ORF-Berichte über außergewöhnliche, mystische und historische Orte sowie Bauwerke in Kärnten - Teil 3

josef

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#1
Fortsetzung von Teil 1 und Teil 2:


"KENNST DU KÄRNTEN“
Die Zwillingsburgen von Leonstein
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Die Ruinen der mittelalterlichen Burg Leonstein, nordwestlich von Pörtschach, sind ein äußerst interessantes Objekt mit viel Geschichte. Für Archäologen faszinierend ist die Burg aus Sicherheitsgründen für Besucher nicht zugänglich. Durch Funde weiß man, dass es eine Zwillingsburg war.
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Im Jahr 1166 wurde die Burg erstmals in Zusammenhang mit Dietrich von Leonstein urkundlich erwähnt. Historikerin Renate Jernej: „Die Burg selber besteht aus einer Altburg, einem noch teilweise erhaltenen Bergfried, daneben eine zweigeschossige Kapelle und dann schließt sich darum noch ein weiterer Burghof an. Die Burg ist auch relativ groß und dann gibt es auch noch ein Wächterhäuschen daneben. Man kann das von außen zumindest erahnen, wie groß diese Burg ist.“

Was man heute nicht mehr sehen kann, ist, dass es keine 100 Meter entfernt neben Leonstein noch eine zweite Burg gab: „Das war die Seeburg. Auch davon wissen wir dank urkundlicher Nachrichten. 1142 wird ein Reimboto von Seeburg erwähnt. Es war eine Zwillingsburg-Anlage, die sich da über dem Wörthersee hoch über Pörtschach erstreckt hat.“
Johann Weichard von Valvasor – uploaded by Johann Jaritz
Burg und Schloss Leonstein um 1680

Heirat verband beide Burgen
Wie für die damalige Zeit üblich, kam es durch eine Heirat zur Verbindung dieser beiden Burgen: „Berthold von Seeburg heiratete Anna von Leonstein. Es hat dann eine weitere Besitzveränderung gegeben. Die Seeburg ist 1386 abgebrannt, wurde auch nicht mehr aufgebaut, sodass man heute von der Burg gar nichts mehr sehen kann.“
Allerdings gab es 1998 im Bereich dieser Seeburg archäologische Grabungen: „Da hat man feststellen können, dass die Mauern unter der Erde noch erhalten sind.“

Burgherren zogen im 16. Jahrhundert ins Tal
Während man die Seeburg nach dem Brand scheinbar aufgegeben hatte, wurde die Leonstein weiter bewohnt: „Bis hinein ins 16. Jahrhundert, dann ist es zu unbequem geworden, sich auf dem Berg niederzulassen und man ist ins Tal hinuntergezogen und hat direkt im heutigen Ort Pörtschach das Schloss Leonstein gebaut und die Burg ist dann langsam dem Verfall preisgegeben worden.“

Johann JaritzCC BY-SA 4.0
Verfallener Wohnturm von Leonstein

Während die Burgherren ins Tal zogen, übernahmen die Jesuiten den Burgberg, so Jernej: „Die Jesuiten haben dort oben das Areal besessen, diese Jesuitenherrschaft ist dann aufgelöst und in eine Studienfondsherrschaft übergeführt worden. Diese Studienfondsherrschaft ist dann schlussendlich am Beginn des 19. Jahrhunderts den Mönchen von St. Paul übergeben worden.“

Mönche errichteten erste Gloriette
Die Mönche waren dann auch die ersten, die damals eine heute noch bekannte Aussichtswarte errichtete: „Und zwar damals noch eine aus Holz gebaute Gloriette. Heutzutage steht ja da oben die um 1902 errichtete, steinerne Aussichtswarte hohe Gloriette. Von der hat man nicht nur einen wunderbaren Ausblick auf den Wörthersee, man sieht Pörtschach, Klangfurt, Velden, man kann rüberblicken auf den Pyramidenkogel, man sieht die Schlangeninsel. Aber man sieht auch eine weitere kleine Insel vor Maria Wörth gelegen, das ist die Kapuzinerinsel.“

Johann JaritzCC BY-SA 3.0
Ausblick von der Gloriette

Kapuzinerinsel mit Pfahlbauten
Von der Kapuzinerinsel weiß man zwar nicht, warum sie so heißt, aber man weiß, dass die Geschichte dieser Insel bis in die Steinzeit zurückreicht: „Wir reden jetzt von der Zeit so circa 4.000 vor Christus. Es hat kleinere Ausgrabungen gegeben, auch unter Wasser Tauchkampagnen, und da wurden unter anderem Pfahlbauten festgestellt. Aber man hat auch Keramikscherben gefunden, die in diese Zeit datieren und auch noch weitere Funde, die belegen, dass bis in keltische Zeit dort zumindest so etwas wie eine Station war für einen Fischfang, vielleicht aber auch sogar eine dauerhafte Siedlung“, so Historikerin Jernej.
26.11.2025, red, kaernten.ORF.at

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G
eschichtsverein für Kärnten
Die Zwillingsburgen von Leonstein
 

josef

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#2
"KENNST DU KÄRNTEN“
Die Geschichte hinter Villachs Kaiser-Statue
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Kaiser Joseph II., Sohn von Kaiserin Maria Theresia, regierte von 1765 bis zu seinem Tod im Jahr 1790. Im zu Ehren wurden in Kärnten einige Joseph-Denkmäler errichtet, unter anderem in Villach, wo es noch heute steht. Bis es 1888 enthüllt wurde, galt es aber, einige Hürden zu überwinden.
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Joseph II. war ein außergewöhnlicher Kaiser, der erste aus dem Hause Habsburg-Lothringen, der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war. Er galt als Reformer, der sein Volk voranbringen wollte und moderner in der Denkweise als seine Mutter Maria Theresia.

Reformen im Sozial- und Religionsbereich
Er setzte sich für die Schaffung allgemeiner Krankenhäuser ein, reformierte das Ehegesetz und auch für sein Religionsgesetz war er bekannt. Das alles und mehr hinterließ Spuren, die noch heute unter anderem in Form von Denkmälern sichtbar sind.
Das berühmteste in Kärnten steht wohl in Villach, sagte Historikerin Heidi Rogy: „Während man in Arriach und Klagenfurt Büsten von Joseph II. aufstellte, wollte man ihn in Villach mit einem Standbild würdigen. Mitte der 1880er Jahre bildete sich in Villach ein Denkmalkomitee, dem Carl Gohn vorstand.“

Mehrere Künstler arbeiteten an Denkmalgestaltung
Der Künstler Josef Messner wurde mit der Umsetzung des Denkmals beauftragt. Er hatte für Villach auch schon die Hans-Gasser-Statue erschaffen. „1886 erkrankte Josef Messner jedoch schwer und musste die Arbeit am Denkmal ruhen lassen. Es sollte ihm nicht mehr vergönnt sein, dieses zu beenden, denn er starb noch im selben Jahr“, so Rogy.

Danach wurde der Bildhauer Josef Cassin mit der Ausführung des Denkmals beauftragt, sagt Rogy: „Cassin legte dafür einen eigenen Entwurf vor. Nach diesem wäre Joseph II. in Dragoneruniform, die linke Hand zu einer gebieterischen Huldigungsgeste ausgestreckt, auf einem abgestuften Postament stehend, dargestellt worden.“

Raul de ChissotaCC BY 4.0
Die Statue am Kaiser-Josef-Platz in Villach

Das gefiel den Verantwortlichen in Villach aber nicht, man entschied sich gegen den Entwurf von Cassin. Der Bildhauer Karl Kundmann wurde mit der Ausführung des Denkmals beauftragt, der sich an den Entwurf von Josef Messner hielt. Kundmann schuf auch in Wien das Grillparzer-Denkmal gemeinsam mit Rudolf Weyr.

