USA - Israel: Angriff auf den Iran bzw. israelische Angriffe auf proiranische Hisbollah-Milizen im Libanon

josef

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#61
Neue Drohung
Ultimatum treibt Trump ins Dilemma
Kurz vor dem Ablauf von Donald Trumps jüngstem Ultimatum an den Iran am Dienstag hat der US-Präsident deutlich an der Eskalationsschraube gedreht. „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und niemals wieder zum Leben erweckt werden“, schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social. Derzeit rechnet kaum jemand damit, dass es zu einer Einigung zwischen den USA und dem Iran kommt – vielmehr drohte der Iran seinerseits. Trump gerät unter Druck, denn seine Taktik nutzt sich ab, und ihm fehlt ein Weg aus dem Konflikt.
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Es ist nicht das erste Ultimatum, das Trump dem Iran gestellt bzw. das er nachträglich ausgedehnt hat. Bisher rechtfertigte er das mit „produktiven Verhandlungen“, doch am Dienstag um 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (2.00 Uhr MESZ) steht der nächste Stichtag ohne Aussicht auf Einigung bevor. Man werde in der Nacht herausfinden, ob sich im Iran etwas geändert habe, so Trump nun. „47 Jahre Erpressung, Korruption und Tod werden endlich zu Ende gehen“, schrieb er weiter.

Eigentlich hatte sich Trump wiederholt gegen eine Involvierung der USA in „endlose Kriege“ ausgesprochen. Doch seine Strategie, den Iran rasch und mit möglichst geringem Eigeneinsatz zum Nachgeben zu zwingen, scheint augenscheinlich nicht zu fruchten. Einen Vorschlag für eine 45-tägige Waffenruhe mit parallel laufenden Friedensverhandlungen samt einer Öffnung der Straße von Hormus hat der Iran abgelehnt.

Trump versucht in Reaktion, dem auslaufenden Ultimatum mit eskalierenden Drohungen Nachdruck zu verleihen. Bereits am Montag hatte er bei der ersten Pressekonferenz seit Beginn des Iran-Krieges zu drastischer Rhetorik gegriffen: Es müsse bis Dienstagabend einen „Deal“ mit dem Iran geben, der für ihn akzeptabel sei. Andernfalls würden die USA vier Stunden nach Auslaufen des Ultimatums jede Brücke und jedes Kraftwerke im Iran zerstören. Er wolle aber nicht, dass es so weit komme.

Israel warnt Menschen im Iran vor Zugsfahrten
Kritikerinnen und Kritikern zufolge würde Trump Kriegsverbrechen begehen, wenn die USA zivile Kraftwerke angreifen. Trump sagte dazu, das mache ihm „keine Sorgen“. Auch Israel baute die Drohkulisse weiter auf: Das Militär des Landes forderte Menschen im Iran auf, keine Züge zu benutzen und sich nicht in der Nähe von Bahnstrecken aufzuhalten.

„Zu Ihrer eigenen Sicherheit bitten wir Sie höflich, ab sofort bis 21.00 Uhr iranischer Zeit auf die Nutzung von Zügen und auf Zugsfahrten im gesamten Iran zu verzichten“, teilte das Militär in Persisch auf X mit. „Ihre Anwesenheit in Zügen und in der Nähe von Bahnstrecken gefährdet Ihr Leben.“

Landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur
Bereits Dienstagmittag meldete der Iran landesweite Angriffe auf seine Verkehrsinfrastruktur. Neben der Bombardierung einer Eisenbahnbrücke nahe Kaschan seien auch mehrere Autobahnen Ziel von Luftangriffen gewesen, wie die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete. In Teheran waren laute Explosionen zu hören, iranische Staatsmedien schrieben von 18 Toten nahe der Hauptstadt.

Den Berichten zufolge wurde zudem die für Ölexporte bedeutende Insel Charg angegriffen. In der Provinz Ostaserbaidschan sei eine Autobahn nach Einschlägen von Geschoßen gesperrt worden, so IRNA. Auch Angriffe auf eine Autobahnbahnbrücke bei Täbris im Westen des Landes wurden gemeldet. Bereits vergangene Woche brachte ein US-Bombardement die größte Brücke im Iran zum Einstürzen. Auch US-Medien berichteten von verstärkten Angriffen auf militärische Ziele im Iran.

Iran droht zurück
Der stellvertretende Sportminister des Iran, Aliresa Rahimi, rief für Dienstagmittag Ortszeit Künstler und Sportler dazu auf, Menschenketten an Stromkraftwerken im ganzen Land zu bilden. „Wir werden Hand in Hand stehen, um zu sagen: Angriffe auf öffentliche Infrastruktur sind ein Kriegsverbrechen“, schrieb Rahimi auf der Plattform X.

Gleichzeitig antwortete die iranische Revolutionsgarde mit Drohungen in Richtung der USA und der Nachbarländer. Die Zeit der Zurückhaltung sei vorbei, man werde die USA und Partner ins Visier nehmen und die regionale Öl- und Gasversorgung für Jahre beinträchtigen. Würden die USA eine „rote Linie“ überschreiten, wären auch Angriffe außerhalb der Golfregion möglich.

Trump nennt Iraner „Tiere“
Kurz vor der Pressekonferenz hatte Trump den Iran am Montag wüst beschimpft. Auf die Frage, warum ein Angriff auf die Infrastruktur des Landes seiner Meinung nach kein Kriegsverbrechen sein solle, sagte Trump, weil „sie Tiere“ seien. Einen Tag zuvor hatte Trump auf Truth Social gepostet: „Öffnet die beschissene (‚fuckin’‘, Anm.) Straße von Hormus, ihr verrückten Bastarde, sonst werdet ihr in der Hölle leben!“ Er schloss den Post mit den Worten „Gelobt sei Allah“, nicht zuletzt das sorgte für herbe Kritik an dem Republikaner.

Die iranische Militärführung wies die Drohungen Trumps als „arrogante Rhetorik und haltlose Drohungen“ zurück. Trump sei „wahnhaft“, sagte der Sprecher der Chatam-al-Anbija-Kommandozentrale, Ebrahim Solfakari, laut Staatsmedien. Die „rüde, arrogante Rhetorik und haltlosen Drohungen des wahnhaften US-Präsidenten“ würden die Angriffe auf die „amerikanischen und zionistischen Feinde“ nicht stoppen.
Folgen unabsehbar
Sollte das Ultimatum am Dienstag ohne Einigung auslaufen, ist fraglich, welche Strategie die USA verfolgen werden. Weitere Militärschläge würden die USA noch tiefer in den Konflikt ziehen, diesen verlängern und eskalieren, doch die militärische Intervention ist in den USA unbeliebt, und die hohen Ölpreise und Lebenshaltungskosten sorgen für Unzufriedenheit.
Trump könnte auch einer erneuten Verlängerung des Ultimatums zustimmen, allerdings würde ein Rückzieher nach den detaillierten Drohungen Trumps Glaubwürdigkeit stark untergraben, während der Krieg weitergeht. Eine für Dienstag angesetzte Pressekonferenz des Pentagon wurde jedenfalls ohne Kommentar abgesagt.
Luftangriffe im Iran halten an
Bei Luftangriffen nahe der Hauptstadt Teheran wurden am Dienstag in einer angrenzenden Provinz mindestens 18 Menschen getötet, auch auf Teheran selbst gab es laut Berichten schwere Bombenangriffe. Dabei soll auch eine Synagoge beschädigt worden sein. Der Iran meldete zudem Explosionen auf der für den Ölexport wichtigen Insel Charg. Laut dem US-Nachrichtenportal Axios handelte es sich um einen US-Angriff.
07.04.2026, red, ORF.at/Agenturen

Neue Drohung: Ultimatum treibt Trump ins Dilemma
 

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#62
Für zwei Wochen
USA und Iran vereinbaren Waffenruhe
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Eine weitere Eskalation des Iran-Krieges ist vorerst abgewendet. Unter Vermittlung des pakistanischen Premierministers Shebaz Sharif stimmten die USA und der Iran in der Nacht auf Mittwoch einem zweiwöchigen Waffenstillstand zu. Die Einigung kam nach Angaben von US-Präsident Donald Trump weniger als zwei Stunden vor dem Ablauf seines Ultimatums an den Iran zustande.
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Trump hatte zuvor damit gedroht, dass „eine ganze Zivilisation heute Nacht sterben wird“, sollte der Iran seine Forderungen nicht erfüllen. Daraufhin hatte die iranische Revolutionsgarde mit einer Ausweitung der Angriffe gedroht. Bedingung für die Waffenruhe ist laut USA, dass der Iran seine Blockade der Straße von Hormus aufhebt.

Der iranische Außenminister Abbas Araktschi kündigte an, dass die Straße von Hormus im Rahmen der Waffenruhe geöffnet werde – in Abstimmung mit den iranischen Streitkräften und unter Berücksichtigung technischer Einschränkungen. Israel unterstütze die Entscheidung der USA, die Angriffe gegen den Iran für zwei Wochen einzustellen, teilte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu mit.

Pakistan: Waffenruhe ab sofort
Es war zuerst unklar, wann genau die Waffenruhe vollständig in Kraft treten wird. Mehr als eine Stunde nach Trumps Ankündigung meldete das israelische Militär den Abschuss von Raketen aus dem Iran. In Tel Aviv waren Explosionen von abgefangenen Geschoßen zu hören. Auch Golfstaaten wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate lösten Luftalarm aus.

AP/Pool Photo/Hasnoor Hussain
Pakistans Premier Sharif vermittelte zwischen den USA und dem Iran

Laut dem vermittelnden Pakistan soll die Waffenruhe allerdings mit sofortiger Wirkung greifen. Die Islamische Republik Iran und die USA sowie ihre Verbündeten hätten einer sofortigen Waffenruhe einschließlich des Libanon und anderer Staaten zugestimmt, schrieb Sharif auf X. Laut Netanjahu gilt die vereinbarte Waffenruhe nicht für den Libanon. In der Früh veröffentlichte Israel eine neue Aufforderung zur Evakuierung für eine Stadt im Südlibanon.

Sharif lud Delegationen der USA und des Iran für Freitag zu einem Treffen nach Islamabad ein. Nach Angaben des Weißen Hauses könnte es erstmals wieder direkte Gespräche zwischen beiden Seiten geben. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres forderte zudem „alle Konfliktparteien im Nahen Osten auf, ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen“.

Iran übermittelte Zehnpunkteplan
Vertreter des Iran übermittelten den USA einen Zehnpunkteplan für ein dauerhaftes Kriegsende. Trump sah darin eine „praktikable Grundlage für Verhandlungen“. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim beinhaltet dieser iranische Entwurf die Forderung nach einer dauerhaften Einstellung von Aggressionen, die Kontrolle über die Straße von Hormus, die Aufhebung der Sanktionen und die Erlaubnis, Uran anzureichern. Die Nachrichtenagentur Fars zählte ebenfalls diese Inhalte auf, es hieß jedoch auch, dass sich der Iran laut diesem Plan verpflichte, niemals Atomwaffen herzustellen.

Nach Angaben eines hochrangigen israelischen Beamten habe die Trump-Regierung Israel mitgeteilt, dass die USA in den bevorstehenden Verhandlungen an ihren Forderungen festhalten würden. Dazu zähle, dass der Iran die Urananreicherung einstellen und die Bedrohung durch ballistische Raketen beseitigen müsse.

Beide Seiten präsentieren sich als Sieger
Nach der Einigung erklärten sich beide Seiten zum Sieger in dem von den USA und Israel begonnenen Krieg. Trump sprach von einem „vollständigen Sieg“ der USA. Die militärischen Ziele seien bereits erreicht worden, und man sei auf dem Weg zu einem langfristigen Friedensabkommen. Zudem erhofft sich Trump offenbar einen großen wirtschaftlichen Gewinn: „Es wird viel Geld verdient werden.“ Er kündigte auch an, dass die USA bei der Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus helfen werden.

Der Nationale Sicherheitsrat des Iran stellte die Einigung ebenfalls als Sieg dar und erklärte, Trump habe die iranischen Bedingungen für ein Ende der Feindseligkeiten akzeptiert. Zuvor hatte ein hochrangiger iranischer Insider der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, Teheran lehne eine vorübergehende Feuerpause ab und fordere für einen dauerhaften Frieden unter anderem Entschädigungen sowie Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, wies das zurück. „Die Wahrheit ist, dass Präsident Trump und unser starkes Militär den Iran dazu gebracht haben, der Wiederöffnung der Straße von Hormus zuzustimmen“, sagte sie.

Jubel bei iranischen Regierungsanhängern
Nach Verkündung der Feuerpause strömten im Iran zahlreiche Regierungsanhänger und -anhängerinnen auf die Straße und jubelten über die verkündete Feuerpause, wie der iranische Sender SNN TV berichtete. Sie sehen die iranische Position in der Straße von Hormus als gefestigt an, was einen Sieg des Irans bedeute.

APA/AFP
Regierungsanhänger jubelten im Iran über die Verkündung der Feuerpause

Maryam Rajavi, Führerin der iranischen Exilopposition des Nationalen Widerstandsrates (NCRI), begrüßte die Waffenruhe in einer Aussendung grundsätzlich. Zugleich hoffte sie, dass nun nicht nur ein Weg gefunden werde, den Krieg zu beenden, sondern den Iranern auch Freiheit zu bringen, erklärte die Regimekritikerin.

