Trumps Interesse an Grönland, die Rückgewinnung der Kontrolle über den Panamakanal und "kratzt" sogar an der Souveränität Kanadas

josef

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#1
Militärpräsenz
Dänemark investiert nach Trumps Anspruch in Grönlands Sicherheit
Trump nannte den Besitz und die Kontrolle von Grönland "eine absolute Notwendigkeit". Nun soll ein Milliardenbetrag in die Sicherheit Grönlands fließen

Der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen betonte, dass Dänemark das riesige Territorium Grönlands nicht allein überwachen könne.
AFP/JAMES BROOKS

Kopenhagen/Washington – Die dänische Regierung will ihre militärische Präsenz im Norden mit Milliardeninvestitionen stärken. Kurz zuvor hatte der künftige US-Präsident Donald Trump einen Anspruch auf das zu Dänemark gehörende Grönland erhoben. Der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen kündigte an, dass ein "zweistelliger Milliardenbetrag" dafür vorgesehen sei. Eine genaue Summe nannte er nicht. Zehn Milliarden Dänische Kronen sind umgerechnet rund 1,34 Milliarden Euro.

Angeschafft werden sollen zwei neue Patrouillenboote der Thetis-Klasse, zwei neue Langstreckendrohnen, zwei neue Schlittenhundeteams für die Sirius-Patrouille in Grönland und mehr Personal beim Arktis-Kommando, wie Poulsen der Zeitung Jyllands-Posten sagte. "Wir haben viele Jahre lang nicht ausreichend in die Arktis investiert, jetzt planen wir eine stärkere Präsenz."

"Ironie des Schicksals"
Der designierte US-Präsident Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit vorgeschlagen, Grönland zu kaufen. Nun schrieb er auf der von ihm mitbegründeten Online-Plattform Truth Social: "Im Interesse der nationalen Sicherheit und der Freiheit in der Welt sind die USA der Ansicht, dass der Besitz und die Kontrolle von Grönland eine absolute Notwendigkeit sind."

Der dänische Minister Poulsen nannte es eine "Ironie des Schicksals", dass seine Regierung die Militärinvestitionen einen Tag nach Trumps Äußerungen machte. Zugleich betonte er, dass Dänemark das riesige Territorium Grönlands nicht allein überwachen könne. "Es gibt keine konkreten Pläne, aber wir werden mit den USA zusammenarbeiten", sagte Poulsen.

Zuvor hatte die grönländische Führung Trumps Anspruch abgewiesen. Grönland stehe nicht zum Verkauf, sagte Regierungschef Múte Egede. Zugleich betonte er: "Wir müssen weiterhin offen für eine Zusammenarbeit sein." Die dänische Regierung stellte sich hinter diese Position.
(APA, 24.12.2024)
Dänemark investiert nach Trumps Anspruch in Grönlands Sicherheit
 

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#2
Drohungen
Trumps Kampfansage an Grönland
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Der Sohn des künftigen US-Präsidenten Donald Trump, Donald Jr., ist am Dienstag in Grönland eingetroffen. Er soll die zu Dänemark gehörende Insel in der Arktis offenbar inspizieren, während sein Vater den Anspruch auf Grönland erst kürzlich erneuerte und diese kaufen will. Trump selbst schloss am Dienstag keine Mittel – weder militärische noch wirtschaftliche – aus, um sein Ziel in Grönland, aber auch beim Panamakanal zu erreichen.
Online seit gestern 07.01.2025, 19.25 Uhr (Update: gestern, 21.42 Uhr)
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Zuvor hatte Trump noch von Vertretern, die seinen Sohn treffen würden, gesprochen. „Mein Sohn Don Jr. und verschiedene Vertreter“ würden in Grönland „einige der schönsten Gegenden und Sehenswürdigkeiten besuchen“, so Trump am Montag in seinem sozialen Netzwerk Truth Social. Offen blieb, wen er mit Vertretern genau meinte. „Grönland ist ein unglaublicher Ort, und die Menschen dort werden enorm davon profitieren, falls – und sobald – es Teil unserer Nation wird“, so Trump weiter.

Grönland dementierte sogleich: Es seien keine Treffen des Trump-Sohnes mit Vertretern der grönländischen Regierung geplant, sagte der Minister für Auswärtige Angelegenheiten, Mininnguaq Kleist, der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Man sei nicht über das Wesen der Reise in Kenntnis gesetzt worden. Es handle sich um einen privaten Besuch.

Reuters/Cheney Orr
Der Sohn des designierten US-Präsidenten Donald Trump, Donald Jr.

Trump schließt kein Mittel aus
Trump selbst will seine Ziele der Einverleibung des Panamakanals und Grönlands offenbar mit allen Mitteln erreichen. Er lehnte es am Montag ab, als Teil seines erklärten Wunsches, dass die USA die Kontrolle über den Panamakanal zurückerlangen und Grönland erwerben sollen, militärische oder wirtschaftliche Maßnahmen auszuschließen.
Auf einer Pressekonferenz gefragt, ob er den Einsatz von militärischem oder wirtschaftlichem Zwang in Panama und Grönland vermeiden würde, sagte Trump: „Nein, ich kann Ihnen keines dieser beiden Dinge versichern. Aber ich kann eines sagen: Wir brauchen sie (Panama und Grönland, Anm.) für die wirtschaftliche Sicherheit.“
Trump versprach zudem, den Golf von Mexiko in „Golf von Amerika“ umzubenennen, und wiederholte sein Versprechen, Mexiko und Kanada erhebliche Zölle aufzuerlegen. Der Golf „deckt ein großes Gebiet ab“, so Trump, „‚der Golf von Amerika‘ – was für ein wunderschöner Name“.

Enger Berater seines Vaters
Der dänische Fernsehsender DR zeigte am Dienstag, wie das Privatflugzeug von Donald Trump in der Hauptstadt Nuuk landete und wie Trump Jr. nach dem Ausstieg in Richtung der Kameras winkte. Dem grönländischen Rundfunk KNR zufolge sagte Donald Jr., er habe nicht vor, während seines Besuches grönländische Politiker zu treffen. „Wir sind nur als Touristen hier“, sagte er und fügte hinzu, er solle von seinem Vater grüßen.

„Als jemand, der als Naturliebhaber an einige faszinierende Orte auf der ganzen Welt gereist ist, freue ich mich darauf, diese Woche in Grönland Halt zu machen, um ein wenig Spaß zu haben“, zitierte Fox News Donald Jr. im Vorfeld seiner Reise.

Der älteste Sohn des künftigen Präsidenten ist zumindest öffentlich bisher für keinen offiziellen Posten in Trumps Regierung vorgesehen. Im Wahlkampf mischte er aber kräftig mit – er gilt als enger Berater seines Vaters. Daher hat auch die Grönland-Reise von Donald Jr. politische Brisanz. Er könnte eine Vorhut für mögliche Gespräche in der Amtszeit von Trump bilden, auch in Bezug auf wirtschaftliche Interessen könnte vorgefühlt werden – eben nicht unbedingt mit Regierungsvertretern.

Trump sieht absolute Notwendigkeit
Trump versprach unterdessen via Truth Social, dass er Grönland vor einer „äußerst grausamen Außenwelt“ schützen werde. Trump, der am 20. Jänner wieder ins Weiße Haus einziehen wird, hatte bereits im Dezember geschrieben: „Im Interesse der nationalen Sicherheit und der Freiheit in der Welt sind die USA der Ansicht, dass der Besitz und die Kontrolle von Grönland eine absolute Notwendigkeit sind.“

AP/Rick Scuteri
Der designierte US-Präsident Donald Trump

Strategisch mehrfach bedeutsam
Schon während seiner ersten Amtszeit hatte Trump vorgeschlagen, Grönland zu kaufen. Dänemark lehnte das klar ab. Zuletzt hatte die dänische Regierung angekündigt, mit Milliardeninvestitionen Grönlands Sicherheit stärken zu wollen.

Grönland mit seinen rund 57.000 Einwohnern und Einwohnerinnen ist weitgehend autonom. Strategisch ist die Insel durch ihre Lage in der Arktis und ihre Nähe zu Russland sowie einen wichtigen US-Militärstützpunkt nicht nur für die USA bedeutsam.

Grönland verfügt über Bodenschätze, darunter auch Öl- und Erdgasvorkommen. Interessant sind auch die zur Insel gehörigen Unterwassergebiete, auch hier werden Rohstoffe vermutet, diese könnten durch Meeresbodenbergbau gewonnen werden. Die Methode ist sehr umstritten, denn sie zerstört auch nachhaltig den Lebensraum der in diesen Gebieten ansässigen Meeresbewohner. Grönland hatte den Vorstoß von Trump bereits mehrmals zurückgewiesen.

Reuters/Patrick Doyle
Der kanadische Noch-Premier Justin Trudeau – von Trump als „Gouverneur“ verspottet

Trump streckt Fühler auch nach Kanada aus
Trump machte unterdessen auch erneut einen Anlauf für eine weitere Gebietsausdehnung der USA. Er hatte zuletzt immer wieder öffentlich auf Kanada geschielt und das Nachbarland im Norden als möglichen „51. Bundesstaat“ der USA beschrieben.

Nach dem am Montag angekündigten Rücktritt des kanadischen Premierministers Justin Trudeau äußerte sich Trump nun dazu neuerlich auf Truth Social: „Wenn Kanada mit den USA fusionieren würde, gäbe es keine Zölle, die Steuern würden deutlich sinken, und sie (die Kanadier, Anm.) wären vollständig sicher vor der Bedrohung durch russische und chinesische Schiffe, die sie ständig umgeben.“ Er werde nur wirtschaftliche und nicht militärische Mittel anwenden, so Trump.

Trump hatte Trudeau immer wieder spöttisch als „Gouverneur“ bezeichnet. Gouverneure sind in den USA die Regierungschefs der Bundesstaaten. Dieser und andere Regierungsvertreter erteilten Trumps Vorstoß sofort eine Absage: Die Idee zeige klar, dass der künftige US-Präsident komplett missverstehe, was Kanada ausmache, schrieb Außenministerin Melanie Joly auf X: „Wir werden Drohungen niemals klein beigeben.“ Trudeau schrieb: „Die Wahrscheinlichkeit, dass Kanada Teil der Vereinigten Staaten wird, ist kleiner als die für einen Schneeball in der Hölle.“
08.01.2025, red, ORF.at/Agenturen
Drohungen: Trumps Kampfansage an Grönland
 
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#3
Grönland-Konflikt
EU-Militärchef erwägt Stationierung von Soldaten in Grönland
Das wäre laut dem Vorsitzenden des EU-Militärausschusses (EUMC) "ein starkes Signal und könnte zur Stabilität in der Region beitragen"

Die Europäer hätten – ebenso wie die USA – Interessen in Grönland, sagt der frühere österreichische Generalstabschef Robert Brieger (im Bild).
EPA/OLIVIER HOSLET

Berlin – EU-Militärchef Robert Brieger hat die Stationierung von europäischen Soldaten auf der vom US-Präsidenten Donald Trump beanspruchten dänischen Insel Grönland ins Gespräch gebracht. "Die Insel ist unter geopolitischen Gesichtspunkten von großer Bedeutung und hat auch aus sicherheitspolitischer Sicht eine große Relevanz", sagte der Vorsitzende des EU-Militärausschusses (EUMC) und frühere österreichische Generalstabschef der Welt am Sonntag.

Rohstoffe und Verkehrswege
"Aus meiner Sicht wäre es durchaus sinnvoll, in Grönland, nicht nur wie bisher US-Streitkräfte zu stationieren, sondern künftig auch eine Stationierung von EU-Soldaten in Erwägung zu ziehen. Das wäre ein starkes Signal und könnte zur Stabilität in der Region beitragen", betonte der Vorsitzende des EU-Gremiums, in dem die Generalstabschefs der 27 EU-Mitgliedstaaten vertreten sind.

Letztlich sei ein solcher Schritt aber eine politische Entscheidung, fügte Brieger hinzu. Er erklärte weiter, Grönland sei ein dänisches Territorium in Übersee, das allerdings nicht zur EU gehöre. "Trotzdem haben die Europäer – ebenso wie die USA – Interessen in Grönland." In der Region gebe es reichhaltige Rohstoffvorkommen, zudem führten wichtige Verkehrswege für den internationalen Handel an Grönland vorbei. "Das schafft mit zunehmender Eisschmelze infolge des Klimawandels aber auch ein gewisses Spannungspotenzial gegenüber Russland und möglicherweise China." Insgesamt erwarte er, dass die USA als Mitglied der Vereinten Nationen die in der Uno-Charta festgeschriebene Unverletzbarkeit der Grenzen respektierten.

Gespräche über Sicherheit in der Arktis
Unterdessen kontaktierte der neue US-Außenminister Marco Rubio seinen dänischen Kollegen Lars Løkke Rasmussen. Dieser teilte danach mit, das 20-minütige Gespräch sei in einem "guten und konstruktiven Ton" verlaufen. Man habe über die Ukraine, die europäische Sicherheit und die Lage im Nahen Osten gesprochen. Die Sicherheit der Arktis habe nicht auf der Tagesordnung gestanden. "Aber es wurde vereinbart, dass dieses Thema zu einem späteren Zeitpunkt zwischen den Vereinigten Staaten, Dänemark und Grönland besprochen werden soll." Das US-Außenministerium teilte am späten Freitag mit, Rubio habe in dem Telefonat "die Stärke der Beziehungen" zwischen den USA und Dänemark bekräftigt.

Trump hatte jüngst mehrmals bekräftigt, dass er das autonome Gebiet Dänemarks zu einem Teil der USA machen will. Er hat nicht ausgeschlossen, militärische oder wirtschaftliche Macht einzusetzen, um Dänemark zur Übergabe zu bewegen. Grönland ist von großer strategischer Bedeutung für die USA.

Unabhängigkeit Grönlands
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte am 15. Jänner berichtet, sie habe mit Trump telefoniert und ihm gesagt, dass Grönland selbst über eine eventuelle Unabhängigkeit entscheiden müsse. Die Financial Times berichtete am Freitag, dass das Telefonat zwischen Frederiksen und Trump sehr hitzig verlaufen sei. Trump habe betont, dass er es mit seinem Entschluss, Grönland zu übernehmen, ernst meine.

Der grönländische Ministerpräsident Mute Egede, der sich für die Unabhängigkeit Grönlands einsetzt, hat wiederholt erklärt, dass die Insel nicht zum Verkauf stehe und dass die Bevölkerung selbst über ihre Zukunft entscheiden müsse.
(APA, 25.1.2025)

Mehr zum Thema:
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Die USA rittern um Grönland – doch die EU ist auf ihrer Suche nach Rohstoffen längst vor Ort

EU-Militärchef erwägt Stationierung von Soldaten in Grönland
 

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#4
Grönland
Dänemark verstärkt mit Milliardenbetrag Militärpräsenz in der Arktis
Zuvor hatte US-Präsident Trump Ansprüche auf Grönland gestellt. Dänemarks Regierung will neue Schiffe, zusätzliche Langstreckendrohnen und Satelliten finanzieren

Eine Aufnahme der grönländische Flagge in Nuuk, der Hauptstadt der arktischen Insel.
Foto: via REUTERS/Emil Helms

Nuuk/Kopenhagen – Dänemark will nach den Gebietsansprüchen von US-Präsident Donald Trump auf das zum nordischen Staat gehörende Grönland seine Militärpräsenz in der Arktis verstärken. Insgesamt wolle Dänemark 14,6 Milliarden dänische Kronen (fast 2 Milliarden Euro) investieren, sagte Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen am Montag. Darin sei die Finanzierung von drei neuen Schiffen der arktischen Marine, zwei zusätzlichen Langstreckendrohnen und Satelliten für eine bessere Überwachung enthalten.

