"Wien-Museum" am Karlsplatz wegen Um- und Ausbau bis 2024 geschlossen

josef

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Wien Museum schließt für Umbau
Das Wien Museum hat am Sonntag zum letzten Mal vor dem Umbau seine Pforten geöffnet. Am Montag beginnen die ersten Arbeiten. In den vergangenen zwei Wochen gab es noch etwa 20.000 Besucherinnen und Besucher.
Sie genossen mit drei Ausstellungen und zahlreichen Sonderveranstaltungen zum letzten Mal das Museum in seiner jetzigen Form. 60 Jahre nach seiner Eröffnung beginnen jetzt der Um- und Ausbau. Am letzten Tag begrüßten der Direktor und seine Finanzchefin persönlich die Gäste. Oliver Baier führte gemeinsam mit einem Kurator durch die Republik-Ausstellung.








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Wohnungen als Herausforderung
Ab Montag wird abgebaut und verpackt. Gelagert werden die Exponate im Depot in Himberg. Besonders heikel ist der Abbau der kleinen Museen im Museum, der Wohnungen von Adolf Loos und von Franz Grillparzer, erklärt Direktor Matti Bunzl: „Da muss jeder Teil einzeln ausgebaut und eingepackt werden, verstaut werden. Es muss alles genau dokumentiert und fotografiert werden, damit es später wieder eingebaut werden kann.“

Das Modell für den Umbau steht bereits fest, noch offen ist, wer die Bauarbeiten durchführen wird. Finanzdirektorin Christina Schwarz schilderte den weiteren Plan: „Es muss jetzt ausgeschrieben werden. Es ist eine EU-weite Ausschreibung, weil wir dem Bundesvergabegesetz unterliegen. Jetzt braucht es nur mehr die Firma oder Firmen, die den Bau bewerkstelligen.“


APA/CWR ARCHITEKTEN
Das umgebaute Museum soll 2024 eröffnen

Mini-Wien wird restauriert
Im Frühjahr gestaltet das Wien Museum eine große Ausstellung in Japan, wo viele Ikonen der Sammlung von den Schiele-Bilder bis zu Gustav Klimts „Emilie Flöge“ gezeigt werden. Nicht nach Japan reisen kann das filigrane Stadtmodell, das 1898 angefertigt worden ist, zum 50-jährigen Thronjubiläum Kaiser Franz Josephs. „Das ist aus Papier und mit Wasserfarben bemalt. Das muss jetzt vorsichtig abgebaut werden und ganz wichtig - es wird restauriert“, so Bunzl - mehr dazu in Modellpflege: Mini-Wien wird restauriert.

Sonderausstellungen des Wien Museums werden in den kommenden Jahren im MUSA gleich neben dem Rathaus gezeigt. Am Karlsplatz muss die Neugestaltung auch noch baulich vorbereitet werden, so Schwarz: „Das ganze ist ein Pfahlbau, der muss verstärkt werden. Und es wird der bestehende Härtel-Bau, der denkmalgeschützt ist, saniert und es kommen zwei zusätzliche Stockwerke als unabhängige Baukörper dazu.“ Wann genau mit den Bauarbeiten begonnen wird, steht noch nicht fest, spätestens in fünf Jahren soll das Wien Museum wieder eröffnet werden.

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Publiziert am 03.02.2019
Wien Museum schließt für Umbau
 

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Wien Museum wird ein Jahr ausgeräumt
Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Aufstockung des Wien Museums. Allein das Ausräumen wird ein Jahr dauern. Das Haus wird wohl 2023 wiedereröffnet. Fix ist, dass sich die Dauerausstellung chronologisch über mehrere Etagen erstrecken wird.
Direktor Matti Bunzl hat im Gespräch mit der APA erstmals verraten, was die Besucher künftig erwartet. Die Dauerausstellung soll spektakulärer werden: Die permanente Ausstellung wird sich im gesamten historischen Bau von Oswald Haerdtl ausbreiten. Auch das große Atrium wird durch neu eingezogene Geschoße unterteilt und einbezogen. Schon die Eingangssituation zeigt sich dann verändert. Das Haus wird künftig über einen Pavillon betreten - der ebenfalls bespielt werden kann.

