Neubaustrecke "Koralmbahn" mit "Koralmtunnel"

josef

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#1
Und wieder gab es eine "Andrehfeier" einer Tunnelbohrmaschine. Diesmal beim Koralmtunnel der neuen Koralmbahn zwischen der Steiermark und Kärnten:
Riesen-Bohrer „Kora“ im Einsatz

Tunnel-Bohrmaschine „Kora“ arbeitet sich ab Oktober von Kärntner Seite aus durch das Koralm-Massiv. Es ist die mittlerweile dritte große Tunnelbohrmaschine, die für den Bau des Koralmtunnels zum Einsatz kommt.

Bis zur Vollinbetriebnahme der 130 Kilometer langen Koralmbahn, die Klagenfurt und Graz auf kürzestem Weg verbindet, sollen nur mehr acht Jahre vergehen. Weit über 80 Prozent der Bahnstrecke sind bereits im Bau oder schon im Teilbetrieb. Wenn im Dezember 2023 die Signale auf grün gestellt werden, kann man in 45 Minuten von der einen in die andere Landeshauptstadt fahren. Landeshauptmann Peter Kaiser sagte: „Das bringt riesige Chancen für die Wirtschaft und Arbeitsplätze und es bringt die Menschen einander näher“.

Deutlich verkürzte Fahrzeiten
Nach Wien fährt man von Kärnten aus um eine halbe Stunde kürzer, mit Inbetriebnahme des Semmering-Basistunnels wird sich die Reisezeit zwischen Klagenfurt und Wien auf 2:40 verkürzen. Mit dem Bau wird die seit langem geforderte Modernisierung der Südbahnstrecke umgesetzt. ÖBB-Vorstand Christian Kern: „Es ist auch ein Zeichen für unsere Kunden, von dem Projekt profitieren auch die Pendler in Kärnten und in der Steiermark“.


„Andrehfeier“ für „Kora“
Während sich von steirischer Seite bereits zwei Tunnelbohrmaschinen durch die Koralpe arbeiten, nahm auf Kärntner Seite der dritte Riesenbohrer von Mitterpichling aus - zumindest symbolisch seine Arbeit auf. Der Bohrkopf der 2.500 Tonnen schweren Tunnelvortriebsmaschine „Kora“ drehte am Freitag seine ersten Runden. Ab Mitte Oktober wird sich die 250 Meter lange und zehn Meter hohe Maschine ihren Weg von Kärnten aus in den Berg bahnen, im Schnitt geht es pro Tag 15 Meter voran. Geht alles nach Plan, wird der knapp 33 Kilometer lange Tunnel in drei Jahren fertiggestellt sein.


Zu „Koras“ sogenannter „Andrehfeier“ gab es erfreuliche Nachrichten: Der Bund wird bis 2020 Projekte von 2,6 Milliarden Euro in Kärnten finanzieren, investiert wird in Zug-, Straßen- und Internet-Netze. Der größte Teil der Bundesmittel fließt in Projekte der Bundesbahnen wie den Koralmtunnel. Das Infrastrukturministerium nimmt allein dafür 1,6 Milliarden Euro in die Hand.

Baltisch-Adriatische Achse „wichtig für Europa“
Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) - er besuchte am Freitag Kärnten - betonte, die baltisch-adriatische Achse verbinde Kärnten mit wichtigen Wirtschaftsregionen in Europa. Zugleich bringe der Bahnausbau für den Personenverkehr auch „unschlagbar schnelle“ Verbindungen mit sich. „Damit ist die Bahn im Personenverkehr und im Güterverkehr absolut wettbewerbsfähig“, so Stöger.
Text u. Fotos: Riesen-Bohrer „Kora“ im Einsatz
 

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#3
Reportage von der Koralmbahn-Baustelle

Dazu noch ein ORF-Kärnten Bericht v. 21.10.2015:
Reportage von der Koralmbahn-Baustelle

Nach Fertigstellung des Koralmtunnels soll man mit der Bahn nur noch 45 Minuten von Klagenfurt nach Graz brauchen. Der letzte Bauabschnitt des Tunnels durch die Koralpe läuft derzeit. Ein Lokalaugenschein auf der Baustelle.

„Kora“ ist ein 250 Meter langer stählerner Wurm, der sich durch die Koralpe windet, damit das Pendeln zwischen Klagenfurt und Graz schneller geht. Man ist etwas nervös auf der Baustelle, denn die Tunnelbohrmaschine hat ein paar Tage Verspätung.

Kora mit der riesigen Fräse ist ein Einzelstück. Von der steirischen Seite der Baustelle kommt eine Kollegin ähnlicher Bauart. Alex Nussbaumer ist als Schichtbauleiter für alles verantwortlich: „Alles wird mit Laser gemessen, die Position der Maschine ist ständig bekannt. Ein paar Zentimeter können korrigiert werden.“ Der Bohrkopf alleine wiegt 1.000 Tonnen, die Maschine schiebe sich mit Vortriebspressen nach vorne. Dahinter fülle man mit Mörtel auf.

Hunderte Leitungen im Berg
Dietmar Huber ist Maschinenfahrer. Noch montiert er mit einem Kollegen Leitungen für Wasser, Strom, Schmiermittel und mehr. In den nächsten Jahren wird sich Kora mit dem Zehn-Meter-Fräskopf langsam durch den Berg arbeiten. Das Material, das sie aus dem Fels holt landet weit, weit hinten im Freien, rund zwölf Kilometer entfernt, so Nussbaumer. Auf der Maschine gibt es sogar ein WC. Sie läuft nonstop durch.

Es geht dem Team nicht nur um die Bezahlung, es ist auch Stolz dabei, an einem Jahrhundertprojekt mitarbeiten zu dürfen, so Nussbaumer. Er werde mit der fertigen Bahn natürlich fahren, sagte er, das lasse er sich nicht nehmen.

Feldfabrik direkt neben der Baustelle
Immer wieder hört man auf der Tunnelbaustelle der Koralmbahn ein Wort: Tübing. Ein Tübing ist ein acht Tonnen schwerer Stahlbetonteil, der in der zukünftigen Tunnelröhre Halt und Verkleidung wird. Davon werden in den kommenden Jahren gut 50.000 gebraucht und in einer Fabrik hergestellt, die mitten auf der grünen Wiese bei St. Paul entstand.

Gerald Schubert ist hier Projektleiter. Alle paar Minuten kommen Arbeiter mit Fragen. Er muss sie beantworten, Probleme lösen und darauf schauen, dass die riesigen Teile genau zusammenpassen. Schon mit einem Millimeter Unterschied wären sie Ausschuss: „Die Vorgaben sind im Zehntelmillimeterbereich.“ Man wisse vorher, an welcher Stelle welche Ringtype mit welchen Belastungen benötigt werden.

Betonbestandteile aus Umgebung
Gegossen werden die Teile in einer speziellen Kammer, dann durchlaufen die Teile mehrere Stationen. Fotografieren ist in der Werkshalle verboten, denn es geht hier um Hightech mit schwerem Gerät. Laut Schubert verwende man alle Grundstoffe für den Beton aus der näheren Umgebung, um Transportkosten zu sparen. Bei Feldfabriken mache man das immer so. Die Halle ist recht warm, die Steine brauchen eine bestimmte Temperatur. Deshalb dürfen sie nicht zu früh ins Freie, sonst entstehen Risse, so Projektleiter Schubert.

