Kuban-Kosaken beim Steinbruch Gablitz?

#1
Hallo zusammen,

ich kam neulich auf der Suche [ Wanderbericht hier] nach dem Peilerstein-Westgipfel (455m) bei Gablitz zufällig an den aufgelassenen Steinbrüchen vorbei.
Die Steinbrüche liegen am Nordosthang des Troppbergs (542m).

15-1.jpg

Ab dem Jahr 1785 wurden in Gablitz laut Ortschronik zehn Steinbrüche verzeichnet, drei davon in Höbersbach. In den alten AMAP-Karten von 1880 hieß der langgezogene Doppelgipfel noch Pallerstein, in der Chronik auch Ballerstein bzw. Palterstein. Daraus wurde 1960 der Pailterstein und ab 1980 hieß er Peilerstein. Der Steinbruch ist auch als Höbersbacher Steinbrach bekannt, wo Greifensteiner Schichten des Flysches aus dem Untereozän (über 34 Millionen Jahre alt) aufgeschlossen sind. Der Steinbruch ist seit über 70 Jahre für das Vorkommen von fossilem Harz bekannt (Copalin genannt, manchmal auch als Bernstein bezeichnet, aber es gibt signifikante Unterschiede zwischen beiden Arten). Um 1900 wurden die Steinbrüche stillgelegt.

Am gegenüberliegenden "Kamm" befanden sich zwei künstlich bearbeitete Steine:

17-1.jpg

und ....

16-1.jpg

Die Inschrift besagt Kuban-Kosaken oder Kubanische Kosaken. Bekannt dazu ist vor allem die Lienzer Kosakentragödie (mehrere Beiträge hier im Forum).

Ich hab ein wenig nachgelesen in den Chroniken von Gablitz. Dort befand sich 1940 ein Umsiedlerlager für „1000 volksdeutsche Rückwanderer aus Bessarabien“ - 1941 wurde es geräumt und diente fortan als Heereslazarett (Quelle). In einer anderen Quelle ist davon die Rede, dass bereits am 1. September 1939, also zu Kriegsbeginn, 900 Dobrutscha-Deutsche im Kloster „Kongregation der Töchter des göttlichen Heilands“ untergebracht waren.

Mir ist der Zusammenhang zum Steinfund dennoch nicht klar. Die Kosaken dienten in der deutschen Wehrmacht, aber von Gablitz ist mir nichts bekannt. Im ersten Weltkrieg dienten die Kuban-Kosaken als einzige irreguläre ukrainische Einheit in der kaiserlich-russischen Armee, aber kamen sie überhaupt in dieses Gebiet? Um "Volksdeutsche" handelte es sich bei den Kosaken wohl nicht?

Lg, Felix
 
Oben