Kasernen in Graz und deren Belegung vor Beginn des Krieges.

TORad

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#1
Schönen Nachmittag,

wie ihr bemerkt habt suche ich Standorte (Kasernen) der Wehrmach vor Kriegsbeginn und deren Belegung.
Nun bin ich schon fast fertig zumindest was die Heereseinheiten betrifft. Selbst Wien wird schön langsam grün.
Nur die Stadt Graz ist ein roter bereich.
Bisher konnte ich nur das Kommando der 3. Gebirgsdivision sicher zuordnen nämlich in das alte K.u.K. Korpsgebäude in der Glacisstraße 39-41.
Mit fragezeichen ist die Unterkunft der Gebirgs Nachrichten Abteilung 68 vermutlich in der Schönau Kaserne später Kirchner Kaserne in der Kasernenstraße 24.
Beim II. Bataillon des Gebirgsjäger Regiment 138 könnte eventuell die Kaiser Franz Josef Kaserne in frage kommen wenn die Truppe nicht schon in die Unterkunft in die heutige Gabelenz Kaserne damals Jäger Kaserne übersiedelt war. Bei diesen Angabe bin ich mir nicht ganz sicher.

Eine Vermutung ist Gebirgs Artillerie Regiment 112 wo der Stab sowie die I. und III. Abteilung in Graz lag (I. Abteilungs sollte nach Leoben übersiedeln) die lagen Vielleicht in der Feldzeugamt Kaserne Lazarettgasse 21 (Oeverseegasse 16).

Keine Ahnung habe ich wo die Gebirgs Panzerabwehr Abteilung 48 oder das Gebirgs Pionier Bataillon 83 seine Unterkünfte haben könnte.

Als einzige noch nicht belegte Kaseren in Graz könnte die Reiter Kaserne gelten aber war die noch in Militärischer Nutzung?

Über Hinweise oder Bestätigungen würde ich mich sehr freuen,

Grüße
Ralf
 

TORad

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#2
Schönen Nachmittag,

In einem Telefonbuch aus der Steiermark habe ich Adressen von militärischen Standorten aus Graz gefunden.
Vielleicht gibt es ja auch Fotos dazu.

3. Gebirgsdivision, Graz, Glacisstraße 39

Gebirgsjägerregiment 138, II. Bataillon, Graz, Laudongasse 8

Gebirgsartillerieregiment 112, Regimentskommando, Große Leonhardkaserne, Graz, Leonhardstraße

I. u. III. Abt./Gebirgsartillerieregiment 112, Graz, Lazarettgürtel 156

Gebirgspionierbataillon 83, Graz, NW (Göstling)

Gebirgsnachrichtenabteilung 68, Graz, Kasernengasse 24

Panzerabwehrabteilung 48, Graz Kernstockg. 11

Fliegerhorstkommandantur und Sturzkampfgruppe I/168 Thalerhof,

Standortarzt und Erweitertes Krankenrevier, Graz Stahemberggasse 13

Gebirgssanitätsanstalt 43, Graz Glacisstaße 39

Wehrbezirkskommando Graz, Graz, Beethofenstraße 9

Wehrmeldeamt Graz 1, Graz, Elisabethstraße 11

Wehrmeldeamt Graz 2, Graz Elisabethstraße 11

Wehrwirtschaftstelle Bezirk Graz, Graz Hofgasse 12

Heeresstandortverwaltung Graz, Graz, Herdergasse3

Heeresstandortkasse und Standortlohnstelle Graz, Graz, Johan Flux Gasse 26

Heeresbauamt Graz I., Graz, Rosenberggürtel 26

Heeresbauamt Graz II., Graz , Grabenstraße 56

Heeresverpflegungshauptamt Graz, Graz, Petersgasse 4

Heeresnebenzeugamt Graz, Graz W (Wetzelsdorf) Peter Rosegger Straße

Heeresfachschule für Verwaltung, Graz, Herrgottwiesgasse 7,

Großes Militärwaisenhaus Potsdam, Haus Liebenau bei Graz, Graz SO (liebenau)

Wehrmachtsführsorgeoffizier, Graz Kernstockgasse 11,

Grüße
Ralf
 

TORad

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#3
Mahlzeit,

Ich konnte nun genauer zuordnen:

