Sammelthread über Vulkane (in Ländern die nicht extra angeführt sind)

josef

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#1
Auf Grund einer ORF-Meldung über einen Vulkanausbruch im Kongo bekam ich gerade eine Anregung, zum Thema "Vulkane" einen eigenen Thread zu eröffne. Folge somit diesen Vorschlag mit dem gegenständlichen neuen Thementhread! Die bereits vorhandenen und auch hinkünftigen neuen Vulkanthemen der in den bereits vorhandenen Länder-Kategorien bestehenden, wie Vesuv, Ätna usw. verbleiben unter den Ländern.
 

josef

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#2
Republik Kongo: Tausende flohen nach Vulkanausbruch
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Nach dem Ausbruch eines Vulkans in der Demokratischen Republik (DR) Kongo sind vorübergehend Tausende Menschen aus der Millionenstadt Goma geflohen. Die Regierung erließ dazu am Samstag einen Evakuierungsplan für die Stadt. Erst 2002 sind beim Ausbruch des Vulkans Nyiragongo 250 Menschen gestorben. Am Sonntag stoppte der Lavastrom vor Goma.
Online seit heute, 8.57 Uhr (Update: 12.32 Uhr)
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Der Lavastrom des Vulkans sei am Stadtrand von Goma zum Stehen gekommen, sagte der Militärgouverneur der Provinz Nordkivu, Constant Ndima, am Sonntag. Mehr als 7.000 Menschen flohen dem Militärgouverneur zufolge nach Ruanda. Viele von ihnen hätten sich aber bereits wieder auf den Rückweg begeben.

Zuvor wurde die Situation dramatisch beschrieben: „Jetzt fließt die Lava auf das Stadtzentrum zu, ähnlich wie beim Ausbruch im Jahr 2002“, sagte der Vulkanologe Dario Tedesco gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Damals starben 250 Menschen, rund 120.000 wurden obdachlos. Goma mit seinen rund zwei Millionen Einwohnern liegt rund zehn Kilometer von dem Vulkan Nyiragongo entfernt, der erstmals seit knapp 20 Jahren wieder ausgebrochen ist.

Die Eruption hatte bei vielen Bewohnern der Stadt zu Panik geführt. Zum Teil flohen sie in Richtung der Grenze zum nahe gelegenen Ruanda. Die Behörden setzten einen Evakuierungsplan in Kraft. Er sei am Samstag aktiviert worden, twitterte Regierungssprecher Patrick Muyaya. Die Behörden des Nachbarlands öffneten in der Nacht auf Sonntag die Grenze und ließen die Menschen passieren, wie ein Reporter der dpa berichtete.

Reuters/Enoch David
Der Nyiragongo brach am Samstag aus

Zahlreiche Menschen querten Grenze zu Ruanda
Schon vor der Ankündigung der Regierung, die einige Stunden nach Ausbruch des Vulkans erfolgte, wurden Menschen mit Matratzen und anderen Habseligkeiten gesehen, die in Richtung der Grenze zu Ruanda im Osten flohen, wie die BBC berichtete. Die Behörden in Ruanda meldeten in der Früh bereits, dass ungefähr 3.000 Menschen aus Goma die Grenze passierten. In den staatlichen Medien des Landes hieß es, sie würden unter anderem in Schulen untergebracht. Andere Bewohner flüchteten in höher gelegene Gebiete im Westen der Stadt.

APA/AFP/Guerchom Ndebo
Viele Menschen flüchteten nach dem Ausbruch

Lavaströme flössen derzeit hauptsächlich durch Teile des Nationalparks, sagte der Leiter des vulkanologischen Observatoriums von Goma, Celestin Mahinda, dem staatlichen Radiosender RTNC. Der Park ist Afrikas artenreichstes Schutzgebiet und die Heimat der vom Aussterben bedrohten Berggorillas.

