Keine rosigen Aussichten für die Beschäftigten der deutschen Automobilkonzerne

josef

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#1
Bis zu 100.000 Stellen weg?
Bestürzung nach Bericht über Volkswagen
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Europas größter Autohersteller Volkswagen (VW) steht laut einem Bericht des „Manager Magazins“ vor einem weiteren großen Stellenabbau. In den nächsten Jahren sollen im Konzern weltweit bis zu 100.000 der aktuell rund 657.000 Arbeitsplätze wegfallen, so das Blatt am Freitag unter Berufung auf Insider. Auch Schließungen von Werken seien möglich. Gewerkschaften und Politik sind alarmiert. Die Pläne seien ein „Frontalangriff“ auf die VW-Beschäftigten.
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VW-Chef Oliver Blume habe seine Pläne für das Sanierungskonzept dem Vorstand vorgestellt. Wie genau sich die Zahl zusammensetze, sei noch nicht klar. In dem Papier stehe bewusst keine eindeutige Zahl, sagte ein weiterer Insider. Der Verlust so vieler Arbeitsplätze entspreche einer Verdoppelung des bisherigen Abbauziels, das in seiner Radikalität schon beispiellos gewesen sei, schrieb das „Manager Magazin“ weiter.

Bis 2030 hatte Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt, davon 35.000 bei der Kernmarke VW.

VW-Chef will „jeden Stein umdrehen“
Blume hat in den vergangenen Monaten wiederholt erklärt, dass das bisherige Geschäftsmodell von VW so nicht mehr funktioniere, der Konzern sich neu aufstellen müsse und die Kosten weiter sinken müssten. „Wir werden jeden Stein umdrehen“, hatte Blume bereits im Frühjahr angekündigt. Bisher hatte er es aber vermieden, Details zu möglichen Einsparungen zu nennen.

Ein Sprecher des Konzerns sagte, man kommentiere interne, vertrauliche Unterlagen nicht. Die zugrunde liegenden Sachverhalte würden in den zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet. Diesem Prozess solle nicht vorgegriffen werden. „Richtig ist, dass die gesamte Automobilindustrie und die Volkswagen Group eine tiefgreifende Transformation durchlaufen“, sagte er.

Der gesamte VW-Konzern einschließlich der Marken und Gesellschaften müsse sich tiefgreifend verändern. Der Konzernvorstand habe in den vergangenen Monaten intensiv an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens gearbeitet. „Es geht darum, das Unternehmen insgesamt effizienter und schlanker aufzustellen sowie technologische Synergiepotenziale konsequent zu nutzen.“ Der Aufsichtsrat soll am 9. Juli über das Thema beraten.

Werksschließungen möglich
Offen ist, wie die Pläne dort insbesondere bei den Arbeitnehmervertreterinnen und -vertretern sowie beim Bundesland Niedersachsen, wo der VW-Stammsitz ist, ankommen. Die beiden Gruppen stellen im Aufsichtsrat gemeinsam die Mehrheit. Das Land ist zudem mit 20 Prozent der Stimmrechte an VW beteiligt.
„Das Land Niedersachsen wird keiner Entwicklung zustimmen, die auf Werksschließungen als vermeintlich einfache Lösung setzt oder die bewährte Mitbestimmung infrage stellt“, teilten Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) und seine Stellvertreterin Julia Willie Hamburg (Grüne) mit.

Dem Bericht zufolge könnten mittelfristig vier Werke in Deutschland geschlossen werden. Mit dem Auslaufen der dort aktuell gefertigten Modelle werde die Produktion dem Plan zufolge gestoppt werden.
APA-Images/dpa/Jan Woitas
Vier Volkswagen-Werke könnten schließen, so der Bericht

Sparen will der Konzern dem „Manager Magazin“ zufolge auch bei der Modellpalette: Die Zahl der Fahrzeugmodelle im Konzern solle von bisher 150 auf weniger als 100 sinken. Auch ein mögliches US-Werk von Audi würde dem Rotstift zum Opfer fallen. Stattdessen solle Audi bei der neuen US-Marke Scout unterkommen.
Zudem solle der Konzern völlig neu sortiert werden, hieß es in dem Bericht weiter. So sollten sowohl die Kernmarke Volkswagen als auch die Komponententochter aus dem Konzernverbund herausgelöst und in eigene Gesellschaften eingebracht werden. In dieser Logik könnten auch einzelne abgespaltene Marken einfacher auf dem Kapitalmarkt platziert werden.

