Israel und USA greifen Iran an

josef

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#1
Israel greift Iran an
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Israel hat in der Nacht auf Freitag den Iran angegriffen. Bei dem Großangriff wurden auch der Kommandant der mächtigen Revolutionsgarde und der Armeechef getötet, wie iranische Staatsmedien bestätigten. Ein israelischer Militärvertreter sagte: „Wir sind im Krieg.“ Der oberste Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, drohte Israel mit einer „starken Reaktion“.
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Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach vom Start einer gezielten Militäroperation, „um die iranische Bedrohung für das Überleben Israels zurückzudrängen“. Der Iran kündigte Vergeltung an. Die USA sind der Regierung zufolge nicht an dem Angriff beteiligt.

Generalmajor Hossein Salami sei bei einer Attacke auf das Hauptquartier des Oberkommandos der Revolutionsgarde getötet worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim, die als Sprachrohr der iranischen Elitestreitmacht gilt. Salami galt bis zuletzt als einer der mächtigsten Männer in der Islamischen Republik. Auch Armeechef Mohammed Bagheri wurde laut dem Staatsfernsehen getötet, nachdem es zunächst geheißen hatte, er sei nach dem Angriff wohlauf und in Sicherheit.

APA/AFP/Atta Kenare
Erste Bilder von Schäden nach israelischen Luftangriffen

Bestätigt wurde von Tasnim zudem die Tötung zweier bekannter Atomwissenschaftler, Mohammed Mehdi Teherantschi und Feredun Abbasi-Dawani. Der Iran ernannte unterdessen Freitagvormittag den früheren Innenminister Ahmad Wahidi zum Nachfolger Salamis als Chef der Revolutionsgarde.

Iran kündigt Gegenschlag an
Die iranischen Streitkräfte kündigten eine „starke Reaktion“ an. Israel bereitet sich nach den Angaben zweier Behördenvertreter auf einen Gegenangriff des Iran in den nächsten Stunden vor. Teil eines Vergeltungsschlags könnten Hunderte ballistische Raketen sein, sagten sie. Netanjahu warnte die Bevölkerung, dass die Menschen möglicherweise längere Zeit in Schutzräumen verbringen müssten. Sie sollten sich nach den Vorgaben des Militärs richten. Laut Israel starteten mittlerweile rund 100 Drohnen vom Iran aus. Der Irak und Jordanien schlossen ihren Luftraum.

Ein israelischer Militärvertreter sagte im regierungsnahen TV-Sender Kanal 14: „Wir sind im Krieg.“ Israel habe einen „breit angelegten Angriffsplan für die kommenden Tage“.

Israel ruft Ausnahmezustand aus
Israel hatte gleich nach Beginn seines Großangriffs wegen erwarteter Gegenangriffe aus dem Iran den Ausnahmezustand verhängt. „Diese Operation wird so viele Tage andauern, wie es braucht, um diese Bedrohung zu beseitigen“, so Netanjahu in einer aufgezeichneten Rede. „Wir haben das Herz der iranischen Kernwaffenanreicherung getroffen.“ Israelische Piloten hätten die iranische Hauptanreicherungsanlage Natans beschossen. Der Schlag gegen den Iran werde der Atominfrastruktur und der militärischen Stärke des Landes schaden, so Netanjahu weiter.

Verteidigungsminister Katz: „Präventivschlag“
Israels Generalstabschef Ejal Samir beschrieb den Großangriff als Notwendigkeit. „Wir haben diese Operation begonnen, weil die Zeit gekommen ist – wir befinden uns an einem Punkt ohne Wiederkehr“, sagte Samir nach Angaben der Armee. Verteidigungsminister Israel Katz sprach zuvor von einem „Präventivschlag“. Laut Geheimdienst sei der Iran im Atomprogramm nahe einer unumkehrbaren Schwelle, hieß es in Israel.

Dutzende von Kampfflugzeugen hätten „die erste Phase“ des Einsatzes abgeschlossen, teilte das israelische Militär auf Telegram mit. Es seien Dutzende militärische Ziele, darunter auch nukleare Ziele in verschiedenen Regionen des Iran, attackiert worden, hieß es.

APA/AFP/Atta Kenare
Ein vom israelischen Angriff beschädigtes Wohngebäude in Teheran

Laut Teheran auch Wohngebiete getroffen
Das iranische Staatsfernsehen berichtete, dass Israel bei seinen Angriffen auch Wohngebiete in Teheran und anderen Städten getroffen habe. Dabei seien auch Kinder getötet worden. Außerdem sei das Hauptquartier der Revolutionsgarde getroffen worden. Iranische Medien zeigten Bilder zerstörter Häuserfassaden in Teheran. In Videos war zu sehen, wie Rettungskräfte unter Trümmern nach Verschütteten suchen. Der Luftraum des Landes wurde gesperrt. Bereits zuvor war der Betrieb im Hauptstadtflughafen in Teheran eingestellt worden.

UNO ruft beide Seiten zu Mäßigung auf
UNO-Generalsekretär Antonio Guterres forderte sowohl Israel als auch den Iran zu äußerster Mäßigung auf. Es müsse um jeden Preis verhindert werden, dass die Lage in der Region in einen noch heftigeren Konflikt abgleite, sagte Guterres laut einem Sprecher. US-Präsident Donald Trump betonte in einer erste Reaktion, er hoffe, dass der Iran nach den israelischen Angriffen an den Verhandlungstisch zurückkehren werde. Die sunnitischen Länder Saudi-Arabien und Oman verurteilten die israelischen Angriffe.

USA laut Regierung nicht an Angriff beteiligt
Die USA sind Regierungsangaben zufolge nicht an dem israelischen Angriff beteiligt. Es handle sich um eine unilaterale Aktion, sagte Außenminister Marco Rubio. Israel habe die USA darüber informiert, dass es diese Aktion für seine Selbstverteidigung für notwendig halte. Die oberste Priorität der USA sei der Schutz der eigenen Truppen und Einrichtungen in der Region, sagte Rubio – verbunden mit einer Warnung an Teheran, keine US-Ziele anzugreifen.

Iran macht USA verantwortlich
Der Iran hat den USA vorgeworfen, von den israelischen Angriffen auf sein Staatsgebiet gewusst zu haben. Die Angriffe hätten „nicht ohne die Koordinierung und Genehmigung der Vereinigten Staaten ausgeführt worden sein“ können, erklärte das Außenministerium in Teheran. Das Ministerium machte die USA direkt „für die gefährlichen Auswirkungen und Folgen des Abenteurertums des zionistischen Regimes verantwortlich“, hieß es unter Verwendung der iranischen Bezeichnung für den Staat Israel.

Trump warnte Iran
Fachleute gehen davon aus, dass Israel ohne stillschweigende Zustimmmung der USA, seines wichtigsten Verbündeten, nicht angegriffen hätte. Die USA hatten am Donnerstag unter Verweis auf erhöhte Spannungen in der Region Teile ihres Botschaftspersonals abgezogen. Trump hatte von einem möglichen unmittelbar bevorstehenden Angriff Israels auf den Iran gesprochen. Für das Wochenende war bis zuletzt eine weitere Verhandlungsrunde im Atomstreit der USA mit dem Iran geplant.

Der Westen will seit Jahrzehnten verhindern, dass der Iran Atomsprengköpfe produziert und zur Atommacht wird. Teheran bestreitet eine solche Absicht – hat aber als einzige Nichtatommacht Uran in einem Maß angereichert, dass es mittlerweile beinahe waffentauglich ist. Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hatte am Donnerstag auf Betreiben der USA, Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands auf Basis eines IAEA-Berichts in einer Resolution festgestellt, Teheran verletze seine Verpflichtungen. Der Iran reagierte und kündigte eine weitere Urananreicherungsanlage an.

Direkte Angriffe nach 7. Oktober
Teil der iranischen Staatsideologie ist die Zerstörung Israels, weshalb dieses in Teheran eine existenzielle Bedrohung sieht. Der beispiellose Überfall der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 wurde rasch zum Stellvertreterkrieg zwischen den beiden Staaten, da sämtliche mit dem Iran verbündeten Milizen Israel angriffen.
In einem Mehrfrontenkrieg fügte Israel den Huthis, irakischen schiitischen Milizen und vor allem der Hisbollah im Libanon schwere Schläge zu. Der Iran selbst griff Israel in zwei Angriffswellen mit Hunderten Raketen und Drohnen an, zugleich gab es israelische Luftschläge auch direkt im Iran. Dabei sollen laut dem Militärexperten der liberalen israelischen Tageszeitung „Haaretz“, Amos Harel, die Luftabwehrfähigkeiten des Iran schwer getroffen worden sein.
13.06.2025, Guido Tiefenthaler, ORF.at/Agenturen
„Sind im Krieg“: Israel greift Iran an
 
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#2
Mossad im Iran
Israels schwerer Schlag gegen Iran
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Nach dem schweren israelischen Angriff auf den Iran – der in weiteren Wellen fortgesetzt wird – werden langsam Details bekannt. 200 Kampfflugzeuge und Mossad-Agenten mitten im Iran waren am nächtlichen Erstschlag beteiligt. Der militärisch äußerst komplexe Angriff hat den Iran schwer getroffen. Offen ist, ob Israel mit der faktischen Kriegserklärung an Teheran sein zentrales Ziel erreichen kann.
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Laut Angaben des israelischen Militärs und des Auslandsgeheimdiensts Mossad waren rund 200 Kampfflugzeuge im Einsatz. Die Luftstreitkräfte gingen in enger Koordinierung mit dem Mossad und dem Militärgeheimdienst vor, welche die Ziele und deren Koordinaten eruierten. Der Mossad führte offenbar zugleich eine gewagte Operation durch, die über Jahre vorbereitet wurde.

Die israelische Tageszeitung „Maariv“ bezeichnete sie in Anspielung auf die Tausenden gleichzeitig zur Explosion gebrachten Pager von Hisbollah-Kämpfern und -Funktionären vergangenen September im Libanon jubelnd als „Pager-Aktion auf Steroiden“.

Laut Mossad wurden zahlreiche der Angriffe auf iranische Ziele in der Nacht auf Freitag von nicht näher definierten „fortschrittlichen Waffensytemen“ ausgeführt, die von Mossad-Agenten in jahrelanger Arbeit „mitten im Iran und unter den Augen der iranischen Sicherheitskräfte“, so „Maariv“, in den Iran geschmuggelt, dort in der Nähe von militärischen Ziele in Stellung gebracht und nun zum Einsatz gebracht wurden. Der Mossad veröffentlichte auch ein kurzes Video von im Iran tätigen Agenten.

Zuerst Luftabwehr ausgeschaltet
Auch der Großangriff aus der Luft war eine komplexe Operation. Aufgrund der großen Distanz müssen die Kampfjets mehrmals in der Luft aufgetankt werden, bis sie ihre Mission erfüllt haben. Zunächst wurde die bestehende, in Position befindliche iranische Luftabwehr weitgehend ausgeschaltet, um nachfolgenden Kampfjets die Lufthoheit zu sichern.

