Brenner-Basistunnel inkl. Zulaufstrecken

josef

Administrator
Mitarbeiter
#41
BBT Baulos Hochstegen ist abgeschlossen
1702643063028.png

Beim Bau des Brennerbasistunnels ist nun das Baulos Hochstegen (H52) fertiggestellt worden. Die Arbeiten in einer geologisch anspruchsvollen Zone nahe der Brennergrenze konnten in der vorgegebenen Bauzeit beendet werden.

Online seit heute, 10.52 Uhr
Teilen

23 Monate dauerten die Bauarbeiten an dem eher kleinen Baulos mit einer Auftragssumme von 102 Millionen Euro. Dafür war es geologisch sehr anspruchsvoll. Die Mineure mussten die Tunnelröhren zuerst durch Bündner-Schiefer, und dann durch wasserführenden Hochstegen-Marmor vortreiben. Dazu mussten viele Injektionen und weitere Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden.

BBT-SE
Swietelsky-Projektleiter Markus Morianz und BBT-Projektleiter Michael Knapp zeigen sich über das Ende der Bautätigkeiten erfreut

Außerdem wurden 900 Meter Erkundungsstollen in Richtung Brenner ausgebrochen, der damit nur mehr zwei Kilometer von der Staatsgrenze am Brenner entfernt ist. Mit Ende des Jahres wird der Baustellenbereich an die nachfolgende Baufirma übergeben, die für den neuen Abschnitt Pfons-Brenner zuständig ist.

400.000 Kubikmeter Gestein ausgebrochen
Im Rahmen des Bauloses wurden von Swietelsky Tunnelbau insgesamt fünf Kilometer Tunnel vorgetrieben, davon 3,2 Kilometer Haupttunnel und jeweils 0,9 Kilometer Erkundungsstollen bzw. Verbindungstunnel und Querschläge. 400.000 Kubikmeter Gestein wurden dabei ausgebrochen und 4.000 Kubikmeter Material injiziert.
15.12.2023, red. tirol.ORF.at

BBT Baulos Hochstegen ist abgeschlossen
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#42
Öffnung BBT im Jahr 2032 „wahrscheinlich“
1707678314067.png

Laut den Vorständen der Brennerbasistunnelgesellschaft steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Termin für die Öffnung Brennerbasistunnels (BBT) im Jahr 2032 eingehalten wird. Eine Unsicherheit bestehe noch bei der Bahntechnik-Ausschreibung, denn hier gab es einen Einspruch.
Online seit heute, 17.03 Uhr
Teilen
Die Vorstände der Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE, Martin Gradnitzer und Gilberto Cardola, gehen mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ davon aus, dass der Brennerbasistunnel wie anvisiert auch tatsächlich im Jahr 2031 fertiggestellt und 2032 in Betrieb gehen wird. Eine Unwägbarkeit sei aber noch die Ausschreibung die Bahntechnik betreffend, weil es hier einen Einspruch gebe.

1,6 Kilometer bis Durchschlag an Grenze
Risken für etwaige Verzögerungen seien im derzeitigen Bauprogramm bzw. dem Projektmanagement enthalten, sodass man aus momentaner Sicht die Termine 2031 und 2032 bestätigen könne, so Gradnitzer im APA-Interview. Hinzu komme: „Sämtliche Tunnelbaulose sind vergeben und in Bau. Somit können keine Vergaberisken aus den Baulosen mehr auftreten.“

Zudem verfüge man mittlerweile auch über einen „fast durchgängigen Erkundungsstollen“, der für die geologische Erkundung von eminenter Bedeutung sei. „Es fehlen nur noch 1,6 Kilometer bis zum Durchschlag an der Grenze. Somit sind auch die geologischen Risken deutlich reduziert, das Gebirge großteils erkundigt“, konkretisiert der österreichische BBT-Vorstand.


Noch Unklarheiten bei Bahntechnik
Einen „Stolperstein“ in vergaberechtlicher Hinsicht hat sich aber inzwischen offenbar aufgetan. „Die Bahntechnik, die ab dem Jahr 2028 eingebaut werden soll, ist noch nicht ausgeschrieben. Wir haben hier die Planungsausschreibung in Vergabe und haben dahingehend einen Einspruch bzw. einen Nachprüfungsantrag bekommen, der vom Verwaltungsgericht in Bozen behandelt wird“, erläuterte Gradnitzer.

Am 7. März stehe dahingehend eine Verhandlung an, ergänzte Cardola. Mit einer Entscheidung, das heißt einem erstinstanzlichen Urteil, sei nach derzeitigem Stand Ende März zu rechnen. Man hoffe, dass sich das Gericht dieser „heiklen Angelegenheit bewusst ist und die Termine bzw. Fristen eingehalten werden.“ Ergehe noch im März ein erstinstanzliches Urteil, könne man umgehend einen entsprechenden Auftrag erteilen und noch im April die Planungsleistungen einleiten lassen.

Sollte es erst im Herbst zu einem erstinstanzlichen Urteil kommen, was man nicht erwarte, würde es „schwierig“ werden, die Termine 2031 und somit auch 2032 einzuhalten, räumte Gradnitzer ein. Aber davon gehe man „Stand jetzt“ nicht aus.

BBT SE
Im Dezember wurde das Baulos „Hochstegen“ nahe der Brennergrenze abgeschlossen

Bisherige Verzögerung einkalkuliert
Ursprünglich war eine Inbetriebnahme des Tunnels Ende 2028 anvisiert worden, im Jahr 2021 kam es schließlich zu einer Rückdatierung auf 2032. Den Hauptgrund dafür machte Cardola ganz klar in der Corona-Krise aus. Eine „weltweite Katastrophe wie Covid war nicht vorhersehbar und damit auch nicht das Risiko“, so der italienische Vorstand, man habe die Arbeiten in der Zeit nie komplett unterbrechen müssen, aber die Arbeiten seien aufgrund der Sicherheits- und Gesundheitsauflagen natürlich langsamer vonstatten gegangen. Der Unterschied zu früher: Nun seien im Bauprogramm auch andere Risiken wie Vergabeverfahren, Ausrüstung und Planung berücksichtigt.

Die Gesamtprojektkosten würden bei 10,5 Milliarden Euro bleiben. Im Vorjahr wurde Kostenschätzung von ursprünglich kalkulierten 9,6 Milliarden Euro nach oben korrigiert – mehr dazu in Baukosten für BBT steigen auf 10,5 Mrd. Euro. Über 2,3 Milliarden Euro sind EU-Förderungen.