Festzug drohte ins Wasser zu fallen
Am 2. September 1888 wurde das Denkmal für Kaiser Joseph II. in Villach feierlich enthüllt. Laut Rogy hatte es am Vorabend bereits eine Festvorstellung im Villacher Stadttheater gegeben. Am nächsten Tag war ein großer Festumzug durch die Stadt geplant. Der Weckruf für diese Veranstaltung der Musikkapellen musste aber abgesagt werden, es regnete nämlich in Strömen.

„Am Festzug durch die Stadt hielt man aber trotz des schlechten Wetters fest. Neben Vertretern von diversen Vereinen und den Städten Klagenfurt und Villach waren auch zahlreiche Deputationen von Gemeinden aus dem ganzen Land nach Villach gekommen“, so Rogy. Auch der damalige Landeshauptmann Joseph Erwein nahm am Festzug teil.

Feierstimmung am Tag der Denkmalenthüllung
„Es folgten Festreden beim neuen Denkmal. Am Nachmittag zeigte der Himmel schließlich Einsehen und die Sonne strahlte wieder über Villach. In einigen Gastgärten der Stadt sorgten Musikkapellen für die Unterhaltung der zahlreich angereisten Festgäste“, sagte die Historikerin.
Noch heute steht am Kaiser-Josef-Platz in Villach das Denkmal des Regenten und noch an vielen weiteren Orten in ganz Österreich wird an ihn erinnert.
27.11.2025, red, kaernten.ORF.at
Die Geschichte hinter Villachs Kaiser-Statue
 

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#3
"KENNST DU KÄRNTEN“
Lange Geschichte der Jesuiten in Kärnten
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Die Jesuiten, ein katholischer Männerorden, wurden 1540 gegründet und auch vom Papst persönlich anerkannt und bestätigt. 64 Jahre nach der Gründung ließen sich die Jesuiten auch in Klagenfurt nieder. Die Jesuiten waren aber immer mehr als ein Männerorden, sie waren Lehrer, Forscher und Prediger.
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Der Zeitpunkt der Niederlassung in Klagenfurt war nicht willkürlich gewählt. Er war ein Zeichen, eine Reaktion, so Historiker Werner Drobesch: „Als Reaktion auf die starke Verbreitung des evangelischen Glaubens im Lande, als Reaktion auf die Reformation im Sinne Martin Luthers. Am 11. Dezember des Jahres 1604 wurden dem ersten Rektor die von den Protestanten erbaute sogenannte Dreifaltigkeitskirche und das Bürgerspital übergeben."

Prediger, Lehrer und Wissenschaftler
Das war der Beginn der knapp 170 Jahre, in denen die Jesuiten in Klagenfurt bzw. in Kärnten wirkten. Ihr Betätigungsfeld war groß. „Sie waren Seelsorger, sie waren Prediger, sie waren Lehrer, aber sie waren auch in der Welt der Kunst und Kultur präsent. Nicht außer Acht zu lassen, viele von ihnen betätigten sich auch als Wissenschaftler."


Buch Christoph Senfft , France Martin Dolinar (Hrsg.):
Katholische Reform und Gegenreformation in InnerösterreichDreifaltigkeitskirche

Schüler und Studenten aus ganz Europa
Besonders der Lehr- und Studienbetrieb stand im Fokus, so der Historiker. „Ein wesentliches Momentum dieses Studienbetriebs war, dass die Schüler und Studierenden aus allen Gesellschaftsschichten kamen. Das heißt, man findet sowohl Adelige als auch Kinder aus bäuerlichen Familien." Und das unentgeltlich, Bildung sollte für alle leicht zugänglich sein.

„Hinzu kommt das Fehlen staatlicher Grenzen. Das heißt, die Studierenden, die Schüler, kamen aus unterschiedlichen Gegenden Europas. Das bedeutete Internationalität sowohl im Zusammenhang mit dem Lehrkörper, als auch im Zusammenhang mit dem Herkommen der Schüler und Studierenden.“

Franz Xaver Wulfen lehrte in Klagenfurt
Man könnte sagen, ganz Europa war in Klagenfurt zu Gast, es lehrten auch besonders viele international anerkannte Professoren in Kärnten. „Aus der Vielzahl sei Franz Xaver Wulfen herausgegriffen, der sich botanischen Studien widmete, nach dem auch die Wulfenia benannt ist“, so Drobesch.


Wikipedia gemeinfrei
Postkarte des Kollegs, das in den 60er Jahren abgerissen wurde

Nicht zuletzt dadurch wurde die Jesuiten-Niederlassung in Klagenfurt zum Ort der Begegnung und des internationalen Wissenschaftsdiskurses, der allerdings zeitlich begrenzt war. „Als dann im Jahre 1773 durch ein päpstliches Breve der Jesuitenorden aufgelöst wurde, endete auch der Bestand der Klagenfurter Jesuiten-Niederlassung.“ Damit war in Kärnten aber auch eine Periode der kulturellen und geistigen Hochzeit zu Ende.

Wenig erinnert an den Orden
Was blieb von dieser Jesuitenzeit in Klagenfurt? „Wenig. Heute erinnern noch der Jesuitenpark, eine kleine Grünfläche vor dem Klagenfurter Dom, die Domkirche, die im Sinne der jesuitischen architektonischen Vorstellungen von einer evangelischen Kirche zu einer katholischen umgestaltet wurde und das ehemalige Seminargebäude gegenüber dem Eingang zum Dom an die Präsenz der Jesuiten in der Stadt.“

NaturpuurCC BY-SA 4.0
Jesuitenpark in Klagenfurt

Zudem wurde das einstige Jesuitenkolleg Klagenfurt in den 1960er Jahren abgerissen. „Und so sind die Jesuiten und alles, was an die Jesuiten noch erinnert, mehr oder weniger aus dem Klagenfurter Stadtbild verschwunden“, so Drobesch. 1814 erfolgte die Wiedergründung der Gesellschaft Jesu durch Papst Pius VII. 2012 verließen die letzten drei Jesuiten Kärnten, sie lebten zuletzt noch im Lavanttal.
11.01.2026, red, kaernten.ORF.at

Links:
Jesuiten in Europa
Jesuiten in Klagenfurt

Lange Geschichte der Jesuiten in Kärnten
 

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#4
"KENNST DU KÄRNTEN“
Auf den Spuren der Köhler
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Die Suche nach neuen Energiequellen ist nicht nur ein Thema unserer Zeit. Seit jeher waren Menschen auf der Suche nach nutzbarer Energie. Besonders in der Neuzeit, dem 16. bis 19. Jahrhundert, wuchs der Bedarf durch die aufkommende Eisenindustrie stetig. Auf der Saualpe wurde von Köhlern Holzkohle erzeugt.
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Während man heute auf erneuerbare Energie setzt, war in früheren Zeiten Holzkohle der Energielieferant für die Metallgewinnung und Verarbeitung. Gerade in der Hochzeit der Eisenindustrie sei der Bedarf enorm angestiegen, so Mathias Kuchernig vom Geschichtsverein für Kärnten: „Die Betriebe mussten die Kohle daher aus großer Entfernung herbeischaffen oder ihre Standorte in waldreiche Gegenden verlegen. Das Holz wurde in diesen Wäldern entweder direkt verkohlt oder in der Nähe und dann als fertige Kohle in die Betriebe transportiert.“

Johann JaritzCC BY-SA 4.0
Blick auf die Saualpe

Funde auf der südlichen Saualpe
Einer dieser Standorte lag auf der südlichen Saualpe, wie man bei archäologischen Untersuchungen vor etwa zehn Jahren feststellen konnte. Es habe dort zwei Meilerplätze gegeben, so Kuchernig: „Der höhere Meilerstandort liegt auf einer Seehöhe von ca. 1.400 Metern und befindet sich im sogenannten Schweigwald in der Katastralgemeinde Wölfnitz. Dieser Wald wurde einst vom Stift Griffen selbst bewirtschaftet. Die aus der Köhlerei resultierenden Einnahmen waren allerdings sehr unbedeutend. Dennoch konnten hier mehrere Meiler entdeckt werden. Ein Rundmeiler mit einem Durchmesser von ca. zwölf Metern, der bis in das 16. Jahrhundert zurückreichen dürfte.“