Menschen sollen Ruhe bewahren
„Es riecht nach Schwefel. In der Ferne kann man riesige Flammen sehen, die aus dem Berg kommen“, sagte eine Anrainerin der Nachrichtenagentur AFP. Den Menschen wurde geraten, Ruhe zu bewahren, aber einige beschwerten sich über den Mangel an Informationen seitens der Behörden inmitten widersprüchlicher Berichte, die in den Sozialen Netzwerken kursierten, so die BBC.

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Der aktive Vulkan befindet sich im Virunga-Nationalpark, knapp 20 Kilometer nördlich der Stadt Goma und damit auch nahe der Grenze zu Ruanda. Der Nyiragongo gehört zu den weltweit aktivsten Vulkanen. Er sei am Samstagabend gegen 19.00 Uhr Ortszeit (20.00 Uhr MESZ) ausgebrochen, heißt es.

Kritik an Beobachtung des Vulkans
Laut BBC gibt es Bedenken, was die Beobachtung des Vulkans angeht: Dem Goma Volcano Observatory wurde nach Korruptionsvorwürfen von der Weltbank die Finanzierung gekürzt. In einem Bericht vom 10. Mai warnte das Observatorium, dass die seismische Aktivität am Nyiragongo zugenommen habe.

Reuters/Enoch David
Die Situation spitzte sich am Samstag zu

Letztes Jahr sagte der Direktor des Observatoriums gegenüber der BBC, dass sich der Lavasee des Vulkans schnell fülle, was die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs in den nächsten Jahren erhöht. Er warnte auch, dass ein Erdbeben eine Katastrophe bereits früher auslösen könnte. Im Jahr 1977 kam es zum bisher tödlichsten Ausbruch des Nyiragongos: Mehr als 600 Menschen starben damals.
23.05.2021, red, ORF.at/Agenturen

Link:
DR Kongo: Tausende flohen nach Vulkanausbruch
 

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#3
Teilevakuierung der Millionenstadt Goma im Kongo wegen Vulkanausbruchs
Im Osten des Kongo droht der Vulkan Nyiragongo noch einmal auszubrechen. Die Behörden haben zehn Bezirke in der Millionenstadt Goma geräumt

Schon vergangene Woche wurden Teile der Vororte von Goma von der Lava begraben.
Foto: Reuters

Dabei haben zahlreiche Menschen ihre Häuser und ihr Hab und Gut verloren.
Foto: Reuters

Goma – Aus Sorge vor einem bevorstehenden erneuten Ausbruch des Vulkans Nyiragongo haben die Behörden in der Demokratischen Republik Kongo eine Teilräumung der Millionenstadt Goma angeordnet. In der Nacht zu Donnerstag gab der Militärgouverneur der Nord-Kivu-Region über den offiziellen TV-Kanal RTNC die Räumung von zehn Bezirken bekannt.

Generalleutnant Kongba Constant begründete das mit wissenschaftlichen Daten, die auf eine erneute Eruption des Vulkans hindeuteten. Es gebe zudem die Gefahr, dass heiße Lava auf dem Boden des Kivu-Sees giftige Gase freisetze. In diesem sind große Mengen Methan und CO2 gespeichert, die sich in diesem Fall – oder etwa bei einem Erdbeben – ruckartig freisetzen könnten. Geschieht das, gibt es an den Ufern Erstickungsgefahr. Die Behörden würden Transportmöglichkeiten für die Bewohner organisieren, diese sollten nur das Nötigste mitnehmen.

20.000 Obdachlose
Nach der Eruption des Vulkans am Samstag, dessen Lava dünnflüssig ist und besonders schnell fließt, hatten Einwohner ihre Häuser in Panik verlassen und waren teilweise über die Grenze ins benachbarte Ruanda geflohen. Ein Teil der Lava hatte sich Richtung Goma gewälzt, stoppte dann aber 300 Meter vor dem Flughafen der Grenzstadt. Bisher werden noch immer 40 Menschen nach Angaben der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) vermisst. Rund 20.000 Menschen seien obdachlos geworden.