Hitze und feuchte Luft
Im zehn Kilometer langen Südtunnel, der parallel zur jetzigen Baustelle verläuft, hat es rund 30 Grad, die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Dieser Tunnel wurde nicht gebohrt, sondern aus dem Fels gesprengt. Frontlader sind hier unterwegs. Ganz vorne wurde eine Kaverne aus dem Berg gesprengt in der eine Kirche Platz hätte, sagte Schichtbauleiter Paul Amenitsch. Hier soll die Maschine aus der Steiermark durchkommen und sich mit der Kärntner Seite der Baustelle treffen. Im Stollen gibt es auch einen Notfallcontainer als Fluchtpunkt für bis zu 20 Menschen, zum Beispiel wenn es brennt, so Amenitsch. Es gibt eine Klimaanlage, WC, Getränke und Druckluft. Aber es ist sehr eng, nur für Notfälle gedacht. Benötigte wurde er bisher noch nicht.
Text u. Fotos: http://kaernten.orf.at/radio/stories/2737843/
 

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#4
Oje, der Bohrer ist defekt

Koralmtunnel: Tunnelbohrmaschine defekt

Der Bau der Nordröhre des Koralmtunnels bei St. Paul/Lavanttal ist zum Stillstand gekommen. Die Tunnelvortriebsmaschine „Kora“ ist defekt und muss mitten im Berg repariert werden. Das wird Wochen dauern.

15 Meter pro Tag bohrte sich die 250 Meter lange und 2.500 Tonnen schwere Tunnelvortriebsmaschine normalerweise durch das Gestein in den Berg. Aufgrund eines technischen Defektes stehe die Maschine jetzt aber still, sagte der Pressesprecher der ÖBB, Christoph Posch. Es gebe Beschädigungen ganz vorne an der Maschine, am Bohrschild. Dieser müsse nun repariert werden. Mit Baufirma und Hersteller habe man nun einen Weg ausgearbeitet.


ORF/Peter Matha
Der hintere Teil der massiven Vortriebsmaschine

Seitenstollen für Zugang errichtet

Diese Reparatur ist aber sehr aufwendig, da sich die Maschine mitten im Berg befindet und die Tunnelröhe nicht zugänglich ist. Man habe einen Seitenstollen von der benachbarten Tunnelröhre gesprengt. Nun könne man mit den Arbeiten beginnen. Aus derzeitiger Sicht wird die Reparatur der Maschine in der Nordröhre bis Ende September dauern, sagt Posch. Der geplante Fertigstellungstermin Ende 2023 sollte trotzdem zu halten sein. „In der Südröhre laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren, der Vollausbruch wird durchgeführt.“ Die Arbeiten auf steirischer Seite liegen im Plan.
Quelle: http://kaernten.orf.at/news/stories/2785440/
 

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#5


Koralmtunnel kurz vor Durchstich
Nach elf Jahren Bauzeit erfolgt nächste Woche bei einer der beiden Röhren des Koralmtunnels der Durchstich. Mit 33 Kilometern Länge wird er der längste Eisenbahntunnel Österreichs.
Der 33 Kilometer lange Koralmtunnel verbindet Wettmannstätten in der Steiermark mit St. Andrä im Lavanttal. Es ist künftig nicht nur der längste Eisenbahntunnel Österreichs, sondern auch einer der längsten weltweit. Die Koralpe ist zum Großteil ein stabiler Gebirgsstock, der den Tunnelbauern wenige Probleme macht. Anders war dies auf einer Länge von 400 Metern im Lavanttaler Teil der Koralpe. Dort gibt es Gebirgsabbrüche, das Material ist beinahe sandig.


ORF

Die Bohrer wurden speziell für den Tunnelbau gebaut und im Berg umgerüstet
Es musste eine eigene Vortriebsmaschine gebaut werden, die sich durch dieses so genannte Lockermaterial gräbt. Abe nicht nur das, sagt der Projektleiter und Planer des Koralmtunnels, Klaus Schneider: „Die Maschine musste sich zuerst durch das Lockermaterial graben können. Im Berg wurde sie dann für die Bohrungen des Hartgesteins umgebaut.“ So ein Alleskönner sei auch international selten.


ORF
Bauarbeiten Koralmtunnel

Eine Maschine bei Bohrarbeiten zerstört
Immer wieder blieben die Tunnelbohrmaschinen stecken, eine Maschine wurde dabei zerstört. Die riesigen Vortriebsmaschinen mussten händisch ausgegraben werden. Ein halbes Jahr dauerte es, bis sie wieder ihre Arbeit aufnahmen. Für die Mineure war und ist das eine extrem anstrengende Arbeit, sagt Schneider: „Wir mussten das Schneidrad freilegen, einen Umgehungsstollen und eine Kaverne vor dem Bohrkopf bauen, um ihn wieder herstellen zu können.“ Zur selben Zeit habe sich das Gebirge auf die Maschine gesenkt, „also mussten wir die Maschine freilegen, um sie wieder betriebsfähig zu machen.“


ORF
Begehung Koralmtunnel

Eröffnung für 2026 geplant
Seit 2009 wird der Koralmtunnel gebaut, der Durschschlag war bereits im Vorjahr geplant. Nun ist es kommende Woche soweit, zumindest bei einer Röhre. Wann es bei der zweiten Röhre soweit ist, kann jetzt laut ÖBB noch nicht gesagt werden. Die Eröffnung der Koralmbahn wird sich also verzögern, sie ist derzeit für das Jahr 2026 geplant.


ORF
Röhren des Koralmtunnels

Der neue Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) begründete die Verzögerung mit den teils schwierigen geologischen Bedingungen innerhalb der Koralpe. Von den Landeshauptleuten aus Kärnten und der Steiermark, Peter Kaiser (SPÖ) und Hermann Schützenhöfer (ÖVP) wird aber auch ein Zusammenhang mit Einsparungen der Bundesregierung als Grund für die Verzögerung vermutet - mehr dazu in Kaiser: „Schiefe Optik“ bei Koralm-Verzögerung.

Links:
Publiziert am 09.08.2018
Koralmtunnel kurz vor Durchstich
 

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#6


Koralmtunnel-Durchstich geglückt
Nach mehr als 17 Kilometer Vortrieb ist am Dienstag gegen Mittag der Durchschlag 1.200 Meter unter der Erdoberfläche in der südlichen Röhre des Koralmtunnels geglückt. Damit ist eine Röhre zwischen Kärnten und der Steiermark verbunden.
Seit insgesamt 15 Jahren wird an dem Projekt gearbeitet, nun fehlen in der Nordröhre noch knapp sechs Kilometer. Genau 17.127 Meter legte der Tunnelbohrer „Mauli 1“ seit 2013 vom steirischen Leibenfeld aus zurück. Nach Angaben der ÖBB sind diese 17 Kilometer Vortrieb der Bohrer ein Weltrekord.

Etwa 50 Mineure aus Kärnten und der Steiermark feierten den Durchschlag. ÖBB-Pressesprecher Christoph Posch sagte im Interview mit dem ORF zur Stimmung: "Am Anfang waren wir natürlich nervös. Wir haben gewartet, bis die Tunnelvortriebsmaschine die Kaverne erreicht. Die Spannung ist gestiegen und kurz nach 11.30 Uhr hat dann ‘Mauli 1‘ durchgegraben. Dann war die Freude natürlich groß. Die Mineure haben gejubelt, aber es hat dann noch einige Zeit gedauert, denn es musste der gesamte Bohrkopf in die Kaverne. Damit konnten die steirischen Kollegen zu den Kärntner Kollegen kommen und dann mit Handschlag – ganz nach Bergmannstradition – begrüßt werden.“


ÖBB/Franz Georg Pikl
Der zweite steirische Bohrer in der Nordröhre ist schon seit Februar fertig. Der 2015 von Kärntner Seite aus gestartete Tunnelbohrer „Kora“ hat noch knapp sechs Kilometer vor sich. Insgesamt arbeiten rund 800 Menschen an der Herstellung einem der längsten Eisenbahntunnels der Welt.

