Kometen, Meteoriten, Asteroiden...

josef

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#1


Naturhistorisches Museum Wien (NHM) zeigt meterhohen Kometen-Nachbau
Die „Rosetta“-Mission zum Kometen „Tschuri“ steht im Zentrum einer neuen Sonderschau im Naturhistorischen Museum (NHM). Bei der Ausstellung gibt es auch eine meterhohes Kometen-Modell im Maßstab 1:1.000 zu sehen.
Das Herzstück der Schau „Kometen. Die Mission Rosetta“ ist die mittlerweile als historisch geltende Annäherung an den Kometen mit dem sperrigen Namen „67P/ChuryumovGerasimenko“ - kurz „Tschuri“. Dem Höhepunkt der Mission, als die Landeeinheit „Philae“ vom „Rosetta“-Orbiter abgekoppelt wurde und am 12. November 2014 tatsächlich unsanft auf dem Himmelskörper aufsetzte, widmet man sich entsprechend ausführlich.

So sind etwa die handschriftlichen Logbucheinträge vom „Tag X“ zu sehen. Es gibt aber auch ein Modell des Kometen im Maßstab 1:1.000 zu sehen. „Es ist rund vier Meter hoch“, heißt es aus dem NHM.


NHM Wien, Kurt Kracher

Museum hat Ausstellung kostenlos bekommen
Konzipiert wurde die Ausstellung vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft. NHM-Direktor Christian Köberl wies bei der Präsentation darauf hin, dass die DLR die Schau dem Haus an der Ringstraße „kostenfrei“ zur Verfügung stelle, was in Zeiten stagnierender Budgets der Bundesmuseen nicht unbedingt von nachrangiger Bedeutung sei.

Bekommen hat das NHM von den freigiebigen Partnern jedenfalls einiges, kann man nun doch mit einer Vielzahl an erstaunlichen Bildern vom Kometen, Nachbildungen des Orbiters und des Landers, sowie des namengebenden „Steins von Rosetta“, zahlreichen Schautafeln, Vitrinen und Videos aufwarten.

Viele Daten noch gar nicht ausgewertet
So wird etwa der lange Anlauf zu dem großen Wurf der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) gezeigt, der schlussendlich auch zum großen Medienspektakel wurde. Einer der thematisierten Auslöser für die hochkomplexe Mission war der Vorbeiflug der ESA-Pioniersonde „Giotto“ am Halleyschen Kometen 1986. Bei der Darstellung der Geschichte der Forschung an den Boten aus der Frühzeit unseres Sonnensystems beginnt man im Rahmen der auf 550 Quadratmetern aufgestellten Schau bereits in der Antike.

Viel Platz gibt man auch den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die die „Rosetta“-Mission bisher mit sich gebracht hat. Unmengen an Informationen seien jedoch noch nicht analysiert. „Wir haben erst zehn bis zwanzig Prozent der Daten ausgewertet“, sagte Ekkehard Kührt von Institut für Planetenforschung, Asteroiden und Kometen der DLR.

Der Wissenschafter selbst arbeitete seit Anfang der 1990er Jahre an der Mission mit, die nach rund zwölfeinhalb Jahren im All schließlich 2016 ihr Ende fand. Er hofft, mit der Ausstellung ein wenig von dem Enthusiasmus weitergeben zu können, den das Vorhaben weit über die wissenschaftliche Gemeinde hinaus ausgelöst habe.

Komet hat sich nahezu nicht verändert
Im Kern gehe es auch darum, zu zeigen, „was diese Mission geleistet hat“, so Kührt. So wurde etwa klar, dass sich „Tschuri“ tatsächlich seit seiner Entstehung vor rund 4,5 Mrd. Jahren nahezu nicht verändert habe. Das stehe im Gegensatz zu dominanten Theorien, die dem frühen Sonnensystem durchaus turbulente Entwicklungsphasen attestieren: „‚Tschuri‘ tut aber so, als ob er nie etwas erlebt hat“, sagte der Wissenschafter. Vielfach müsse man nun „unser Weltbild neu schreiben“.

Neben der Erkenntnis, dass solche Himmelskörper mit - in zahlreichen Bildern eindrucksvoll dokumentierten - „unglaublichen Landschaften“ aufwarten können, wisse man jetzt deutlich mehr über deren Zusammensetzung. So wurden auf „Tschuri“ 40 teils komplexere Moleküle nachgewiesen, darunter die Aminosäure Glycin, sagte Kührt. Das werte man als Hinweis, dass Kometen möglicherweise Zutaten für das aufkeimende Leben auf der Erde mitgebracht haben.

Auch Österreich hatte Anteil an der Mission
In eigenen Vitrinen können sich Besucher auch mit dem heimischen Anteil an der Mission vertraut machen: So war das Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) an insgesamt fünf wissenschaftlichen Instrumenten der Mission beteiligt, darunter auch das mit Beteiligung des Austrian Institute of Technology (AIT), von Joanneum Research, dem Unternehmen RUAG Space Austria und der Technischen Universität (TU) Wien gebaute Instrument MIDAS (Micro-Imaging Dust Analysis System).

