Fliegerhorst Hörsching - ab 1938 bis Kriegsende

josef

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#1
Fand eine alte Umgebungskarte "Linz-Wels-Steyr" aus den 1950iger Jahren! Darauf sind die beiden parallel in W - O Richtung verlaufenden 1.200 m langen Betonpisten aus der LW-Zeit ersichtlich. Auch die Rollwege zu den Hangars der Auflockerungsflächen außerhalb des Horstgeländes sind erkennbar.

Noch ein wenig historisches zu Hörsching: http://www.geheimprojekte.at/flugplatz_hoersching.html

Kartenausschnitt aus: Kartogr.Anst.Freytag-Berndt u. Artaria, Wien; "Umgebung von Linz-Wels-Steyr", ca. 1950
 

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josef

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#2
Ausweichhangars

Gestern war ich nach langer Zeit wieder einmal (statt üblicherweise mit dem Auto...:)) mit der Bahn in Salzburg. Im Raum Linz machte ich folgende Beobachtung:

Von der Westbahn aus ist westlich des Flugplatzes/Fliegerhorst Hörsching der Rest eines Außenhangers im Bereich der ehemaligen Auflockerungsflächen zu erkennen! Es stehen noch, zumindest an 2 Seiten, die Außenwände aus Beton. Auf einer Seitenwand ist ein Haus angebaut. An den heute mit Efeu bewachsenen Betonwänden konnte man vor 30 - 40 Jahren noch zwecks Tarnung aufgemalte Fenster und Tore erkennen. Die "Bemalung" war ähnlich den Bunkern in Sommerein oder am Trafobunker in Zipf (-> Beitrag #21).

(Aktuelle Fotos gibt es keine -> Kamera war im Rucksack verstaut bzw. getönte Fenster usw. ...).

(Bilder v. Google-maps)
 

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#3
Sichtungen aus dem "Zugfenster" im Raum Linz

Servus Josef.
(....für User, die sich mit der Materie noch nicht beschäftigt haben):
Bau von Hangars und Splitterboxes zum Schutze gegen Fliegerangriffe:
Durch die Landung der Alliierten in Süditalien gelangte ab 1944 auch der Fliegerhorst Hörsching zunehmend in den Wirkungsbereich der feindlichen Bomberströme. Für die zur Luftverteidigung eingesetzten Jagdflugzeuge wurden daher Vorkehrungen hinsichtlich alternativer Abstellplätze, Wartung und Hangarierung getroffen. Im Südwesten und Nordosten des Flugplatzes wurden in einer Entfernung von bis zu zwei Kilometern getarnte Ausweichhangars und Splitterboxes errichtet. Sie waren über 10 m breite „Jägerrollwege“ erreichbar. Die Bauwerke wiesen eine Grundfläche von etwa 20x15 m auf und wurden mit Steildächern sowie breiten Falttoren versehen. Sie sollten aus der Vogelperspektive wie einstöckige Gebäude aus Ziegel oder Holz bzw. wie Fahrzeugschuppen von Bauernhöfen aussehen. Die Hangars wurden auf massivem Betonuntergrund errichtet. Beim Großteil der insgesamt 17 Hangars bestanden die 80 cm starken Außenwände aus Ziegelmauern. Infolge des Ausbaues des Zivilflughafen, der Startbahnverlängerung und aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung des Geländes wurden die meisten Hangars gesprengt. Die Betonteile wurden an Ort und Stelle vergraben. Die Ziegelmauern wurden großteils abgetragen und als Baumaterial wiederverwendet. (z.B. zur Errichtung des Kinos Hörsching).
Die Splitterboxes wurden unmittelbar nach Kriegsende eingeebnet. Die Jägerrollwege bestanden teilweise noch bis etwa 1979.
Gruß von @Flakuntergruppe

Übersichtskarte auf Basis "Google Earth"
 

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josef

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#4
Ehemalige Ausweichhangars im Raum Hörsching

(....für User, die sich mit der Materie noch nicht beschäftigt haben):
Bau von Hangars und Splitterboxes zum Schutze gegen Fliegerangriffe:
@Flakuntergruppe: Besten Dank für die Veröffentlichung bzw. Zugänglichmachung deiner Forschungsarbeiten für die Foren-User :superOK

Die ehemaligen Rollwege der Auflockerungsflächen zu den Ausweichhangars sind auf der Umgebungskarte Linz aus ca. 1950 noch gut zu erkennen:


Kartenausschnitt aus: Kartogr.Anst.Freytag-Berndt u. Artaria, Wien; "Umgebung von Linz-Wels-Steyr", ca. 1950
 

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#5
Ehemalige Ausweichhangars im Raum Hörsching

Servus @Josef.
Bei bestehendem allgemeine Interesse kann ich gerne die bislang gewonnenen Erkenntnisse über die Luftwaffen-Einrichtungen im Raum des Fliegerhorstes Hörsching posten. Das würde aber eine langwierige (und vermutlich auch langweilige) Angelegenheit. Sag mir bitte, ob dahingehend Bedarf besteht.
Gruß @Flakuntergruppe
 

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josef

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#6
Servus @Josef.
Bei bestehendem allgemeine Interesse kann ich gerne die bislang gewonnenen Erkenntnisse über die Luftwaffen-Einrichtungen im Raum des Fliegerhorstes Hörsching posten. Das würde aber eine langwierige (und vermutlich auch langweilige) Angelegenheit. Sag mir bitte, ob dahingehend Bedarf besteht.
Othmar, besten Dank für das Angebot!
Ich nehme an, dass sehr wohl ein großes Interesse bei den Usern besteht, mehr über den Fliegerhorst bzw. Umfeld von Hörsching zu erfahren! Soweit ich deine penibel erstellten, mit Bildern und Karten hinterlegten und sachlich fundiert recherchierten Forschungsberichte kenne, ist das sicher eine umfangreiche Arbeit! Solche Berichte wären für das Forum jedenfalls eine große Bereicherung auch in der Funktion als historisches Archiv!