Auf das Paket hat sich die dänische Regierung mit einer breiten Mehrheit der Parlamentsparteien sowie in enger Zusammenarbeit mit den Regierungen der Färöer-Inseln und Grönlands verständigt, wie das Verteidigungsministerium in Kopenhagen mitteilte. Zusätzlich zu dem ersten Teilabkommen vereinbarten die Dänen, Färinger und Grönländer, noch bis zum Sommer eine zweite Vereinbarung zur Abschreckung und Verteidigung aushandeln zu wollen. Die sicherheitspolitische Situation erfordere dies, hieß es in der Mitteilung des Ministeriums.

Mit dem Teilabkommen wolle man die Überwachung und die Behauptung der Souveränität in den Regionen verbessern. Zugleich sei es von entscheidender Bedeutung, enge Verbündete und die NATO bei der Lösung von Aufgaben in der Arktis und im Nordatlantik zu unterstützen, um Verteidigung und Sicherheit zu stärken. Die grönländische Außenbeauftragte Vivian Motzfeldt sprach bei der Vorstellung des Abkommens in Kopenhagen von einem "historischen Tag".

Trump signalisierte mehrfach Interesse
Nach mehr als einem Jahrzehnt drastischer Kürzungen der Verteidigungsausgaben hat Dänemark im vergangenen Jahr 190 Milliarden dänische Kronen (25,5 Milliarden Euro) für sein Militär über einen Zeitraum von zehn Jahren bereitgestellt, von denen ein Teil für die Arktis bestimmt ist. Dänemark ist zwar für die Sicherheit und Verteidigung Grönlands verantwortlich, hat aber nur über begrenzte militärische Kapazitäten auf der Insel. Derzeit verfügt Dänemark über vier veraltete Inspektionsschiffe, ein Challenger-Überwachungsflugzeug und zwölf Hundeschlittenpatrouillen, die ein Gebiet überwachen sollen, das viermal so groß ist wie Frankreich.

Trump hatte zuletzt mehrfach Interesse an "dem Besitz und der Kontrolle" an Grönland signalisiert. Die riesige Insel in der Arktis mit ihren rund 57.000 Einwohnern ist von großer strategischer Bedeutung für die USA, die dort einen Luftwaffenstützpunkt mit Frühwarnsystem für ballistische Raketen unterhalten. Grönlands Hauptstadt Nuuk liegt näher an New York als an Kopenhagen. Zudem verfügt Grönland über Bodenschätze unter dem Eis.

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ist derzeit dabei, vor dem Hintergrund von Trumps Begehrlichkeiten europäischen Zusammenhalt zu demonstrieren. Dafür reist sie am Dienstag nach Berlin, Paris und Brüssel, um den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz, den französischen Präsidenten Emmanuel Macron und NATO-Generalsekretär Mark Rutte zu treffen.
(APA, 27.1.2025)
Dänemark verstärkt mit Milliardenbetrag Militärpräsenz in der Arktis
 

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#5
Grönlands Rohstoffe sind wahrscheinlich viel schwerer zu bekommen, als Trump denkt
Grönland beherbergt viele seltene Erden, die die EU und die USA für die Energiewende brauchen. In der Praxis fehlt es jedoch an Infrastruktur, Arbeitskräften und Geld, um sie auch abzubauen.


Lediglich knapp 57.000 Menschen leben auf Grönland, das Straßennetz ist dünn und viele Gebiete liegen weit abgelegen von der Außenwelt.
Foto: via REUTERS/Ida Marie Odga

In den vergangenen Tagen haben sich die Spannungen rund um Grönland einmal mehr erhöht. Dänemark kündigte an, seine Militärpräsenz in der Region mit Milliardeninvestitionen und neuen Schiffen und Drohnen zu stärken, Trump wiederum lässt nicht locker, schon bald die Kontrolle über die größtenteils autonome Insel erlangen zu wollen. Im Mittelpunkt des Interesses stehen vor allem die begehrten Rohstoffe, die im Gestein, unter dem Eis und Wasser der Insel schlummern sollen. Viele davon werden für Smartphones, E-Autos, Batterien und erneuerbare Energien benötigt und sollen bald eine Alternative zu Chinas Dominanz bei seltenen Erden bieten.

Doch dafür muss zuerst jemand den vermuteten Schatz an seltenen Rohstoffen abbauen – ein Vorhaben, das schwieriger sein könnte, als manche denken. Denn an den rauen klimatischen Bedingungen, der fehlenden Infrastruktur, dem Mangel an Arbeitskräften, den erforderlichen Umweltstandards und den hohen Kosten sind nicht wenige Konzerne bereits in der Vergangenheit gescheitert. Könnte dieses Szenario bald wieder drohen?

Großes Potenzial
Das Potenzial an Rohstoffen ist jedenfalls erheblich. Laut einer Studie des Geological Survey of Denmark and Greenland (GEUS) aus dem Jahr 2023 befinden sich auf Grönland 25 der 34 von der EU als strategisch wichtig eingestuften Rohstoffe, darunter etwa Kupfer, Niob, Titan und Lithium – die meisten davon entlang der Küste der Insel. Darüber hinaus sollen sich große Mengen an Erdöl und Erdgas unter und um die Insel befinden, zudem gibt es große vermutete Vorkommen an Gold, Platinmetallen, Uran und Strontium.

an deren Abbau besteht nicht erst, seit Trump seine Augen auf Grönland gerichtet hat. Schon im Zweiten Weltkrieg wurde auf der Insel das selten vorkommende Mineral Kryolith abgebaut, aus dem Aluminium für die Kriegsindustrie hergestellt wurde. Nach dem Krieg wurde die Insel dann sukzessive geologisch untersucht – ein Vorhaben, das mehrere Jahrzehnte in Anspruch nahm. Zwar gibt es heute weit mehr Karten mit detaillierten geologischen Daten. Gerade über die Geologie unter der Eisdecke, die immerhin 80 Prozent des Landes bedeckt, fehlen aber nach wie vor viele Informationen.

Kaum Erfolge
Viele Versuche in den vergangenen Jahrzehnten, die Ressourcen entlang der Küste abzubauen, liefen zudem bereits ins Leere. Ab den 1970er-Jahren haben Shell, Chevron, Mobil (heute ExxonMobil) und andere Unternehmen versucht, Ölvorkommen in Grönland zu erschließen – mit wenig Erfolg. 2021 kündigte die Regierung Grönlands schließlich an, ihre Ambitionen, zu einem ölexportierenden Land zu werden, aufzugeben und keine neuen Lizenzen mehr zu vergeben. Schuld daran waren nicht nur die schwankenden Ölpreise, sondern auch die hohen finanziellen und ökologischen Kosten, die mit der Förderung in der Region verbunden sind.

Auch die Vorkommen an seltenen Erden sind bisher kaum erschlossen – was jedoch nicht am Eis liegt. "Alle bekannten Vorkommen mit seltenen Erden befinden sich in eisfreien Zonen", sagt Harald Elsner, Geologe an der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Deutschland. Seit Jahren versucht die grönländische Regierung, ausländische Unternehmen dazu zu bewegen, mit dem Abbau zu beginnen, doch bisher waren das Risiko und die Kosten für die meisten zu groß.


Viele Unternehmen sind am Abbau von seltenen Erden und anderen Rohstoffen in Grönland bereits gescheitert.
REUTERS/Hannibal Hanschke

Radioaktives Material
Lediglich zwei Abbaugebiete sind derzeit noch von größerem Interesse, die sich beide im Südwesten des Landes befinden. Dazu zählt das Kvanefjeld-Vorkommen, ein knapp 700 Meter hoher Berg, in dem sich neben leichten seltenen Erden auch Uran befindet. Da bei dessen Abbau jedoch zwangsweise auch radioaktives Uran als Nebenprodukt angefallen wäre, erteilte die grönländische Regierung dem Bergbauvorhaben vor knapp zwei Jahren eine Absage. Die Sorge in der Bevölkerung war groß, dass das Uran, das in einem nahen See hätte gelagert werden sollen, die Umwelt kontaminieren würde. Die australische Bergbaugesellschaft Energy Transition Minerals, die hinter dem Projekt stand, reichte daraufhin eine Schadenersatzklage über mehrere Milliarden Dollar gegen die grönländische Regierung ein.

Das zweite bekannte Vorkommen für seltene Erden ist Kringlerne, wo sich laut Elsner so viele schwere seltene Erden befinden wie nirgendwo sonst auf der Welt. Tatsächlich könnten die Vorräte den derzeitigen Weltbedarf an seltenen Erden für 150 Jahre decken und sowohl die USA, als auch die EU gänzlich unabhängig von Importen aus China machen.

Viele Schwierigkeiten
Allerdings nur in der Theorie. Denn in der Praxis ergeben sich, wie auch bei anderen Vorkommen Grönlands, eine Reihe von Schwierigkeiten. "Seit Jahren ist in Kringlerne kaum etwas passiert. Es fehlt an geeigneter Infrastruktur, um die Materialien zu transportieren, an Fachkräften, sie zu verarbeiten und an Kapazitäten und Wissen, die schweren seltenen Erden voneinander zu trennen", sagt Elsner. Es dauert oft viele Jahre, bis überhaupt mit dem Abbau begonnen werden kann und die Rohstoffe tatsächlich auf dem Markt landen.

Zudem übersteigen die Kosten für den Abbau aller Voraussicht nach die zu erwartenden Einnahmen. Um die Mineralien zu gewinnen, müsste das Gestein vor Ort getrennt werden. Für die gewaltigen Reste an Gestein, die dabei anfallen, gibt es aber noch keinen geeigneten Platz. Auch für den Weitertransport der Rohstoffe müsste zuerst ein Hafen in dem Fjord neben dem Vorkommen errichtet werden. Da es gerade in der Region um die Arktis jedoch immer wieder zu starken Winden und Nebel kommen kann, bestehe die Gefahr, dass Schiffe gegen Felsen oder Seeeis prallen und verunglücken. "Die ökologischen Konsequenzen, die entstehen, wenn die Chemikalien oder der Diesel aus den Schiffen ins Meer gelangen, wären verheerend", sagt Elsner.

Für Grönland spricht nicht viel
Und selbst wenn es gelänge, die seltenen Erden weiter bis in die USA zu transportieren, fehle es dort an Möglichkeiten, diese weiterzuverarbeiten. "Momentan besitzt lediglich China die technischen Möglichkeiten, seltene Erden nach dem Abbau in der benötigten Reinheit zu erzeugen", sagt Elsner. Das Verfahren sei höchst komplex und anspruchsvoll. Womöglich müssten die Rohstoffe vor ihrer Verwendung also erst wieder nach China gebracht werden, was wenig an der Abhängigkeit der USA und der EU von dem Land ändern würde.


Aus wirtschaftlicher Sicht spricht nicht viel dafür, dass die USA bald große Summen in den Abbau von Rohstoffen in Grönland investieren.
Foto: via REUTERS/Emil Stach

Andernorts sind die Aussichten ähnlich trüb. Molybdän, das beispielsweise für die Herstellung von Raketen- und Flugzeugteilen verwendet wird, befindet sich wie einige andere Rohstoffe in schwierig zu erreichenden Gegenden, die aufgrund fehlender Straßen oft nur mit kostspieligen Hubschrauberflügen erkundet werden können. "Solche Vorkommen befinden sich dann womöglich zwischen zwei sich bewegenden Gletschern. Wenn Sie dort eine Straße bauen würden, wäre sie beim nächsten Mal an einem anderen Ort", sagt Elsner. In Summe spreche nicht viel dafür, dass in Grönland bald große Mengen an kritischen Rohstoffen abgebaut werden.

Einfluss von Australien
Warum hat Donald Trump dann dennoch Interesse an den Rohstoffen Grönlands? Elsner hat dazu eine eigene Theorie: Demnach dürfte der über 70-jährige australische Unternehmer Greg Barnes, der die Schürfrechte für Vorkommen von schweren seltenen Erden in Grönland besitzt, Trumps Interesse an den Rohstoffen geweckt haben. Und zwar schon 2019, als er im Weißen Haus eine Präsentation über seltene Erden in Grönland gehalten habe. Wenige Tage später unterbreitete Trump der dänischen Regierung damals das Angebot, Grönland zu kaufen.

Ob die Aussichten für den Abbau von Rohstoffen heute besser aussehen als noch vor sechs Jahren, ist jedoch fraglich. Denn selbst wenn die USA große Summen an Geld in die Erschließungen stecken würden, bleiben viele der Hürden für den Abbau bestehen. Bleibt nur die Aufgabe, das auch Trump zu erklären.
(Jakob Pallinger, 31.1.2025)
Grönlands Rohstoffe sind wahrscheinlich viel schwerer zu bekommen, als Trump denkt
 

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#6
Strategischer Knotenpunkt
Kanalisierte Gier: Was Donald Trump mit Panama vorhat
Nach Grönland und Kanada will Donald Trump nun auch den Panamakanal für die Vereinigten Staaten. Was will der US-Präsident dort erreichen, erwägt er gar einen militärischen Einsatz?

US-Gesetzgeber befürchten: Wenn China, das massiv im Land investiert, auch noch eine Brücke über den Kanal baut, dann könnte Peking den für den US- und den Welthandel so wichtigen Kanal an entscheidenden Punkten abriegeln.
Foto: REUTERS/Enea Lebrun

Wenn Donald Trump Panama mit der gewaltsamen Rücknahme des Panamakanals droht, hat er dafür überparteilichen Rückhalt. Nicht unbedingt für die Art und Weise, wie es der US-Präsident kommuniziert. Sondern für die Message, die er damit aussenden möchte. Und die ist eindeutig: Überlegt euch euren Kuschelkurs mit China besser zweimal!

Hört man den US-Senatsmitgliedern bei den Anhörungen zur Bestätigung des Kabinetts von Donald Trump zu, merkt man schnell, dass der außenpolitische Fokus der Gesetzgeber längst auf dem neuen Feindbild Nummer eins liegt: China. Russland ist mühsam, wird die USA aber nicht herausfordern können. Die Volksrepublik hat diese Ambitionen und wohl auch die Möglichkeiten und die Motivation.

Auf der Prioritätenliste
Dass neben Grönland und Kanada ausgerechnet Panama auf Trumps Prioritätenliste weit oben rangiert, hat mit zwei Häfen, einer Brücke und massiven Direktinvestitionen zu tun. Bereits 1997 erhielt die Panama Ports Company, ein Tochterunternehmen von Hutchison Ports mit Sitz in Hongkong, eine 25-jährige Konzession zum Betrieb zweier Häfen an den strategisch wichtigen Einfahrten des Kanals, Cristóbal am nordwestlichen Eingang und Balboa im Südosten.

Diese wurde 2021 um weitere 25 Jahre verlängert. Die Angst der US-Gesetzgeber: Wenn China, das massiv im Land investiert, auch noch eine Brücke über den Kanal baut, dann könnte Peking den für den US- und den Welthandel so wichtigen Kanal an diesen drei neuralgischen Punkten abriegeln.
Panama belohnte die bisherigen üppigen chinesischen Investitionen im Land unter anderem mit einem Bruch der eigenen Beziehungen zu Taiwan und einer klaren Ein-China-Politik. Auch beteiligte man sich als erster lateinamerikanischer Staat an Chinas Belt and Road Initiative schon während Trumps erster Präsidentschaft.

Wichtige Wasserstraße
Wenig deutet derzeit darauf hin, dass China den Kanal tatsächlich schließen will. Denn das Land ist selbst ein guter Kunde der Wasserstraße. Außerdem wäre es ein politischer Affront, den die USA sogar als Kriegserklärung interpretieren könnten. Völkerrechtlich wäre Washington damit wohl auf der sicheren Seite.

Im Panamakanalvertrag, den Präsident Jimmy Carter 1977 ausverhandelt hat, wird den USA das Recht zugesprochen, die offene und sichere Durchfahrt der Schiffe zu garantieren und zu verteidigen. Es wird explizit festgehalten, dass dies kein allgemeines Interventionsrecht darstellt und Fragen der panamaischen Souveränität dadurch unangetastet bleiben. Dennoch erlaubt es den USA quasi, den Kanal im Falle des Falles "freizuräumen".

