine weitere Aushöhlung des Mönchsbergs kein Problem, betont Braunstingl. Die Erfahrungen beim Bau der Mönchsberggarage in den 1970ern hätten gezeigt: Das Konglomeratgestein des Berges sei besonders gut für Hohlräume, sagt der Landesgeologe: „Das Salzburger Nagelfluh hat die Eigenschaft, dass es sehr wenige Fugen und sehr wenige Risse hat. Es ist ziemlich kompakt und gut zu lösen. Das ist eigentlich ein gutes Gestein für größere Hohlräume. Hier hat man schon in den 1970er-Jahren mit einem Bagger und einem rotierenden Gerät diesen Fels ohne größere Schwierigkeiten abtragen können.“

Sorgfältige Planung nötig
Mittels 3D-Berechnungen können Bauvorhaben im Mönchsberg genau kalkuliert werden. Und gerade für den neuen Zufahrtstunnel ist hier sorgfältige Planung nötig – denn immerhin gibt es in diesem Bereich schon einige Tunnel und natürlich die Garage: „Man muss sich das hier natürlich anschauen, wo der neue Tunnel dann Platz hat, wo die Zufahrtsmöglichkeiten sind, wo andere Hohlräume sind“, ergänzt Braunstingl. Bei einer konstanten Innentemperatur von rund zehn Grad Celsius sind die neugeschaffenen Höhlen im Mönchsberg keiner extemen Hitze oder großem Frost ausgesetzt.

ORF
Die geplanten Neubauten im Berg sind rot eingezeichnet. Gut zu sehen sind auch die bereits bestehenden Tunnel, ganz rechts am Rand das Neutor.

„Finanziell schwere Hebeübung“ für die Stadt Salzburg
Für das Großprojekt der Sanierung und Erweiterung der Festspielhäuser sollen ja innerhalb von zehn Jahren 262 Millionen Euro aufgewendet werden. 40 Prozent der Kosten übernimmt der Bund, Stadt und Land zahlen pro Jahr rund 7,8 Millionen Euro.
Bedenken dazu kommen von den Sozialdemokraten, der FPÖ und den Grünen- gerade in der Coronakrise müssten öffentliche Gelder überlegter ausgegeben werden. „Finanziell wird das für die Stadt eine schwere Hebeübung“, sagt Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ). „Für mich kommt natürlich nicht in Frage, dass andere Projekte – im Sozialbereich, bei der Bildung, Schulbereich, Sportbereich, Kulturbereich – hier gekürzt werden. Wir werden zusätzliche Einnahmen brauchen, um das zu stemmen.“

Auch Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) sieht durch den Neubau eine finanzielle Herausforderung für die Stadt – „aber das muss jetzt passieren“, betonte Preuner. Kommenden Dienstag wird in einer Festspiel-Kuratoriumssitzung weiter diskutiert. Im kommenden Frühjahr sollen Gestaltung und Bau der Erweiterung ausgeschrieben werden, spätestens 2025 ist ein Baustart geplant, wenn es nach den Festspielen geht.
09.10.2020, red, salzburg.ORF.at
Neuer Tunnel im Mönchsberg für Festspielhäuser
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#3
Weg für Festspiel-Großinvestition frei
Das Kuratorium der Salzburger Festspiele hat am Dienstag grünes Licht für die von Bund, Land und Stadt Salzburg finanzierte 260-Millionen-Großinvestition zur Sanierung und Erweiterung der Festspielhäuser gegeben. Auch der Vertrag mit Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler wurde bis Dezember 2021 verlängert.
Online seit heute, 6.00 Uhr
Teilen
„Es ist eine große Weichenstellung für die Festspiele“, sagte der Vorsitzende des Kuratoriums Hans Scharfetter nach der Sitzung. Für die geplante Generalsanierung des mehr als 60 Jahre alten Großen Festspielhauses, die Erweiterung der unter großem Platzmangel leidenden Werkstätten in den Mönchsberg hinein und eine verbesserte Logistik durch einen eigenen Zufahrtstunnel, wurde nun die Einsetzung einer Arbeitsgruppe beschlossen, die Fragen zur Projektorganisation und –struktur klären soll. Eine der Herausforderungen dabei: Es gibt es für die einzelnen Häuser im Festspielbezirk unterschiedliche Eigentümer.