Innovation aus Schweden importiert
Nach 1770, so die Erkenntnisse, wurde dieser Platz von drei Langmeilern abgelöst: „Von denen jeder eine Länge von ca. 20 Metern und eine Breite von sechs Metern aufwies.“ In der damaligen Zeit eine Innovation: „Diese neue Verkohlungsmethode wurde direkt aus Schweden importiert. Dabei wurden ganze Holzstämme neben und übereinander gelagert und anschließend mit Laub, Reisig und dem Schuttmaterial von früheren Verkohlungen abgedeckt und anschließend angezündet.“

ORF
Fertige Holzkohle

Die Kohle, die in diesen Langmeilern produziert wurde, sei dann über den sogenannten Kohlfahrweg abtransportiert worden, so Kuchernig: „Eine alte Transportroute, auf der über Jahrhunderte Kohle vom Lavanttal über die Saualpe ins Görtschitztal nach Eberstein gebracht wurde.“

Köhler im Nebenerwerb
In der Katastralgemeinde Obergreutschach befand sich ein weiterer kleinerer Kohlenmeiler, von dem aus ein Keuschler beliefert wurde, der sich in unmittelbarer Nähe zum Meiler befand. „Im Nebenerwerb betrieb dieser Keuschler eine Schmiede inklusive eines Hammers, die sich bis ins Jahr 1575 zurückverfolgen lässt und die bis in die 1930er Jahre in Betrieb stand“, so Kuchernig. Aber auch Bauern betätigten sich im Nebenerwerb als Köhler und produzierten gemeinsam Holzkohle und verkauften diese nach Eberstein.

Wenige Zeugnisse der Kohleproduktion
„Auch Maximilian Thaddäus Graf von Egger kaufte zu dieser Zeit Holzkohle von der Saualpe für seine Eisenwerke bei Lippitzbach an der Drau bei Ruden. Heute sind die früheren Meilerplätze vom Wald überwuchert. An die frühere Kohleproduktion erinnern noch die planierten Arbeitsflächen, die runden oder länglichen Überreste der Meiler als Hügel und die schwarze mit Humus und größeren Stücken durchsetzte Kohleschicht“, so Kuchernig.
20.01.2026, red, kaernten.ORF.at

Link:
Archäologische Funde von Kohlenmeilern

Auf den Spuren der Köhler
 

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#5
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Fasching war harte Zeit für Bauern
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Derzeit finden im ganzen Land Faschingssitzungen statt. So lustig ging es aber nicht immer zu. Besonders auf dem Land war der Fasching vor allem für die bäuerlich geprägte Gesellschaft oft mühsam und anstrengend. Denn die Herrschaft wollte vor der Fastenzeit mit Essen üppig versorgt werden.
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Die Grundherrschaft wurde in Österreich erst im Jahr 1848 mit der Bauernbefreiung endgültig aufgehoben. Bis dahin war die Faschingszeit durchaus auch eine Belastung für die Bauern, so Historiker Wilhelm Wadl: „Denn sie mussten zu Fasching verschiedene Kleinrechte, also Naturalien, abliefern, wie zum Beispiel Eier. Und mitten im Winter Eier abzuliefern war eine schwere Herausforderung. Daher mussten die Hühner im Warmen unter der Ofenbank in einer Steige gehalten werden, damit sie überhaupt im Winter Eier legen.“

Herrschaft verlangte Masthühner
Die Bauern mussten zu Faschern, wie die Zeit damals genannt wurde, auch Masthühner liefern: „Damit die Herrschaft noch einmal schlemmen konnte, bevor es ans Fasten ging. Auch das war eine schwere Belastung in einer Zeit, in der das Getreide Mangelware war.“ Abgesehen von diesen Herausforderungen gab es natürlich auch zahlreiche Faschingsbräuche, wie in St. Oswald-Bad Kleinkirchheim zum Beispiel, die der Volkskundler Oswin Moro aufgezeichnet hatte.

„Da liefen die Faschingsnarren mit einer Larve am Montag und Dienstag von Haus zu Haus und erbaten bei den Bäuerinnen Specknudeln.“ Dafür gab es verschiedene Sprüche, die aufgesagt wurden. Einer lautete: „Gar schön bitten um ane Specknudel“. Es habe aber auch aufwendigere Sprüche gegeben, so Wadl. Oswin Moro habe einen anderen Spruch erfahren: „Vergelts Gott, Schmolzkoch, Bäurin. I wünsch ihr Glück zu ihre Küh, I wünsch ihr Glück zu ihre Kind. Vergelts Gott, Schmolzkoch Bäurin, g’schwind“, so Wadl.

Speck war immer beim Essen dabei
Das Essen spielte zu Fasching eine große Rolle, auch wenn es nicht sehr abwechslungsreich war, so Wadl: „Am Faschingssonntag Kraut mit Selchfleisch, am Montag Nudeln mit aufgehacktem Speck gefüllt und am Faschingsdienstag Speckknödel. Ab Aschermittwoch war es dann schlecht bestellt, in der Früh und am Abend Milch und Brot und zu Mittag nur eine Brennsuppe.“

Anders war das unten in den Tälern, da war der Faschingssonntag für die ländlichen Dienstboten fast ein hoher Feiertag. Da musste die Obrigkeit ihren Untertanen den Tisch reichlich decken, mit allerlei Köstlichkeiten: „In der Spittaler Gegend zum Beispiel eingemachte saure Suppe, Rindfleisch und Kren, Krautspeck und Bratwürste und am Schluss noch einen Kalbsbraten mit Salat. Und natürlich bekamen die Dienstboten am Faschingsdienstag fast überall auch Faschingskrapfen“, so Wadl.

Kärntner Landesarchiv/Hudelist Christian/Bildquellensammlung
Eine Faschingsgruppe vor dem Ostbahnhof am Klagenfurter Rudolfsbahngürtel 1904

Nach der Fleischsünde wurde gebetet
Mit dem Aschermittwoch begann die 40-tägige Fastenzeit, an die sich aber nicht jeder hielt, besonders die Bauern nicht. „Wie sollten die 40 Tage fleischlos leben? Aber an jedem Abend, wo man gesündigt hat in der Fastenzeit, hat man Fleisch abgebetet. Man betete gemeinsam einen halben Rosenkranz und damit war die Sache wieder erledigt.“

Noch etwas ist aus der damaligen Zeit überliefert: „Die Faschingsnacht galt als unheilbringend und deswegen sollte man nicht draußen sein.“ Denn im Gurktal zum Beispiel hätte man einer sehr schaurigen Gestalt begegnen können, die einen angsteinflößenden Spruch getätigt haben soll: „Noch a Haut geaht mar ab, noch a Haut geaht mar ab.“ Daher rieten die alten Leute dazu, zu den Faschingstagen fleißig zu beten.

Landesarchiv/Hudelist Christian/Bildquellensammlung
Ein Faschingszug durch die 10. Oktober-Straße in Klagenfurt 1904

Zu Fasching fanden Paare zusammen
Die Faschingszeit war aber auch so etwas wie eine Paarungszeit. Aber nicht für alle klappte es mit dem Glück. Wenn ein heiratswilliges Mädchen übrig blieb, sagte sie angeblich einen Spruch auf: „O dös liabn Fåschingtåg, / kömbts nar båld wiedar, / fertn bin i übrig bliebn / hojer schoan wieder!“ (Oh, du lieber Faschingstag, komm doch bald wieder. Letztes Jahr bin ich über blieben, heuer schon wieder). Mit der Hoffnung, beim nächsten Fasching der großen Liebe zu begegnen.