Ausstellungspartner RUAG Space Austria lieferte zudem die gesamte thermische Isolation für die Sonde.

Links:
Publiziert am 10.05.2018

Naturhistorischen Museum (NHM) Wien




ESA/ ATG Medialab
Rosetta und Philae am Kometen 67P


ESA/ ATG Medialab
Philae Landung


ESA/ ATG Medialab


Naturhistorischen Museum (NHM) Wien
Der im Maßstab 1:1.000 nachgebildete Komet "Tschuri" im NHM

Museum zeigt meterhohen Kometen-Nachbau
 
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#2


Wie aus einem Dino-Zahn ein Edelstein wird

Das Naturhistorische Museum stellt einen Edelstein aus, der in einem chemischen Verfahren aus dem Zahn eines T-Rex angefertigt worden ist. Grundsätzlich wäre es sogar möglich, aus Dino-Kot Edelsteine zu fabrizieren.

Die Edelsteinmanufaktur Mevisto bringt organisches Material aller Art zum Funkeln. Aus Haaren, Nabelschnurresten und auch verstorbenen Haustieren fertigt sie Edelsteine an. Nun hat sich die Manufaktur an einem Exponat aus dem Mesozoikum probiert: an Zahnfragment eines Tyrannosaurus Rex. Bis Ende des Jahres stellt das Naturhistorische Museum den Dino-Zahn-Rubin aus - möglicherweise auch länger.


ORF
Der 15-karätige Stein soll laut Mevisto mindestens 50.000 Euro wert sein

Stein soll bis zu 100.000 Euro wert sein
Und so hat Mevisto das Juwel erzeugt: Der Dino-Zahn wird bei einem chemischen Verfahren in seine Einzelteile aufgespalten. Dafür liegt er ungefähr zwei Wochen in einem chemischen Bad. Die Einzelteile werden dann mit Aluminiumoxid vermengt. Aluminiumoxid ist der Grundbaustein eines Rubins. Das Gemisch aus Zahnteilen und Aluminiumoxid wird bei über 2.200 Grad Celsius zu einem Kristall verschmolzen. Der Kristall muss dann nur noch sorgfältig zu einem Edelstein geschliffen werden.

„Das ist sehr heikel, so einen Zahn bekommt man nur schwer“, sagt Daniela Reiter von Mevisto. Der 15-karätige Edelstein soll einen Wert zwischen 50.000 und 100.000 Euro haben. Aber ist es nicht schade um den Millionen Jahre alten T-Rex-Zahn? Mathias Harzhauser, Leiter der Geologisch-Paläontologischen Abteilung im Naturhistorischen Museum, beruhigt: „Das Fragment ist nicht sonderlich gut erhalten. Es gibt relativ viele solcher Fragmente, also der Wissenschaft entgeht dadurch nichts. Ich weine nicht um den Zahn.“


Naturhistorisches Museum
Der Zahn war vier Zentimeter lang, was unter dem T-Rex-Durchschnitt liegt

Echtheit des Zahns wurde nachgewiesen
Das Fragment maß rund vier Zentimeter. Große T-Rex-Zähne sind 30 Zentimeter lang und mehrere Tausende Euro wert. „Ein kleines Fragment bekommt man um einige zehn Euro. Ein vollständiges T-Rex-Skelett hat bei einer Auktion im Vorjahr über acht Millionen Dollar gekostet“, berichtet Harzhauser.

Mevisto hatte sich an das Naturhistorische Museum gewandt, damit dieses die Echtheit des Exemplars bestätigt. Und Harzhauser versichert: „Er ist echt.“ Der Zahn habe die typische Krümmung, erinnere an ein Steakmesser: „Das ist wichtig, um Beute zu zerreißen und das Fleisch zu schneiden.“


ORF
Von Dinosauriern sind auch zahlreiche Ausscheidungen erhalten

Edelstein aus Dino-Kot?
Grundsätzlich könnte man aus allen Teilen eines Dinosauriers einen Edelstein anfertigen, erklärt Harzhauser. Dazu gehören nicht nur Zähne und Knochen: Der Tyrannosaurus war dazumal ein äußerst gefräßiger Erdenbewohner. „Man findet vom T-Rex viele Kothaufen, mit bis zu 50 Zentimeter Durchmesser. Die könnte man sicher auch synthetisch verarbeiten.“

Links:
Publiziert am 23.05.2018
http://wien.orf.at/news/stories/2914193/
 

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#3


Radarstation zeigt „Bombardement“ aus dem All
Anlässlich des heute stattfindenden „Asteroid Day“ eröffnet das Naturhistorische Museum (NHM) eine Meteor-Radarstation. Diese macht Sternschnuppen für die Besucherinnen und Besucher tagsüber sicht- und hörbar.
Tag für Tag stürzen rund 100 Tonnen extraterrestrisches Material auf die Erde - der Großteil davon in Form von kosmischem Staub. Beim Eintritt größerer Objekte in die Atmosphäre werden die Luftmoleküle rund um die Objekte durch die Erhitzung ionisiert und es entsteht in Höhen zwischen 120 und 80 Kilometern ein Plasmakanal entlang der Flugbahn. Dieser ist nachts als Sternschnuppe sichtbar.