Inbetriebnahme der Zulaufstrecke in Deutschland fraglich
Eher reserviert zeigten sich die Vorstände hinsichtlich der Zulaufstrecke vor allem im Norden in Deutschland, deren Trassenplanung sich als äußerst schwierig gestaltet und umstritten ist. Zuletzt war sogar davon die Rede, dass sogar das Jahr 2040 als jenes der Inbetriebnahme der nördlichen Zulaufstrecke nicht halten könnte. Als Vorstände der BBT SE sei man in erster Linie für die Errichtung des Haupttunnels zuständig, betonte Gradnitzer. „Ich gehe davon aus, dass die Projektpartner im Norden, also die Deutsche Bahn, ihre Projektzeitpläne einhält und damit passt für mich das Gesamtsystem“, meinte der Brennerbasistunnel-Manager.
11.07.2024, red, tirol.ORF.at/Agenturen

Öffnung BBT im Jahr 2032 „wahrscheinlich“
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#43
BT: Tunnelbohrmaschine Wilma ist bereit
1710144921252.png

In Deutschland ist die erste von zwei weiteren Tunnelbohrmaschinen für den Einsatz im Brenner-Basistunnel (BBT) fertiggestellt worden. „Wilma“ ist 180 Meter lang und wird sich im Baulos H53 Pfons-Brenner 7,5 Kilometer durch den Berg bohren.
Online seit heute, 5.57 Uhr
Teilen
Die Tunnelbohrmaschine „Wilma“ wurde im Werk der Firma Herrenknecht in Schwanau in Deutschland gefertigt. Diese Tunnelbohrmaschine mit einem Bohrdurchmesser von 10,37 Metern, einer Länge von ca. 180 Metern und einem Gewicht von 2.680 Tonnen wird nun im Werk wieder demontiert und zum Baulos H53 Pfons-Brenner transportiert. Die Abnahme der zweiten Maschine namens „Olga“ wird zeitversetzt rund einen Monat später erfolgen.

„Wilma“ gräbt sich ab Herbst nach Norden
Nach ihrem Wiederaufbau im Tunnel wird „Wilma“ im Herbst den Vortrieb in Richtung Norden zum Nachbarbaulos Sillschlucht-Pfons aufnehmen. Dabei wird sie rund 7,5 Vortriebskilometer im Fahrtunnel West zurücklegen.

Fotostrecke
BBT SE
Das Baulos H53 Pfons-Brenner
BBT SE

BBT SEB

BT SEB

BT SEB

BT SE

Knapp 1 Milliarde Euro für letztes BBT-Baulos
Für den Bau des Brennerbasistunnels sind derzeit vier Baustellen aktiv, drei auf österreichischem und eine auf italienischem Staatsgebiet. Am 4. April 2023 wurde der Zuschlag für das Baulos „H53 Pfons-Brenner“ an eine Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus Porr Bau GmbH, Marti GmbH Österreich und der Marti Tunnel AG Schweiz, erteilt – mehr dazu in BBT: Zuschlag für letztes Baulos erteilt. Mit dieser Vergabe sind die Tunnelbauarbeiten des letzten verbliebenen Bauloses des Brenner-Basistunnels beauftragt.

Die Auftragssumme für das nunmehr größte Baulos auf österreichischem Projektgebiet beträgt 959 Mio. Euro. Die Bauzeit für diesen Projektabschnitt ist mit 70,5 Monaten anberaumt.

55 Kilometer langer Tunnel von Innsbruck bis Franzensfeste
Der Brenner Basistunnel ist ein flach verlaufender Eisenbahntunnel, der als Herzstück der neuen Eisenbahnverbindung München-Verona gilt. Er verläuft zwischen Innsbruck und Franzensfeste auf einer Länge von 55 km.
Zusammen mit der im Mai 1994 im Süden von Innsbruck eröffneten Eisenbahnumfahrung „Inntaltunnel“ wird dies künftig die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt.

APA

Gesamtkosten für Bau bei 10,5 Milliarden Euro
Vor knapp einem Jahr wurde die aktualisierte Kostenschätzung für die Errichtung des BBT veröffentlicht worden. Wegen der gestiegenen Energiekosten und verteuerten Baustoffe kostet der Bau des BBT 10,5 Milliarden Euro – mehr dazu in Baukosten für BBT steigen auf 10,5 Mrd. Euro. Vor wenigen Wochen bekräftigten die BBT-Vorstände diese Kostenschätzung.

Die Fertigstellung des Tunnels ist für das Jahr 2031 geplant, ein Jahr später soll der Tunnel in Betrieb gehen.
11.03.2024, red, tirol.ORF.at
BBT: Tunnelbohrmaschine Wilma ist bereit
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#45
Auftrag für BBT-Teilprojekt "Ingenieurdienstleistungen Eisenbahntechnik" vergeben
1716707266906.png

Die Brennerbasistunnel-Gesellschaft (BBT SE) hat den 26,65 Mio. Euro schweren Auftrag zu Ingenieurdienstleistungen für die Eisenbahntechnik für das im Bau befindliche Großprojekt an die Bietergemeinschaft ISIE vergeben. Mit dabei ist das Tiroler Unternehmen ILF Consulting Engineers Austria.
Online seit heute, 5.58 Uhr
Teilen
Der Vertrag wurde am Donnerstag unterzeichnet, teilte ein BBT-Sprecher mit. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Bozen den Einspruch der Vergabe durch einen anderen Bieter abgewiesen.

Die Bietergemeinschaft setzt sich aus der italienischen Italferr S.p.A. als federführendes Unternehmen, der SWS engineering SpA sowie der ILF Consulting Engineers Austria GmbH mit Sitz in Rum zusammen. Diese habe nach umfangreicher Prüfung durch eine Prüfkommission das in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht günstigste Angebot gelegt, hieß es.

Gerichtliches Urteil mit Spannung erwartet
Der Zuschlag wurde nunmehr gerichtlich bestätigt. Das Urteil des Bozner Verwaltungsgerichts war mit Spannung erwartet worden, hätten sich doch durch einen anderen Ausgang oder einen späteren Entscheid möglicherweise Verzögerungen ergeben. Nun dürfte der zuletzt avisierte Fertigstellungstermin des Brenne-Basistunnels mit Inbetriebnahme Ende 2032 halten – mehr dazu in Öffnung BBT im Jahr 2032 „wahrscheinlich“.
Die nun vergebenen Ingenieurdienstleistungen betreffen unter anderem die Überarbeitung des Einreichprojekts für die bahntechnische Ausrüstung inklusive der technischen Ausschreibungsplanung und fachliche Unterstützung während der nachfolgenden Ausschreibungen. Nach der Beendigung des Rohbaus und der anschließenden Fertigstellung der Innenschale der Haupttunnel ist der Einbau der Eisenbahntechnik die letzte Projektstufe um den Eisenbahnbetrieb zu ermöglichen, hieß es seitens der BBT SE.