Als Nächstes wurden laut dem Sender Reschet Bet die Kommandanten von Armee und Revolutionsgarden und mehrere Atomwissenschaftler gezielt getötet. Fast die gesamte Führung der iranischen Luftstreitkräfte soll bei einer Krisensitzung in einem Bunker getötet worden sein. Dann hätten Kampfjets nicht bewegliche Ziele angegriffen, etwa die Atomanlage in Natans. Auch untertags griff Israel in weiteren Wellen in verschiedenen Landesteilen des Iran an.

Bereits zuvor stark geschwächt
Der Iran ist seit Monaten militärisch deutlich geschwächt: Der beispiellose Überfall der Terrororganisation Hamas auf Israels Grenzdörfer am 7. Oktober 2023 hatte zunächst Teheran strategisch gestärkt, da seine weiteren Verbündeten wie die Huthi-Miliz im Jemen, irakische Schiitenmilizen und vor allem die Hisbollah im Südlibanon ebenfalls Israel angriffen.

Doch 2024 wendete sich das Blatt, spätestens als Israel die Pager-Operation startete, einen großen Teil des gewaltigen Waffenarsenals vernichtete und praktisch die gesamte Führung der Hisbollah tötete, darunter den langjährigen Führer Hassan Nasrallah. Dazu kamen gezielte Tötungen hochrangiger iranischer Militärs und – nach iranischen Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel – erste gewichtige Schläge gegen die iranische Luftabwehr.

Keine schlagkräftigen Luftstreitkräfte
Für gezielte Militäroperationen gegen Israel fehlen dem Iran die Kapazitäten, sprich: effektive und starke Luftstreitkräfte, auch geheimdienstlich kann der Iran mit Israel nicht Schritt halten. Aus Sicht Teherans waren die verbündeten Milizen rund um Israel – insbesondere die Hisbollah – die wichtigsten offensiven Kapazitäten. Doch diese sind derzeit zu einem großen Teil neutralisiert. Das könnte auch der Grund gewesen sein, dass der Iran in den letzten Monaten offenbar verstärkt Uran anreicherte, um zur Atommacht zu werden.

Laut Israel war Teheran mit seinem Atomprogramm an einer „unumkehrbaren Schwelle“ angelangt. Israel sieht seinen Angriff daher dezidiert als Präventivschlag, da der Iran die Zerstörung Israels zum Staatsziel hat und eine Atommacht Iran in den Augen Israels eine existenzielle Bedrohung ist.

Israelischer Angriff könnte Wochen dauern
Bereits jetzt ist nach Äußerungen israelischer Militärs klar, dass die Operation nicht auf einen Tag und wohl auch nicht auf einige Tage, sondern eher auf Wochen ausgelegt ist. Es gebe genaue und systematische Pläne, hieß es. Jedenfalls wird der Iran reagieren: Teheran besitzt weiterhin ein großes Arsenal an Raketen, und Israel rüstet sich gegen Luftangriffe.

Gaza-Krieg rückt aus Fokus
Eine Folge des aktuellen Konflikts zwischen Israel und dem Iran: Der Gaza-Krieg und vor allem das unerträgliche Leid der Zivilbevölkerung einerseits und das Schicksal der 55 verbliebenen israelischen Geiseln werden aus dem internationalen Fokus verdrängt. Das ist eine Tragödie für die rund zwei Millionen Palästinenserinnen und Palästinenser in Gaza und die Geiseln und deren Angehörige. Die israelische Regierung stört das wohl nicht.

Indirekt grünes Licht für Israel
Die internationalen Reaktionen wichtiger israelischer Verbündeter im Westen waren zurückhaltend und bedeuten faktisch vorerst grünes Licht für die Fortführung der Angriffe. Israel agiert jedenfalls in Abstimmung mit seinem wichtigsten Verbündeten, den USA, obwohl diese eigentlich noch über ein Atomabkommen mit Teheran verhandeln.

Abstimmung mit USA
Wenn es nun mediale Spekulationen, etwa des britischen „Guardian“, gibt, Israels Premier Benjamin Netanjahu habe US-Präsident Donald Trump übergangen, sind diese wohl mit großer Vorsicht zu genießen. Denn eines ist sicher: Israel kann es sich – militärisch und diplomatisch – nicht leisten, die USA gegen sich zu haben. Es ist zudem unwahrscheinlich, dass Netanjahu ausgerechnet seinen engen Partner Trump so vor den Kopf stoßen würde.

Ob die Verhandlungen der USA mit dem Iran fortgeführt werden, ist unklar, aber dass die am Wochenende geplante Gesprächsrunde mit US-Chefvermittler Steve Witkoff stattfinden wird, ist auszuschließen. Teheran dürfte diese Verhandlungen mittlerweile wohl als Scheinaktion und Auftakt zum nunmehrigen israelischen Angriff sehen. Der Iran machte jedenfalls umgehend die USA für die israelischen Angriffe verantwortlich.

USA in Warteposition
Trump will sich und sein Land – nach derzeitigem Stand – aber sichtlich nicht am Angriff gegen den Iran beteiligen. Das wirft auch die Frage auf, ob Israel ohne die USA das erklärte Ziel des faktischen Krieges gegen den Iran wirklich erreichen kann: die Zerstörung der atomaren Fähigkeiten Teherans. Denn Teile der im Land verstreuten Atomanlagen befinden sich in großer Tiefe. Die nötigen schweren Bomben, um diese tief unter der Erde liegenden Bunkeranlagen zu zerstören, hat Israel selbst nicht – sondern nur die USA.

Die US-Position könnte sich aber wohl ändern: dann nämlich, wenn es ernsthafte Anzeichen geben sollte, dass aufgrund der israelischen Angriffe das Regime in Teheran in Gefahr gerät. Das muss umgekehrt auch die Sorge Russlands und Chinas sein, die im UNO-Sicherheitsrat nun versuchen dürften, Druck aufzubauen, der Israel zum Stopp der Angriffe zwingt.
13.06.2025, Guido Tiefenthaler, ORF.at
Mossad im Iran: Israels schwerer Schlag gegen Iran
 

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#3
Israel meldet Raketenbeschuss aus Iran
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Israels Streitkräfte haben ihre Angriffe auf den Iran Freitagabend fortgesetzt. Aus mehreren Landesteilen wurden Explosionen gemeldet. Laut der israelischen Armee wurde die Atomanlage in der Stadt Isfahan dabei „zerstört“. Israel meldete unterdessen, der Iran habe „Dutzende Raketen“ abgefeuert. In mehreren Landesteilen wurde Luftalarm ausgelöst.
Online seit heute, 20.44 Uhr (Update: 20.54 Uhr)
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Die israelische Armee registrierte den Start iranischer Raketen Richtung Israel. Es wurde Luftalarm in mehreren Landesteilen ausgelöst. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, sich in Schutzräume zu begeben. Im Himmel über Jerusalem und Tel Aviv waren Explosionen zu hören.

Das iranische Staatsfernsehen meldete „den Beginn iranischer Raketenangriffe“ auf Israel als Vergeltung für die israelischen Angriffe auf das Land, die Rede war von „Hunderten“ Raketen. Im israelisch besetzten Westjordanland schlug nahe Hebron eine Rakete ein. Fünf Menschen wurden verletzt. Die Rakete war israelischen Angaben zufolge von der mit Teheran verbündeten Huthi-Miliz im Jemen abgefeuert worden.

Israels Armee: Atomanlage zerstört
Israel hatte seine Angriffe auf den Iran Freitagabend fortgesetzt. „Wir machen mit voller Kraft und in großer Geschwindigkeit weiter, um unsere selbst gesetzten Ziele zu erreichen“, sagte Armeechef Ejal Samir Freitagabend. Es werde dabei „schwierige Augenblicke“ geben, und Israel müsse auf eine ganze „Bandbreite“ von Szenarien vorbereitet sein, betonte der Armeechef. An der „Heimatfront“ seien höchste Bereitschaft und Disziplin notwendig.

APA/AFP/Satellite Image ©2021 Maxar Technologies (Archivbild)
Satellitenaufnahme der Atomanlage in Isfahan (Archivbild)

Beim Angriff israelischer Kampfjets wurden nach Armeeangaben in der Stadt Isfahan „eine Anlage zur Herstellung von metallischem Uran, Infrastruktur zur Umwandlung angereicherten Urans, Labore und weitere Infrastruktur zerstört“. Iranische Medien hatten zuvor eine „enorme Explosion“ in Isfahan gemeldet.

In der Stadt im Zentrum des Iran befindet sich eine wichtige Atomanlage. Dort wird das aus Minen in der Wüste gewonnene gelbe Uranoxid (Yellowcake) in Urantetrafluorid (UF4) und Uranhexafluorid (UF6) umgewandelt. Diese Urankonversion ist eine Vorstufe der Anreicherung, bei der das Uran später weiterverarbeitet wird, damit es als Brennstoff für Kraftwerke oder auch für Atomwaffen verwendet werden kann.

Luftabwehr in Teheran aktiviert
Zwei laute Explosionen seien zudem in der Gegend der Atomanlage Fordo zu vernehmen gewesen, die weniger als 200 Kilometer südlich von Teheran liegt, berichteten iranische Medien. Außerdem sei der schiitische Wallfahrtsort Ghom angegriffen worden, hieß es. Im Süden Teherans wurde die Luftabwehr aktiviert, wie die iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete.

Zudem gab es Berichte über Explosionen im westlichen Teil der Hauptstadt. Die Gegend ist bekannt für militärische Einrichtungen. Ziel könnte ein Luftwaffenstützpunkt gewesen sein. Die iranische Armee teilte mit, zwei israelische Kampfjets abgeschossen zu haben. Zudem seien Drohnen abgefangen worden. Israels Militär hat sich noch nicht zu den Angaben geäußert.

Beispielloser Angriff
Israel hatte in der Nacht auf Freitag einen beispiellosen Großangriff auf den Iran gestartet. Rund 200 Kampfflugzeuge bombardierten nach Armeeangaben 100 Ziele im Land, darunter welche in der Hauptstadt Teheran, die Atomanlage Natans sowie das Hauptquartier der iranischen Streitkräfte und weitere Einrichtungen des Militärs.

APA/AFP/Atta Kenare
Generalmajor Hossein Salami wurde getötet

Unter den Getöteten sind Armeechef Mohammed Bagheri, der ranghöchste Militär im Iran, und Generalmajor Hossein Salami, Chef der Revolutionsgarden. Auch Brigadegeneral Amir Ali Hadschisadeh, der als Architekt des iranischen Raketenprogramms galt, kam ums Leben.
Ebenfalls getötet wurde die gesamte Führung der Luftstreitkräfte der Revolutionsgarden. Zudem starben sechs Atomwissenschaftler, darunter Abdulhamid Minutscher, Professor und Dekan der Fakultät für Nukleartechnik, sowie der frühere Leiter des iranischen Atomprogramms, Ferejdun Abbasi.

