Schallaburg - Jahresausstellung 2026: "80er Grenzen waren gestern"

josef

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Schallaburg mit „grenzenlosen“ 80er-Jahren
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Die 1980er-Jahre waren von technischen und gesellschaftlichen Aufbrüchen geprägt. „Grenzen waren gestern“ lautet der Untertitel der Jahresausstellung auf der Schallaburg. Sie widmet sich diesem letzten Jahrzehnt ohne großen digitalen Einfluss, auch mit Leihgaben aus der Bevölkerung.
Online seit heute, 20.02 Uhr
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Die 80er-Jahre sind geprägt von großen Gegensätzen, oftmals nebeneinander. All das wird anhand hunderter Objekte, Bilder und Filme in der Ausstellung auf der Schallaburg (Bezirk Melk) thematisiert. Es war eine Zeit der Kriege und des Wettrüstens. Der erste Golfkrieg zwischen dem Iran und dem Irak brach aus. Die Friedensbewegung wurde durch das Wettrüsten der Supermächte aus West und Ost stark wie später nie wieder. Und schließlich fiel nach der Berliner Mauer auch der Warschauer Pakt in sich zusammen.

Viele technische Neuerungen wurden in rascher Abfolge entwickelt, wie die CDs oder der Walkman. Die erfolgreiche künstliche Befruchtung sorgte für Diskussionen. Katastrophen, wie der Reaktorunfall in Tschernobyl, ließen an der Sinnhaftigkeit von allem technisch Machbaren zweifeln.

Politische Auseinandersetzungen von Aktionismus geprägt
Der RAF-Terror ging in die zweite Generation, der rechte Terror forderte vor allem in Italien mehr als 100 Todesopfer. Grünbewegungen entstanden, der Ruf nach ersten Nationalparks in Österreich wurde laut. Die Hainburger Au wurde erfolgreich mit Camping and Campaigning vor einer Verbauung durch ein Kraftwerk bewahrt. Nach deutschem Vorbild wurden auch in Wien leerstehende Häuser besetzt. HIV beeinflusste das gesellschaftliche Leben wie später erst wieder die Pandemie 2020.

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Die Jahresausstellung zeigt das letzte Jahrzehnt ohne großen digitalen Einfluss
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Zahlreiche Leihgaben stammen aus der Bevölkerung

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Es gab ein Nebeneinander von Punk und Birkenstock

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Fernseher sind heute doch um einiges größer

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Die prall gefüllte Ausstellung verteilt sich auf 17 Räume

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Es gab ein Nebeneinander von Punk und Birkenstock, von Nieten auf schwarzem Leder, Schulterpolstern und grellem Aerobic-Outfit, gepaart mit den entsprechenden musikalischen Stilen. Die Videoclips erobern den Fernseher. Studenten-WGs machten Schule, die ersten „Dritte-Welt-Läden“ sperrten auf. Das Apartheid-Regime wurde mit Boykott-Aufrufen südafrikanischer Lebensmittel bekämpft. Coca-Cola eroberte den Westen, Pepsi die kommunistischen Staaten.

Politische Veränderungen, die bis heute wirken
Seit 1986 ist Sankt Pölten eine Landeshauptstadt. Ein Startpunkt, der eine bis heute fortwährende Dynamisierung und Attraktivierung der Stadt hervorgerufen hat. Die Partei der Grünen, damals „Die Grünen – Die Grüne Alternative (Grüne)“ zog in diesem Jahr zum ersten Mal ins Parlament ein. Die SPÖ verlor ihre Vormachtstellung mit dem Abgang Kreiskys und diverser Skandale, wie dem AKH-Skandal in Wien.

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Die Waldheim-Affäre stürzte Österreich in eine tiefe Krise

Mit Jörg Haider (damals FPÖ) betrat in den 1980er-Jahren ein neuer Typ die politische Bühne, der des Populisten. Und schließlich stürzte in diesem Jahrzehnt die Waldheim-Affäre Österreich in eine tiefe Krise. Sie spaltete das Land und sorgte für internationale Kontroversen. Der Konflikt um die Kriegsvergangenheit Kurt Waldheims (ÖVP) brachte die NS-Opfer-These Österreichs zu Fall.

Die 80er: Ein Überfluss für Ausstellungsgestalter
„Die 80er-Jahre sind ein Jahrzehnt, wo man aus dem Vollen schöpfen kann – und wo man auch alles vereinen kann. Es ist ein Jahrzehnt, das zugleich sehr ernst und sehr schrill wahrgenommen werden kann. Und: es war völlig anders als heute. Damals schaute man nach vorne, heute hat man das Gefühl, es geht eher nach hinten“, erzählt die Kuratorin der Ausstellung, Martina Zerovnik, die selbst ein Kind der 80er-Jahre ist.

Schallaburg-Geschäftsführer Erwin Klissenbauer hat 1982 maturiert und erinnert sich gerne an sein Lebensgefühl in dieser Dekade: „Für mich war dies eine Zeit des Aufbruches. Ich habe die 80er-Jahre als sehr energetisch erlebt. Wir haben geglaubt und auch gewusst, dass wir alles niederreißen können, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich würde mir heute diesen Schwung von damals manchmal heute wieder wünschen.“

Eine Ausstellung für mehrere Generationen
Nach einem Aufruf an die Bevölkerung, der Ausstellung Objekte der 80er-Jahre zur Verfügung zu stellen, gab es mehr als 700 Einreichungen. Kleidung, Fotos, Filme, Kinoprogramme, ein Schachcomputer, ein Commodore 64-Computer, elektrische Schreibmaschinen, Interrail-Tickets und vieles mehr fanden auf diese Art ihren Weg in die Vitrinen.

Auf 17 Räume verteilt sich die prall gefüllte Ausstellung, unterbrochen von sogenannten Erinnerungsräumen. Großeltern können ihren Enkeln beziehungsweise Eltern ihren Kindern zeigen, wie man mit Tippex umgeht, ein Telefon mit Wählscheibe bedient oder im Flipperraum ihre Pinball-Fertigkeiten zur Schau stellen. Und sie können auch Fragen beantworten: Wie traf man einander damals pünktlich und zuverlässig ohne Social-Media von heute?
09.04.2026, Hannes Steindl, noe.ORF.at
Details zur Ausstellung:
„80er – Grenzen waren gestern“

Die 51. Hauptausstellung in der Schallaburg (Bezirk Melk) ist von 11. April bis 15. November 2026 zu sehen.
Montag bis Freitag: 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr,
Samstag, Sonntag und Feiertag: 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr.

Schallaburg Ausstellung 2026: „80er – Grenzen waren gestern“

Schallaburg mit „grenzenlosen“ 80er Jahren
 
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