Geschichte des Faschings
„Das Wort ‚Fasching‘ taucht im 13. Jahrhundert als ‚vaschanc‘ auf und steht für das Ausschenken eines Fastentrankes“, so Historikerin Manuela Maier. Die Endung „-ing“ kam im 17. Jahrhundert dazu. Im Gegensatz zu den meisten deutschen Regionen spricht man in Bayern und Österreich nicht von Fastnacht, sondern eben vom Fasching. Maskiert habe man sich zum Fasching auch schon in früheren Jahrhunderten. Die Kärntner Faschingsgilden wurden aber alle erst im 20. Jahrhundert gegründet. So zum Beispiel 1963 in Spittal an der Drau, 1954 in Oberdrauburg, 1955 in Villach, 1964 in St. Veit an der Glan und Klagenfurt.
10.02.2026, red, kaernten.ORF.at
Fasching war harte Zeit für Bauern
 

josef

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#6
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Schloss Waldenstein - Ursprung des Kärntner Heimatlieds
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Das Kärntner Heimatlied ist an einem gemütlichen und geselligen Abend auf Schloss Waldenstein im Lavanttal entstanden. Damals als Zeitvertreib, wurde das Lied, das einen lyrischen Text vertonte, später zur allseits bekannten Landeshymne.
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Die offizielle Landeshymne Kärntens entstand im Lavanttal auf Schloss Waldenstein, so Historiker Wilhelm Deuer vom Geschichtsverein für Kärnten: „Wir befinden uns am Eingang des Waldensteiner Grabens, der auf die Pack führt. Ein im Mittelalter und in der frühen Neuzeit durchaus nicht unbedeutender Übergang vom Lavanttal in die Weststeiermark.“

Erbaut wurde die Burg im Auftrag des Fürstbischofs von Bamberg: „Er hat dann diese Burg getreuen Dienstleuten zu Lehen gegeben.“ Im 13. Jahrhundert zog dann eine Familie in das Schloss ein, die später nicht nur die Burg, sondern auch das politische Geschehen im Land nachhaltig prägen sollte: „Es waren die Ungnad von Weißenwolf, spätere Freiherren von Sonneck im Jauntal.“ Im 16. Jahrhundert war Waldenstein ein Zentrum der Reformation.

SchreckgespenstCC BY-SA 4.0
Schloss Waldenstein an der Straße auf die Pack

Bischof von Bamberg kaufte Schloss zurück
Die Ungnads herrschten dann bis ins 16. bzw. 17. Jahrhundert. In dieser Zeit wurde die Burg auch zu einem wohnlichen Schloss umgebaut, bevor die Herrschaft der Ungnad in Kärnten endete. „Dieses Schloss ist von den Nachkommen der Ungnad, die dann schon ausgewandert waren, dem Bischof von Bamberg quasi nach 400 Jahren zurückverkauft worden. Damals hat das Schloss selbst überhaupt keine Rolle mehr gespielt, aber am Fuße der Burg gab es seit dem 14. Jahrhundert Hammerwerke“, so Historiker Deuer.

Diese Hammerwerke sorgten dafür, dass Jahre später die Wolfsberger Gewerkenfamilie Offner das Schloss Weidenstein kaufte: „Natürlich auch wegen der Industrieanlagen am Fuße der Burg. Und mit den Offners ist sicher die bekannteste Geschichte des Schlosses Waldenstein verbunden, nämlich die Entstehung der Melodie des Kärntner Heimatliedes.“


SchreckgespenstCC BY-SA 4.0
Säulengang im Schloss Waldenstein

Musikabend mit Auftrag zur Vertonung
Es war, so ist es überliefert, ein Winterabend des Jahres 1835. Schlossbesitzer Johann Michael Offner veranstaltete einen Musikabend am Schloss, sagte Deuer: „Da sitzt man gesellig zusammen, es wird gesungen, es wird vorgelesen und der Offner gibt quasi als Aufgabe des Abends an einen Bekannten, einem aus Wien zugewanderten Mann, den Josef Ritter Rainer von Harbach, einen Auftrag. Er soll sich aus der Bibliothek irgendein lyrisches Stück nehmen und es vertonen.“ Dieses vierstrophige Gedicht wurde 1822 in der Zeitschrift Carinthia veröffentlicht.

Josef Ritter Rainer von Harbach macht sich sofort an die Arbeit: „Die Wahl fiel auf ein Gedicht eines aus Judenburg zugewanderten und dann im Lavanttal lebenden Mannes, der zum Schluss in Klagenfurt sogar zu einer politischen Laufbahn gekommen war, Johann Nepomuk Thaurer Ritter von Gallenstein. Der hat ein Gedicht geschrieben ‚Des Kärntners Vaterland‘“.

Seit 1911 Landeshymne
Diese Zeilen vertonte Rainer von Harbach an diesem Abend. Aber bis es diese Melodie und der Text zur Landeshymne schafften, verging noch einige Zeit: „Erst im 20. Jahrhundert ist aus dem Text mit der Melodie, die damals auf Schloss Waldenstein komponiert wurde, das heutige Kärntner Heimatlied entstanden.“ Im Jahr 1911 wurde es unter Weglassung der vierten Strophe von der Kärntner Landsmannschaft zur „Kärntner Nationalhymne“ erklärt. Die ersten drei Strophen beschreiben von West nach Ost die Landschaft Ober-, Mittel- und Unterkärntens und rühmen poetisch deren Schönheit.

1930 schrieb die Kärntner Landsmannschaft einen Wettbewerb für eine vierte Strophe aus, die einen Bezug zur Kärntner Volksabstimmung haben sollte, die sich 1930 zum zehnten Mal jährte. Von 256 Einsendungen wurde die Strophe der Lehrerin Agnes Millonig ausgewählt.

Schloss fast verfallen
Das Schloss Waldenstein ist ein historisch bedeutender Ort, der heute kaum noch an die Entstehungsgeschichte des Kärntner Heimatliedes erinnert. „Es ist traurig, dass dieses Kulturdenkmal mit diesen doch bemerkenswerten historischen Facetten in einem derart traurigen Zustand ist. Und ich befürchte, dass da auch die Denkmalpflege nicht mehr viel machen kann“, so Deuer.

Text des Kärntner Heimatlieds
Dort, wo Tirol an Salzburg grenzt,
des Glockners Eisgefilde glänzt,
wo aus dem Kranz, der es umschließt,
der Leiter reine Quelle fließt,
laut tosend, längs der Berge Rand,
beginnt mein teures Heimatland.
Wo durch der Matten herrlich Grün,
des Draustroms rasche Fluten ziehen,
vom Eisenhut, wo schneebedeckt
sich Nordgaus Alpenkette streckt,
bis zur Karawanken Felsenwand
dehnt sich mein freundlich Heimatland.
Wo von der Alpenluft umweht,
Pomonens schönster Tempel steht,
wo sich durch Ufer reich umblüht
der Lavant Welle rauschend zieht,
im grünen Kleid ein Silberband,
schließt sich mein lieblich Heimatland
Wo Mannesmut und Frauentreu
die Heimat sich erstritt aufs neu,
wo man mit Blut die Grenze schrieb
und frei in Not und Tod verblieb,
hell jubelnd klingt’s zur Bergeswand:
das ist mein herrlich Heimatland!


02.03.2026, red, kaernten.ORF.at
Ursprung des Kärntner Heimatlieds
 

josef

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#7
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Die Villacher Wirtschaftsausstellung 1925
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1925 ist in Villach die erste „Österreichische Wirtschaftsausstellung (ÖWA)“ veranstaltet worden. Der Plan war es, in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg die Wirtschaft anzukurbeln und Aussteller aus dem Ausland anzulocken. Es blieb aber ein großer finanzieller Verlust und daher gab es keine weitere Auflage.
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Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 war Villach motiviert, eine Wirtschaftsausstellung im Jahr 1925 auf die Beine zu stellen, weil im Jahr davor Linz bereits eine erfolgreich umgesetzt hatte. Villach wollte nach dem Krieg mit dieser Ausstellung zusätzlich Brückenbauer sein. „Aufgrund der Lage Villachs hoffte man, dass eine Ausstellung hier auch Aussteller und Besucher aus den Nachbarländern ansprechen würde und die Stadt somit die erste Friedensausstellung ehemals feindlicher Länder beherbergen würde“, sagte Heidi Rogy vom Geschichtsverein für Kärnten.