Erde steht unter „Dauerbeschuss“

Doch der Plasmakanal reflektiert auch Radarwellen. Diese werden über eine Empfängerantenne auf dem Dach des Naturhistorische Museums erfasst. So können die Objekte in einer Meteor-Radarstation akustisch und visuell verfolgt werden.

„Asteroid Day 2018“

Naturhistorische Museum (NHM(, Samstag, 30. Juni, 14.00 Uhr, Eröffnung der neuen Meteor-Radarstation
„In Saal 5 haben unsere Besucherinnen und Besucher damit die Möglichkeit, das Dauer-Bombardement, unter dem die Erde steht, sehen und hören zu können,“ erklärt NHM-Generaldirektor Christian Köberl. Die Eröffnung der Meteor-Radarstation findet anlässlich des internationalen „Asteroid Day“ statt. An diesem Tag soll auf die Gefahren aus dem Weltall und auf die Bedeutung von Asteroiden aufmerksam gemacht werden.


NHM Wien, Alice Schumacher
Meteor-Radarstation im Meteoritensaal des Naturhistorische Museum

Größte Meteoritenschau der Welt
Mit über 1.000 Meteoriten beherbergt der Meteroitensaal im NHM die größte Meteoritenschau der Welt. Medienstationen und Animationen erklären unter anderem, woher Meteroiten kommen und woraus sie bestehen. Der Ischgl-Meteorit, einer der wenigen in Österreich gefundenen Himmelskörper, ist ebenso ausgestellt, wie ein rund 83 Gramm schwerer Mondstein und Bodenproben vom Mond.


Naturhistorischen Museum (NHM) Wien
Der im Maßstab 1:1.000 nachgebildete Komet "Tschuri" im NHM

Zudem können Besucherinnen und Besucher des NHM noch bis 12. September bei der Ausstellung „Kometen. Die Mission Rosetta“ alles Wissenswerte der Forschungsmission zum Kometen „Tschuri“ sehen. Darunter ist auch eine Nachbildung des Himmelskörpers im Maßstab 1:1.000 - mehr dazu in Museum zeigt meterhohen Kometen-Nachbau

Links:
Publiziert am 30.06.2018
Radarstation zeigt „Bombardement“ aus dem All
 

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#4
Größte Meteoritenschau der Welt im NHM Wien
Mit über 1.000 Meteoriten beherbergt der Meteroitensaal im NHM die größte Meteoritenschau der Welt.
Dazu einige Fotos vom 27.03.2018 aus dem NHM:
 

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#5
NHM untersucht Meteoriten aus Kuba
Viele dachten an einen Flugzeugabsturz, als vor drei Monaten Rauchschwaden über der kubanischen Stadt Vinales zu sehen waren. Es war aber ein Meteoritenschauer. Das Naturhistorische Museum Wien (NHM) erhielt nun Teile des Meteoriten.
Der Vinales-Meteorit ist der jüngste anerkannte Meteoritenfall auf der Erde. Er ereignete sich in der 27.000 Einwohner zählenden Stadt Vinales in der Provinz Pinar del Rio am 1. Februar. Als klar war, dass es sich um einen Meteoriten gehandelt hat, zogen die Menschen los, um die außerirdischen Gesteine einzusammeln. Mehr als 100 Kilo Material wurde aufgesammelt, auf Dächern oder tief in umliegende Felder eingegraben.


NHM Wien, Ludovic Ferriere
Das NHM untersucht einen Teil der Steine

Warnung vor „radioaktiven“ Steinen
Die Sammelwut war offensichtlich so groß, dass kubanische Experten davor warnten, Meteoritenteile als Schmuck zu verarbeiten und längere Zeit am Körper zu tragen, weil diese radioaktiv seien - was umgehend vom Chef-Kurator der Meteoritensammlung des Naturhistorischen Museums Wien (NHM), Ludovic Ferriere, als Unsinn entlarvt wurde. „Meteoriten sind nicht radioaktiv“, sagte er damals.

Nun bekam das NHM, das die größte Meteoritenschausammlung der Welt beherbergt, zwei Teile des Vinales-Meteoriten von kubanischen wissenschaftlichen Einrichtungen geschenkt. Überreicht wurden sie vom kubanischen Botschafter in Wien, Juan Antonio Fernandez Palacios.


NHM Wien, Ludovic Ferriere

Meteoriten ab Mai zu sehen
Ein Teil dient wissenschaftlichen Untersuchungen, der andere wird in der Schausammlung gezeigt, wo er ab Mittwoch im Meteoritensaal des Museums zu sehen ist.