Teheran spricht von „Kriegserklärung“
Teheran hatte nach den ersten israelischen Angriffen von einer „Kriegserklärung“ gesprochen. Der iranische Präsident Massud Peseschkian drohte, die „legitime und starke Reaktion“ der Islamischen Republik werde „den Feind seine dumme Tat bereuen lassen“. Ajatollah Chamenei sagte, man werde Israel zugrunde richten.

In einer ersten Reaktion brachte das Regime in Teheran nach Angaben des israelischen Militärs mehr als 100 Drohnen zur Vergeltung auf den Weg, von denen alle abgefangen worden seien. Das iranische Militär dementierte die Angaben und erklärte, die Vergeltung werde „in naher Zukunft“ erfolgen.

Israel: USA von Angriff informiert
Israels Premier Benjamin Netanjahu zufolge waren die USA im Vorfeld des Angriffs über Israels Pläne informiert worden. Er sei nicht besorgt, dass die israelischen Angriffe einen die ganze Region umfassenden Krieg auslösen könnten, sagte Trump gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die für Sonntag geplante Fortsetzung der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über dessen Atomprogramm stünden zwar noch an, es sei jedoch ungewiss, ob sie tatsächlich stattfinden würden. „Ich habe versucht, dem Iran Demütigung und Tod zu ersparen“, sagte Trump. Er betont, es sei für den Iran nicht zu spät, eine Vereinbarung zu treffen. Das US-Militär verlegt Medienberichten zufolge Kriegsschiffe und weitere Flugzeuge ins östliche Mittelmeer, wo sie Israel bei der Abwehr von Angriffen unterstützen sollen. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sicherte Israel die Unterstützung seines Landes im Angriffsfall zu.

IAEA ruft zu Zurückhaltung auf
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) rief alle Seiten zu größter Zurückhaltung auf. Jede weitere Eskalation müsse vermieden werden, sagte IAEA-Leiter Rafael Grossi. Auch die NATO sowie zahlreiche Staaten – darunter Großbritannien und Frankreich – appellierten an die Parteien, den Konflikt nicht weiter eskalieren zu lassen.

Russland betonte, es gebe im Konflikt um das iranische Atomprogramm keine militärische, sondern nur eine diplomatische Lösung. Israels Angriff sei ein Verstoß gegen die UNO-Charta. Das türkische Außenministerium warf Israel vor, die gesamte Region zu destabilisieren.
13.06.2025, red, ORF.at/Agenturen

„Dutzende“ Geschoße: Israel meldet Raketenbeschuss aus Iran
 

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#4
Bald Kampfjets über Teheran
Netanjahu droht mit neuen Angriffen
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Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge in der Nacht auf Samstag 150 Ziele im Iran angegriffen. An der neuerlichen großangelegten Angriffswelle waren rund 70 Kampfflugzeuge beteiligt. Israel habe sich nun die Lufthoheit über weite Teile des Iran verschafft. „Teheran ist nicht mehr geschützt“, sagte Armeesprecher Effi Defrin. Schon bald werde man israelische Kampfjets über der iranischen Hauptstadt sehen, drohte kurz darauf Israels Premier Benjamin Netanjahu.
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„Was sie bisher gespürt haben, ist nichts im Vergleich zu dem, was sie in den kommenden Tagen erleben werden“, sagte Netanjahu, „wir werden jede Einrichtung und jedes Ziel des Ajatollah-Regimes treffen.“ Im Fokus der israelischen Angriffe steht weiterhin das iranische Atomprogramm – über das Ausmaß der Schäden gibt es widersprüchliche Angaben.

Die bisherigen Angriffe hätten das iranische Atomprogramm erheblich, wenn nicht um Jahre, zurückgeworfen, so Netanjahu. Von iranischer Seite sei CNN-Angaben zufolge hingegen von begrenzten Schäden in den Atomanlagen von Natans, Isfahan und Fordo die Rede. Der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde, Behrud Kamalwandi, bezeichnete gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA etwa die in Fordo entstandenen Schäden als überschaubar. Auch sei dort ein Großteil der Ausrüstung und Materialien in sichere Bereiche verlegt worden.

Die Atomanlage Fordo liegt rund 100 Kilometer südwestlich von Teheran. Auch dort sind Zentrifugen zur Urananreicherung installiert. Die Anlage befindet sich tief unter der Erde und wird durch Flugabwehrgeschütze geschützt. Der Iran informierte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erst 2009, zwei Jahre nach ihrem Bau, über die Existenz der Anlage – nachdem die USA und verbündete westliche Geheimdienste bereits Kenntnis davon hatten. Israel begründete die seit Freitag laufenden und bisher beispiellosen Angriffe auf den Iran mit dem dort verfolgten Atomprogramm.

Teheran: Atomgespräche nun „sinnlos“
Im Gegensatz zu den Beteuerungen aus Teheran, dieses diene rein zivilen Zwecken, zeigt sich Israel davon überzeugt, dass der Iran zuletzt kurz vor der Fertigstellung einer atomwaffenfähigen Infrastruktur und damit einer eigenen Atombombe gestanden sei.

Angesichts der israelischen Angriffe erteilte das iranische Außenministerium der ursprünglich für Sonntag in Oman geplanten sechsten Runde der Atomgespräche mit den USA am Samstag eine Absage. „Unter solchen Umständen und bis zum Ende der Aggression des zionistischen Regimes“ sei eine Teilnahme des Iran an den Gesprächen „sinnlos“, erklärte Außenministeriumssprecher Esmail Baghaei. Teheran könne keinen Dialog mit einer Partei führen, „die der größte Unterstützer und Komplize des Aggressors ist“, betonte Baghaei. Der Außenminister von Oman, Badr al-Bussaidi, bestätigte wenig später die Absage der Atomgespräche.

Drei Tote durch iranische Rakete in Israel
Die USA weisen indes darauf hin, dass sie sich nicht an den israelischen Angriffen auf den Iran beteiligen. Bei der Abwehr iranischer Raketen halfen die USA laut Berichten allerdings Israel bei der Abwehr. Die USA unterhalten in der Region Stützpunkte, darunter in Katar und in Bahrain, auf denen laut Berichten rund 40.000 Soldaten stationiert sind.

Als Reaktion auf die Angriffe beschießt der Iran Israel seit Freitag mit Drohnen und Raketen. Dabei wurden in Israel mindestens drei Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt, darunter sieben Soldaten. Der Iran berichtete zudem vom Abschuss eines israelischen F-35-Kampfflugzeugs im Westen des Landes. Aus Israel gab es für den Vorfall vorerst keine Bestätigung.

„Heftige Explosion“ nahe Buschehr
Am Samstagabend mehrten sich Hinweise über neuerliche Angriffe auf den Iran. In mehreren Städten, darunter Teheran, Tabris und Isfahan, wurde staatlichen Medienberichten zufolge die Flugabwehr aktiviert. Bereits am Nachmittag war iranischen Angaben zufolge ein Gasfeld in der südiranischen Hafenstadt Kangan Ziel eines weiteren israelischen Angriffs. Ein Teil der Anlage stehe in Flammen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Die Nachrichtenagentur Tasnim sprach von einer „heftigen Explosion und einem Brand“ auf einem der wichtigsten Gasfelder des Iran am Persischen Golf.

Im nahe gelegenen Buschehr befindet sich ein Atomkraftwerk, das seit September 2011 in Betrieb ist. Zwei weitere Reaktoren befinden sich derzeit – mit russischer Hilfe – im Bau.

Katz droht: „Teheran wird brennen“
Der israelische Verteidigungsminister Katz drohte dem Iran und seinem obersten geistlichen Führer, Ajatollah Ali Chamenei, bei weiteren Angriffen auf zivile Gebiete im Land indes mit schweren Konsequenzen. „Falls Chamenei weiter Raketen auf die israelische Zivilbevölkerung abfeuert, wird Teheran brennen“, sagte Katz nach einer Besprechung mit dem Generalstabschef laut Mitteilung.

Führende iranische Militärs getötet
Das staatliche iranische Fernsehen berichtete am Samstag von Dutzenden Toten in einem durch eine Rakete in Teheran zerstörten Wohnkomplex. Offiziell wurde das zunächst nicht bestätigt. Der iranische UNO-Botschafter Amir Saeid Irawani hatte zuvor erklärt, bei Israels Angriffen seien 78 Menschen getötet worden. Die Zahl der Verletzten bezifferte das iranische Gesundheitsministerium am Samstag mit mindestens 800.

Unter den Toten befinden sich auch hochrangige Militärs, darunter der Kommandeur der mächtigen Revolutionsgarden, Hussein Salami, der Generalstabschef Mohammed Bagheri und der Kommandeur der Luftstreitkräfte der Revolutionsgarden, Brigadegeneral Amir Ali Hadschisadeh. Am Samstag meldete der Iran darüber hinaus den Tod der Generäle Gholamresa Mehrabi und Mehdi Rabani. Auch Israel meldete am Samstag den Tod von Mehrabi. Insgesamt seien den israelischen Angaben zufolge bei den Angriffen im Iran mehr als 20 Kommandanten des Militärs getötet worden.

UNO-Chef fordert Ende der gegenseitigen Angriffe
UNO-Generalsekretär Antonio Guterres rief beide Länder eindringlich zur Deeskalation auf. „Noch nie war die Region so nah an einem ausgewachsenen Flächenbrand wie jetzt“, sagte Ali Vaez, Leiter der Iran-Abteilung beim Thinktank International Crisis Group, dem arabischen Sender al-Jazeera.
„Wir stehen erst am Anfang eines Ereignisses, das sich wahrscheinlich stark von früheren direkten Zusammenstößen zwischen Israel und dem Iran unterscheiden wird“, sagte Danny Citrinowicz vom israelischen Institut für Nationale Sicherheitsstudien dem „Wall Street Journal“. Die Folgen des jetzigen Konflikts könnten seiner Ansicht nach weitreichend und bedeutend für die Zukunft des Iran und der Stabilität der gesamten Region sein.
14.06.2025, red, ORF.at/Agenturen

Bald Kampfjets über Teheran: Netanjahu droht mit neuen Angriffen
 

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#5
Israelischer Militärsprecher
„Noch lange Liste von Zielen im Iran“
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Ungeachtet der iranischen Gegenschläge, die in der Nacht auf Sonntag rund zehn Tote, zahlreiche Verletzte und umfangreiche Schäden in Israel zur Folge hatten, hat ein israelischer Militärsprecher am Sonntag weitere Angriffe auf Ziele im Iran angekündigt. Israel habe noch eine lange Liste, so der Sprecher, dessen Angaben zufolge zuletzt rund 80 Ziele allein in Teheran angegriffen worden seien.
Online seit heute, 14.31 Uhr
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Die Angriffe seien „die ganze Nacht hindurch“ ausgeführt worden und hätten sich unter anderem gegen das Verteidigungsministerium sowie das Hauptquartier des militärischen Atomprojekts SPND gerichtet, teilte die Armee am Sonntag mit. Auch seien Orte angegriffen worden, an denen die iranische Führung Unterlagen zur Atomforschung gelagert habe.