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Vereinigten Staaten die wirtschaftlich enorm wichtige Wasserstraße mithilfe ihrer Armee absichern, wie ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt. Denn Probleme und Verzögerungen haben, den Panamakanal betreffend, eine lange Tradition. Mehrere Hundert Jahre sollten verstreichen, bis es von ersten Ideen und Planungen im frühen 16. Jahrhundert zur tatsächlichen Inbetriebnahme kommt: Am 15. August 1914 passiert der Dampfer Ancona mit 200 Personen an Bord als erstes Wasserfahrzeug den Panamakanal.


DER STANDARD

Pleiten, Pech und Panama
Der Bau erfolgte schon ab dem späten 19. Jahrhundert, angeregt durch den Erfolg des 1869 eröffneten Suezkanals. Die französische Panamakanal-Gesellschaft erwarb eine Konzession der kolumbianischen Regierung, da Panama damals noch nicht als eigenständiger Staat existierte. Bald nach dem Spatenstich im Jahr 1881 wurde die hohe Sterblichkeit der Arbeiter durch Gelbfieber und vor allem Malaria zum Problem. In Unwissen über die Übertragung gaben französische Ärzte die Weisung aus, zum Schutz die Beine aller Betten in Wassereimer zu stellen. Daraus wurden Brutstätten für die Malariamücke, die Krankheit geriet außer Kontrolle. 22.000 Arbeitskräfte starben, bevor die Bauarbeiten im Jahr 1889 eingestellt wurden.

Auslöser war der Bankrott der französischen Panamakanal-Gesellschaft, einer der größten Finanzskandale des 19. Jahrhunderts. Aufgearbeitet wurde die Affäre nach einem bis heute bekannten Muster: Verantwortliche kamen ungeschoren davon, der breiten Masse blieb der wirtschaftliche Schaden. 1902 warf die Grande Nation das Handtuch und verkaufte die Konzession samt Vorarbeiten an die USA.

Im Jahr darauf ermöglichten die USA die Gründung des Staates Panama. Sie landeten mit Truppen in der Region, um die Errichtung des strategisch wichtigen Kanals, der die Schiffsroute von San Francisco nach New York um rund 15.000 Kilometer verkürzt, abzusichern. Das Gebiet unmittelbar um den Kanal blieb in US-Besitz, dafür wurde dem Rest Panamas territoriale Souveränität zugesichert.

Schlagader des Welthandels
Am 31. Dezember 1999 erfolgte die Übergabe des Kanals an Panama. Im Lauf der Jahrzehnte hat die globale Bedeutung der Handelsschifffahrt stark zugenommen, allein seit 1990 erhöhte sich die Flottenkapazität von zwei Millionen auf mehr als 24 Millionen Container. Fünf Prozent des Seehandels nutzen die Abkürzung zwischen Pazifik und Atlantik, die für die zwei größten Volkswirtschaften der Welt enorm wichtig ist: 74 Prozent der durch den Kanal transportierten Fracht stammt aus den USA, gefolgt von China mit 21 Prozent.

Dementsprechend sprudeln die Einnahmen aus den Durchfahrten, die 2024 fast 3,4 Milliarden US-Dollar ausmachten – obwohl die Anzahl an Durchfahrten wegen Wassermangels zeitweise begrenzt werden musste. Deshalb dürfte im Vorjahr auch das Wirtschaftswachstum etwas geringer ausgefallen sein als 2023 mit 7,3 Prozent. Dennoch sorgt der Kanal für 24 Prozent der Staatseinnahmen des kleinen Landes mit nur 4,5 Millionen Menschen und steht für fast acht Prozent der Wirtschaftsleistung. Abhängig von ihrer Größe werden für Containerschiffe in der Regel mehr als 100.000 Dollar für eine Passage fällig, dazu kommen Gebühren für Lotsen und Schlepper.

Die Kanalbehörde lukriert zudem Einnahmen durch eine tägliche Versteigerung einer bevorrangten Passage. Der Rekordwert wurde im November 2023 erzielt: Ein japanischer Tanker mit verflüssigtem Erdgas (LNG) zahlte 3,98 Millionen Dollar, um die vor ihm wartenden Schiffe umfahren zu dürfen.

Der Panamakanal verbindet den Atlantik mit dem Pazifik.
DER STANDARD

Schwimmend in acht Tagen
Die geringste Gebühr fiel 1928 für den US-Journalisten und Abenteurer Richard Halliburton an, der als erster Mensch den Panamakanal schwimmend passierte. Die damals zuständige US-Behörde erklärte sich nur widerwillig einverstanden: Da sie nur Wasserfahrzeugen die Durchfahrt genehmigen dürfe, müsse er als solches behandelt werden. Halliburton wurde nach dem Schiffsmaß Tonnage eingestuft, worauf eine Gebühr von 36 US-Cent fällig wurde. Er bewältigte den 82 Kilometer langen Kanal samt Schleusen in acht Tagesetappen.

Zurück in die Gegenwart, da Panama geostrategisch nicht nur ein Nadelöhr des Welthandels darstellt. Der Isthmus, die Landenge, bildet auch die natürliche Brücke Südamerikas zu Mittel- und Nordamerika. Für viele Flüchtlinge und Migranten ist die sogenannte DariénLücke, ein Gebiet, das so dicht mit Regenwald bedeckt ist, dass es die einzige Unterbrechung des Pan-American Highway darstellt, dank emsiger Schmuggler längst keine Lücke mehr. Vielmehr spricht man heute von einem – wenngleich immer noch sehr gefährlichen – "Migrations-Highway".

Trumps Aussagen, Maßnahmen und "Executive Orders" der ersten Amtstage verdeutlichen, dass Migration eine seiner Top-Agenden für die zweite Amtszeit ist. Und vielleicht geht es ihm bei der Panamalkanal-Sache ja genau darum, die Menschen aus Südamerika zu stoppen und seine harte Gangart gegenüber Migranten publikumswirksam zu präsentieren. Denn trotz aller Differenzen und des diplomatischen Hickhacks um den Kanal sind sich der US-Präsident und Panamas Präsident José Raúl Mulino zumindest in ihrer harten Anti-Migrations-Haltung einig.
(Alexander Hahn, Fabian Sommavilla, 15.2.2025)
Kanalisierte Gier: Was Donald Trump mit Panama vorhat
 

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#7
Abstimmung
Grönland will weder sein Gebiet noch sein Uran den USA überlassen
Donald Trump erneuert seine Ansprüche auf das dänische Gebiet, während die Grönländer kommende Woche über ihr neues Parlament entscheiden und sich wohl Richtung Unabhängigkeit bewegen
Grönland soll zu den Vereinigten Staaten gehören. US-Präsident Donald Trump machte in seiner Rede vor dem Kongress einmal mehr klar, dass seine Vision eines US-kontrollierten Grönlands nicht bloßes Gerede gewesen ist, sondern offizielle Außenpolitik seiner Amtszeit. Mitten während der steigenden Spannungen zwischen den USA und Europa griff der Präsident damit erneut einen europäischen Staat an, nämlich Dänemark, zu dem das autonome Gebiet gehört. In einer direkten Nachricht an die Bevölkerung der Insel sagte Trump: "Wir unterstützen nachdrücklich euer Recht, eure Zukunft selbst zu bestimmen. Und wenn ihr euch dafür entscheidet, heißen wir euch in den Vereinigten Staaten von Amerika willkommen."


Grönland will ein unabhängiger Staat werden.
Foto: AFP/ODD ANDERSEN

Auf den ersten Teil der Botschaft stützten sich führende dänische Politiker in ihrer Reaktion auf Trumps erneuerte Besitzansprüche auf die Insel. Außenminister Lars Løkke Rasmussen und Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen begrüßten es, dass der US-Präsident das Selbstbestimmungsrecht der Grönländerinnen und Grönländer respektiere. Das sei doch das Wichtigste, ließen die beiden wissen.

"Wir sind Kalaallit"
Und der grönländische Regierungschef Múte B. Egede stellte via Facebook-Posting klar, dass die Menschen auf der Insel keine Amerikaner sein wollen – und auch keine Dänen: "Wir sind Kalaallit." Damit verwendet Egede den indigenen Namen für die Bevölkerung Grönlands: "Die Amerikaner und ihr Staatschef müssen das verstehen. Wir sind nicht käuflich und können nicht einfach übernommen werden."


Regierungschef Múte B. Egede stellt klar, dass man sich in Grönland weder als Amerikaner noch als Däne fühle.
Foto: AFP/Ritzau Scanpix/MADS CL

Damit sprach Egede auch eines seiner wichtigsten Wahlkampfthemen vor seinem Wahlsieg 2021 ein – das Verbot des Uranabbaus in Kvanefjeld, im Süden der Insel. Denn auf Grönland liegt das fünftgrößte Uranvorkommen der Welt, und die USA haben großes Interesse an einem Zugriff darauf. Immerhin finden bis zu 30 Prozent des weltweiten Uranverbrauchs in den Vereinigten Staaten statt, während null Prozent dort abgebaut werden. Die Regierungspartei Inuit Ataqatigiit (IA) hat sich strikt gegen den Abbau des radioaktiven Materials gestellt und die sogenannte "Uran-Wahl" vor vier Jahren gewonnen. Diese Blockade schmeckt Donald Trump wohl wenig.

Unabhängigkeit als Thema
Doch die Vorstellung, dass sich die Bevölkerung Grönlands für die USA entscheidet, ist unrealistisch. Eine Umfrage der Zeitung Sermitsiaq zeigte Anfang des Jahres, dass 85 Prozent der befragten Grönländer nicht die dänische Union verlassen wollen, um Teil der Vereinigten Staaten zu werden, sechs Prozent wollen das sehr wohl, und neun Prozent sind sich nicht sicher. Mit den Ergebnissen der Befragung konfrontiert, stellte die dänische Premierministerin Mette Frederiksen fest, dass es an der Bevölkerung Grönlands liege, über ihre Zukunft zu entscheiden, und sie sich "freue, wenn die Umfrage zeigt, dass viele Grönländer eine anhaltende Kooperation mit Dänemark sehen". Gleichzeitig sei ihr bewusst, dass sich diese Zusammenarbeit verändern werde.

Dieser Wunsch spiegelt sich auch im dominierenden Thema im Wahlkampf vor den Parlamentswahlen am 11. März auf der Insel wider: der Unabhängigkeit. Alle sechs antretenden Parteien sind sich einig, dass es Unabhängigkeit geben muss, nur der Zeitplan ist strittig. Während sich die regierende IA Zeit lassen möchte, um eine reibungslose Abspaltung zu ermöglichen, drängt ihr Koalitionspartner, die sozialdemokratische Siumut-Partei, auf eine Abstimmung während der kommenden Legislaturperiode. Themen sind aber auch die wirtschaftliche Lage der Insel und wie sie sich vom dominanten Fischereizweig löst und auch unabhängiger von den Zahlungen aus Dänemark wird, die einen großen Teil des grönländischen Budgets ausmachen. So soll der Tourismus und auch der Bergbau künftig ausgebaut werden.

Keine ausländischen Wahlkampfspenden
Dass die Parlamentswahlen in Grönland bereits am Dienstag stattfinden, hat auch mit den von Trump geäußerten Besitzansprüchen zu tun: "Es passiert gerade so viel politisch im In- und Ausland, dass wir das Datum vorgezogen haben", sagte Regierungschef Egede bei der Verkündung des Wahltags im Februar. Vor kurzem wurde zudem festgelegt, dass es keine großen anonymen oder ausländischen Wahlkampfspenden geben dürfe.

Das Thema Unabhängigkeit dominiert immer wieder die grönländische Politik, vor allem vor dem Hintergrund, dass Dänemark als Kolonialmacht die Bevölkerung Grönlands erniedrigt und ausgebeutet hat – etwa indem grönländische Kinder nach Dänemark verschleppt und ihnen dort ihre Kultur und Herkunft ausgetrieben wurde. Oder der vielbeachtete Fall, bei dem dänische Ärzte in den 1960er- und 1970er-Jahren jungen Frauen ohne deren Wissen die Spirale einsetzten.

143 Frauen reichten eine Klage gegen den Staat ein, die noch immer bei Gericht anhängig ist. Die offizielle Erklärung lautete, dass die Ärzte und der Staat die Spiralen bei grönländischen Minderjährigen einlegten, um das Bevölkerungswachstum in Grönland zu begrenzen. Die grönländische Abgeordnete Aki-Matilda Høegh-Dam sprach in einem Interview mit der Zeitung Politiken über die betroffenen Frauen: "Seit dem Fall mit der Spirale haben wir Angst, dass all die anderen Geschichten, die man uns erzählt hat, auch wahr sind."

Selbstbewusstere Generation
In Rekordzeit hat die Regierung in Kopenhagen begonnen, einer Reihe von Forderungen nachzugeben, die grönländische Abgeordnete des dänischen Parlaments seit langem gestellt haben. Dazu gehört etwa ein Aktionsplan gegen Rassismus an Grönländern und Inuit. Darüber hinaus hat das plötzliche große Interesse der dänischen Regierung an Grönland auch ein anderes, oft übersehenes Element in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern ans Licht gebracht: "In den vergangenen Jahren hat eine aufstrebende und selbstbewusstere Generation von Grönländern das Gefühl, dass sie von den Dänen herabgewürdigt werden. Nicht, indem sie beschimpft wurden, sondern eher durch die Art von herablassendem Verhalten, das von Desinteresse herrührt", sagte Lars Trier Mogensen, politischer Kommentator des Føljeton in einem Podcast der Zeitung Information: "Es ist bezeichnend für die Regierung in Kopenhagen, dass sie bei feierlichen Anlässen vielleicht ein paar Tupilaks (traditionelle geschnitzte Kunstfiguren, Anm.) auf den Tisch legt und über Trommeltänzer und dergleichen spricht, aber sobald die Grönländer aus dem Raum sind, geht sie zu einem anderen Tagesordnungspunkt über." Zumindest diese Praxis lässt sich durch Trumps Besitzansprüche nicht mehr so leicht weiterführen.
(Bianca Blei, Emma Louise Stenholm | Føljeton, 6.3.2025)
Grönland will weder sein Gebiet noch sein Uran den USA überlassen
 

josef

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#8
Grönland
1743164108431.png Vance-Besuch als neue Provokation
Inmitten des Streits um den von US-Präsident Donald Trump erhobenen Gebietsanspruch auf Grönland reist sein Stellvertreter JD Vance am Freitag gemeinsam mit seiner Ehefrau Usha auf die zu Dänemark gehörende Insel. Der Besuch gilt als weitere Provokation, ist doch Vance der bisher höchstrangige US-Vertreter, der die größte Insel der Welt – bedeutend auch für das Weltklima – besucht. Um Demonstrationen zu entgehen, wurde allerdings die Notbremse gezogen.
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Die Vances wollen in Grönland die US-Militärbasis Pituffik Space Base besuchen und sich mit amerikanischen Soldaten treffen. Ursprünglich hatte Usha Vance ohne ihren Mann nach Grönland reisen und unter anderem ein Hundeschlittenrennen besuchen wollen. Vizepräsident Vance erklärte später: „Die Aufregung um Ushas Besuch in Grönland war so groß – deshalb habe ich beschlossen, dass ich nicht möchte, dass sie den ganzen Spaß allein hat.“

Das Programm werde auch abgeändert, so Vance. Er wolle sich bei dem Besuch ein Bild von der Sicherheitslage rund um die geopolitisch wichtige Insel machen, hieß es weiter. Hintergrund sind wiederholte Äußerungen von Trump, dass er gerne die Kontrolle über die Insel im Nordatlantik übernehmen würde – das stößt bei den Grönländern auf großen Widerstand.

Wichtig für Kontrolle der Arktis
Die weitgehend autonome Insel Grönland gehört zum Königreich Dänemark. Grönland ist die größte Insel der Erde. Sie liegt geografisch betrachtet auf dem nordamerikanischen Kontinent und reicht bis in die Arktis. Die Insel hat eine große Bedeutung für das Weltklima und für die militärische Kontrolle der Arktis, sie ist zudem reich an Rohstoffen wie Metallen der seltenen Erden. Außerdem verlaufen in der Region wichtige Schifffahrtsrouten.