In dem seit sechs Wochen andauernden Krieg kamen im Iran nach Zählungen von Regierungsquellen und Menschenrechtsgruppen mehr als 5.000 Menschen ums Leben, darunter über 1.600 Zivilisten und Zivilistinnen im Iran.

Meinl-Reisinger: Waffenruhe als „Verschnaufpause“
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS), derzeit im saudischen Riad auf Besuch, bezeichnete die Waffenruhe im Ö1-Interview als eine „Verschnaufpause“, um der Diplomatie den Durchbruch zu verschaffen, auch wenn noch viele Fragen offen seien. Es werde schwierig, mit diesen Verhandlungen in zwei Wochen einen Weg aus dem Krieg zu finden. Es dürfe jedenfalls nicht dazu führen, dass ein Land eine so wesentliche Schifffahrtsroute wie die Straße von Hormus blockiert.

Ölpreise geben nach
Die Finanzmärkte reagierten erleichtert auf die vereinbarte Feuerpause. Die Börsenkurse in Ostasien stiegen, während die Ölpreise deutlich nachgaben. Der Preis für ein Fass Öl der Nordsee-Sorte Brent mit Lieferung im Juni sank um 16 Prozent auf rund 79 Euro.
Zuvor hatte Weltbank-Präsident Ajay Banga gewarnt, der Krieg werde das globale Wirtschaftswachstum bremsen und die Inflation anheizen. Die US-Energiebehörde EIA schätzte zudem, dass die Kraftstoffpreise selbst nach einer Wiederöffnung der Meerenge von Hormus noch monatelang hoch bleiben könnten. Auch der Weltverband der Fluggesellschaften (IATA) rechnet damit, dass es Monate dauern werde, bis sich die Versorgung mit Kerosin wieder erholt.
08.04.2026, red, ORF.at/Agenturen

Für zwei Wochen: USA und Iran vereinbaren Waffenruhe
 

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#63
Waffenruhe USA – Iran
Israel mit heftigen Angriffen auf Libanon
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Während sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt haben, hat Israel am Mittwoch seinen bisher größten Angriff auf Ziele der Hisbollah-Miliz im Libanon gemeldet. Die meisten angegriffenen Ziele hätten sich in zivilen Gebieten befunden, hieß es. Die libanesische Regierung sprach von Dutzenden Toten und Verletzten. Israel hatte zuvor erklärt, die Feuerpause gelte nicht für den Libanon. Der Iran erwägt laut Medienbericht neue Angriffe auf Israel. Mehrere Staaten fordern eine Waffenruhe auch für den Libanon.
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Ungeachtet der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran weitet Israel seine Angriffe im Libanon aus. Bei dem nach eigenen Angaben bisher größten Angriff seit Kriegsbeginn auf Einrichtungen der schiitischen Hisbollah im Libanon seien mehr als 100 Kommandozentren der Miliz in der Hauptstadt Beirut, der ostlibanesischen Bekaa-Ebene und im Südlibanon getroffen worden, teilte das israelische Militär am Mittwoch mit. Die meisten Ziele hätten sich in zivilen Gebieten im ganzen Land befunden.

Die jüngsten Bombardierungen Israels seien die schwersten, die der Libanon seit Beginn des Krieges zwischen der Hisbollah und Israel Anfang März erlebt habe, sagte eine libanesische Sicherheitsquelle gegenüber Reuters am Mittwoch. Eine libanesische Quelle im Zivilschutz sprach von Dutzenden Opfern bei Angriffen auf die Hauptstadt Beirut. Der libanesische Präsident Joseph Aoun erklärte sich unterdessen bereit, einem Abkommen über eine dauerhafte Friedensordnung in der Region beizutreten.

APA/AFP/Anwar Amro
Rauchwolken über Beirut nach den israelischen Angriffen

Chaos und Tote in Beirut
Mehrere der Bombenanschläge erschütterten die Hauptstadt Beirut und hüllten den Himmel in Rauch. Bei einem der Angriffe auf ein dicht besiedeltes Viertel kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben, wie eine Sicherheitsquelle mitteilte. Blutüberströmt und verletzt ließen Menschen in der Hauptstadt Beirut ihre Autos im Verkehr stehen und begaben sich zum nächstgelegenen Krankenhaus, wie Augenzeugen von Reuters berichteten.

Das libanesische Gesundheitsministerium rief die Bürgerinnen und Bürger im Land angesichts von großflächigen Staus dazu auf, Wege für Rettungswagen freizumachen. Das Libanesische Rote Kreuz teilte mit, mehr als 100 Rettungswagen seien auf den Straßen unterwegs, um Verletzte in Krankenhäuser zu bringen.

AP/Bilal Hussein
Feuerwehrleute suchen in Trümmern nach Überlebenden

Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam erklärte, Israels Angriffe hätten dicht besiedelte Wohngebiete getroffen und in mehreren Gebieten, insbesondere in Beirut, unbewaffnete Zivilisten getötet. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, es habe mehr als 150 Angriffe gegeben, viele in Beirut.

Israel: Angriffe inmitten ziviler Wohngebiete
Israels Armee sagte, ein Großteil der angegriffenen Hisbollah-Infrastruktur habe sich inmitten ziviler Wohngebiete befunden. Die Armee habe vor den Angriffen Schritte unternommen, um Unbeteiligte zu schonen. Der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani sagte am Nachmittag, die Hisbollah halte sich inzwischen in Gebieten im Libanon auf, die bisher nicht als ihre Hochburgen galten. „Das ist Teil ihrer Strategie.“ Die Angaben ließen sich zunächst allesamt nicht unabhängig überprüfen.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sagte in einer von seinem Büro verbreiteten Videobotschaft, es habe sich um den „schwersten konzentrierten Schlag“ gegen die Hisbollah seit dem September 2024 gehandelt. Damals waren gleichzeitig Tausende tragbare Funkempfänger und Walkie-Talkies im Libanon explodiert, Dutzende Menschen wurden getötet und Tausende verletzt. Überwiegend handelte es sich um Mitglieder der Hisbollah-Miliz, aber es kamen auch Zivilisten zu Schaden.

Die Hisbollah meldete zunächst keine weiteren Angriffe. Die aus ihren Hochburgen vertriebenen Bewohnerinnen und Bewohner rief die Hisbollah auf, solange nicht in ihre Wohnorte zurückzukehren, bis „die offizielle und endgültige Waffenruheerklärung im Libanon veröffentlicht worden ist“.

„Kampf im Libanon geht weiter“
Die israelische Armee und die israelische Regierung verdeutlichten, dass sich die zwischen den USA und dem Iran vereinbarte Feuerpause aus ihrer Sicht nicht auf den Libanon erstreckt. „Der Kampf im Libanon geht weiter“, teilte ein Armeesprecher im Onlinedienst X mit. Zuvor hatte bereits das Büro von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu mitgeteilt, Israel unterstütze zwar die Feuerpause im Iran, diese umfasse jedoch „nicht den Libanon“. Der Vermittler Pakistan hatte hingegen erklärt, die Feuerpause gelte für den gesamten Nahen Osten einschließlich des Libanon.

Mehrere europäische Staaten und Kanada forderten in einer Erklärung, die Feuerpause auch auf den Libanon auszudehnen: „Wir rufen alle Seiten dazu auf, den Waffenstillstand umzusetzen, auch im Libanon“, hieß es. Dem Vermittler Pakistan wurde für sein Engagement gedankt. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul forderte seinen israelischen Kollegen Gideon Saar nach Angaben eines Sprechers auf, dass „sich Israel auf die notwendige Selbstverteidigung gegen die Hisbollah beschränkt und nicht darüber hinausgeht“.

Unterdessen erwägt der Iran einem Medienbericht zufolge neue Angriffe auf Israel. Grund seien Verstöße Israels gegen die Feuerpause im Libanon, meldete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Regierungsvertreter.

Über 1.200 Tote und 1,2 Mio. Vertriebene seit Kriegsbeginn
Nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar hatte die mit Teheran verbündete Hisbollah-Miliz Raketen auf Israel abgefeuert. Die israelische Armee marschierte danach im Südlibanon ein und will das Grenzgebiet auf libanesischer Seite unbewohnbar machen. In den Dörfern nahe der gemeinsamen Grenze sollten alle Häuser zerstört werden, hatte Verteidigungsminister Katz vergangene Woche angekündigt.
Die rund 600.000 aus dem Süden des Nachbarlandes geflohenen Menschen dürften erst in ihre Heimat zurückkehren, wenn der Norden Israels wieder sicher sei. Zudem bekräftigte der Minister die Pläne, nach dem Ende des Krieges eine Pufferzone im Südlibanon einzurichten. Seit Beginn der israelischen Offensive gegen die Hisbollah am 2. März sind im Libanon mehr als 1,2 Millionen Menschen vertrieben und 1.200 getötet worden.
Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei Raketen auf das Nachbarland ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze.
08.04.2026, red, ORF.at/Agenturen

Waffenruhe USA – Iran: Israel mit heftigen Angriffen auf Libanon
 

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#64
Angriffe im Libanon
Evakuierungsaufrufe trotz Waffenruhe
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Trotz der aktuell geltenden Waffenruhe im Iran-Krieg greift Israel weiterhin Ziele im Libanon an. Nachdem bei den Luftangriffen auf die Hauptstadt Beirut am Mittwoch über 200 Menschen getötet worden waren, erteilte das israelische Militär am Donnerstagnachmittag erneut Evakuierungswarnungen für Vororte Beiruts. Man wolle weiter gegen die proiranische Schiitenmiliz Hisbollah vorgehen, hieß es.
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Laut dem Iran sind die Angriffe nicht mit der Waffenruhe vereinbar. Der iranische Präsident Massud Peseschkian erklärte am Donnerstag, dass die israelischen Angriffe auf den Libanon gegen das Waffenstillstandsabkommen verstießen und Verhandlungen sinnlos machen würden. „Verstöße gegen die Waffenruhe haben konkrete Konsequenzen und ziehen starke Reaktionen nach sich. Löschen Sie das Feuer sofort“, sagte auch der iranische Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf.

Bericht: Künftig 15 Schiffe pro Tag durch Straße von Hormus
Die Situation in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Straße von Hormus bleibt ebenfalls angespannt. Laut der russischen staatlichen Nachrichtenagentur TASS, die sich auf einen nicht genannten iranischen Regierungsvertreter bezieht, will der Iran höchstens 15 Schiffen pro Tag die Durchfahrt erlauben.

Nach übereinstimmenden Berichten haben wenige einzelne Schiffe seit der Verkündung der Waffenruhe die Meerenge passiert. Die allermeisten Reedereien warten aber unverändert auf eine Besserung der Sicherheitslage. Verbände rieten zunächst von einer nicht abgesprochenen Durchfahrt ab. NATO-Generalsekretär Mark Rutte informierte Insidern zufolge mehrere Bündnispartner, dass US-Präsident Donald Trump innerhalb weniger Tage konkrete Zusagen zur Sicherung der Straße von Hormus erwartet.

Iran will Gebühr verlangen
Aus Teheran hieß es, der Iran werde die Kontrolle in der Meerenge behalten und möglicherweise eine Maut kassieren. Am Mittwochabend hatte die iranische Revolutionsgarde vor Seeminen gewarnt und eine Karte mit eingezeichneter Gefahrenzone veröffentlicht.

Der iranische Vorschlag einer Durchfahrtsgebühr stieß in Europa auf heftige Kritik. „Das ist inakzeptabel, weil die freie Schifffahrt in internationalen Gewässern ein Gemeingut ist, das nicht behindert oder mit Gebühren belegt werden darf“, sagte etwa der französische Außenminister Jean-Noel Barrot. Das Völkerrecht sei „glasklar“, so ein Sprecher der Europäischen Kommission in Brüssel. „Die Schifffahrt muss frei sein“, betonte er. Die EU werde „keine Zahlung oder Gebühr irgendeiner Art“ akzeptieren.

Starke Kritik an israelischen Angriffen

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Auch für die Angriffe Israels im Libanon kam Kritik aus Europa: Die Waffenruhe müsse auf den Libanon ausgeweitet werden, forderte etwa die EU-Spitzendiplomatin Kaja Kallas. Israels Recht auf Selbstverteidigung rechtfertige „keine derart massive Zerstörung“, mahnte sie. Nach den israelischen Angriffen am Mittwoch mit über 200 Toten und rund 1.000 Verletzten wurde die Staatstrauer im Libanon ausgerufen.,

Frankreich, Deutschland, China, und weitere Staaten kritisierten Israel für die Angriffe. Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger gab bekannt, sie wolle Kontakt zu ihrem israelischen Amtskollegen Gideon Saar aufnehmen. Sie werde ihm zum Thema Libanon „eine Nachricht schicken“, sagte Meinl-Reisinger am Donnerstag der APA. „Gerade unter Freunden ist es notwendig, auch klar anzusprechen, (…) wo wir nicht einverstanden sind.“
09.04.2026, red, ORF.at/Agenturen

Angriffe im Libanon: Evakuierungsaufrufe trotz Waffenruhe
 

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#65
Straße von Hormus
Trump kündigt Blockade an
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Nach dem Scheitern der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran will US-Präsident Donald Trump die Straße von Hormus blockieren. Die US-Marine werde alle Schiffe daran hindern, in die Meerenge einzufahren oder diese zu verlassen, schrieb Trump am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social.
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„Die Blockade wird in Kürze beginnen“, erklärte Trump auf Truth Social. Die US-Streitkräfte seien auch angewiesen worden, alle Schiffe abzufangen, die Gebühren an den Iran gezahlt hätten. Niemand, der eine „illegale Maut“ entrichte, werde auf hoher See sichere Passage haben, schrieb Trump.