Die iranischen Revolutionsgarden meldeten den Tod sechs weiterer Generäle. Betroffen sind erneut ranghohe Kommandeure des iranischen Militärs, wie die Elitestreitmacht mitteilte. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer unter der Militärführung auf mindestens 14. Unter ihnen waren auch der Kommandeur der mächtigen Revolutionsgarden, Hussein Salami, und der Generalstabschef Mohammed Bagheri.

Tote und Verletzte in Israel
Israel attackiert seit der Nacht auf Freitag Ziele im Iran – darunter Atomanlagen, führende Militärs, Atomwissenschaftler, Verteidigungsstellungen, Städte und Berichten zufolge auch Öl- und Erdgasfelder. Der Iran wertete die Luftattacken als Kriegserklärung und feuerte Hunderte Raketen und Drohnen auf Israel ab.

In der Nacht auf Sonntag starben bei iranischen Angriffen laut israelischen Angaben zufolge mindestens zehn Menschen. Rund 200 wurden verletzt, wie unter anderem das Nachrichtenportal Time of Israel berichtet. Seit Beginn der iranischen Vergeltungsangriffe am Freitag wurden in Israel somit mindestens 13 Menschen getötet und über 380 weitere verletzt.

Lokalen Medienberichten zufolge werden nach einem Treffer in der Stadt Bat Jam zudem noch 35 Menschen unter den Trümmern eines von zwei iranischen Raketen getroffenen Hauses vermutet. Israelischen Angaben zufolge war der Großraum der Hafenstadt Haifa Ziel von rund 40 iranischen Raketen. Schäden gab es unter anderem auch in einer Anlage des israelischen Öl- und Petrochemiekonzerns Bazan im Norden der Stadt.

Reuters/Chen Kalifa
Schwere Schäden in einer Wohnhausanlage in Bat Jam

Auch Huthis melden Angriff auf Israel
Unterdessen teilten die jemenitischen Huthi-Rebellen am Sonntag mit, dass sie in den vergangenen 24 Stunden mehrere ballistische Raketen auf Jaffa im Zentrum Israels abgefeuert hätten. Die Angriffe seien mit dem Iran abgestimmt worden, verlautbarte die islamistische Miliz. Israel bombardierte im Gegenzug Ziele im Jemen.

Israelischer Evakuierungsaufruf an Menschen im Iran
Iranischen Angaben zufolge gab es nach den ersten israelischen Angriffen vom Freitag 78 Tote. Am Samstag seien beim Einsturz eines 14-stöckigen Wohnhauses weitere 60 Menschen gestorben.

Die iranischen Angriffe auf Israel dienten „einzig der Selbstverteidigung und der Reaktion auf Aggression“, sagte Außenminister Abbas Araktschi laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. „Wenn die Aggression aufhört, wird auch unsere Reaktion enden“, sagte der Minister bei einem Treffen in Teheran mit Botschafter aus zahlreichen Ländern.

Israel richtete am Sonntag indes eine Evakuierungswarnung an Menschen im Iran, die in der Nähe von Militäranlagen und Waffenfabriken leben. Ein israelischer Militärsprecher veröffentlichte die Warnung in arabischer und persischer Sprache auf der Onlineplattform X. Die Warnung umfasse alle Waffenfabriken und deren Unterstützungseinrichtungen, so der Sprecher.
„Das Militär wird die Ziele angreifen und die iranische Schlange in Teheran und sonst wo von nuklearen Fähigkeiten und Waffensystemen enthäuten. Der iranische Diktator verwandelt Teheran in Beirut und die Einwohner Teherans in Geiseln für das Überleben des Regimes“, sagte dazu der israelische Verteidigungsminister Israel Katz.
15.06.2025, red, ORF.at/Agenturen

Israelischer Militärsprecher: „Noch lange Liste von Zielen im Iran“
 

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#6
Todesopfer in Israel nach neuen Raketenangriffen des Iran, Öldepots in Teheran in Brand
Israel und der Iran haben am Samstag ihre gegenseitigen Angriffe fortgesetzt. In Israel gab es mindestens vier Tote. Über die Todeszahl im Iran gibt es nur unspezifische Informationen, sie dürfte aber deutlich höher liegen
Die Entwicklungen in Kürze:

- Der Iran hat nach eigenen Angaben Freitagabend rund 100 Raketen auf Israel abgefeuert. Einige wurden über Jordanien abgeschossen, vermutlich mit Hilfe der USA. Andere wurden über Israel abgeschossen. Es gab aber auch Treffer. Verletzte und vier Tote werden aus dem Ort Tamran gemeldet. Brände auf Energieanlegen nahe Haifa sind auf Videos zu sehen, aber nicht offiziell bestätigt. Der Iran gab diese aber als Ziel an.

- In Teheran sind ebenfalls massive Brände zu sehen. Es dürfte sich um Öldepots handeln, die von der israelischen Luftwaffe angegriffen wurden. Auch eine Raffiniere steht in Brand.

- Zugleich hat die israelische Armee offenbar auch im Jemen einen Angriff gestartet, der sich auf Führungspersonal der Huthis bezogen hat. Ob er erfolgreich war, und wer gegebenenfalls getroffen wurde, ist nicht bekannt.

Der Iran hat eine neue Welle von Raketen auf Israel abgefeuert. Das berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim, die als Sprachrohr der mächtigen Revolutionsgarden gilt. Auch das israelische Militär teilte am Abend mit, es habe den Abschuss von Raketen in Richtung Israel registriert. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigt weitere Angriffe auf den Iran an: "Wir werden jede Einrichtung und jedes Ziel des Ayatollah-Regimes treffen."


Bunker in Haifa.
REUTERS/Rami Shlush

Netanjahu ergänzte: "Was sie bisher gespürt haben, ist nichts im Vergleich zu dem, was sie in den kommenden Tagen erleben werden." Die bisherigen Angriffe haben das iranische Atomprogramm nach seinen Worten erheblich, wenn nicht um Jahre, zurückgeworfen.

Raketeneinschläge im Norden Israels
"Verteidigungssysteme sind in Betrieb, um die Bedrohung abzufangen", teilte das israelische Militär mit. In vielen Gegenden im Norden des Landes heulten Sirenen, darunter in der Küstenstadt Haifa. Die Menschen in den betroffenen Gebieten sollen laut Armee Schutzräume aufsuchen und diese erst auf Anweisung hin wieder verlassen.

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Ziel sei eine Raffinerie in der israelischen Hafenstadt Haifa gewesen, berichtete Irans staatliche Nachrichtenagentur Irna. Die israelische Nachrichtenseite "ynet" meldete, Einwohner im Norden Israels hätten laute Explosionen gehört. Es gab zudem zunächst unbestätigte Berichte über Raketeneinschläge. Ob die Raffiniere bei Haifa getroffen wurde, war vorerst aber offen.

Einen Einschlag gab es jedenfalls im Dorf Tamra nahe Haifa. In dem Ort, der fast ausschließlich von israelischen Arabern bewohnt ist, wurde ein Wohnhaus getroffen und schwerst beschädigt. Fünf Menschen konnten nur noch tot aus den Trümmern geborgen werden, weitere wurden verletzt.


In Teheran standen Ölanlagen in Brand.
EPA/ABEDIN TAHERKENAREH

In Teheran gab es iranischen Medien zufolge erneute Angriffe. Es seien Explosionen zu hören und das Luftabwehrsystem im Süden der 15-Millionen-Metropole sei aktiviert worden, schrieb die Nachrichtenagentur Tasnim. Bewohner berichteten von lauten Detonationen. In unbestätigten Berichten hieß es, eine israelische Drohne sei abgeschossen worden. Tasnim zufolge schoss auch das Luftabwehrsystem in der Stadt Mashad im Nordosten "ein unbekanntes Objekt" ab.

An mehreren Orten in Teharan standen Ölanlagen für die heimische Produktion in Brand. Vor allem waren dies Öllager, aber auch eine Raffiniere nahe Teheran wurde offenbar getroffen. Über die Todeszahlen im Iran gibt es nur ungefähre Angaben des Regimes. Dieses sprach für Samstag von "Dutzenden" Todesopfern. Überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

Warnung vor weiteren Angriffen
Israel bereitete unterdessen seine Einwohner auf einen weiteren iranischen Luftangriff vor. Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge bei den Angriffen im Iran mehr als 20 Kommandanten des Militärs getötet. Darunter sei der Leiter der Geheimdienstabteilung im Generalstab der iranischen Streitkräfte, Gholamresa Mehrabi. Irans staatlicher Rundfunk hatte zuvor dessen Tod gemeldet und ihn als stellvertretenden Chef der Geheimdienstabteilung bezeichnet.


Auch vom Libanon aus warten die Raketen über Haifa zu sehen.
IMAGO/Nael Chahine

Seit dem Beginn der israelischen Großoffensive sind im Iran nach Regierungsangaben mindestens 800 Menschen verletzt und laut Irans UN-Botschafter Amir Saeid Iravani fast 100 getötet worden. Die Verletzten seien in Krankenhäusern behandelt worden, teilte ein Beauftragter des Gesundheitsministeriums mit. 230 dieser Patienten seien schon wieder entlassen worden.

"Handlungsfreiheit" im Luftraum bis nach Teheran
Die israelische Armee hat sich nach eigenen Angaben mit Angriffen auf Ziele im Iran die Lufthoheit über dem westlichen Iran verschafft. "Wir haben uns Handlungsfreiheit in der Luft im gesamten Westen des Iran bis nach Teheran verschafft. Teheran ist nicht länger geschützt", sagte der israelische Armeesprecher Effie Defrin am Samstag vor Journalisten. Die Luftwaffe habe in der Nacht "einen massiven Angriff mit mehr als 70 Kampfjets gestartet und Ziele in Teheran angegriffen".

Laut staatlichem TV wurde ein 14-stöckiger Wohnkomplex in der Hauptstadt durch eine Rakete zerstört. Auch mehrere ranghohe Militärs und Atomwissenschaftler wurden getötet. Ab Samstagmittag gab es erneut israelische Attacken.

Trump verlangt Kriegsende
US-Präsident Donald Trump hat nach seinem Telefonat mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin erklärt, beide seien sich einig, dass der "Krieg" zwischen Israel und dem Iran enden müsse. "Er ist wie ich der Meinung, dass dieser Krieg in Israel und dem Iran beendet werden muss, woraufhin ich ihm erklärte, dass auch sein Krieg beendet werden muss", schrieb Trump mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine am Samstag in seinem Online-Netzwerk Truth Social.

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Putin und er hätten "vor allem über den Iran" gesprochen. Putin habe ihn angerufen, um ihm "auf sehr nette Weise zum Geburtstag zu gratulieren", schrieb Trump, der am Samstag 79 Jahre alt wurde, weiter.