Grönländische Politik gegen Trump vereint
Die Reisepläne sorgen für Unmut bei der grönländischen Regierung, die betonte, man habe keine Einladung an eine US-Delegation ausgesprochen. In der Hauptstadt Nuuk hat man Wichtigeres zu tun: Zweieinhalb Wochen nach einer Parlamentswahl sind die grönländischen Parteispitzen dabei, eine neue Regierung zu bilden.

Dass das Trump-Lager politisch seit Monaten dazwischenfunkt, wird in Nuuk wie auch in Kopenhagen immer stärker als Ärgernis wahrgenommen. „Wir können die wiederholten Aussagen zur Annexion und Kontrolle Grönlands nicht akzeptieren“, erklärten der geschäftsführende Regierungschef Mute B. Egede und die Spitzen der vier weiteren grönländischen Parlamentsparteien in einer gemeinsamen Erklärung.

Reuters/Leonhard Foeger
Das US-Konsulat in Grönland

„Yankee, go home!“
Auch eine klare Mehrheit der Inselbevölkerung ist einer Umfrage zufolge dagegen, US-Territorium zu werden. Um das zu untermauern, protestierten jüngst Hunderte Menschen in Nuuk und anderen Orten gegen die USA. Auf einem großen Banner war die unmissverständliche Botschaft „Yankee, go home!“ zu lesen.

Seit einem medienwirksamen Kurzbesuch von Präsidentensohn Donald Trump Jr. im Jänner versucht die US-Regierung, ein ganz anderes Bild von der größten Insel der Erde zu erzeugen: das von einem vermeintlichen Interesse daran, sich aus dem Königreich Dänemark zu verabschieden und „ein Teil der großartigsten Nation der Welt“ zu werden, wie es Trump formulierte.

APA/AFP/Ritzau Scanpix/Thomas Traasdahl
Die US-Basis Pituffik in Grönland

Besuch auf Militärbasis Heimspiel
Neue Proteste, wie sie nach Bekanntgabe von Usha Vance’ Reise angekündigt wurden, würden nicht in dieses schiefe Bild passen. Diese Erkenntnis dürfte ebenso wie die klare Abweisung durch die grönländische Politik eine Rolle dabei gespielt haben, warum die Reisepläne geändert wurden.
Die Termine von Usha Vance in Nuuk und bei einem traditionellen Hundeschlittenrennen in Sisimiut mit direktem Kontakt zur grönländischen Bevölkerung – und dem Risiko größerer Demonstrationen – wurden daher abgesagt. Dafür gibt es für sie und ihren Mann auf dem Militärstützpunkt Pituffik eine Art Heimspiel vor US-Soldaten. Die US-Basis, die bis vor zwei Jahren Thule Air Base hieß, liegt im abgeschiedenen Nordwesten Grönlands. Sie hat große Bedeutung für die globale Raketenabwehr und die Weltraumüberwachung, ist aber auch ziemlich einsam gelegen.

Dänemark will weiter US-Kampfjets kaufen
Dänemark will unterdessen ungeachtet der Annexionsdrohungen von Trump gegen Grönland weitere Kampfjets in den USA kaufen. „Wir müssen unsere Kampfjetflotte verstärken, und es ist vollkommen logisch, mehr F-35-Kampfjets zu erwerben“, sagte Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen der Zeitung „Börsen“ am Mittwoch. Sein Ministerium wollte auf Anfrage keine Angaben zu möglichen neuen Bestellungen für Jets vom Typ F-35 machen.
Reuters/Marco Garcia
Ein F-35-Jet – Dänemark will an dem Kauf weiter festhalten

Die Annäherung von Trump an Russland und seine anhaltenden Drohungen gegen Grönland und Kanada hatten Zweifel an weiteren Waffenkäufen Dänemarks in den USA aufkommen lassen. Kanada hatte zuletzt erklärt, geplante Käufe von F-35-Jets zu überdenken und andere Optionen zu prüfen.

„Lange Zusammenarbeit nicht beenden“
Poulsen sagte jedoch, es sei „völlig unrealistisch zu glauben, dass wir aufhören könnten, mit den USA zusammenzuarbeiten und ihre Rüstungsgüter zu kaufen“. Zwar sei es problematisch, „wenn eine neue US-Regierung Dinge sagt, mit denen wir nicht einverstanden sind“.
Seiner Meinung nach wäre es jedoch ein Fehler, eine mehr als 75 Jahre lange Zusammenarbeit zu beenden. Der erste von 27 F-35-Jets, die Dänemark bereits gekauft hat, soll im April einsatzbereit sein.
28.03.2025, red, ORF.at/Agenturen

Grönland: Vance-Besuch als neue Provokation
 

josef

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#9
Grönlands Premier
„USA bekommen unsere Insel nicht“
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Der neu gewählte Regierungschef Grönlands, Jens-Frederik Nielsen, hat den Besitzansprüchen von US-Präsident Donald Trump eine klare Absage erteilt. Trump sage, er werde Grönland bekommen, schrieb Nielsen auf Facebook und wurde seinerseits deutlich: „Lassen Sie mich das klar sagen: Die USA bekommen Grönland nicht.“
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Trump selbst legte am Wochenende noch mal nach. „Wir werden Grönland bekommen. Ja, zu 100 Prozent“, sagte Trump in einem NBC-Telefoninterview. Der US-Präsident fügte hinzu, dass es eine „gute Möglichkeit gibt, dass wir es ohne militärische Gewalt tun können“, aber dass er nichts ausschließe.

Auf die Frage, welche Botschaft ein Erwerb Grönlands an Russland und den Rest der Welt senden würde, sagte Trump laut NBC: „Darüber denke ich wirklich nicht nach. Es ist mir eigentlich egal.“ Grönland sei ein ganz anderes Thema. Es gehe um den internationalen Frieden und um internationale Sicherheit und Stärke.

Nielsen rät Bevölkerung zu Gelassenheit
Nielsen riet den Bürgern Grönlands seinerseits, gelassen auf Trumps Besitzansprüche zu reagieren. „Wir sollten nicht aus Angst reagieren. Wir sollten mit Ruhe, Würde und Zusammenhalt reagieren“, schrieb der erst vor wenigen Tagen ins Amt gekommene Politiker der sozialliberalen Partei Demokraatit. Nielsen führt eine breite Koalition an, der vier von fünf Fraktionen im Parlament angehören.

Trump müsse klar und deutlich gezeigt werden, dass Grönland nur dessen Bewohnern gehöre. „So war es gestern. So ist es heute. Und so wird es auch in Zukunft sein“, schrieb der 33-Jährige. „Wir gehören niemand anderem. Wir bestimmen selbst über unsere Zukunft.“

Frederiksen reist nach Grönland
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen will am Mittwoch nach Grönland reisen. Es gehe nach ihren Worten darum, die Bindung mit Dänemark zu stärken. Vorgesehen sind unter anderem Gespräche mit Nielsen. Sie habe den größten Respekt davor, wie die Grönländer mit dem großen Druck auf ihr Land umgingen, sagte Frederiksen einer Mitteilung zufolge. Es sei eine Situation, die nach Einigkeit verlange.

Strategisch von hoher Bedeutung
Grönland, die größte Insel der Erde, ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt, liegt geografisch betrachtet auf dem nordamerikanischen Kontinent und reicht bis in die Arktis. Sie ist bedeutend für das Weltklima, aber auch für die militärische Kontrolle der Arktis, in die der russische Präsident Wladimir Putin weitere Soldaten entsenden will, wie er gerade angekündigt hat.
Grönland ist noch dazu reich an Rohstoffen wie zum Beispiel dringend benötigten Seltenerdmetallen. Außerdem verlaufen in der Region wichtige Schifffahrtsrouten.

Vance kritisierte dänische Regierung
Der US-Präsident hatte schon vergangene Woche gesagt: „Wir müssen Grönland haben.“ Ungefähr gleichzeitig stattete sein Vizepräsident JD Vance einem US-Militärstützpunkt auf Grönland einen Besuch ab und kritisierte die dänische Regierung scharf. Diese wies die Kritik umgehend zurück und betonte, das sei nicht der richtige Ton zwischen Alliierten.

Grönland gehört offiziell zum Königreich Dänemark, genießt aber einen weitgehend autonomen Status innerhalb der dänischen Reichsgemeinschaft. Die Insel hat etwa 57.000 Einwohner.
31.03.2025, red, ORF.at/Agenturen
Grönlands Premier: „USA bekommen unsere Insel nicht“
 

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#10
Österreichische Expertise bei der Exploration grönländischer Rohstoffe
Ab den 1960er Jahren erfolgte die systematische Suche nach Rohstoffen und Erzen unter Beteiligung von Geologen aus Leoben, Wien und Salzburg
Blog
Im Gastblogbeitrag berichtet Thomas Hofmann, Geologe und Bibliothekar, über die Grönlanderlebnisse aus Geologensicht

Grönland, die größte Insel der Erde, liegt zwischen 60° und 83° nördlicher Breite im Atlantik zwischen dem europäischen und nordamerikanischen Kontinent. Vier Fünftel sind mit Eis bedeckt. Im März 2025 sorgten Begehrlichkeiten des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump für Schlagzeilen. Neben militärischen Interessen hatte er Rohstoffe, allen voran Seltene Erden, im Englischen Rare Earth Elements (REE), im Auge, deren Vorkommen im eisfreien Teil, der etwas größer als Deutschland ist, von großer Bedeutung sind. Letztere, auch als Lanthanoide bekannt, sind allesamt Metalle der 3. Nebengruppe im Periodensystem. Alleine deren Name sagt, dass sie – wenn es um abbauwürdige Vorkommen geht – rare Schätze der Erdkruste sind.


Überblick über Seltene Erden im Rohstoffbericht 2025 des Geologischen Dienstes der USA (https://pubs.usgs.gov/periodicals/mcs2025/mcs2025.pdf, Seite 145).U.S. Geological Survey

Begründete Hoffnungen bei Seltenen Erden
Ein Blick auf den Rohstoffbericht 2025 des Geologischen Dienstes der USA (USGS) zeigt die weltweite Situation der Seltenen Erden. Die Vorkommen Grönlands sind – aus amerikanischer Sicht – naheliegende (im wahrsten Sinn des Wortes) Hoffnungsgebiete. Weitere Details enthüllt die im Frühjahr 2025 veröffentlichte DERA-Studie "Seltene Erden" der Deutschen Rohstoffagentur. "Danach stellt Kringlerne/Grönland mit 4,9 Millionen Tonnen SEO-Inhalt (SEO: Seltene Erden in oxidischer Form) die mit Abstand weltgrößte Lagerstätte mit Dominanz von mittelschweren/ chweren Seltenen Erden dar." (Seite 71). Dazu kommt ein Bericht des Geologischen Dienstes von Dänemark und Grönland (GEUS) von 2023 über das Potential kritischer Rohstoffvorkommen (Critical Raw Materials, CRMs) in Grönland, wie sie von der EU als "Europäische Verordnung zu kritischen Rohstoffen" gelistet werden. Ergänzend gibt es mit dem "Greenland Mineral Resources Portal" eine aktuelle, interaktive synoptische Darstellung aller Rohstoffvorkommen, sofern sie nicht vom dicken Inlandeis bedeckt sind.

Keine Frage: Grönland ist aus rohstoffgeologischer Sicht gut erforscht und ein interessantes Land.

Die Rohstoffkarte des Greenland Mineral Resources Portal (https://www.greenmin.gl) zeigt gehäufte Vorkommen im Westen und Süden der Insel.
Geological Survey of Denmark and Greenland (GEUS)

Österreichs Anteil bei der Rohstoffprospektion
Das Wissen über die grönländischen Rohstoffvorkommen geht auf großangelegte internationale Explorationskampagnen vergangener Dekaden zurück. Maßgebliche Beiträge lieferte – vor allem im Osten der Insel – auch die österreichische Geologenschaft. Wenn diese damals männlich dominiert war, so ist das zu revidieren. Erna Vohryzka ist die Ausnahmefrau in vielerlei Hinsicht. Ende Jänner 1960 hatte sie, 25-jährig, als erste Geologin an der Universität Wien "sub auspiciis praesidentis" promoviert. Die Sommer 1969, 1970 und 1971 verbrachte sie zusammen mit ihrem Mann, dem Geologen Kurt Vohryzka und zahlreichen anderen Kollegen in Grönland; in einer Zeit, als andere auf Urlaub nach Jesolo oder Grado an die Adria fuhren. Sie alle suchten im Auftrag der dänischen Firma Nordisk Mineselskab A/S im hohen Norden nach Rohstoffen.


Erna Vohryzka als Rohstoffgeologin im Sommer 1970 in Grönland.
Archiv Familie Schramm

Unter den zahlreichen Geologen, die teils mehrere Male teilnahmen seien Wolfgang Schollnberger, der später in der Erdölindustrie eine Bilderbuchkarriere machen sollte oder Gerhard Malecki, der eine klassische Beamtenkarriere, Hofrattitel inklusive, an der Geologischen Bundesanstalt (heute: GeoSphere Austria) machte, genannt. Sie hatten, wie auch Geologe Wolfgang Frisch, der später als Ordinarius für Geologie in Tübingen 28 Jahre über Themen wie Plattentektonik arbeitete, alle am Institut für Geologie der Universität Wien studiert.

Die Rolle Leobens bei der Rohstoffsuche in Grönland
Federführend aus heimischer Sicht war in den 1960er und 1970er Jahren – in mehrfacher Weise – die Montanuniversität Leoben, die bis 1975 Montanistische Hochschule hieß. Dortiger Mastermind war der international renommierte und bestens vernetzte Lagerstättengeologe Walter E. Petrascheck (1906 bis 1991). Bereits 1961 hatte Gerhard Kirchner in Leoben über eine 1954 entdeckte Molybdänlagerstätte in Nordostgrönland dissertiert. 1970 war die Erschließung besagter Lagerstätte Thema einer dreibändigen Leobener Diplomarbeit des Montanisten Karl-Heinz Krisch. Damit stand die Leobener Expertise auf zwei Beinen, zum einen bei der Suche (Exploration) nach Lagerstätten und dann in weiterer Folge, bei deren Erschließung, sprich der Gewinnung der Bodenschätze.

Wolfgang Frisch erzählt wie der erste seiner drei (1968, 1969, und 1971) Grönlandaufenthalte begann: "Nach meiner Promotion als Geologe an der Uni Wien trat ich mit 1. Jänner 1968 eine Assistentenstelle an der Montan-Universität [sic!] Leoben bei Prof. Petrascheck an, Professor für Geologie und Lagerstättenkunde. Nach wenigen Wochen fragte mich Petrascheck, ob ich im Sommer – ich müsse nicht gleich ja sagen – nach Grönland fahren möchte." Frisch folgte Petraschecks Einladung und erläuterte Details: "Für die Firma (Nordisk Mineselskab) organisierte diese Unternehmungen Erich Hintsteiner, ein ehemaliger Leobener Absolvent […]." Wesentlich für Hintsteiner war eine gute universitäre Ausbildung in Geologie und Erfahrung im alpinen Gelände. Daher kamen in erster Linie österreichische Absolventen von Wien, Leoben und Salzburg sowie Schweizer Geologen der Universität Bern zum Zug.

Packliste: Zipfelhaube, Gletscherbrillen und eventuell Gewürze
Wichtig und hilfreich waren Informationen im Vorfeld und Kontakte zu früheren Grönlandfahrern. Dazu Schollnberger: "Ich hatte das Ehepaar Vohryzka im Frühjahr 1970 in deren Wohnung in Linz Gaumberg besucht, um mir generelle Informationen zu holen, über das, was mir bevorstünde, was alles wichtig ist zum Einpacken, was das richtige Gewand wäre, Schuhe, Socken, Steigeisen fürs Eis, Kletterseil, Reepschnur usw. Die Vohryzkas waren beide äußerst liebenswürdig und enorm hilfreich und ihre Infos haben zweifellos dazu beigetragen, dass meine zwei Grönlandexpeditionen [1970 und 1972] erfolgreich abliefen."


