Horrorszenario bewaffnete Auseinandersetzung auf der Koreanischen Halbinsel

josef

Administrator
Mitarbeiter
#1


Ein Krieg mit Nordkorea hätte bis zu zwei Milliarden Opfer

Manuel Escher11. Oktober 2017

Bei begrenztem Atomkrieg drohen Hungersnöte, ökologische und wirtschaftliche Folgen bis Europa
Washington/Pjöngjang/Wien – Mindestens eine Million Tote, schwere Verwerfungen in der Weltwirtschaft und riesige Flüchtlingsströme. Und das ist die positive Variante. Seitdem US-Präsident Donald Trump immer öfter mit einem Krieg gegen Nordkorea droht, rechnen Experten wieder einmal die Szenarien durch, die im Fall einer militärischen Auseinandersetzung auf der Koreanischen Halbinsel zu erwarten wären. Die oben geschilderten Schätzungen beziehen sich auf den Fall, dass es zu einer Konfrontation ohne Einsatz von Nuklearwaffen kommt – ein Glücksfall, der unwahrscheinlich ist. Schätzungen, was im Fall eines begrenzten Atomkriegs drohen würde, lesen sich noch um mehrere Stufen schlimmer. Sie lassen Schäden vermuten, die lange Zeit auch bis nach Europa spürbar blieben.

KONVENTIONELLER KRIEG: Tagelanger Bombenhagel
Doch zunächst zu den Gefahren eines konventionellen Krieges: Rund 8.000 Artilleriestellungen stehen auf nordkoreanischer Seite im unmittelbaren Grenzgebiet zu Südkorea und stellen somit die erste große Gefahr dar. Sie sind auf die Hauptstadt Seoul gerichtet und könnten nach Angaben eines US-Militärstrategen im Magazin "The Atlantic" innerhalb von Stunden jeden einzelnen Quadratmeter des 25-Millionen-Einwohner-Großraums mehrfach treffen. Ihr Einsatz droht etwa für den Fall, dass Nordkoreas Diktator Kim Jong-un wegen des Aufbaus der amerikanischen Drohkulisse zu der Auffassung kommt, ein Angriff der USA und Südkoreas stehe unmittelbar bevor.

Die Geschütze sind stark verteilt und gut getarnt. Deshalb rechnen die amerikanischen Militärplaner laut "New York Times" damit, dass pro Stunde nur etwa ein Prozent der Geschütze aus der Luft ausgeschaltet werden könnte. Es könnte also tagelang Sprengkörper auf Seoul regnen. Nimmt Nordkorea – wie zuletzt angedeutet – vor allem Militärbasen unter Beschuss, kann allein dort und in der Umgebung mit rund 60.000 Toten gerechnet werden. Wird die Zivilbevölkerung zum Ziel, könnte die Zahl in den ersten Tagen bei 300.000 Toten liegen.



Grafik: derStandard.at, Quelle: Stratfor
Und dabei würde es nicht bleiben. Nordkorea hat weitere rund 1.000 Raketen im ganzen Land stationiert, die andere Teile Südkoreas angreifen und auch Tokio treffen könnten. Die japanische Hauptstadt teilt mit Seoul eine besondere Art der Verwundbarkeit: Da wie dort ist die Regierungsinfrastruktur auf relativ kleinem Raum konzentriert, ein Angriff könnte beide Staaten auch strategisch schwächen. Anders als in Seoul gibt es in Tokio weniger geeignete Zivilschutzräume und Bunker, in denen sich Bewohner in Sicherheit bringen könnten.

ASYMMETRISCHER KRIEG: Kämpfe im Wohngebiet
Weil Nordkoreas 1,2 Millionen Kämpfer starke Armee Südkorea zahlenmäßig weit überlegen, aber technisch unterlegen ist, spekuliert die Zeitschrift "Newsweek" über eine weitere strategische Möglichkeit: Nordkorea könnte versuchen, materielle Defizite durch einen massiven Vormarsch Richtung Seoul wettzumachen. Kämpfe hunderttausender an die Zähne bewaffneter Soldaten mitten im dicht besiedelten Wohngebiet wären die Folge – mit schlimmen Folgen für jene, die sich zwischen den Kampftruppen wiederfänden.



foto: afp / kcna via nks / str
Nordkoreanische Übung im Sommer.
Und das wären nur die Folgen für die Welt außerhalb des kommunistischen Staates. Der überwiegende Teil der nordkoreanischen Bevölkerung wäre vor Angriffen der USA und Südkoreas noch schlechter geschützt, als es umgekehrt der Fall ist. Pläne Seouls für den Kriegsfall sind teils an die Presse gedrungen und zudem im Vorjahr bei einer Attacke von nordkoreanischen Hackern erbeutet worden. Sie sehen proportionale Angriffe in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang und anderen nordkoreanischen Städten vor. Gerechnet würde auch in diesem Fall mit mehreren hunderttausend Toten innerhalb der ersten Kampftage. Dazu kämen zehntausende gefallene Soldaten, schreibt das auf Asien spezialisierte Internetmagazin "The Diplomat". Insgesamt rechnen die Militärs in diesem Fall mit mehr als einer Million Toten nach den ersten Kriegswochen.