1716707491281.png

Kernelement der Bahnstrecke München bis Verona
Der BBT verläuft auf 55 Kilometern zwischen Innsbruck und dem Südtiroler Franzensfeste und gilt als Kernelement der neuen Bahnverbindung von München bis Verona. Nach Fertigstellung wird der flach verlaufende Eisenbahntunnel nach Angaben der ÖBB mit 64 Kilometern die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt sein. Der Tunnel bildet zudem ein Kernstück des TEN-V Kernnetzkorridors Skandinavien-Mittelmeer.
26.05.2024, red, tirol.ORF.at/Agenturen

Auftrag für BBT-Teilprojekt vergeben
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#46
BRENNERBASISTUNNEL
Einblick in Europas größtes Tunnelprojekt
1721073530581.png

Rund 1.200 Menschen arbeiten aktuell am Brennerbasistunnel. Laut Betreibergesellschaft sind rund 75 Prozent abgeschlossen. Vom insgesamt rund 220 Kilometer langen Tunnelsystem sind bisher 171 Tunnelkilometer vorgetrieben. Der ORF Tirol war auf Lokalaugenschein.
Online seit heute, 17.44 Uhr
TAuf der Baustelle Ahrental, zwischen der Innsbrucker Sillschlucht und Schönberg, türmen sich Tausende, knapp zehn Tonnen schwere Betonschalen, die nach und nach tief unter der Erde eingebaut werden. Es sind sogenannte „Tübbinge“, Bauteile der Schale des Brennerbasistunnels. In der eigens aufgebauten Fabrikshalle werden pro Tag 90 davon hergestellt.

Fotostrecke mit 4 Bildern
ORF Tirol
Beim BBT-Baulos Sillschlucht-Pfons stapeln sich Tausende Tübbinge, Stahlbeton-Fertigteile für die Innenschale des Tunnels
ORF Tirol
Für dieses Baulos werden sie direkt vor Ort hergestellt, bei anderen Baulosen werden sie per Bahn angeliefert

ORF Tirol
Für die Fertigung wurde eine Fabrikshalle aufgebaut

ORF Tirol
Die Tübbinge müssen für den Einbau milimetergenau passen

„Wir haben in unserem Bereich keinen Gleisanschluss. Diese Fertigteile hätten deshalb per Lkw antransportiert werden müssen, weshalb wir uns entschieden haben, sie vor Ort herzustellen“, erklärt der BBT-Projektleiter des Bauloses Sillschlucht-Pfons, Romed Insam. Per Spezialfahrzeug und Zug werden sie dann in den Berg transportiert.

Kilometerlanger Zufahrtstunnel
Auch wir fahren über einen Zufahrtstunnel fast drei Kilometer in den Berg hinein. Es ist dunkel, staubig und leicht dunstig. Alle paar Meter zweigt eine weitere Tunnelröhre ab. Wer sich hier nicht auskennt, verliert in diesem kilometerlangen Tunnelsystem schnell die Orientierung.
Über uns befinden sich große Belüftungsschläuche, zur Frischluftzufuhr, wie man uns erklärt. Rechts neben uns sind kilometerlange Förderbandanlagen, die das Ausbruchsmaterial aus dem Berg abtransportieren.

Brennerbasistunnel
Der BBT verläuft auf 55 Kilometern zwischen Innsbruck und dem Südtiroler Franzensfeste und gilt als Kernelement der neuen Bahnverbindung von München bis Verona. Gemeinsam mit einem großen Teil der bereits bestehenden unterirdischen Umfahrung Innsbruck würde der Brennerbasistunnel eine Länge von 64 km erreichen und wäre damit die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt.

Meter für Meter arbeiten sich hier die Arbeiter voran. Richtung Norden wird gesprengt. Richtung Süden sind seit rund einem Jahr Tunnelbohrmaschinen im Einsatz. Mittels dieser riesigen Maschinen werden die Tübbinge eingebaut. Dort wo gesprengt wird, wird hingegen nachträglich ein Abdichtungssystem eingebaut und die Innenschale vor Ort im Tunnel mit Beton ausgekleidet, schildert Insam. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten hier komplett abgeschlossen sein.

Tunnelbohrmaschinen werden zusammengebaut
Wir fahren oberirdisch ein paar Kilometer über die Brennerautobahn, weiter zur nächsten BBT-Baustelle. Im Baulos Pfons-Brenner haben die Arbeiten erst vergangenes Jahr begonnen. Im Gegensatz zum benachbarten Baulos werden die Tübbinge hier nicht vor Ort hergestellt, sondern per Bahn angeliefert.

Es geht wieder kilometerweit in den Berg hinein, bis wir zu den Tunnelbohrmaschinen gelangen, die Arbeiter gerade zusammenbauen. „Olga“ und „Wilma“ werden sie genannt. Die Maschinen sind riesig: Der Bohrkopf hat jeweils 10 Meter Durchmesser, 180 Meter lang werden sie, wenn sie fertig sind. Ab September werden sie sich Richtung Innsbruck vorarbeiten – 12 Meter pro Tag.

ORF Tirol
Die Tunnelbohrmaschine „Olga“ wird zusammengebaut

„Die größte Herausforderung für das Unternehmen ist die Logistik“, meint Ingenieur Sebastian Reimann. „Wir befinden uns 500 bis 700 Meter unter Tage. Der Zufahrtstunnel von über drei Kilometern Länge muss überwunden werden, über den muss die ganze Entsorgung und Versorgung organisiert werden.“ Oberirdisch werde viel über Bahnbetrieb angeliefert, auch da würde nicht alles reibungslos laufen.

Größte Aushubdeponie Europas
Auch in diesem Tunnelabschnitt sehen wir die oben erwähnten kilometerlangen Förderbänder. Sie transportieren das gesamte Ausbruchmaterial aus dem Berg hinaus. Das meiste davon landet auf der Deponie Padastertal. Sie ist laut Betreibergesellschaft mit einem Gesamt-Fassungsvermögen von 7,5 Millionen Kubikmetern die größte Aushubdeponie Europas. Hier wird ein ganzes Tal mit Gestein zugeschüttet, das nicht recycelt werden kann. Es wird für die Ewigkeit eingegraben. Der Talboden wird nach Abschluss der Arbeiten um 80 Meter höher liegen als zuvor.