Fabriken im Berg
Die Tunnelbohrmaschinen im Koralmtunnel sind Fabriken im Berg. Das schwerste Teil, der Hauptantrieb, bringt 200 Tonnen auf die Waage. Insgesamt wiegt eine Maschine rund 2.500 Tonnen. Mit ihren knapp 10.000 PS brechen sie nicht nur Gestein aus dem Berg, sondern kleiden den Tunnel gleichzeitig mit Stahlbetonfertigteilen aus.

Diese Tübbinge genannten Teile wiegen selbst über sieben Tonnen je Stück, sechs dieser Elemente werden für einen Ring mit circa zwei Meter Länge benötigt. Hergestellt werden die Tübbinge überwiegend aus Tunnelausbruchsmaterial in eigenen Betonwerken an Ort und Stelle. Auf diese Weise werden lange Transportwege vermieden und die Umweltbelastung reduziert.

In 45 Minuten von Graz nach Klagenfurt
130 Kilometer neue Strecke, davon 47 Tunnelkilometer, über 100 Brücken sowie 23 moderne Bahnhöfe und Haltestellen: Die Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt zählt zu den bedeutendsten Verkehrsinfrastrukturprojekten in Europa und ermöglicht künftig eine Fahrzeit von 45 Minuten zwischen Graz und Klagenfurt.

Sie ist außerdem Teil der neuen Südstrecke und damit Bestandteil des Baltisch-Adriatischen Korridors. Aus österreichischer Sicht bedeutet die Koralmbahn speziell für den Wirtschaftsstandort Südösterreich eine entscheidende Strukturverbesserung. Rund 90 Prozent der Strecke sind bereits in Bau oder fertiggestellt. Die Gesamtinbetriebnahme der Koralmbahn wird für Dezember 2025 angepeilt.

14. September: Koralmbahn-Tag
Die neue Verbindung zwischen der Steiermark und Kärnten wird von den ÖBB am 14. September 2018 gefeiert. Unter ÖBB können Interessierte an diesem Tag verschiedene TV-Beiträge zur Koralmbahn, Interviews und Einblicke in das Projekt live im Internet mitverfolgen. Gezeigt wird das Programm außerdem an den Hauptbahnhöfen Wien, Graz und Klagenfurt.

In Vorbereitung auf die neue Verbindung zwischen der Steiermark und Kärnten erhalten Fahrgäste dort auch das „Kleine Koralmbahn Wörterbuch“ mit nicht immer ernst gemeinten Übersetzungen aus dem Kärntnerischen ins Steirische und umgekehrt.

Publiziert am14.08.2018
Koralmtunnel-Durchstich geglückt
 

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#7
Koralmtunnel: Innenausbau zur Hälfte fertig
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Die Arbeiten im Koralmtunnel schreiten zügig voran: Der Innenausbau auf steirischer Seite ist zur Hälfte fertig gestellt, und noch im Frühjahr soll die Nordröhre zwischen der Steiermark und Kärnten durchgeschlagen sein.
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Auf der Kärntner Seite des Koralmtunnels wird noch gebohrt und gegraben, auf der steirischen Seite ist man schon beim Innenausbau: Über 40 Prozent der Innenschale des Koralmtunnels wurden laut ÖBB bereits fertiggestellt.

Beton aus Tunnelausbruch hergestellt
Ein Großteil des für den Ausbau erforderlichen Betons wird mithilfe von zerkleinertem Ausbruchmaterial hergestellt, bis zu vier Betonschalwagen mit jeweils 12,5 Meter Länge sind dafür von steirischer Seite aus im Tunnel unterwegs. Pro Tag und Schalwagen kann so eine gesamte Wagenlänge betoniert werden. Für den Beton wird das Ausbruchsmaterial gesiebt und gebrochen. Mehr als 1,3 Mio. Tonnen Gestein werden auf diese Weise für die Produktion wiederaufbereitet. Der Beton selbst wird wiederum in zwei Mischanlagen an Ort und Stelle produziert. Eine Anlage befindet sich direkt im Tunnel, eine weitere an der Baustelle ober Tage.
Von steirischer Seite aus konnte der Innenraum so bereits auf einer Länge von mehr als 18 Kilometer ausgebaut werden. Von Kärntner Seite aus starten die Schalungsarbeiten in den kommenden Tagen.

ÖBB/Helminger

Zweiter Durchschlag in Nordröhre im Frühjahr
Im Frühjahr dieses Jahres steht dann der nächste große Meilenstein beim Koralmtunnel bevor: Die Nordröhre wird durchgeschlagen, damit sind dann alle Vortriebsarbeiten abgeschlossen. In der Südröhre glückte der Durchschlag bereits Mitte August 2018.

Der Koralmtunnel ist das 33 Kilometer lange Herzstück der 130 Kilometer langen Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt. Die Kosten belaufen sich auf rund 5,4 Mrd. Euro. Nach Fertigstellung 2025 können Fahrgäste in nur 45 Minuten vom Uhrturm zum Wörthersee reisen. Die Reisezeit zwischen Wien und Klagenfurt wird nach der Inbetriebnahme 3 Stunden 30 Minuten betragen.
05.02.2020, red, steiermark.ORF.at/Agenturen

Koralmtunnel: Innenausbau zur Hälfte fertig
 

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#8
Koralmbahn: Keine Verzögerung durch CoV
Die Bauarbeiten an der Koralmbahn der ÖBB gehen auch in Coronavirus-Zeiten zügig voran. Es komme zu keinen Bauverzögerungen, hieß es am Montag. In Eis bei Ruden musste ein 100 Tonnen schwere Behelfsbrücke errichtet werden, damit der fahrplanmäßige Bahnverkehr trotz der Bauarbeiten aufrechterhalten werden kann.
Online seit heute, 12.27 Uhr
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100 Tonnen schwer und 29 Meter lang ist die Hilfsbrücke. Ein Spezialkran und eine ganze Mannschaft an Monteuren waren notwendig um sie zu montieren. Die Brücke sei ein zentraler Teil der Baustelle in diesem Abschnitt, sagt Gerald Zwittnig, Projektleiter der ÖBB. „Es ist sozusagen das Herzstück in diesem Bereich, denn hier treffen sich die Jauntalbahn und die neue Koralmbahn.“ In der kommenden Woche werden an der Brücke die Schienen angebracht und die Anschlussgleise montiert, in zwei Wochen wird das provisorische Gleis dann in Betrieb genommen. Die Brücke soll zweieinhalb Jahre lang als Provisorium dienen. „Das Gewicht der Brücke entspricht einer kompletten City-Jet-Garnitur.“

Fotostrecke mit 6 Bildern
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Um die Bauarbeiten ungehindert fortsetzen zu können, musste bei Ruden eine Behelfsbrücke errichtet werden
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Die Brückenteile wurden mittels Spezial-Lkw angeliefert

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Das Einsetzen der Behelfsbrücke ist Millimeterarbeit

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Auch in Coronavirus-Zeiten wird zügig an der Koralmbahnstrecke weiter gearbeitet

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Dutzende Mitarbeiter sind auf der riesigen Baustelle beschäftigt

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Die Koralmbahnstrecke in Eis bei Ruden – von oben aus betrachtet

Zusätzliche Maßnahmen wegen Coronavirus
Durch den Ausbruch der Coronavirus-Pandemie sei es nicht nur Bauverzögerungen gekommen, so Zwittnig. „Wir können die Bauarbeiten weitestgehend ohne Einschränkungen hier fortsetzen.“ Es mussten allerdings zusätzliche Pausenräume geschaffen werden und auch die Mitarbeiter arbeiten gestaffelt.