CHEMIE- UND BIOWAFFEN: Giftgas, Anthrax und die Pest
Als realistisch gelten all diese Annahmen nicht. Sie sind letztlich zu positiv. Denn Nordkorea verfügt auch über große Programme zur chemischen und biologischen Kriegsführung. Beide würden bei einem Krieg sehr wahrscheinlich zum Einsatz kommen. Rund 5.000 Tonnen Giftgas soll das Land laut hochrangigen Deserteuren bereits im Jahr 1997 gehabt haben, mittlerweile sind es sehr wahrscheinlich mehr. Darunter befinden sich auch Sarin, das jüngst in Syrien zum Einsatz kam, und der Stoff VX, mit dem auf nordkoreanischen Befehl im Frühjahr 2017 der Halbbruder Kim Jong-uns, Kim Jong-nam, auf dem Flughafen von Kuala Lumpur umgebracht wurde.



foto: apa / epa / jeon heon-kyun
Südkoreanische Soldaten bei einer Übung für einen chemischen oder biologischen Angriff Nordkoreas.
Dazu kommen Bestände an waffenfähigem Anthrax, Botulismus, Lassafieber, Pest, Pocken, Typhus und Gelbfieber. Sie könnten etwa in jenen Gebieten im Süden Südkoreas und in Japan eingesetzt werden, die für Nordkorea zwar mit Raketen, nicht aber mit Artillerie leicht erreichbar sind. Zudem könnten die fünf Atomkraftwerke in Südkorea zum Ziel von Angriffen werden, warnte der stellvertretende Chef der Antiatomwaffengruppe "Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs", Ira Helfand, jüngst online in einem Meinungsbeitrag.

WIRTSCHAFTLICHE FOLGEN: Massive Rückgänge
Selbst wenn die geopolitischen Folgen eines Waffengangs ebenso außer Acht gelassen werden wie die massiven Flüchtlingsströme: Die Auswirkungen eines Korea-Krieges auf die Märkte wären enorm. Südkorea, dessen Zerstörung drohen würde, stellt derzeit rund zwei Prozent der weltweiten Exporte her. Das mag verschmerzbar klingen, doch hätte ein Ausfall des Landes weitreichende Auswirkungen auf bestimmte Handelssparten.



foto: reuters / truth leem
40 Prozent aller LC-Dispalys werden in Südkorea gefertigt. Ein Krieg würde schwere Verwerfungen an den Märkten auslösen.
So werden etwa 40 Prozent aller LC-Displays und 17 Prozent aller Halbleiter in Südkorea hergestellt, wie der Thinktank Capital Economics jüngst festhielt. Zudem ist das Land Heimat der drei größten Werften der Welt. Die Studie zieht einen Vergleich mit den Überschwemmungen, die 2011 viele Technikbetriebe in Thailand lahmlegten. Dort ging die Industrieproduktion um 16 Prozent zurück, die weltweiten Preise für Produkte wie Festplatten schossen in die Höhe. Die Folgen eines Krieges in Südkorea wären aber ungleich gravierender.

GEOPOLITIK: Gefährliches Rennen um die Atombomben
Zudem bliebe auch bei einem konventionellen Krieg die Frage, was mit jenen vermutlich Dutzenden Atomwaffen passieren würde, die Nordkorea bereits jetzt hat. Selbst wenn Berichte über chinesische Bemühungen zur Sicherung stimmen – dass sie mitten im Krieg in Nordkorea umsetzbar wären, erscheint zweifelhaft. Zudem wäre damit zu rechnen, dass auch die USA ein ähnliches Unterfangen starten würden – was einen Zusammenstoß zwischen beiden Seiten zumindest denkbar erscheinen ließe. Schließlich geht es dabei um die Frage, wer nach einem Krieg das Land mit der langen Grenze zu China kontrolliert.



foto: afp / kcna via nks / str
Nordkoreas Diktator Kim Jong-un mit einer angeblichen Wasserstoffbombe. Nach einem Krieg würde womöglich ein Wettrennen um die Kontrolle der Waffen beginnen.
Dass die Atomwaffen im Kriegsfall ungenützt blieben, ist ohnehin alles andere als sicher. Und das gilt für beide Seiten. Wie Militärstrategen zum "Atlantic" sagten, gibt es etwa die ernsthafte Überlegung, die nordkoreanische Artillerie nuklear auszuschalten – was nicht nur wegen der Nähe zu Südkorea ein äußerst riskantes Unterfangen wäre. Zudem könnten sowohl Nordkorea als auch die USA auf konventionelle Angriffe mit einem Atomschlag reagieren.