Von Römern bis Waldheim
Vom anschließenden Foyer führt der Weg direkt zur ersten Station. Diese ist dort untergebracht, wo bisher die meisten Sonderausstellungen gastierten. Der Auftakt des Rundgangs wird sich mit der geografischen bzw. topografischen Situation der Hauptstadt auseinandersetzen. Auch den ersten Siedlern sowie den Römern wird man dort begegnen. Dann wird man im Kreis über mehrere Stockwerke sowie historische Abschnitte nach oben geführt, wobei zu diesem Zweck auch eine neue Treppe installiert wird.

Im heutigen Atrium werden bedeutende Objekte wie ein Modell des Stephansdoms, das Waldheim-Holzpferd oder der eiserne Walfisch aus dem verschwundenen ehemaligen Praterlokal postiert. Die einzelnen Epochen werden jeweils eine völlig eigene gestalterische Sprache sprechen, wie Bunzl ankündigte. So wird etwa den großen Kunstwerken der Wiener Moderne die Armut oder der Antisemitismus jener Zeit flankierend gegenübergestellt.

NS-Zeit anhand von Tatorten
Ähnliches plant der Direktor auch in jenem Abschnitt, der sich dem Nationalsozialismus widmen wird - der bisher in der Dauerausstellung kein Thema war. Anti-jüdische Plakate könnten dort etwa gemeinsam mit heutigen Anti-Islam-Postern gezeigt werden. Die Darstellung der NS-Zeit soll sich vor allem spezifischen Wiener Aspekten widmen, also etwa Tatorten wie dem Spiegelgrund oder dem Hotel Metropole, das von den Nazis zur Gestapo-Leitstelle umfunktioniert wurde.

Enden wird die Dauerausstellung im Nachkriegswien. Insgesamt wird sich die Schau über mehr als 3.100 Quadratmeter erstrecken. Das sind deutlich mehr als die zuletzt zur Verfügung stehenden rund 2.000 Quadratmeter. Vertraute Objekte wie das Grillparzerzimmer oder das berühmte Stadtmodell werden dort, so wird beteuert, ebenfalls wieder zu finden sein - mehr dazu in Miniatur-Wien wird für Museumsumbau zerlegt.


APA/ Gerald Mackinger
Das Stadtmodell ist vor allem aus Karton und Papier gefertigt

Schanigarten auf dem Karlsplatz
Im ersten der neuen Stockwerke, im sogenannten Fugengeschoß, werden unter anderem Veranstaltungsräume und Ateliers untergebracht. Auch ein kleines, frei zugängliches Cafe wird dort Gäste erwarten - wobei auf der Balustrade auch Sitzplätze im Freien geplant sind. Apropos Gastronomie: Ein größeres - ebenfalls ohne Ticket nutzbares - Lokal wird es im Erdgeschoß geben, inklusive Schanigarten am Karlsplatz. Der gesamte oberste Bereich des Stadtmuseums wird für die Sonderausstellungen reserviert. Rund 1.200 Quadratmeter können dort flexibel genutzt werden.

Derzeit wird das Wien Museum ausgeräumt. Die Exponate sowie die umfangreiche Grafik- und Fotosammlung werden ins Depot nach Himberg verfrachtet. Das Personal zieht bald ins Übergangsquartier nach Meidling. Im Sommer wird das leere Gebäude dann ungewöhnlich genutzt: Im Rahmen des Projekts „Takeover“ gastiert Street-Art und die Skater-Community. Auch das Popfest wird den Komplex als Aufführungsort nutzen. Nach dem Humanities-Festival Ende des Sommers ist dann endgültig Schluss.

Erste Baumaßnahmen im Oktober
Ab Oktober werden laut Matti Bunzl dann erste Baumaßnahmen sowie vertiefte Bauuntersuchungen stattfinden. Auch die Stadtarchäologie wird bei den Aufgrabungen im Umfeld mit dabei sein. Gleichzeitig wird die Ausschreibung für einen Generalunternehmer vorbereitet - der Mitte 2020 tätig werden soll. Auf einen genauen Termin für die Wiedereröffnung legt man sich nicht fest. Anvisiert wird jedenfalls das Jahr 2023.

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Publiziert am 05.06.2019
Wien Museum wird ein Jahr ausgeräumt
 
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