Im Sommer Durchschlag in zweiter Röhre
Auch im weiteren Verlauf der Bauarbeiten im Tunnel selbst sollte es keine Verzögerungen geben. Eine Tunnelröhre ist bereits komplett freigelegt, bei der zweiten laufen die Vortriebsarbeiten, im Sommer wird dort der Durchschlag erfolgen. Was derzeit aber noch nicht klar ist, ist wie sich die Coronavirus-Maßnahmen – sprich weniger Leute auf der Baustelle und organisatorische Änderungen bei den Arbeitsabläufen – auf die Baukosten auswirken werden, so Zwittnig.
11.05.2020, red, kaernten.ORF.at
Koralmbahn: Keine Verzögerung durch CoV
 

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#10
Koralmtunnel: Finaler Durchschlag erfolgt

Mit dem Finalen Durchschlag in der Nordröhre ist am Mittwoch ein weiterer Meilenstein im Bau des Koralmtunnels geschafft worden: Damit sind dann die Vortriebsarbeiten abgeschlossen.

Nach dem ersten Tunneldurchschlag im Jahr 2018 erfolgte jetzt der zweite – und letzte – Tunneldurchschlag im Koralmtunnel. Damit sind die Grabungsarbeiten – gegraben wurde von Kärnten und der Steiermark aus – abgeschlossen, und es beginnt der Innenausbau.


Historischer Moment nach 24 Jahren

Der Mittwoch ist ein historischer Tag in der Geschichte des Koralmtunnels, und das knapp 24 Jahre nach Beginn der ersten Gespräche und Planungen, so Projektleiter Klaus Schneider: „Es ist der zweite und finale Durchschlag des Koralmtunnels. Viele tausend Menschen haben hier ihre Arbeit verrichtet, und damit sind wir beim gesamten Koralmprojekt mit allen Vortriebsarbeiten fertig.“

Längster Eisenbahntunnel Österreichs

Mit seinen 33 Kilometern wird der Koralmtunnel der längste Eisenbahntunnel Österreichs und der sechstlängste der Welt. Gegraben wurde gleichzeitig von der steirischen und der Kärntner Seite aus – dass sich die beiden Röhren punktgenau treffen, ist einer Meisterleistung der Ingenieure zu verdanken: Man habe eine Genauigkeit von zwölf Zentimetern zusammengebracht, das sei weltweit ein Spitzenwert. Möglich sei das durch erstklassige Vermessungsleistung und Lasertechnologie und Kreiselkompasse, die eingesetzt wurden.

ÖBB

Verkehrsministerin ist stolz auf das Projekt

Von Graz nach Klagenfurt in 45 Minuten – das wird mit dem Koralmtunnel Realität. Das freut auch Verkehrsministern Leonore Gewessler (Grüne) besonders: Es sei eines der spektakulärsten Projekte. „Ich bin mir sicher, dass die neue Südbahn den selben Effekt haben wird wie die Westbahn. Wenn man auf der Bahn mit bis zu 250 km/h von Wien nach Graz kommt in in einer Stunde und 50 Minuten, und dann weiter nach Klagenfurt in 45 Minuten, dann hat das einen Rieseneffekt.“ Dadurch gewinne die Bahn an Attraktivität. Wenn man mit der Bahn schneller sei als mit dem Auto, dann steige man in den Zug und mache es sich bequem und komme entspannt am Ziel an, so die Verkehrsministerin.

Auch auf der Südstrecke wird das Auto in Zukunft gegenüber dem Zug das Nachsehen haben, meint auch Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP): „Ein Durchschlag ist immer verbunden mit neuen Aussichten. Und die Aussicht, dass wir tatsächlich von Wien über Graz nach Klagenfurt in einer Zeit kommen, in der das mit einem Auto nicht möglich ist, wird dabei helfen, dass wir wirklich mehr Menschen haben werden, die mit der Bahn fahren.“ Und sein Kärntner Amtskollege Peter Kaiser (SPÖ) sprach von einem „historisches Ereignis, das für uns alle und für nachkommende Generationen von entscheidender Bedeutung“ sein werde.

Weitere fünf Jahre für Innenausbau

Fertig ist der Koralmtunnel mit dem Durchschlag aber noch lange nicht: In nächsten fünf Jahren erfolgt der Innenausbau. Es müssen die Gleise verlegt, es muss die Sicherheitstechnik und auch die Energieversorgung hergestellt werden. Zudem gibt es in der Mitte des Tunnels eine Nothaltestelle, sagt Klaus Schneider – gerade bei einem so langen Tunnel habe Sicherheit die oberste Priorität. Außerdem wolle man noch 23 Bahnhöfe entlang der gesamten Koralmbahn in Betrieb nehmen. All das müsse nun fertiggestellt werden, damit diese Durchbindung im Jahr 2025 möglich ist; dann werden jeden Tag bis zu 200 Züge durchfahren.

Kosten konnten über die Jahre gehalten werden

Doch nicht immer gingen die Vortriebsarbeiten reibungslos voran: So blieben die Tunnelbohrer mehrmals stecken und mussten händisch befreit werden, was die Fertigstellung um mehrere Jahre verzögert hat – auf die Kosten habe sich das aber nicht ausgewirkt, sagt Schneider: Die veranschlagten 5,4 Milliarden Euro konnten bis jetzt eingehalten werden.
ÖBB

Die wirtschaftliche Bedeutung betont auch ÖBB-Chef Andreas Matthä: „Es wurde hier für die Koralmbahn eine Wertschöpfung von elf Milliarden Euro errechnet – bei einer Investition von etwas über fünf Milliarden Euro. Zusätzlich ist mit steuerlichen Rückflüssen in den nächsten 30 Jahren zu rechnen.“

Koralmbahn soll Anbindung zu Adriahäfen garantieren

Die neue Südbahn und das Zusammenrücken der beiden Bundesländer Kärnten und Steiermark nimmt nun immer mehr Formen an, sagt Matthä weiter: „Das ist großartig, denn es verbindet nicht nur zwei Landeshauptstädte – es verbindet Nord- und Südeuropa und ist in seiner Bedeutung überhaupt nicht zu bemessen.“ Die 130 Kilometer lange Koralmbahn ist ein Teil des neuen baltisch-adriatischen Korridos – mit zukünftigen Anbindungen an die Häfen – mehr dazu in Koralmbahn soll Anbindung zu Adriahäfen garantieren (kaernten.ORF.at).

red, steiermark.ORF.at
Quelle: Koralmtunnel: Finaler Durchschlag erfolgt
 

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#11
Innenausbau im Koralmtunnel gestartet

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Der Innenausbau des Koralmbahntunnels läuft, nachdem vor Kurzem auch in der zweiten Röhre der Durchstich erfolgte. Ende 2025 soll die Strecke zwischen Klagenfurt und Graz durchgehend befahrbar sein. Auch mit dem Bau des Bahnhofes Lavanttal wurde begonnen.

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In St. Paul, unmittelbar vor der Einfahrt in den 33 Kilometer langen Koralmtunnel, entsteht der neue Bahnhof Lavanttal. Er wird neun Gleise haben. Hier werden Schnellzüge die deutlich langsameren Güterzüge überholen. Derzeit werden die Personenunterführungen gebaut.