ATOMKRIEG: Düstere Aussichten
Unmittelbar würde ein solch begrenzter Atomkrieg mehrere Millionen Menschen töten. Doch die globalen Folgen wären noch gravierender: All jene, die sich an Schätzungen versucht haben, zeichnen ein äußerst düsteres Bild. So hat eine Gruppe amerikanischer Klimaforscher Mitte der 2000er-Jahre Modelle für einen Nuklearkrieg zwischen Indien und Pakistan errechnet (PDF). Sie gehen dabei von je maximal 50 Bomben aus, die mit einer Sprengkraft von je 15 Kilotonnen (das entspricht einer Hiroshima-Bombe) explodieren. Das würde zwar einer etwas höheren Zahl an Atombomben entsprechen, als sie Nordkorea gewöhnlich nachgesagt wird, allerdings liegt die angenommene Sprengkraft weit unter jener, die das Land bei jüngsten Versuchen erreicht hat.



foto: apa / afp / utomi ekpei
Auch nach einem begrenzten Atomkrieg würden bis zu fünf Millionen Tonnen Ruß in der Atmosphäre landen. Das Klima auf der ganzen Welt wäre gestört.
Im angenommenen Fall, so die Forscher Alan Robock und Brian Toon, würden durch Explosionen und Brände rund fünf Millionen Tonnen Ruß in die Atmosphäre gelangen. Sie würden die Einstrahlung des Sonnenlichts behindern und zu einer globalen Temperatursenkung um rund 1,3 Grad im ersten Jahr führen. Besonders betroffen wären jene kontinentalen Regionen, in denen viel Getreide angebaut wird. Wegen der geringeren Verdunstung über den Meeren hätten sie mit massiv verringerten Regenfällen zu rechnen.

HUNGERSNÖTE ERWARTET: Jahre ohne Sommer
In den USA würde die Ernte von Sojabohnen um rund sieben Prozent geringer ausfallen als gewohnt, jene von Mais um zwölf Prozent, ist in einer zusammenfassenden Studie zu lesen (PDF), in die weitere Klimamodelle eingeflossen sind. Anderswo, etwa in China, würde die Produktion noch stärker zurückgehen, jene von Winterweizen etwa im ersten Jahr nach einem Atomkrieg um die Hälfte. Besonders betroffen wären jene rund 815 Millionen Menschen, die schon bisher nach Angaben der Uno an Unterernährung leiden. Aber auch in großen Teilen Chinas könnte es zu Hungersnöten kommen. Insgesamt wären bis zu zwei Milliarden Menschen vom Ausfall bezahlbarer Nahrung massiv betroffen. Die Preise in den USA und in Europa könnten massiv steigen, Panik an den Märkten würde diesen Effekt vermutlich noch steigern.



foto: reuters
Weizenernten in China könnten vorerst auf die Hälfte reduziert werden. Hungersnöte wären die Folge.
Und noch größere Schäden wären möglich: Als 1815 der indonesische Vulkan Tambora explodierte, führte der Ascheregen zu einem "Jahr ohne Sommer" in Teilen Europas und Nordamerikas im folgenden Jahr 1816. Damals ging die Temperatur im Schnitt nur um 0,7 Grad zurück, dennoch war die Folge die schlimmste Hungersnot des Jahrhunderts. Vor allem habe sich aber gezeigt, dass die extreme Hitze ebenso wie extreme Kälte regional und kurzzeitig stark zunahmen, so die Studie. In manchen Gebieten wurde im August Schneefall verzeichnet. Zudem breiteten sich als Folge der Kälte auch Krankheiten aus. Würde sich dieses Szenario wiederholen, könnten die Folgen noch schlimmer sein. (Manuel Escher, 10.10.2017)

Mehr dazu

http://derstandard.at/2000065743886/Ein-Krieg-mit-Nordkorea-haette-bis-zu-zwei-Milliarden-Opfer
 

Varga

Mann aus den Bergen
Mitarbeiter
#2
Bei meinem Einsatz 1968 in Korea bei der Neutral Nations Supervisory Commission in Korea (NNSC), Waffenstillstandskommison, konnte ich feststellen, dass auch einfache, Nordkoreanische Soldaten, gerne provoziert haben, oder auch mussten.

Gruss
Varga
 
#3
Wo die Schweizer so überall waren.
Immer wieder erstaunlich.
Und noch ne Frage: wie haben die Nordkoreaner provoziert und wie nahe kamen sie Euch.

Gruß

dermike
 

Varga

Mann aus den Bergen
Mitarbeiter
#4
Wo die Schweizer so überall waren.
Heute sind immer noch 5 Schweizer dort. Zu meiner Zeit waren wir ca. 50. Ich war der Funker, der die Verbindung mit der Schweiz aufrecht hielt. Die Funkverbindung wurde gemeinsam mit den Schweden benutzt.
Hie und da war ich auf Patrouilliengängen entlang der Grenze mit dabei. Der Zaun war/ist? ein Maschendrahtzaun. Manchmal gab es Sprüche mit dem Gegenüber auf der anderen Seite vom Zaun. Ob der Südkoreaner alles richtig übersetzte kann ich nicht beurteilen.

Gruss
Varga
 
#5
Ob der Südkoreaner alles richtig übersetzte kann ich nicht beurteilen.