„Es ist ein fast zur Gänze mit mattbraunschwarzer Schmelzkruste überzogener, etwas über 61 Gramm schwerer Stein von herzförmiger Gestalt. Ein kleiner seitlicher Anbruch zeigt eine hellgraue Matrix mit zahlreichen dünnen Schockadern“, beschreibt Ferriere den jüngsten Zugang zur Sammlung.

Bei der wissenschaftlichen Untersuchung wurde der Vinales-Meteorit als „Gewöhnlicher Chondrit L6“ klassifiziert. Von den rund 68.500 anerkannten Meteoriten weltweit gehören etwa 10.800 dieser Klasse an. Unter ihnen sind nur 281 beobachtete Fälle verzeichnet, der Vinales-Meteorit miteingeschlossen.

Links:
Publiziert am 01.05.2019
NHM untersucht Meteoriten aus Kuba
 

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#6
Einschlag in acht Jahren: Forscher spielen Asteroiden-Ernstfall durch

Experten simulieren fiktives aber keineswegs unwahrscheinliches Armageddon


illustr.: esa
Was tun, wenn sich die Katastrophe aus dem All anbahnt?
2019 PDC erschien praktisch aus den Nichts: ein riesiger Asteroid mit Kurs Richtung Erde. Zunächst berechneten die Experten die Wahrscheinlichkeit, mit der er unseren Heimatplaneten tatsächlich trifft, mit rund 1 zu 50.000. Wenige Wochen später allerdings erhöht sich dieses Risiko auf nur 1 zu 100. Die gute Nachricht ist: 2019 PDC ist in Wahrheit kein reales Objekt, sondern die fiktionale Annahme einer Gruppe von Wissenschaftern, die sich mit derartigen Gefahren aus dem All beschäftigt.

Doch es gibt auch eine schlechte Nachricht: Obgleich wir die meisten großen Brocken im näheren Umfeld der Erde zu kennen glauben, existieren dort draußen vermutlich durchaus Objekte, die die Erdbahn kreuzen und von denen wir bisher noch keine Ahnung haben. Mit solche kosmischen Gefahrenquellen setzt sich derzeit eine Simulation auseinander, die von zahlreichen internationalen Organisationen, darunter Nasa und Esa, durchgeführt wird.

Plötzlich aufgetaucht
Ziel der Übung ist es durchzuspielen, wie ein solcher Asteroiden-Notfall ablaufen würde und was man dagegen tun könnte. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa arbeitet seit Jahren an vergleichbaren Modellen – und zwar aus gutem Grund: Wie nicht wenige Vorfälle in den letzten Jahren gezeigt haben, erschienen immer wieder bis dahin gänzlich unbekannte Asteroiden auf der Bildfläche, die an der Erde mal mehr, mal weniger knapp, aber letztlich zum Glück stets in beruhigend großem Abstand vorüber flogen. Dass wir immer so ungeschoren davon kommen, ist jedoch unwahrscheinlich.


grafik: cneos
Die – wohlgemerkt – simulierte Bahn des erfundenen Asteroiden 2019 PDC.

Was die Experten bei solchen Vorfällen jedoch durchaus nervös gemacht hat, war die Tatsache, dass zwischen der Entdeckung der jeweiligen Objekte und ihrer Passage bisweilen nur wenige Stunden lagen. Das zeigt, dass wir vielfach noch immer völlig unvorbereitet sind für den Ernstfall. Aus diesem Grund arbeitet die Nasa fortlaufend an der Verbesserung der Methoden zum Nachweis von NEOs (Near Earth Objects). Teil dieser Pläne war 2016 die Einrichtung einer neuen Plattform, dem Planetary Defence Coordination Office (PDCO), die an der Durchführung der aktuellen Simulation maßgeblich beteiligt ist.

Bei dem 2019-PDC-Szenario gehen die Forscher von einem etwa 300 Meter großen Asteroiden aus, der bei seiner erstmaligen Entdeckung am 26. März 2019 als potenziell gefährlich eingestuft wird und möglicherweise die Erde treffen könnte. Weitere Analysen ergeben den 29. April 2027 als wahrscheinliches Einschlagsdatum – also ziemlich genau in acht Jahren. Ein sogenannter "Risiko-Korridor", auf der Erdkugel als rote Linie dargestellt, zeigt an, wo der Brocken einschlagen könnte: Sie zieht sich in Nordamerika von Kalifornien bis New York, in Afrika von Mauretanien bis Tansania. Zunächst geh man von einer etwa 1-prozentigen Wahrscheinlichkeit aus, dass 2019 PDC tatsächlich die Erde trifft, die sich jedoch kontinuierlich steigert.


illustr.: cneos
Der projizierte "Risiko-Korridor".