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Der Koralmtunnel von Innen

Die Förderanlage, die mehr als zwei Millionen Kubikmeter an Material aus dem Berg beförderte, wird gerade abgebaut und im Tunnel entsteht die Schalung. Ein Vlies sorgt dafür, dass kein Wasser in den Tunnel eindringt, sondern dahinter abrinnt. Das Wasser wird dann über Drainagen abgeleitet. Die zweite Schicht der Tunnelschale besteht in der Südröhre aus einer Folie, die alle zwei Meter händisch verschweißt werden muss und erst danach kommt die Betonschale. Hier ist echte Handarbeit gefragt, sagt Klaus Schneider, Gesamtprojektleiter der Koralmbahn: „Im Innenausbau sind viele Menschen in vielen Arbeitsbereichen mit viel Detailarbeit beschäftigt.“

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Die Folie wird händisch verschweißt

Züge „kommunizieren“ künftig digital mit Lokführer
Alle 500 Meter gibt es Querschläge, die die Tunnelröhren verbinden. Sie dienen zur Personenrettung im Notfall, aber auch zum Unterbringen der gesamten Sicherheits- und Betriebstechnik, die ausführlich getestet werden wird. Laut Schneider sei alleine für die Testphase aller Anlagenteile ein Jahr vorgesehen. Diese sollen dann einmal untereinander kommunizieren.

Signale wird es auf der Koralmbahnstrecke keine mehr geben. Die Züge kommunizieren über ein eigenes Zugsicherungssystem. Der Lokführer erhält alle relevanten Informationen digital im Führerstand.

Anlagenteile werden regelmäßig überprüft
Beide Röhren werden übrigens bei weitem nicht immer in Betrieb sein. Drei bis viermal pro Woche wird jeweils eine Röhre acht Stunden pro Tag für Wartung, Instandhaltung und Überprüfung der Sicherheitstechnik gesperrt sein. Schneider: „Sicherheit ist das höchste Gut für die Eisenbahn. Damit sie gewährleistet ist müssen die Anlagenteile ständig inspiziert und instandgehalten werden.“

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Die leere Tunnelröhre

Die Rohbauarbeiten im sechs Kilometer langen Granitztaltunnel, dem zweitlängsten Tunnel auf der 130 Kilometer langen Strecke, sind bereits abgeschlossen, sagt Projektleiter Gerald Zwittnig: „Wir beginnen mit den Arbeiten für die Verkabelung, die Stromversorgung und für die Sicherungstechik. In weiterer Folge machen wir dann die Oberbauarbeiten, sodass das Gleis im Tunnel dann zur Verfügung stehen kann.“

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Flugaufnahme der Baustelle entlang der Koralmbahn

Ziel: Keine Lärmbelästigung für Anrainer
Ein spezieller Gleisunterbau soll dafür sorgen, dass Anrainer in der Nähe der Tunnel nicht durch Schwingungen und Lärm belästigt werden. Zu diesem Zwecken werden spezielle „Massefedersysteme“ eingebaut. Diese sollen laut Zwittnig sicherstellen, dass durch den Zugbetrieb keine unzulässigen Erschütterungen oder Lärmbeeinträchtigungen bei den Anrainern entstehen.

Auf der Koralmbahnstrecke werden die Schnellzüge zwischen Klagenfurt und Graz mit bis zu 250 km/h unterwegs sein. Wenn alles nach Plan läuft, soll es ab Ende 2025 – nach mehr als 20 Jahren Bauzeit – soweit sein.
16.07.2020, red, kaernten.ORF.at
Innenausbau im Koralmtunnel gestartet
 

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#12
Porr und Rhomberg erhalten Koralmtunnel-Auftrag
160 Millionen Euro ist der Auftrag wert. Wesentlicher Bestandteil ist der Bau von knapp 66 Kilometern fester Fahrbahn im Tunnel

Der Koralmtunnel Stand Februar 2020.
Foto: APA/ÖBB/FRANZ GEORG PIKL

Wien – Die ARGE FF Koralm, ein Konsortium aus Porr und Rohmberg Bahntechnik, hat von den ÖBB den Auftrag für die bahntechnische Ausstattung des Koralmtunnels erhalten. Der Auftrag hat ein Volumen von 160 Millionen Euro, die Bauarbeiten sollen im Mai 2021 beginnen, teilten Porr und Rhomberg am Freitag mit.

Die ARGE-Partner Porr Bau GmbH und Rhomberg Bahntechnik GmbH werden demnach die 34,1 Kilometer lange Teilstrecke der Koralmbahn errichten und alle weiteren Bauarbeiten bis hin zur Inbetriebnahme begleiten. Porr ist für die technische Leitung verantwortlich, Rhomberg für die kaufmännische Geschäftsführung.

Fahrbahn, Lüftungsgebäude, Lärmschutzwände und einiges mehr
Wesentlicher Bestandteil des Auftrags ist der Bau von knapp 66 Kilometern fester Fahrbahn im Tunnel. Dabei übernimmt die ARGE auch die Herstellung der Bankette und Randwege sowie der Zulaufstrecken in Schotter zu den Tunnelportalen. Außerdem werden Vorarbeiten für die Telekom-Technik, die Errichtung der Lüftungsgebäude am Ost- und am Westportal, die Fertigstellung des Portalgebäudes Ost sowie die Errichtung des Portalgebäudes West ausgeführt. Der Bau von Lärmschutzwänden und Absturzsicherungen links und rechts der Zulaufstrecke Ost, Adaptierungen an den Gewässerschutzanlagen sowie Straßenbauarbeiten an der L145 gehören ebenfalls zum Auftrag.
Die ARGE ist auch für die Lieferungen und Montagearbeiten für die Oberleitung sowie die Herstellung und den Betrieb der Bauprovisorien während der Einbauphasen bis hin zur Inbetriebnahme der Strecke 2025 verantwortlich.
(APA, 24.7.2020)
Porr und Rhomberg erhalten Koralmtunnel-Auftrag - derStandard.at
 

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#13
Koralmtunnel: Zehn Jahre seit Baubeginn
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Am 28. März 2011 ist in der Weststeiermark die größte Baustelle Österreichs eröffnet worden: Bei Deutschlandsberg begann der Bau des Koralmtunnels – ein Rück- und Ausblick.

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Es war ein ganz besonderer Tag nicht nur für die Steiermark: Mit dem Start der Bauarbeiten beim längsten Koralmtunnel-Abschnitt wurde vor exakt zehn Jahren die größte Baustelle Österreichs offiziell eröffnet: Der 33 Kilometer lange Tunnel soll zum Herzstück der insgesamt 130 Kilometer langen Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt werden.

„Ein historischer Tag“
Die Verantwortlichen in Politik und ÖBB gaben sich bei der Eröffnungsfeier fast euphorisch. Der damalige Landeshauptmann Franz Voves von der SPÖ unterstrich: „Das bedeutet 170 Millionen Euro Wertschöpfung mehr in der Steiermark und auf Zeit ca. 70.000 bis 80.000 Arbeitsplätze mehr, wenn Koralm und Semmering realisiert sind. Es ist ein historischer Tag.“

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Spatenstich am 28. März 2011 – für Politik und ÖBB ein „historischer Tag“.

Von der „Renaissance des Eisenbahnfahrens“ sprach unterdessen der damalige ÖBB-Vorstandsvorsitzende Christian Kern: „Was wir uns erwarten, ist, dass wir hier einen massiven Fahrgastzuwachs erleben werden.“ Immerhin sollen nach Fertigstellung bis zu 200 Züge täglich durch den Koralmtunnel fahren, hieß es bei der Eröffnung.