Zudem kündigte er an, vom Iran gelegte Seeminen in der für die Weltwirtschaft wichtigen Meerenge zerstören zu lassen. Trumps Ankündigung kam wenige Stunden nach Ende der Friedensgespräche in Pakistans Hauptstadt Islamabad. Die Delegationen der beiden Länder waren am Sonntag abgereist. US-Vizepräsident JD Vance, der das US-Verhandlungsteam leitete, hatte gesagt, man habe Teheran noch ein „letztes und bestes“ Angebot gemacht.

Keine Einigung in Atomfrage
Bei den 21-stündigen Gesprächen habe es „bedeutende Diskussionen mit den Iranern“ gegeben, so Vance. „Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass wir zu keiner Einigung gekommen sind.“ Auch Trump zufolge waren die Verhandlungen in Islamabad „gut“ verlaufen. Es habe „Einigungen in den meisten Punkten gegeben“ – allerdings nicht in der Atomfrage.

AP/Anjum Naveed
Die Gespräche in Islamabad blieben ergebnislos

„Alle Iraner, die uns oder friedliche Schiffe angreifen, werden in die Hölle gejagt“, schrieb Trump weiter. Er fügte hinzu, dass auch „andere Länder“ an den Maßnahmen zur Blockade der Straße von Hormus beteiligt sein würden – ohne jedoch näher darauf einzugehen.

Revolutionsgarde: Haben Kontrolle über Meerenge
In einem weiteren Beitrag auf der Plattform warf Trump dem Iran vor, die Öffnung der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus angekündigt und dann das Versprechen „wissentlich“ nicht gehalten zu haben. „Sie sagen, sie haben das Wasser vemint, obwohl ihre ganze Marine und die meisten Minenleger komplett in die Luft gejagt worden sind“, schrieb der Präsident.

APA/AFP/Ghulam Rasool
Konvoi von US-Vizepräsident Vance in Islamabad

Der Iran hatte die Straße von Hormus zu Beginn des Iran-Kriegs vor mehr als sechs Wochen weitestgehend gesperrt. Am Dienstag hatten sich der Iran und die USA dann auf eine Waffenruhe geeinigt. Washington erklärte sich zu einer zweiwöchigen Feuerpause bereit, Teheran stimmte im Gegenzug einer Öffnung der Wasserstraße zu.

Am Samstag teilte die US-Armee mit, dass zwei ihrer Kriegsschiffe die Meerenge durchquert hätten – was Teheran dementierte. Die Revolutionsgarde teilte kurz nach Trumps Blockadeankündigung am Sonntag mit, iranische Streitkräfte kontrollierten die Straße von Hormus.

Iran will „konstruktive Vorschläge“ vorgelegt haben
Laut dem iranischen Außenministeriumssprecher Esmail Baghaei Hamaneh ging es bei den Verhandlungen um zentrale Themen wie die für den weltweiten Ölhandel wichtige Seestraße von Hormus, die Atomfrage, Kriegsreparationen, die Aufhebung von Sanktionen sowie ein Ende des Krieges in der Region. Bis in den Sonntag hinein hätten „intensive Verhandlungen“ stattgefunden.

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf, der in Islamabad verhandelt hatte, warf den USA fehlende vertrauensbildende Maßnahmen vor. Die iranische Delegation habe „konstruktive Vorschläge vorgelegt“, den US-Vertretern sei es jedoch „nicht gelungen, das Vertrauen der iranischen Delegation zu gewinnen“, schrieb er am Sonntag auf der Plattform X.

APA/AFP/Pakistan Prime Minister’s Office
Der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf (l.) bei den Verhandlungen in Islamabad

Der iranische Präsident Massud Peseschkian sagte, die amerikanische „Doppelmoral“ sei das größte Hindernis für eine Einigung. „Bei den Verhandlungen in Islamabad waren das anhaltende Festhalten der USA an Doppelstandards sowie ihr machtpolitischer Anspruch das größte Hindernis“, sagte er in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Der Iran ist laut Peseschkian grundsätzlich zu einem fairen Abkommen bereit, um so einen dauerhaften Frieden in der Region zu ermöglichen. „Eine Einigung ist auch durchaus machbar, nur müssen sich die USA an die international anerkannten Vorschriften und das Völkerrecht halten.“

Fünf Wochen Krieg
Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran waren die auf höchster Ebene seit der Islamischen Revolution 1979 und die ersten direkten Verhandlungen zwischen beiden Seiten seit 2015. Damals war in Wien das internationale Atomabkommen geschlossen worden, das verhindern sollte, dass der Iran eine Atombombe entwickelt. US-Präsident war 2015 Barack Obama. 2018 stiegen die USA während der ersten Amtszeit Trumps aus dem Abkommen aus, der Iran sah sich in weiterer Folge nicht mehr daran gebunden.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar umfassende Angriffe auf den Iran begonnen. Nach fünf Wochen Krieg einigten sich die Konfliktparteien vor wenigen Tagen auf eine zweiwöchige Feuerpause. In dieser Zeit sollte unter der Vermittlung Pakistans über ein dauerhaftes Ende des Krieges verhandelt werden.

Die Positionen der Kriegsparteien lagen aber von Anfang an extrem weit auseinander. Pakistan rief nach Verhandlungsende beide Länder auf, trotz des vorläufigen Scheiterns der Diplomatie weiter die vereinbarte Waffenruhe einzuhalten.
12.04.2026, red, ORF.at/Agenturen

Straße von Hormus: Trump kündigt Blockade an
 

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#66
Trump droht iranischen Schnellbooten
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Die von den USA geplante Blockade der Straße von Hormus soll früheren Ankündigungen zufolge am Montagnachmittag in Kraft getreten sein. Unklar blieb vorerst, ob das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (CENTCOM) tatsächlich seit 16.00 Uhr (MESZ) bestimmte Schiffe an der Durchfahrt durch die Meerenge hinderte. US-Präsident Donald Trump drohte auf seiner Plattform Truth Social indes allen iranischen Schnellbooten mit der Zerstörung.
Online seit heute, 17.56 Uhr
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„Wenn sich eines dieser Schiffe unserer Blockade auch nur nähert, wird es sofort eliminiert“, schrieb Trump. Der US-Präsident schrieb weiter, das Militär werde „dasselbe Tötungssystem einsetzen, das wir gegen die Drogendealer auf Booten verwenden“. Er spielte damit auf die Luftangriffe auf Boote mutmaßlicher Drogenschmuggler vor der Küste Venezuelas an.

CENTCOM hatte erklärt, die Armee werde allen Schiffen die Durchfahrt durch die Straße von Hormus untersagen, „die iranische Häfen und Küstengebiete anlaufen oder von dort auslaufen“. Freie Durchfahrt soll es dagegen für alle anderen Schiffe geben, etwa Öltanker. Die Teilblockade gilt nach CENTCOM-Angaben für alle iranischen Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman. Die iranische Militärführung warf den USA „Piraterie“ vor.

Verhandlungen in Pakistan gescheitert
Trump hatte die Blockade nach dem Scheitern der direkten Verhandlungen mit dem Iran am Wochenende in Pakistan angekündigt. Als Grund nannte der US-Präsident Teherans Weigerung, Zugeständnisse beim iranischen Atomprogramm zu machen.Mit der Seeblockade will Trump verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden. Das soll den Druck auf Teheran erhöhen: Der Iran ist einer der größten Ölproduzenten der Welt. Entsprechend ist die Straße von Hormus für das Land enorm wichtig, um seine Ölexporte an die internationalen Märkte zu bringen.

Iran blockierte Meerenge seit Kriegsbeginn
Seit Kriegsbeginn am 28. Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran hatte dieser die weltweit für den Öltransport wichtige Meerenge vor seiner Küste blockiert. Die Durchfahrt von Tankern kam quasi zum Erliegen. Durch die Meerenge verläuft normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte. Weltweit schossen Energiepreise nach oben, was auch Trump unter Druck setzte. Am Mittwoch hatten sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Trump knüpfte das auch an die Öffnung der Meerenge.

Trump hatte seine Streitkräfte am Sonntag auch angewiesen, alle Schiffe abzufangen, die Gebühren an den Iran gezahlt hätten. Niemand, der eine „illegale Maut“ entrichte, werde auf hoher See sichere Passage haben, schrieb Trump. Zudem kündigte er an, vom Iran gelegte Seeminen in der für die Weltwirtschaft wichtigen Meerenge zerstören zu lassen.

UNO-Schifffahrtsorganisation: Jegliche Blockaden illegal
China, Rivale der USA und wichtiger Importeur iranischen Öls, kritisierte den Plan und verlangte eine „ungehinderte“ Durchfahrt durch die strategisch wichtige Meerenge. China hatte nach Trumps Angaben mitgeholfen, den Iran an den Verhandlungstisch zu bringen. Die Öffnung der Straße von Hormus war eine der Bedingungen für die derzeit geltende zweiwöchige Waffenruhe.

Die südostasiatischen ASEAN-Staaten riefen die USA und den Iran zu weiteren Friedensverhandlungen auf. Die Außenminister des Staatenbunds forderten beide Länder nach einer Videokonferenz am Montag auf, die Verhandlungen fortzusetzen, um ein „dauerhaftes Ende des Konflikts sowie dauerhaften Frieden und Stabilität in der Region“ zu erreichen. Sie forderten zudem eine „vollständige und wirksame Umsetzung“ der vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe sowie die „Wiederherstellung eines sicheren, ungehinderten und kontinuierlichen Transitverkehrs“ in der Straße von Hormus.

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) kritisierte jegliche Blockaden der wichtigen Schifffahrtsroute als illegal. „Gemäß internationalem Recht hat kein Land das Recht, die ungefährliche Passage oder die Freiheit der Schifffahrt durch internationale Meerengen für den internationalen Transit zu untersagen“, sagte der Generalsekretär der UNO-Sonderorganisation, Arsenio Dominguez, am Montag bei einer Pressekonferenz in London.


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Was Trumps Blockadeankündigung bedeutet


Hoffnung auf baldige Öffnung
Nils Haupt, Unternehmenssprecher beim Hamburger Logistikunternehmen Hapag Lloyd, sagte im Ö1-Interview, er hoffe darauf, bald die Straße von Hormus wieder frei nutzen zu können. „Wir sind weiter optimistisch, dass es jetzt hoffentlich bald klappen und die Straße von Hormus in beide Richtungen frei befahrbar sein wird.“

Derzeit würden keine Schiffe fahren, auch die sechs Schiffe des Unternehmens würden bereits seit fünf Wochen vor Anker liegen. Die Situation, vor allem was die Sicherheit der Durchfahrt betreffe, sei ungewiss, besonders die Minen würden eine sichere Durchfahrt so gut wie verunmöglichen. Dass die USA hier eingreifen würden, bewertete der Experte als positiv. Schließlich würden nicht zuletzt auch US-Sicherheitsgarantien ausschlaggebend sein, um die Straße in Zukunft wieder sicher durchqueren zu können.
13.04.2026, red, ORF.at/Agenture

Nahost-Krieg: Trump droht iranischen Schnellbooten
 

josef

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#67
Südlibanon
Zehntägigen Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon

Zu Flucht Gezwungene kehren zurück
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Nach Inkrafttreten einer zehntägigen Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon haben sich seit Freitagfrüh Zehntausende Menschen im Libanon auf den Weg zurück in ihre Heimatorte gemacht. Israel hält weiter einen breiten Gebietsstreifen besetzt. Die Waffenruhe scheint vorerst in groben Zügen zu halten.
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Auf den Straßen in Richtung Süden bildeten sich Augenzeugen zufolge lange Staus. Zahlreiche Fahrzeuge waren dicht bepackt und mit Matratzen und weiteren Habseligkeiten beladen. Sie ignorierten dabei auch die Warnung der libanesischen Armee.

Einige der Rückkehrenden schwenkten Fahnen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz aus dem Fenster, anderen zeigten das Siegeszeichen mit den Händen. Viele kehrten zu Fuß zurück. Einige der von den israelischen Luftstreitkräften zerstörten Brücken über das Wadi Litani wurden provisorisch so weit repariert, dass die Menschen auch mit Autos zurückkehren können.

„Ich bin so glücklich“, zitierte die Nachrichtenagentur dpa einen Mann, der sich auf den Weg in seine Heimatstadt Nabatija machte. „Ich werde mein Zelt auf meinem zerstörten Haus aufstellen und wieder zu Hause wohnen.“ Eine andere Rückkehrerin sagte laut dem Bericht: „Wir wissen, dass die Waffenruhe auf zehn Tage begrenzt ist, aber wir müssen zurückgehen und sehen, was von unseren Häusern übrig ist.“

Großflächige Zerstörung
Im Südlibanon und in den als Dahija bekannten südlichen Vororten Beiruts herrscht nach Wochen des Krieges großflächige Zerstörung. Viele Verbindungswege in Richtung Süden wurden während des Krieges vom israelischen Militär angegriffen und zerstört oder schwer beschädigt.