Im Rahmen der Simulation, die am 29. April auf der Planetary-Defence-Konferenz in Washington, DC, gestartet wurde und bis bis zum Ende der Woche dauern wird, werden Experten der Nasa, Esa, Fema und zahlreicher weiterer Organisationen an möglichen Gegenmaßnahmen arbeiten, während sie laufend mit Updates über die Flugbahn des Asteroiden versorgt werden. Darüber hinaus sollen Finanzierungsmöglichkeiten für etwaige Abwehrmethoden diskutiert werden. Einen besonderen Stellenwert wird die Frage einnehmen, wie man mit der Reaktion der Öffentlichkeit auf ein mögliches Armageddon in acht Jahren umgehen sollte.

Erstmals bei einer derartigen Asteroiden-Notfall-Simulation wurde auch die Möglichkeit für interessierte Außenstehende geschaffen, an den Fortschritten der virtuellen Gefahrensituation gleichsam live teilzuhaben: Tägliche Updates werden via Twitter, einem Blog der Esa und auf der CNEOS-Website zur Verfügung gestellt.
(tberg, 1.5.20149)
Einschlag in acht Jahren: Forscher spielen Asteroiden-Ernstfall durch - derStandard.at
 

josef

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#7
Großer Asteroid verfehlt Erde
Die drohende Gefahr eines Asteroideneinschlags auf der Erde mit einer Sprengkraft von rund 100 über Hiroshima eingesetzten Atombomben ist gebannt. Der bis zu 50 Meter große Brocken „2006QV89“ werde unseren Planeten verfehlen, sagte der Leiter des Büros für Planetenschutz im Satellitenkontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA), Rüdiger Jehn, gegenüber der dpa.

Mit einem Teleskop in Chile sei Anfang Juli ein möglicher Punkt seiner Laufbahn beobachtet worden. Wäre er dort aufgetaucht, wäre der Asteroid mit der Erde kollidiert. Von „2006QV89“ war nichts zu sehen. Er könnte sich möglicherweise im September 2023 noch einmal der Erde nähern.

Chance für Kollision lag bei 1 zu 7.299
Der Brocken hätte im September die Erde treffen können. Die Chance für eine Kollision lag laut Risikoliste der ESA bei 1 zu 7.299. Zum Vergleich: Für einen Lottogewinn mit sechs Richtigen plus Zusatzzahl liegt die Chance bei 1 zu 140 Millionen.
Gesteinsbrocken aus dem All in dieser Größenordnung können immense Schäden anrichten. Vor sechs Jahren richtete die Explosion eines Asteroiden in der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk Verwüstungen an. Mit einem ohrenbetäubendem Knall raste eine Druckwelle über das Land. Die Explosion des 16.000 Tonnen schweren Brockens verletzte am 15. Februar 2013 etwa 1.500 Menschen – meist durch geborstene Scheiben. An Tausenden Gebäuden entstanden Schäden.
17.07.2019 - red, ORF.at/Agenturen

news.ORF.at
 

josef

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#8
Zwar nicht Österreich betreffend aber zum Thema passend:

Größter bekannter Asteroid-Einschlagkrater der USA genauer untersucht
Impaktstruktur im Großraum Washington, D.C., entstand vor rund 35 Millionen Jahren und wurde nun mit einer innovativen Methode neu datiert

Der Chesapeake-Bay-Krater an der Ostküste der USA gilt als größter bekannter Einschlagkrater der Vereinigten Staaten.
Grafik: USGS

Vor rund 35 Millionen Jahren schlug ein Asteroid in einer Region ein, wo heute der Großraum Washington, D.C., zu finden ist. Der als Chesapeake Bay bekannte Krater mit einem Durchmesser von 40 Kilometern wurde nun von einem internationalen Forschungsteam genauer untersucht. In den marinen Sedimenten aus einem Bohrkern, der rund 400 Kilometer vom Krater entfernt geborgen wurde, identifizierten und datierten die Wissenschafter einzelne Kristalle, die eindeutig auf dieses außerirdische Einschlagereignis zurückzuführen sind.

In der 4,5 Milliarden Jahre alten Erdgeschichte haben Einschläge außerirdischer Körper immer wieder katastrophale Ereignisse ausgelöst. Vor etwa 35 Millionen Jahren traf ein Asteroid oder Komet den damaligen Ozean vor der Ostküste Nordamerikas. Der Einschlag formte einen Krater mit einem Durchmesser von etwa 40 Kilometern in der Chesapeake Bay im heutigen Virginia, USA, und verformte Gesteine in einem Umkreis von bis zu 85 Kilometern.

Feuersturm, Erdbeben und Tsunamis
Die Region, zum Beispiel der 200 Kilometer entfernte Ort des heutigen Washington, D.C., war von einem Feuersturm betroffen. Erdbeben bis zu einer Stärke von 8,7 Magnituden, herabregnende geschmolzene Glaströpfchen (Tektite), eine Druckwelle mit Windgeschwindigkeiten über 1.000 Kilometer pro Stunde und ein verheerender Tsunami waren weitere Folgen. Auswurf-Material aus dem Einschlagskrater lagerte sich auf einer Fläche von mindestens sieben Millionen Quadratkilometern ab.
Basierend auf marinen Sedimenten, die während der Bohrungen im Rahmen des International Ocean Drilling Program gewonnen wurden, konnte ein internationales Team von Wissenschaftern jetzt von diesem Einschlagereignis betroffenen Mineralien identifizieren und erstmals mit Hilfe der Uran-Thorium-Helium-Technik das Alter einzelner Zirkonkristalle bestimmen. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachjournal "Meteoritics & Planetary Science" präsentiert.