Gruss
Varga[/QUOTE]


Danke für die schnelle Antwort.
Ich hatte einen Kollegen, der war ehemals als Grenzjäger beim Bundesgrenzschutz an der deutschen Grenze tätig.
Von Ihm weiß ich aus Erzählungen, dass er auch mal mit entsicherter "Beretta" dem Kollegen der Grenztruppen gegenüberstand.
Übersetzungsprobleme gab es da sicherlich nicht.
Es gab aber auch offensichtlich kameradschaftliche Gespräche.
Und im Fernsehen habe ich mal eine Sendung gesehen, da war wohl in der Anfangszeit auch eine kameradschaftliche Verbindung über die Grenze möglich.
Wahrscheinlich nur kurzfristig und sehr frühzeitig.

beste Grüße
und auf mehr Informationen wartend

dermike
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#6
Nordkorea präsentiert U-Boot-gestützte Rakete
Donald Trumps Annäherungspolitik zum Trotz präsentierte das Regime seine neuen Waffensysteme
Seoul – Bei einer Militärparade in Nordkorea ist eine neue ballistische Rakete vorgeführt worden. Wie nordkoreanische Staatsmedien am Freitag berichteten, kann die in Anwesenheit von Machthaber Kim Jong-un zur Schau gestellte Rakete von U-Booten aus abgefeuert werden.


Die neue Pukguksong-5ㅅ-Rakete. Das "ㅅ" steht für "수상용" – "zur Verwendung im Wasser".
Foto: AP/KCNA via KNS

Die Parade in Pjöngjang fand aus Anlass des Kongresses der regierenden Arbeiterpartei statt, bei dem Kim einen Ausbau des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals angekündigt und die USA als "größten Feind" des Landes bezeichnet hatte.


Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA bezeichnete die neue Rakete als die "mächtigste Waffe der Welt". Mit ihr sei "kraftvoll die Macht" der nordkoreanischen Streitkräfte demonstriert worden. Laut KCNA wurden bei der Militärparade auch Raketen präsentiert, die in der Lage seien, "Feinde in präventiver Weise außerhalb des Territoriums auszulöschen". Diese Wortwahl deutet darauf hin, dass die Reichweite der Rakete womöglich über die koreanische Halbinsel hinausreichen und sich bis mindestens nach Japan erstrecken könnte.


Es dürfte kalt sein in Pjöngjang.
Foto: AFP/KCNA VIA KNS

Die Vorführung der Rakete lässt sich als Demonstration der Stärke in Richtung des neuen US-Präsidenten Joe Biden interpretieren, der am Mittwoch in sein Amt eingeführt wird. Die USA haben 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert und auch eine bedeutsame Militärpräsenz in Japan.


Ballistische Feststoff-Rakete KN-23, erstmals präsentiert im Februar 2018.
Foto: AFP/KCNA VIA KNS

Nach Einschätzung von Experten könnte Kim mit seinen Signalen der Konfliktbereitschaft Konzessionen von Biden zu erreichen versuchen. Die nordkoreanische Wirtschaft leidet schwer unter den internationalen Sanktionen, die wegen des Atom- und Raketenprogramms gegen das Land in Kraft sind. Die ökonomischen Probleme werden noch durch die Abschottungsmaßnahmen verschärft, die sich das Land in der Corona-Pandemie selbst auferlegt hat.


Neue Kurzstreckenrakete.
Foto: AFP/KCNA VIA KNS

Kim hatte in den vergangenen Jahren auf eine Annäherung an US-Präsident Donald Trump gesetzt, um eine Aufhebung von Sanktionen zu erreichen. Die Staatsoberhäupter trafen einander dreimal persönlich. Das letzte Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim im Februar 2019 in Hanoi scheiterte jedoch.


Der Gipfel in Hanoi, Juni 2020.
Foto: AFP/SAUL LOEB

Seitdem liegen die Verhandlungen zwischen Washington und Pjöngjang über einen Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms auf Eis. Auch die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea verschärften sich wieder.

Der nordkoreanische Machthaber hatte Biden in der Vergangenheit scharf attackiert. Unter anderem nannte Kim den ehemaligen US-Vizepräsidenten einen "tollwütigen Hund". Biden wiederum bezeichnete Kim während des US-Präsidentschaftswahlkampfs als "Verbrecher". (red, APA, AFP, 15.1.2021)

Weiterlesen
In diesem Twitter-Thread sind alle hundert Bilder zu sehen, die die nordkoreanische Agentur KCNA heute Nacht veröffentlicht hat.
Nordkorea präsentiert U-Boot-gestützte Rakete - derStandard.at
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#7
Nordkorea hielt in Morgenstunden erneut Militärparade in Pjöngjang ab
Laut Experten will das isolierte Land Stärke zeigen und seine Bevölkerung zu mehr Zusammenhalt motivieren


Machthaber Kim Jong-un inszenierte sich unter anderem mit Kindern.
Foto: AP





Auch berittene Streitkräfte nahmen teil.

Fotos der Parade wurden von den nordkoreanischen Behörden verbreitet.
Alle Fotos: AP

Seoul/Pjöngjang – Zum dritten Mal innerhalb eines Jahres hat die selbst erklärte Atommacht Nordkorea eine nächtliche Militärparade abgehalten. Anlass der Truppenschau in der Nacht auf Donnerstag im Zentrum der Hauptstadt Pjöngjang war der 73. Jahrestag der Staatsgründung, berichteten Staatsmedien. Im Mittelpunkt standen diesmal nicht die regulären Streitkräfte, sondern "paramilitärische Kräfte" und Sicherheitskräfte. Mit dem Aufmarsch wollte das Land militärische Stärke zeigen.