Libanesische Armee warnt vor Rückkehr
Trotz des Inkrafttretens der Waffenruhe zwischen den lange verfeindeten Nachbarländern warnte die libanesische Armee Vertriebene vor einer Rückkehr in den Süden des Landes. In der Region gebe es weiterhin „zahlreiche israelische Aggressionen“, erklärte die libanesische Armee am Freitag. Vertriebene sollten sich noch etwas gedulden, hieß es weiter.

Sie habe die Warnung der Armee zur Kenntnis genommen, sagte eine Frau laut der Nachrichtenagentur AFP. Dennoch habe sie sich wie viele andere auf den Weg gemacht. Die „Liebe der Menschen zu ihrem Land und ihren Häusern“ sei einfach zu groß, führte sie weiter aus.
Die Armee arbeitet nach eigenen Angaben an der Wiederherstellung der Küstenstraße in den Süden.

AP/Mohammed Zaatari
Menschen auf einer weitgehend zerstörten Brücke, die notdürftig wiederhergestellt wird

Eine Million musste flüchten
Rund eine Million Menschen wurden zur Flucht gezwungen. Im Libanon besteht zudem die Angst, dass Israel – ähnlich wie in Gaza – einen Teil des Libanon langfristig oder gar dauerhaft besetzt. Israel wird auch während der Waffenruhe einen etwa zehn Kilometer breiten Streifen des Südlibanon entlang der Grenze kontrollieren. Dorthin kann auch die von dort vertriebene Bevölkerung derzeit nicht zurückkehren.
Grafik: APA/ORF

Hisbollah zog Libanon in Krieg hinein
Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die Terrororganisation Hisbollah als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei durch Israel Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze. Bei den israelischen Angriffen wurden libanesischen Angaben zufolge bisher fast 2.200 Menschen getötet.
Die jüngste Waffenruhe kam unter Vermittlung der USA zustande. Erstmals seit drei Jahrzehnten hatten am Dienstag diplomatische Vertreter Israels und des Libanon direkte Gespräche geführt, die allerdings ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen waren. Der libanesische Präsident Joseph Aoun hatte Friedensverhandlungen in der Folge von einer Waffenruhe abhängig gemacht.

APA/AFP/Mahmoud Zayya
tErste Rückkehrer finden breite Zerstörung vor

Hisbollah: Keine Entwaffnung
Auch die Hisbollah begrüßte am Freitag die Waffenruhe – in die Verhandlungen war sie nur sehr indirekt via Teheran eingebunden. Zugleich betonte die vom Iran gestützte Miliz, sie werde sich nicht entwaffnen lassen. Genau das ist das erklärte Ziel Israels, der USA und des Libanon, dessen Armee das aber in der Vergangenheit bisher nie durchsetzen konnte – oder wollte. Israels Verteidigungsminister Israel Katz betonte seinerseits laut Kan, die Armee werde sich aus keinem der in den letzten Wochen eroberten Gebiete zurückziehen.

Scharfe Kritik in Israel
In Israel gibt es derweil scharfe Kritik an der Regierung und insbesondere an Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Die Bewohner im Norden an der Grenze zum Libanon fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen. Das gegebene Versprechen, die Gefahr durch die Hisbollah endgültig zu beseitigen, wurde nicht erreicht. Niemand in Israel glaubt derzeit daran, dass Israel die Kampfhandlungen nach Ablauf der zehn Tage erneut aufnehmen können wird.

Netanjahu wird zudem vorgeworfen, Israel zum Befehlsempfänger von US-Präsident Donald Trump gemacht zu haben, wie es mehrere Kommentare und Reporter im öffentlich-rechtlichen Sender Kan ausdrückten. In dieselbe Kerbe schlug auch das Front-Forum, eine Interessenvertretung der Regionen an der Grenze zum Libanon. Deren Vorsitzender Mosche Davidovitsch, sagte am Freitag gegenüber Kan, die Menschen in Nordisrael hätten ihren Glauben und ihre Hoffnung verloren. Den Verantwortlichen werde man das nicht nachsehen. Israel sei ein unabhängiger Staat, nicht Teil der USA.

Tatsächlich kam die Waffenruhe erst auf Druck Trumps zustande – so wie zuvor jene mit dem Iran. Allerdings war auch in der Vergangenheit bei der Einstellung von Kriegen oder militärischen Konfrontationen in Nahost oft Druck der USA auf Israel (und andere Kriegsparteien) ausschlaggebend.
17.04.2026, guti, ORF.at/Agenturen
Südlibanon: Zu Flucht Gezwungene kehren zurück
 

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#68
Iran öffnet Straße von Hormus
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Der Iran hat die Straße von Hormus für die Dauer der Waffenruhe im Libanon für die Handelsschifffahrt freigegeben. Die Durchfahrt aller kommerziellen Schiffe erfolge auf einer koordinierten Route, die von der iranischen Hafen- und Schifffahrtsbehörde bekanntgegeben worden sei, teilte der iranische Außenminister Abbas Araktschi am Freitag auf der Kurznachrichtenplattform X mit. US-Präsident Donald Trump bestätigte die Öffnung, die US-Blockade bleibe aber bestehen.
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Die Blockade der iranischen Häfen durch das US-Militär bleibe Trump zufolge aufrecht. Das gelte, bis die Verhandlungen mit dem Iran zu 100 Prozent abgeschlossen seien. Der Prozess sollte sehr rasch vorankommen, da die meisten Punkte bereits ausgehandelt seien, schrieb Trump auf Truth Social. Die Waffenruhe im Libanon war in der Nacht auf Freitag in Kraft getreten, sie wurde für zehn Tage vereinbart.

Kriegsschiffe dürfen die Straße von Hormus nach Angaben eines hochrangigen iranischen Militärvertreters nicht passieren. Handelsschiffe könnten die Meerenge dagegen mit Erlaubnis der Marine der Revolutionsgarde durchqueren, zitierte das Staatsfernsehen den Vertreter. Die Ölpreise gingen nach Ankündigung der Öffnung um gut zehn Prozent zurück.

EU fordert Verzicht auf Transitgebühren
In einer ersten Reaktion auf die Ankündigung der Öffnung forderte die EU den Iran auf, seine Pläne für Transitgebühren für die Nutzung der Straße von Hormus aufzugeben. Nach internationalem Recht müsse die Durchfahrt durch solche Wasserstraßen ermöglicht und kostenlos bleiben, schrieb EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas auf X. Ein Gebührenmodell würde einen gefährlichen Präzedenzfall für globale Seerouten schaffen.

In Paris berieten am Nachmittag zahlreiche Staats- und Regierungschefs, wie die Route militärisch gesichert werden könnte. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfing am Nachmittag neben dem deutschen Kanzler Friedrich Merz den britischen Regierungschef Keir Starmer und die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni. Die übrigen Teilnehmer, unter ihnen etwa 30 Staats- und Regierungschefs, wurden per Video zu den Beratungen zugeschaltet.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, die EU könne bei der Sicherung der Seewege helfen. Möglich seien die Weitergabe von Satellitendaten sowie eine Stärkung der EU-Marinemission Aspides, die derzeit im Roten Meer im Einsatz ist.

Blockade seit 28. Februar
Der Iran blockiert seit Beginn der Angriffe durch die USA und Israel am 28. Februar die strategisch wichtige Meerenge. Durch die Straße von Hormus wird etwa ein Fünftel der weltweiten Ölexporte transportiert. Das hat die Energiepreise in den vergangenen Wochen drastisch erhöht.
Trump äußerte sich zuversichtlich, dass der Krieg mit dem Iran bald beendet werden könnte. Zugleich rief er die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon auf, die zehntägige Waffenruhe zwischen dem Libanon und Israel einzuhalten. Israel seien zudem weitere Bombenangriffe auf den Libanon untersagt. „Israel wird den Libanon nicht länger bombardieren. Dies wurde ihnen von den USA verboten. Genug ist genug!!!“, so Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Trump: Kein Zusammenhang mit Libanon
Ein weiteres Treffen zwischen den USA und dem Iran könnte am Wochenende stattfinden, sagte Trump. „Wir werden sehen, was passiert. Aber ich glaube, wir stehen sehr kurz vor einem Abkommen mit dem Iran.“ Sollte ein Vertrag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad unterzeichnet werden, werde er möglicherweise dorthin reisen. Pakistanischen Vermittlerkreisen zufolge gibt es Fortschritte bei der Geheimdiplomatie.
Auf Truth Social dankte Trump am Freitag Pakistan und seinem „großartigen“ Premierminister Shehbaz Sharif sowie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. Er kündigte zudem an, dass der Iran die in der Straße von Hormus versenkten Minen entfernen werde bzw. entfernt habe. Zudem habe der Iran zugestimmt, dass die Straße von Hormus nie wieder geschlossen werde.

Laut Trump hängt „der Deal“ nicht mit dem Libanon zusammen, die USA würden aber den Libanon „wieder groß machen“. Die USA würden in angemessener Weise mit der Situation der militanten Hisbollah umgehen. Die USA erhielten Nuklearmaterial aus dem Iran. „Es wird keinerlei Geldtransfer in irgendeiner Form stattfinden.“ Es sei ein „großartiger und brillanter“ Tag für die Welt, so Trump.
17.04.2026, red, ORF.at/Agenturen

Für Dauer der Waffenruhe: Iran öffnet Straße von Hormus
 

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#69
Iran öffnet Straße von Hormus - und schon wieder zu...

Iranische Armeeführung
Straße von Hormus wieder gesperrt
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Der Iran macht die angekündigte Öffnung der Straße von Hormus nach einem Tag wieder rückgängig. Das teilte ein Sprecher des Hauptquartiers der Streitkräfte laut Nachrichtenagentur Fars am Samstag mit. Als Grund nannte er eine anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA.
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In der Erklärung heißt es weiter, der Iran habe einer kontrollierten Durchfahrt einer begrenzten Anzahl von Öltankern und Handelsschiffen durch die Straße von Hormus zugestimmt. Die USA hätten dagegen ihre Blockade fortgesetzt.

Aus diesem Grund sei die Kontrolle über die Straße von Hormus wieder in den früheren Zustand zurückgekehrt: Die strategisch wichtige Meerenge unterliege der strengen Verwaltung und Kontrolle der Streitkräfte. Daran ändere sich nichts, solange die Vereinigten Staaten die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit von Schiffen vom Iran zu ihrem Bestimmungsort und von ihrem Bestimmungsort zurück in den Iran nicht wiederherstellten.

Drohung nach Trump-Ankündigung
Teheran hatte am Freitag nach dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon eine Öffnung der Straße von Hormus für Handelsschiffe bekanntgegeben. US-Präsident Donald Trump begrüßte den Schritt, kündigte aber zugleich an, die US-Blockade iranischer Häfen bleibe bis zu einem Abkommen mit Teheran über ein endgültiges Ende der Kämpfe bestehen.

Daraufhin drohte der Iran mit einer erneuten Sperrung der wirtschaftlich und strategisch wichtigen Meerenge. Wenn die USA ihre Blockade iranischer Häfen fortsetzten, werde „die Straße von Hormus nicht offen bleiben“, schrieb Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf am Samstag auf der Plattform X.

Berichte über Schiffsbewegungen
Agenturberichten zufolge passierten während der kurzen Freigabe einige Schiffe die Straße von Hormus. Die Rede war von der ersten größeren Schiffsbewegung in dieser strategisch wichtigen Wasserstraße, seit die USA und Israel vor rund sieben Wochen ihren Krieg gegen den Iran begonnen hatten.

Laut Reuters habe eine Gruppe von vier Flüssiggastankern und Schiffen für Ölprodukte und Chemikalien die iranischen Gewässer südlich der Insel Larak durchquert. Auch ein in Dubai gestrandetes Kreuzfahrtschiff passierte die Meerenge und befand sich Samstagfrüh auf dem Weg nach Oman.

USA lockern Sanktionen auf russisches Öl
Der Iran hatte die Straße von Hormus nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe am 28. Februar blockiert. Außenminister Araktschi kündigte nun an, Handelsschiffen und Öltankern zunächst wieder die Durchfahrt zu erlauben. Er ließ offen, ob dem Iran dafür eine Mautgebühr gezahlt werden müsse. Unklar ist zudem, wie sich die Ankündigung auf die Schifffahrt auswirkt. Hunderte Tanker und Frachtschiffe sind im Persischen Golf blockiert, der Konflikt um die wichtige Meerenge führte zu gestiegenen Energiepreisen.

Um die globalen Energiemärkte zu beruhigen, lockern die USA jetzt ein weiteres Mal für einen Monat Sanktionen auf russisches Öl. Der Verkauf und die Lieferung von russischem Öl, das bis zur Nacht auf Freitag auf Schiffe geladen wurde, ist bis zur Nacht auf den 16. Mai (US-Ostküstenzeit) von US-Verboten ausgenommen, wie eine Behörde des US-Finanzministeriums mitteilte.