Scharfe Kritik von Gewerkschaft und Betriebsrat
Die Gewerkschaft IG Metall und der VW-Betriebsrat übten scharfe Kritik an den möglichen Plänen. „Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Macht verhindern“, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme von IG-Metall-Chefin Christiane Benner, Bezirksleiter Thorsten Gröger und Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Die deutsche Regierung wollte den Bericht am Freitag nicht kommentieren. „Wir versuchen, jede Schließung von Standorten in Deutschland natürlich zu verhindern“, so ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. „Am Ende sind das doch aber Entscheidungen der Unternehmen, die sie betriebswirtschaftlich treffen müssen.“

„Darf sich so nicht realisieren“
Einzelne Politiker aber drückten ihre Bestürzung aus: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte etwa: „Das darf sich so nicht realisieren. Deutschland darf sich nicht herunterfahren.“ Volkswagen gehöre zum Markenkern Deutschlands, so Kretschmer weiter: „Wenn dieses Unternehmen aufgibt, dann ist das fatal für unser ganzes Land.“

Der SPD-Politiker Adis Ahmetovic übte scharfe Kritik. „Sollte die jüngste Meldung stimmen, wäre sie ein Frontalangriff und eine deutliche Kampfansage“, so der Chef der SPD Hannover am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „Das Volkswagen-Management scheint sich inzwischen vor allem mit Ankündigungen zum Stellenabbau profilieren zu wollen.“ Den nötigen Aufschwung erreiche man nicht durch Kahlschlag.

Abbau von 37.000 Stellen fix
„Der geplante Stellenabbau bei VW ist eine bodenlose Sauerei“, sagte Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner. Zuletzt war es bei VW 2024 zum heftigen Tarifstreit gekommen. Mehrmals legte die IG Metall mit Warnstreiks die Produktion lahm. Erst kurz vor Weihnachten kam es nach einem einwöchigen Verhandlungsmarathon zum Kompromiss. Betriebsbedingte Kündigungen wurden ausgeschlossen, der Stellenabbau erfolgt vor allem über Altersteilzeit und Abfertigungsprogramme. Konzernweit haben bereits mehr als 37.000 Beschäftigte unterschrieben.
26.06.2026, red, ORF.at/Agenturen

Links:
VolkswagenDeutscher Bundestag
„Manager Magazin“-Artikel
Bis zu 100.000 Stellen weg?: Bestürzung nach Bericht über Volkswagen
 

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#2
35-Stunden-Woche
Mehr arbeiten ums gleiche Geld? Bei Mercedes wird der Sparkurs schärfer
Beim Stuttgarter Autobauer sollen die Kosten gedrückt werden. Arbeitszeitverlängerung steht im Raum. Dagegen haben die Gewerkschaften einiges einzuwenden
Die Produktion des Elektro-SUV GLC verläuft mehr als holprig. Das Modell ist das meistverkaufte Verbrennermodell des deutschen Autobauers Mercedes, das nun als Elektroauto auf den Markt gebracht worden ist. Mitte Mai war die gesammelte Politprominenz in Bremen geladen, um den Hochlauf der Produktion gebührend zu feiern. Allerdings verläuft dieser mehr als holprig. Es fehlen Batterien, wie das Handelsblatt berichtete. Sie kommen vom chinesischen Batterieriesen CATL. Eigentlich war die Anlieferung aus dessen Fabrik im ungarischen Debrecen geplant. Doch dort gab es Verzögerungen. Deswegen mussten die Batterien aus China angeliefert werden, was die Lieferzeit verlängert.

Das ist für den Autobauer mit dem Stern ein weiterer Rückschlag. Die einzigen Probleme sind es nicht. Das Sparprogramm wird verschärft, die Mitarbeiter sollen mehr arbeiten, ums gleiche Geld. Vor rund einer Woche erging eine entsprechende Nachricht an die Mitarbeiter. "Wir werden bei Mercedes-Benz Prozesse radikal beschleunigen und gewachsene Strukturen verschlanken", zitierte Reuters aus einem Brief des Vorstands, der an die gesamte Belegschaft in Deutschland ging. "Die Arbeitsstunde muss günstiger werden – in Entwicklung, Vertrieb, Verwaltung und Produktion. Der direkteste und in unseren Augen fairste Weg: Wir sollten in allen Bereichen für das gleiche Geld mehr arbeiten", formulierte es Vorstandschef Ola Källenius nüchtern.

Die 35-Stunden-Woche, eine Errungenschaft aus besseren Zeiten, steht zur Disposition. Dazu kommt, dass eine für Juli geplante Sonderzahlung ("Transformationsbaustein") "zunächst" auf 2027 verschoben wird. Sie macht immerhin fast ein Fünftel eines Monatsverdienstes aus. Rund 90.000 der 108.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland kommen in ihren Genuss. Eigentlich. Wäre die Lage nicht so angespannt. Im Klartext: Die Kosten in Deutschland sind zu hoch.