Wie russische Nachrichtenagenturen am Samstag unter Berufung auf den Kreml berichteten, stand die "gefährliche Eskalation im Nahen Osten" nach den gegenseitigen Angriffen zwischen Israel und dem Iran im Mittelpunkt des Telefonats. Es war das vierte Telefonat der beiden Staatschefs seit dem Amtsantritt Trumps im Jänner.
(APA, red, 15.6.2025)
Todesopfer in Israel nach neuen Raketenangriffen des Iran, Öldepots in Teheran in Brand
 

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#7
Weitere Angriffswellen
Iran spricht von „neuer Angriffsmethode“
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Israel und der Iran haben einander auch in der vergangenen Nacht beschossen. Israel griff nach eigenen Aussagen unter anderem das Hauptquartier der Revolutionsgarde in Teheran an. Der Iran wiederum betonte, man habe Israel mit einer neuen Methode an Raketenangriffen getroffen, die dazu führe, dass sich israelische Luftabwehrraketen gegenseitig abschießen würden. Israel meldete mehrere Tote und Verletzte.
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Obwohl die Verteidigungssysteme in Israel aktiviert wurden, gab es nach Angaben des Roten Davidsterns mehrere Einschläge im Zentrum des Landes. Wie „Haaretz“ unter Berufung auf die Rettung meldete, wurden mindestens fünf Menschen getötet, drei werden vermisst, rund 100 weitere wurden verletzt. In Petach Tikva wenige Kilometer östlich von Tel Aviv wurden zwei Wohnhäuser getroffen. Bereits zuvor waren durch iranische Angriffe mehr als ein Dutzend Menschen in Israel getötet und Hunderte weitere verletzt worden.

Laut iranischer Revolutionsgarde wurde beim jüngsten Angriff eine neue Methode angewandt. Diese führt nach iranischen Angaben dazu, dass sich die Raketen, die Israel in seinem mehrstufigen Luftabwehrschild verwendet, gegenseitig abschießen.
„Trotz der umfassenden Unterstützung durch die USA und westliche Mächte und trotz des Besitzes modernster Verteidigungstechnologie“ hätten die beim jüngsten Angriff eingesetzten „Fähigkeiten“ zu einem „erfolgreichen und maximalen Einschlag der Raketen in ihren Zielen“ geführt, so die Revolutionsgarde. Israels Armee hat sich dazu bisher nicht geäußert, aber immer wieder betont, dass die Luftabwehr keinen hundertprozentigen Schutz darstelle.

Mehr als 200 Tote im Iran
Im Iran wurden seit dem Beginn der israelischen Großangriffe in der Nacht auf Freitag nach offiziellen Angaben mindestens 224 Menschen getötet. Fast 1.300 Menschen seien verletzt worden, teilte ein Vertreter des iranischen Gesundheitsministeriums auf X mit.

Zentrale der Revolutionsgarde angegriffen
Laut israelischen Angaben griffen die Luftstreitkräfte in der Nacht die Zentrale der Revolutionsgarde in Teheran an. Zuvor hatten die israelischen Luftstreitkräfte nach eigenen Angaben erneut Abschussrampen für Boden-Boden-Raketen im Landesinneren des Iran angegriffen.

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim bestätigte unterdessen den Tod des Chefs des Geheimdiensts der Revolutionsgarde und seines Stellvertreters. Mohammed Kasem und Hassan Mohaghegh seien bei den Angriffen auf die Hauptstadt Teheran getötet worden. Schon zuvor waren führende Militärs und Atomwissenschaftler von Israel getötet worden.

Ölministerium und Polizeidirektion als Ziele
Medienberichten zufolge wurden in Teheran auch das Ölministerium, die Polizeidirektion und andere staatliche Einrichtungen angegriffen. Zuvor war bereits von Angriffen auf das Verteidigungsministerium, auf eine staatliche Atomforschungsorganisation und auf ein Öllager in der Millionenmetropole berichtet worden. Gemeldet wurden aus dem Iran aber auch israelische Angriffe auf Wohnviertel.

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Israel: Werden auch Fordo „behandeln“
Der Nationale Sicherheitsberater Israels, Zachi Hanegbi, sagte Montagfrüh gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Radiosender Reschet Bet, die israelischen Angriffe seien „auf eine gewisse Zeit“ mit genau definierten Zielen ausgelegt. Israel werde die Angriffe erst beenden, wenn die atomare Gefahr und jene durch Raketen ausgeschaltet sei. Bisher sei man sogar etwas weiter als laut Zeitplan vorgesehen. Hanegbi zufolge hat Israel die Mittel, auch die tief im Berginneren liegende Atomanlage in Fordo zu „behandeln“ – auf die Nachfrage, ob Israel also die nötigen Bomben habe, um die Anlage zu zerstören, räumte er indirekt ein, dass die vollständige Zerstörung nicht das Ziel sei. Laut Hanegbi seien alle gesteckten Ziele ohne Hilfe der USA erreichbar.

Israel schließt Sturz der iranischen Führung nicht aus
Auf die Frage, ob letztlich auch die iranische Führung gestürzt werden solle, sagte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Gespräch mit dem US-Sender Fox News: „Es könnte sicherlich das Ergebnis sein. Das iranische Regime ist sehr schwach.“ Eine Mehrheit der Iraner würde die islamistische Staatsführung gerne loswerden, sagte er.

Einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach US-Präsident Donald Trump in den vergangenen Tagen Einspruch gegen israelische Pläne zur Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei eingelegt haben soll, wollte Netanjahu auf Nachfrage nicht näher kommentieren. Es gebe „viele falsche Berichte über Gespräche, die nie stattgefunden haben“, sagte er nur.

Viele flüchten aus Teheran
Die als Sprachrohr der Revolutionsgarde geltende Nachrichtenagentur Tasnim verbreitete unterdessen Bilder von Häusern in Trümmern. Auf den Straßen, die aus Teheran hinausführten, bildeten sich Staus. Viele Menschen verlassen die Stadt aus Angst vor israelischen Angriffen.

Natans offenbar schwer getroffen
Bei den Angriffen wurde laut israelischen Angaben unter anderem die Urananreicherungsanlage Natans getroffen. Ein israelischer Beamter sagte dem „Wall Street Journal“, es gebe Anzeichen dafür, dass der unterirdische Teil der Atomanlage „implodiert“ sein könnte.

Expertin: Atomprogramm nicht entscheidend beschädigt
Israel habe auch wichtige Teile der Lieferkette für die Herstellung einer Atombombe angegriffen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Beamte in Israel sowie Mitarbeiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). So seien in der Atomanlage in der Stadt Isfahan vier Gebäude zerstört worden, von denen zwei für die Herstellung einer Atomwaffe unverzichtbar seien. Nach Einschätzung der israelischen Iran-Expertin Sima Schine, die einst für den Auslandsgeheimdienst Mossad arbeitete, wurden dem iranischen Atomprogramm bisher aber keine entscheidenden Schäden zugefügt.

Fordo: Atomanlage tief im Berg
Die größte Herausforderung für Israel bleibe die Zerstörung der tief in einem Berg gelegenen und damit am besten gesicherten iranischen Atomanlage in Fordo, wo Uran angereichert wird, schrieb das „Wall Street Journal“. Viele Experten glaubten, dass die Atomanlage Fordo nur mit einer Bunkerbrecherbombe zerstört werden könne. Anders als der Verbündete USA verfügt Israel übereinstimmenden Medienberichten zufolge jedoch weder über diese schweren Bomben noch über die zum Abwurf notwendigen großen Militärflugzeuge.

Der weitere Kriegsverlauf werde darüber entscheiden, ob Israel das angestrebte Ziel erreichen wird, das iranische Atomprogramm zu zerstören oder um Jahre zurückzuwerfen, schrieb die US-Zeitung. Ein Scheitern könne den Iran dazu veranlassen, seine – von Teheran immer wieder bestrittenen – Bemühungen zum Bau einer Atombombe zu beschleunigen.

Iranisches Raketenprogramm ebenfalls Ziel
Als weiteren Grund für die Angriffe im Iran hatte Netanjahu das Raketenprogramm der Islamischen Republik genannt. Die israelischen Luftstreitkräfte begannen nach eigenen Angaben eine Serie von Angriffen auf Dutzende Ziele im Westen des Iran, wo Boden-Boden-Raketen stationiert sein sollen.

Laut israelischen Medienberichten verfügt der Iran schätzungsweise noch über rund 2.000 solcher Raketen. Inzwischen hat Israels Militär aber nach Angaben eines Sprechers die Luftüberlegenheit vom Westen des Iran bis nach Teheran erlangt. Das könnte es dem Iran immer schwerer machen, Israel anzugreifen.
16.06.2025, guti, ORF.at/Agenturen

Weitere Angriffswellen: Iran spricht von „neuer Angriffsmethode“
 

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#9
Die US-Bombe, auf die Israel im Konflikt mit dem Iran hofft
Nur die bunkerbrechende GBU-57 könnte die unterirdische Atomanlage Fordow zerstören. Für einen möglichen Einsatz sind schon Vorbereitungen getroffen worden

Ob die B2-Flieger mit den GBU-57-Bomben im Iran eingesetzt werden sollen, muss Donald Trump entscheiden.
AFP/JOSE LUIS MAGANA

Manche mögen sich vielleicht noch an die "Mutter aller Bomben" ("Mother of all bombs", MOAB) erinnern, die 2003 zu Beginn des Irakkriegs fertiggestellt wurde. Die GBU-43, wie die Waffe offiziell heißt, galt damals als die größte nichtnukleare Bombe der Welt, bis sie 2007 vom russischen "Vater aller Bomben" übertrumpft wurde. Die MOAB kam im Irak nie zum Einsatz, erst 2017 wurde sie über Afghanistan abgeworfen, um den Islamischen Staat zu treffen. So weit ist man bei einer der Töchter der MOAB noch nicht. Doch die GBU-57 könnte möglicherweise bald im Iran eingesetzt werden.

Seit Freitag fliegt Israel Luftangriffe auf den Erzfeind, das Hauptziel: Das Atomprogramm soll zerstört werden, auch wenn Teheran vehement dementiert, an einer Atombombe zu arbeiten. Während es bei der Atomanlage in Natanz laut der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) bereits zu Schäden im unterirdischen Teil gekommen ist, ist die Einrichtung in Fordow bislang nur oberflächlich getroffen worden. Israels US-Botschafter Yechiel Leiter drückte sich in einem Interview mit Fox News aber deutlich aus: "Am Ende dieser ganzen Operation muss Fordow ausgeschaltet sein."


Das Modell einer GBU-57-Bombe auf dem Air-Force-Stützpunkt in Whiteman.
AFP/US AIR FORCE/-

In der lange geheim gehaltenen Anlage in Fordow wird laut IAEA mit 1044 Gaszentrifugen auf 60 Prozent angereichertes Uran hergestellt, und zwar seit November 2022. Die gut 400 Kilogramm an 60-Prozent-Uran, die der Iran laut IAEA bislang in Natanz und Fordow produziert hat und lagert, würden bei weiterer Anreicherung auf waffentaugliche 90 Prozent wohl für neun bis zehn Atombomben ausreichen.