Innovative Datierungsmethode
Die datierten Kristalle waren nur etwa 0,1 Millimeter groß. Die relativ neue Datierungstechnik wurde noch nie zuvor bei der Datierung von Einschlagskratern angewendet. Die Studie war Teil eines größeren Projekts, um den Einsatz dieser Tieftemperatur-Datierungsmethode an 20 der 190 bekannten Einschlagskratern auf der Erde zu untersuchen.
"Der Schlüssel zu unserer Untersuchung waren Zirkone, oder genauer gesagt Zirkoniumsilikat-Kristalle, die wir in den ozeanischen Sedimenten eines Bohrlochs gefunden haben, das sich fast 400 Kilometer nordöstlich der Einschlagsstelle im Atlantik befindet", sagt die Projektleiterin und Co-Autorin Jo-Anne Wartho, die die Studie an der Arizona State University begonnen hat und nun am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel arbeitet.
Wenn hohe Temperaturen und Drücke im Zusammenhang mit Einschlagsereignissen auf Zirkone einwirken, hinterlassen sie charakteristische Spuren. Dazu gehören parallele Reihen von multiplen, sehr schmalen Schmelzebenen, die sich in den schockartig veränderten Kristallen bilden, und der Abbau von Zirkon zu Zirkonoxid und Siliziumdioxid, der bei Temperaturen von etwa 1680 Grad Celsius und Drücken, die 900.000 mal höher sind als der atmosphärische Druck auf Meeresspiegelniveau, geschieht. Zusammen mit Tektiten (Schmelztropfen) wurden die derart veränderten Zirkonkristalle aus dem Aufprallbereich geschleudert. Bei Kontakt mit dem Meerwasser kühlten sie dann sofort ab und sanken auf den Meeresboden.

Größter bekannter Einschlagkrater in den USA
"35 Millionen Jahre später fanden wir diese geschockten und ausgeschleuderten Zirkonkristalle und konnten mit der neuen Datierungs-Technik ihr Alter bestimmen", erklärt Wartho. Der Krater der Chesapeake Bay ist heute vollständig von jüngeren Sedimenten bedeckt, wurde aber Anfang der 1990er Jahre durch marin-geophysikalische Untersuchungen und anschließende Bohrungen entdeckt. Mit einem Kraterdurchmesser von 40 Kilometern und einer Tiefe von ca. 1,3 Kilometern ist er der größte bekannte Einschlagkrater in den USA und der fünzehntgrößte auf der Erde. (red, 26.7.2019)
Abstract
Meteoritics & Planetary Science: "(U‐Th)/He zircon dating of Chesapeake Bay distal impact ejecta from ODP site 1073."

Größter bekannter Einschlagkrater der USA genauer untersucht - derStandard.at
 

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#9
Am Nachthimmel über Salzburg war am Mittwoch in den frühen Morgenstunden ein Komet mit freiem Auge sichtbar

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Auf dem Nachthimmel über Salzburg war am Mittwoch in den frühen Morgenstunden ein besonderes Naturschauspiel zu sehen. Ein freisichtiger Komet, der in leuchtenden Nachtwolken stand. In der Dämmerung verschwand der Komet wieder. Er ist aber in den kommenden Wochen noch sichtbar.

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Derzeit zieht der Komet Neowise an der Erde vorbei. Er kommt unserem Planeten so nah, dass er und sein Schweif mit bloßem Auge sichtbar ist. Der Salzburger Amateurastronom Johann Reifberger hat den Kometen in den frühen Morgenstunden vom Trattberg in St. Kolomann (Tennengau) aus gesehen und fotografiert. Beim dem Kometen war ein Schatten zu erkennen, der den Schweif scheinbar teilt.

Johann Reifberger
Der Komet Neowise mit seinem Schweif war mit freiem Auge deutlich zu erkennen

Seinen nächsten Punkt zur Erde wird der Komet am 23. Juli erreichen. Dann wird er 0,69 astronomische Längeneinheiten von der Erde entfernt sein. Das sind rund 103 Millionen Kilometer.

Leuchtkraft des Schweifes nimmt ab
Ob er an diesem Tag gut zu sehen sein wird, bleibt jedoch abzuwarten. Bis dahin könnte die Leuchtkraft seines Schweifes bereits stark abgenommen haben. Die ist nämlich abhängig von der Entfernung zur Sonne.

Der Komet besteht aus Eis, Staub, Steinen und Gas. Der Schweif entsteht dadurch, dass das Eis schmilzt. Die dabei freiwerdenden Gase fangen durch Sonnenwinde an, zu strahlen. Je weiter weg der Komet allerdings von der Sonne ist, desto weniger Gase werden frei und umso schwächer sind auch die Sonnenwinde.