Es läuft nicht mehr rund bei den deutschen Autobauern. Auch bei Mercedes ist der Stern gesunken.
Mercedes-Benz AG; Mercedes-Benz

Keine guten Aussichten, wie man schon länger weiß. Im ersten Quartal schrumpfte das Konzernergebnis um 17,2 Prozent, im Vorjahr schmolz der Gewinn um knapp die Hälfte auf 5,3 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) ist um satte 57 Prozent abgesackt, der Umsatz "nur" um neun Prozent auf 132,2 Milliarden Euro gesunken. Der Gewinn ist das dritte Jahr in Folge geschrumpft. Es ist die bekannte giftige Mischung, die alle deutschen Autobauer trifft, die auch bei Mercedes ihre Wirkung entfaltet: Zölle, schwacher Dollar und Probleme im China-Geschäft. Insgesamt verkaufte Mercedes im vergangenen Jahr gut 1,8 Millionen Pkw – ein Minus von neun Prozent im Vergleich zu 2024. Am wichtigen chinesischen Markt steht Mercedes noch schlechter da als die anderen deutschen Autobauer, analysierte der deutsche Autoexperte Stefan Bratzel. Wie die deutsche Konkurrenz fährt auch Mercedes einen harten Sparkurs, der nun verschärft werden soll.

Kosten drücken
Und nun also noch die Probleme mit dem GLC, eigentlich ein Modell, das in Fachkreisen als das beste E-Auto, das die Stuttgarter je gebaut hätten, gelobt wird. Die Nachfrage sei da, bloß die Autos lassen auf sich warten. Im Werk in Bremen schmeckt das alles den Beschäftigten naturgemäß nicht. Das Handelsblatt berichtet von Protesten, nachdem die Beschäftigten vergangene Woche das Rundschreiben des Vorstands erreicht hatte. Laut den Sparplänen sollen demnach die Produktionskosten bis 2027 im Vergleich zu 2024 um zehn Prozent sinken.

Am Freitag verliehen die Leute auch in der Öffentlichkeit ihren Unmut Ausdruck. Tausende Beschäftigte gehen in Sindelfingen gegen die Ausweitung des Sparkurses bei dem Autobauer auf die Straße. Die IG Metall mobilisiert an mehreren Standorten und plant auch in der kommenden Woche Protestaktionen. "Die Beschäftigten sind mit den Plänen des Vorstands und des Abbaus des Sozialstaats nicht einverstanden“. Das Management wolle hart erkämpfte Errungenschaften zurückdrehen. Das sei keine Grundlage für weitere Gespräche, gab sich Gesamtbetriebsratschef Ergun Lümali am Freitag kämpferisch.
(Regina Bruckner, 3.7.2026)
Mehr arbeiten ums gleiche Geld? Bei Mercedes wird der Sparkurs schärfer
 

josef

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#3
Auszüge aus Artikel zu Mercedes:
Keine guten Aussichten, wie man schon länger weiß. Im ersten Quartal schrumpfte das Konzernergebnis um 17,2 Prozent, im Vorjahr schmolz der Gewinn um knapp die Hälfte auf 5,3 Milliarden Euro...
Wie die deutsche Konkurrenz fährt auch Mercedes einen harten Sparkurs, der nun verschärft werden soll...

Mal einfach kommentiert: Da müssen natürlich die Dividenden der Shareholder gesichert bzw. gerettet werden!
Die 35-Stunden-Woche, eine Errungenschaft aus besseren Zeiten, steht zur Disposition.
Das Sparprogramm wird verschärft, die Mitarbeiter sollen mehr arbeiten, ums gleiche Geld. Vor rund einer Woche erging eine entsprechende Nachricht an die Mitarbeiter. "Wir werden bei Mercedes-Benz Prozesse radikal beschleunigen und gewachsene Strukturen verschlanken"...
 

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#4
Kürzung
Porsche streicht laut "Handelsblatt" weitere 4000 Stellen
Besonders betroffen sind dem Bericht zufolge Mitarbeiter in den Bereichen Management und Verwaltung. Über ein weiteres Sparpaket wird verhandelt


Die konkrete Zahl der gekürzten Stellen hat Porsche bisher nicht bestätigt.
AFP/SILAS STEIN

Stuttgart – Dem angekündigten Stellenabbau beim deutschen Sportwagenhersteller Porsche könnten nach Informationen des Handelsblatts bis zu 4000 weitere Jobs zum Opfer fallen. Besonders betroffen sind dem Bericht zufolge Mitarbeiter in den Bereichen Management und Verwaltung. Am Entwicklungsstandort Weissach sollen rund 30 Prozent der Kapazitäten auf den Prüfstand. Ein Porsche-Sprecher wollte die konkrete Zahl der Stellen auf dpa-Anfrage nicht bestätigen.

Er verwies aber auf ein umfassendes Zukunftspaket, das derzeit in Arbeit sei, um das Unternehmen zu verschlanken. Das Paket soll bis Ende Juli vorgestellt werden. Derzeit verhandeln Management und Arbeitnehmervertreter über ein weiteres Sparpaket.

