Schon die Römer bevorzugten das „lebendige“, in Quellen zutage tretende Fließwasser. Sie holten es mit präzisem Gefälle über weite Strecken. Ihre oft kunstvoll gemauerten Kanäle bildeten auch in Carnuntum ein verzweigtes Netz von Frisch- und Abwasserleitungen. Die Anwendung neuer naturwissenschaftlicher Messmethoden mit digitaler Datenverarbeitung hat in letzter Zeit neue Erkenntnisse gebracht, trotzdem ist unser Wissen über das Carnuntiner Wassernetz und seine Grundlagen noch immer sehr lückenhaft.
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Es besteht zum Gutteil aus punktuellen Zufallsfunden, die oft nur spärlich oder gar nicht dokumentiert sind, oder überhaupt nur aus mündlich überlieferten Informationen – meist noch durch Legenden und Sagen entstellt.
Groller hätte erfahren, dass es in Petronell mehrere „Bründln“ gibt, die aus römischen Wasserleitungen gespeist werden: zB die noch heute wasserführende Leitung im Tiergarten, die von der Gutsherrschaft zur Versorgung der Baumschule adaptiert worden war. Der Kanal war geöffnet und mit einem Stufenabgang versehen worden. Das Gebiet entlang der Donau zur Zone mit den reichsten Grundwasseraufkommen in Österreich.
Eine weitere Leitung soll am Amphitheaters vorbei in Richtung Nord-Ost. Außer diesen bekannten antiken Leitungen dürfte hier auch die große Fernleitung ihren Ursprung haben, die vermutlich entlang des Scharndorfer Weges ostwärts geradewegs zum so genannten „Heidebrunnen“ führt. Es dürfte jener Strang sein, der auf einem alten Luftbild undeutlich zu erahnen ist.
Es ist eine wissenschaftliche Sensation, die in Petronell-Carnuntum freigelegt wurde: Vergleichbar ist in Europa nur die Eiffelwasserleitung, die das antike Köln mit Wasser versorgte.
In Petronell-Carnuntum wurde nun eine unterirdische Wasserleitung freigelegt, die in der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts errichtet worden war, um die römische Zivilstadt Carnuntum mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.
Bild 2
Ab 2020 soll die neue EVN-Naturfilteranlage beim Brunnenfeld Petronell zahlreiche Gemeinden der Region mit weichem Wasser versorgen. Da bei den Grabungen für das dazugehörige Leitungsprojekt der EVN-Tochter EVN Wasser die Entdeckung archäologischer Funde vermutet wurde, wurden Experten der Denkmalbehörde, des Landes NÖ-Kulturabteilung und der Römerstadt Carnuntum mit einbezogen. Dabei wurde die römische Wasserleitung freigelegt, die nach über fast 2.000 Jahren immer noch Wasser in den Tiergarten von Schloss Petronell befördert.
„Die freigelegte Wasserleitung ist ein Produkt höchster Ingenieurskunst, denn auf einer Länge von 14 Kilometern musste das Gefälle von durchschnittlich zwei Promille genau ausgerechnet sein, das erforderte Präzisionsarbeit“
Bild 3
Die Existenz der römischen Wasserleitung ist seit mehr als hundert Jahren bekannt. Noch heute ist sie funktionstüchtig und versorgt den Teich des Tiergartens Petronell mit Wasser. Nun ist sie freigelegt, dokumentiert und gesichert worden.
Der Bau wurde vermutlich innerhalb von zwei Jahren von Pionieren durchgeführt, die um 150 nach Christus in der Zivilstadt stationiert waren.
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Es besteht zum Gutteil aus punktuellen Zufallsfunden, die oft nur spärlich oder gar nicht dokumentiert sind, oder überhaupt nur aus mündlich überlieferten Informationen – meist noch durch Legenden und Sagen entstellt.
Groller hätte erfahren, dass es in Petronell mehrere „Bründln“ gibt, die aus römischen Wasserleitungen gespeist werden: zB die noch heute wasserführende Leitung im Tiergarten, die von der Gutsherrschaft zur Versorgung der Baumschule adaptiert worden war. Der Kanal war geöffnet und mit einem Stufenabgang versehen worden. Das Gebiet entlang der Donau zur Zone mit den reichsten Grundwasseraufkommen in Österreich.
Eine weitere Leitung soll am Amphitheaters vorbei in Richtung Nord-Ost. Außer diesen bekannten antiken Leitungen dürfte hier auch die große Fernleitung ihren Ursprung haben, die vermutlich entlang des Scharndorfer Weges ostwärts geradewegs zum so genannten „Heidebrunnen“ führt. Es dürfte jener Strang sein, der auf einem alten Luftbild undeutlich zu erahnen ist.
Es ist eine wissenschaftliche Sensation, die in Petronell-Carnuntum freigelegt wurde: Vergleichbar ist in Europa nur die Eiffelwasserleitung, die das antike Köln mit Wasser versorgte.
In Petronell-Carnuntum wurde nun eine unterirdische Wasserleitung freigelegt, die in der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts errichtet worden war, um die römische Zivilstadt Carnuntum mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.
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Ab 2020 soll die neue EVN-Naturfilteranlage beim Brunnenfeld Petronell zahlreiche Gemeinden der Region mit weichem Wasser versorgen. Da bei den Grabungen für das dazugehörige Leitungsprojekt der EVN-Tochter EVN Wasser die Entdeckung archäologischer Funde vermutet wurde, wurden Experten der Denkmalbehörde, des Landes NÖ-Kulturabteilung und der Römerstadt Carnuntum mit einbezogen. Dabei wurde die römische Wasserleitung freigelegt, die nach über fast 2.000 Jahren immer noch Wasser in den Tiergarten von Schloss Petronell befördert.
„Die freigelegte Wasserleitung ist ein Produkt höchster Ingenieurskunst, denn auf einer Länge von 14 Kilometern musste das Gefälle von durchschnittlich zwei Promille genau ausgerechnet sein, das erforderte Präzisionsarbeit“
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Die Existenz der römischen Wasserleitung ist seit mehr als hundert Jahren bekannt. Noch heute ist sie funktionstüchtig und versorgt den Teich des Tiergartens Petronell mit Wasser. Nun ist sie freigelegt, dokumentiert und gesichert worden.
Der Bau wurde vermutlich innerhalb von zwei Jahren von Pionieren durchgeführt, die um 150 nach Christus in der Zivilstadt stationiert waren.
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