Die Agentur hatte am Vorabend auf andauernde Erdstöße und Aschewolken hingewiesen. Die Schließung der Flughäfen der betroffenen Grenzstadt Goma sowie der Nachbarstadt Bukavu erschwerten humanitäre Hilfsmaßnahmen. Drei Dörfer und ein Vorort von Goma wurden von der Lava zerstört. Der Vulkan befindet sich im Virunga-Nationalpark, etwa 20 Kilometer nördlich der Großstadt – nahe der Grenze zu Ruanda. Der Mount Nyiragongo brach zuletzt 2002 aus. Lava zerstörte damals große Teile Gomas. Rund 250 Menschen wurden damals getötet, 120.000 obdachlos. (APA, 27.5.2021)
Teilevakuierung der Millionenstadt Goma im Kongo wegen Vulkanausbruchs
 

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#4
Island:
Epische Aufnahmen: Drohne filmt eigenen Absturz in feuerspeiendem Vulkan

Für das Video opferte ein Youtuber seine FPV-Drohne des chinesischen Unternehmens DJI:


Foto: Screenshot/Youtube/Joey Helms

Der Youtuber Joey Helms hat seine DJI-Drohne für beeindruckende Videoaufnahmen des isländischen Vulkans Fagradalsfjall geopfert. Dabei ist das Surren der Rotoren des Fluggeräts zu hören, während es immer näher an eine Lavafontäne heranfliegt –und schlussendlich mitten in diese hineinstürzt. Der Beitrag des Filmemachers mit derzeit knapp 37.000 Abonnenten hat derzeit bereits mehr als 770.000 Aufrufe und macht auf allen möglichen sozialen Medien die Runde.
(red, 3.6.2021)


Epische Aufnahmen: Drohne filmt eigenen Absturz in feuerspeiendem Vulkan
 

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#5
Supervulkane, ein Schrecken (fast) ohne Ende
Forscher konnten nachweisen, dass Supervulkane selbst Jahrtausende nach ihrem Ausbruch aktiv und gefährlich bleiben

Supervulkane sind länger aktiv als man bisher angenommen hatte.
Foto: imago images/Cavan Images

Wenn es um globale Katastrophen geht, stehen Supervulkane schweren kosmischen Einschlägen in nichts nach. Auch unter Europas Süden lauert eine solche Gefahrenquelle. Der jüngste von vier Ausbrüchen des Toba auf der indonesischen Insel Sumatra könnte vor 75.000 Jahren sogar die Ausbreitung des Menschen eingeschränkt haben. Auch wenn diese Theorie in der Fachwelt noch diskutiert wird – klar ist, dass ein solcher enormer Ausbruch weltweite und langfristige Auswirkungen hat.

Bisher hatte man angenommen, dass sich die Biosphäre jedoch innerhalb von Jahrzehnten bis Jahrhunderten von den Folgen solcher Supereruptionen erholte. Ein internationales Forscherteam konnte aber nun am Beispiel des Toba nachweisen, dass Supervulkane selbst tausende Jahre nach ihrem Ausbruch aktiv und gefährlich bleiben.

Riesiger Caldera-See
Supervulkan-Eruptionen fördern sehr große Mengen Magma an die Erdoberfläche. Dabei bricht die Erdkruste über der sich entleerenden Magmenkammer ein, sodass sich ein oft wassergefüllter Kessel – eine sogenannte Caldera – bildet. Im Fall des Toba-Vulkans ist der Caldera-See etwa 100 Kilometer lang, 30 Kilometer breit und bis zu 500 Meter tief. "Diese Ausmaße belegen die ungeheure Zerstörungskraft derartiger vulkanischer Explosionen", erläutert Axel Schmitt von der Universität Heidelberg, der die Arbeitsgruppe für Isotopengeologie und Petrologie am Institut für Geowissenschaften leitet.