Fotostrecke mit 3 Bildern
ORF Tirol
Über kilometerlange Förderbänder wird ein Großteil des Ausbruchmaterials ins Padastertal gebracht
ORF Tirol
Der Talboden des Padastertals ist 1,4 Kilometer lang. Bis zu 80 Meter wird sich das Tunnelgestein in den kommenden Jahren auftürmen

ORF Tirol
Nach Abschluss der Arbeiten soll die Fläche renaturiert werden

Nachdem die Fläche renaturiert wurde, werde das Tal wieder fast genauso aussehen wie früher, meinen die Betreiber. „Der Padasterbach, der aktuell unterirdisch läuft, wird im zukünftigen Bachbett wieder ober Tage geführt. Die komplette Fläche wird renaturiert und wieder bepflanzt“, sagt Ingenieur Sebastian Reimann.
BBT
SEBBT-Projektstatus 30.6.2024 – in grün: bereits ausgebrochene Abschnitte – in rot: aktuelle Vortriebe

Inbetriebnahme 2032 geplant
Ein paar Jahre wird es noch dauern, bis es soweit ist. Durch die Corona-Krise hatte sich der Baufortschritt deutlich verzögert. Der Abschluss der Arbeiten (Bau und bahntechnische Ausrüstung) ist laut Betreibern und Politik für 2031 geplant. Nach ca. einem Jahr Probelauf könnte der Brennerbasistunnel für den Güter- und Personenverkehr 2032 in Betrieb genommen werden. Rund um die Zulaufstrecken nördlich und südlich des Brenners ist aber noch vieles fraglich – mehr dazu in Öffnung BBT im Jahr 2032 „wahrscheinlich“.
15.07.2024, Éric Berdaguer, tirol.ORF.at
Einblick in Europas größtes Tunnelprojekt
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#47
Umstrittene Pläne für Brenner-Nordzulauf
1729090057994.png

Die Tunnelplanungen für den Brenner-Nordzulauf bleiben umstritten. Auf Antrag der CDU-/CSU-Fraktion gab es am Mittwoch im Deutschen Bundestag eine Anhörung. Diskutiert wurde über die Streckenführung im Landkreis Rosenheim. Geladen war auch Tirols Verkehrslandesrat René Zumtobel (SPÖ).
Online seit heute, 16.14 Uhr
Teilen
Der Nordzulauf soll auf deutscher Seite im Raum Rosenheim die Anbindung zum Brenner-Basistunnel schaffen. Bei einer Anhörung zum Milliardenprojekt haben Experten am Montag noch einmal für die verschiedenen Varianten des Bahnprojekts geworben. Bei dem Neubau der Strecke im Inntal in Oberbayern wird insbesondere darüber gestritten, ob weitere Gleise zusätzlich unterirdisch verlaufen sollen.

Debatte um Tunnellösungen in Bayern
Konkret geht es um einen Streckenabschnitt bei Kirnstein südlich von Rosenheim. Dort würde durch den Bahnausbau im engen Tal zu viel landwirtschaftliche Fläche verbraucht und statt über den Inn sollte die Strecke dort unterirdisch verlaufen, so die Forderung der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion.

Kritiker solcher Tunnel verweisen darauf, dass diese Bauweise das Projekt deutlich teurer machen und für Verzögerungen sorgen würde. Die Vorständin bei der Infrastrukturgesellschaft der Deutschen Bahn Ingrid Felipe, sie war vorher Verkehrslandesrätin in Tirol, sagte im Ausschuss, dass bereits viele Anregungen aus der Region in die Planung eingeflossen seien.

Experten sehen Änderungen kritisch
Die thematisierte Verlegung der sogenannten Verknüpfungsstelle bei Kirnstein im Landkreis Rosenheim in den Untergrund lehnt die Deutsche Bahn (DB) ab, weil dies nicht mit den Sicherheitsvorschriften vereinbar sei. Auch Felix Heizler vom Deutschen Zentrum für Schienenverkehrsforschung verwies in der Anhörung darauf, dass ein Bau dieser Verknüpfung in Tunnelröhren „sehr komplex“ sei.

Er erläuterte, dass es um die Sicherheit bei Notfällen, besonders bei einem Tunnelbrand, gehe. Es seien Untersuchungen dazu nötig, die zeitaufwendig und teuer werden könnten. Dabei gebe es keine Garantie, dass solch ein Gutachten letztlich eine machbare Lösung aufzeige.

Deutsche Bahn
Der Streckenverlauf des Brenner-Nordzulaufs. Quelle: Deutsche Bahn

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft fordert grundsätzlich eine zügige Umsetzung des Brenner-Nordzulaufs. Auch der Fahrgastverband „Pro Bahn“ spricht sich gegen weitere Verzögerungen durch neue Tunnelplanungen aus. Das Projekt werde die Zugfahrt zwischen München und Verona auf künftig etwa zweieinhalb Stunden beschleunigen. Im Vergleich zur jetzigen Fahrzeit wäre das etwa eine Halbierung.

Tirol fordert mehr Tempo bei Umsetzung
„Jede weitere Verzögerung verhindern“ laute das Ziel aus Tiroler Sicht, so Verkehrslandesrat René Zumtobel. Er war heute als Experte in den Verkehrsausschuss geladen: „Ohne eine Kapazitätssteigerung beim nördlichen Zulauf haben wir trotz Milliardeninvestitionen am Ende ein Herz ohne Aorta.“

Bereits vor der Anhörung des Bundestags warf der deutsche Verkehrsminister Volker Wissing der CSU vor, den Zeitplan für das Projekt zu gefährden. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) wies die Vorwürfe umgehend zurück: „Man kann so ein Mega-Projekt nicht gegen den Willen der Menschen vor Ort durchdrücken.“ 2025 soll der Bundestag über das Milliarden-Projekt entscheiden.
16.10.2024, red, tirol.ORF.at/ Agenturen
Umstrittene Pläne für Brenner-Nordzulauf
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#48
Nordportal beim Brennerbasistunnel fertig
1734107657805.png

Vor wenigen Tagen ist das Baulos „Sillschlucht“ beim Brennerbasistunnel abgeschlossen worden. Es handelt sich um den nördlichsten Tunnelabschnitt und das Nordportal südlich vom Innsbrucker Hauptbahnhof. Ab dem Frühling soll der Weg durch die Sillschlucht wieder zugänglich sein.
Online seit heute, 15.02 Uhr
Teilen
Mit 600 Metern war der Abschnitt im Bereich der Sillschlucht einer der kürzesten beim Bau des Basistunnels. Dennoch seien hier laut einer Aussendung der BBT SE einige der größten logistischen und bautechnischen Herausforderungen zu bewältigen gewesen. So mussten im Bereich des Nordportals bis zu 60 Vorspannanker mit Längen von bis zu 120 Metern in das Gestein des Viller Berges gebohrt werden.