Crepaz: „Wir wollen höchste Qualität“
Das Direktorium wurde damit beauftragt, die Planungsleistung für das Großprojekt vorzubereiten, berichtete Scharfetter. Im ersten Quartal 2021 soll das Ausschreibungsverfahren vorbereitet, die Planungsleistungen im zweiten Quartal ausgeschrieben werden. „Wir wollen die Umsetzung 2025 starten und bis 2030 abschließen“, sagte der kaufmännische Direktor der Festspiele, Lukas Crepaz: „Für dieses Projekt gelten die gleichen Maßstäbe wie in der Kunst: Wir wollen höchste Qualität.“

Fotostrecke mit 9 Bildern
ORF
Querschnitt der geplanten Erweiterung der Festspielhäuser im Mönchsberg
ORF
Finanzdirektor Lukas Crepaz präsentiert die neue Zufahrt zum Festspielbezirk zwischen Neutor und Mönchsberggarageneinfahrt am Hildmannplatz
ORF
Grundriss für die Erweiterung der Festspielhäuser (gelb und orange)
ORF.at/Georg Humme
rBlick vom Mönchsberg zu den Festspielhäusern
ORF.at/Georg Hummer
Hofstallgasse mit Haus für Mozart (vorm. Kleines Festspielhaus, ganz links), Felsenreitschule, Großem Festspielhaus und Festung Hohensalzburg (im Hintergrund)
ORF.at/Georg Hummer
Pferdeschwemme mit dem Nordportal des Großen Festspielhauses von Johann Bernhard Fischer von Erlach
ORF.at/Georg Hummer
Die Erweiterung würde den Salzburger Festspielen zahlreiche Lastwagenfahrten innerhalb der Landeshauptstadt ersparen
ORF.at/Georg Hummer
Von 1956 bis 1960 wurde das Große Festspielhaus in der Hofstallgasse errichtet, zuvor befand sich hier die Hofstallkaserne
ORF.at/Georg Hummer
Rund 55.000 Kubikmeter Konglomeratgestein des Mönchsbergs wurden abgegraben, um Platz für das Bühnenhaus des Großen Festspielhauses zu schaffen

Siebente Vertragsverlängerung von Rabl-Stadler
Bei der Sitzung stand auch die Verlängerung des Vertrags mit Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler auf der Tagesordnung. Rabl-Stadler hatte im Juni dieses Jahres ihre Bereitschaft erklärt, ihren mit 31. Dezember 2020 auslaufenden Vertrag bis zum Ende des wegen Corona bis 2021 ausgedehnten 100-Jahr-Jubiläums der Festspiele zu verlängern. Der Vertrag läuft nun bis 31. Dezember 2021, es ist die siebente Vertragsverlängerung von Rabl-Stadler. „Wir brauchen die Präsidentin mehr denn je“, sagte der Kuratoriumsvorsitzende. Sie sei gerade in der derzeitigen Situation „unersetzlich“. Der Beschluss zur Vertragsverlängerung fiel einstimmig.

Eines ihrer Ziele sei es, die für den Bau des geplanten Festspielcenters beim Schüttkasten notwendige private Finanzierung „in trockene Tücher zu bringen“, sagte Rabl-Stadler und wünscht sich, dass noch 2021 mit diesem Bau begonnen werden kann. Die Bewilligungen lägen vor, nun gehe es um die Sicherstellung der Finanzierung dieses „Jubiläumsgeschenks“.

(c)wildbild
Helga Rabl-Stadler bleibt bis 2021 Festspielpräsidentin

Viele kleine Überraschungen für 2021 angekündigt
Das Festspielprogramm 2021 will das Direktorium im Dezember präsentieren. Es werde keine großen, aber viele kleine Überraschungen geben, kündigte Intendant Markus Hinterhäuser an. 2021 wollen die Festspiele möglichst viele jener Produktionen realisieren, die heuer wegen der Pandemie nicht zustande kamen. Das Kuratorium wird sich in seiner nächsten Sitzung am 17. Dezember mit dem Spielplan sowie dem Budget für den Sommer 2021 befassen, kündigte Scharfetter an.

14.10.2020, red, salzburg.ORF.at/Agenturen

Weg für Festspiel-Großinvestition frei
 
Oben