Prototyp eines fahrerlosen Outdoor-Gabelstaplers

josef

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Fahrerloser Gabelstapler für jede Witterung
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Am Austrian Institute of Technology (AIT) in Seibersdorf (Bezirk Baden) wurde der Prototyp eines fahrerlosen Outdoor-Gabelstaplers vorgestellt. Das Gerät soll im Gelände und bei jeder Witterung Waren befördern können. Jobs könne er aber nicht ersetzen, heißt es.
Online seit heute, 19.22 Uhr
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Auf dem Testgelände des AIT in Seibersdorf lädt der fahrerlose Gabelstapler nahezu stoisch Paletten von einem Lkw und transportiert sie zum vorgesehenen Lagerplatz. Es ist einer der letzten Testläufe des neuen autonomen Gabelstaplers, der von zwei Zentren des AIT entwickelt wurde. Vier Jahre Forschung und rund eine halbe Million Euro stecken in diesem Prototypen.

Während autonome Indoor-Gabelstapler bereits bereits langsam die Logistikzentren erobern, ist autonomes Fahren im Außenbereich technisch noch eine Herausforderung. „Dieser Gabelstapler ist gedacht, dass er dort fährt, wo andere Gabelstapler nicht fahren“, erklärt Markus Murschitz vom AIT. „Auf unwegsamem Gelände, in einer Umgebung, die rau ist, die Staub hat, wo es regnet, wo es schneit, wo es Eis gibt.“

Fade und unbequeme Arbeit wird ersetzt
Der Offroader scannt die Umgebung mit einem Laserscanner und einer Stereo-3D-Kamera und errechnet dabei selbstständig eine Karte des Terrains. Satellitendaten unterstützen den Gabelstapler dabei. Die Paletten kann die Maschine mithilfe von Künstlicher Intelligenz erkennen und aufladen. Bei Hindernissen, wie Kindern, leitet sie automatisch Notbremsungen ein.

Am AIT ist man überzeugt, dass autonome Gabelstapler dort eingesetzt werden könnten, wo Logistikarbeiten eintönig oder gefährlich sind. „Der Benutzer muss nicht mehr im dreckigen, gefährlichen Umfeld sein, sondern kann in einem sicheren Büro sitzen“, erklärt AIT-Experte Patrik Zips. Auch in Krisengebieten könnte ein autonomes Fahrzeug eingesetzt werden, heißt es.

„Autonome Gabelstapler können einfache und repetitive Arbeiten übernehmen und deswegen wird das effizienter sein“, ist die Forscherin Setareh Zafari überzeugt. Ein Gabelstaplerfahrer könne in Zukunft in einem Kontrollraum mehrere autonome Gabelstapler gleichzeitig überwachen.

ORF/Tobias Mayr
Noch sind autonome Stapler wartungsintensiv. Bis autonome Logistiklösungen serienreif sind, werde es noch dauern, heißt es

Autonome Flotte in ferner Zukunft
Ebenso ist eine Überwachung derzeit noch wichtig, denn die autonomen Stapler sind teilweise noch überfordert mit ihren Aufgaben. Fehler kommen immer wieder vor, auch noch während der finalen Testläufe. „Wir rechnen nicht damit, dass in näherer Zukunft eine Stapler-Flotte im Außenbereich autonom fahren kann“, meint Zips: „Wir rechnen damit, dass es ein Flottenmanagementsystem gibt, das die Stapler zwar verwaltet, ihnen Aufträge gibt, aber dass es immer einen Benutzer geben wird, der den Betrieb überwacht und dann eingreifen kann, falls ein Stapler ein Problem hat.“

Die Jobs der Staplerfahrerinnen und -fahrer seien deshalb vorerst nicht in Gefahr, sagt auch Zafari, weil die Stapler nicht aus den Augen gelassen werden dürfen. Wann der Gabelstapler aus der Entwicklung des AIT in Seibersdorf in Serie gehen wird, ist noch unklar. Man werde es sicher noch erleben, sagt Muschitz, aber es werde noch einige Jahre dauern.
13.05.2024, Tobias Mayr, noe.ORF.at
Fahrerloser Gabelstapler für jede Witterung
 
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