Laufende Vermittlungsversuche
Unterdessen laufen unter der Vermittlung Pakistans weiter Bemühungen, um die zwischen den USA und dem Iran ausverhandelte und bis Mittwoch geltende Feuerpause zu verlängern sowie eine umfassende Einigung auch im Streit über das iranische Atomprogramm anzubahnen.
Trump rechnet in den nächsten Tagen mit einem Abkommen. „Die Gespräche laufen“ und würden über das Wochenende fortgesetzt, sagte er Reportern. Laut unbestätigten US-Medienberichten könnten die Unterhändler am Montag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu einer neuen Verhandlungsrunde zusammenkommen.

Eine erste Gesprächsrunde hatte dort am vergangenen Wochenende ohne konkrete Ergebnisse geendet. Pakistan bereitet sich bereits auf weitere Verhandlungen vor. Registrierungen für Medienvertreter haben begonnen, und es wurde zusätzliches Sicherheitspersonal in die Stadt verlegt. Aus dem Weißen Haus verlautete, die Planungen liefen noch. Ein konkreter Termin sei bisher nicht angesetzt, sagte ein ranghoher US-Beamter der dpa.

Armeechef von Pakistan besuchte Teheran
Der pakistanische Armeechef Asim Munir führte als zentraler Vermittler seit Mittwoch Gespräche in Teheran, die nach drei Tagen abgeschlossen wurden, wie das pakistanische Militär mitteilte. Weiter Unklarheit herrscht gleichzeitig in zentralen Streitpunkten.

Ein Kernproblem bleibt das iranische Atomprogramm, das Teheran als zivil deklariert. Berichten zufolge schlugen die USA zuletzt eine 20-jährige Aussetzung aller nuklearen Aktivitäten vor, während der Iran einen Stopp von drei bis fünf Jahren anbot.

Trump sagte laut Reuters, die USA würden iranische Bestände an angereichertem Uran abtransportieren. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums wies das im staatlichen Fernsehen zurück und betonte, das Material werde nirgendwohin gebracht.
18.04.2026, red, ORF.at/Agenturen

Iranische Armeeführung: Straße von Hormus wieder gesperrt
 

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#70
Die simple Botschaft Trumps lautet: "Sie dürfen keine Atomwaffe haben"
Die erste Gesprächsrunde in Islamabad scheiterte am iranischen Atomprogramm. Es wurde im Juni-Krieg 2025 nicht "ausgelöscht", wie der US-Präsident behauptete

Im März haben die USA und Israel erneut iranische Atomanlagen angegriffen. Doch wo sind die 440 Kilogramm angereichertes Uran?
AFP/Satellite image

Einmal Atombombe und zurück – und dazwischen die doppelt gesperrte Straße von Hormus. Ganz zu Beginn des Irankriegs, nach dem ersten großen Militärschlag auf Teheran, stand die Aussage des US-Präsidenten, dass der Iran daran gehindert werden müsse, an Atomwaffen zu gelangen. Vergangenes Wochenende scheiterte die erste US-iranische Gesprächsrunde in Islamabad genau an der Nuklearfrage. Die Verhandlungen sollen jedoch weitergehen.

Bei Donald Trump gibt es wenige Konstanten in diesem Krieg. "They cannot have a nuclear weapon", "sie dürfen keine Atombombe haben", ist eine davon. Diese einfache Art der Kommunikation entspricht nicht nur der Funktionsweise dessen, was unter der MAGA-Baseballkappe des US-Präsidenten sitzt. Sie soll wohl auch die Tatsache verschleiern, dass die USA mit dem iranischen Regime darüber verhandeln, für wie viele Jahre es seine Urananreicherung einfriert, die Trump schon im 12-Tage-Krieg im Juni 2025 völlig vernichtet haben will.

Die USA verlangten in Islamabad 20 Jahre Anreicherungsstopp, der Iran bot fünf. Der Basar ist eröffnet. Urananreicherung – oder keine Urananreicherung – mit dem nuklearen Status eines Landes gleichzusetzen, ist ohnehin hochgradig populistisch. Nicht nur, dass Urananreicherung nicht gleichbedeutend mit einem Atomwaffenprogramm ist. Es gibt auch andere Pfade zur Nuklearbewaffnung, jene mit Plutonium. Die Uranbombe ist die Atombombe des armen Mannes.

Die "Breakout Time"
Vor dem Abschluss des Wiener Atomdeals von 2015 lag die "Breakout Time" des Iran – die Zeit, die er gebraucht hätte, um genügend Uran für eine Bombe anzureichern – bei zwei bis drei Monaten. Mit dem Inkrafttreten des Deals stieg sie auf ein Jahr. Trump brachte das Atomabkommen durch den Austritt der USA 2018 zu Fall. Ein paar Jahre später lag die iranische "Breakout Time" bei zwei Wochen.

Es wurde, aus US-israelischer Sicht, ein Krieg notwendig, um diese Entwicklung zu revidieren. Im Juni 2025 ließ Trump die unterirdischen iranischen Atomanlagen mit bunkerbrechender Munition bombardieren. "Iran's Nuclear Facilities Have Been Obliterated, and Suggestions Otherwise are Fake News", "Irans Atomanlagen sind ausgelöscht, und anderslautende Aussagen sind Fake News": Diese Presseerklärung kann man auch heute noch auf der Homepage des Weißen Hauses lesen. Aber ganz so ist es nicht.

Vor allem bleiben die 440 Kilogramm, die der Iran auf 60 Prozent angereichert hat, weiter verschwunden. Die USA haben sie im aktuellen Krieg nicht, wie angekündigt, "herausgeholt". Bei den Atomverhandlungen vor 2015 ging es noch darum, dem Iran sein auf 19,75 Prozent angereichertes Uran abzunehmen – das gilt gerade noch als "niedrig angereichert". Dass der Iran zu den 440 Kilogramm hoch angereichertes Material heute wieder etwa 270 Kilogramm dieses Urans und tausende Kilos unter dieser Anreicherungsgrenze hat, wird nicht einmal mehr erwähnt.


Die iranische Delegation vergangene Woche in Islamabad – ohne Turban.
via REUTERS/Pakistan's Ministry

Schon einmal haben Iraner und Amerikaner offiziell und direkt über das iranische Atomdossier verhandelt. In Wien trafen zwischen 2013 und 2015 US-Außenminister John Kerry und sein Amtskollege Mohammed Javad Zarif regelmäßig aufeinander, normalerweise umgeben von Vertretern und Vertreterinnen der EU, Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands sowie Russlands und Chinas. Aber es gab auch Vier-Augen-Gespräche. Dass Kerry und Zarif einen guten Draht zueinander gefunden hatten, wurde ihnen von den Hardlinern zu Hause jeweils schwer angekreidet.

21-Stunden-Gespräche
Laut dem neuen US-Chefverhandler soll es, trotz des vorläufigen Scheiterns, voriges Wochenende in Islamabad ebenfalls "some good conversations" mit den Iranern gegeben haben. Der Vizepräsident der USA verhandelte 21 Stunden lang mit Offiziellen der Islamischen Republik Iran von protokollarisch niedrigerem Rang als er selbst. Es gehört zu dieser paradoxen Zeit, dass die Umstände dieser Verhandlungen fast schon achselzuckend zur Kenntnis genommen werden.


Für die USA verhandelt der kriegsunwillige J. D. Vance.
AFP/POOL/JACQUELYN MARTIN

Manche sahen es als Himmelfahrtskommando Trumps für den kriegsunwilligen J. D. Vance. In der iranischen Delegation befanden sich übrigens wenige Turbanträger, so viel zur Zuschreibung "Mullahregime". Aber "der Mullah", der Sohn und Nachfolger des getöteten religiösen Führers Ali Khamenei, Mojtaba Khamenei, soll seinen Segen zu den Gesprächen gegeben haben. Wenn er denn noch lebt und denken und handeln kann.

Der Krieg, der die Golfregion – und mit ihr die Weltwirtschaft – an den Abgrund treibt, hat aber auch noch anderes Erstaunliches hervorgebracht. Drei Tage nach Islamabad saßen einander Nada Hamadeh Mouawad und Yechiel Leiter, Botschafterin bzw. Botschafter des Libanon und Israels in den USA, im obersten Stock des Außenministeriums in Washington gegenüber. Das Treffen war nur kurz, aber am Donnerstagabend verordnete – man muss es wohl so sagen – Trump eine zehntägige Waffenruhe auch für den Libanon.

Libanon getrennt behandeln
Im Englischen gibt es den sperrigen Begriff "Compartmentalizing" (Kompartimentierung): Bereiche komplett von anderen Bereichen trennen. Die israelisch-libanesische Gesprächsschiene sollte völlig separiert von der US-iranischen betrachtet werden. Die USA unterstützten erst einmal die israelische Ansicht, dass die Waffenruhe, die der US-Präsident am 8. April am Golf verkündete, den Krieg im Libanon nicht betreffen sollte. Thematisch gehören die beiden Kriege selbstverständlich zusammen: Es geht immerhin um den wichtigsten regionalen Stellvertreter des Iran, die libanesische Hisbollah.


Heftige Angriffe im Südlibanon.
REUTERS/Stringer

Die neue Waffenruhe im Libanon ähnelt erst einmal jener vom November 2024, die nie gegriffen hat: Es gibt keine Anzeichen, dass sich die Schiiten-Terrormiliz Hisbollah entwaffnen lässt, und Israel wird sich auch nicht aus dem Libanon zurückziehen. Aber anders als damals gibt es jetzt in Beirut eine Regierung, die ihr Gewaltmonopol wieder durchsetzen und den Hisbollah-Staat im Staat beenden will – wie auch die Mehrheit der Bevölkerung es will. Und Trump fordert israelisch-libanesische Verhandlungen auf Toplevel.

Nur mit Trumps Druck
Präsident Joseph Aoun selbst hatte im März Verhandlungen mit Israel vorgeschlagen. Dennoch sind Gespräche im Moment kein leichter Schritt für Beirut: Die israelische Offensive forderte einen hohen Blutzoll, auch unter Zivilisten und Zivilistinnen, und richtete wahre Verheerungen im Südlibanon und in Beirut an. Dazu frönte die israelische Rechte während der israelischen Offensive lauthals ihren territorialen Expansionsfantasien, ohne von Premier Benjamin Netanjahu gestoppt zu werden. Ohne Druck Trumps würde auch er nicht verhandeln.


Israel hat die vorerst letzte intakte Brücke, die den Süden des Libanons mit dem Rest des Landes verbindet, zerstört.
REUTERS/Louisa Gouliamaki

Der Libanon und Israel befinden sich seit 78 Jahren im Kriegszustand: Ein libanesisches Gesetz verbietet sogar den Kontakt zu Israelis. Es gab sie dennoch immer wieder, auch im Graubereich: sogenannte "Track 2"-Meetings. Da treffen Personen aus verfeindeten Staaten, oft ehemalige Offizielle oder Angehörige von regierungsnahen Thinktanks, im Rahmen neutraler und diskreten "Konferenzen" aufeinander und loten Möglichkeiten aus. Das gab es auch zwischen Israelis und Iranern. Es ist jedoch in den vergangenen Jahren selten geworden, sagen gut informierte Leute.

Zweieinhalb Jahre Krieg
Bei der Madrider Nahost-Friedenskonferenz von 1991, die US-Präsident George H. W. Bush nach dem ersten Golfkrieg gegen den Willen Israels erzwang, saßen Libanesen und Israelis zumindest metaphorisch am selben Tisch. 2022, während Joe Bidens Amtszeit, konnten Israel und der Libanon bei indirekten, von USA und Uno moderierten Gesprächen sogar ihre maritime Grenze aushandeln.

Damals hoffte man, Verhandlungen über die Demarkation der israelisch-libanesischen Landgrenze, die heute durch die sogenannte "Blaue Linie" dargestellt wird, würden bald folgen. Stattdessen kam der Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 – und der Krieg an all seinen unterschiedlichen Fronten. Nach zweieinhalb Jahren wäre Zeit, ihn zu beenden.
(Gudrun Harrer, 17.4.2026)
Die simple Botschaft Trumps lautet: "Sie dürfen keine Atomwaffe haben"
 

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#71
Skepsis gegenüber Waffenruhe
Revolutionsgarde gibt sich angriffsbereit
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Nur wenige Stunden nach einer neuen Drohung mit Bombardements gegenüber dem Iran hat US-Präsident Donald Trump am Dienstag in einer überraschenden Volte kurz vor deren Ablauf eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündet – ohne Frist. An der US-Blockade der Straße von Hormus wollte er festhalten. Die iranische Revolutionsgarde reagierte wenig versöhnlich. Sie sei bereit, jeder neuen Aggression zu begegnen. Die britische Seefahrtsbehörde UKMTO meldete Mittwochfrüh den Beschuss eines Containerschiffs vor der Küste von Oman.
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Das Schiff sei ohne vorherige Funkwarnung von einem Kanonenboot der Streitkräfte der Revolutionsgarde beschossen worden. Das Schiff habe schwere Schäden erlitten, die Besatzung sei jedoch unverletzt. Der Iran bestätigte den Angriff bisher nicht. Die Revolutionsgarde betonte Mittwochfrüh die Notwendigkeit, auf dem „stillen Schlachtfeld“ wachsam zu sein und die feindlichen Aktionen während des „sogenannten Waffenstillstands“ zu beobachten.