Heftige Debatten
Im Vorfeld war jahrelang heftig über den Tunnel debattiert worden. Der Plan für das Projekt stammt noch aus der Zeit der schwarz-blauen-Bundesregierung, Streitpunkt waren dann die Kosten und bald stand der Bau an der Kippe.

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Von unterschiedlichsten Seiten wurde ein Stopp des Projekts gefordert.

In der Pressestunde vom 17. Oktober 2010 etwa forderte der damalige Leiter des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), Karl Aiginger einen Projekt-Stopp: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende – und das ist in dem Fall richtig. Der Tunnel wurde gebaut, weil es ein Abkommen mit Kärnten war. Es ist also ein schwarz-blauer Gedächtnisstollen, wenn Sie so wollen.“

Am Tag des offiziellen Baustarts waren solche Wortmeldungen kein Thema mehr: Mehr Jobs, Wirtschaftswachstum und eine neue europäische Perspektive nicht nur für die Bahn, sondern für die gesamte Region, werden seither immer wieder ins Treffen geführt. Am 14. August 2018 erfolgte der Tunneldurchschlag, Mitte des heurigen Jahres beginnt man auf steirischer Seite mit der bahntechnischen Ausrüstung.

In 45 Minuten von Graz nach Klagenfurt
Auch abseits des Tunnels nimmt die Koralmbahn immer konkretere Formen an: Bei Groß-St. Florian entsteht mit dem „Bahnhof Weststeiermark“ eine neue Verkehrs-Drehscheibe mit neun Gleisen und 400 Park and Ride-Plätzen – derzeit wird hier an den Oberleitungen gebaut.

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Bei Groß-St. Florian entsteht eine neue Verkehrs-Drehscheibe.

Der letzte große Roh-Bauabschnitt der Koralmbahn ist zwischen Feldkirchen und Weitendorf: Zwölf neue Brücken, eine Unterflurtrasse und eine 13 Kilometer lange Neubaustrecke sind in Arbeit. Ist alles fertig, soll Klagenfurt von Graz aus so schnell erreichbar sein wie noch nie: 45 Minuten soll die Reise von einer Landeshauptstadt zur anderen per Bahn dann dauern.
28.03.2021, red, steiermark.ORF.at
Koralmtunnel: Zehn Jahre seit Baubeginn
 

josef

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#14
Neues Haltestellenkonzept für Kärntner Seite der Koralmbahn
Bis Ende 2023 soll auf Kärntner Seite der Koralmbahn-Strecke der Gesamtbetrieb aufgenommen werden. Für den Kärntner Regionalverkehr soll sich dadurch laut ÖBB eine Zeitersparnis ergeben. Auch für Haltestellen, die wegfallen werden, arbeite man an einem Konzept.
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Bis über die Stufen des neuen Bahnhofs Lavanttal nahe St. Paul die ersten Passagiere zu oder von den Zügen gehen wird es noch ein wenig dauern. Die Bauarbeiten am neuen Verkehrsknotenpunkt im Lavanttal liegen aber im Plan.

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Baustelle des neuen Bahnhofes im Lavanttal

ÖBB: Mehr Kapazität auf Lavanttal- und Jauntalstrecke
Ende 2023 soll dann die neue Hochleistungsstrecke zwischen Klagenfurt und dem Lavanttal in Betrieb gehen und den Regionalverkehr nachhaltig verändern, sagt ÖBB-Regionalmanager Reinhard Wallner: „Wir werden die gesamte Strecke von Wolfsberg bis Klagenfurt – einschließlich der Bleiburger Schleife – elektrifiziert haben. Damit können wir unseren modernen Triebwagen zum Einsatz bringen. Wir bekommen zu diesem Zeitpunkt 15 neue Triebwagen in Kärnten. Das bedeutet, dass die Kärntnerinnen und Kärntner auf der Lavanttal- und Jauntalstrecke mehr Kapazität zur Verfügung gestellt bekommen.“

Auch eine Fahrtzeitverkürzung von 45 Minuten zwischen Klagenfurt und Wolfsberg und die Erneuerung aller Haltestellen entlang der Strecke sollen damit einher gehen.

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Zusätzliche Anknüpfungen geplant
Für mehrere Haltepunkte, wie Tainach-Stein oder Granitztal, bedeutet das hingegen das Aus. Auch der alte Bahnhof in St. Paul wird nicht mehr weiter betrieben. Pendler und Schüler wünschen sich deshalb Alternativen – wie zusätzliche Busse.
„Viele Schüler fahren mit dieser Bahnlinie und es wäre kompliziert für alle, einen anderen Weg zu suchen“, sagt die Schülerin Patricia-Fiona Stegmaier. Hier kann die ÖBB beruhigen. Mit dem Verkehrsverbund und den Verkehrsunternehmen werden im Rahmen der Kärntner Linien Konzepte erarbeitet. Laut Wallner werde es zusätzliche Angebote geben, um die Anknüpfung der Bereiche an die Bahn sicherzustellen.

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Bahnhof Kühnsdorf

Auch beim neuen Bahnhof in Kühnsdorf liegen die Bauarbeiten im Plan. Ein Halt eines Fernverkehrszuges ist derzeit dennoch nicht geplant. Im Gemeindeverbund will man aber „lästig“ bleiben, sagt der Eberndorfer Bürgermeister Wolfgang Stefitz: „Touristisch gesehen ist St. Kanzian eine realtiv große Gemeinde. Gemeinsam mit Eberndorf, Völkermarkt und den anderen Gemeinden ist es uns wichtig, dass das zustande kommt.“

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Gelände von Güter- und Verladebahnhof Kühnsdorf

Güterverladebahnhof Kühnsdorf soll kommen
Besser sieht es hingegen aus, was das Thema Güter- und Verladebahnhof Kühnsdorf angeht. Hier sei man in der Endphase der Verhandlungen mit den ÖBB, sagt der Geschäftsführer der Kommunal-GmbH Eberndorf, Karl Liesnig. Man sei mit den Betrieben handelseinig, einen Güterverladebahnhof Unterkärnten gemeinsam mit Land und Region zu organisieren und zu betreiben.

Bis Ende 2023 sollen auch hier die Bauarbeiten beendet sein. Eine Fertigstellung der gesamten Koralmbahnstrecke wird für 2025 angestrebt.
04.07.2021, red, kaernten.ORF.at
Neues Haltestellenkonzept für Koralmbahn
 

josef

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#15
Koralmbahn: Letzter großer Rohbauabschnitt

In 45 Minuten von Graz nach Klagenfurt, das soll ab 2025 mit der neuen Koralmbahn möglich sein. Derzeit entsteht zwischen Graz und Weitendorf der letzte große Rohbauabschnitt der 130 Kilometer langen Hochleistungsstrecke.
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Über 100 Brücken, 23 Bahnhöfe und entlang von 47 Tunnelkilometern soll die Koralmbahn von Graz nach Klagenfurt führen. Zurzeit entsteht zwischen Graz und Weitendorf der letzte große Rohbau-Abschnitt der Strecke. Dieses Teilstück soll auch eine 3,2 Kilometer lange Unterflurtrasse beinhalten und wurde nun auch vertraglich zwischen den ÖBB und dem Land Steiermark – als wichtiger Finanzierungspartner – festgelegt.