Kommando der 3. Gebirgsdivision sicher zuordnen nämlich in das alte K.u.K. Korpsgebäude in der Glacisstraße 39-41 heute Studentenheim.
Gebirgsjägerregiment 138, II. Bataillon, Graz, Laudongasse 8, das ist die alte Landwehr Kaserne (Feldmarschal Daun Kaserne) und die Kaiser Franz Josef Kaserne (viereck Alte Poststraße, Stahemberggasse, Wagner Birostraße, Eggenbergerstraße), eine verlegung in die heutige Gabelenz kaserne war geplant diese wurde ab 1939 gebaut.
Gebirgsartillerieregiment 112, Regimentskommando, Große Leonhardkaserne (Reiterkaserne), Graz, Leonhardstraße 82 u. 84
I. u. III. Abt./Gebirgsartillerieregiment 112, Graz, Lazarettgürtel 156, da gibt es große Probleme entweder ist die Adresse Lazarettgürtel 56 da wären entsprechende Gebäude oder die Adresse stimmt dam müssten dort Baracken gewesen sein.
Gebirgspionierbataillon 83, Graz, NW (Göstling), wahrscheinlich Barackenlager Exerzierplatzstraße Beweise fehlen
Gebirgsnachrichtenabteilung 68, Graz, Kasernengasse 24, ehemalige Kirchner Kaserne (Schönauer Kaserne)
Panzerabwehrabteilung 48, Graz Kernstockg. 11, Dominikanerkaserne.
Gebirgssanitätsanstalt 43, Graz Glacisstaße 39, bei dem Kommando 3. Gebirgsdivision

Über Ergänzugen oder Korrekturen freue ich mich sehr.

Grüße
Ralf
 
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#4
Ich habe hier ein paar Grazer Kasernen/Behörden Liegenschaften bzw. besondere Vorkommnisse der letzten 100Jahre zusammengeschrieben:

  • Kaserne Glacisstraße 39-41 – 8010 Graz K.u.K. Korpsgebäude - u.a. war hier: Kommando der 3. Gebirgsdivision, Gebirgssanitätsanstalt... Ansichtskarte 1905, Foto Link heute; wird heute als Stundenunterkunft genutzt

  • Kaserne Lazarettgürtel damals I. u. III. Abt./Gebirgsartillerieregiment 112 - Lazarettgürtel 56 - 8020 Graz
Google Maps Link


  • Feldzeugamtskaserne - Lazaretgasse 23 – 8020 Graz
Google Maps Link
laut Wikipedia: Denkmalschutz nach 2010 aufgehoben, nachdem Jahre zuvor unerlaubt im Hauptgebäude Dachbodenausbau erfolgt war, Abriss der Stallungen im Mai 2013


  • Grenadierkaserne - Grenadiergasse 1 – 8020 Graz
Google Maps Link
laut Wikipedia: Der stattliche Vierflügelbau mit Rundbogen-Steinportal wurde um 1680 errichtet und diente zunächst als Waisenhaus. Im 18. Jahrhundert erfolgten zwei Umbauten. Heute wird das Gebäude als Schule genützt und beherbergt auch einen Gebetssaal der Altkatholischen Kirche.


  • Dominikanerkaserne - Panzerabwehrabteilung 48 - Grenadiergasse 14/Kernstockgasse 11 - 8020 Graz
Google Maps Link

laut Wikipedia: Das hakenförmige viergeschossige Gebäude mit klassizistischen Fassaden wurde 1812 errichtet. Es diente zunächst als Kaserne sowie nach 1946 längere Zeit als Landesschülerheim.


Grazer Synagoge
Synagoge (Graz) – Wikipedia

in der Reichskristallnacht vom 9. zum 10. November 1938 wurde die Synagoge durch den Grazer Bürgermeister Julius Kaspar eigenhändig in Brand gesetzt, zerstört und das gesamte Areal eingeebnet, um die Erinnerung an die Synagoge auszulöschen. Sämtliche Grazer Juden wurden in weiterer Folge nach Wien deportiert und Graz zur ersten „judenfreien“ Großstadt der Ostmark erklärt.