Teheran habe keine Verlängerung der Waffenruhe erbeten, hieß es zuvor von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf iranische Quellen. „Die Verliererseite kann die Bedingungen nicht diktieren“, schrieb ein Berater des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed-Bagher Ghalibaf auf der Plattform X. Zudem argwöhnte er, dass die Verlängerung der Waffenruhe eine List sei, um „Zeit für einen Überraschungsangriff zu gewinnen“. Die Fortsetzung der US-Seeblockade sei mit Bombardierungen gleichzusetzen und müsse militärisch beantwortet werden.
Notfalls werde die Blockade mit Gewalt durchbrochen, hieß es auch von der Revolutionsgarde. Ähnlich der iranische Außenminister Abbas Araktschi: „Iranische Häfen zu blockieren ist ein kriegerischer Akt und somit ein Verstoß gegen die Waffenruhe.“ Man bleibe in „höchster Alarmbereitschaft“, hieß es vom iranischen Militär. Es bleibt daher unklar, ob sich der Iran an die von Trump einseitig verlängerte Feuerpause gebunden fühlt. Diese wäre in der Nacht auf Donnerstag ausgelaufen.

Trump hält an Seeblockade fest
Trump will an der US-Blockade der Straße von Hormus festhalten. US-Finanzminister Scott Bessent zeigte sich überzeugt, mit der Seeblockade einen wirksamen Hebel in der Hand zu haben. Diese ziele auf die wichtigsten Einnahmequellen des iranischen Regimes. Am späten Dienstagabend teilte Trump aber auch mit, die Waffenruhe auf Bitten Pakistans zu verlängern, bis die Führung im Iran einen „geeinten Vorschlag“ zur Beilegung des Krieges unterbreite.

Die Führung im Iran sei wenig überraschend tief gespalten, so Trump. Laut dem US-Magazin „Time“ veränderten sich die Entscheidungsprozesse im Iran, seit Modschtaba Chamenei nach der Tötung seines Vaters zum obersten Führer ernannt wurde.

Lyon (ORF): Die iranische Bevölkerung wird auf Krieg eingeschworen
Er sei nicht mehr allmächtig, sondern agiere als eine Stimme im Rahmen eines umfassenderen Konsensfindungsprozesses der Sicherheitseliten. Zudem gibt es von Chamenei seit seiner Ernennung am 8. März keine Video- und Audioaufnahmen. Auch ORF-Korrespondentin Rosa Lyon sah im Ö1-Morgenjournal die Macht im Iran verteilt. Präsident Massud Peseschkian habe nicht das alleinige Sagen. Eine Schlüsselfigur sei etwa Ahmed Wahidi, Führer der Revolutionsgarde, der Verhandlungen erschweren könne.

Diplomatische Bemühungen
Trumps Schritt waren zuvor hektische diplomatische Bemühungen vorausgegangen. US-Vizepräsident JD Vance wäre startbereit gewesen, um zu Verhandlungen nach Islamabad zu fliegen. Von iranischer Seite gab es keine Hinweise, dass man an Gesprächen teilnehmen werde.
Es hieß, die USA seien von „übertriebenen Forderungen“ in den vergangenen Tagen nicht abgerückt. Unter diesen Umständen sei eine Teilnahme „reine Zeitverschwendung“. Eine Hürde in den diplomatischen Bemühungen spielten auch die häufig widersprüchlichen Aussagen Trumps.

Trump postete über laufende Gespräche
Ende vergangener Woche etwa schien es, als stünden die USA und der Iran kurz vor einer Einigung zur Beendigung des Krieges. Dann postete Trump in den sozialen Netzwerken über die laufenden Gespräche und telefonierte mit mehreren Reportern, während ihn pakistanische Vermittler über die laufenden Gespräche mit iranischen Beamten in Teheran informierten. In diesen Telefonaten verkündete Trump die angeblichen Zugeständnisse des Iran. Dazu zählten US-Medien zufolge der „unbegrenzte“ zeitliche Aufschub für iranische Nuklearaktivitäten, die Beendigung der Unterstützung aller Stellvertretergruppen, einschließlich Hamas und Hisbollah, sowie die Beschlagnahmung des iranischen Urans durch die USA.

Bericht: Aussagen schaden Gesprächen
Iranische Regierungsvertreter erklärten kurz darauf, sie hätten nicht allem zugestimmt, was Trump behauptet hatte. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, dass „angereichertes Uran so heilig wie iranischer Boden sei“ und „unter keinen Umständen irgendwohin transportiert werde“. Trump habe innerhalb einer Stunde sieben Behauptungen aufgestellt, die allesamt falsch seien, postete der iranische Parlamentspräsident und Hauptverhandler Mohammad Bagher Ghalibaf.

Welche Version der Ereignisse wahr ist, lässt sich derzeit nicht überprüfen, allerdings räumten einige Mitarbeiter Trumps gegenüber CNN ein, dass die öffentlichen Äußerungen des Präsidenten den Gesprächen geschadet hätten.
22.04.2026,red, ORF.at/Agenturen

Skepsis gegenüber Waffenruhe: Revolutionsgarde gibt sich angriffsbereit
 

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#72
Mögliche „Risse“ im Regime
Unklare Machtstrukturen in Teheran
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US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag (Ortszeit) die Waffenruhe mit dem Iran überraschend auf unbestimmte Zeit verlängert. Die Verhandlungen unter Vermittlung Pakistans hängen trotzdem in der Luft. Eine klare Antwort aus Teheran gab es nicht. Die USA und Israel vermuten Risse in der iranischen Führungsstruktur. Tatsächlich scheint aktuell unklar, wer in Teheran die letzten Entscheidungen trifft.
Online seit gestern 22.04.2026, 23.03 Uhr
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Die USA und der Iran hatten am vorletzten Wochenende in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad die ersten Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe geführt und nach 21 Stunden wegen zu großer Differenzen wieder abgebrochen.

Ob und wann weiterverhandelt wird, ist unklar. Zur Verlängerung der Waffenruhe äußerte sich die iranische Führung noch nicht. Die Revolutionsgarde erklärte, die iranischen Streitkräfte befänden sich weiter am „Höhepunkt der Bereitschaft“.

Schweigen aus Teheran
Trump hatte Teheran in seinem Onlinenetzwerk Truth Social am Dienstag ausgerichtet, er warte auf einen „geeinten Vorschlag“ für die Beendigung des Krieges. An der Blockade der Straße von Hormus hielt er fest. Aus dem Weißen Haus hieß es Mittwochabend, Trump habe keine Frist für diesen Vorschlag gesetzt. US-Vizepräsident JD Vance sei bereit zur Abreise nach Pakistan gewesen, berichtete der US-TV-Sender CNN, aber aus Teheran habe es eben keine Reaktion gegeben. Trump sprach von einer „zersplitterten“ iranischen Führung.

AP/Anjum Naveed
Die Fortsetzung der Friedensgespräche in Islamabad ist unsicher

Ähnlich sei es schon gewesen, nachdem die USA dem Iran eine Reihe von Verhandlungspunkten übermittelt hätten, auch hier seien Tage ohne eine Antwort vergangen, so CNN. Trump habe sich am Dienstag mit Vance, US-Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth getroffen, immer noch ohne Reaktion aus Teheran, auch nach Nachfrage über den Vermittler Pakistan.

Als Grund vermute Trumps Beraterstab „Risse“ in der iranischen Führung, belegt durch Berichte der pakistanischen Vermittler. Auf iranischer Seite gebe es keinen Konsens darüber, welche Befugnisse den Verhandlern etwa im Hinblick auf das Atomprogramm Teherans eingeräumt werden sollten. Die USA fordern die komplette Einstellung, der Iran weigert sich.

Wo ist Modschtaba Chamenei?
Die USA zweifeln laut CNN auch daran, dass der neue oberste geistliche Führer der Islamischen Republik, Modschtaba Chamenei, der politischen Führung klare Anweisungen gebe. Sein Vater, der oberste Führer Ali Chamenei, war zu Beginn der US- und israelischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar in Teheran getötet worden.

APA/AFP/Isna/Hamed Jafarnejad (Archivbild)
Der neue iranische oberste Führer Modschtaba Chamenei trat bisher nicht öffentlich auf

Modschtaba Chamenei meldete sich zuletzt vor knapp zwei Wochen mit einer ihm zugeschriebenen Botschaft zu Wort, bleibt de facto aber verschwunden. Er war am 8. März zum Nachfolger seines Vaters ernannt worden. Es gab Berichte, dass er bei dem Luftangriff, bei dem sein Vater getötet wurde, schwer verletzt wurde.

Machtfaktor Revolutionsgarde
Das US-Magazin „Time“ ging in einer Analyse am Dienstag noch einen Schritt weiter und schrieb, dass der neue oberste Führer der Islamischen Republik „nicht mehr das Sagen“ habe. Seit Beginn des Krieges gegen den Iran habe sich die Machtverteilung dort geändert: hin zu „einem relativ geschlossenen militärisch-sicherheitspolitischen Kern“, in dem die Revolutionsgarde, der Nationale Sicherheitsrat und Persönlichkeiten mit engen Verbindungen zum Sicherheitsapparat eine tragende Rolle spielten.

Iranisches Regime
Seit der Iranischen Revolution unter Ajatollah Ruhollah Chomeini 1979 wird das Land auf Grundlage einer schiitischen Verfassung autoritär regiert. Oberster geistlicher Führer und damit De-facto-Staatsoberhaupt ist aktuell Modschtaba Chamenei.
Präsident Massud Peseschkian und Außenminister Abbas Araktschi könnten nicht mehr unabhängig agieren, Diplomatie sei nicht mehr von militärischer Strategie getrennt zu sehen. Schlüsselpositionen im Sicherheitsrat seien mit Persönlichkeiten mit militärischer Vergangenheit besetzt. Der Vorsitzende Mohammed-Bagher Solghadr ist ein früherer Kommandant der Revolutionsgarde. Ahmed Wahidi, der aktuelle Befehlshaber der Eliteeinheit, spiele ebenfalls eine wichtige Rolle in dem Gremium.

Ghalibaf als Schlüsselfigur
Auch der Aufstieg und die Rolle des Sprechers des iranischen Parlaments, Mohammed-Bagher Ghalibaf, sei in diesem Zusammenhang zu sehen. Er war Kommandeur der Luftstreitkräfte der Revolutionsgarde, später Chef der iranischen Polizei und gilt heute als einer der einflussreichsten politischen Akteure im Iran, nicht wegen seiner offiziellen Funktion.

APA/AFP/Pakistan Prime Minister’s Office
Mohammad-Bagher Ghalibaf und Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif

Er habe sich seit Beginn des Krieges „zum sichtbarsten politischen Gesicht des Sicherheitskerns entwickelt“, schrieb „Time“. Er agiere innerhalb eines Netzwerks, das durch gemeinsame militärische Erfahrung geprägt sei. Die deutsche „Zeit“ schrieb am Mittwoch, im „Iran ringen Militärs und Politiker um die Kontrolle“. Die arabischsprachige Tageszeitung „Al-Schark al-Awsat“ berichtete ähnlich, das israelische Militär gehe von „Rissen“ im iranischen Regime aus.

Ghalibaf leitete die Delegation bei den ersten Gesprächen in Islamabad. Auf US-Seite verhandelten Vance, der Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner. Gastgeber in Islamabad ist der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Scharif, eine zentrale Rolle als Vermittler spielt der pakistanische Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Feldmarschall Asim Munir.

Unklare Perspektive für Verhandlungen
Ob und wann die Gespräche fortgesetzt werden, war bis Mittwoch unklar. Trump pocht auf seinen „Deal“ mit dem Iran, er berichtete mehrfach von Zugeständnissen, die Teheran dann wieder dementierte. Die für den globalen Transit für Erdöl und Flüssiggas zentrale Straße von Hormus wird von der Revolutionsgarde blockiert, die USA blockieren ihrerseits iranische Häfen.

Ghalibaf erklärte zuletzt, der Iran akzeptiere keine Drohungen. Vor Inkrafttreten der Waffenruhe hatte Trump dem Iran mehrfach mit der Zerstörung von Kraftwerken und Verkehrsinfrastruktur und der „Auslöschung“ gedroht. Die Rhetorik stieß international auf Kritik.
23.04.2026, geka, ORF.at
Mögliche „Risse“ im Regime: Unklare Machtstrukturen in Teheran
 

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#73
Pattsituation im Iran
US-Regierung steht vor Dilemma
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Eine diplomatische Lösung im Iran-Krieg ist derzeit schwer absehbar: Ein zweiter Verhandlungsanlauf der USA mit dem Iran wurde auf Eis gelegt, die zweiwöchige Waffenruhe einseitig von US-Präsident Donald Trump auf Druck der Vermittlerstaaten verlängert. Teheran sieht sich mit der Blockade der Straße von Hormus in der stärkeren Verhandlungsposition. Laut Beobachtern stünde die US-Regierung deswegen vor einer „unausweichlichen Wahl“.
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Um der diplomatischen Sackgasse zu entkommen, müsste sich die US-Regierung zwischen Zugeständnissen und der Eskalation entscheiden, schrieb der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz vom Institute for National Security Studies (INSS) auf der Plattform X. Je früher Washington erkenne, „dass Druck ohne politisches Ziel eine Strategie ohne Ausweg ist, desto besser stehen die Chancen, einen endlosen Konflikt zu vermeiden“, hieß es.