Hätte noch die Bitte, Beiträge zum Raum Hörsching in den Thread über den
"Fliegerhorst Hörsching - 1938 bis Kriegsende" => http://www.unterirdisch-forum.de/forum/showthread.php?t=8393
einzustellen, damit die Thematik annähernd epochengerecht zugereiht wird. Werde bei Gelegenheit auch die sachbezogenen Themen von hier nach dort rüber verschieben oder kopieren...
PS: im letzten Posting war eine Übersichtskarte aus Google Earth. Tut mit leid, dass bei der Bearbeitung das Google-Logo verloren gegangen ist. Ich kann, wenn nötig, dieses Bild noch einmal erstellen.
Nicht nötig, ich werde einen Hinweis einfügen.

lg
josef
 
#7
Fliegerhorst Hörsching

Zitat von @Josef aus dem Thread vom 23.05.2014:
"Othmar, besten Dank für das Angebot!
Ich nehme an, dass sehr wohl ein großes Interesse bei den Usern besteht, mehr über den Fliegerhorst bzw. Umfeld von Hörsching zu erfahren! Soweit ich deine penibel erstellten, mit Bildern und Karten hinterlegten und sachlich fundiert recherchierten Forschungsberichte kenne, ist das sicher eine umfangreiche Arbeit! Solche Berichte wären für das Forum jedenfalls eine große Bereicherung auch in der Funktion als historisches Archiv!

O.K. ich übermittle die einzelnen Teilbereiche in mehreren Postings. Vorerst hier eine allgemeine Einleitung.
Gruß @Flakuntergruppe
 

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#8
Hallo @Flakuntergruppe!

Mich würde zum Thema Hörsching besonders die Baugeschichte interessieren, welche Firmen da beschäftigt waren, wer Bauleiter war, etc..

Hast du dazu Informationen oder Quellentips?

LG,
Martin
 
#9
Ehemalige Ausweichhangars im Raum Hörsching

Servus @Kalzium.
Mit der von Dir gestellten Frage habe ich mich noch nicht beschäftigt. Ich werde mich aber gelegentlich bei den Landwirten des betroffenen Gebietes umhören.
In Weiterverfolgung des Themas übermittle ich heute die Ergebnisse meiner Recherchen zu den südwestlich der Start- und Landebahn befindlichen Objekte.
Gruß @Flakuntergruppe
 

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josef

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#14
Ende der Dokumentation über die Lw.-Einrichtungen im Raum Hörsching.
Wieder eine der üblichen "Diplomarbeiten" von Othmar! :bravo: :superOK
Besten Dank!

Hätte eine Frage zu den Splitterboxen:
Waren die nur für einmotorige Maschinen konzipiert? Wenn man die Lubi mit abgestellten 2-mot Maschinen ansieht, hat man den Eindruck, diese passen nicht zur Gänze in die Schutzbox...

Habe mir ein Foto "ausgeliehen" und den Ausschnitt ein wenig vergrößert:
 

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Geist

Worte im Dunkel
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#15
Danke für die umfassende Dokumentation! An der Zahl der Aufrufe sieht man auch das große Interesse daran.
 
#16
Ehemalige Ausweichhangars im Raum Hörsching

- gekürzt: Hätte eine Frage zu den Splitterboxen: Waren die nur für einmotorige Maschinen konzipiert? Wenn man die Lubi mit abgestellten 2-mot Maschinen ansieht, hat man den Eindruck, diese passen nicht zur Gänze in die Schutzbox... Habe mir ein Foto "ausgeliehen" und den Ausschnitt ein wenig vergrößert:
Servus @Josef.
Ich kann Deine Frage nicht stichhältig beantworten, weil die Fliegerei nicht mein Fachgebiet ist. Deine Beobachtung dürfte richtig sein. Wahrscheinlich waren die Ausweichhangars und die Jägerrollwege nicht für zweimotorige Maschinen konzipiert. Ich vermute, dass beim großen Bombenangriff vom 25.04.1945 (also kurz vor "Ladenschluss") die sechs auf dem "Luftbild Hainzl - Archiv Konsulent Jakob Dinier" sichtbaren 2-mot-LFz keine andere Landemöglichkeiten mehr hatten und sich in den flugplatznahen Wäldern (erfolglos) der Luftbeobachtung zu entziehen versuchten. Um die sechs LFz zu identifizieren fehlt mir das Fachwissen. Bei einer oder mehreren Maschinen könnte es sich ev. um "Focke-Wulf Fw 58" handeln. Ich stelle das besagte Bild hier noch einmal ins Forum und bitte hiermit die Fliegersachverständigen um Beantwortung Deiner Frage.
Gruß @Flakuntergruppe
 

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josef

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#17
Splitterschutzboxen...

Servus @Josef.
Ich kann Deine Frage nicht stichhältig beantworten...

Ich stelle das besagte Bild hier noch einmal ins Forum und bitte hiermit die Fliegersachverständigen um Beantwortung Deiner Frage.
Othmar, besten Dank für Deine Bemühungen!
Schließe mich der Frage an die Experten an, die Diskussion betreffend Größe der Boxen bzw. Schutz von 2-motorigen Maschinen ist eröffnet :)

lg
josef
 
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