Bauarbeiten verlangten viel Umsicht
Zu den Bauarbeiten in der Schlucht kam erschwerend dazu, dass sich in der engeren Umgebung die Inntal- und Brennerautobahn befinden, daneben die ÖBB-Strecke durch den Bergiseltunnel, das Tirol Panorama Museum und das Kraftwerk Untere Sill.

BBT/SE
Die neue Bahntrasse unterquert die Brücke der Brennerautobahn

Mehrere Brücken errichtet
Projektleiter Martin Keinprecht spricht von einem komplexen Bauensemble: „170 Bohrpfähle für die Stahlbeton-Stützwand, drei 50 Meter lange Stahlbrücken sowie eine 55 Meter lange Spannband-Brücke für Fußgänger, ein Tunnel aus Stahlbeton sowie das Nordportalbauwerk". Die Planung und der Bau der beiden Eisenbahnbrücken über die Sill und des Stahlbetontunnels seien eine besondere ingenieurtechnische und landschaftsbautechnische Leistung gewesen.

BBT SE /Hetfleisch
Um eine getrennte Belüftung beider Tunnelröhren zu gewährleisten, wurde die westliche Fachwerkbrücke geschlossen ausgeführt

Fast 60 Millionen Euro Auftragssumme
Derzeit wird der Außenbereich der Baustelle renaturiert und damit der ursprüngliche Zustand des vorderen Teils der Sillschlucht wiederhergestellt. Ab dem Frühjahr 2025 werden beide Abschnitte des Wanderweges wieder für die Bevölkerung zugänglich sein. Die Arbeiten wurden innerhalb der vorgegebenen Bauzeit von 52 Monaten Anfang Dezember beendet. Der Auftrag mit einer Summe von 59,5 Millionen Euro wurde von der PORR Bau GmbH Kematen übernommen.
13.12.2024, red, tirol.ORF.at
Nordportal beim Brennerbasistunnel fertig
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#49
Brenner-Basistunnel: Durchbruch in Oströhre
1746801899679.png

Beim Brenner-Basistunnel ist am Donnerstag die östliche Haupttunnelröhre im Baulos Pfons-Brenner durchgeschlagen worden. Der Durchbruch erfolgte 1.200 Meter unter dem Padauner Kogel im Gemeindegebiet von Steinach am Brenner (Bezirk Innsbruck-Land).
Online seit heute, 15.06 Uhr
Teilen

Der Durchschlag in der geologisch anspruchsvollen Hochstegenzone gelang mittels Sprengvortrieb. Für die Arbeitsgemeinschaft H53 Brenner-Basistunnel und Mitarbeiter der BBT SE stellte der Durchbruch einen besonderen Moment dar, hieß es in einer Aussendung.

196 Kilometer abgeschlossen
Der Brenner-Basistunnel ist ein Tunnelsystem mit insgesamt rund 230 Tunnelkilometern. Aktuell sind davon bereits 196 Kilometer fertiggestellt.
Es ist eines der größten Infrastrukturprojekte in Europa. Mit seiner Fertigstellung soll eine durchgehende Bahnverbindung für den Güter- und Personenverkehr zwischen Österreich und Italien geschaffen werden.

Schnittraum/Gollmayer
Die Freude beim Team war groß

Tunnelbohrmaschine erreichte Endziel Brenner
Erst vergangene Woche konnte die Mannschaft einen anderen Fortschritt verzeichnen. Die letzte der insgesamt drei Tunnelbohrmaschinen im Baulos H61 Mauls schloss den Vortrieb der westlichen Haupttunnelröhre erfolgreich ab. Damit war der Vortrieb der Eisenbahnröhren auf italienischem Projektgebiet abgeschlossen – mehr dazu in Tunnelbohrmaschine erreicht Endziel Brenner.
09.05.2025, red, tirol.ORF.at
Brenner-Basistunnel: Durchbruch in Oströhre
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#50
BBT: 200 Kilometer sind ausgebrochen
1752164735073.png

Beim Bau des Brenner Basistunnel sind bereits 200 Tunnelkilometer ausgebrochen worden. Damit sind 87 Prozent des auszubrechenden Tunnelsystems geschafft. Das nächste große Ziel, die Fertigstellung der durchgängigen unterirdischen Verbindung zwischen Italien und Österreich, rückt damit näher.
Online seit heute, 6.00 Uhr
Teilen
Die BBT-Gesellschaft spricht in einer Aussendung von einem bedeutenden Fortschritt. Zu den bis dato erreichten 200 Tunnelkilometern zählen 96 Kilometer Haupttunnelröhren, 57 Kilometer Erkundungsstollen und 47 Kilometer sonstige Tunnel wie Sicherheitstunnel, Logistiktunnel und Querverbindungen.

Erkundungsstollen: Fertigstellung im Herbst
Der Fokus der Arbeiten liegt nun auf dem Erkundungsstollen, der etwa zehn bis zwölf Meter unterhalb der beiden Haupttunnel verläuft. Hier würden nur noch 200 Meter fehlen, um den Brennerpass von österreichischer Seite aus zu erreichen.
Der für Herbst erwartete grenzüberschreitende Durchschlag im Erkundungsstollen werde erstmals eine durchgehende unterirdische Verbindung zwischen Italien und Österreich schaffen.

100 Tunnelkilometer seit 2019
Seit dem Meilenstein von 100 ausgebrochenen Tunnelkilometern im Jahr 2019 schreite das Großprojekt BBT zügig voran, heißt es von den Verantwortlichen. Alle drei italienischen Tunnelbohrmaschinen haben ihre Vortriebsarbeiten bis zur Staatsgrenze bereits abgeschlossen. Wichtige Baulose wie die „Eisackunterquerung“ auf italienischer Seite sowie die Baulose „Hochstegen“ und „Sillschlucht“ auf österreichischer Seite wurden inzwischen fertiggestellt.
10.07.2025, red, tirol.ORF.at
BBT: 200 Kilometer sind ausgebrochen
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#51
BBT: Historischer Tag mit Tunneldurchschlag
Am Brenner wird am Donnerstag der Durchstich im Brenner-Basistunnel (BBT) gefeiert. Bei dem historischen Ereignis werden Österreich und Italien erstmals unterirdisch verbunden. Neben Bundeskanzler Christian Stocker werden auch Italiens Ministerpräsidentin und der zuständige EU-Kommissar erwartet.
Online seit heute, 6.31 Uhr
Teilen
Der Lkw-Transitverkehr rollt und rollt. Seit dem Jahr 1990 stieg der Durchzugsverkehr über die Brennerstrecke und die Autobahn A13 um knapp 200 Prozent. Ein Drittel davon ist Umwegverkehr, weil diese Strecke im Vergleich zu anderen Alpenübergängen billiger ist. Die Verlagerung auf die Schiene wurde hingegen zu einem jahrzehntelangen zahnlosen politischen Schlagwort.