Porsche-Chef Michael Leiters hatte bereits im März einen umfassenden, weiteren Stellenabbau angekündigt, zusätzlich zu einem ersten Paket. Denn bis 2029 sollen in der Region Stuttgart bereits rund 1.900 Stellen sozialverträglich wegfallen. Auch die Verträge von etwa 2000 befristeten Angestellten sind ausgelaufen. Außerdem hatte Porsche im Mai angekündigt, drei Tochterfirmen zu schließen, was weitere 500 Beschäftigte betrifft. (APA, 5.7.2026)

Porsche streicht laut "Handelsblatt" weitere 4000 Stellen
 

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#5
Aufsichtsratssitzung
Sparprogramm bei VW: Modellpalette wird um bis zu 50 Prozent gestrafft
VW-Chef Blume stellte dem Aufsichtsrat seinen "Zukunftsplan" für den Konzern vor. Volkswagen richtet sich darauf ein, im Jahr nur noch neun Millionen Fahrzeuge zu bauen


Volkswagen will das Sparprogramm verschärfen.
IMAGO/Darius Simka

Wolfsburg – Volkswagen-Chef Oliver Blume hat dem Aufsichtsrat des Wolfsburger Autobauers seinen "Zukunftsplan" vorgestellt, mit dem er den Konzern aus der Krise führen will. Er blieb dabei aber vage.

"Wir machen den Volkswagen-Konzern schneller, robuster und wettbewerbsfähiger: durch weniger Komplexität, fokussierte Technologien, eine noch stärkere Ausrichtung von Produkten, Entwicklung und Produktion in den regionalen Märkten, den Abbau von Überkapazitäten, ein gestrafftes Beteiligungsportfolio und deutlich schlankere Strukturen", erklärte Blume am Donnerstagabend nach der Sitzung. Konkrete Schritte, wie das erreicht werden soll, nannte das Unternehmen nicht. Darüber soll erst nach der Sommerpause im Aufsichtsrat gesprochen werden.

Werksschließungen und Stellenstreichungen dürften aber Teil davon sein: Volkswagen richte sich darauf ein, künftig im Jahr nur noch neun Millionen Fahrzeuge zu bauen – vor der Corona-Pandemie waren es noch zwölf Millionen, in den vergangenen zwei Jahren sei die Kapazität bereits um zwei Millionen reduziert worden. Nach Medienberichten stehen vier Werke in Deutschland und mindestens 50.000 weitere Stellen zur Disposition. "Trotz der erzielten Fortschritte reichen im aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld die bislang geplanten Kostensenkungen aus den vereinbarten Programmen nicht aus", sagte Finanzvorstand Arno Antlitz.

Strukturelle Maßnahmen
Es gehe um strukturelle Maßnahmen: "Dazu gehört, die Kostenstruktur unserer Fahrzeuge zu verbessern, ohne die Produktsubstanz zu beeinträchtigen, die Gemeinkosten deutlich abzusenken, die Effizienz unserer Werke zu steigern sowie Technologieentwicklung und Entscheidungsfindung zu beschleunigen."

Unter anderem soll dazu die Modellpalette um bis zu 50 Prozent reduziert werden, die Angebotsvielfalt soll sogar um drei Viertel gesenkt werden. "Diese Handlungsbedarfe werden in dem vorgelegten Zukunftsplan adressiert", sagte Antlitz. "Dabei kommt es entscheidend auf die rasche und konsequente Umsetzung an."

Ringen um Werksschließungen und Stellenabbau bei VW
(Reuters, APA, red, 9.7.2026)
Sparprogramm bei VW: Modellpalette wird um bis zu 50 Prozent gestrafft
 
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#6
Ab in die Puszta...

Autoland Ungarn
Mercedes erweitert das Werk in Kecskemet
Eine Milliarde Euro investiert: Zu Eröffnung und Produktionsstart der elektrischen C-Klasse gab sich Polit- und Wirtschaftsprominenz ein Stelldichein

Mercedes-Konzernchef Ola Källenius (links) und der ungarische Ministerpräsident Peter Magyar im Gruppenbild zu den Feierlichkeiten in Kecskemet.
Mercedes-Benz

Verkehrte Welt: Da stellt sich der Vorstandsvorsitzende eines der traditionsreichsten und größten deutschen Konzerne hin und spricht kein einziges deutsches Wort, nur englisch. Dann begibt sich der ungarische Ministerpräsident ans Rednerpult und leitet seine Ansprache mit fünf Minuten in fehlerfreiem Deutsch ein. Die Rede ist von Ola Källenius und Peter Magyar, Anlass: Die Feierlichkeiten zur Eröffnung der Werkserweiterung in Kecskemet und der Produktionsstart der elektrischen C-Klasse dort.