In 5.000 Jahren wieder sichtbar
Das nächste Mal wird der Komet C/2020 F3 in circa 5.000 Jahren sichtbar sein. Das liegt daran, dass seine Umlaufbahn normalerweise extrem weit weg von der Sonne und der Erde liegt. Aktuell jedoch hat Neowise seine Umlaufbahn im hintersten Teil unseres Sonnensystems verlassen und zieht einmal um die Sonne.
08.07.2020, red, salzburg.ORF.at
Komet mit freiem Auge sichtbar
 

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#10
Komet „Neowise“ mit freiem Auge zu sehen
Ein seltenes Himmelsspektakel ist derzeit zu beobachten. Nur alle 5.000 bis 7.000 Jahre kommt der Komet „Neowise“ der Erde so nah, dass er mit etwas Glück auch mit freiem Auge zu sehen ist.

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Der uralte kosmische Brocken zieht derzeit Hobbyastronomen, Astrofotografen und Kometenjäger aus aller Welt in seinen Bann. Der neue Schweifstern „Neowise“ ist dieser Tage sogar ohne Fernrohr zu erkennen, und das ist das Seltene, so Ulrich Simacek von den Sternfreunden Steyr, „und wenn man von selten spricht, dann muss man sagen, das sind zehn oder 15 Jahre. Wenn ich so zurückdenke, dann habe ich in den letzten 50 Jahren vielleicht vier freisichtige Kometen gesehen“.


Sternfreunde Steyr/Rudolf Dobesberger
Viele passionierte Sterngucker machen derzeit die Nacht zum Tag

Rudolf Dobesberger sind schon einige spektakulären Aufnahmen geglückt. Der Obmann der Sternfreunde Steyr strahlt derzeit mit „Neowise“ um die Wette: „Ich bin derzeit jede Nacht unterwegs – der Letzte, der so hell war, würde ich sagen, war der ‚Hale-Bopp 1997‘.“

Am 23. Juli der Erde am nächsten
Zu sehen war „Neowise“ aus dem Sonnensystem bisher vor allem vor Sonnenaufgang im Nordosten. Jetzt zeigt er sich auch abends. Am besten wird der Komet um den 20. Juli sichtbar sein, denn am 23. ist er laut den Berechnungen der Erde am nächsten. „Was man dazu braucht, ist ein guter Nordwesthimmel mit einem tiefen Horizont“, so Dobesberger.

Für viele „noch nie gesehen“
Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Ein weiterer Vorteil für die Beobachtungen mit freiem Auge: Am 20. Juli ist Neumond und der Himmel daher sehr dunkel. „Auch ein Laie, der sich nicht damit befasst, erkennt sofort: ‚Das ist ein Objekt, das ich vorher noch nie gesehen habe.‘“

Sternfreunde Steyr/Rudolf Dobesberger
Abendrot, in der oberen Bildhälfte, die schon dunkel ist, sieht man den Kometen mit Schweif
Astronomische Arbeitskreis Salzkammergut/Sternwarte Gahberg/Bernhard Hubl
Komet am Nachthimmel
Astronomische Arbeitskreis Salzkammergut/Sternwarte Gahberg/Stefan Pfeiffer
Komet in der Dämmerung über See

Niemand muss Angst haben, dass der Komet vielleicht auf die Erde stürzt, „die kleinste Entfernung zur Erde wird ungefähr etwa 100 Millionen Kilometer sein – und das ist sichere Distanz“, so Dobesberger.

Erst im März entdeckt
Entdeckt wurde der Komet erst im März dieses Jahres mit dem Weltraumteleskop „Wise“ der US-Raumfahrtbehörde (NASA). Im Lauf der kommenden Wochen wird sich der Schweifstern, der die Sonne auf einer extrem elliptischen (ovalen) Bahn umkreist, aus dem Staub machen. Erst in etwas mehr als 6.800 Jahren wird er wieder an der Erde vorbeifliegen.
18.07.2020, red, ooe.ORF.at

Links:
Komet „Neowise“ mit freiem Auge zu sehen
 

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#12
Einer der größten Mondsteine im NHM
Ein Flug zum Mond ist nicht notwendig, um einen der größten Mondsteine zu sehen. Das Naturhistorische Museum (NHM) in Wien stellt den fast zwei Kilogramm schweren Galb Inal aus.

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Nomaden in Mauretanien fanden den Brocken 2011. Er war nach dem Einschlag eines Meteoriten auf dem Mond ausgeworfen und auf die Erde geschleudert worden. Dank einer testamentarischen Spende konnte das NHM den Meteoriten erwerben.