Der Toba-See in Sumatra füllt eine vulkanische Caldera, die nach einer gewaltigen Explosion vor 75.000 Jahren zurückblieb. Er gilt als größter Kratersee der Erde.
Foto: Adonara Mucek

Durch die Freisetzung von vulkanischem Staub und Gasen kann sich zudem das Erdklima verändern – es kommt zu einem sogenannten vulkanischen Winter, der mit weiträumiger Nahrungsknappheit und Massensterben einhergehen kann. Wann und wie sich die großen Magmamengen, die bei einer Supereruption gefördert werden, ansammelten und in welcher Form das Magma vor und nach einem Ausbruch vorlag, sind daher wichtige Fragen in der Vulkanforschung.

Für Jahrtausende aktiv
Um diesen Fragen nachzugehen, untersuchten die Wissenschafter die Minerale Feldspat und Zirkon in Lavagestein, das nach dem Toba-Superausbruch im Innern der Caldera austrat. Anhand von radiometrischen Datierungen, die mit der Heidelberger Ionensonde – einem räumlich besonders hochauflösenden Massenspektrometer – durchgeführt wurden, gelang es, das Alter von Zirkonkristallen im Gestein zu bestimmen.

Der im Fachjournal "Communications Earth & Environment" veröffentlichten Studie zufolge blieb der Toba-Vulkan auch 5.000 bis 13.000 Jahre nach seinem Ausbruch aktiv und somit zumindest für seine nähere Umgebung gefährlich. Weitere Messungen ergaben außerdem, dass dieses Magma vergleichsweise kalt und in einem nahezu festen, gesteinsartigen Zustand an die Oberfläche gelangte.


Falschfarbenaufnahme des Toba-Sees vom All aus gesehen.
Foto: Nasa

Nach Angaben der Forscher wird dieses Phänomen häufig in Kratern von Schichtvulkanen beobachtet, war in dieser Dimension bislang jedoch unbekannt. "Nach dem Toba-Ausbruch hat sich der abgekühlte Rand des zurückgebliebenen Magmas wie ein Schildkrötenpanzer aufgewölbt", beschreibt Schmitt diesen neu entdeckten Vorgang.

Umdenken beim Gefährdungspotential
"Wir müssen unser Verständnis von Vulkanen diesbezüglich anpassen", betont Shanaka de Silva von der Oregon State University (USA). "Um eine vulkanische Eruption vorherzusagen, versuchen wir normalerweise anhand von geophysikalischen Methoden zu bestimmen, ob sich unterirdisch geschmolzenes Gestein angesammelt hat. Unsere Studie zeigt, dass Vulkane auch ausbrechen können, wenn das Magma direkt unter dem Vulkan fest ist. Das bedeutet, dass wir unsere Überwachungs- und Frühwarnsysteme für aktive Vulkane anpassen und auch ihr Gefährdungspotential anders bewerten müssen." (red, 7.9.2021)

Studie
Communications Earth & Environment: "Resurgence initiation and subsolidus eruption of cold carapace of warm magma at Toba Caldera, Sumatra."

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Supervulkane, ein Schrecken (fast) ohne Ende
 

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#6
Kanaren: Vulkanausbruch auf Ferieninsel La Palma
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Erstmals seit 50 Jahren ist auf der Ferieninsel La Palma im Bereich der Cumbre Vieja ein Vulkan ausgebrochen. Der Vulkan im Süden der Kanareninsel spuckte am Sonntag Lava und Asche aus, über ihm war eine hohe Rauchsäule zu sehen. Die örtlichen Behörden riefen die Bevölkerung zu „extremer Vorsicht“ auf und leiteten die Evakuierung der Umgebung ein.
Online seit heute, 20.10 Uhr (Update: 22.44 Uhr)
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Spaniens Regierungschef Pedro Sanchez brach zu den Kanaren auf, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Der Ausbruch habe in dem Gebiet Cabeza de Vaca in El Paso begonnen, teilten die örtlichen Behörden im Onlinedienst Twitter mit.

„Die Bevölkerung wird aufgerufen, extreme Vorsicht walten zu lassen und der Eruptionszone fernzubleiben“, erklärte die Regionalregierung. Jedes „unnötige Risiko“ solle vermieden werden. Die Evakuierung der nächstgelegenen Gebiete habe bereits begonnen, sie sei für mehr als tausend Menschen verpflichtend. Für die Betroffenen wurden Notunterkünfte geöffnet.