Der sichtlich abgemagerte und in westlichem Anzug gekleidete Machthaber Kim Jong-un verfolgte die Parade auf dem hell erleuchteten Kim-Il-Sung-Platz von einem Podium. Südkoreas Militär ging davon aus, dass an der jüngsten Parade des abgeschotteten Nachbarlandes im Vergleich zu den beiden vorherigen weniger Verbände teilnahmen und dass diesmal weniger Ausrüstung gezeigt wurde. Es schienen keine strategischen Waffensysteme vorgeführt worden zu sein, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Militärvertreter. Beobachter vermuteten, dass die Parade vor allem dem inneren Zusammenhalt dienen sollte.

Die offizielle nordkoreanische Zeitung "Rodong Sinmun" und die Nachrichtenagentur KCNA berichteten über marschierende Soldaten. Auf Bildern waren auch Formationen in orangefarbenen Chemikalienschutzanzügen und mit Gasmasken zu sehen. Raketenwerfer wurden von Traktoren gezogen. Die Teilnehmer hätten den mit Nationalflaggen und Blumensträußen winkenden Bürgern auf dem Platz versichert, "das Hinterland des sozialistischen Heimatlands so stark wie ein Felsen zu verteidigen", hieß es.

Statt Kim Jong-un hielt der Sekretär der Arbeiterpartei, Ri Il-hwan, eine Rede. Er kündigte an, dass Nordkorea seine Volksarmee verstärken werde. Die Parade, die um Mitternacht begonnen hatte, dauerte südkoreanischen Berichten zufolge etwa eine Stunde.

Eingeschlafene Verhandlungen
Nordkorea nutzt oft wichtige Feier- oder Gedenktage, um militärische Stärke zu zeigen. Das Land hatte zuletzt im Jänner und davor im Oktober 2020 eine Militärparade unter nächtlichem Himmel durchgeführt und dabei ballistische Raketen mit unterschiedlichen Reichweiten vorgeführt. Ballistische Raketen können je nach Bauart auch Atomsprengköpfe befördern. Wegen seines Atomwaffenprogramms ist das Land internationalen Sanktionen unterworfen.

Die Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm kommen seit dem gescheiterten Gipfeltreffen von Kim Jong-un mit dem früheren US-Präsidenten Donald Trump im Februar 2019 in Vietnam nicht mehr voran. Bei einem Parteikongress Anfang dieses Jahres hatte Kim angekündigt, sein Land werde die nukleare Abschreckung mit neuen Waffen einschließlich neuer Interkontinentalraketen stärken.
(APA, AFP, 9.9.2021)
Nordkorea hielt in Morgenstunden erneut Militärparade in Pjöngjang ab
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#8
Nordkorea meldet erfolgreichen Test neuartiger Marschflugkörper
Beobachter sprechen von einer beunruhigenden Entwicklung

Ein Propagandabild, zur Verfügung gestellt von Nordkorea.
Foto: AP

Seoul/Pjöngjang – Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea hat eigenen Angaben zufolge erfolgreich neuartige Marschflugkörper mit großer Reichweite getestet. Die Akademie für Verteidigungswissenschaft habe die Tests am Wochenende durchgeführt, berichteten die Staatsmedien am Montag. Es handle sich um eine "strategische Waffe von großer Bedeutung". Nordkorea deutete damit laut Beobachtern an, dass der neue Lenkflugkörper auch das Potenzial habe, Atomsprengköpfe zu befördern.

Südkorea untersucht
Südkorea bestätigte die Tests des Nachbarlands, das wegen seines Atomwaffenprogramms weitgehend isoliert ist, zunächst nicht. Der südkoreanische Generalstab teilte mit, derzeit würden die Angaben in Zusammenarbeit mit den USA untersucht.
China rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Wie der Sprecher des Außenministeriums, Zhao Lijian, am Montag vor der Presse in Peking sagte, sei die chinesische Regierung davon überzeugt, dass die Probleme durch Konsultationen gelöst werden sollten. Alle Beteiligten sollten sich zurückhalten, auf einen Dialog einlassen und in die gleiche Richtung arbeiten, um zu einer politischen Lösung zu gelangen.

UNO-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch atomare Sprengköpfe tragen können. Tests von Marschflugkörpern hingegen unterliegen nicht den Sanktionen gegen das Land. Anders als ballistische Raketen verfügen Marschflugkörper (Cruise Missile) über einen permanenten eigenen Antrieb.
Getestet wurde der neue Typ den Berichten aus Nordkorea zufolge am Samstag und Sonntag. Die Lenkflugkörper seien 7580 Sekunden (rund zwei Stunden und sechs Minuten) lang auf einer ovalen Flugbahn über dem Festland und den Gewässern in Nordkorea geflogen. Sie hätten ihre Ziele in 1500 Meter Entfernung getroffen.