Ins Gebirge eingebaut
Auch wenn Natanz größere Kapazitäten hat, gilt Fordow mittlerweile als das Zentrum der iranischen Urananreicherung. Dementsprechend gut ist es geschützt: eingebaut ins Gebirge, 80 bis 90 Meter unter der Erde. Und hier kommen die USA ins Spiel. Denn was Sprengkörper der westlichen Länder betrifft, ist deren besagte bunkerbrechende GBU-57 die einzige, die in der Lage ist, Ziele in dieser Tiefe zu treffen. Es heißt, sie wurde auch mit dem Hintergedanken entwickelt, um sie irgendwann einmal für unterirdische Ziele im Iran oder in Nordkorea einsetzen zu können.


Ein Satellitenbild von der Atomanlage in Fordow.
via REUTERS/Maxar Technologies

Schon 2019 berichtete die New York Times, das Pentagon habe vor einigen Jahren in der Wüste eine Nachbildung der Anlage in Fordow gebaut und dann die GBU-57 an ihr getestet. Laut der US-Zeitung sei damals alles durch die Bombe mit dem Beinamen "Massive Ordnance Penetrator" (auf Deutsch in etwa "massive Eindringwaffe") zerstört worden.

Reichweite wohl verbessert
Das große Gewicht von rund 13,6 Tonnen sorgt für die Durchschlagskraft, erst tief in der Erde würden dann die knapp 2400 Kilogramm Sprengstoff detonieren. Eigentlich heißt es, dass der Bunkerbrecher nur eine Tiefe von rund 60 Metern erreicht. Die Washington Post aber zitiert den Experten Trevor Ball, dem zufolge die Reichweite durch Weiterentwicklungen in den vergangenen 20 Jahren nun wahrscheinlich eine höhere ist.


Fordow gilt als Herzstück der iranischen Urananreicherung.
AFP/Satellite image ©2021 Maxar

Durch das Gewicht der Bombe gibt es derzeit nur einen Flieger, der die GBU-57 transportieren kann: den B2-Tarnkappenbomber, über den lediglich die US Air Force verfügt. Einer dieser Flieger kostet mehr als zwei Milliarden US-Dollar (etwa 1,75 Milliarden Euro) und ist somit das mit Abstand teuerste Kampfflugzeug der Welt. Die USA verfügen derzeit über 19 dieser Bomber. Was die Bomben betrifft, so hieß es laut Guardian vor etwa zehn Jahren, dass man 20 dieser Waffen hergestellt hat. Es ist davon auszugehen, dass die Vereinigten Staaten mittlerweile noch einige mehr haben bauen lassen.

Tankflugzeuge verlegt
Die Hauptbasis dieser Flieger liegt in Whiteman in Missouri, das ist etwas mehr als 11.000 Kilometer von Fordow entfernt. Die B2-Bomber haben grundsätzlich eine Reichweite von knapp 9700 Kilometern, allerdings können die Flieger natürlich in der Luft betankt werden. Und erst Anfang der Woche wurde bekannt, dass die US-Streitkräfte nicht nur Flugzeugträger und Kampfjets in den Nahen Osten, sondern auch mehrere Tankflugzeuge nach Europa verlegt haben. Logistisch gesehen würde einem Einsatz von B2-Bombern von Whiteman aus also nichts mehr im Weg stehen. Erst im Oktober wurden auf diesem Weg fünf im Untergrund gelegene Waffenfabriken der Huthi im Jemen angegriffen (Distanz: etwa 12.800 Kilometer).


Auf einem Satellitenbild vom 2. April sind die sechs B2-Bomber auf der Militärbasis auf Diego Garcia deutlich erkennbar.
AFP/© 2025 PLANET LABS PBC/HANDO

Würde US-Präsident Donald Trump den Einsatzbefehl geben, bräuchten die B2-Bomber 15 Stunden, um von Whiteman den Iran zu erreichen. Das zumindest haben Militärexperten zu ABC News gesagt. Weit kürzer wäre der Weg von Diego Garcia. Auf der Insel im Indischen Ozean befindet sich ein gemeinsamer Militärstützpunkt der USA und Großbritannien. Dorthin hatten die Vereinigten Staaten im März sechs B2-Bomber verlegt, um von dort aus die Huthi angreifen zu können – aber sicherlich auch, um ein abschreckendes Signal an den Iran zu schicken.

B52 statt B2
Mitte Mai berichtete aber die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf US-Offizielle, dass die Tarnkappenflieger auf Diego Garcia durch B52-Bomber ersetzt worden seien. Diese können zwar auch bunkerbrechende Bomben transportieren, aber keine GBU-57. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht, allerdings sind die B2-Bomber auf Satellitenbildern nicht mehr zu sehen. Diego Garcia ist von Fordow etwas mehr als 5000 Kilometer entfernt.


Auf dem Satellitenbild vom 16. Juni sind keine B2-Bomber mehr zu sehen.
AFP/Planet Labs/HANDOUT

So oder so, sagte Militärexperte William Alberque zu Newsweek, bräuchte es wohl mehr als einen Treffer mit der bunkerbrechenden Bombe, um die Anlage in Fordow auch wirklich zu zerstören. Ein B2-Flieger kann zwei der sechs Meter langen GBU-57-Bomben transportieren.

Schließlich muss Trump auch mitbedenken, wie hoch die Gefahr ist, dass in einem möglichen Albtraumszenario ein US-Flugzeug über dem Iran abgeschossen wird. Die B2-Bomber verfügen über einen Tarnkappenmodus, zudem hat Israel mit seinen Angriffen offenbar schon einen Großteil der iranischen Luftabwehr zerstört und eigenen Angaben zufolge die "volle Luftüberlegenheit" über Teheran erreicht. Ein Restrisiko bleibt aber trotzdem. (Kim Son Hoang, 18.6.2025)
Die US-Bombe, auf die Israel im Konflikt mit dem Iran hofft
 

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#10
USA greifen iranische Atomanlagen an
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Die USA haben an der Seite Israels in den Krieg gegen den Iran eingegriffen und nach Angaben von Präsident Donald Trump in der Nacht auf Sonntag Atomanlagen angegriffen. „Entscheidende Anlagen zur Urananreicherung“ seien komplett zerstört, sagte Trump im Weißen Haus. Der Iran müsse sich jetzt für den Weg des Friedens entscheiden, sonst werde es noch größere Angriffe geben, drohte Trump.
Online seit heute, 6.29 Uhr (Update: 7.57 Uhr)
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Laut Trump wurden die unterirdische Urananreicherungsanlage in Fordo sowie die Standorte Natans und Isfahan angegriffen. „Wenn der Frieden nicht schnell kommt, werden wir die anderen Ziele mit Präzision, Schnelligkeit und Geschick angreifen, die meisten von ihnen können in wenigen Minuten ausgeschaltet werden“, warnte Trump die Führung in Teheran. Er wandte sich Samstagabend (Ortszeit) in einer Rede an die Nation.

Das Ziel der USA sei die Zerstörung der iranischen Kapazitäten zur Anreicherung von spaltbarem Material gewesen und die Beendigung der nuklearen Bedrohung durch den „weltweit größten staatlichen Sponsor des Terrors“, erklärte Trump. Auf Fordo sei „die volle Ladung Bomben“ abgeworfen worden, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

CBS: USA kontaktierten Iran
Die Angriffe seien abgeschlossen, so Trump. „Herzlichen Glückwunsch an unsere großartigen amerikanischen Kämpfer“, schrieb Trump. „Es gibt kein anderes Militär auf der Welt, das dies hätte tun können.“ In Großbuchstaben fügte er hinzu: „JETZT IST DIE ZEIT FÜR FRIEDEN!“ An den Angriffen waren US-Langstreckenbomber vom Typ B-2 beteiligt.

Laut einem Bericht des Senders CBS kontaktierten die USA den Iran und teilten mit, dass es keine weiteren Angriffe geben solle. Man plane auch nicht, auf einen Sturz der Führung in Teheran hinzuarbeiten. Israel soll vor den Angriffen der USA informiert worden sein, danach wurde im ganzen Land die Sicherheitsstufe erhöht. Der Luftraum wurde erneut geschlossen. Kurz nach dem US-Angriff feuerte der Iran Raketen in Richtung Israel ab. Es gab mehrere Verletzte.

Iran droht mit „Konsequenzen“
Die Islamische Republik hatte den USA für den Fall eines Angriffs mehrfach mit Vergeltung in der Region und anderswo gedroht. Auf den Stützpunkten des US-Militärs in der Region – etwa im Irak, in Katar oder in Kuwait – sind US-Medien zufolge insgesamt gut 40.000 Soldaten stationiert.

Am Sonntag drohte der iranische Außenminister Abbas Araktschi mit Konsequenzen. „Die Ereignisse von heute Morgen sind ungeheuerlich und werden dauerhafte Folgen haben“, schrieb der Minister auf der Plattform X. Trump warnte Teheran: Jegliche Vergeltung gegen die USA „wird mit einer viel größeren Wucht beantwortet werden, als sie heute Abend zu beobachten war“.

Für Netanjahu „mutige Entscheidung“
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einer „mutigen Entscheidung“ des US-Präsidenten. „Ihre mutige Entscheidung, die nuklearen Anlagen des Iran mit der gewaltigen und gerechten Macht der Vereinigten Staaten ins Visier zu nehmen, wird die Geschichte verändern“, sagte er in einer Videobotschaft.

Vor den Angriffen hatte Trump betont, der Iran dürfe niemals in den Besitz einer Atombombe gelangen. Eigentlich war er mit dem Ziel zur Wahl angetreten, die USA nicht in neue Kriege zu führen. Zuletzt hatte er offen gelassen, ob die USA im Iran eingreifen wollten, dann hieß es, eine Entscheidung werde in den beiden nächsten Wochen fallen.

Deutliche Warnung der UNO
UNO-Generalsekretär Antonio Guterres zeigte sich nach den US-Angriffen „zutiefst beunruhigt“ und warnte vor katastrophalen Folgen für die Welt. „In dieser gefährlichen Stunde ist es von entscheidender Bedeutung, eine Spirale des Chaos zu vermeiden“, sagte Guterres in der Nacht. Die Mitgliedsstaaten seien aufgefordert, ihren Verpflichtungen aus der UNO-Charta nachzukommen. „Es gibt keine militärische Lösung. Der einzige Weg nach vorne ist die Diplomatie. Die einzige Hoffnung ist der Frieden“, sagte Guterres.