Allheilmittel sollte der Brenner-Basistunnel sein. Die Baukosten belaufen sich auf 10,5 Milliarden Euro. Das Mega-Projekt wird 2032 fertig, kann aber erst mit den wichtigen Zulaufstrecken aus Italien und Bayern seine volle Kapazität entfalten. Das dürfte wohl erst 2050 der Fall sein – sofern die benachbarten Länder in die Gänge kommen und die erforderlichen Baumaßnahmen für die Trassen in die Wege leiten.

Erster internationaler Durchbruch im BBT
Der Erkundungsstollen des BBT verläuft auf einer Länge von 57 Kilometern parallel zu den Hauptröhren auf tieferer Lage. Die Durchschlagsstelle liegt unter rund 1.420 Meter Gebirgsgestein und befindet sich fast unter der Geigenspitze und rund zwei Kilometer Luftlinie vom Brenner nach Südosten.

1758189383860.png

Zu diesem historischen Anlass kündigten sich namhafte Politikerinnen und Politiker der vom Verkehr betroffenen bzw. an dem Projekt beteiligten Länder an. Von der österreichischen Bundesregierung nehmen Bundeskanzler Christian Stocker und Verkehrsminister Peter Hanke an den Feierlichkeiten teil.

Meloni und Salvini angekündigt
Von italienischer Seite kündigte Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (Fratelli d’Italia) offiziell ihr Kommen zur Durchschlagsfeier an. Eine entsprechende Mitteilung wurde am Mittwoch auf der Regierungswebsite veröffentlicht. Melonis Besuch auf dem Festgelände auf einem Lkw-Parkplatz vor dem Plessi-Museum an der Brennerautobahn dürfte sehr kurz ausfallen.

An der Besichtigung der Durchschlagsstelle des im Bau befindlichen Brennerbasistunnels wird sie APA-Informationen zur Folge jedenfalls bereits nicht mehr teilnehmen.

Auch Verkehrsminister und Transit-Hardliner Matteo Salvini (Lega) wird zu dem Festakt kommen. Die Stimmung zwischen Österreich und Italien ist wegen der Transit-Klage des südlichen Nachbarn vor dem Europäischen Gerichtshof angespannt.

Keine Vertreter aus Deutschland
Aus Deutschland wird zu den Feierlichkeiten keine politische Vertretung erscheinen. Im Juli kam Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach Wien. Dabei wurde auch über die Zulaufstrecken gesprochen.

Es sei auch eine Priorität Bayerns sowie der deutschen Bundesregierung, für die notwendigen Bereiche den Zulauf zu ermitteln, meinte Söder damals bei einer Pressekonferenz. Die Strecken sollten geplant werden, um auch das Geld zu priorisieren.

Fotostrecke
APA/EXPA/JOHANN GRODER
Schon das eine oder andere Mal wurde ein Durchschlag bzw. ein Vordringen im Brennerbasistunnel gefeiert, bisher aber noch nicht zwischen Österreich und Italien
BBT SE
Die unterirdischen Arbeiten für das Mega-Projekt sind enorm aufwändig

Herrenknecht AG
Auch die Tunnelbohrmaschinen sind überdimensional groß

BBT SE / Hetfleisch
Am Ende soll der Tunnel von Personen- und Güterzügeb benützt werden

BBT SE

BBT SE
Die Baustelle für den Brennerbasistunnel im Tiroler Wipptal


APA


ORF
v.l.: Tirols Landeshauptmann Anton Mattle, Verkehrsminister Peter Hanke, EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas und Verkehrslandesrat René Zumtobel beim landesüblichen Empfang am Mittwoch in Innsbruck

EU-Kommissar bei Feier dabei
Der Festakt wird um 13.00 Uhr südlich der Brennergrenze neben der Brennerautobahn beginnen. Meloni soll laut Mitteilung um 13.30 Uhr eintreffen und ein kurzes Grußwort abgeben. Ob sich im Rahmen der Feier ein Vieraugengespräch etwa mit Bundeskanzler Christian Stockerausgehen wird oder ein solches beabsichtigt ist, blieb vorerst offen.

Die Wogen zwischen den beiden Ländern glätten könnte EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas – so lautet zumindest die Hoffnung bei einzelnen politischen Vertreterinnen und Vertretern. Tzitzikostas reiste bereits am Mittwoch nach Tirol an und nahm bei einem landesüblichen Empfang vor der Innsbrucker Hofburg teil. Darüber hinaus gab es mit ihm am Abend eine Diskussionsveranstaltung zu den Einheimischentarifen – mehr dazu in Kommissar soll Einheimischentarife retten.

Gespräche im Landhaus
Im Vorfeld der Feier ist um 9.00 Uhr ein einstündiges Gespräch im Innsbrucker Landhaus geplant, gefolgt von einer gemeinsamen Pressekonferenz. Daran werden Verkehrsminister Hanke, Tirols Landeshauptmann Anton Mattle und der EU-Kommissar teilnehmen. Im Anschluss daran geht es für die Delegation per Sonderzug hinauf auf den Brenner.

Auf südlicher Seite findet der Festakt mit symbolischer Betätigung eines Knopfes für den Tunneldurchschlag statt. Danach besichtigen einige politische Vertreter den Stollen.

Mattle: Hohe Erwartungen
Für Tirols politische Vertreter wird der Brenner-„Gipfel“ im Kern ein Werben bei EU-Kommissar Tzitzikostas für die Anti-Transitmaßnahmen in Tirol und die notwendige Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Das bekräftige Landeshauptmann Mattle am Rande des landesüblichen Empfangs am Mittwochabend vor der Hofburg.

Land Tirol/Sedlakv.l.:
Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, Landeshauptmann Anton Mattle, Verkehrsminister Peter Hanke, EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas

„Wesentlich ist, dass wir beim Herrn EU-Kommissar auch das notwendige Verständnis erwecken, dass er die Haltung Tirols und die Position der Tirolerinnen und Tiroler entsprechend mitnimmt“, meinte Mattle gegenüber dem ORF Tirol.
Es gehe darum, Rückendeckung für den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung und der Infrastruktur zu bekommen. „Und in weiterer Folge soll er natürlich auch an einer Verlagerung mitarbeiten“, so Mattle.

Mega-Projekt zwischen Tirol und Südtirol
Der Brennerbasistunnel verläuft auf 55 Kilometern zwischen Innsbruck und Franzensfeste und gilt als Kernelement der neuen Bahnverbindung von München bis Verona.