Bundespräsident eröffnete Ausstellung
Es sollte keine kleine regionale Ausstellung werden, man dachte größer. Es sollte eine österreichische Wirtschaftsausstellung sein. In Seebach wurde eine Zeltstadt errichtet, gezeigt wurden Waren von Schuhen und Textilien über Nahrungsmittel, landwirtschaftliche Maschinen und Automobile bis hin zu Grabsteinen. Außerdem präsentierten sich Gruppen und Vereine der Bevölkerung.
Rogy: „Nach einigen Monaten intensiver Vorarbeit konnte Bundespräsident Dr. Michael Hainisch am 30. Mai 1925 die österreichische Wirtschaftsausstellung in Villach eröffnen.“
Aber schnell war klar, die großen Pläne, die man anfangs hatte, ließen sich nicht so, wie erhofft, umsetzen. „Beim Rundgang durch die Ausstellung zeigte sich rasch, dass diese die Bezeichnung österreichische Wirtschaftsausstellung nur bedingt verdiente, denn das Gros der Aussteller kam, wenig überraschend, aus Villach und Kärnten. Nicht erfüllt hatten sich die Hoffnungen hinsichtlich einer regen Beteiligung von Ausstellern aus dem Ausland“, so Rogy.
Attraktionen mit Wildtieren und Kulinarik
Dennoch gab es unter den zahlreichen Ausstellungszelten so etwas wie einen Publikumsmagneten. „Zu den Hauptattraktionen gehörte die Tierschau der bekannten Wiener Neustädter Wildexportfirma Meier. Zur Schau gestellt wurden rund 500 Tiere. Passend zur Jagd- und Trophäenausstellung wurde bei der Tierschau ein besonderes Augenmerk auf Jagdwild gelegt. Doch es gab auch exotische Tiere wie Krokodile, Affen und Papageien zu bestaunen.“

Fotostrecke
Archiv und Museum der Stadt Villach
Vergnügungspark bei der Wirtschaftsausstellung
Archiv und Museum der Stadt Villach
Eingang zum Ausstellungsgelände der ÖWA von 1925

Archiv und Museum der Stadt Villach
Ausstellung auf der Österreichischen Wirtschaftsmesse in Villach

Archiv und Museum der Stadt Villach
Die Musterselcherei der Villacher Fleischhauer

Archiv und Museum der Stadt Villach
Bundespräsident Michael Heinisch eröffnet die ÖWA

Archiv und Museum der Stadt Villach
Festzug der Jäger am Jägertag der ÖWA in Villach

Archiv und Museum der Stadt Villach
Trachtenfestzug im Rahmen der Wirtschaftsausstellung

Auch die Kulinarikzelte waren gut besucht. Allerdings gab es da so etwas wie einen Etikettenschwindel. „Da gab es etwa die Münchner Oktoberfest-Bierhalle – das hier ausgeschenkte Bier stammte allerdings nicht aus Bayern, sondern aus Kärnten.“ Dennoch konnte man nach den zwei Wochen, die diese Ausstellung dauerte, eine bedingt positive Bilanz ziehen.

40.000 Schilling Minus
„Die österreichische Wirtschaftsausstellung hatte viele Besucher nach Villach gelockt. Schon bald wurde aber bekannt, dass man sehr wohl einen finanziellen Abgang zu verbuchen hatte“, so Rogy. Das Minus betrug rund 40.000 Schilling, also umgerechnet rund 2900 Euro – das war für damalige Verhältnisse sehr viel Geld. „Dies lag vor allem daran, dass die Einnahmen aus Platzmieten weit unter den Erwartungen geblieben waren, weil viele Aussteller kurzfristig ihre Anmeldung zurückgezogen hatten.“ Der Villacher Gemeinderat geriet darüber dermaßen in Streit, dass die bürgerliche Einheitsliste zerbrach und gegen den christlichsozialen Mandatar Josef Baier eine Ehrenbeleidigungsklage eingebracht wurde.

Subventionszahlungen für Ossiacher Zeile
Dann fasste der Gemeinderat einen Beschluss. „Im März 1926 beschloss der Villacher Gemeinderat, an die österreichische Wirtschaftsausstellung als Ablöse für den von der Ausstellungsleitung provisorisch hergestellten Abschnitt der Ossiacher Zeile 15.000 Schilling und zudem noch eine Subvention in der Höhe von 12.000 Schilling zu zahlen“, erzählt Rogy.

Für den Rest, der noch offen war, mussten jene aufkommen, die quasi als Organisatoren dafür unterschrieben hatten und bürgten. Nach diesem Versuch allerdings hörte man von keinen weiteren Plänen einer Wirtschaftsausstellung in Villach, was angesichts von Kirchtag und Fasching wohl auch nicht zwingend notwendig erschien.
19.04.2026, red, kaernten.ORF.at
Die Villacher Wirtschaftsausstellung 1925
 

josef

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#8
Der Alpengarten auf dem Dobratsch
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1966 ist der Verein Alpengarten gegründet worden, 1973 wurde der Alpengarten auf dem Dobratsch für Besucher geöffnet. Rund 800 Pflanzenarten wachsen hier auf 1.500 Meter Seehöhe und zeigen die ganze Vielfalt der Flora in den Südalpen. Am 17. Juni findet ein Tag der offenen Tür statt.

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Zwischen seltenen Alpenpflanzen und beeindruckender Bergkulisse sorgt der Verein auch 60 Jahre nach seiner Gründung dafür, dass ein einzigartiges Stück Natur erhalten bleibt. Vereinsobfrau Erika Winkler sagte, insgesamt 40 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind beim Verein dabei. Im Zuge des Straßenbaus auf den Dobratsch sei aufgefallen, dass dort viele Blumen wachsen und so sei die Idee entstanden, einen Alpengarten zu gründen.

ORF/Petra Haas
Almrausch in Blüte

Basis für die Vereinsgründung waren Mitglieder des damals bestehenden Alpenvereins. Nachdem ein passendes Grundstück gefunden wurde – heute beim Parkplatz 6 an der Alpenstraße – begann die Arbeit vieler Freiwilliger mit Unterstützung der Stadt Villach. Im Sommer 1973 konnte der einzigartige Alpengarten eröffnet werden.

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Der sorgfältig angelegte und gepflegte Alpengarten

Winkler erinnert sich: „Vor 23 Jahren bin ich heraufgekommen und irgendwie hat mich da das so fasziniert, dass ich mir gedacht habe, das möchte ich in der Pension machen. Und ich habe mittlerweile tatsächlich schon die Blumen – nicht alle – gelernt, wie sie ausschauen, wie sie riechen, wo sie wachsen. Das ist natürlich jetzt mein Hobby in der Pension.“

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Die rote Wand auf der Südseite des Dobratsch’

Kaum Wasser zum Gießen
Ein Hobby, das in der Natur aber auch manchmal mit Arbeit verbunden sei, so Winkler: „Das war ja ganz extrem. Die Trockenheit hat natürlich auch da Auswirkungen gehabt. Aber jetzt ist der Regen ein Segen für uns. Die Alpenblumen haben immer einen Plan B, die wissen sich zu helfen, wir können da nicht einfach gießen. Der Dobratsch ist ein reiner Kalkstock, es gibt keine Quelle. Das Wasser rinnt durch, es ist das Wasser für Villach. Und wir müssen, wenn es ganz trocken ist, das Wasser von einer Zisterne auf den höchsten Punkt pumpen. Damit gießen wir den Garten, aber nur, wenn es ganz trocken ist.“

Am Dienstag, dem 17. Juni, gibt es im Alpengarten einen Tag der offenen Tür von 8.00 bis 18.00 Uhr. „Um 14.00 Uhr kommt der MGV Landskron und wird unseren offenen Tür ein bisschen umrahmen. Es sind alle herzlich eingeladen, es gibt auch Führungen“, so Vereinsobfrau Winkler. Das ganze ehrenamtliche Team möchte ihre Liebe und Leidenschaft für das Projekt zeigen.