Iran bestätigt Angriffe auf Atomanlagen
Der Iran bestätigte einen Angriff auf seine Atomanlagen. Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete allerdings nur, dass ein Teil des Bereichs um die Anlage Fordo beschädigt worden sei. Ein hochrangiger Sicherheitsbeamter der Provinz Isfahan bestätigte laut der mit den mächtigen Revolutionsgarde verbundenen Nachrichtenagentur Tasnim außerdem Angriffe „in der Nähe“ der Atomanlagen von Isfahan und Natans.

Nach dem US-Angriff auf Fordo besteht nach Darstellung einer iranischen Behörde kein Risiko. Es bestehe keinerlei Gefahr für die Bevölkerung von Ghom und die umliegenden Gebiete, berichtete die IRNA unter Berufung auf die Krisenmanagementzentrale der betroffenen Provinz.
Die Anlage Fordo liegt etwa 100 Meter tief unter der Erde. Es ist unklar, ob bei einem schweren Angriff radioaktive Strahlung aus der Anlage austritt. Wärmebilder von NASA-Satelliten zeigten auffällige Wärmequellen, die auf Brände bei der Anlage hindeuten. Laut einem Bericht des US-Senders Fox News setzten die USA in Fordo bunkerbrechende Bomben ein, da die Anlage als nur sehr schwer zu treffen galt. Von U-Booten aus wurden Marschflugkörper auf Natans und Isfahan abgefeuert.

„Barbarische Aktion“
Die iranische Atomenergieorganisation verurteilte die US-Angriffe auf ihre Nuklearanlagen scharf. Die Organisation rief die Weltgemeinschaft auf, dasselbe zu tun. Die Angriffe auf die Atomanlagen bezeichnete die Organisation als „barbarische Aktion“, die gegen internationales Recht verstoße. Sie kündigte an, ihre nuklearen Aktivitäten fortzusetzen. Sie werde „trotz der bösen Machenschaften“ ihrer Feinde „nicht zulassen, dass der Weg der Entwicklung“ des iranischen Atomprogramms „aufgehalten“ werde, hieß es in einer Erklärung am Sonntag. Vorwürfe machte Teheran auch der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Die Angriffe seien „unter der Gleichgültigkeit oder gar Mitwirkung“ der IAEA erfolgt. Die iranische Atomorganisation erklärte, dass trotz der „bösartigen Verschwörungen der Feinde“ das iranische Nuklearprogramm nicht gestoppt werde.

Geteiltes Echo in Washington
Im Kongress in Washington stießen die Angriffe auf ein geteiltes Echo. Mehrere prominente Republikaner stellten sich hinter die Entscheidung Trumps. Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, John Thune, erklärte, er „stehe zu Präsident Trump“. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, ebenfalls Republikaner, sagte, die Angriffe hätten verhindert, dass der Iran „in den Besitz der tödlichsten Waffe der Welt kommt“.
Doch auch unter Trumps Republikanern gab es Kritik: „Das ist nicht verfassungskonform“, sagte der Abgeordnete Thomas Massie aus Kentucky. Die Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez ging weiter und sagte, Trumps Vorgehen rechtfertige klar ein Amtsenthebungsverfahren.
22.06.2025, red, ORF.at/Agenturen

USA greifen iranische Atomanlagen an
 

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#11
USA bombardierten iranische Atomanlagen
Laut Trump wurden drei Atomanlagen bombardiert: neben der Uran-Anreicherungsanlage Fordow auch die Standorte Natanz und Isfahan

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FORDOW
Nach israelischen Angaben ist die Anlage das zentrale Ziel, wenn es darum geht, das Land an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. In Fordow stehen nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde Hunderte Zentrifugen, die nahezu waffentaugliches Uran mit einem Reinheitsgrad von bis zu 60 Prozent produzieren. Die Anreicherungsanlage liegt tief im Inneren eines Berges und kann Fachleuten zufolge nur mit den größten sogenannten Bunkerbrecher-Bomben zerstört werden. Eine solche Waffe besitzt unter den westlichen Staaten nur die USA.

NATANZ
Irans Anreicherungsanlage in Natanz wurde nach Angaben der IAEA bereits weitgehend zerstört. Auch dort war bis zu 60-prozentiges Uran hergestellt worden. Zunächst berichtete die internationale Behörde, dass der oberirdische Teil des Standortes von Israels Militär getroffen worden sei. Mittlerweile liefern Satellitenbilder Hinweise, dass der unterirdische Bereich ebenfalls Treffer abbekam, wie die IAEA mitteilte.

ISFAHAN
Israel hat in der Stadt Isfahan bereits mehrere Einrichtungen der Atomindustrie angegriffen, darunter ein Chemielabor, eine Uranerz-Aufbereitungsanlage und eine Fabrik zur Herstellung von Reaktorbrennstoff. Auch eine im Bau befindliche Anlage zur Produktion von Uranmetall wurde demnach getroffen. Am Samstag bombardierte Israel eine Fabrik zur Herstellung von Uran-Zentrifugen.

USA bombardierten iranische Atomanlagen, Iran und Israel setzen Angriffe fort
 

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#12
US-Regierung
Angriffe auf Iran „überwältigender Erfolg“

Foto der Urananreicherungsanlage Fordo vor dem Bombardement durch die USA.
EPA/MAXAR TECHNOLOGIES HANDOUT
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Foto der Urananreicherungsanlage Fordo nach dem Bombardement durch die USA.
EPA/MAXAR TECHNOLOGIES HANDOUT

Die US-Angriffe gegen drei Atomanlagen im Iran sind nach Angaben von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ein „unglaublicher und überwältigender Erfolg“ gewesen. 125 Flugzeuge waren im Einsatz, es war das erste Mal, dass die USA bunkerbrechende Bomben vom Typ GBU-57 verwendeten. Das Ausmaß der Schäden war am Sonntag noch unklar, der Iran drohte mit Vergeltung.
Online seit heute, 19.38 Uhr
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Es seien kraftvolle und gezielte Angriffe gewesen, so Hegseth am Sonntag vor der Presse. Kein anderes Militär der Welt hätte das leisten können. Hegseth wiederholte auch US-Präsident Donald Trumps Warnung, dass das US-Militär „schnell und entschlossen“ reagieren würde, falls es nun Angriffe auf US-Ziele in der Region geben sollte. Hegseth betonte, der Angriff habe sich nicht gegen das iranische Volk oder die iranischen Streitkräfte gerichtet.

Die Welt sei nun „sicherer und stabiler“ geworden, sagte US-Außenminister Marco Rubio dem Fernsehsender Fox News. Sollte der Iran sein „geheimes“ Atomprogramm fortsetzen, drohten weitere Maßnahmen Washingtons. Auch Trump selbst hatte die US-Angriffe als „spektakulären militärischen Erfolg“ bezeichnet. Die iranischen Atomanlagen Fordo, Natans und Isfahan seien „vollständig zerstört“ worden.

Ablauf der Operation „Mitternachtshammer“
Wie die Attacken in der Nacht auf Sonntag abliefen, erklärte Generalstabschef Dan Caine. Der Einsatz mit Namen „Mitternachtshammer“ habe einen „monatelangen“ Vorlauf gehabt, um bereit zu sein, wenn Trump den Befehl geben sollte. Nur eine „extrem geringe Zahl an Planern und Anführern“ in Washington und am Sitz des zuständigen US-Regionalkommandos in Tampa im Bundesstaat Florida habe von den Plänen gewusst.

An dem komplexen Angriff waren laut Caine insgesamt 125 Flugzeuge, ein U-Boot sowie Hunderte Soldaten beteiligt. Die Flotte der Tarnkappenbomber hob gegen Mitternacht (Ortszeit) in den USA ab. Um das „Element der Überraschung“ zu behalten, flogen einige der B-2-Bomber als „Täuschungsmanöver“ nach Westen in den Pazifikraum. „Die Hauptangriffsflotte, bestehend aus sieben B-2-Bombern, jeweils mit zwei Besatzungsmitgliedern, flog heimlich nach Osten, mit nur minimaler Funkkommunikation während des 18 Stunden langen Flugs ins Zielgebiet“, schilderte Caine.

Einer Karte des Verteidigungsministeriums zufolge flogen die Bomber an Gibraltar vorbei in den Mittelmeer-Raum und dann über den israelischen, jordanischen und irakischen Luftraum in den Iran. Die milliardenteuren Tarnkappenbomber wurden angesichts der großen zurückzulegenden Distanz mehrfach in der Luft betankt.

Kein Gegenfeuer
Zunächst griff ein U-Boot der Marine, das im Golf von Oman kreuzte, Ziele in der Stadt Isfahan mit mehr als zwei Dutzend Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk an, kurz bevor die B-2-Bomber ihre Ziele anflogen.

Nach aktuellem Kenntnisstand habe es beim Anflug auf die Atomanlagen in Fordo und Natans keinerlei Feuer auf die US-Bomber gegeben. „Es scheint so, als hätten die Boden-Luft-Raketensysteme des Iran uns während des ganzen Einsatzes nicht gesehen“, so Caine.

Dauer von 25 Minuten
Es war der erste Kampfeinsatz der fast 14 Tonnen schweren Bomben in der US-Geschichte. Sie wurden gebaut, um sehr tief liegende Ziele effektiv anzugreifen. Aufgrund ihrer Dimensionen und des hohen Gewichts können die Bomben nur von Tarnkappenbombern des Typs B-2 abgeworfen werden, über die ebenfalls nur das US-Militär verfügt.

Insgesamt wurden Caine zufolge auf die beiden Ziele 14 der Bomben abgeworfen. Rund 25 Minuten nach Beginn des Bombardements machten sich die US-Kampfflugzeuge auf den Rückweg, um den iranischen Luftraum wieder zu verlassen.

AP/Mark Almond
Sieben B-2-Bomber waren im Einsatz

Auch israelische Angriffe
Mehrere Stunden nach den US-Angriffen gab es auch in der iranischen Provinz Buschehr, wo das einzige Atomkraftwerk des Landes steht, einem Medienbericht zufolge eine „heftige Explosion“. Diese sei in iranischen Atomanlagen zu hören gewesen, berichtete die Tageszeitung „Schargh“. Die Nachrichtenagentur Fars berichtete ihrerseits, dass die israelische Armee zwei Ziele in der Stadt Buschehr angegriffen habe.

Israel selbst gab an, am Sonntag Dutzende militärische Ziele im Iran angegriffen zu haben. Es habe sich um Ziele in Isfahan, Buschehr, Ahwas und in der Region Jasd gehandelt, erklärte das israelische Militär. Es seien 30 Flugzeuge im Einsatz gewesen.

Iran und Huthis drohen
Das angereicherte Uran ist iranischen Angaben zufolge jedoch weiterhin intakt. „Selbst wenn Atomanlagen zerstört sind, ist das Spiel nicht vorbei, angereichertes Material, einheimisches Wissen und politischer Wille bleiben bestehen“, erklärte der Berater des obersten Geistlichen des Iran Ajatollah Ali Chamenei, Ali Schamchani, auf X am Sonntag. „Die politische und operative Initiative“ liege nun „bei der Seite, die klug agiert und blinde Schläge vermeidet. Es wird weitere Überraschungen geben!“, kündigte der Berater des Ajatollah an.