  • Reiterkaserne - Leonhardstraße 82 u. 84 8010 Graz; Gebirgsartillerieregiment 112, Regimentskommando, große Leonhardkaserne – Die Straßenbahnhaltestelle heißt heute noch Reiterkaserne. Ein Teil wird heute als Kunstuniversität genutzt. Google Maps Link Dahinter ist heute das Militärische Immobilienmanagementzentrum - umfasst alle Aufgaben im militärischen Bau-, Liegenschafts-, Vermessungs- und Wirtschaftswesen des ÖBH. Es hat früher (2005) HEERESBAUVERWALTUNG SÜD geheißen. ÖBH Link, Google Maps 3D Link

  • Gablenzkaserne / damals Jägerkaserne
Straßganger Straße 360, 8054 Graz
ÖBH Link, ÖBH Link Geschichte

  • Hummelkaserne Peter-Rosegger-Straße 36, 8053 Graz
abgerissen, Google Maps Link, ORF Bericht Link
Lager Kaserne ohne Bahnanschluss


  • Eisenbahnlogistik Kaserne in Graz Puntigam - Feldzeuglager, HZA Graz; laut diesem Zeitungsbericht hat es Feldzeuglager geheißen – man nannte es auch Heereszeugsamt; heute befindet sich dort u.a. die Berufsfeuerwehr Graz. Das ganze Areal war früher Militär/Behörden Gelände. Ein 100 Jahre altes Schwimmbad befindet sich noch dort daneben: YouTube-Link, Google Maps 3D Link

  • Eisenbahnahnlogistik Kaserne:
Graz-Gösting – Lagerkaserne - Heeresmagazine Gösting: heute befindet sich dort das HTL Bulme Werkstätten Gelände Google Maps Link, Wikipedia Foto Link

  • Belgier Kaserne / damals SS-Kaserne
ÖBH Link, ein Zeitungsbericht mit Fotos von dieser Kaserne


  • Kirchnerkaserne / damals Schönau Kaserne - Gebirgsnachrichtenabteilung 68
Kasernstraße 27, 8010 Graz, wird in den nächsten Wochen abgerissen, unterhalb befand sich das Lager Liebenau.
Google Maps Link, Krone Zeitungsbericht, ÖBH Link
Geschichte der Kaserne

  • Lendkaserne - Josefigasse 42 8020 Graz
laut Wikipedia: Die Lendkaserne wurde 1748 als erstes Grazer Kasernengebäude errichtet, musste jedoch nachdem es 1764 einem Feuer zum Opfer fiel neu aufgebaut werden. Danach fungierte es bis zum Jahr 1919 als Depot und Unterkunft unterschiedlicher Truppengattungen. Die Polizei Inspektion Lendplatz war hier vor ein paar Jahren noch eingemietet. Google Maps Link


  • Kaserne ? - in Graz Eggenberg
Koloniegasse 8020 Graz
Google Maps Link, wird 100 Jahre alt sein


  • Kaserne ? in Puntigam - Herrgottwiesgasse
Google Maps Link hier war damals die Freiwillige Feuerwehr Puntigam bei Graz; heute ist dort der Grüne Kreuz Rettungsdienst und das Flüchtlingsverteilzentrum


  • Laudonkaserne - Laudongasse 29 8020 Graz
eine Wohnanlage in Graz, die in der Vergangenheit von einer Kaserne bis zur Schuhfabrik viel erlebt hat -
Street of Graz Link, Google Maps Link


  • Feuerwehr / Kaserne – Traungauergasse 12 – 8020 Graz
Feuerschutzpolizei - gegenüber dem Hauptbahnhof Graz
Hier war damals die alte Feuerwehrschule. 1932 Jahren wurde die steirische Feuerwehrschule in Graz gegründet - 1973 nach Lebring verlegt.
YouTube Link, Google Maps Link
 
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#5
  • Kaserne ? - in Graz Eggenberg
Koloniegasse 8020 Graz
Google Maps Link, wird 100 Jahre alt sein
Die Kaserne in der Koloniegasse ist und war keine.