ORF/Petra Haas
Blick auf Arnoldstein

Spektakuläre Ausblicke
Auf den 10.000 Quadratmetern blüht während der drei Öffnungsmonate im Sommer immer etwas. Im Juni die Frühblüher, Ende Juni bis Juli findet die Hauptblüte statt und im August kann man die Hochstaudenblüte mit vielen Spätblühern besichtigen. Der Alpengarten führt 360 Meter lang entlang der „Roten Wand“, einem Teil des großen Bergabsturzes 1348 mit einem spektakulären Blick ins Gailtal.
15.06.2026, red, kaernten.ORF.at

Link:
Alpengarten

Tag der offenen Tür im Alpengarten


 

Berni8

Well-Known Member
#9
Das letzte Bild zeigt Arnoldstein - rechts der Bildmitte zwischen den beiden Ästen der jetztige Industriepark - früher die BBU (Bleiberger Bergwerksunion) wo die Verhüttung der in Bad Bleiberg gewonnen Erze durchgeführt wurde!
Und in Bildmitte kann man den ehemaligen Schrotturm erkennen!
Und auch mein Haus kann ich erkennen! :cool:
 

josef

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#10
"KENNST DU KÄRNTEN"
Romuald Holenias Wirken in Bad Bleiberg
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Romuald Holenia war neben seiner Tätigkeit als Hauptgewerke auch der Mitbegründer der Bleiberger Bergwerksunion (BBU). Die Spuren von ihm kann man heute noch im Bleiberger Hochtal finden, sagt Historiker Peter Wiesflecker.
Online seit heute, 5.32 Uhr
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„In Sichtweite des Denkmals befindet sich das von den Einheimischen sogenannte Baronhaus der Familie Holenia. Um 1800 errichtet, war es bis 1917 in Familienbesitz“, so Wiesflecker. Romuald Holenias Großvater kam um 1770 als Montanbeamter ins Bleiberger Hochtal. „Er hatte seinen Dienst jedoch bald quittiert und in eine der führenden Gewerkefamilien eingeheiratet. Fortan blieb die Familie mit dem Bergbau in Bleiberg verbunden.“

ORF/Bernd Radler
In Bad Bleiberg kann man heute noch die alten Stollen der BBU besichtigen

Enkel entwickelte Erbe weiter
Enkel Romuald Holenia veredelte dann das Erbe seines Großvaters. „Gemeinsam mit anderen führenden Familien des Bleiberger Tals brachte Holenia seine Anteile an den Gruben, an den Wald- und Berganteilen in ein Unternehmerkonsortium, die Bleiberger Bergwerksunion, ein. Nur ein solcher Zusammenschluss war der Garant, künftig am Markt überhaupt bestehen zu können.“

Man expandierte sogar – Gailitz bei Arnoldstein wurde zum zweiten Standort der BBU. „Der Erwerb der vor- und kleinindustriellen Anlagen in Gailitz, unter ihnen des Schrotturms, gab den Weg frei zur Etablierung der BBU an diesem Standort, sodass die Bleiberger Bergwerksunion durch Jahrzehnte zu den führenden Unternehmen Kärntens gehören sollte“, so Wiesflecker.


Neithan90/Wikipedia
Romuald Holenias Denkmal in Bad Bleiberg, 1894 von Jakob Wald geschaffen.

Bruder ging in Konkurs
Die Entscheidung, die Holenia mit weiteren Montanunternehmern aus Bleiberg getroffen hatte, die BBU zu gründen, war, wie sich später herausstellte, goldrichtig. „Die Zeit der kleinen und mittleren Eisenhämmer war vorbei, wie auch das Beispiel von Holenias Bruder Franz zeigt, der in ein Hammerwerk in Seebach bei Villach eingeheiratet hatte, diesen Betrieb jedoch nicht halten konnte.“ Holenias Bruder musste nach dem Konkurs Kärnten verlassen und arbeitete ab da als Versicherungsvertreter in Graz.

Aber sein Sohn Franz kam nach Kärnten zurück und war hier als Bauunternehmer sehr erfolgreich. „Als solcher war er am Bau des Karawanken- und Tauerntunnels beteiligt.“ Aber auch sein Onkel Romuald, der Mitbegründer der BBU, wurde immer erfolgreicher und auch wohlhabender, so Wiesflecker. „Sein Sitz war nicht nur das Herrenhaus in Bleiberg. In Klagenfurt besaß die Familie ein repräsentatives Stadthaus und seit 1858 gehörten zudem Schloss und Gut Wasserleonburg im unteren Gailtal zum Familienbesitz.“

Frau Romualds kaufte Schloss Wasserleonburg
Das Schloss Wasserleonburg oberhalb von Nötsch hatte die Frau von Holenia, Josefine Wieltschnig, erworben, sagte der Historiker: „Auf Wasserleonburg ging der Industriekapitän Romuald Holenia auch seinem Hobby nach, das waren Tischlerarbeiten, wie wir aus seinem Testament wissen.“ Die Geräte für sein Hobby vermachte er seinem Sohn, der ebenfalls Romuald hieß.Dieser lebte im Schloss, zeigte aber wenig Interesse, in das Montangeschäft seines Vaters in der BBU einzusteigen. „Mehr Interesse brachten die beiden jüngeren Söhne auf. Nach Romualds Tod im Jahr 1893 gehörte vorerst Josef Holenia dem Verwaltungsrat der BBU an. Nach ihm folgte sein Bruder Günther, der knapp vor seinem Tod auch Präsident der Bleiberger Bergwerksunion wurde.“

ORF
Schloss Wasserleonburg

Enkel wurde kritischer Literat
Aber die Holenias findet man nicht nur in der Bergwerksgeschichte. Der Enkel von Romuald, nämlich Alexander Lernet-Holenia, hat sich als Literat einen großen Namen gemacht. „Bereits als junger Autor hatte Lernet-Holenia in seinen Werken pointiert und mitunter mit ätzender Schärfe Bezüge zur Kärntner Gesellschaft hergestellt. Zu jener Gesellschaft, in der sein Großvater Romuald einst eine markante Erscheinung gewesen war.“ Heute erinnert ein Denkmal im Zentrum von Bad Bleiberg immer noch an Romuald Holenia und sein Wirken für das Hochtal.
16.06.2026, red, kaernten.ORF.at

Links:
Die reichste Familie Villachs
Wasserleonburgs wechselhafte Geschichte

Romuald Holenias Wirken in Bad Bleiberg
 

josef

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#11
"KENNST DU KÄRNTEN"
Bergbautradition im Liesertal
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Kärnten war bis ins späte 19. Jahrhundert bedeutendes Bergbauland mit Abbaustellen im Mölltal, Lavanttal, Eisenkappel, Ferlach, Knappenberg und anderen. Eisenerz galt als das Gold des Liesertals und war für fast 500 Jahre eine wichtige Lebensbasis für die Menschen im Tal. Bereits im elften Jahrhundert entstanden die ersten Klein-Bergbauern.
Online seit heute, 5.40 Uhr
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Zu Beginn des 14. Jahrhunderts erkannte der Erzbischof von Salzburg die Bedeutung des Eisenerzes im Liesertal und sicherte sich dessen Vorkommen. Er kontrollierte auch den Handel über den Katschberg. Bauern und Bürger betrieben den Erzabbau und die Verhüttung. Besonders Jakob und Ulrich am Knie fielen durch ihre Arbeit auf, und ihr Name lebt im Flurnamen am Fuße des Stubenocks weiter. Dort wurden Stollen gegraben und Erze ins Tal transportiert, so Historiker Werner Drobesch.