Für Nordkorea "von strategischer Bedeutung"
Der Typ sei in zweijähriger Entwicklungsarbeit entstanden. Detaillierte Tests von Raketenteilen, eine Vielzahl von Triebwerkstests am Boden, Kontroll- und Lenkungstests seien dabei erfolgreich durchgeführt worden. Die Entwicklung sei "von strategischer Bedeutung für den Besitz eines weiteren effektiven Abschreckungsmittels, um zuverlässiger die Sicherheit des Staats zu garantieren und die Militärmanöver feindseliger Kräfte gegen die Volksrepublik in Schach zu halten", hieß es. Pjöngjang wirft vor allem den USA eine feindselige Politik vor.

Wie schon einige Monate zuvor, erfolgten auch die jüngsten nordkoreanischen Waffentests nach einer gemeinsamen Militärübung der Streitkräfte der USA und Südkoreas. Die gemeinsame Kommandoübung, die von Pjöngjang kritisiert wurde, endete nach neun Tagen am 26. August. Im März hatte Nordkorea ebenfalls Marschflugkörper nach einer ähnlichen Kommandoübung in Südkorea unternommen.
Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea über sein Atomprogramm kommen schon seit gut zweieinhalb Jahren nicht mehr voran. Im Februar 2019 war ein Gipfeltreffen des früheren US-Präsidenten Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un in Vietnam gescheitert. Bei einem Parteikongress Anfang dieses Jahres hatte Kim angekündigt, sein Land werde die nukleare Abschreckung mit neuen Waffen einschließlich neuer Interkontinentalraketen stärken.
(APA, 13.9.2021)
Nordkorea meldet erfolgreichen Test neuartiger Marschflugkörper
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#9
Nordkorea meldet erfolgreichen Test von Hyperschallrakete
Pjöngjang will Kapazitäten um "Tausendfaches" erweitern. Top-Funktionär bei Abfeuern von Rakete in Provinz Jagang anwesend

Ein Bild der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA zeigt den Start der Hyperschallrakete.
Foto: REUTERS/KCNA

Seoul/Pjöngjang – Nordkorea hat laut Staatsmedienberichten erfolgreich eine Hyperschallrakete getestet. Der Test der Hwasong-8-Rakete sei am Dienstag erfolgt und von "großer strategischer Bedeutung", meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Nordkorea wolle seine Verteidigungskapazitäten um ein "Tausendfaches" erweitern. Demnach wurde die Rakete aus der Provinz Jagang abgefeuert. Südkoreas Präsident Moon Jae-in forderte eine "umfassende Analyse" des Vorgangs.

Der Test habe die "navigatorische Kontrolle und die Stabilität der Rakete bestätigt", erklärte KCNA. "Die Testergebnisse haben bewiesen, dass alle technischen Spezifikationen den Planungsanforderungen gerecht werden."

Verfolgt wurde der Raketentest laut KCNA von dem Top-Funktionär Pak Jong Chon. Den Machthaber in Pjöngjang, Kim Jong Un, erwähnte die Nachrichtenagentur in dem Bericht nicht. Die Staatszeitung "Rodong Sinmun" veröffentlichte ein Foto, das die Rakete beim Start zeigen soll.

Südkorea berichtete von "anderen Flugeigenschaften"
Das südkoreanische Militär hatte den nordkoreanischen Raketentest am Dienstag bekannt gegeben, jedoch keine Daten zur maximalen Flughöhe und der Flugstrecke öffentlich gemacht. Südkoreanische Medien berichteten jedoch unter Berufung auf nicht genannte Quellen, dass das Geschoß "andere Flugeigenschaften" aufgewiesen habe als in der Vergangenheit von Nordkorea abgefeuerte Raketen. Südkoreas Präsident Moon Jae-in forderte eine "umfassende Analyse" des Vorgangs.

Hyperschallraketen erreichen weitaus höhere Geschwindigkeiten als herkömmliche Raketen. Sie sind zudem flexibler, was ihre Zerstörung durch Raketenabwehrsysteme stark erschwert. Laut KCNA gehörte die Entwicklung einer Hyperschallrakete zu den fünf "Top-Prioritäten" des Fünf-Jahres-Plans der Führung in Pjöngjang im Rüstungsbereich.

Rüstungswettrennen befürchtet
Sowohl Nord- als auch Südkorea vergrößern aktuell ihre Waffenarsenale. Beobachter befürchten ein Rüstungswettrennen in Ostasien, das auch Auswirkungen auf China und Japan haben könnte. Diesen Monat testete Nordkorea, das wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter strikten US- und UN-Sanktionen steht, nach eigenen Angaben bereits einen Marschflugkörper mit großer Reichweite.
Auch in Südkorea fließen Milliarden in die Waffenentwicklung. Kürzlich testete Seoul erstmals eine U-Boot-gestützte ballistische Rakete. Am Dienstag fand eine feierliche Zeremonie zur Inbetriebnahme eines U-Boots statt, das ballistische Raketen mitführen kann.