APA/AFP/Desiree Martin
Zum ersten Mal seit 50 Jahren ist auf La Palma ein Vulkan ausgebrochen

Rettungskräfte mit Hubschrauber nach La Palma
Der Regionalpräsident der Kanaren, Angel Victor Torres, erklärte, es sei ein „Glück“, dass sich der Ausbruch in einem dünn besiedelten Gebiet ereignet habe. Bereits ein paar Stunden vor dem Vulkanausbruch wurden Menschen mit eingeschränkter Mobilität aus den nächstgelegenen Orten fortgebracht. Auf ganz La Palma leben gut 80.000 Menschen.

Reuters/Borja Suarez
Die ersten Evakuierungen fanden Sonntagnachmittag statt

Spaniens Regierungschef Sanchez kündigte an, wegen des Ausbruchs seine Reise zur UNO-Generaldebatte in New York zu verschieben und sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. „Alle Einsatzkräfte stehen bereit, um koordiniert zu reagieren“, schrieb er auf Twitter. Das Innenministerium gab an, mehr als 200 Einsatzkräfte würden per Hubschrauber nach La Palma gebracht.

Im Fernsehen war ein Lavastrom zu sehen, der sich vom Vulkan aus langsam bergab Richtung Küste schob. Er querte eine Straße und schloss zumindest ein Haus ein. Die Feuerwehr bekämpfte Buschbrände, die durch den Vulkanausbruch ausgelöst worden waren. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Der Ausbruch sei bisher nicht besonders explosiv.

Höchste Alarmstufe bereits am Mittwoch
Der Ausbruch hatte sich in den vergangenen Tagen durch rund 6.600 kleine und mittlere Erdbeben und eine leichte Anhebung des Erdbodens angekündigt. Die Behörden hatten die Menschen in der Nähe des Vulkangebiets aufgerufen, leichtes Gepäck mit ihrem Handy, wichtigen Dokumenten und eventuell benötigten Medikamenten vorzubereiten.

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OpenStreetMap

Seit Samstag vergangener Woche wurden in der Region tausende Erdbeben von einer Stärke von bis zu 4,0 registriert. Der Boden in der Umgebung des Vulkans hob sich um rund zehn Zentimeter an. Die heftigen Erschütterungen hingen mit der Verschiebung von nahezu elf Millionen Kubikmetern Magma im Innern des Vulkan zusammen, hatte das Vulkanologische Institut der Kanaren dazu am Mittwoch mitgeteilt. Die Kanaren, zu denen auch die beliebten Ferieninseln Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote gehören, sind vulkanischen Ursprungs.

Auf der im Nordwesten der Kanaren gelegenen kleinen Insel hatte es zuletzt vor 50 Jahren einen Vulkanausbruch gegeben, als der Teneguia 1971 Lava in die Luft schleuderte. Massentourismus wie auf den bekannteren Inseln Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote und Teneriffa gibt es auf La Palma nicht.
19.09.2021, red, ORF.at/Agenturen
Spanien: Vulkanausbruch auf Ferieninsel La Palma
 

josef

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#7
Update zum Ausbruch des Vulkans Cumbre Vieja auf La Palma:

„Lava zerstört Häuser wie Butter“
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Die Lava des Vulkans Cumbre Vieja auf La Palma hat nach Angaben der Regionalregierung viele Häuser auf der spanischen Kanareninsel zerstört. Die Lava habe etliche Wohnhäuser erfasst, sagte eine Sprecherin der Regionalregierung am Montag.

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Allein im Dorf El Paso wurden nach Angaben des Bürgermeisters mindestens 20 Häuser zerstört. „Die Lava zerstört die Häuser wie Butter“, schilderte eine Frau die Zustände im spanischen Fernsehsender RTVE. Die Frau in mittleren Jahren betrieb ein kleines Hotel auf der zu Spanien gehörenden Ferieninsel La Palma. Ihr Hotel ist eines der zerstörten Häuser.