Der Druck durch die US-Seeblockade gegen den Iran würde Teheran nämlich nicht zum Einlenken zwingen, so Citrinowicz. Anstatt Zugeständnisse zu machen, positioniere sich der Iran für eine Eskalation, „insbesondere auf eine Weise, die die globalen wirtschaftlichen Kosten einer Konfrontation erhöht“, schrieb er.

Trump will das US-Militär eigentlich schon länger zurückziehen, aber der Iran lasse ihn nicht, schrieb der Militärhistoriker Philips O’Brien in seinem Newsletter. Nun stehe der Präsident öffentlich gedemütigt mit leeren Händen da. Das wäre etwa an seinen Drohungen und sonstigen Äußerungen in seinem eigenen Onlinenetzwerk Truth Social erkennbar.

Gesetzliche Deadline setzt Trump unter Druck
Eine gesetzliche Deadline könnte Trump laut einem Bericht der „New York Times“ aber bald zu einer Entscheidung zwingen. Das „War Powers“-Gesetz aus dem Jahr 1973 sieht vor, dass die Befugnisse des US-Präsidenten in einem Krieg ohne Zustimmung des Kongresses nach 60 Tagen eingeschränkt werden.

Weil Trump den Kongress offiziell erst am 2. März über den Kriegsbeginn am 28. Februar informiert hatte, fällt diese Deadline auf den 1. Mai. Mehrere Senatorinnen und Senatoren, darunter auch republikanische, hatten angekündigt, eine Fortsetzung des Krieges über die Frist hinaus nicht zu unterstützen, so die „New York Times“. Damit blieben Trump zwei Möglichkeiten: Er könnte den Kongress über das Vorgehen im Iran abstimmen lassen oder die Frist legal um 30 Tage verlängern. Laut der Zeitung kann diese Verlängerung aber nicht für offensive Militäraktionen, sondern nur für einen sicheren Rückzug der US-Truppen genutzt werden.

Letzte Kongressermächtigung für Irak-Krieg 2002
Die offizielle Ermächtigung, den Angriffskrieg im Iran über die Deadline hinaus zu führen, müsste vom Kongress kommen. Laut „New York Times“ ist derzeit allerdings unklar, ob die republikanische Mehrheit die Fortführung des Krieges abnickt, ist dieser doch bei der US-Bevölkerung laut Umfragen eher unbeliebt. Der US-Kongress erteilte der Regierung letztmalig im Oktober 2002, damals für den Irak-Krieg, das offizielle Mandat zur Kriegsführung.

Ein Ausweg könnte sich für Trump durch Ex-Präsident Barack Obama auftun. Er setzte im Jahr 2011 den internationalen Militäreinsatz in Libyen über die 60-Tage-Deadline hinweg ohne Kongresszustimmung fort. Obama argumentierte 2011 unter anderem damit, dass das Gesetz den Einsatz nicht betreffe, da keine US-Bodentruppen beteiligt waren und damit keine Gefahr von US-Opfern bestehe. Laut „New York Times“ gehen einige Kongressabgeordnete davon aus, dass Trump ähnlich argumentieren könnte.

Straße von Hormus weiterhin Knackpunkt
Selbst wenn Trump die Umgehung der Frist gelingt, bleibt die Frage, wie der Krieg beendet werden könnte. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sagte zu Journalistinnen und Journalisten, Trump habe Teheran keine Frist für die Vorlage eines neuen Vorschlags gesetzt. Er sei es aber, der den Zeitplan vorgebe.

Der Iran sieht das anders. Die „Verliererseite kann die Bedingungen nicht diktieren“, schrieb ein Berater von Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf auf X. Iranische Angriffe auf Frachter in der Straße von Hormus zeigen, dass Teheran die Meerenge nach wie vor fest im Griff hat. Nach eigenen Angaben hob der Iran zudem am Donnerstag erstmals Maut für die Durchfahrt der Meerenge ein.
Die USA fordern die Aufhebung der Blockade als eine Grundvoraussetzung für ein Kriegsende. Zugleich hält Trump an der US-Seeblockade fest, die Schiffe betrifft, die aus iranischen Häfen kommen bzw. diese ansteuern.

Reuters/Akhtar Soomro
Pakistan bemüht sich laut Berichten fieberhaft, ein weiteres Treffen für Verhandlungen zu arrangieren

Blockade „nützlicher als Atomprogramm“
In der Straße von Hormus gehe es derzeit um „Blockade gegen Blockade“, schrieb Richard Fontaine von der Denkfabrik Center for a New American Security (CNAS) auf X. „Teheran setzt darauf, die Folgen einer Blockade länger aushalten zu können als der Rest der Welt“, schrieb Fontaine. Die Kontrolle des Iran über die Meerenge sei für Teheran „nützlicher als sein Atomprogramm“.

Die Kontrolle über die Meerenge übt der Iran mit Schnellbooten, aber auch durch Unterwasserminen aus. Diese zu räumen, könnte laut einem Bericht der „Washington Post“ sechs Monate dauern. Die Zeitung zitierte Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums, wonach die Räumung sowieso erst nach einem Ende des Krieges realistisch sei. Damit könnte der Iran die Kontrolle über einen großen Teil des weltweiten Ölhandels indirekt mehrere Monate über ein Kriegsende hinaus behalten. Trump reagierte bereits auf den Bericht. Er schrieb auf Truth Social, US-Minensuchboote hätten bereits mit der Räumung begonnen.

Explosionen in Teheran: Israel dementiert Angriff
Erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe mit den USA waren am Donnerstagabend in Teilen der iranischen Hauptstadt Teheran Medienberichten zufolge Explosionen zu hören. Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete zudem, dass im Westen Teherans „das Geräusch von Luftabwehrfeuer“ zu hören gewesen sei. Die Nachrichtenagentur Mehr meldete, das Abwehrsystem sei in mehreren Teilen der Hauptstadt gegen „feindliche Ziele“ aktiviert worden.

Israelische Sicherheitskreise erklärten, dass Israel den Iran derzeit nicht angreife. „Israel greift den Iran im Moment nicht an“, hieß es am Abend aus den Sicherheitskreisen. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor gesagt, sein Land sei „bereit, den Krieg gegen den Iran wieder aufzunehmen“. Die Ziele seien „markiert“, sagte Katz in einer Videobotschaft. „Wir warten auf grünes Licht aus den Vereinigten Staaten – in erster Linie, um die Chamenei-Dynastie vollständig zu eliminieren.“
24.04.2026, togo, ORF.at/Agenturen

Pattsituation im Iran: US-Regierung steht vor Dilemma
 

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#74
Hormus-Blockade
„Moskitos“ und Minen als iranisches Rezept
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Nach den umfassenden Angriffen der USA und Israels gegen den Iran gilt die iranische Marine als schwer dezimiert. Dennoch gelingt es Teheran, die Blockade der Straße von Hormus aufrechtzuerhalten. Während zugleich die US-Marine im Zuge ihrer anhaltenden Seeblockade gegen Schiffe vorgeht, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, agiert die iranische Revolutionsgarde mit der „Moskitoflotte“, also zahllosen Schnellbooten.
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Ein Sinnbild für das Vorgehen zeigte zuletzt das staatliche iranische Fernsehen: die Erstürmung eines Containerschiffs durch iranische Spezialkräfte. In den Aufnahmen ist zu sehen, wie maskierte Soldaten in einem grauen Schnellboot an die „MSC Francesca“ heranfahren, über eine Strickleiter zu einer Luke im Rumpf klettern und mit gezückten Gewehren an Bord springen.

Das mit dramatischer Musik unterlegte und unkommentierte Video zeigte ein weiteres Schiff, die „Epaminondas“. Der Iran erklärte, beide Schiffe gekapert zu haben, und warf ihnen vor, die Passage ohne Genehmigung durchqueren zu wollen. Am Donnerstag will der Iran damit begonnen haben, Mautgebühren für die Durchfahrt der blockierten Straße von Hormus zu kassieren.

Macht in der Masse
In der Masse sind die vielen kleinen, schnellen und wendigen Boote ein mächtiges Mittel: Sie können flexibel eingesetzt werden, wenn ein Tanker an der Durchfahrt gehindert werden soll. Zugleich sind sie schwer erfassbar. Das Prinzip hinter dem Einsatz der Boote ist Unberechenbarkeit: Vielfach starten sie aus getarnten Stellungen und Höhlen entlang der Küste bzw. auf Inseln.

AP
Zahlreiche Tanker und Frachter liegen in der Straße von Hormus vor Anker – das Bild wurde am vergangenen Samstag aufgenommen

Die Boote sind für den Kampfeinsatz ausgerüstet, auch für den Abschuss von Antischiffsraketen und den Einsatz von Drohnen. Zusätzlich können Angriffe auch von mobilen Startanlagen von Land aus erfolgen, was die Rückverfolgung der Angriffe zusätzlich erschwert. Laut Militäranalysten ist genau diese Kombination aus See- und Landoperationen besonders schwer zu bekämpfen.

„Wie Guerillatruppe auf See“
„Die Marine der Revolutionsgarde funktioniert wie eine Guerillatruppe auf See“, wurde der iranisch-amerikanische Politikwissenschaftler Saeid Golkar von der „New York Times“ („NYT“) zitiert. Der Iran lege den Schwerpunkt derzeit auf „asymmetrische Kriegsführung“, insbesondere im Persischen Golf und in der Straße von Hormus.

„Anstatt sich also auf große Kriegsschiffe und klassische Seeschlachten zu verlassen, setzt man auf Blitzangriffe“, so Golkar. Alex Plitsas, Nahost-Experte beim US-Thinktank Atlantic Council, ging in der „New York Post“ auf die Bezeichnung „Moskitoflotte“ ein – die Boote seien wie ein Gelsenschwarm, „klein und lästig“.

Strategie schon in 1980er Jahren
Doch ist die Strategie nicht neu, sondern geht auf frühere Konfrontationen des Iran mit den USA im Iran-Irak-Krieg in den 1980er Jahren zurück. Damals entwickelte Teheran bewusst die Strategie, nicht mit großen Kriegsschiffen zu konkurrieren, sondern mit kleinen, schnellen Booten, Minen, später auch mit Drohnen und versteckten Stützpunkten zu arbeiten.

Was sich im Laufe der Zeit verändert hat, ist die technische Beschaffenheit: mehr Drohneneinsatz, modernere Raketen, größere Schiffe wie Drohnenträger und besser koordinierte Einheiten. Die heutige Grundlogik gleicht aber der damaligen: Die Schwäche gegenüber der US-Marine soll durch Überraschung, Geschwindigkeit und viele kleine, schwer vorhersehbare Angriffe ausgeglichen werden.

Trump: „Zerstören, auch wenn noch so klein“
Zudem baut die Revolutionsgarde eine weitere Hürde für die Passage auf. Gewarnt wird vor verlegten Seeminen, bestimmte Bereiche wurden als Gefahrenzone deklariert. US-Präsident Donald Trump ordnete die Zerstörung von minenlegenden Booten an. Die US-Marine solle „jedes Boot, auch wenn es noch so klein ist“, beschießen und zerstören. Auch die Minenräumung solle verstärkt werden.

Die Frage der Passierbarkeit der Straße von Hormus hat große Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. In der Meerenge, durch die im Normalfall rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, ging die Zahl der Passagen von rund 120 pro Tag auf im Schnitt zwischen vier und fünf täglich zurück, wie Analysedaten laut der Nachrichtenagentur AFP zeigen.

Hegseth: „US-Blockade wächst und wird globaler“
Die Straße von Hormus ist neben dem iranischen Atomprogramm ein zentrales Streitthema bei den Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges. Die USA drängen auf eine Öffnung der Meerenge, Teheran wiederum macht ein Ende der seit eineinhalb Wochen andauernden US-Blockade iranischer Häfen zur Bedingung für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Von dieser Blockade gab sich US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am Freitag überzeugt. „Niemand fährt ohne die Genehmigung der US-Marine von der Straße von Hormus aus irgendwohin in die Welt“, sagte er. Die Marine habe bereits 34 Schiffe von der Meerenge zurückgewiesen. „Unsere Blockade wächst und wird globaler“, so der Pentagon-Chef.

Pläne für europäischen Marineeinsatz
Derweil gibt es in Europa Beratungen über einen Marineeinsatz zur Absicherung der Straße von Hormus. Großbritannien und Frankreich wollen einen neutralen Marineeinsatz organisieren, der sich klar von den Kriegsparteien abgrenzt, um Handelsschiffe zu begleiten und zu sichern. Deutschland erwägt einen Beitrag zur Minenräumung und Seeaufklärung.

Pentagon-Chef Hegseth bezeichnete die Unterredungen am Freitag als „dumm“, es handle sich um „keine ernsthaften Bemühungen“, sagte er am Freitag. Hegseth monierte, dass die Europäer darüber geredet hätten, „vielleicht irgendwann etwas zu unternehmen, wenn alles erledigt ist“. Er griff damit Trumps Kritik auf, die den Europäern mangelndes Engagement vorwarf.