Gebirgspionierbataillon 83, Graz, NW (Göstling), wahrscheinlich Barackenlager Exerzierplatzstraße Beweise fehlen

In Gösting bestand das k.u.k. Montur-Depot Nr. 3.
In einen Teil davon ist Anfang der Zwanzigerjahre die heutige HTBLuVA Graz-Gösting (BULME) gezogen.
Im Zweiten Weltkrieg war es die Hermann Göring Kaserne.
Nach dem Krieg wurden Teile noch als Lager genutzt und schließlich abgetragen. Heute befinden sich dort die Turnsäle und der Sportplatz der Schule.


Gebirgsnachrichtenabteilung 68, Graz, Kasernengasse 24, ehemalige Kirchner Kaserne (Schönauer Kaserne)
" In der vorliegenden Arbeit wird versucht, die Geschichte der Grazer Kirchnerkaserne aufzuarbeiten und zu beschreiben. Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Geschichte dieses Areals von verschiedenen Standpunkten aus zu betrachten. Im ersten Abschnitt erfolgte eine sachliche Beschreibung der baulichen Genese. Dabei soll vor allem auf die Entwicklung dieses militärischen Areals hingewiesen werden. Die Liegenschaft Schönau war einst im Besitz der Herrschaft Liebenau. Im Jahre 1780 erwarb der k.u.k Großhändler Franz Anton Weigl diese Liegenschaft und errichtete infolgedessen eine Kattunfabrik. Nach wenigen Jahren wurde die Fabrik jedoch wieder geschlossen. Aufgrund akuter Platzprobleme entschied das k.u.k. Reichskriegsministerium die Kattunfabrik auf dem Schönaugelände zu kaufen. Am 15. Juni 1828 erfolgte der Ankauf. Von nun an wurde dieses Areal immer militärisch genutzt. Die k.u.k Armee, das 1. Bundesheer, die Besatzungsmächte, die B-Gendarmerie und das 2. Bundesheer wurden in der Schönau-/Kirchnerkaserne untergebracht. Im zweiten Kaptitel werden die jeweiligen Truppen/Regimenter beschrieben, die in der Kirchnerkaserne ihr zu Hause hatten. Die Traindivision Nr. 3 war die erste namentlich bekannte Division, die mit der Schönaukaserne in Verbindung gebracht wurde. Zur Zeit der 1. Republik waren in der Schönaukaserne ein Telegraphenbataillon und eine Divisionskraftfahrabteilung beheimatet. Nach dem Anschluss 1938 wurde das Telegraphenbataillon in die 3. Gebirgsdivision als Gebirgs- und Nachrichtenabteilung 68 eingegliedert. Am 25. Juni 1951 wurde die Grazer Schönaukaserne unter der Bezeichnung Gendarmerieschule Schönau in Betrieb genommen. Nach 1955 wurde das Stabsbataillon 5, das Landwehrstammregiment 54/Kommandobataillon 1 und das Versorgungsregiment 1 in der Kirchnerkaserne untergebracht. Der dritte und letzte Teil behandelt die Traditionspflege. Hierbei werden speziell die Traditionsaktivitäten der oben genannten Truppen/Regimenter, aber auch die Geschichte ihrer militärischen Vorfahren (IR Nr. 27, 2er-Bosnikaen usw) geschildert. "
Quelle: Die Kirchnerkaserne in Graz. Die geschichtliche Entwicklung und Bedeutung eines militärischen Standorts vom 1. Weltkrieg bis zu seiner Auflassung



lg siebzehn
 
#7
Hallo!

Ergänzung zur Hermannkaserne in Graz Gösting:

Mein Vater ist 1937 zum Pionierbataillon 5 des damaligen ÖBH in eben diese Kaserne eingerückt. 1938 wurde bei der Eingliederung in die Wehrmacht das Bataillon in Gebirgspionierbataillon 83 umbenannt. Der Wasserübungsplatz war an der Mur, die Exerzierplatzstraße hinunter.
Im Krieg selbst war die Ausbildung der Pioniere in Schwaz in Tirol.

Ob die Namensgebung auf Göring zurückgeht, bezweifle ich aber. Ich meine eher auf Hermann von Hermannsdorf (Pionier) aber das weiß ich auch nicht sicher.

Gruß
Hans
AKON_AK117_386.jpg
 
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