Die Gespräche zwischen Nord- und Südkorea waren weitgehend zum Erliegen gekommen, seit ein Gipfeltreffen Kim Jong Uns mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump in Hanoi scheiterte. Washington und Seoul sind enge Verbündete. In Südkorea sind derzeit rund 28.500 US-Soldaten stationiert. Der Raketentest vom Dienstag war von den USA und anderen westlichen Regierungen, darunter der Bundesregierung, scharf verurteilt worden.

Nordkorea hält an Atomwaffen fest
Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hat wiederholt ihre Bereitschaft bekräftigt, sich ohne Vorbedingungen jederzeit und überall mit nordkoreanischen Vertretern zu treffen, um das Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zu erreichen. Nordkorea hingegen hat bisher keine Bereitschaft gezeigt, sein nukleares Waffenarsenal aufzugeben, das es nach eigenen Angaben zur Verteidigung gegen eine mögliche US-Invasion benötigt.

Nach Einschätzung des Professors Lim Eul-chul vom Institut für Fernoststudien der Kyungnam-Universität versucht Pjöngjang, seine Waffenentwicklung als "Mittel einzusetzen, um sich Raum für diplomatisches Manövrieren" zu verschaffen. Zudem wolle Nordkorea seine "militärische Stellung verbessern". Laut Lim ist mit weiteren nordkoreanischen Tests in der Zukunft zu rechnen. "In gewisser Weise war das Verhalten Nordkoreas in jüngster Zeit sehr vorhersehbar. Sie haben militärische Aktionen angekündigt und führen sie nun Schritt für Schritt aus."
(APA, 29.9.2021)

Weiterlesen:
Südkorea berichtet über in Nordkorea abgefeuerte Kurzstreckenrakete

Nordkorea meldet erfolgreichen Test von Hyperschallrakete
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#10
VON U-BOOT AUS?
Sorge über neuen Raketentest Nordkoreas
1634640874199.png

Nordkorea hat laut südkoreanischen Informationen erneut eine ballistische Rakete getestet. Pjöngjang habe ein „nicht identifiziertes“ Geschoß von Sinpo aus ins Meer gefeuert, teilte das südkoreanische Militär am Dienstag mit. Experten zufolge könnte es sich um eine U-Boot-gestützte ballistische Rakete (SLBM) gehandelt haben. Nordkorea hatte seine Waffentests in den vergangenen Wochen stark intensiviert.
Online seit heute, 8.52 Uhr (Update: 10.03 Uhr)
Teilen
Sinpo ist eine große Marinewerft, in der laut Satellitenaufnahmen auch U-Boote liegen. Dass Nordkorea an einer U-Boot-gestützten ballistischen Rakete arbeitet und bereits Unterwasserabschüsse getestet hat, ist bekannt. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Norden eine SLBM abgeschossen hat“, sagte Shin Beom Chul vom Koreanischen Forschungsinstitut für Nationale Strategie.

Medienberichten zufolge erfolgte der jüngste Raketentest rund um ein Treffen der US-Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines mit ihren südkoreanischen und japanischen Kollegen. Die Geheimdienstchefs trafen sich im Rahmen der Internationalen Luftfahrt- und Verteidigungsmesse (ADEX) in Seoul. Bei dem Treffen sollte neben anderen Themen auch das Patt mit Nordkorea erörtert werden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungskreise.

AP/Ahn Young-Joon
Schweres Gerät an der Grenze: Die Spannungen zwischen den beiden Koreas verschärften sich zuletzt wieder

Der jüngste Raketenstart verschärft die Spannungen auf der Halbinsel und die festgefahrenen Entnuklearisierungsgespräche mit den USA. Der Westen will, dass Nordkorea seine Arsenale an Atomwaffen und ballistischen Raketen abbaut. Die Führung in Pjöngjang drängt auf Erleichterungen bei den US-Sanktionen gegen das autoritär regierte Land. Das Regime in Pjöngjang hatte in den vergangenen Wochen mehrfach Raketen getestet und damit international Besorgnis ausgelöst.

USA erneuern Gesprächsangebot an Nordkorea
Der Nordkorea-Sonderbeauftragte der USA, Sung Kim, hatte Pjöngjang am Montag erneut zu Gesprächen aufgerufen. Washington hege „keine feindseligen Absichten“ gegenüber Nordkorea und hoffe auf ein „Treffen ohne Vorbedingungen“, sagte er nach Gesprächen mit seinem südkoreanischen Kollegen in Washington.

Die US-Regierung von Präsident Joe Biden hat immer wieder ihre Gesprächsbereitschaft gegenüber Pjöngjang hervorgehoben. Um ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zu erreichen, sei Washington jederzeit bereit, Vertreter Pjöngjangs überall und ohne Vorbedingungen zu treffen, betonten US-Regierungsvertreter.

Vermehrt Waffentests
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wies die Gesprächsangebote Ende September zurück und bezeichnete die Erklärungen der USA als „billigen Trick“. In den vergangenen Wochen testete Pjöngjang unter anderem einen Langstrecken-Marschflugkörper, eine ballistische Kurzstreckenrakete und nach eigenen Angaben auch eine Hyperschallrakete.