Um das Jahr 1500 erlebte das Liesertal einen Stillstand, gefolgt von einem Neubeginn durch ein kapitalkräftiges Gewerkenkonsortium, dem auch Christoph von Khevenhüller angehörte. Neue Stollen wurden in der Innerkrems, in der Nöring, in Koschach, in Leoben und Radlgraben erschlossen. Moderne Floßöfen wurden in Kremsbrücke und Eisentratten errichtet.

Neue Technologien führten zu Krise
Bartelmä von Khevenhüller intensivierte den Erzabbau im Liesertal, bis sein Besitz nach dessen Tod 1613 von seinem Sohn Hans übernommen wurde. Aufgrund des Adelsausweisungspatents musste Hans 1628 Kärnten verlassen. 1629 erwarb der Villacher Kaufmann Martin Wiedmann die Besitze und Gewerke der Khevenhüller. Wiedmann verkaufte später den Kremser Bergbau und die Betriebe an Katharina Gräfin von Lodron, einer Verwandten des Salzburger Erzbischofs. Damit wurden die Lodron noch mächtiger, denn sie waren 1639 ohnehin schon die Inhaber der Herrschaft und der Stadt Gmünd und nun auch noch Montanindustrielle im Tal.

„Zunächst setzte sich die Aufschwungphase noch fort. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigten sich erste Krisensymptome. Die Einführung der Stein- anstelle der Holzkohle als Brennstoff, sowie neue Technologien in der Verhüttung erschwerten die Produktion“, sagte Drobesch.

Popie/commonswikiCC BY-SA 3.0
Benannt nach seinem Erbauer Konstantin, steht der ehemalige Hochofen unter Denkmalschutz

Konstantin-Hochofen: Wahrzeichen und Schicksal
Die Grafen Lodron unternahmen alles, um ihre Produktionsstätten zu sichern, zum Beispiel durch den Bau eines Holzkohlehochofens, so Drobesch: „Dieser, benannt nach dem Erbauer Konstantin von Lodron, ist heute das Wahrzeichen der Gemeinde Krems und das zentrale Motiv im Gemeindewappen.“ Der Niedergang der Montanindustrie im Liesertal war aber nicht mehr zu stoppen. "Die mangelnde Konkurrenzfähigkeit wurde immer offensichtlicher. Erschwerend kam hinzu, dass man nicht an das im Aufbau befindliche Eisenbahnnetz angeschlossen war.
Die endgültige Stilllegung des Konstantin-Hochofens in Eisentraten 1891 bildete den Endpunkt einer Periode, die dem Tal Prosperität gebracht hatte", sagte der Historiker. Die große Abwanderung aus dem Tal begann und so mancher Bergarbeiter wurde zum Kleinbauern und Holzarbeiter, während die Kinder zu Bauern in den Dienst geschickt wurden.
29.06.2026, red, kaernten.ORF.at

Links:
Kärnten war einst Montanhochburg
Der letzte seiner Art: Hochofen Konstantin
Bergbautradition im Liesertal
 

josef

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#12
"KENNST DU KÄRNTEN"
Maria-Himmelfahrts-Bräuche in Vorderberg
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Der 15. August ist Maria Himmelfahrtstag. Ein christlicher Feiertag, der auch ein gesetzlich arbeitsfreier Tag ist. Gefeiert wird die Aufnahme der Mutter Jesu in den Himmel. In der Kirche „Maria im Graben“ im Gailtaler Vorderberg gibt es immer noch einige besondere Bräuche zu diesem Tag.
Online seit heute, 7.45 Uhr
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Im Volksmund wird Maria Himmelfahrt auch als „großer Frauentag“ bezeichnet. Vielerorts gibt es Prozessionen zu Maria Himmelfahrt wie auch auf dem Wörthersee. Aber auch Blumen und Kräuter werden gesammelt, um sie zu Maria Himmelfahrt segnen zu lassen. Das sei auch in der Kirche Maria im Graben in Vorderberg so, sagte Historikerin Heidi Rogy vom Geschichtsverein von Kärnten: „Die Kräuter sind ein Symbol für die weibliche Fürsorge und sollen nicht nur Abhilfe bei Krankheiten verschaffen, sondern auch zu Eheglück und Kindersegen beitragen.“


RollroboterCC BY-SA 4.0
Die Kirche Maria im Graben in Vorderberg

Frauen baten um Kindersegen
Bis in die 1940er Jahre pflegte man in Vorderberg aber auch noch andere besondere Bräuche zu Maria Himmelfahrt. Frauen opferten an diesem Tag sehr dünne, rote Kerzen „um Abhilfe bei Problemen weiblicher Natur zu erlangen. Zu den einst hier gepflogenen Wallfahrtsbräuchen gehörte auch das Spanschneiden von einer spätgotischen Figur der Heiligen Anna Selbdritt, weil man sich davon eine gute Geburt bzw. Kindersegen erhoffte. Diese Figur befindet sich heute im Schatzhaus Gurk.“

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Das Innere der Kirche in Vorderberg mit dem Riesenrosenkranz an der Decke

Maria an jeder Ecke
Noch heute ist die Mutter Gottes eine zentrale Figur in der Kirche Maria im Graben in Vorderberg. Man könnte sagen, man findet sie in fast jeder Ecke. „In der rundbogigen Mittelnische des aus dem dritten Viertel des 17. Jahrhunderts stammenden Hochaltars ist Maria mit dem Kind und einem Rosenkranz in der Hand. Auch die beiden Seitenaltäre sind eng mit der Mutter Gottes verbunden. Der linke Seitenaltar präsentiert als Mittelfigur die Madonna auf der Mondsichel, flankiert von den Erzengeln Gabriel und Raphael. In der zentralen Rundbogennische des rechten Seitenaltars steht eine Figurengruppe der heiligen Anna Selbdritt, eine Darstellung der Heiligen Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesukind.“

RollroboterCC BY-SA 4.0
Fresko eines Mannes auf dem Kirchturm

Aber auch an der Kirchendecke sei Maria zu finden, so Rogy: „Im Zentrum der Deckenmalerei des 1719 ausgemalten Langhauses steht die Himmelfahrt Marias in einer typischen barocken Szenerie.“ Die Kirche wartet aber auch noch mit weiteren sehenswerten Schätzen auf. „Sie birgt unter anderem einen geschnitzten Riesenrosenkranz aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, der zu den schönsten Beispielen seiner Art in Kärnten zählt.“

Raul de Chissota/Wikipedia gemeinfrei
Das Denkmal des Geheimprotestantismus

„Ein ungewöhnliches historisches Zeugnis von einer katholischen Marienkirche ist der Stein, der sich beim Nebeneingang auf der Südseite der Kirche versteckt. Es handelt sich dabei um ein vermutlich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstandenes Denkmal des Geheimprotestantismus. Urheber dürfte ein Laie sein, der wahrscheinlich als Laienprediger tätig war“, so die Historikerin.
15.08.2026, red, kaernten.ORF.at

Wallfahrtskirche Maria im Graben

Maria-Himmelfahrts-Bräuche in Vorderberg
 

josef

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#13
"KENNST DU KÄRNTEN"
Gailtalbahn war einst Tourismus-Motor
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Von den meisten Gailtalern wird die Gailtalbahn schmerzlich vermisst. Sie förderte den Fremdenverkehr, doch vor zehn Jahren wurde der Personenverkehr auf einem Teil der Strecke zwischen Hermagor und Kötschach-Mauthen eingestellt. Eine Wiederaufnahme für den Tourismus ist denkbar.
Online seit heute, 7.24 Uhr
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1857 gab es die ersten Pläne, das Gailtal durch das Predilbahnprojekt an Triest anzubinden. Diese wurden jedoch nicht umgesetzt. „1873 wurde mit der Eröffnung des Abschnitts Villach-Tarvis der Rudolfsbahn eine erste Schienenanbindung des unteren Gailtals geschaffen, die wirtschaftliche Chancen durch schnelleren und günstigeren Transport versprach“, sagte Historikerin Heidi Rogy vom Geschichtsverein von Kärnten.