Die Ausrüstung, wie Kletterseil, Reepschnur, musste von den Teilnehmern selbst mitgenommen werden (Links: Keusen, rechts: Frisch).
Archiv Gerhard Malecki

Für einen Sommer nördlich des Polarkreises ist eine Badehose wohl das nebensächlichste Gepäckstück. Für die zu beschaffende Ausrüstung gab es eine Liste "als Anhaltspunkt". Gelistet waren drei Kategorien: A. Bekleidung (darunter: "Kopfbedeckung: Zipfelhaube oder Stirnband + leichte Pelzhaube"). B. Diverse (darunter: "Taschenmesser mit Dosenöffner, Säge und Schraubenzieher" und auch "Ev. Gewürze: Zur Ergänzung des Proviants") und C. Arbeitszeug (darunter: Hammer, Kompass, "Fotozeug: + Filme für 2 Monate" und "Ev. Wörterbuch: Mini, dänisch - deutsch - dänisch"). Bei all den Unterlagen fanden sich auch Sicherheitsinstruktionen, wobei klar festgehalten wurde: "Aufgabe der Expedition: Prospektion auf bauwürdige Lagerstätten". Als Gefahren wurden Fels und Eis, sprich Gletscherspalte, Steinschlag, Lawinen, etc. angeführt. Bei den Waffen, die an die Teilnehmenden ausgeteilt wurden, stand vermerkt: "Dienen der ev. Verteidigung gegen Eisbären (die 1. streng geschützt sind und 2. sowieso meist das Weite suchen), und der Jagd auf Hasen und Schneehühner ab 1. August. Sämtliche andere Tiere sind für uns tabu und dürfen nur im äußersten Notfall erlegt werden.)."


Lagerleben der Geologen im Sommer 1971, im Hintergrund Erna Vohryzka.
Archiv Gerhard Malecki

Die 1971er Expedition
"1971 war ich mit meinem Studienfreund Gerhard Malecki und einem Schweizer Kollegen, Hansruedi Keusen, weiter südlich, auf etwa 68 Grad nördlicher Breite, am Ende eines anderen Kangerdlugssuaq genannten Fjordes (davon gibt es in Grönland mehrere)", erinnert sich Frisch an den letzten seiner drei Aufenthalte. "Wir suchten dort nach Lagerstättenindikationen in bestimmten magmatischen Gesteinen, sogenannten Alkaligesteinen, die selten sind, aus der Tiefe in die Kruste aufdringen und meist kreisförmige Strukturen von wenigen Kilometern Durchmesser bilden." Für Frisch war Grönland im Sommer 1971 bereits Routine. Für Malecki war alles neu. Er bewarb sich am 5. April 1971: "I have nearly finished my studies in Geology and would be very interested in doing a job of this kind." Exakt zwei Wochen später, am 19. April, kam die Antwort Hintsteiners auf Deutsch: "Vermutlich werde ich Ende der letzten Aprilwoche nach Wien kommen, rufe vorher bei Ihnen an."

Manchmal läuft es wie am Schnürchen. Am 28. April war alles unter Dach und Fach: "Hiermit bestätigen wir Ihre Anstellung als Prospektor für die Sommerperiode 1971 in unserem Konzessionsgebiet in Ostgrönland." Ähnlich unkompliziert lief es damals für den Schweizer Geologen Hansruedi Keusen. Der nunmehrige Experte für Naturgefahren und Eidgenössisch zertifizierter Gerichtsexperte im Rückblick: "Rekrutiert wurde ich von Erich Hintsteiner, der mich nach einer Anfrage zu einer großen Zusammenkunft bei ihm in Salzburg einlud. Es gab dort einfach einen heiteren Abend […] Keinerlei Formalitäten, keine Fragen zu meinen geologischen Fähigkeiten, völlig unkompliziert. Am anderen Morgen sagte er mir, dass ich für ihn im Sommer 1971 in Ostgrönland arbeiten könne. Basta. Ich meine […] er schaute einfach, ob sie [die Leute] irgendwie in sein Konzept und Team passten."


Die Entdecker der Gardiner Intrusion im Sommer 1971 (von links): Gerhard Malecki aus Wien, der Schweizer Hansruedi Keusen und Wolfgang Frisch, Hochschulassistent in Leoben.
Archiv Wolfgang Frisch

Die wissenschaftlichen Ergebnisse der 1971er Expedition
Freilich, die große Bonanza, sprich Goldgrube, fanden die drei damals nicht. Wissenschaftlich waren sie indes erfolgreich. Entscheidend war der Blick aus dem Hubschrauber. "Beim Hinunterschauen aus einer Flughöhe von vielleicht 200 bis 300 Meter sehen wir plötzlich etwas am Boden spiegeln. Das mussten wir uns näher anschauen. […] Wir hatten eine große Intrusion aus Karbonatiten gefunden, wir nannten sie Gardiner Intrusion", erzählt Keusen. In zwei Wochen kartierten und erforschten sie die kreisförmige Struktur mit sechs Kilometer Durchmesser im Osten Grönlands. Auffallend waren weithin sichtbare dunkle Gesteine, großteils aus Dunit und Pyroxenit bestehend. Malecki notierte am 1. August 1971 im "Lager 3 Gardiners Plateau um 1 h morgens" in seinem Tagebuch: "Wolfgang und HR (Hansruedi Keusen) jagen der Struktur des Plutons (=Intrusion) nach und liefern sich heiße Diskussionen. Sie werden die Sache wahrscheinlich publizieren."


Die neu entdeckte Gardiner Intrusion mit sechs Kilometer Durchmesser im Osten Grönlands wurde im August 1971 kartiert, im Detail bearbeitet und 1977 publiziert.
Geological Survey of Denmark and Greenland (GEUS)

Frisch und Keusen, die 1975 und 1977 die Kartierungen und Analysen der 1971er Expedition veröffentlichten, gaben oberes Paleozän oder unteres Eozän für das Intrusionsalter an. Mit anderen Worten: im Zeitraum zwischen 59 und 48 Millionen Jahren drangen magmatische Gesteinsschmelzen in granitische Gesteine des Grundgebirges und kreidezeitliche Basalte der Erdkruste ein. Heute sind die überlagernden Gesteine im Bereich besagter Intrusion erodiert. Daher liegen die Tiefengesteine an der Oberfläche.

Die dort aufgesammelten Gesteine wurden später in Bern untersucht und analysiert. Dabei stießen sie auf eine kleine Sensation: ein Gestein, das – so Frisch – "bis dahin nur ein einziges Mal beschrieben worden war, und zwar in den westlichen Vereinigten Staaten. Es hat den exotischen Namen Uncompahgrit nach dem Uncompahgre Valley in Colorado (der Name ist indianisch)." Wissenschaftlich interessant in dieser magmatischen Gesteinsabfolge sind Vererzungen mit Seltenen Erden. Doch nachgewiesene Vorkommen machen noch lange keine abbauwürdige Lagerstätte aus. Aus Sicht der Grundlagenforschung könnte man allerdings von einer "Bonanza" sprechen.

Bleibende Erinnerungen und "Jakob"
Der damals 27-jährige Malecki schloss sein Tagebuch am 30. August 1971 mit dem Satz: "Insgesamt war es ein ausgesprochen interessantes und schönes Unternehmen unter Ausnützung aller möglichen Verkehrsmittel: Bahn, dreierlei Flugzeuge, Auto, kleines u. großes Schiff. Ich habe eine Reihe netter Leute kennen gelernt und in diesen 2 Monaten soviel gesehen, wie noch nie zuvor in meinem Leben."

Ähnlich positiv sieht es im Sommer 2025 Wolfgang Frisch: "Ich habe in meinem Berufsleben viele Länder gesehen – aber Ostgrönland war das schönste von allen!" Am 7. Juli 2025 antwortet mir Keusen, auf die Frage nach seinen Grönlanderinnerungen: "Ihre Nachricht habe ich mit großem Interesse gelesen, vielen Dank. Meine Grönlandzeit 1971 und 1975 war das Beste und Schönste in meinem beruflichen Leben."


Neugierige Moschusochsen beäugen Wolfgang Frisch. Wolfgang Schollnberger nahm indes einen herumliegenden Moschusschädel mit und gab ihm in den USA als "Jakob" eine neue Bleibe.
Archiv Wolfgang Frisch / Lewis Kozlosky

Schollnberger meldete sich am 4. Juni 2025 aus den USA, er hat etwas Besonderes parat: "Mein Mitbringsel aus Grönland war zwar kein Einhorn, aber doch ein prächtiger und weitgehend intakter männlicher Moschusochsenschädel, komplett mit Ober- und (!) Unterkiefer und vielen Zähnen, beide Hörner vollständig(!) erhalten. Von 1972 bis 1989 war er (Spitzname in unserer Familie: "Jakob") auf Bitte von (Fritz F.) Steininger ("Wir finden zerbrochene Moschusschädelreste in eiszeitlichen Ablagerungen im Wiener Becken") als Leihgabe von mir im Paläontologischen Institut der Uni Wien. […] Als ich im Sommer 1989 für die Vertragsunterzeichnung zwischen Amoco und OMV (Exploration im tiefen Wiener Becken) in Wien war, habe ich ihn mir zurückgeholt. Er steht hier gleich neben mir und ich kann Dir ein Foto schicken."
(Thomas Hofmann, 18.7.2025)

Thomas Hofmann ist Leiter der Bibliothek, des Verlags und des Archivs der Geosphere Austria, der Bundesanstalt für Geologie, Geophysik, Klimatologie und Meteorologie, und freier Autor.

Links:
Montanuniversität Leoben
Geologischer Dienst von Dänemark und Grönland (GEUS)
Deutsche Rohstoffagentur (DERA)
Österreichische Expertise bei der Exploration grönländischer Rohstoffe
 

josef

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#11
Grönland
Verdeckte US-Aktionen schlagen Wellen
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Die US-Regierung von Präsident Donald Trump scheint ihre Übernahmebestrebungen in Grönland weiter voranzutreiben. Der öffentlich-rechtliche Sender DR berichtete am Mittwoch, dass mindestens drei US-Amerikaner mit Verbindungen zu Trump versucht hätten, die grönländische Gesellschaft zu „infiltrieren“, um deren Verhältnis zu Dänemark zu schwächen. Die dänische Regierung reagierte verärgert.
Online seit gestern 27.08.2025, 22.24 Uhr (Update: heute, 9.34 Uhr)
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Das dänische Außenministerium bestellte im Lichte der Enthüllungen einen ranghohen Mitarbeiter der US-Botschaft ein. „Uns ist bewusst, dass ausländische Akteure weiterhin Interesse an Grönland und seiner Stellung im Königreich Dänemark zeigen“, erklärte Außenminister Lars Lokke Rasmussen. Versuche der Einflussnahme seien zwar nicht überraschend, aber „selbstverständlich inakzeptabel“, zitierte der Sender Rasmussen.

Ein Beamter des Weißen Hauses wollte dem britischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk BBC zufolge nicht bestätigen, dass eine Einflusskampagne im Gange sei, sagte aber: „Wir glauben, die Dänen müssen sich beruhigen.“ Die USA hätten stets das Recht der grönländischen Bevölkerung respektiert, „über ihre eigene Zukunft zu bestimmen“
.
In dem Bericht über verdeckte amerikanische Einflusskampagnen in Grönland berief sich der TV-Sender auf dänische Regierungs- und Behördenkreise sowie auf anonyme Quellen in Grönland und den USA. Die Männer hätten versucht, Informationen über die Beziehungen zwischen Dänemark und Grönland zu sammeln. Insbesondere Themen, die in der Vergangenheit zu Spannungen geführt haben, seien von Interesse gewesen. Dazu gehören die Verschleppung grönländischer Kinder sowie die Zwangsverhütung von mindestens der Hälfte aller fruchtbaren Inuit-Frauen zwischen den 1960er und 1980er Jahren.

Bericht: Listen für Unabhängigkeitsbewegung erstellt
Dem Bericht zufolge hat einer der drei US-Amerikaner unter anderem eine Liste mit Namen von Grönländern und Grönländerinnen erstellt, die US-Präsident Trump wohlgesinnt sein sollen und die er für eine Unabhängigkeitsbewegung rekrutieren könnte. Ebenso habe er eine Liste von Einheimischen angefertigt, die den USA kritisch gegenüberstehen sollen.

Trump hat in den vergangenen Monaten immer wieder sein Interesse geäußert, aus Gründen der nationalen und internationalen Sicherheit die Kontrolle über Grönland übernehmen zu wollen. Er schloss dabei auch die Anwendung von Gewalt nicht aus. Trumps Stellvertreter JD Vance hatte am 28. März den US-Militärstützpunkt Pituffik im Nordwesten Grönlands besucht, das wurde weithin als Provokation gewertet.

APA/AFP/Jim Watson
US-Vizepräsident Vance bei seinem Besuch in Grönland im März

Im Mai hatte das „Wall Street Journal“ berichtet, dass die US-Regierung ihre Geheimdienste aufgefordert habe, mehr über die Unabhängigkeitsbewegung in Grönland herauszufinden und darüber, wie die Grönländer und die Dänen zum Abbau von Rohstoffen auf der Insel durch die USA stehen. Auch damals wurde eine US-Diplomatin ins dänische Außenministerium einbestellt.

Grönland: Komplizierte Beziehung zu Dänemark
Das 57.000 Einwohner und Einwohnerinnen zählende Grönland gehört offiziell zum Königreich Dänemark, war im 18. Jahrhundert von Dänemark kolonisiert worden und hat seit 1979 einen Autonomiestatus, der 2009 erweitert wurde. Theoretisch könnte Grönland jederzeit seine vollständige Loslösung von Dänemark in Gang setzen.

Die Beziehung zum dänischen Königreich gilt als kompliziert. Die Insel ist zum einen auf die finanzielle Unterstützung aus Kopenhagen angewiesen, zum anderen fühlen sich aber viele Grönländer von ihrer einstigen Kolonialmacht bis heute unzureichend wertgeschätzt. Im Land herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass man sich in Zukunft von Dänemark unabhängig machen will. Offen ist nur das Wann.
In Grönland befürchtet so mancher nämlich, dass die Insel bei einer zu raschen Unabhängigkeit von Dänemark ebenso rasch von den USA annektiert werden könnte. Eine Umfrage rund um die Grönland-Wahl im März machte deutlich, dass 85 Prozent der Befragten eine Übernahme durch die USA ablehnen.