Prognostizierte Inbetriebnahme bis 2025 hält
ÖBB-Projektleiter Klaus Schneider zeigt sich zufrieden mit dem Baufortschritt: „Der Großteil des Koralmprojektes ist im Rohbau bereits fertig und wir sind sehr froh, dass wir unsere prognostizierte Inbetriebnahme bis 2025 aus heutiger Sicht halten werden können.“
Als finaler Schritt wurde nun das letzte Teilstück begonnen – von Graz nach Weitendorf. Herzstück dieses Streckenabschnittes ist eine 3,2 Kilometer lange Unterflurtrasse. Rund 1.100 Meter davon sind im Rohbau bereits fertiggestellt – „südlich der A2-Querung taucht die Trasse dann ab, also im Bereich des Flughafens unter der Bundesstraße, und dann kommt sie im Süden im Bereich der A9 parallel mit der Führung der Autobahn wieder herauf“.

Dieser Streckenabschnitt beinhaltet auch eine 13 Kilometer lange Neubaustrecke zwischen Feldkirchen und Weitendorf sowie den viergleisigen Ausbau von Graz Don Bosco bis Feldkirchen-Seiersberg. Derzeit werden auch bereits die Haltepunkte Puntigam und Feldkirchen-Seiersberg umgebaut.

Kein Flughafen-Haltepunkt auf neuer Strecke
Beim Flughafen soll vorerst nur die bestehende Haltestelle modernisiert werden: „Es wird die Gesamtfrequenz erhöht und die Erreichbarkeit des Flughafens verbessert, zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es auf der neuen Strecke noch keinen Haltepunkt. Der wird noch nicht gebaut, es werden aber alle Vorkehrungen getroffen, dass bei zunehmendem Verkehrsbedarf eine Errichtung eines solchen Haltepunktes möglich wäre.“

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ÖBB

Bis Oktober sollen drei neue Brücken über die A9 entstehen, um Platz für die zweigleisige Koralmbahn zu schaffen. Für diesen letzten Bauabschnitt, der den lückenlosen Personen- und Güterverkehr sichern soll, sind rund 500 Millionen Euro budgetiert. Rund 50 Millionen davon werden vom Land Steiermark finanziert. Ab 2025 sollen die ersten Züge zwischen Graz und Klagenfurt durch die Koralm fahren.
12.08.2021, red, steiermark.ORF.at

Link:
Koralmbahn: Letzter großer Rohbauabschnitt
 

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Worte im Dunkel
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#16
Koralmbahn-Bau: römische Straße gefunden

Eine römische Staatsstraße wurde bei den Bauarbeiten zur Koralmbahn nahe dem Güterterminal Werndorf entdeckt und freigelegt. Mit dem Fund habe man zwar gerechnet, nun sei man aber dennoch überrascht.

Bei den Bauarbeiten für die Koralmbahn haben die ÖBB nahe des Güterterminals Werndorf einen 486 Meter langen Abschnitt der vor knapp 2.000 Jahren erbauten römischen Staatsstraße freigelegt. Man habe damit gerechnet, auf die alte Staatsstraße sowie eine Nebenstraße zu treffen, aber die Erwartungen seien übertroffen worden.

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Straße war wichtige Verbindung

Die etwa 200 km lange römische Staatsstraße war eine wichtige inneralpine Verbindung zwischen der Bernsteinstraße im Osten von Aquileia bei Grado in Oberitalien nach Vindobona (Bad Deutsch Altenburg in Niederösterreich) und der Alpenquerung von Oberitalien nach Virunum – der „Norischen Hauptstraße“ von Maria Saal bei Klagenfurt bis nach Enns an der Donau. Die Rahmenbedingungen seien komplex gewesen, sagt Gerald Fuchs, Leiter der Argis Archäologie Service GmbH.

Schon damals: parallele Reitwege und Straßengräben

„Im Grazer Feld war die Fahrbahn der römischen Schotterstraße rund neun Meter breit. Dazu kommen noch die beiden Straßengräben, parallele Reitwege und Trampelpfade – zusammen ergibt das ungefähr 23 Meter Breite“, so Fuchs.
ÖBB-Geschäftsbereichsleiter Hubert Hager sagt zu den Entdeckungen: „Wir freuen uns, dass wir mit der Koralmbahn nicht nur ein neues Jahrhundertprojekt umsetzen, sondern auch die Gelegenheit haben, Licht auf historische Infrastrukturbauten zu werfen.“

Eine Reihe archäologischer Entdeckungen

Der Streckenbereich zwischen Feldkirchen und Weitendorf sei bereits seit 2003 archäologisch erforscht worden – auch unter Verwendung alter Karten, Aufnahmen, Kartierungen und aktueller Luftbilder.
Die Freilegung der römischen Staatsstraße reihe sich in „eine beachtliche Anzahl archäologischer Fundstellen entlang der Koralmbahn“ ein. In der Weststeiermark fand man im Leibenfeld das erste mittelbronzezeitliche Grabmonument aus dem 15. bis 14. Jahrhundert vor Christus sowie ein dichtes Netz aus früheren Wegen und Fahrspuren.
In Laßnitztal in Deutschlandsberg wurde eine komplette Siedlungslandschaft entdeckt, mit Fundstellen aus der Jungsteinzeit, Bronzezeit, Urnenfelderzeit, Latènezeit und der Römerzeit. Eine rund 26 Kilometer lange römische Nebenstraße führt nach Deutschlandsberg. In der Steiermark und in Kärnten seien Tausende Funde geborgen worden, die völlig neue Erkenntnisse zur Siedlungsgeschichte erbringen würden.

red, steiermark.ORF.at
Quelle: Koralmbahn-Bau: römische Straße gefunden
 

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#17
Koralmbahn: Hightech bei Gleisverlegung
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Der Bau der Koralmbahn schreitet voran. Dieser Tage werden im Bereich von Bleiburg Gleise verlegt, dabei kommt auch High-Tech zum Einsatz. Mit einem Spezialzug können in nur einem Schritt sowohl Schwellen als auch Gleise verlegt werden. Pro Tag werden damit knapp zwei Kilometer fertiggestellt.
Online seit heute, 18.55 Uhr
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Der Schnellumbauzug SUZ 500 ist mit einer Länge von rund 500 Metern kaum zu übersehen. Es ist das Spezialgerät für den Gleisbau und kommt eben auch bei der Koralmbahn zum Einsatz.
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500 Meter lang ist der Schnellumbauzug SUZ 500

Maschine verlegt, schweißt und verschraubt
Mit einer Schienenlänge von 1.500 Metern soll heute die Bleiburger Schleife angebunden werden, sagte Franz Kühweidler, Baumanager der ÖBB: „Die Gleisverlegung erfolgt in einer Schicht und der gesamte Abschnitt sollte mit Ende November fertig gestellt sein.“
Der Bauzug fährt dabei auf einem vorbereiteten Schotterbett und erledigt dabei beinahe Vollautomatisch die Arbeit, sagte Maschinenführer André Pausch: „Die Maschine verlegt das Gleis, dann wir es verschweißt und verschraubt, dann ist es ein fix und fertiges Gleis.“

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20 Mitarbeiter mit Maschine beschäftigt
Mehr als 1.900 Meter können so pro Tag absolviert werden – die Verlegemaschine wird laufend mit neuen Bahnschwellen vom hinteren Teil des Zuges versorgt. Ganz ohne Menschen geht’s aber dann doch nicht. 20 Mitarbeiter sind rund um diese Maschine beschäftigt.
So viele Mitarbeiter wie früher sind also nicht mehr nötig, sagte ÖBB-Baumanager Kühweidler, noch dazu können die Projekte viel schneller abgehandelt werden.