Sollten die nordkoreanischen Angaben zutreffen, hätte das international isolierte Land eine weitere Etappe bei der Aufrüstung seines Waffenarsenals erreicht. Hyperschallraketen sind extrem schnell und flexibel, was ihre Zerstörung durch Raketenabwehrsysteme stark erschwert. Zahlreiche westliche Staaten hatten den mutmaßlichen Hyperschallraketentest scharf verurteilt.

Rede über „düstere Lage“
Ein verstärktes Säbelrasseln Nordkoreas werteten Experten in der Vergangenheit auch als Zeichen für eine zunehmend angespannte Lage innerhalb Nordkoreas. Das könnte auch diesmal der Fall sein. Die jüngste Testaktivität kann aber auch andersherum verstanden werden.
Die jüngsten Tests deuteten darauf hin, dass die schlimmsten Nöte im Land vorbei sein könnten, schrieb Chad O’Carroll, Gründer des Fachmediums NK News, auf Twitter. Das Regime tendiere dazu, sich stets auf ein großes strategisches Ziel nach dem anderen zu konzentrieren. „Daher könnten die erneuten Tests darauf hindeuten, dass jetzt das Militär Priorität hat – und später dann die Außenpolitik.“

Doch erst vergangene Woche hatte Kim in seiner Rede zum 76. Gründungstag der regierenden Arbeiterpartei auf die prekäre wirtschaftliche Lage seines Landes hingewiesen. Nordkorea stehe vor der großen Aufgabe, die Staatswirtschaft anzupassen und zu entwickeln, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA den Machthaber. „Der einzige Weg, die beispiellose entscheidende Arbeit trotz der düsteren Lage dynamisch voranzutreiben, besteht darin, dass sich die gesamte Partei vereint.“

UNO-Bericht über drohende Hungersnot
Internationale Sanktionen, die wegen Nordkoreas Atom- und Raketenprogrammen verhängt wurden, setzen die Wirtschaft des weitgehend isolierten Landes seit Jahren unter Druck. Hinzu kommen die Folgen schwerer Unwetter und Überschwemmungen.

In einem Bericht eines Mitarbeiters der UNO, den die Nachrichtenagentur Reuters Anfang Oktober einsehen konnte, heißt es, der schwächste Teil der Bevölkerung sei von Hunger bedroht, nachdem sich das Land während der Pandemie noch stärker abgeschottet habe. Die sich verschlechternde humanitäre Lage könne zur Krise werden.
19.10.2021, red, ORF.at/Agenturen

Links:
Von U-Boot aus?: Sorge über neuen Raketentest Nordkoreas
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#11
Nun versucht es auch Südkorea mit einer selbst entwickelten Rakete...

TEILWEISER MISSERFOLG
Südkorea: Jungfernflug der ersten selbst konstruierten Weltraumrakete
Satellitenattrappe an Bord der Nuri-Rakete (KSLV-II) erreichte nicht die geplante Umlaufbahn
Südkorea hat am Donnerstag erstmals eine selbst entwickelte und gebaute Trägerrakete getestet. Die Rakete ist um 17.00 Uhr Ortszeit (10.00 Uhr MESZ) vom Naro Space Center nahe südlichen Küstenorts Goheung gestartet. Südkoreanische Fernsehsender haben den Start live übertragen. Eine Dummy-Nutzlast konnte allerdings nicht wie geplant im Orbit platziert werden.

Video: Der Jungfernflug von KSLV-II.SciNews

Gescheiterte Mission
Bei der 200 Tonnen schweren Rakete handelt es sich um den Typ KSLV-II, oder kurz: Nuri-Rakete. Konstruiert wurde sie vom Korea Aerospace Research Institute (KARI). Bei der Mission setzte die dritte Raketenstufe eine 1.500 Kilogramm schwere Satellitenattrappe, einen Block aus Stahl und Aluminium, in 700 Kilometern Höhe aus – dennoch war die Mission letztlich nicht erfolgreich, wie eine Analyse der Daten zeigte.

Demnach dürfte das Triebwerk der dritten Stufe bereits nach 475 Sekunden ausgebrannt sein, und damit um etwa 50 Sekunden früher als geplant. In der Folge erreichte die Nutzlast nicht genügend Geschwindigkeit, um sich im Orbit zu stabilisieren. Beamte des KARI erklärten, die nicht verglühten Reste der Nutzlast seien in Gewässern südlich von Australien niedergegangen. Nachdem es sich um einen Testflug gehandelt hatte, war ohnehin nur von einer 30-prozentigen Erfolgschance ausgegangen worden.


Die Nuri-Rakete hebt ab.
Foto: AP/Korea Pool/Yonhap

Verzögerungen beim Start
Die Regierung in Seoul plant, als Teil ihres Weltraumprogramms in den kommenden Jahren unter anderem Kommunikationssatelliten und Mondsonden auf den Weg zu bringen. Der Raketenstart war ursprünglich eine Stunde früher geplant, doch laut Angaben des Wissenschaftsministeriums gab es Verzögerungen bei der Inspektion der Ventile am Flugkörper.
(red, APA, 21.10.2021)

Links
Südkorea: Jungfernflug der ersten selbst konstruierten Weltraumrakete
 
Oben