APA/AFP/Ritzau Scanpix/Ida Marie Odgaard
Der grönländische Regierungschef Jens Frederik Nielsen erteilte Trumps Ansprüchen eine klare Absage

Wiederholte Absagen an Trumps Bestrebungen
Sowohl die grönländische als auch die dänische Regierung erklärten, die Insel stehe nicht zum Verkauf, und nur die Grönländer könnten über ihre Zukunft entscheiden. Der grönländische Regierungschef Jens Frederik Nielsen erteilte Trumps Ansprüchen nach Nielsens Wahl im März eine klare Absage: „Lassen Sie mich das klar sagen: Die USA bekommen Grönland nicht.“

Zu den Ansprüchen sagte die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen im Mai: „Nach der UNO-Charta und dem Völkerrecht, und allem, worauf wir unsere Weltordnung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aufgebaut haben, kann man nicht einfach einen Teil eines anderen Landes beanspruchen oder es sich mit Gewalt nehmen.“ Einmal mehr erteilte sie den US-Plänen eine Absage: „Unser dänisches Königreich ist eine Gemeinschaft, zu der auch Grönland gehört.“

Was Grönland für USA interessant macht
Grönland, die größte Insel der Erde, ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt, liegt geografisch betrachtet auf dem nordamerikanischen Kontinent und reicht bis in die Arktis. Sie ist bedeutend für das Weltklima, aber auch für die militärische Kontrolle der Arktis. Grönland ist noch dazu reich an Rohstoffen wie Seltenerdmetallen, Lithium, Kupfer, Grafit, Gold und Kohlenwasserstoff. Abgebaut werden diese derzeit aber kaum. Außerdem verlaufen in der Region wichtige Schifffahrtsrouten.
28.08.2025, kale, ORF.at/Agenturen

Grönland: Verdeckte US-Aktionen schlagen Wellen
 

josef

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#12
US-Sonderbeauftragter ernannt
Trump stachelt Streit mit Grönland wieder an
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US-Präsident Donald Trump hat einen Sondergesandten für Grönland ernannt und damit den Streit über das Inselgebiet neu angeheizt. Seine Berufung des republikanischen Gouverneurs des US-Bundesstaats Louisiana, Jeff Landry, zum Beauftragten für die rohstoffreiche Insel löste am Montag scharfe Reaktionen in Grönland und Dänemark aus.
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Trump hatte in den vergangenen Monaten wiederholt mit der Übernahme des bodenschatzreichen Grönlands durch die USA gedroht und auch die Anwendung von Gewalt nicht ausgeschlossen. Grönland gehört zu Dänemark. Der dänische Außenminister Lars Lökke Rasmussen zeigte sich im Sender TV2 über die Ernennung des Grönland-Gesandten „sehr erzürnt“.

Er nannte diesen Schritt „völlig inakzeptabel“ und kündigte die Einbestellung des US-Botschafters an. In einer schriftlichen Erklärung forderte Rasmussen die US-Regierung auf, die Souveränität Dänemarks zu respektieren. Seine Regierung bestehe darauf, dass „jeder – einschließlich die USA“ das tue.

APA/AFP/Ritzau Scanpix/Ida Marie Odgaard
Der grönländische Premier Jens-Frederik Nielsen

Premier Nielsen: Grönland ist unser Land
Der Nachrichtenagentur Ritzau hatte Rasmussen zuvor schon schriftlich mitgeteilt, dass die Ernennung des US-Sonderbeauftragten zeige, „dass das amerikanische Interesse an Grönland weiterhin besteht“. Ein EU-Sprecher betonte, dass die Einhaltung der territorialen Integrität von Dänemark, seine Souveränität und die Unverletzlichkeit seiner Grenzen für die EU von grundlegender Bedeutung sei.

Der grönländische Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen erklärte seinerseits in Onlinediensten: „Wir werden unsere Zukunft selbst bestimmen. Grönland ist unser Land.“ Grönland genießt trotz seiner Zugehörigkeit zu Dänemark weitgehende Autonomierechte. Über die Außen- und Verteidigungspolitik bestimmt allerdings weiterhin Dänemark. „Grönland gehört den Grönländern, und territoriale Integrität muss respektiert werden“, so Nielsen.

Gemeinsames Statement mit Dänemark
Die Ernennung des US-Gesandten ändere „für uns hier nichts“. Man kooperiere gerne mit anderen Ländern, „auch mit den USA, aber das muss immer mit Respekt vor uns und unseren Werten und Wünschen geschehen“, so der Ministerpräsident weiter.

Zudem veröffentlichte Nielsen gemeinsam mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ein Statement, dass „staatliche Grenzen und die Souveränität von Staaten im Völkerrecht verankert“ seien. „Man kann kein anderes Land annektieren. Nicht einmal mit dem Argument der internationalen Sicherheit“, erklärten die beiden Politiker. Und schrieben weiter: „Wir erwarten Respekt vor unserer gemeinsamen territorialen Integrität.“

Landry bedankt sich bei Trump
Trump hatte die Ernennung des Republikaners Landrys zum Grönland-Beauftragten am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social bekanntgegeben. Landry werde sich stark für die Interessen und die Sicherheit der USA einsetzen.

AP/Gerald Herbert (Archivbild)
Der republikanische Gouverneur des US-Bundesstaats Louisiana, Jeff Landry

Der „großartige“ Gouverneur verstehe, „wie wichtig Grönland für unsere nationale Sicherheit ist, und er wird sich mit Nachdruck für die Interessen unseres Landes“ sowie für das „Überleben unserer Verbündeten“ einsetzen, schrieb der US-Präsident weiter.

Landry bedankte sich auf der Plattform X bei Trump. „Es ist mir eine Ehre, Ihnen ehrenamtlich dabei zu dienen, Grönland zu einem Teil der Vereinigten Staaten zu machen“, so Landry. Sondergesandte wurden bei früheren Präsidenten vor allem für schwierige Verhandlungen und Krisenherde ernannt. Die Beziehungen zu Verbündeten, wie dem NATO-Partnerstaat Dänemark, wurden traditionell federführend von einer US-Botschafterin oder einem US-Botschafter gepflegt.

4.600 Kilometer Luftlinie
Wieso der US-Präsident ausgerechnet Landry als Sondergesandten einsetzen will, ist aber unklar. Geografisch näher an Grönland als Louisiana sind zum Beispiel die Bundesstaaten im Nordosten der USA, dort dominieren politisch allerdings eher die Demokraten. Von Baton Rouge, der Hauptstadt Louisianas, sind es Luftlinie rund 4.600 Kilometer bis nach Nuuk, der Hauptstadt Grönlands.

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Grönland ist die größte Insel der Welt, sie liegt geostrategisch günstig im Nordatlantik und Arktischen Ozean zwischen Nordamerika und Europa. Zudem befindet sich die Insel auf direkter Strecke einer möglichen Raketenflugbahn zwischen Russland und den USA.

Zahlreiche wertvolle Rohstoffe
Im Boden des weitgehend eisbedeckten Grönlands lagern wertvolle Rohstoffe, die bisher kaum genutzt werden. Durch neu eröffnete Seewege infolge des Klimawandels ist das geostrategische Interesse an der Arktis von Seiten der USA, Chinas und Russlands zuletzt deutlich gewachsen. Auf Grönland leben nur rund 57.000 Menschen. Laut einer Umfrage vom Jänner bevorzugt eine deutliche Mehrheit der Grönländerinnen und Grönländer die vollständige Unabhängigkeit von Dänemark.

Grafik: APA/ORF; Quelle: GEUS

Trump sprach auch von militärischer Annexion
Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) den Willen zur Übernahme des Inselgebiets bekundet. Der Streit der USA um Grönland war kurz nach Trumps Antritt seiner zweiten Amtszeit im Jänner neu ausgebrochen. Trump hatte auch erklärt, die USA könnten und sollten Grönland notfalls militärisch annektieren. Die Ankündigung stieß in Dänemark ‌und der Europäischen Union auf scharfe Kritik und wurde als Bruch internationaler Normen angesehen. ‍In der Folge erhöhten die Europäer ihre Aufmerksamkeit für die Insel. Trumps Stellvertreter JD Vance besuchte Ende März den US-Militärstützpunkt Pituffik im Nordwesten Grönlands, das wurde weithin als Provokation gewertet.

Versuch der Einflussnahme
In dem Versuch, die Spannungen ‌zu entschärfen, stärkte Dänemark auch als NATO-Verbündeter die Verteidigung Grönlands. Damit sollte die US-Kritik an angeblich unzureichender Sicherheit entkräftet werden. Zuletzt fanden in Abstimmung mit Dänemark auch ‍US-Militärübungen auf der Insel statt.

Ende August berichtete der dänische Fernsehsender DR, dass mindestens drei Trump nahestehende Mitarbeiter der US-Regierung versucht hätten, in Grönland Einfluss zu nehmen. Daraufhin bestellte Dänemark damals den Geschäftsträger der US-Botschaft ein.
22.12.2025, red, ORF.at/Agenturen

US-Sonderbeauftragter ernannt: Trump stachelt Streit mit Grönland wieder an
 

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#13
Nach US-Schlag in Venezuela
Grönland in Angst, EU im Dilemma
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Kaum haben die USA Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro per Blitzaktion entmachtet, droht US-Präsident Donald Trump bereits weiteren Ländern. Erneut liegt auch das rohstoffreiche Grönland im Fokus, auf das Trump unverhohlen Anspruch erhebt. Grönland und Skandinavien reagierten entsetzt auf die neuen Drohungen aus Washington. Doch die EU blieb – ganz anders als im Fall Ukraine – verhalten. Zwar pochte man auf das Völkerrecht, doch will sich offenbar niemand deshalb mit Trump anlegen.
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„Wissen Sie, was Dänemark jüngst gemacht hat? Um die Sicherheit in Grönland zu verstärken, haben sie noch einen Hundeschlitten hinzugefügt. Es ist wahr. Sie dachten, das war eine großartige Verstärkung“, so Trump am Sonntagabend (Ortszeit) während eines Flugs nach Washington.

Der US-Präsident machte sich über das zum NATO- und EU-Mitglied Dänemark gehörige Grönland lustig und drohte erneut scharf: „Wir werden uns in rund zwei Monaten um Grönland kümmern, lassen Sie uns in 20 Tagen über Grönland sprechen.“

Die Insel sei von großer strategischer Bedeutung, sei aktuell aber von russischen und chinesischen Schiffen umgeben. „Dänemark wird das nicht schaffen, das kann ich Ihnen sagen“, sagte Trump. Auch für die Europäische Union sei klar, dass die USA Grönland „haben“ sollten, sagte er.

Grönland-Karte in US-Farben
Trump hatte wiederholt damit gedroht, Grönland – wenn nötig militärisch – den USA einzuverleiben. Spätestens nach dem US-Angriff auf Venezuela samt der gewaltsamen Außerlandesbringung von Maduro nimmt man Trumps ernster als früher.

Auch Trumps Umfeld schürt Ängste in Europa. So postete die frühere Regierungsberaterin Katie Miller, Ehefrau von Trumps Vizestabschef Stephen Miller, auf der Plattform X eine Karte Grönlands in den Farben der US-Flagge. Dazu schrieb sie am Wochenende in Großbuchstaben: „BALD“.

Heiß begehrte Insel
Grönland ist die größte Insel der Welt und liegt im Nordatlantik und Arktischen Ozean zwischen Nordamerika und Europa. Auch befindet sich die Insel auf direkter Strecke einer möglichen Raketenflugbahn zwischen Russland und den USA. Grönland gehört zum Königreich Dänemark, ist aber weitgehend autonom.

Im Boden der Insel lagern wertvolle Rohstoffe, die bisher kaum genutzt werden. Durch neu eröffnete Seewege infolge der Klimakrise ist das geostrategische Interesse an der Arktis vonseiten der USA, Chinas und Russlands zuletzt deutlich gewachsen.

Skandinavien mit deutlicher Kritik
In Skandinavien schrillten die Alarmglocken nach den neuen Drohungen aus Washington. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen rief die USA dazu auf, „mit den Drohungen aufzuhören gegen einen historisch engen Verbündeten und gegen ein anderes Land und ein anderes Volk“. Zumal dieses Volk deutlich gesagt habe, „dass es nicht zum Verkauf steht“.

Grönlands Regierungschef Jens Frederik Nielsen wies die von Trump bekundeten Ansprüche auf die Insel mit ebenso scharfen Worten zurück. „Das reicht jetzt“, erklärte Nielsen in der Nacht zum Montag auf Facebook. Auch die Regierungschefs von Schweden und Norwegen sowie Finnlands Präsident stärkten Dänemark den Rücken.

Keine klare Verurteilung aus Brüssel
In Brüssel hingegen kämpft man gegen ein Dilemma. Der US-Angriff auf Venezuela wurde einerseits überrascht wahrgenommen und man pochte auf die Einhaltung des Völkerrechts. Eine klare Verurteilung der US-Militäroperation oder gar die Androhung von Konsequenzen gab es andererseits nicht. Auch schien der unfreiwillige Abgang des diktatorischen Machthabers Maduro für die EU kein Anlass, sich mit Trump anzulegen.

Chefdiplomatin Kaja Kallas sagte, der Kampf gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität und den Drogenhandel seien wichtig. Doch müsse das Völkerrecht geachtet werden. Doch Maduro habe keine Legitimität gehabt.

„In keiner Weise“ Parallelen
Vergleiche zwischen den US-Ansprüchen auf Grönland und der Militärintervention in Venezuela wies eine EU-Kommissionssprecherin am Montag zurück. Grönland sei ein Verbündeter der USA und falle unter das NATO-Bündnis. „In keiner Weise“ sehe die Kommission eine mögliche Parallele zu den Geschehnissen in Venezuela.

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) argumentierte am Sonntag in der ZIB2 ähnlich. Die EU weine Maduro keine Träne nach, sagte sie und betonte gleichzeitig, dass die US-Militäroperation nicht mit dem völkerrechtlichen Gewaltverbot im Einklang stehe. Hinsichtlich der Drohungen gegen Grönland forderte Meinl-Reisinger „eine robuste Verteidigungsfähigkeit, aber vor allem auch eine gemeinsame Außenpolitik“ der EU: „Entweder wir spielen eine Rolle oder wir stehen auf der Speisekarte.“

Merz will mehr Zeit
In anderen EU-Ländern sorgte der US-Eingriff in Venezuela zu innenpolitischen Kontroversen. In Griechenland entflammte ein Streit zwischen dem konservativen Premier Kyriakos Mitsotakis und den linken Oppositionsparteien, die eine klare Position zum Völkerrecht und eine Verurteilung der militärischen Invasion forderten.

Ähnlich verlief die Debatte in Deutschland, wo die US-Operation in Venezuela gar für Streit innerhalb der Koalition sorgte. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz lehnte es zunächst ab, das US-Vorgehen zu beurteilen. „Die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes ist komplex. Dazu nehmen wir uns Zeit.“

Auch Deutschlands Außenminister Johann Wadephul sprach von einer komplexen Lage. Kritik an den USA kam von der deutschen Regierung nicht. Man werde Grönland im Fall des Falles Beistand leisten. Trump habe mit Blick auf Grönland aber „richtigerweise darauf hingewiesen“, dass es ein verstärktes chinesisches, russisches Interesse an der Region gebe. „Das berührt unsere Sicherheitsinteressen“, hob er hervor, und es ergebe Sinn, „die Sicherheitslage in der Arktis gemeinsam mit den USA zu besprechen“.

In Deutschland kritisierten nicht nur Grüne und Linke die Regierung scharf. Die SPD, Merz’ Koalitionspartner, sprach bezüglich Venezuela offen von einem Bruch des Völkerrechts. Katarina Barley von der SPD, eine von 14 Vizepräsidenten und -präsidentinnen des EU-Parlaments, sprach gar von „Rumeiern“, wenn man einen Völkerrechtsbruch nicht offen anspreche.

Macht und Recht
„Macht ist wichtiger als Recht“, sagte der deutsche Sicherheitsexperte und Politikforscher Nico Lange am Montag im Ö1-Mittagsjournal. In Europa wolle man nicht durch Kritik an Trump zu dessen Zielscheibe werden, „insofern ist man auch ein bisschen hilflos“. Die USA hätten durch die Argumentation, gegen den Drogenschmuggel durch Venezuela vorzugehen, ihren eigenen Rechtsrahmen geschaffen. „Die Europäer haben schlicht und einfach keinen Einfluss auf das, was da passiert“, so Lange.

Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine habe die EU hingegen entschlossen reagiert. Denn durch den Angriffskrieg von Kreml-Chef Wladimir Putin seien Europas Sicherheitsinteressen direkt gefährdet. Wie sich die Lage weiter entwickle, bleibe abzuwarten.
05.01.2026, red, ORF.at/Agenturen

Nach US-Schlag in Venezuela: Grönland in Angst, EU im Dilemma
 

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#14
Trump-Berater
Niemand wird mit USA um Grönland kämpfen
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Stephen Miller, einer der wichtigsten Berater von US-Präsident Donald Trump, ist überzeugt, dass es keinen militärischen Widerstand von europäischer Seite gegen eine Annexion Grönlands durch die USA geben würde. Die US-Kontrolle über Grönland zu erhalten sei „offizielle Position der US-Regierung“. Der grönländische Regierungschef geht seinerseits davon aus, dass es keine baldige „Übernahme über Nacht“ geben wird.
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Auf die wiederholte Frage eines CNN-Moderators, ob die US-Regierung einen Militäreinsatz zur Einnahme Grönlands ausschließe, sagte Trumps Vizestabschef Miller am Montag: „Niemand wird wegen der Zukunft Grönlands militärisch gegen die Vereinigten Staaten kämpfen. Das macht keinen Sinn.“

Die USA sollten Grönland als Teil der Vereinigten Staaten „haben“, betonte Miller. Der Präsident habe das seit Beginn seiner Amtszeit vor knapp einem Jahr sehr klargemacht. Es gebe dabei überhaupt keinen Bedarf, über einen Militäreinsatz nachzudenken, sagte Miller zu CNN weiter.

Reuters/Kylie Cooper
Vizestabschef Miller ist einer der wichtigsten Berater von Trump

Die USA seien die wichtigste Militärmacht der NATO und brauchten daher die Kontrolle über Grönland, um die Arktisregion zu sichern und damit die Sicherheit des Verteidigungsbündnisses zu garantieren, argumentierte er.

Stellt Zugehörigkeit zu Dänemark infrage
Miller stellte auch infrage, dass das autonom verwaltete Grönland überhaupt offiziell zum NATO-Partner Dänemark gehört. „Nach welchem Recht hat Dänemark die Kontrolle über Grönland? Was ist die Grundlage ihres Gebietsanspruchs? Was ist die Grundlage dafür, Grönland als eine Kolonie Dänemarks zu haben?“, fragte er in dem CNN-Interview.

Nielsen: Nicht mit Venezuela vergleichbar
Grönlands Ministerpräsident Jens Frederik Nielsen erwartet trotz des erneuerten Interesses der ⁠USA an der Arktisinsel nach eigenen Angaben keinen baldigen Vorstoß der Regierung in Washington. „Wir gehen nicht davon aus, dass eine Übernahme des Landes über Nacht geschehen könnte“, sagte Nielsen am Montag in der Hauptstadt Nuuk.

Er reagierte damit auf die Sorge, der autonomen dänischen Insel könne nach der US-Militäraktion in Venezuela ein ähnliches Szenario drohen. „Man kann Grönland nicht mit Venezuela vergleichen“, sagte Nielsen. „Wir sind ein demokratisches Land.“

Trump hat wiederholt erklärt, er wolle Grönland übernehmen. Dem Magazin „The Atlantic“ sagte er am Sonntag: „Wir brauchen Grönland, unbedingt. Wir brauchen es zur Verteidigung.“ Am Montag sagte Trump an Bord der Air Force One, er werde das Thema in einigen Wochen wieder aufgreifen. Nielsen hatte am Sonntagabend auf Facebook geschrieben: „Genug ist genug (…) Keine Fantasien mehr über eine Annexion.“

Frederiksen: Muss man leider ernst nehmen
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sagte dem Sender DR, ⁠man müsse die Äußerungen des US-Präsidenten leider ernst nehmen. „Ich habe sehr deutlich gemacht, wo das Königreich Dänemark steht, und Grönland hat wiederholt gesagt, dass es nicht Teil der USA sein will.“

„Dann hört alles auf“
Grönland ist die größte Insel der Welt und ein autonomes dänisches Territorium, hat aber lediglich 57.000 Einwohner. Grönland ist kein unabhängiges Mitglied der NATO, aber durch die Mitgliedschaft Dänemarks in dem Militärbündnis geschützt. „Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, hört alles auf“, sagte Frederiksen.

Die strategische Lage Grönlands zwischen Europa und Nordamerika macht es zu einem wichtigen Standort für das US-Raketenabwehrsystem. Die bedeutenden Bodenschätze der Insel kommen zudem den Bestrebungen ⁠Trumps entgegen, die Abhängigkeit von chinesischen Exporten zu verringern.

Trump ernannte im vergangenen Monat den Gouverneur von Louisiana, Jeff Landry, zum Sondergesandten für Grönland. Landry hat sich für eine Eingliederung der Insel in die USA ausgesprochen.
06.01.2026, red, ORF.at/Agenturen

Trump-Berater: Niemand wird mit USA um Grönland kämpfen
 

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Zeitgeschichte im Untergrund
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#15
Europäer warnen USA vor Annexion

Die großen europäischen Staaten haben die USA in deutlichen Worten vor einer Annexion Grönlands gewarnt. „Grönland gehört seinem Volk. Es ist allein Sache Dänemarks und Grönlands, über Angelegenheiten zu entscheiden, die Dänemark und Grönland betreffen“, hieß es in der am Dienstag veröffentlichten Erklärung, die von Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen und Spanien unterzeichnet wurde.

„Das Königreich Dänemark – einschließlich Grönlands – ist Teil der NATO“, mahnten die Europäer angesichts der Gebietsansprüche von US-Präsident Donald Trump. Die Sicherheit in der Arktis müsse daher gemeinsam mit den NATO-Verbündeten, einschließlich der Vereinigten Staaten, durch die Wahrung der Grundsätze der UNO-Charta, der Souveränität, territorialer Integrität und Unverletzlichkeit der Grenzen gewährleistet werden.

„Dies sind universelle Grundsätze. Und wir ⁠werden nicht aufhören, sie zu verteidigen“, betonten die europäischen Staaten in ihrer Erklärung. Die USA seien dabei „ein wesentlicher Partner“, sowohl als NATO-Verbündeter als auch im Rahmen des Verteidigungsabkommens zwischen Dänemark und den Vereinigten Staaten von 1951.

Priorität für Arktisregion

Ausdrücklich wird in der Erklärung auf die Sicherheitsbedenken der USA eingegangen. „Die Sicherheit in der Arktis bleibt eine wichtige Priorität für Europa und ist von entscheidender Bedeutung für die internationale und transatlantische Sicherheit.“

Auch die NATO habe bereits deutlich gemacht, dass die Arktisregion eine Priorität sei. „Die europäischen Bündnispartner verstärken ihre Anstrengungen.“ Man habe Präsenz, Aktivitäten und Investitionen erhöht, um die Sicherheit in der Arktis zu gewährleisten und Gegner abzuschrecken.

Verweis auf UNO-Charta

Die Unterzeichner, unter anderen Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz, Großbritanniens Premierminister Keir Starmer, der französische Präsident Emmanuel Macron und die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen, betonten die große Bedeutung der in der UNO-Charta festgehaltenen Prinzipien der Souveränität, territorialen Integrität und Unverletzlichkeit der Grenzen.

USA rücken von ihrem Anspruch nicht ab

Trump hatte in den vergangenen Tagen die arktische Insel erneut für die USA reklamiert. Die USA brauchten Grönland für die nationale Sicherheit, sagte er. Grönland gehört zum Königreich Dänemark, ist aber weitestgehend autonom. Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller bezeichnete den US-Anspruch auf die Kontrolle über Grönland zuletzt als „offizielle Position der US-Regierung“.

Dänemark warnt vor Ende der NATO

Dänemarks Regierungschefin Frederiksen hatte bereits zuvor erklärt: „Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, dann hört alles auf.“ Das wäre das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses und damit auch der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestehenden Sicherheitsarchitektur. Die dänischen Parteien beraumten eine Krisensitzung im Parlament ein.

Schieder: Auf Angriffsszenarien vorbereiten

„Die Europäische Union muss endlich einen Schlussstrich unter eine defensive Außenpolitik der Angst ziehen“, fordert der SPÖ-EU-Abgeordnete Andreas Schieder. Trump habe seine Absichten mit Bezug auf Grönland bereits in der Vergangenheit klar geäußert. Bereits im November habe das Europaparlament eine Strategie für die Arktis und eine EU-Beitrittsperspektive für Grönland gefordert.

Die EU müsse ins Handeln kommen und „nicht nur eine langfristige Strategie für die gesamte Region entwickeln, sondern sich auch ernsthaft auf mögliche Angriffsszenarien vorbereiten“.

red, ORF.at/Agenturen
Quelle: Grönland: Europäer warnen USA vor Annexion
 

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#16
Grönland
Trump und das russische Drehbuch
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Die Drohung der USA, den eigenen NATO-Verbündeten Dänemark anzugreifen, um Grönland zu annektieren, hat Europa aufgescheucht. Dass es Präsident Donald Trump mit seiner Forderung nach US-Kontrolle über Grönland ernst ist, daran zweifelt – spätestens nach dem US-Angriff auf Venezuela – niemand mehr. Fachleute halten aber bei Grönland eine Art russisches Drehbuch für das wahrscheinlichste Vorgehen – und einen möglichen militärischen Angriff für die Drohkulisse, um den Druck zu erhöhen.
Online seit gestern 07.01.2026, 23.40 Uhr (Update: heute, 7.41 Uhr)
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Das Onlinemagazin Politico berichtete am Mittwoch unter Berufung auf Gespräche mit mehreren EU- und NATO-Vertretern, Diplomatinnen und Verteidigungsexperten, es gebe einen klaren Weg für Trump, um die Kontrolle über Grönland zu erlangen. Und Trump beschreite diesen Weg bereits, zeigte sich auch das Wirtschaftsmagazin „Economist“ überzeugt.

Besorgniserregend für Europa sei besonders, dass die Strategie „dem expansionistischen Drehbuch von Wladimir Putin erschreckend ähnlich sieht“, formulierte es Politico. Damit gemeint ist vor allem die von Russland in Europa längst bekannte Mischung aus Desinformation, Unterstützung von Unabhängigkeits- und Autonomiebewegungen sowie Parteien, die gegen die EU auftreten, um innerhalb eines Staates die politische Spaltung zu verstärken.

„Mischung aus Offline- und Onlinetaktiken“
Felix Kartte, Experte für Digitalpolitik, der bereits EU-Institutionen und Regierungen beriet, verwies gegenüber Politico auf die russische Strategie unter anderem in Ländern wie Moldawien, Rumänien und der Ukraine.

Russland bediene sich einer Mischung aus Offline- und Onlinetaktiken. An Ort und Stelle unterstütze es Akteure extremistischer Parteien, prorussische Oligarchen und andere russische Expats. In Moldawien etwa wurden Menschen auch dafür bezahlt, auf Demos, die gegen die EU gewandt waren, zu gehen.

Und gleichzeitig würden „riesige Netzwerke an Fake-Konten und Pseudomedien aufgebaut, um diese Aktivitäten online zu verbreiten und bestimmte Kandidaten oder Positionen zu verstärken". Das Ziel sei oft gar nicht, die prorussische Option als die bessere darzustellen, sondern den Eindruck zu erschaffen, dass diese viel verbreiteter und populärer ist als in Wirklichkeit. Damit wird der Eindruck der Unausweichlichkeit geschaffen“.

Spaltung vertiefen
US-Vertreter versuchen laut „Economist“, seit Amtsantritt Trumps vor fast einem Jahr, die Spannungen zwischen Grönland und Dänemark zu verschärfen. Vor allem der Kurzbesuch von Vizepräsident JD Vance, der Dänemark bezüglich Grönland scharf kritisierte und betonte, „das grönländische Volk wird Selbstbestimmung“ haben. Vor Weihnachten ernannte Trump dann einen Sondergesandten für Grönland. Auch das kann ohne viel Fantasie als Versuch verstanden werden, Grönland als eigene Entität, unabhängig von Dänemark, zu behandeln.

US-Geheimdienste aktiv
Auch in das „russische Drehbuch“ passt, dass laut „Economist“ sich US-Geheimdienste seit einem Jahr intensiv mit der Unabhängigkeitsbewegung in Grönland beschäftigten – mit dem Ziel, US-Sympathisanten zu identifizieren. Die dänische Regierung zitierte im Vorjahr dreimal US-Diplomaten ins Außenministerium und warf Washington vor, zu spionieren und im Geheimen eine Stimmungskampagne in Grönland zu betreiben. Der dänische Militärgeheimdienst zählte den Alliierten USA in seiner Sicherheitslageeinschätzung auf.

Strategie direkter Verhandlungen
Parallel zu Bemühungen, prononcierte Vertreter einer Unabhängigkeit Grönlands von Dänemark zu stärken, versuchte Washington laut „Economist“, einen Deal direkt mit der grönländischen Regierung zu schließen. US-Vertreter sollen laut „Economist“ bereits versucht haben, direkte Gespräche mit der grönländischen Regierung aufzunehmen, seien bisher aber abgewiesen worden. Nun soll es nächste Woche direkte Gespräche mit Dänemark geben, wie am Mittwoch bekanntwurde.

Mit „Kauf“ wohl Assoziierung gemeint
Die USA sollen ein Assoziierungsabkommen für Grönland ausarbeiten. Solche COFA-Abkommen (Compact of Free Association) wurden in der Vergangenheit mit mehreren kleinen Pazifikstaaten geschlossen. Die USA bekommen dort militärisch völlig freie Hand – etwa wie viele Truppen und Waffen sie stationieren –, das Land bekommt als „Zuckerl“ Freihandel mit den USA.

Kopenhagen verweist freilich darauf, dass es bereits ein Abkommen gibt, das den USA weitreichende Möglichkeiten einräumt. Es sieht nicht einmal Beschränkungen für Truppenstationierungen vor, auch wenn größere Veränderungen mit Dänemark akkordiert werden müssten.

Koloniales Erbe prägt Beziehungen bis heute
Grönland war von 1721 bis 1953 eine dänische Kolonie. Dann wurde die Insel in Dänemark integriert – das führte aber zu Dänifizierungsmaßnahmen (etwa die „Experimentkinder“ – Inuit-Kinder, die zwangsweise nach Dänemark gebracht wurden, Anm.), die vielfach einer Fortsetzung der Kolonialisierung gleichkamen. Diese Geschichte wurde laut der auf dieses Thema spezialisierten Historikerin Astrid Nonbo Andersen bis heute nur bruchstückhaft von Dänemark aufgearbeitet.

2009 stimmte Grönland für die Autonomie – und das Gesetz sieht laut Andersen in allgemeiner Form auch einen Pfad zur Unabhängigkeit vor: eine Volksabstimmung in Grönland, gefolgt von Verhandlungen mit Kopenhagen über eine Unabhängigkeit. Und das dänische Parlament muss zustimmen.

Immer wieder US-Versuche, Grönland zu übernehmen
Der US-Anspruch auf Grönland ist auch in keiner Weise neu. Schon 1867 forderte der damalige US-Außenminister William H. Seward, der den Kauf Alaskas von Russland erfolgreich verhandelte, die USA sollten auch Grönland und Island kaufen. Es gab noch mehrmals Anläufe, die ebenfalls nie umgesetzt wurden.

Im Zweiten Weltkrieg – nach der Besetzung Dänemarks durch Nazi-Deutschland – wandten die USA erstmals ihre Monroe-Doktrin auf europäische Kolonien im Nordatlantik an und übernahmen die Kontrolle über Grönland. Die Rieseninsel war im Krieg vor allem wegen der Nähe zu den USA und seiner zentralen Lage im Nordatlantik von enormer strategischer Bedeutung.

Seither gibt es durchgehend eine US-Militärpräsenz auf Grönland. Dänemark gab 1948 die Versuche auf, die USA wieder zum Abzug zu bewegen. 1951 wurde mit der NATO-Gründung ein separates Sicherheitsabkommen für Grönland zwischen Washington und Kopenhagen geschlossen, das 2004 erneuert wurde.

Unabhängigkeit breiter Konsens in Grönland
Andersen zufolge setzen sich fast alle Parteien auf Grönland letztlich für die Unabhängigkeit ein. Und eine Umfrage vor einem Jahr ergab ebenfalls eine klare Mehrheit dafür – allerdings waren zugleich 85 Prozent gegen eine Zugehörigkeit zu den USA. Nicht auszuschließen ist da wohl, dass der aktuelle US-Druck zum Bumerang werden könnte.