Nach geplanter Fertigstellung im Jahr 2031 und Inbetriebnahme im Jahr darauf wird der flach verlaufende Eisenbahntunnel mit 64 Kilometern laut Angaben der ÖBB die „längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt“ sein. Der Tunnel bildet zudem ein Kernstück des TEN-V-Kernnetzkorridors Skandinavien-Mittelmeer.
18.09.2025, red, tirol.ORF.at

Link:
BBT SE
BBT: Historischer Tag mit Tunneldurchschlag
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#52
Roten Knopf gedrückt
Durchschlag im Brenner-Basistunnel
1758209124754.png

Mit dem Durchschlag des Erkundungsstollens des Brenner-Basistunnel (BBT) ist am Donnerstag erstmals eine unterirdische Tunnelverbindung zwischen Italien und Österreich geschaffen worden. Dieser Schritt wurde mit hochkarätiger Politprominenz in der Grenzgemeinde Brenner gefeiert: Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Bundeskanzler Christian Stocker betonten im Rahmen der Feierlichkeiten die historische Bedeutung für Österreich, Italien und Europa.
Online seit heute, 17.11 Uhr
Teilen
Am Nachmittag war es so weit: Über eine Liveschaltung in den Erkundungsstollen beobachteten die rund 1.000 Festgäste in einem Zelt den unter Tage stattfindenden Durchschlag. Das „Go“ dafür gaben Meloni, Stocker, die Verkehrsminister Matteo Salvini und Peter Hanke sowie EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas gemeinsam: Gleichzeitig wurde der rote Knopf gedrückt.

Tunnelarbeiter schritten anschließend gemeinsam über die unterirdische Grenze. Die Festgäste – darunter die ehemaligen Südtiroler und Tiroler Landeshauptleute und „Tunnelpioniere“ Luis Durnwalder (SVP), Herwig Van Staa, Alois Partl und Wendelin Weingartner (beide ÖVP) – quittierten den Moment mit Applaus.

Meloni betont Partnerschaft, Stocker für Lösungen
Freude wurde von den politischen Vertretern zum Ausdruck gebracht. Meloni – die unter enormem Medieninteresse empfangen wurde – bezeichnete den Durchschlag als „wichtigen Schritt“. Sie betonte, dass die beiden Länder jedoch bereits vorher „Partner in Europa“ und – allein aufgrund der gemeinsamen Geschichte – vereint waren.

Nach Inbetriebnahme des Tunnels im Jahr 2032 würden jedenfalls Wirtschaft, Wettbewerb und Umwelt „profitieren“. „Das hat natürlich die Folge, dass eine wichtige Straßenverbindung – die Brennerautobahn – entlastet wird“, meinte sie zu der stark frequentierten Verkehrsroute. Der Brenner stelle derzeit einen „Flaschenhals“ dar.

„Tunnel alleine wird Transitprobleme nicht lösen“
„Der Tunnel alleine wird die Transitprobleme nicht lösen“, hielt Kanzler Stocker wiederum fest. Die Autobahn habe ihre „Kapazitätsgrenze seit Langem“ erreicht, die Belastungen für Mensch und Umwelt seien enorm, nahm er konkreter auf die seit Jahrzehnten bestehende Transitbelastung Bezug, die wiederholt für Spannungen zwischen Österreich und Italien sorgt und sogar in einer Klage Italiens mündete. Das vor allem aufgrund der Tiroler Anti-Transit-Maßnahmen. Der freie Warenverkehr sei Österreich wichtig, „wir wollen aber auf die Menschen nicht vergessen“. Gleichzeitig wisse er, „wie wichtig der Transit für unsere europäischen Nachbarn ist“ und plädierte für „nachbarschaftliche Lösungen“ sowohl auf der Autobahn als auch im Bahnverkehr.


Grafik: APA/ORF; Quelle: BBT

Stocker: „Bereitschaft“ bei Deutschland und Italien
Das Verfahren über die Klage Italiens vor dem EuGH werde eine solche Lösung nicht bringen, so Stocker. Er orte sowohl bei Meloni (Fratelli D’Italia) als auch bei Deutschlands Kanzler Friedrich Merz (CDU) „die Bereitschaft, über die Situation zu reden und Lösungen zu finden“, erklärte der Kanzler und brachte etwa erneut das „Slot-System“ ins Spiel.

In Sachen Anreize und Verbote ging Stocker d’accord mit Tzitzikostas: „Ich habe nie viel von Verboten und Geboten gehalten.“ Das sei „nicht das Mittel meiner Wahl“, sagte er und sprach sich stattdessen ebenfalls für Anreize aus. Die Tiroler Anti-Transit-Maßnahmen und Fahrverbote würden jedenfalls bleiben – bis eine Gesamtlösung gefunden sei.

Salvini: Tunnel als „wahrer Green Deal ohne Verbote“
„Heute triumphiert Europa“, sagte der stets scharf gegen Tirol auftretende Salvini. Mit dem Drücken des roten Knopfes zeige man den „Willen, dass wir aneinanderrücken“. Wo die Bevölkerung schneller zueinanderkomme, entstehe auch der „Frieden“. Kritisch äußerte er sich dagegen zur EU-Umweltpolitik. Mit dem BBT werde der „Green Deal der Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit“ gelebt.

„Es geht nicht um Verbote, Steuern und Beschränkungen“, so Salvini. „Der einzig wahre Green Deal ist der Abbau von Grenzen“, sagte er. Verkehrsminister Hanke betonte, dass mit dem „Jahrhundertprojekt“ der Warentransport verändert werde. Immerhin könnten damit pro Jahr eine Million Lkws auf die Schiene gebracht werden.

Mattle und Kompatscher: „Überwinden von Grenzen“
Auch die Landeshauptleute von Tirol und Südtirol kamen zu Beginn der Veranstaltung zu Wort. Südtirols Landeschef Arno Kompatscher mahnte, dass es wohl „bestimmte Verordnungen“ geben müsse, damit der Korridor bestmöglich genützt werden könne. Zudem betonte er die historische Dimension. Durch den Tunnel seien die einst geeinten Länder Südtirol und Tirol einander wieder näher. „Die Grenze, die uns getrennt hat, wird überwunden“, hielt er fest.

Tirols Landeshauptmann Anton Mattle versprach sich vom Tunnel, der „Teil eines europäischen Friedensprojektes“ sei, eine „Entlastung für die Menschen – nördlich und südlich des Brenners“ – mehr dazu in tirol.ORF.at.