„Wenn die Lava ein Haus erreicht, ist in Sekunden nichts mehr übrig, nur noch eine schwarze Masse“, so die sichtlich erschütterte Frau. Wie etwa 5.000 weitere Menschen in der Region im Süden der kleinen Kanareninsel musste sie vor dem Vulkanausbruch flüchten. Bei 500 von ihnen habe es sich um Touristen gehandelt, unter ihnen zwei Österreicher.

Reuters/Borja Suarez
Erstmals seit 50 Jahren speit der Vulkan auf La Palma Lava

Alarmstufe Rot ausgerufen
Der Vulkan war am Sonntag um 15.12 Uhr Ortszeit (16.12 Uhr MESZ) mit heftigen Explosionen zum Leben erwacht. Die Behörden riefen die Alarmstufe Rot des Vulkannotfallplanes aus und begannen mit Evakuierungen. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez sagte eine geplante USA-Reise ab und traf am Sonntagabend auf La Palma ein. Er sicherte den Betroffenen schnelle und unbürokratische Hilfe zu.
Die Feuerwehr musste immer wieder ausrücken, um Busch- und Waldbrände zu bekämpfen, die durch den Vulkanausbruch und am Rande der Lavaströme aufflammten. Einheiten der Polizei und des Militärs trafen am Montag zur Verstärkung auf der Insel ein.

Warnung vor schädlichen Gasen
Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Der Ausbruch sei bisher nicht sehr intensiv. Es wurde jedoch vor der schwarzen Asche aus dem Vulkan und vor eventuell gesundheitsschädlichen Gasen gewarnt. Die Menschen auf der Insel mit 83.000 Einwohnern sollten möglichst ihre Häuser nicht verlassen. Schaulustige wurden aufgefordert, die Gegend zu verlassen, um die Evakuierungen nicht zu behindern.
Aus acht verschiedenen Schloten schleudert der Vulkan Asche, Gesteinsbrocken und Lava in die Höhe. Vor allem nachts waren schaurig-schöne Bilder von Feuerfontänen zu sehen, die Hunderte Meter hoch in den Himmel schossen. Der Flugverkehr zu der Insel wurde aber zunächst nicht eingestellt.

Reuters/Borja Suarez
Die Häuser, die der Lavastrom erreicht, sind binnen kürzester Zeit zerstört

Empörung über Idee von Tourismusministerin
Für Empörung sorgte am Montag Spaniens Tourismusministerin Maria Maroto, die vorschlug, den Vulkanausbruch zur Touristenattraktion zu machen. Von dem „wunderbaren Naturspektakel“, welches La Palma „beschert“ worden sei, könnten „zahlreiche Touristen profitieren“, sagte die sozialistische Politikerin im Radiosender Canal Sur. Insbesondere konservative Parteien kritisierten den Vorschlag scharf. Maroto sah sich gezwungen, ihre Äußerungen später abzuschwächen und erklärte: „Heute stehen wir an der Seite der Betroffenen, der Opfer.“

Die um die 1.000 Grad heiße Lava wälzt sich seit Sonntag wie ein riesiger Lindwurm langsam, aber unaufhaltsam bergab in Richtung der Westküste der Insel – 700 Meter pro Stunde. Alles in ihrem Weg verbrennt: Bäume, Buschland, Bananenplantagen, Felder, Straßen, Stromleitungen und bisher auch schon Dutzende Häuser. In dem Ort Los Llanos de Aridane seien etwa 150 Wohnungen in Mitleidenschaft gezogen worden.

Reuters/Borja Suarez

Letzter Ausbruch vor 50 Jahren
Verletzt wurde bisher niemand – denn die Insel vulkanischen Ursprungs, auf der es zuletzt 1971 einen Ausbruch gab, war vorbereitet. Tausende kleine Erdbeben während der vergangenen Tage waren für die Vulkanologen ein relativ sicherer Hinweis auf das, was kommen würde. Die Menschen wurden aufgefordert, leichtes Fluchtgepäck vorzubereiten und erhielten Informationen, wo sie sich im Falle einer Evakuierung sammeln sollten. Ältere und Behinderte waren schon kurz vor dem Ausbruch in Sicherheit gebracht worden.