Costa: „Entscheidend für die ganze Welt“
In seinem Statement ging Hegseth nicht auf das Planungstreffen ein, bei dem sich seit Mittwoch Militärs aus 30 Ländern im britischen Militärhauptquartier Northwood in London getroffen hatten. Auf dem EU-Gipfel in Zypern war die Blockade der Straße von Hormus auch Thema – EU-Ratspräsident Antonio Costa sagte am Freitag, die Öffnung sei „entscheidend für die ganze Welt“.
25.04.2026, sime, ORF.at/Agenturen

Hormus-Blockade: „Moskitos“ und Minen als iranisches Rezept
 

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#75
Hormus-Blockade
Trump kündigt Einsatz an, Iran warnt
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Die US-Marine will nach Angaben von Präsident Donald Trump am Montag damit beginnen, festsitzende Schiffe aus der Straße von Hormus zu „geleiten“. Um diesen Einsatz unter dem Titel „Projekt Freiheit“ hätten „Länder aus aller Welt“ gebeten, so Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Der Iran warnte, dass jegliche Einmischung der USA in der Meerenge als Verstoß gegen die Waffenruhe angesehen werden würde.
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Viele Details zum Ablauf der Initiative, die am Vormittag (Ortszeit Nahost) beginnen sollte, ließ Trump jedoch offen. Konkret soll es um Schiffe aus Regionen der Welt gehen, die nicht in den Iran-Krieg verwickelt seien. „Sie sind lediglich neutrale und unschuldige Dritte!“ Trump sprach auch von einer „humanitären Geste“. Vielen Schiffen würden Lebensmittel ausgehen sowie andere Dinge, die für gesunde und hygienische Zustände an Bord notwendig seien.

Vor dem Krieg hatten Tanker etwa ein Fünftel der weltweit gehandelten Menge an Öl- und Flüssiggas durch die Straße von Hormus transportiert. Der Iran kontrolliert die Meerenge seit Kriegsbeginn und hat den Schiffsverkehr mit Drohungen und Angriffen praktisch zum Erliegen gebracht. Die USA verhängten wiederum ihrerseits eine Seeblockade gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Aktuell gilt eine Waffenruhe, doch bei den diplomatischen Bemühungen ist bisher kein Durchbruch in Sicht.

Bericht: Keine Eskorten durch US-Kriegsschiffe geplant
Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom teilte auf der Plattform X mit, dass die US-Streitkräfte Trumps Initiative unterstützen würden. Konkret sollen Lenkwaffenzerstörer, mehr als 100 Fluggeräte, „unbemannte Plattformen“ sowie 15.000 Soldaten und Soldatinnen das „Projekt Freiheit“ unterstützen. Was ihre konkrete Aufgabe sein soll, wurde nicht erläutert.

Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf zwei hochrangige US-Beamten, dass es sich bei dem Projekt um die Einrichtung einer Koordinierungsstelle zur Regelung des Schiffsverkehrs durch die Meerenge handeln soll. Aktuell sehe die Initiative nicht vor, dass Kriegsschiffe der US-Marine Schiffe durch die Straße von Hormus eskortieren.

Trumps jüngster Plan ziele darauf ab, Minen zu orten und diese Informationen an Schiffe weiterzugeben, die die Meerenge passieren, damit sie diese Gefahren umgehen könnten. Auch abgesehen davon sollten allgemein die sichersten Routen für die Schifffahrt ermittelt werden, hieß es.

Iran weist Einmischung der USA zurück
Der Iran verbat sich dagegen jedwede amerikanische Aktion in der Meerenge. Eine solche werde als Verstoß gegen die Waffenruhe betrachtet, schrieb der Leiter der Sicherheitskommission im Parlament, Ibrahim Asisi, auf der Plattform X. Die Straße von Hormus und der Persische Golf würden nicht durch „Trumps wahnhafte Beiträge gesteuert“.

Der US-Präsident äußerte sich in seinem Post auch zu den Verhandlungen mit dem Iran: „Ich bin mir voll und ganz bewusst, dass meine Vertreter sehr positive Gespräche mit dem Iran führen und dass diese Gespräche zu etwas sehr Positivem für alle führen könnten“, schrieb er.
Nicht einmal 24 Stunden zuvor hatte sich Trump mit Blick auf die Verhandlungen mit dem Iran noch skeptisch geäußert. Der Iran hatte in den Bemühungen um ein Ende des Krieges jüngst einen neuen Vorschlag übermittelt. In einer ersten Reaktion, in der er die Prüfung des iranischen Vorschlags ankündigte, hieß es von Trump, er könne sich nicht vorstellen, dass der iranische Vorschlag akzeptabel sein werde. Zugleich warnte er, es bestehe weiter die Möglichkeit, den Iran wieder anzugreifen.

Iran: Prüfen US-Antwort auf unseren Vorschlag
Nach Angaben des iranischen Außenministeriums antworteten die USA inzwischen auf den iranischen Vorschlag. Man sei dabei, diese Antwort nun zu prüfen, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai iranischen Medien zufolge. Baghai sagte laut Nachrichtenagentur Fars zudem, im iranischen 14-Punkte-Plan für ein Kriegsende werde das nukleare Thema ausgespart. Das iranische Atomprogramm und das in der Islamischen Republik angereicherte Uran sind seit Langem einer der zentralen Streitpunkte mit den USA. Berichten zufolge möchte Teheran dieses Thema erst später angehen.

Weitere Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus
In den Verhandlungen mit dem Iran drängen die USA seit Längerem auch auf eine Öffnung der weitgehend blockierten Straße von Hormus – bisher ohne Erfolg. Erst am Sonntag meldete die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) erneut Angriffe auf Schiffe in der Meerenge. Der Kapitän eines nordwärts fahrenden Massengutfrachters habe einen Angriff mehrerer kleiner Boote gemeldet, teilte die Behörde auf der Plattform X mit.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete wiederum, ein Schiff sei auf Anordnung der iranischen Marine gestoppt worden, um Dokumente zu prüfen. Diese Maßnahme sei im Rahmen von Überwachungsverfahren erfolgt. Von einem Angriff war nicht die Rede.
Später teilte UKTMO mit, erneut sei in der Meerenge ein Schiff angegriffen und von „unbekannten Projektilen“ getroffen worden. Der Vorfall ereignete sich laut den Angaben am Sonntagabend rund 145 Kilometer nördlich von Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bei beiden Vorfällen seien die Besatzungen in Sicherheit, und es seien keine Auswirkungen auf die Umwelt gemeldet worden.
04.05.2026, red, ORF.at/Agenturen

Hormus-Blockade: Trump kündigt Einsatz an, Iran warnt
 

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#76
Waffenruhe wieder brüchig
Gefechte in Straße von Hormus
Trotz Berichten über Fortschritte in ihren Verhandlungen und trotz der geltenden Waffenruhe haben einander die USA und der Iran Donnerstagabend (Ortszeit) Gefechte in der Straße von Hormus geliefert. Die USA griffen auch Ziele auf dem Festland an. Teheran warf der US-Armee vor, den Waffenstillstand verletzt zu haben. US-Präsident Donald Trump erklärte, dieser sei weiter aufrecht. Er scheint allerdings wieder auf der Kippe zu stehen. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) meldeten Raketenbeschuss aus dem Iran.
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Am Mittwoch hatten die USA dem Iran ein Memorandum als Grundlage zur Beendigung des Krieges übergeben. Der Iran reagierte bisher verhalten, eine definitive Antwort darauf gibt es bisher nicht. Trump riet dem Iran am Freitag erneut, den Vorschlag rasch anzunehmen, und drohte andernfalls mit neuen Angriffen, die stärker ausfallen würden als alle bisherigen.

Zuvor war es am Donnerstag zu den Gefechten entlang der Straße von Hormus gekommen. Nach iranischen Angriffen auf drei Kriegsschiffe in der strategisch wichtigen Meerenge habe die US-Armee Ziele im Iran angegriffen, teilte des für den Nahen Osten zuständige Zentralkommando (Centcom) in der Nacht auf Freitag auf der Plattform X mit. Das iranische Militär warf den USA vor, damit die ohnehin brüchige Waffenruhe verletzt zu haben. Freitagfrüh meldeten die VAE den Abschuss iranischer Raketen und Drohnen in ihrem Luftraum.

Laut Trump nur ein „Klaps“
Dem US-TV-Sender ABC News sagte Trump in einem Interview, die US-Angriffe am Donnerstag seien nicht mehr als ein „sanfter Klaps“ („love tap“) gewesen. Auf die Frage, ob das nun das Ende der Waffenruhe bedeute, sagte er: „Nein, nein, der Waffenstillstand gilt weiter. Er ist in Kraft.“ Später sagte Trump, es werde offensichtlich sein, wenn die Waffenruhe nicht mehr gelte. Dann würde aus dem Iran viel Rauch aufsteigen.

Gegenseitige Vorwürfe
Laut Centcom wehrten die US-Streitkräfte „unprovozierte“ Angriffe der iranischen Armee ab, die einem Lenkwaffenzerstörer der US-Marine in der Straße von Hormus gegolten hätten. Die US-Marine habe anschließend die Bedrohungen „neutralisiert“ und iranische Militäreinrichtungen entlang der Straße von Hormus angegriffen, darunter Raketen- und Drohnenabschussrampen, Kommando- und Kontrollzentren, hieß es.

AP/Amirhosein Khorgooi
Straße von Hormus Anfang der Woche: Frachtschiffe liegen bei Bandar Abbas vor Anker

Teheran warf den US-Streitkräften seinerseits vor, einen iranischen Erdöltanker angegriffen zu haben. Dieser sei auf dem Weg von iranischen Küstengewässern in Richtung der Straße von Hormus unterwegs gewesen sei, zitierte der regierungstreue Sender Press TV das iranische Hauptquartier Chatam al-Anbija.

Das iranische Militär warf den USA laut Press TV weiter vor, zugleich mit Unterstützung „regionaler Länder“ Luftangriffe auf zivile Gebiete entlang der Küste und auf der in der Straße von Hormus gelegenen Insel Keschm durchgeführt zu haben. Die iranischen Streitkräfte hätten umgehend reagiert und US-Militärschiffe östlich der Straße von Hormus angegriffen.

„Project Freedom“ vorübergehend ausgesetzt
Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist eine der wichtigsten Transitrouten für Erdöl und Erdgas. Für den Iran ist sie die Lebensader seiner Exporte. Nachdem die Islamische Republik nach den ersten US-Angriffen am 28. Februar die Schiffsverbindung weitgehend blockiert hatte, blockieren die USA iranische Häfen.

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Ihr „Project Freedom“, eine Militäraktion für sicheres Geleit durch die Straße von Hormus, erklärten die USA am Dienstag nach nur einem Tag überraschend für ausgesetzt. In den Verhandlungen über ein Kriegsende ist die Kontrolle über die Straße von Hormus gemeinsam mit dem iranischen Atomprogramm die wichtigste Streitfrage.

Trump droht wieder
Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump Freitagfrüh (Ortszeit), „ein normales Land“ hätte die US-Zerstörer, die angegriffen wurden, passieren lassen. Aber der Iran „ist kein normales Land. Sie werden von Verrückten (in Großbuchstaben, Anm.) geführt“.

Reuters/Wana
Reste einer abgeschossenen US-Drohne in einem Boot vor der Insel Hormus

Hätte der Iran eine Atomwaffe, würde er sie zweifellos einsetzen, so Trump, aber diese Chance werde er nicht erhalten. Die USA würden den Iran auch künftig „ausschalten“, noch viel härter als bisher, sollte er dem von ihm mehrfach geforderten Abkommen nicht schnell zustimmen.

Einigung schien näher zu rücken
Zuletzt schien eine Einigung auf ein Ende des Krieges näher zu rücken. Trump hatte gesagt, die Gespräche verliefen sehr gut, er halte einen „Deal“ in den kommenden Tagen für möglich. Auch am Donnerstagabend (Ortszeit) äußerte er sich erneut optimistisch. Der Iran hatte allerdings Berichte über eine bevorstehende Einigung als überzogen zurückgewiesen. Ein US-Verhandlungsvorschlag werde geprüft, hieß es. Man werde den pakistanischen Vermittlern eine Antwort dazu übergeben.

Warten auf Antwort Teherans
Derzeit wartet das Weiße Haus laut Medienberichten auf eine Reaktion Teherans auf eine einseitige Absichtserklärung mit 14 Punkten. Ziel ist es dabei unter anderem, einen Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg zu beenden. Der Iran hatte zuletzt gesagt, man werde die US-Vorschläge prüfen, aber auch davon gesprochen, dass das Memorandum aus dem Weißen Haus mehr „Wunschliste“ als Realität sei.

Angesprochen werden sollen darin auch eine Lockerung von US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der Straße von Hormus. Außerdem soll eine Grundlage für Verhandlungen über das umstrittene iranische Atomprogramm geschaffen werden. Zuletzt hieß es, der Iran sei auch in diesem Punkt zu Zugeständnissen bereit. Bisher hatte er solche explizit ausgeschlossen.
08.05.2026, red, ORF.at/Agenturen

Waffenruhe wieder brüchig: Gefechte in Straße von Hormus
 
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