Der Countdown ist gelaufen, rund 200 Medienvertreter blicken erwartungsvoll auf die Bühne, die bekannte ungarische Moderatorin Edit Szalay im Muleta-roten Sommerkostüm führt durch die von reichlich Polit- und Wirtschaftsprominenz heimgesuchte Veranstaltung, aber lassen wir nach Christian Dickert, seit kurzem Produktionsleiter des ungarischen Mercedes-Werks – er ortet im Standort ein "solides Fundament für morgen" – gleich den Chef zu Wort kommen. "Das passiert einem auch nicht alle Tage: Der Herr Ministerpräsident fuhr mich in der neuen elektrischen C-Klasse hierher, und Sie können mir glauben, er ist ein ausgezeichneter Fahrer."


Von 200 auf 440 Hektar hat sich die Werksfläche mehr als verdoppelt, Solarstrom deckt 25 Prozent des Energiebedarfs.
Mercedes-Benz

140 Jahre nach der hauseigenen Erfindung des Automobils (welche Sprache werden Carl Benz und Gottlieb Daimler wohl gesprochen haben?) begännen mit E-Mobilität, Digitalisierung und Vernetzung die nächsten 140, wofür man sich gut aufgestellt und vermittels auch dieses hochmodernen Werks gut gerüstet wähnt: "Wir stehen mitten in der größten Modell- und Technologieoffensive unserer Unternehmensgeschichte. Und der beste Weg für die Zukunft ist, sie selbst zu erfinden."

Daran knüpft der Ministerpräsident auf Deutsch an, er bringt gleich Ungarn als Mitspieler ein: "Fortschritt beginnt oft dort, wo Menschen den Mut haben, Dinge zu hinterfragen." Sympathischerweise bemüht er dann einen sozusagen "Beute-Ungarn", Bela Barenyi, den zu Zeiten Österreich-Ungarns 1907 in Hirtenberg geborenen Begründer der passiven Sicherheit, Stichwort Knautschzone. Der sei eines Tages vor den Toren eines Werks gestanden und habe gesagt: "Ihr macht hier alles falsch" – woraufhin der Leiter dort ihn eingestellt habe. Klassische "Se non è vero, è ben trovato"-Geschichte, Magyars Pointe dazu: "Die heutigen Barenyis sind hier, studieren an unseren Unis, klopfen an unsere Tore."


Auch für die Batterie-Endmontage wurde eine neue Halle errichtet. Der Akku ist schließlich das Herzstück der Elektromobilität.
Mercedes-Benz

2300 deutsche Firmen seien in seiner Heimat aktiv, Magyar findet Worte der Anerkennung für den größten Investor im Lande, kündigt weitere Investitionen in Infrastruktur und Straßenbau an und eine digitale Offensive, denn auch die Regierung müsse ihre Beiträge zum Prosperieren leisten, und in der Tat, da wird viel gebaut, auf dem Weg runter ins ungarische Mesopotamien – Kecskemet liegt im Donau-Theiß-Zweistromland – fand sich für automobil An- und Abreisende vor Budapest mit 45 km Länge eine Guinness-Buch-rekordverdächtige Autobahnbaustelle.

Jedenfalls, ein letztes Mal zurück zum Ministerpräsidenten, "das erweiterte Werk ist Mercedes’ zweitgrößtes überhaupt und das größte in Europa, es stärkt Ungarns globale Position". Danach hebt Produktionsvorstand Michael Schiebe hervor, die dringend erforderliche Flexibilität liege den Ungarn im Blute, schildert die Größenordnung, von der die Rede ist: "Wir haben seit 2022 eine Milliarde Euro in die Werkserweiterung investiert und die Fläche von 220 Hektar auf 440 mehr als verdoppelt." Der Fokus habe dabei klar auf Digitalisierung, Flexibilität und höchste Effizienz gelegen, sodass man sich gut gerüstet sieht für allfällige Veränderungen.


Damit die elektrische C-Klasse den Qualitätskriterien entspricht, blickt sich final in jeder ein KI-Helfer genauer um – sein Name: Kobold.
Mercedes-Benz

Zuletzt lässt er die Überraschungs-Katze aus dem Sack, kleines Gastgeschenk: "Unsere kommende kleine G-Klasse wird exklusiv in Kecskemet gebaut." Applaus, Applaus, die Hüllen des Veranstaltungsraumes heben sich und es zeigt sich, er befindet sich mitten in der Produktionshalle; dramaturgisch passend links und rechts flankiert von der C-Klasse.

Wie dieses hochautomatisierte Werk, in dem auch A-Klasse und GLB gebaut werden, tickt, sei nur noch kurz umrissen mit Schlagworten wie Digitale Produktionstechnologien und KI-gesteuerte Produktion. Rund 5000 Mitarbeiter finden hier Arbeit, die gegenwärtige Verbrenner-C-Klasse wird weiterhin in Bremen gebaut. Mercedes hat ein neues Presswerk hochgezogen, neue Hallen für Rohbau, Lackierung, (End-)Montage – wo abschließend ein KI-Helfer namens Kobold nach dem Rechten sieht – und Batterie-Endmontage. Komplett hochgefahren ist die C-Klasse-Produktion dann in einigen Monaten, über den Produktionsausstoß selbst breitet der Hersteller den Mantel des Schweigens.