Insgesamt 17 bis 20 Millionen Kubikmeter Magma könnten sich unter dem Vulkan gestaut haben, berichtete RTVE unter Berufung auf den Regionalregierungschef der Kanaren, Angel Victor Torres. Vulkanologe Stavros Meletlidis warnte, die Natur sei unberechenbar. „Wir haben nur sehr simple Modelle von den extrem komplizierten Vorgängen unter unseren Füßen“, sagte er im Fernsehen. Wie lange der Ausbruch dauern könne? „Wir wissen es nicht. Es gibt Ausbrüche, die nach neun Tagen enden, und welche, die Jahre dauern.“

La Palma liegt ganz im Nordwesten der Kanaren, einer Inselgruppe im Atlantik vor der Westküste Afrikas. Sie ist 85 Kilometer von der nächstgelegenen größeren und auch bei deutschen Touristen sehr beliebten Insel Teneriffa und 57 Kilometer von La Gomera entfernt. Massentourismus wie auf den bekannteren Kanareninseln Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote gibt es auf La Palma nicht.
21.09.2021, red, ORF.at/Agenturen

Vulkan auf La Palma: „Lava zerstört Häuser wie Butter“
 

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#8
LAVA ERGIESST SICH INS MEER
Warnung vor giftigen Gasen auf La Palma
Eine gute Woche nach dem Vulkanausbruch auf der spanischen Kanareninsel La Palma ergießen sich die um die 1.000 Grad heißen Lavaströme ins Meer. „Die Lava hat das Meer erreicht“, twitterte das Spanische Institut für Meereskunde Mittwochfrüh und veröffentlichte von einem seiner Schiffe aus aufgenommene Fotos. Befürchtet wurde, dass sich bei dem Kontakt der Lava mit dem salzigen Meerwasser giftige, mit Salzsäure versetzte Gase bilden könnten.
Online seit heute, 12.01 Uhr
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Deswegen war bereits zuvor eine Ausgangssperre für vier Ortsteile mit insgesamt etwa 300 Bewohnern aufrechterhalten worden. Auch Explosionen glühender Lavabrocken und kochend heiße Flutwellen sind möglich. Auf den vom Institut für Meereskunde veröffentlichten Bildern ist zu sehen, wie sich die orange glühende Masse wasserfallartig über Klippen in den schwarzen Atlantik ergießt und dabei Rauch und Dampfschwaden aufsteigen.

Das Vulkanologische Institut mahnte die Bewohner der 85.000-Einwohner-Insel zur Vorsicht. Die kanarische Sicherheitsbehörde twitterte wegen der Gase: „Wenn Sie draußen sind, suchen Sie sich einen sicheren Ort, um Zuflucht zu suchen. Das Einatmen oder der Kontakt mit ätzenden Gasen oder Flüssigkeiten kann Haut, Augen und Atemwege reizen und Atembeschwerden verursachen, insbesondere bei Menschen mit bereits vorhandenen Erkrankungen der Atemwege.“

Fotostrecke
AP/Saul Santos
Die Lava des Vulkans erreicht das Meer
AP/Saul Santos
Die strömende Lava vernichtet alles, was ihr im Weg ist

Reuters/Borja Suarez
Bei Kontakt mit dem Meerwasser steigen gigantische – auch giftige – Wolken auf

AP/Luismi Ortiz
Wissenschaftler messen die Gaswerte

Reuters/Jon Nazca
Ein Blick auf die Lavaströme aus einem Küchenfenster

Reuters/Jon Nazca
Der Ausbruch des Vulkans und die strömende Lava sind weithin sichtbar