Erreichbar ist die Unabhängigkeit jedenfalls nur mittels vertraglicher Vereinbarungen mit Dänemark, den USA, der NATO und der EU. Das EU-Parlament drängt den EU-Rat seit Monaten, um Grönland als EU-Mitglied zu werben. Derzeit hat die Insel nach seinem Austritt aus der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft 1985 – es ging um Fischereirechte – einen Sonderstatus und ist nicht Mitglied.
08.01.2026, guti, ORF.at/Agenturen

Grönland: Trump und das russische Drehbuch
 

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#17
Nach Drohung
USA erwägen Zahlungen an Grönländer für Übernahme – bis 100.000 Dollar
Das Weiße Haus bestätigt die Prüfung dieser Option. Ein Treffen zwischen US-Außenminister Marco Rubio und seinem dänischen Amtskollegen ist kommende Woche geplant

Umfragen zufolge zeigen sich die Bewohner Grönlands offen für eine Trennung von Dänemark, wollen aber keinen Anschluss an die USA.
AFP/ODD ANDERSEN

Washington – US-Regierungsvertreter haben Insiderangaben zufolge die Möglichkeit von Einmalzahlungen an die Einwohner Grönlands erörtert. Damit solle die Bevölkerung des dänischen Überseegebiets von einer Abspaltung und einem möglichen Anschluss an die USA überzeugt werden, sagten vier mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach wurden Summen zwischen 10.000 und 100.000 Dollar (8500 bis 85.000 Euro) pro Person diskutiert.

Das Weiße Haus bestätigte, dass Präsident Donald Trump und seine Sicherheitsberater prüften, "wie ein potenzieller Kauf aussehen würde". US-Außenminister Marco Rubio werde sich kommende Woche mit seinem dänischen Amtskollegen in Washington treffen, um über Grönland zu sprechen.

Eine der mit den Beratungen im Weißen Haus vertrauten Personen sagte Reuters, die internen Diskussionen über Einmalzahlungen seien in den vergangenen Tagen ernsthafter geworden. Die Berater zögen demnach höhere Summen in Betracht, wobei eine Zahlung von 100.000 Dollar pro Person eine reale Möglichkeit sei. Das entspräche einer Gesamtsumme von fast sechs Milliarden Dollar. Umfragen zufolge wünscht sich eine überwältigende Mehrheit der Grönländer die Unabhängigkeit. Sie sind demnach zwar offen für eine Trennung von Dänemark, einen Anschluss an die USA lehnen sie jedoch ab.

Insel steht nicht zum Verkauf
Die Regierungen in Kopenhagen und der grönländischen Hauptstadt Nuuk wiesen die Avancen der Amerikaner zurück. Die Insel mit ihren 57.000 Einwohnern stehe nicht zum Verkauf. "Genug ist genug. Schluss mit den Annexionsfantasien", schrieb der grönländische Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen bereits am Sonntag. Auch führende europäische Staaten wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass Entscheidungen über die Beziehungen zwischen Grönland und Dänemark allein diesen beiden vorbehalten seien.

Das Drängen der US-Regierung auf eine Übernahme Grönlands hat in den vergangenen Tagen an Intensität gewonnen. Als Grund nannten Insider den Schwung aus der spektakulären Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro am vergangenen Wochenende. Trump argumentiert seit Langem, die USA müssten Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit und wegen seiner Rohstoffvorkommen erwerben. "Es ist so strategisch", sagte er am Sonntag. Neben einem Kauf oder einer militärischen Intervention wird in Washington demnach auch ein Assoziierungsabkommen nach dem Vorbild kleiner Pazifikstaaten erwogen. Dies würde jedoch eine vorherige Unabhängigkeit Grönlands von Dänemark voraussetzen.
(APA, 9.1.2026)
USA erwägen Zahlungen an Grönländer für Übernahme – bis 100.000 Dollar
 

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#18
Was wollen eigentlich die Grönländer?
Bisher wurden sie nicht gefragt, schon gar nicht von Donald Trump


Auf einmal im Zentrum der Geopolitik: Grönland.
AFP/ODD ANDERSEN

Was wollen eigentlich die Einwohner von Grönland? 57.000 Menschen leben auf der riesigen Eisinsel und bisher ist sehr wenig von ihren Wünschen und Vorstellungen die Rede gewesen. Grönland ist ein weitgehend autonomes Gebiet Dänemarks und hat eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament. Die Bevölkerung ist gemischt inuit-skandinavisch und es gibt relativ starke Autonomiebestrebungen.

Von Subventionen abhängig
Die führten bisher nicht zur vollen Unabhängigkeit, weil die Bevölkerung hauptsächlich vom Fischfang lebt und von dänischen Subventionen abhängig ist. Das könnte sich allerdings ändern, wenn es – bedingt durch den Klimawandel – leichter wird, die riesigen Bodenschätze zu heben. Um die geht es ja in erster Linie Donald Trump, der in problematischer Manier die US-Wirtschaft auf die Ausbeutung fossiler Bodenschätze ausrichtet („Drill, Baby, drill!“).

Aber die Bodenschätze gehören eben grundsätzlich dem, der auf ihnen sitzt. Ein Gebiet einfach in Besitz nehmen, um es dann auszubeuten, und zwar ohne Rücksicht auf die Bevölkerung, ist blanker Kolonialismus. Es wäre daher sicher kein Problem, mit den Grönländern Verträge über die Nutzung dieser Bodenschätze abzuschließen. Das wäre ihnen vielleicht sogar sehr recht. Aber ob sie US-Untertanen werden wollen – noch dazu unter der Trump-Doktrin "nur weiße, christliche Amerikaner sind echte Amerikaner" –, ist eine andere Frage.
(Hans Rauscher, 9.1.2026)
Was wollen eigentlich die Grönländer?
 

josef

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#19
Schwierige Förderung
Grönlands Reichtum an Bodenschätzen hat mit seiner ungewöhnlichen Geologie zu tun
Unterschiedlichste geologische Prozesse vor 200 Millionen Jahren formten Grönland und erzeugten einige der reichsten Bodenschatzreservoirs der Erde

Dieser Gletscher befindet sich im Osten Grönlands. Rund vier Fünftel der Insel sind von Eis bedeckt.
AFP/OLIVIER MORIN

Wenn aktuell die US-Regierung ihre Ansprüche auf Grönland mit immer höherem Nachdruck vorbringt, steckt dahinter nicht zuletzt ein Interesse an Bodenschätzen. Die größte Insel der Welt ist zwar zu mehr als vier Fünfteln von Eis bedeckt, doch selbst dieser kleine eisfreie Bereich ist immerhin doppelt so groß wie Großbritannien und bietet eine einzigartige Palette an Ressourcen.

Die nackten Zahlen sprechen für sich: Das US Geological Survey schätzt, dass unter Grönland insgesamt, also inklusive der eisbedeckten Gebiete, Kohlenwasserstoffe im Ausmaß von 31 Barrels Öl lagern. Das ist ähnlich viel wie die ganzen bestätigten US-amerikanischen Rohölreserven zusammen – wobei im Fall von Grönland nicht nur Öl gemeint ist.

Dazu kommen viele andere, von der EU als strategisch wichtig eingestufte Rohstoffe. Besonderes Interesse besteht in den USA an sogenannten Seltenerdmetallen, die nicht zuletzt für Technologien für den Sektor der erneuerbaren Energiewirtschaft von Bedeutung sind und für die ein steigender globaler Bedarf zu erwarten ist. Die Seltenerdvorkommen in Grönland gehören zu den größten der Welt.

Verschiedene Prozesse
Dieser Rohstoffreichtum ist der komplexen geologischen Geschichte Grönlands geschuldet, wie der Geologe Jonathan Paul von der University of London nun in The Conversation darlegt. Dort gibt es einerseits einige der ältesten Gesteine der Erde, während andererseits Teile der Insel durch jüngere geologische Prozesse geformt wurden, darunter Gebirgsbildung, Kontinentaldrift und vulkanische Aktivität.

Die durch die Auffaltung von Gebirgen entstehenden Brüche ermöglichten etwa, dass sich dort neben Gold auch Grafit ablagerte, das für die Batterieproduktion bedeutsam ist und dort als Anodenmaterial verwendet wird. Im Vergleich zu Regionen wie China und Südkorea sind aber die Grafitvorkommen in Grönland noch nicht gut erforscht.

Besondere Bedeutung misst Paul Veränderungen den Prozessen rund um die Kontinentalwanderungen bei, etwa bei der Bildung des Atlantiks. Damals, vor rund 200 Millionen Jahren, sei der Großteil der wichtigen Bodenschätze Grönlands entstanden.

Außergewöhnlich sei, dass auf der Insel alle wichtigen geologischen Schlüsselprozesse aktiv waren, die hinter so verschiedenen Rohstoffen wir fossilen Energieträgern, Seltenerdmetallen und Edelsteinen stehen. In Bezug auf Letztere erwähnt Paul etwa Adern aus dem Mineral Kimberlit, das Diamanten enthält. Die Vorkommen wurden Anfang der 1970er-Jahre an der Westküste Grönlands entdeckt und bisher aufgrund logistischer Schwierigkeiten nicht gefördert.


Immer wieder verleiht die US-Regierung ihren Gebietsansprüchen auf Grönland auch mit Besuchen Nachdruck.Im März 2025 war Vizepräsident JD Vance vor Ort.
via REUTERS/JIM WATSON

Keine Ölförderung
Einfach zu gewinnen sind auch die anderen Rohstoffe nicht. Mit einer Erschließung der Ölvorkommen war bereits in den 1970er-Jahren begonnen worden, unter anderem durch Shell, Chevron, Mobil (heute ExxonMobil). Erfolgreich waren die Versuche nicht, 2012 gab Grönland die Ambitionen für Ölförderung auf und beschloss, keine weiteren Lizenzen mehr zu vergeben.

Die bekannten Seltenerdvorkommen sind zum Teil in Küstennähe verhältnismäßig gut zugänglich. Tatsächlich versucht die grönländische Regierung, ausländische Unternehmen für einen Abbau zu gewinnen, doch das scheiterte bislang unter anderem an den Kosten. Ein bedeutsames Abbauprojekt wurde vor einigen Jahren schließlich doch nicht umgesetzt, weil radioaktives Uran als Nebenprodukt zu erwarten gewesen wäre. Mit Uran kontaminiertes Wasser wäre hinter einem Damm gesammelt worden. Darunter liegt die Stadt Narsaq mit 1500 Einwohnern. Bis 2021 befürwortete die Politik Grönlands das Projekt, stoppte es aber nach den Wahlen. Die australische Bergbaugesellschaft Energy Transition Minerals klagte daraufhin auf Milliarden. Das Unternehmen unterstützt inzwischen die Bestrebungen der Trump-Administration, Grönland zu übernehmen.

Ein schneller Abbau der enormen Reserven scheitert zum Teil an fehlender Infrastruktur, zum Teil an Bedenken wegen der Auswirkungen auf Umwelt und Bevölkerung, wobei diese Aspekte zum Teil miteinander verknüpft sind. Längerfristig könnten allerdings auch heute schwer zugängliche Rohstoffe an Bedeutung gewinnen. Seit 1995 ist das Eis Grönlands um eine Fläche von der Größe Albaniens zurückgegangen. Schmilzt das Eis weiterhin schnell, was durch eine globale Schwächung von Klimaschutzmaßnahmen, insbesondere durch die USA, zu erwarten ist, könnte noch ein anderes Szenario wichtig werden. Schon im kommenden Jahrzehnt könnte der Norden Grönlands zu manchen Jahreszeiten eisfrei sein und neue Schifffahrtsrouten zwischen den USA und Asien erlauben. Grönland wird also längerfristig durch Umweltveränderungen in verschiedener Hinsicht an strategischer Bedeutung gewinnen.
(Reinhard Kleindl, 10.1.2026)
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#20
„Wir wählen Dänemark“
Grönland erteilt USA erneut Abfuhr
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Lieber Dänemark als USA: Der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen hat deutlich gemacht, dass Grönland unter keinen Umständen zu den USA gehören will. „Wenn wir zwischen den USA und Dänemark wählen müssen, dann wählen wir Dänemark“, sagte Nielsen am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Für Mittwoch sind Gespräche in den USA geplant.
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Frederiksen sagte, es sein nicht einfach gewesen, dem „völlig inakzeptablen Druck unserer engsten Verbündeten“ standzuhalten. Dänemark und die USA sind Gründungsmitglieder der NATO. Aber man könne nicht mit Macht Grenzen verschieben und man könne keine Bevölkerung kaufen. Sie warnte jedoch: „Der härteste Teil liegt noch vor uns.“ Dafür gebe es derzeit viele Anzeichen.

Der dänische Außenminister Lars Lokke Rasmussen will am Mittwoch in Washington mit US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio über die US-Ansprüche auf die zu Dänemark gehörende autonom verwaltete Insel sprechen. An dem Treffen soll auch die für Außenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt teilnehmen.

APA/AFP/Ritzau Scanpix/Liselotte Sabroe
Nielsen und Frederiksen bei ihrem gemeinsamen Auftritt vor den Gesprächen in den USA

Wie das grönländische Nachrichten- und Medienportal Sermitsiaq berichtete, ist Ende der Woche ein weiteres Treffen beider Seiten geplant. Acht Senatoren, darunter zwei republikanische Senatoren und drei Mitglieder des US-Kongresses, sollen am Freitag oder Samstag mit dem Grönland-Ausschuss des dänischen Parlaments und Mitgliedern des Ausschusses für Außen- und Sicherheitspolitik des grönländischen Parlaments (Inatsisartut) zusammentreffen.

Nielsen: Grönland an der Seite Dänemarks
Ob die direkten Gespräche eine Entspannung bringen werden, war zunächst nicht abzusehen. Die Situation sei sehr ernst und der Druck auf die grönländische Bevölkerung äußerst hoch, sagte Nielsen. Aber man stehe an der Seite Dänemarks. Man gehe gemeinsam in die Gespräche und verlasse sie auch gemeinsam wieder.

US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Tagen erneut mit der Annexion Grönlands gedroht und das mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet. Jüngst machte er klar, dass es ihm um den langfristigen Besitz von Grönland geht. „Wir sprechen über Erwerb, nicht über eine Pacht“, sagte er. Dänemark und Grönland hatten daraufhin um das Gespräch gebeten.

Trump argumentiert mit China und Russland
Trump rechtfertigte seinen Anspruch zuletzt damit, dass sich sonst China oder Russland die Insel in der Arktis einverleiben würden. Außerdem verwies er auf die strategische Bedeutung der Insel und auf die Bodenschätze Grönlands. Schon in seiner ersten Amtszeit sorgte Trump für Irritationen, als er Interesse an Grönland anmeldete. Mit der angedrohten Annexion geht er nun noch weiter. Das Weiße Haus schloss zuletzt sogar einen Militäreinsatz ausdrücklich nicht aus.

NATO-Staaten überlegen, Präsenz auszuweiten
Dänemark und Grönland weisen Trumps Besitzansprüche seit Wochen mit Unterstützung zahlreicher europäischer Partner vehement zurück. Wenn ein NATO-Land ein anderes angreife, dann höre alles auf, hatte Frederiksen gesagt. Grönland mit seinen rund 57.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist inzwischen weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark. Für die Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist weiter Dänemark zuständig.

Mehrere NATO-Staaten wie Großbritannien hatten sich zuletzt für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis ausgesprochen. Ein Vorschlag sieht Diplomaten zufolge einen Überwachungseinsatz mit dem Namen „Arctic Sentry“ (deutsch etwa: Wächter der Arktis) vor. Er soll den US-Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann.

Der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen kündigte für Montag ein Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte an. Bei dem Gespräch, an dem Motzfeldt ebenfalls teilnimmt, solle es um die Sicherheit in der Arktis gehen. Alle NATO-Verbündeten seien sich „über die Bedeutung der Arktis und der arktischen Sicherheit einig“, sagte Rutte dazu am Montag.
13.01.2026, red, ORF.at/Agenturen

„Wir wählen Dänemark“: Grönland erteilt USA erneut Abfuhr
 
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