Ola Källenius und Péter Magyar beim Rundgang durch die neuen Produktionshallen. 5000 Mitarbeiter finden im Mercedes-Werk Beschäftigung.
Mercedes-Benz AG; Mercedes-Benz

Zuletzt noch ein paar allgemeine Beobachtungen. Eine Milliarde hat der Konzern investiert: Schön für Ungarn – in der unschönen Konsequenz ist das aber natürlich eine weitere Episode in der Großerzählung "Deutschland schafft sich ab (als Wirtschaftssupermacht)", verfehlte Politik und Gewinnfixierung der Konzerne bilden das Hintergrundflackern.

Ungarn indes demonstriert, was man mit kluger Ansiedlungspolitik erreichen kann. Suzuki und Audi waren die Ersten, inzwischen produziert auch BMW dort, BYD zieht gerade ein erstes europäisches Werk hoch, Opel (Stellantis) baut noch Motoren. Und was das Herz der E-Mobilität betrifft: Samsung SDI, SK Innovation (beide aus Korea) und CATL produzieren bereits Akkus in Ungarn, BYD, EVE Energy und Sunwoda, allesamt aus dem kapitalkommunistischen China, kommen in Bälde hinzu. Her mit den heutigen Barenyis.
(Andreas Stockinger, 14.7.2026)
Mercedes erweitert das Werk in Kecskemet
 

struwwelpeter

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#8
Produzierendes Gewerbe:
Ungarn hatte eine Veränderung zum Vorjahr von 8,2% oder ca. 1,20 Euro - Österreich dagegen nur ca. die Hälfte (4,5%) oder ca. 2 Euro.
Daran sieht man, dass Länder mit niedrigem Lohnniveau das Einkommen in Euro nur in Jahrzehnten aufholen können - auch wenn sie in % doppelt pro Jahr steigen. Da hängen natürlich dann auch z.B. die Spitäler dran. Trotz Massen an Beschäftigten bleibt durch die geringe Bezahlung zuwenig in der Kassa um eine vernünftige Grundversorgung aufzustellen.

Die Arbeiter dieser Länder sind quasi die "ewigen" Lohnsklaven der neuen Welt.
Und den Arbeitern im "Westen" wird es schrittweise genommen - weil die Arbeit wird ja verlagert.

Hier im Forum sind auch EX-DDR User. Die können sicher auch so Ähnliches berichten.
 

josef

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#9
Rasanter Schwund von Jobs in Autoindustrie
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Die durch chinesische Konkurrenz und hohe US-Zölle in Bedrängnis geratene deutsche Autoindustrie beschäftigt so wenige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Im ersten Halbjahr zählte sie nur noch 691.500 Mitarbeiter. Die Krise wirkt sich auch auf Österreich aus. Die Zulieferindustrie hängt stark von Deutschland ab.
Online seit heute, 19.01 Uhr
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„Seit 2005 waren noch nie weniger Menschen in der Branche beschäftigt“, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Binnen eines Jahres sank die Zahl um 42.300 bzw. 5,8 Prozent. In keinem anderen großen Industriezweig fielen in Deutschland so viele Jobs weg.

Dennoch bleibt die Automobilbranche der zweitgrößte Industriearbeitgeber mit 691.500 Beschäftigten nach dem Maschinenbau mit 905.900 Beschäftigten (-2,7 Prozent). Auch die deutsche Industrie insgesamt baute im ersten Halbjahr Stellen ab. Im Verarbeitenden Gewerbe wurden Ende Juni noch 5,29 Millionen Beschäftigte gezählt und damit 144.100 bzw. 2,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Neben Auto- und Maschinenbauern kommen auch die Metallerzeuger (-3,8 Prozent auf 471.700), die chemische Industrie (-3,6 Prozent auf 312.000) sowie die Hersteller von elektrischer Ausrüstung (-3,4 Prozent auf 374.500) mit weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus.

„Nicht rechtzeitig darauf eingestellt“
„Die Zahlen zeigen, mit welcher Wucht der China-Schock die deutsche Industrie trifft“, sagte der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, Cyrus de la Rubia. Der Wettbewerb mit chinesischen Anbietern auf dem dortigen Markt und auf Drittmärkten habe innerhalb kürzester Zeit stark an Intensität gewonnen. „Darauf haben sich die deutschen Autobauer nicht rechtzeitig eingestellt“, sagte de la Rubia. Teure Energie, hohe Kosten im Zusammenhang mit Regulierung und Verwaltung sowie eine über Jahrzehnte vernachlässigte Infrastruktur belasteten Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich.