Reuters/Borja Suarez
Tagsüber sind die Gaswolken weithin sichtbar

Lava stürzte 100 Meter über Klippe
Laut der Seenotrettung fließt die Lava seit Mitternacht (MESZ) ins Meer. Es wehe ein Südwind. Das Institut für Meereskunde twitterte weiter, man könne das Vordringen der Lava bis zum Fuß der Klippe sehen. Das zeigt auch ein im Internet veröffentlichtes Video, etwa auch des Vulkanologischen Instituts. Wo die Lava auf das Wasser trifft, scheint es zu Explosionen zu kommen. Die Zeitung „La Vanguardia“ berichtete, es habe sich, nachdem Lava und Gestein ins Meer gestürzt seien, eine 50 Meter hohe Pyramide aufgetürmt.

Zuvor sei der Lavastrom in der Nähe der Gemeinde Tazacorte eine etwa 100 Meter hohe Klippe herabgestürzt. Die Lava hatte auf ihrem unaufhaltsamen Weg Richtung Meer zuvor bereits Bananenplantagen und große Gewächshäuser nahe der Küste zerstört. Deren Plastikplanen und dort gelagerter Kunstdünger fingen Feuer. Da auch dabei giftige Dämpfe freigesetzt wurden, mussten einige Menschen nahe gelegene Häuser verlassen, berichtete die Zeitung „La Vanguardia“.

Reuters/Alfonso Escalero/Ilovetheworld
Das „Wunderhaus“ vor der Zerstörung durch die Lava

„Wunderhaus“ doch von Lava zerstört
Das „Wunderhaus“ wurde nun doch ein Raub der Lava. Das kleine Häuschen war berühmt geworden, weil es inmitten einer glühend heißen Lavawüste zunächst unbeschadet geblieben war, während Hunderte andere Bauten rundherum zerstört worden waren. Wie auf Bildern und Videos zu sehen war, floss der Lavastrom tagelang um das kleine Gebäude in der Ortschaft El Paraiso herum. Dann aber war es plötzlich verschwunden, verbrannt und unter Lava begraben wie etwa 600 weitere Gebäude auf der spanischen Kanareninsel.

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Copernicus EMS/ORF.at/Sentinel Hub/OpenStreetMap

Das im kanarischen Stil erbaute Einfamilienhaus gehörte Rainer Cocq und seiner Frau Inge Bergedorf, einem Pensionistenpaar aus Dänemark, wie die spanische Zeitung „El Mundo“ berichtete. Die beiden hätten die Insel seit Ausbruch der CoV-Pandemie nicht mehr besucht. „Alles ist zerstört. Wir haben alles auf unserer geliebten Insel verloren. Es ist sehr traurig. Inge und ich sind sehr erschüttert“, zitierte die Zeitung Cocq am Dienstag.

Schäden auf mehrere hundert Millionen geschätzt
Die Vulkaninsel wurde am Dienstag zum Katastrophengebiet erklärt. Bisher wurden fast 600 Gebäude von der glühend heißen Masse zerstört. Die Zahl der Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, sank leicht auf 5.600, nachdem einige Bewohner zurückkehren durften. Die Schäden belaufen sich Schätzungen der Regionalregierung zufolge auf mehrere hundert Millionen Euro.

Der Regionalpräsident der Kanaren, Angel Victor Torres, bezifferte die Schadenssumme durch die Zerstörung von Land und Gebäuden in der vergangenen Woche auf mehr als 400 Millionen Euro. Am Dienstag gab die spanische Regierung Hilfsgelder in der Höhe von 10,5 Millionen Euro für die von dem Vulkanausbruch Betroffenen frei.

Der Vulkan in dem Höhenzug Cumbre Vieja im Süden der Insel vor der Westküste Afrikas war am 19. September erstmals seit 50 Jahren wieder ausgebrochen. Wie lange er aktiv bleiben wird, können auch Vulkanologen nicht sagen. Es könne Wochen oder auch Monate dauern.
red, ORF.at/Agenturen
29.09.2021,

Links:
Lava ergießt sich ins Meer: Warnung vor giftigen Gasen auf La Palma
 
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