Die Ruine dieses römischen Landhauses ist eines der letzten sichtbaren geschichtlicher Vergangenheit im Raume Bad Wimsbach - Neydharting uns soll darüber hinaus an eine ausgedehnte Siedlungstätigkeit dieser Epoche erinnern.
Jahrzehnte hindurch berichteten uralte Erzählungen von einer versunkenen Stadt an dieser Stelle, traten doch immer wieder Reste alter Mauersteine oder gar Teile von verwunderlichen, unbekannten Gefäßen aus der Erde.
Blickt man jedoch einige Jahrzehnte vor das Jahr 1900 zurück – es war die Zeit als man den Steinbruch am gegenüber liegenden Hang für die Flussverbauung eröffnete – müsste sich eigentlich die Sage zur Wirklichkeit gewandelt haben. Doch die Sprengungen wurden ja meterdicke Mauerzüge und Kellerräume freigelegt. Es sollte aber noch lange Zeit verstreichen, ehe man den Versuch zu einer wissenschaftlichen Ergründung unternahm.
1950/51 begann Dr. Vetters im Vertrag des Bundesdenkmalamtes mit den ersten Grabungen – mit dem Resultat, dass dieses Gebäude samt Nebenanlage im 1. Jahrhundert n. Chr. Errichtet wurde, aber während der Markomannen Kriege (166-180) einer Zerstörung anheimfiel.
Nachdem durch die Siege Marc Aurels wieder Friede eingezogen war, wurde der Bau nach Planierung der Brandschicht und des Schuttes neu aufgeführt. Er bestand dann in etwa gleicher Gestalt bis 4. Jahrhundert.
Um jedoch den umstrittenen Zweck dieses Gebäudes innerhalb der gesamten Siedlung zu klären, wurde Prof. Dr. Beninger 1961 mit einer nochmaligen Grabung begonnen, die sich auch auf die obenliegende Fläche des gegenüber befindlichen Hanges erstreckte. Dabei wurde schon bei den ersten Versuchsgrabungen eine Fülle von Mauerzügen freigelegt, welche den Beweis erbringen sollten, dass sich die bedeutende Hauptsiedlung an diesem Platz befunden haben musste. Verschiedene Umstände ließen jedoch eine weitere Grabung nicht zu.
Wenn aber auch die „Villa Rustica“ den Erkenntnissen nach nur ein unbedeutender Teil gewesen sein mag, so müssen wir doch die hochstehende Wohnkultur der Römer bewundern. Durch eine ausgeklügelte Heizanlage (Präfumium) einfachsten Art wurde unter dem gewölbten Fußboden und durch in die Wände eigelassenen Hohlziegel (Tubuli) Heißluft geführt und somit der Raum erwärmt. Aufgefundene Bleirohre in die Küche führend ließen den Schluss auf eine Wasserleitung zu. Wenn wir also heute unbedingt auf die Errungenschaften neuzeitlicher Kultur stolz sein möchten, sollten wir ein wenig Bescheidenheit einfließen lassen: die alten Römer waren uns damit schon um Jahrtausende voraus.
Quelle: Bildtafel
Jahrzehnte hindurch berichteten uralte Erzählungen von einer versunkenen Stadt an dieser Stelle, traten doch immer wieder Reste alter Mauersteine oder gar Teile von verwunderlichen, unbekannten Gefäßen aus der Erde.
Blickt man jedoch einige Jahrzehnte vor das Jahr 1900 zurück – es war die Zeit als man den Steinbruch am gegenüber liegenden Hang für die Flussverbauung eröffnete – müsste sich eigentlich die Sage zur Wirklichkeit gewandelt haben. Doch die Sprengungen wurden ja meterdicke Mauerzüge und Kellerräume freigelegt. Es sollte aber noch lange Zeit verstreichen, ehe man den Versuch zu einer wissenschaftlichen Ergründung unternahm.
1950/51 begann Dr. Vetters im Vertrag des Bundesdenkmalamtes mit den ersten Grabungen – mit dem Resultat, dass dieses Gebäude samt Nebenanlage im 1. Jahrhundert n. Chr. Errichtet wurde, aber während der Markomannen Kriege (166-180) einer Zerstörung anheimfiel.
Nachdem durch die Siege Marc Aurels wieder Friede eingezogen war, wurde der Bau nach Planierung der Brandschicht und des Schuttes neu aufgeführt. Er bestand dann in etwa gleicher Gestalt bis 4. Jahrhundert.
Um jedoch den umstrittenen Zweck dieses Gebäudes innerhalb der gesamten Siedlung zu klären, wurde Prof. Dr. Beninger 1961 mit einer nochmaligen Grabung begonnen, die sich auch auf die obenliegende Fläche des gegenüber befindlichen Hanges erstreckte. Dabei wurde schon bei den ersten Versuchsgrabungen eine Fülle von Mauerzügen freigelegt, welche den Beweis erbringen sollten, dass sich die bedeutende Hauptsiedlung an diesem Platz befunden haben musste. Verschiedene Umstände ließen jedoch eine weitere Grabung nicht zu.
Wenn aber auch die „Villa Rustica“ den Erkenntnissen nach nur ein unbedeutender Teil gewesen sein mag, so müssen wir doch die hochstehende Wohnkultur der Römer bewundern. Durch eine ausgeklügelte Heizanlage (Präfumium) einfachsten Art wurde unter dem gewölbten Fußboden und durch in die Wände eigelassenen Hohlziegel (Tubuli) Heißluft geführt und somit der Raum erwärmt. Aufgefundene Bleirohre in die Küche führend ließen den Schluss auf eine Wasserleitung zu. Wenn wir also heute unbedingt auf die Errungenschaften neuzeitlicher Kultur stolz sein möchten, sollten wir ein wenig Bescheidenheit einfließen lassen: die alten Römer waren uns damit schon um Jahrtausende voraus.
Quelle: Bildtafel