Konzerne reagieren mit Sparkurs
Die deutschen Autobauer verschärften zuletzt ihren Sparkurs. Im Volkswagen-Konzern stehen weitere 50.000 Stellen zur Disposition, überwiegend in Deutschland. Die Sportwagentochter Porsche hat kürzlich den Wegfall von 5.000 Jobs bis 2032 beschlossen. Auch der als krisenfest geltende Münchener Autobauer BMW will laut Insidern rund 8.000 Stellen in Verwaltung und Entwicklung streichen. Mercedes-Benz setzt den Sparkurs nach dem freiwilligen Ausscheiden Tausender Mitarbeiter außerhalb der Produktion fort, ohne Zahlen zu nennen.

APA/dpa/Jörg Sarbach
Immer weniger deutsche Autos werden – so wie hier VWs in Emden – verschifft

Trendwende noch nicht in Sicht
Eine schnelle Trendwende erwarten Fachleute nicht. „Beim Thema Jobs gibt es keinerlei Entwarnung – im Gegenteil“, sagte Jan Brorhilker von der Unternehmensberatung EY. „Viele Unternehmen haben ihren Restrukturierungskurs noch lange nicht abgeschlossen.“

Angesichts hoher Arbeitskosten, einer schwachen Produktivitätsentwicklung und des immer schärfer werdenden internationalen Wettbewerbs planten viele Unternehmen, in Deutschland noch mehr Stellen abzubauen. „Selbst wenn sich die Umsätze stabilisieren, werden wir in der Industrie weitere Jobverluste sehen“, warnte Brorhilker. EY zufolge sind die Industrieumsätze im zweiten Quartal um 4,7 Prozent gestiegen, nach einem Plus von 1,7 Prozent zu Jahresbeginn.

„Wirtschaftspolitische Wende“
Die exportabhängige deutsche Industrie steht von mehreren Seiten unter Druck. Ihr wichtigster Kunde USA hat unter ihrem Präsidenten Donald Trump hohe Importzölle verhängt, die die Nachfrage nach Waren „made in Germany“ drücken. China wiederum stellt inzwischen viele Produkte her, die früher aus Deutschland importiert wurden – etwa Autos und Maschinen. Die Folge: Die deutschen Exporte in die Volksrepublik brachen in den ersten sechs Monaten um mehr als zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf knapp 37 Milliarden Euro ein, während das US-Geschäft um rund sechs Prozent auf gut 74 Milliarden Euro schrumpfte.

Ruf nach Schutzzöllen für Schlüsselbranchen
„Deutschland braucht als Antwort dringend eine wirtschaftspolitische Wende hin zu einer offensiven und kraftvollen Industriepolitik“, forderte der wissenschaftliche Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien.
Gefragt sind deshalb nun die konsequente Anwendung von Klauseln für europäische Produkte bei öffentlicher Beschaffung und staatlicher Förderung etwa von E-Autos, selektive Schutzzölle für Schlüsselbranchen und gezielte Förderung von Zukunftstechnologien.

Regierung „auf dem richtigen Weg“
Chefvolkswirt de la Rubia sieht bereits einige Weichenstellungen. „Die Bundesregierung ist mit ihren Reformen in weiten Teilen auf dem richtigen Weg“, sagte er. „Die Infrastruktur wird erneuert, die steuerliche Belastung soll sinken.“ Mehr Ressourcen sollten in Forschung und Entwicklung im Rüstungsbereich fließen. Davon könne die Volkswirtschaft noch stärker profitieren, da diese Ausgaben üblicherweise auch in die zivilen Sektoren ausstrahlten.
14.08.2026, guti, ORF.at/Agenturen

Deutschland: Rasanter Schwund von Jobs in Autoindustrie
 

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#11
Lage „mehr als kritisch“
VW-Chef stimmt auf Krisenmodus ein
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Volkswagen-Chef Oliver Blume hat mit Blick auf die beim deutschen Autokonzern anstehenden Herausforderungen die gesamte Belegschaft zu Zusammenhalt aufgerufen. „Auf die nächsten Wochen kommt es an: Alle müssen mitziehen. Wir haben den größten Transformationsplan in der Geschichte des Volkswagen-Konzerns aufgesetzt“, stimmte Blume die VW-Belegschaft im Interview mit der „Bild am Sonntag“ auf einen wohl tiefgreifenden Krisenmodus ein.
Online seit heute, 20.20 Uhr
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Die nächsten Jahre seien entscheidend, wer im Rennen bleibe und wer an die Spitze fahre. Es gebe enormen Spardruck, der auf einen fundamentalen Marktwandel und globale Verwerfungen zurückzuführen sei, wie Blume ausführte.