NHM Wien, C. Rittmannsperger
Der Galb Inal im Naturhistorischen Museum Wien

Der Kurator der Meteoritensammlung am NHM Wien, Ludovic Ferrière, untersuchte gemeinsam mit Ex-NHM-Generaldirektor Christian Köberl und slowakischen Kollegen den Mondmeteoriten wissenschaftlich. Demnach hatte der Meteorit ursprünglich einen Durchmesser zwischen 18 und 26 Zentimeter und wog zwischen sieben und 23 Kilogramm, als er in die Erdatmosphäre eintrat. Auf seinem Weg durch die Atmosphäre verlor er einige Kilo, hatte beim Einschlag ein Gewicht von rund vier Kilo und zerbrach in zwei Teile.

Der Star der elf Wiener Mondmeteoriten
Ein Teil des Mondsteins wurde in Scheiben geschnitten, befindet sich hauptsächlich in verschiedenen Privatsammlungen und wurde auch zu Forschungszwecken verwendet. Der andere Teil wurde mit Hilfe einer testamentarischen Schenkung der Wiener Hobbyastronomin Hatice Skarits (1930-2016) vom NHM erworben.

NHM Wien, C. Rittmannsperger
Einer von rund 400 bekannten Mondmeteoriten

Mit einem Gewicht von 1,8 Kilogramm und einer Größe von 13 mal 10,5 mal 9,5 Zentimeter handelt es sich laut NHM um einen der größten Mondmeteoriten, der weltweit ausgestellt ist. Von den mehr als 400 weltweit bekannten Mondmeteoriten befinden sich elf in der Sammlung des Naturhistorischen Museums.
18.08.2020, red, wien.ORF.at/Agenturen

Link:
NHM

Einer der größten Mondsteine im NHM
 

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#13
STREIFSCHUSS
Kleiner Asteroid ist sehr knapp an der Erde vorbeigeflogen
2020 QG zog mit einem Abstand von kaum 3.000 Kilometern und einer Geschwindigkeit von 44.000 km/h an uns vorbei – es bestand aber keine Gefahr

So sieht ein Asteroid in der Größe eines SUV in einer Entfernung von knapp 3.000 Kilometern durchs Teleskop aus. Vermutlich kommen laufend solche kleinen Brocken der Erde nahe – im Fall von 2020 QG ist es aber erstmals gelungen, dies auch zu dokumentieren.
Foto: NASA/JPL-CALTECH / AFP

Asteroiden fliegen der Erde derzeit so knapp um die Ohren, wie man es schon länger nicht mehr beobachtet hat – dennoch keine Angst: Bei den jüngsten beiden "Streifschüssen" handelt(e) es sich um harmlose Ereignisse.

So wird am 1. September der etwa 49 Meter große Asteroid 2011 ES4 deutlich innerhalb der Mondbahn an der Erde vorüber ziehen. Er wird dabei bis auf eine Entfernung von 130.000 Kilometern an unseren Planeten herankommen. Das ist zwar nach kosmischen Maßstäben äußerst gering, aber immer noch mehr als ausreichend für eine sichere Passage. Und das ist auch gut so: Ein kaum halb so großer Asteroid hat 2013 im russischen Tscheljabinsk für zahlreiche Verletzte gesorgt und tausende Gebäude beschädigt.

Zu klein für eine Bedrohung
Erheblich näher ist uns am Sonntag der Asteroid 2020 QG gekommen, wie das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA nun vermeldete: nämlich bis auf 2.950 Kilometer, das ist weniger als der halbe Erdradius. Das erfüllt wirklich alle Kriterien eines Streifschusses. Der Grund, warum aber auch hier keine Sorge angebracht war, ist in diesem Fall das Kaliber: 2020 QG ist Schätzungen zufolge nämlich nur drei bis maximal sechs Meter lang. Wie die NASA erklärte, wäre der kleine Himmelskörper beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht.

Laut NASA gibt es solche knappen Vorbeiflüge ein paarmal im Jahr. Sie seien allerdings schwer aufzuzeichnen – es sei denn, die Asteroiden steuern direkt auf die Erdoberfläche zu. Bei 2020 QG hingegen sind Beobachtung und Dokumentation gelungen. 2020 QG war zuerst als langer Lichtstrahl von einem Teleskop am Palomar-Observatorium nördlich von San Diego entdeckt worden. Seine größte Annäherung erreichte der Asteroid am Sonntag gegen 6.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit, als er über den südlichen Indischen Ozean zog – mit einer Geschwindigkeit von 12,3 Kilometern pro Sekunde, also gut 44.000 km/h.

"Es ist wirklich cool, einen kleinen Asteroiden zu sehen, der so nahe kommt, weil wir dann beobachten können, wie die Erdanziehungskraft seine Route deutlich verändert", sagte der Direktor des NASA-Instituts für die Erforschung erdnaher Objekte, Paul Chodas. Laut den Berechnungen des JPL veränderte der Asteroid seine Flugbahn durch diesen Einfluss um 45 Grad.
(red, 19. 8. 2020)

Link
JPL: "Tiny Asteroid Buzzes by Earth – the Closest Flyby on Record"

Kleiner Asteroid ist sehr knapp an der Erde vorbeigeflogen - derStandard.at
 
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