Durchschlagsstelle 1.420 Meter unter Gebirgsgestein
Der Erkundungsstollen des BBT verläuft auf einer Länge von 57 Kilometern parallel zu den Hauptröhren auf tieferer Lage. Mit fünf bis sechs Metern Durchmesser ist er deutlich kleiner als diese. Über Querschläge sind beide Hauptröhren alle 333 Meter miteinander verbunden. Die Durchschlagsstelle liegt unter rund 1.420 Metern Gebirgsgestein und befindet sich fast unter der Geigenspitze und rund zwei Kilometer Luftlinie vom Brenner entfernt. Nach Fertigstellung des BBT fungiert der Erkundungsstollen als Entwässerungsstollen sowie als Flucht- und Rettungsroute im Brand- oder Notfall.

Bau seit 2007, reiner Zugstunnel
Der seit 2007 im Bau befindliche Brenner-Basistunnel ist ein reiner Zugstunnel mit einer Gesamtlänge von 64 Kilometern, der zwischen der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck und dem Südtiroler Franzensfeste in Italien – hier auf 55 Kilometern – verläuft. Er gilt als Kernelement der neuen Bahnverbindung von München nach Verona.

Nach der im Jahr 2031 geplanten Fertigstellung und im Jahr darauf stattfindenden Inbetriebnahme wird der für Güter- und Personenzüge vorgesehene Tunnel die „längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt“ sein. Güterzüge sollen mit bis zu 160 km/h und Personenzüge mit bis zu 250 km/h durch den Tunnel fahren können. Die Strecke soll somit in 25 statt 80 Minuten bewältigt werden können.

Als Gesamtprojektkosten wurden 10,5 Milliarden Euro veranschlagt. 204 der insgesamt 230 Tunnelkilometer des Brenner-Basistunnels und damit 90 Prozent der Gesamtstrecke waren zuletzt bereits herausgebrochen. Im Laufe des kommenden Jahres sollte voraussichtlich bereits der gesamte BBT-Vortrieb beendet sein.
18.09.2025, red, ORF.at/Agenturen

Roten Knopf gedrückt: Durchschlag im Brenner-Basistunnel
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#53
Deutschland
Entscheidung über BBT-Nordzulauf erwartet
1768580318870.png

Ab 2032 sollen durch den Brenner-Basistunnel (BBT) Züge rollen. Für die Zubringerstrecke durchs bayerische Inntal läuft noch immer die Planung. Die Entscheidung über den Brenner-Nordzulauf soll in den nächsten Monaten fallen.
Online seit heute, 6.17 Uhr
Teilen
Nach jahrelangen Debatten sollte im vergangenen Jahr der Bundestag über Gleisneubau und Streckenführung entscheiden. Nun heißt es, das Bundesverkehrsministerium wolle in den nächsten Monaten die Unterlagen prüfen und dann an den Bundestag leiten – der dann den weiteren Zeitplan bestimmt und über den weiteren Fortgang des Projekts sowie über dessen Ausgestaltung entscheidet.

Verzögerung wird mit Vielzahl an Projekte begründet
„Wir rechnen mit einer Entscheidung zum Brenner-Nordzulauf im ersten Halbjahr 2026“, sagt die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig (CSU), die im betroffenen Landkreis Rosenheim ihren Wahlkreis hat. Die Verzögerung erklärt sie mit der „Vielzahl der zu betrachtenden Schienenprojekte“.
Bürgerinitiativen unter dem Dach des Vereins Brennerdialog Rosenheimer Land bringen sich vor der erwarteten Entscheidung erneut in Stellung. Güter auf die Schiene sei der richtige Weg, heißt es in einer aktuellen Mitteilung.

Milliardenkosten für Neubau erwartet
Die Bürgerinitiativen fordern jedoch weiter einen Ausbau der Bestandsstrecke. Das sei die schnellere, billigere und nachhaltigere Alternative zum Gleisneubau, für den es keinen Bedarf gebe und der gravierende Auswirkungen auf Menschen und Kommunen in der Region habe, so der Verein Brennerdialog. Zudem würden Milliardensummen verschwendet. Die Schätzung der Neubau-Kosten liegt derzeit bei neun bis 15 Milliarden Euro. Das sei fast zehnmal so viel wie vor zehn Jahren angenommen, sagt der Vorsitzende Lothar Thaler.

Deutsche Bahn schlägt neue Trassenführung vor
Die Deutsche Bahn sah bei ihrer Planung hingegen im Ausbau keine Lösung. Sie hat eine Trassenführung für den Neubau ausgearbeitet und die Unterlagen an das Eisenbahn-Bundesamt übergeben – mehr dazu in BBT: Deutsche Bahn mit konkretem Zeitplan. Die Bundestagsentscheidung sei nun die Voraussetzung für die nächsten Planungsschritte, erläuterte eine Sprecherin.

Vor allem ging es zuletzt um die Frage, wo es zum Schutz der Anrainer zusätzliche Tunnel geben soll – was das Projekt deutlich verteuern und für Verzögerungen sorgen würde. Thema war zum Beispiel eine komplizierte Inn-Untertunnelung. Befürworter betonten, mit mehr Tunneln würden Eingriffe in die Landschaft dadurch verringert und die Akzeptanz bei der Bevölkerung größer.

Deutsche Bahn
Die Deutsche Bahn präsentierte bislang mehrere Vorschläge für die Trassenführung

Verkehrsminister spricht von Jahrhundert-Entscheidung
„Die Trassenführung ist eine Jahrhundert-Entscheidung. Sie muss mit Sorgfalt und Weitblick getroffen werden“, unterstreicht Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU). „Zum Neubau der Trasse gehören eine möglichst weitgehend unterirdische Streckenführung, ein umfassender Lärmschutz und der Schutz unserer Landschaft“, teilte der Minister über einen Sprecher mit. Die Verantwortung für den Ausbau des Brenner-Nordzulaufs samt Zeitplan liege beim Bund. Er sehe aber einen Neubau als unerlässlich für die bayerische Wirtschaft und den grenzüberschreitenden Verkehr.

Gigantisches Projekt soll 2040 fertiggestellt sein
Bisher ist trotz der Verzögerungen die Fertigstellung der Neubaustrecke im Jahr 2040 angepeilt – wenn also längst Züge durch den 55 Kilometer langen Brenner-Basistunnel rollen sollen. Die Gegner des Neubaus haben Klagen angekündigt, wenn die Entscheidung für den Gleisneubau im Inntal fällt. Das könnte einen Baustart weiter verzögern.

Der Bau des Basistunnels wurde 2004 beschlossen, 2012 vereinbarten Deutschland und Österreich die gemeinsame Planung der nördlichen Zulaufstrecke. 2016 beschloss der deutsche Bundestag, den Brenner-Nordzulauf im Bundesschienenausbaugesetz als Projekt im vordringlichen Bedarf aufzunehmen.
16.01.2026, red, tirol.ORF.at/Agenturen

Entscheidung über BBT-Nordzulauf erwartet
 
Oben