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Ganz ohne Mitarbeiter funktioniert die Gleisverlegung nicht

Meilenstein Jauntalbrücke
Die Zeit ist ohnehin knapp – bis Ende 2023 soll alles fertig sein, bis dahin warten auch noch größere Bauabschnitte und Herausforderungen, sagte Kühweidler: „Der nächste Meilenstein ist die Jauntalbrücke. Das alte Tragwerk wird Ende 2022 abgetragen, der Neubau wird im Jahr 2023 fertig gestellt.“

Apropos Zeitplan: Die Planung einer Güterverkehrstrasse zur Lärmentlastung im Kärntner Zentralraum ist auch im ÖBB Rahmenprogramm bis 2027 nicht vorgesehen. Hier müsse man auf die Verkehrsprognose 2040 warten, diese soll bis zum übernächsten Jahr vorliegen, hieß es von der ÖBB – mehr dazu in Resolution gegen Bahnlärm unterzeichnet (kaernten.ORF.at; 15.10.2021).
04.11.2021, red, kaernten.ORF.at
Koralmbahn: Hightech bei Gleisverlegung
 

josef

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#18
Bahnhof Lavanttal wird Verkehrs-Herzstück
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In rund vier Jahren soll die neue Koralmbahn in Vollbetrieb gehen. Der Bahnhof Lavanttal bei St. Paul ist dabei als eines der Herzstücke geplant und soll so groß werden, wie jener in Klagenfurt. Die S-Bahnen und Busse aus der Region werden im Takt eingebunden, die Fahrgäste können dann auf die Schnellzüge Richtung Graz oder Klagenfurt umsteigen.
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Der neue Bahnhof Lavanttal bei St. Paul wird eines der Herzstücke entlang der neuen Koralmbahn sein, die in rund vier Jahren in Vollbetrieb gehen soll. Der Bahnhof wird in etwa so gross wie jener in Klagenfurt. Die S Bahnen und Busse aus der Region werden im Takt eingebunden, die Fahrgäste können dann auf die Schnellzüge Richtung Graz oder Klagenfurt umsteigen. Es werden fast alle Züge im Lavanttal halten. So ist es derzeit geplant.

Jahrhundertprojekt Koralmbahn auf Zielgeraden
Der Bahnhof Lavanttal soll hochmodern und in allen Bereichen barrierefrei werden, sagen die ÖBB. Der erste Bahnsteig ist schon beim Fertigwerden. Umsteigen auf die Hochgeschwindigkeitszüge, die Klagenfurt und Graz verbinden werden, soll hier einfach und rasch möglich sein. „Wenn die Kundinnen hierherkommen, sollen sie kurze Zugänge, zum Bahnsteig, zur Eisenbahn haben, ausreichend Parkplätze, eine gute Verbindung vom Linienbus zur Eisenbahn“, so Projektleiter Gerald Zwittnig.

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Zurzeit ist richtiger Eisenbahnbau angesagt, Gleise werden verlegt, die Oberleitung wird errichtet. Dann kommt die Sicherungstechnik. Das Jahrhundertprojekt Koralmbahn geht in die Zielgerade. S-Bahnen sollen hier schon in eineinhalb Jahren halten. Die Betriebsgebäude am Bahnhof sollen sich selbst mit Energie versorgen, „und aus diesem Grund wird auf Erdwärme und Solarenergie gesetzt“, so Zwittning.

In 25 Minuten in Klagenfurt oder Graz
Es wird auch im Bahnhof Lavanttal wie auf der gesamten Koralmstrecke keine Signale geben. Einfahrgeschwindigkeiten und Haltzeichen bekommt der Lokführer in den Führerstand übermittelt. Direkt aus der Betriebsführungszentrale in Villach. Vom gesamten Bahnhof, den Gebäuden und den Anlagen wird ein sogenannter digitaler Zwilling produziert. Auf Knopfdruck soll dann feststehen, wo etwa Instandhaltungen durchzuführen sind.
Man kann sich das so vorstellen, wenn irgendwo ein Lämpchen zu tauschen ist, muss ich nicht vorher langwierig suchen, welche Marke, welches Produkt eingebaut werden muss, wo sich das befindet, in welchem Lager ich das finde, sondern ich nehme mein Tablet oder mein Endgerät her und habe alle Informationen, die ich brauche auf einem Blick“, so Projektleiter Gerald Zwittnig. In knapp vier Jahren soll es dann möglich sein, vom Lavanttal aus in 25 Minuten in Klagenfurt oder in Graz zu sein.
02.05.2022, red, kaernten.ORF.at
Bahnhof Lavanttal wird Verkehrs-Herzstück
 

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#19
Koralmtunnel im Rohbau fertiggestellt
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Der 33 Kilometer lange Koralmtunnel ist im Rohbau fertiggestellt – das gaben die ÖBB am Dienstag in einer Aussendung bekannt. Ab nun werde auch die Kärntner Seite des Tunnels mit moderner Bahntechnik versorgt.
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Insgesamt 66 Kilometer Gleise müssen verlegt werden, laut ÖBB-Projektleiter Klaus Schneider sind mehr als 20 Kilometer bereits geschafft. Auf der steirischen Seite werden bereits seit dem vergangenen Jahr Gleise verlegt; auf Kärntner Seite geht es zunächst mit dem Erstellen des Tunnel-Randweges und des Banketts weiter – ab dem Spätsommer werden dann auch hier die ersten Gleistragplatten verlegt.

Schienenverlegung bis zum Frühjahr 2023
Die Anlieferung dieser Gleistragplatten erfolgt per Schiene. Die Betonteile werden bei der Produktionsstätte in Niederösterreich verladen und per Zug über die steirischen Portale direkt in den Koralmtunnel gebracht. Jede einzelne ist gut fünf Meter lang, bis zu zwei Meter breit und wiegt mehr als fünf Tonnen. Darauf werden die 120 Meter langen Schienenstücke befestigt. Bis zu zehn Triebfahrzeuge bringen die Mannschaften – aktuell sind bis zu 400 Menschen rund um den Koralmtunnel im Einsatz – und das Material täglich in den Tunnel und das sieben Tage die Woche im Mehrschichtbetrieb. Bis zum Frühjahr 2023 soll die Verlegung der Schienen abgeschlossen sein.

Oberleitung kommt zum Schluss
Danach werden zahlreiche technische Anlagen eingebaut – für den Erschütterungsschutz, den Lärmschutz, der Tunnelsicherheit, die Kommunikationseinrichtungen, die Signalisierung, elektronische Stellwerke und Technikgebäude. „Zum Schluss kommt die Oberleitung mit innovativer Deckenstromschiene. Sie sorgt dafür, dass Züge per Bahnstrom und mit bis zu 250 km/h unterwegs sein können“, sagte Schneider.
Die Koralmbahn wird im Endausbau rund 130 Kilometer lang sein, inklusive 47 Tunnelkilometern, über 100 Brücken sowie 23 Haltepunkte. Die Inbetriebnahme ist für den Fahrplanwechsel 2025 vorgesehen. Die Kosten des Gesamtprojekts belaufen sich auf rund 5,4 Mrd. Euro. Die Reisezeit zwischen Wien und Klagenfurt beträgt nach der Inbetriebnahme drei Stunden 30 Minuten. Ist erst der Semmering-Basistunnel 2028 fertig, reist man nur zwei Stunden und 40 Minuten.
24.05.2022, red, steiermark.ORF.at/Agenturen
Koralmtunnel im Rohbau fertiggestellt
 
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