Die weltweite Autoindustrie sei nach den Worten des VW-Chefs in einer „Megakrise“: „Und der Volkswagen-Konzern ist mittendrin. Geopolitik, Handelsbarrieren, Regulatorik, schwache Märkte und massiver Wettbewerb fordern alle.“

Außerordentliche Betriebsversammlungen
In der kommenden Woche steht Medienberichten zufolge bei Volkswagen eine Reihe von außerordentlichen Betriebsversammlungen an. Den Auftakt macht am 25. August Wolfsburg, tags darauf folgen Emden und Zwickau und Betriebsversammlungen in weiteren deutschen VW-Standorten, den Abschluss macht am 31. August Hannover.

Insgesamt sind in den nächsten Tagen bis Ende August neun Betriebsversammlungen etwa in Braunschweig, Salzgitter, Dresden, Chemnitz und Kassel-Baunatal geplant, bei denen der Vorstand der Belegschaft Rede und Antwort stehen soll. Die Arbeitnehmerseite fordert vom Vorstand Details zu den zuletzt kolportierten Sparplänen und Entlassungen.

Zehntausende Jobs betroffen
Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, an einem neuen „Zielbild 2030“ für VW zu arbeiten und dabei den Sparkurs deutlich zu verschärfen. Seitdem wird bei dem Konzern um vier Werke und bis zu 50.000 zusätzliche Stellen gebangt. Blume hatte erst kürzlich in einem Interview im VW-Intranet gesagt, die Lage bei VW sei „mehr als kritisch“. Es gebe dringenden Handlungsbedarf. Die Rendite von 3,8 Prozent sei zwar solide, reiche aber bei Weitem nicht aus, um dauerhaft ausreichende Mittel für neue Technologien und Produkte sowie die Standorte zu erwirtschaften.
Bisherige Einsparungen, etwa um durchschnittlich 20 Prozent gesenkte Fabrikkosten in deutschen Autofabriken im vergangenen Jahr, seien noch nicht ausreichend. „Wir sind überdimensioniert. Das macht uns oft zu langsam und zu kompliziert“, beschrieb der VW-Chef das Problem.

Noch keine Entscheidungen über Werksschließungen
Mit Blick auf die als bedroht bezeichneten VW-Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm wiederholte Blume, dass hier noch keine Entscheidung über „konkrete Werksschließungen“ getroffen wurde. Die im Raum stehende Zahl von 50.000 bedrohten Stellen bezeichnete Blume als „keine fixe Zielgröße“. Sie errechne sich aus dem Kostenziel im Vergleich zum Wettbewerb und gebe eine Orientierung, wie groß der Handlungsbedarf sei.

Deutsche Autoindustrie mit so wenigen Jobs wie 2005
Wie das deutsche Statistikamt zuletzt mitteilte, beschäftigt die unter anderem durch chinesische Konkurrenten und hohe US-Zölle in Bedrängnis geratene deutsche Autoindustrie derzeit so wenige Mitarbeitende wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Im ersten Halbjahr seien es noch 691.500 Jobs gewesen.

„Seit 2005 waren noch nie weniger Menschen in der Branche beschäftigt“, so das deutsche Statistische Bundesamt am Freitag. Binnen eines Jahres sank die Zahl um 42.300. In keinem anderen großen Industriezweig fielen in Deutschland so viele Jobs weg. Dennoch bleibt die Automobilbranche der zweitgrößte Industriearbeitgeber nach dem Maschinenbau mit 905.900 Beschäftigten.

„Beim Thema Jobs gibt es keinerlei Entwarnung“
Quer durch die deutsche Autobranche bleiben die Zeichen auf einem verschärften Sparkurs. So beschloss etwa auch die VW-Sportwagentochter Porsche kürzlich den Wegfall von 5.000 Jobs bis 2032. Der als krisenfest geltende Münchner Autobauer BMW will Berichten zufolge rund 8.000 Stellen in Verwaltung und Entwicklung streichen. Mercedes-Benz setzt den Sparkurs nach dem freiwilligen Ausscheiden Tausender Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen außerhalb der Produktion fort, ohne Zahlen zu nennen.

Eine schnelle Trendwende erwarten Experten nicht. „Beim Thema Jobs gibt es keinerlei Entwarnung – im Gegenteil“, sagte Jan Brorhilker von der Unternehmensberatung EY. „Viele Unternehmen haben ihren Restrukturierungskurs noch lange nicht abgeschlossen.“

Die exportabhängige deutsche Industrie steht von mehreren Seiten unter Druck. Ihr wichtigster Kunde USA hat unter Präsident Donald Trump hohe Importzölle verhängt, die die Nachfrage nach Waren „Made in Germany“ drücken. China wiederum stellt inzwischen viele Produkte her, die früher aus Deutschland importiert wurden – etwa Autos und Maschinen.
23.08.2026, red, ORF.at/Agenturen
Links:
28 Milliarden Euro Dividende bei VW: Hätte das Management das Geld lieber investieren sollen?
VW-Chef Oliver Blume geht auf Crashkurs mit der Belegschaft


Lage „mehr als kritisch“: VW-Chef stimmt auf Krisenmodus ein
 
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