ORF
So sah die Gailtalbahnstrecke in den 1970er Jahren aus

Ausbau als Niedergang der Fuhrwerksdienste
Die Bahnhöfe Arnoldstein und besonders Thörl-Maglern entwickelten sich mit der Zeit sogar zu wichtigen Dreh- und Angelpunkten für den Waren- und Personenverkehr im unteren Gailtal. „Doch nicht alle jubelten. Jahrhundertelang waren Saumhandel und Fuhrwerk für die Bevölkerung im Unteren Gailtal eine lukrative Einnahmequelle gewesen. Der Ausbau des Schienennetzes änderte dies grundlegend“, so Rogy.

Die Fuhrwerksdienste der Gailtaler Bauern wurden fortan nur noch für die Zulieferung zu den Bahnstationen benötigt. Ein wirtschaftlich deutlicher Einschnitt für die Fuhrwerksleute. „Sie waren die Verlierer der neuen Zeit. Schon 1880 begann man, über einen weiteren Ausbau der Bahnverbindung ins Gailtal im Anschluss an die Rudolfsbahn nachzudenken. Konkret Gestalt annehmen sollte dieses Projekt aber erst 1890“, so die Historikerin.

Niedrige Einnahmen enttäuschen Erwartungen
Ein Gailtalbahnkomitee wurde gegründet, um den Bau der Gailtalbahn zu fördern. Führende Persönlichkeiten waren der Ziegelfabrikant Felix von Mottoni, der Hermagorer Bürgermeister Franz Lambrecht und der Gastwirt Hans Gasser. 1893 erhielten sie die Konzession zum Bau und Betrieb der Bahn. Ursprünglich als Schmalspurbahn geplant, wurde schließlich eine Normalspurbahn umgesetzt. Die Strecke zwischen Arnoldstein und Hermagor wurde am 11. August 1894 eröffnet. Die Erwartungen an die Gailtalbahn waren hoch, jedoch blieben die Einnahmen hinter den Erwartungen zurück, und die Aktien verloren an Wert.

ORF
Jubiläumsfahrt 1974

Mit der Eisenbahn ins Skigebiet?
Wichtig wurde die Gailtalbahn für den allmählich aufkommenden Fremdenverkehr im Tal, denn die Fremden wollten möglichst bequem zu ihrem Urlaubsziel gelangen. Anlässlich der Bahneröffnung war für die Besucher des Tals eigens ein Führer durch das Gailtal aufgelegt worden, der sich als erfolgreicher Werbeträger erweisen sollte.

Vor zehn Jahren wurde der Personenverkehr zwischen Hermagor und Kötschach-Mauten eingestellt, die Eisenbahn-Trasse blieb jedoch erhalten. Ob der Bahnverkehr vielleicht eines Tages im Hinblick auf den Nassfeld-Tourismus, zumindest bis Tröpolach, wieder aufgenommen werden wird, wird die Zukunft weisen. Da gäbe es einige vergleichbare Beispiele, wie die Bahnstrecke zum Skigebiet Kronplatz in Südtirol.
16.08.2026, red, kaernten.ORF.at
Gailtalbahn war einst Tourismus-Motor
 

josef

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#14
"KENNST DU KÄRNTEN"
Als Protestantismus in Kärnten verboten war
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Der evangelische Glaube war in Kärnten lange Zeit verboten. Viele Gläubige zelebrierten ihre Religion daher geheim, der Geheimprotestantismus war geboren. Nach dem Toleranzpatent 1781 wurde dann für den Protestantismus regelrecht Werbung gemacht, vor allem in der Region Weißensee.
Online seit heute, 6.47 Uhr
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Im 16. Jahrhundert waren viele Kärntner Anhänger der neuen Lehre von Martin Luther geworden. Dies änderte sich jedoch wieder im Zuge der Gegenreformation, deren Ziel es war, den Protestantismus auch unter Anwendung von Gewalt zurückzudrängen. Die Menschen sollten wieder katholisch werden.

Bauern versteckten evangelische Schriften
Das gelang aber nicht in allen Bereichen, so war zum Beispiel im oberen Gailtal, im Gitschtal und am Weißensee die Gegenreformation nicht wirklich erfolgreich. Historikerin Heidi Rogy vom Geschichtsverein für Kärnten sagte: „Viele pflegten ihren Glauben im Verborgenen weiter. Oft waren Bücher und Postillen für die Evangelischen die wichtigste Quelle für ihr Glaubensleben. Da die Bauern diese aber offiziell nicht besitzen durften, waren sie sehr erfinderisch, wenn es darum ging, die Schriften zu verstecken. Immer wieder wurden Gerichtsdiener ausgeschickt, um nach den Publikationen zu suchen.“


Gemeinfrei Wikipedia Mefusbren69
Evangelische Kirche Techendorf

Die Bücher wurden damals illegal von Deutschland ins Land geschmuggelt. „Wurde ein Bücherschmuggler erwischt, musste er mit Gefängnisstrafe oder Vertreibung rechnen“, so Rogy.

Maria Theresia ließ Protestanten deportieren
Mitte des 18. Jahrhunderts erlebte dann im Habsburgerstaat der Kampf gegen den Geheimprotestatismus neue Dimensionen. „Aufgestöberte Geheimprotestanten wurden nach Siebenbürgen transmigriert. 1752 ordnete Maria Theresia zudem staatlicherseits die Errichtung von Missionsstationen an. Diese sollten dazu dienen, Geheimprotestanten wieder in den Schoß der katholischen Kirche zurückzuführen“, sagte die Historikerin.

Solche Missionsstationen entstanden im Gailtal unter anderem in Rattenforf, Mitschig und Hermagor. Aber auch da blieb der erhoffte Erfolg vorerst aus. „Nach dem Toleranzpatent von Kaiser Joseph II. 1781 zeigte es sich, dass es trotz aller Bemühungen nicht gelungen war, die Glaubenseinheit wiederherzustellen. Sehr rasch bildete sich eine evangelische Gemeinde Weißbriach mit einer Tochtergemeinde Weißensee und es kam in Weißbriach und in Techendorf zum Bau von Toleranzbethäusern.“


Gemeinfrei Wikipedia Raul de Chissota
Evangelische Kirche in Arriach

Werbung für den Weißensee
Man wusste die religiösen Verhältnisse am Weißensee auch touristisch zu nutzen. „In einer Zeitung wurde der Weißensee sogar Evangelischen, die gerne unter ihresgleichen weilen würden, als besonders passender Ort für den Sommeraufenthalt angepriesen.“ Man konnte aus dem Vollen schöpfen, denn so Rogy: „Zwar gab es in Techendorf nicht an allen Sonntagen eine evangelische Messe, doch verwies man darauf, dass Weißbriach vom Weißensee aus gut erreichbar wäre. In Weißbriach hatte man schon in den Jahren 1882 bis 1886 eine geräumige evangelische Kirche erbaut.“

Evangelische Kirchen entstanden
Mit diesen Kirchenbauten zeigten die Evangelischen immer mehr ihre Stärke und wollten damit auch der mittlerweile erreichten Gleichberechtigung Ausdruck verleihen. „Auch in Techendorf entschied man sich um die Jahrhundertwende dafür, eine evangelische Kirche zu bauen. Jene von Weißbriach diente dabei als Vorbild. Die Grundsteinlegung für die evangelische Kirche in Techendorf erfolgte im Juli 1900. Die Mitglieder der Pfarrgemeinde hatten nicht nur Baumaterialien zur Verfügung gestellt, sie hatten auch selbst tatkräftig angepackt. Unterstützung hatten sie aber auch unter anderem vom Gustav-Adolf-Verein sowie von den Weißbriachern und Sommergästen erhalten.“ Das motivierte auch die Protestanten in Arriach, die ebenfalls mit dem Bau einer Kirche begannen.
05.09.2026, red, kaernten.ORF.at
Als Protestantismus in Kärnten verboten war
 
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