Außenminister Abbas Araktschi erklärte, sein Land werde sich „mit allen notwendigen Mitteln“ wehren. Der Iran müsse auf der Grundlage seines „legitimen Rechts auf Selbstverteidigung“ reagieren, argumentierte er. Die USA hätten die Diplomatie verraten. Araktschi kündigte auch an, am Montag in Moskau Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu treffen.

Auch die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen erklärte, eine Reaktion ihrerseits sei nur eine Frage der Zeit. Sie kündigte an, zivile Schiffe und Kriegsschiffe der USA im Roten Meer anzugreifen. Den Angriff der USA auf den Iran nannten die Huthis eine „Kriegserklärung“.

US-Regierung sieht Option „Reset“
US-Vize JD Vance setzte auf die Rückkehr zu Gesprächen. „Wir führen keinen Krieg gegen den Iran, sondern gegen das Atomprogramm des Iran“, sagte der Vizepräsident dem TV-Sender NBC. „Wir wollen keinen Krieg mit dem Iran.“ Man wolle Frieden, allerdings einen Frieden ohne ein Atomprogramm. Wenn die Iraner dieses Programm ein für allemal aufgeben sollten und US-Militär nicht angreifen, könne das Land gute Beziehungen zu den USA haben. Es gebe nun eine Möglichkeit für einen „Reset“.

Trump warnte den Iran vor Vergeltungsschlägen gegen US-Stützpunkte in der Region. „Wenn der Frieden nicht schnell kommt, werden wir die anderen Ziele mit Präzision, Schnelligkeit und Geschick angreifen, die meisten von ihnen können in wenigen Minuten ausgeschaltet werden“, warnte Trump die Führung in Teheran. Das Ziel der USA sei die Zerstörung der iranischen Kapazitäten zur Anreicherung gewesen und die Beendigung der nuklearen Bedrohung durch den „weltweit größten staatlichen Sponsor des Terrors“, erklärte Trump.

Das US-Militär hat in der Region rund 40.000 Soldatinnen und Soldaten stationiert. Stützpunkte wie in Bahrain und Katar am Persischen Golf, die Luftlinie vom Iran nicht weit entfernt sind, könnten leicht zum Ziel werden. Zudem könnte der Iran US-Ziele auch über verbündete schiitische Milizen im Nachbarland Irak angreifen lassen.

Aufruf an den Iran
Der UNO-Sicherheitsrat wollte sich noch am Sonntag mit der neuen Eskalation beschäftigen. Am Montag kommt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. In Brüssel tagen die EU-Außenministerinnen und -minister zum Thema. In einer gemeinsamen Erklärung warnten Berlin, Paris und London den Iran vor einer weiteren Eskalation.
„Wir rufen den Iran dringend auf, keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen, die die Region destabilisieren könnten“, hieß es am Sonntag in dem Statement des deutschen Kanzlers Friedrich Merz, von Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und des britischen Premierministers Keir Starmer. Sie forderten den Iran auf, „Verhandlungen über ein Abkommen aufzunehmen, das alle Bedenken zu seinem Atomprogramm ausräumt“.
22.06.2025, red, ORF.at/Agenturen
US-Regierung: Angriffe auf Iran „überwältigender Erfolg“
 

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#13
Ausgeklügelter Angriff
Operation Midnight Hammer war nur mit B-2-Bombern und Bunkerbrechern möglich
Nur die B-2 Spirit kann die über 13 Tonnen schwere Bombe an ihr Ziel bringen. Für den Einsatz waren die Piloten über eineinhalb Tage in der Luft. Der Angriff selbst dauerte nur 25 Minuten

Die US Air Force verfügt über 19 B-2 Spirit. Sieben davon waren an der Operation Midnight Hammer beteiligt. Ingesamt wurden 14 GBU-57 abgeworfen.
AFP/USAF/-

B-2-Bomber der US Air Force haben zwei Einrichtungen des iranischen Atomprogramms, nämlich jene in Fordow und Natanz, attackiert. 14 Exemplare der GBU-57 wurden abgeworfen. Das ist das erste Mal, dass die Waffe eingesetzt wurde.

Dabei handelt es sich um die eine bunkerbrechende Bombe, die mehrere Meter dicken Beton durchschlagen kann. Die GBU-57 wurde extra dafür entwickelt, das iranische Atomprogramm auszuschalten. Auch die nordkoreanischen Anreicherungsanlagen waren ein Motiv für die Entwicklung der Bombe. Viele dieser zur Urananreicherung gebauten Anlagen liegen 80 Meter oder sogar noch tiefer in Bunkern, geschützt von Gesteinsschichten und Stahlbeton. Die Bombe wurde von Boeing entwickelt. Northrop Grumman erhielt die Aufgabe, die Waffe in die B-2 zu integrieren.


Ein seltener Blick auf die Oberseite einer B-2. Diese ist sonst oft nur bei der Luftbetankung sichtbar. Mit freundlicher Genehmigung von Georg Mader von "Militär Aktuell".
Georg Mader / Militär Aktuell

Bei einem Preis von etwa 3,5 Millionen Dollar pro Bombe sind die US-Bestände allerdings limitiert. Das Pentagon hat laut einem Bericht der Flug Revue bis Ende 2015 nur 20 Exemplare bestellt. Durch ihre Masse von 13,6 Tonnen kann die Bombe bis zu 60 Meter normalen Beton durchschlagen. Die sechs Meter lange Bombe verfügt über einen smarten Zünder, der erst in der Tiefe den Zünder für die 2,4 Tonnen schwere Sprengladung auslöst. Eine Bombe reicht aber nicht, um eine Anlage wie Fordow zu zerstören, weil sie gar nicht so tief vordringen kann.

Der Trick: mehrere Bomben nacheinander abwerfen, und zwar in Angriffswellen. Jede Bombe dringt tiefer vor als die vorherige, und irgendwann durchschlägt sie das Bunkerdach. Bei einer beschränkten Stückzahl und einer derart komplexen Operation muss aber jeder Treffer sitzen. Sprich: Jede nachfolgende Bombe muss im Kanal ihrer Vorgängerin landen.

Sechs B-2A warfen deshalb zwölf GBU-57 über Fordow ab. Eine einzelne B-2 Spirit setzte zwei GBU-57 gegen die Anlage Natanz ein. Insgesamt dauerte der Angriff nur 25 Minuten, wie die US-Luftwaffe mitteilte. Wenn die Bestände tatsächlich so gering sind, wie aus Unterlagen des Pentagons hervorgeht, dürfte die US Air Force einen guten Teil ihres Arsenals an GBU-57 verbraucht haben.

Eine komplexe Operation
Bemerkenswert an der Operation namens Midnight Hammer ist aber nicht nur der erstmalige Einsatz eines derartigen Waffensystems. Die Bomber überhaupt so weit zu bewegen ist eine komplexe Mission und verläuft nicht ohne Risiko. Die B-2-Bomber sind viel zu groß, um von einem Flugzeugträger vor der Küste zu starten. Deshalb hoben die B-2 von ihrer Heimatbasis Whiteman in Missouri ab und machten sich auf den über 11.000 Kilometer langen Weg ins Einsatzgebiet. Dadurch sickerten die Nachrichten des bevorstehenden Angriffs auch durch: Beobachtern war aufgefallen, wie die Bomber in die Luft aufstiegen. Zusätzliche B-2-Bomber dürften als Ablenkungsmanöver von der Luftwaffenbasis in Guam aus gestartet sein.


Ein B-2-Bomber startet von der Whiteman Air Force Base.
via REUTERS/U.S. Air Force

Einmal auf dem Weg, gibt es aber gleich das nächste Problem: Eigentlich kann ein B-2-Bomber nur eine Waffenlast von rund 18 Tonnen transportieren. Nun war aber jeder Bomber mit zwei GBU-57 bewaffnet, was eine Gesamtlast von über 27 Tonnen ergibt. Das bedeutet wiederum, dass die B-2 auf einen großen Teil ihres Treibstoffs verzichten mussten, was ihre Reichweite auf weniger als 10.000 Kilometer verringerte. Also mussten die Bomber in der Luft betankt werden. Die Maschinen erreichten nach 18 Stunden das Zielgebiet. Der Angriff selbst dauerte, wie erwähnt, nicht einmal eine halbe Stunde.

Tarnkappen-Eigenschaften
Doch warum all der Aufwand? Die B-2 ist die einzige Maschine in der Flotte der USA, die den Massive Ordnance Penetrator, wie die GBU-57 auch heißt, überhaupt tragen kann. Zwar wäre die B-52 Stratofortress ebenfalls in der Lage, eine derartig große Bombe zu transportieren, sie ist aber nicht für deren Einsatz zugelassen. Dazu kommt, dass die B-52 über keinerlei Stealth-Eigenschaften verfügt, was sie verwundbar macht, der B-2-Bomber allerdings schon.

Bei Tarnkappen-Eigenschaften geht es nicht darum, wie von Präsident Donald Trump mehrfach behauptet, ein Flugzeug für menschliche Augen unsichtbar zu machen, sondern es vor gegnerischen Sensoren in der Luft möglichst gut zu verstecken. Das wurde bei der Entwicklung der B-2 Spirit schon berücksichtigt, was der Maschine das charakteristische "fließende" Aussehen und die tropfenförmige Seitenansicht verleiht: Als Nurflügler ohne Seitenleitwerke ist der Radarquerschnitt deutlich geringer als bei herkömmlichen Flugzeugen. Das Ziel: Die Radarwellen sollen nicht reflektiert, sondern zerstreut oder absorbiert werden.


Eine B-2 Spirit wird von einem KC-135 Stratotanker über dem Pazifik betankt.
AFP/US Department of Defense/-

Auch die Zahl der Rumpföffnungen wie Wartungsklappen wurde erheblich reduziert. Radarabsorbierende Beschichtung gibt es auf der B-2 aber höchstwahrscheinlich nicht flächendeckend. Deren Instandhaltung wäre auf dem gewaltigen Flugzeug mit 52 Metern Spannweite auch nicht mehr praktikabel. Diese Beschichtung ist höchst instabil und neigt zur Korrosion, was schon bei der wesentlichen kleineren F-35 erheblichen Aufwand verursacht.

Der Bereich um die vier Triebwerke wurde so designt, dass er für das gegnerische Radar so gut wie unsichtbar ist. Auch die normalerweise sehr heißen Abgasstrahlen werden gekühlt. Wenn eine B-2 Kondensstreifen am Himmel hinterlässt, wird der Pilot gewarnt, sodass er auf andere Höhen ausweichen kann. Die Bombenschächte selbst sind ebenfalls abgeschirmt und beherbergen eigentlich eine rotierende Startanlage für Bomben. Diese wurde für den Abwurf der GBU-57 aber ausgebaut, um mehr Platz zu schaffen.

Toilette, Kühlschrank, Mikrowelle
Bei einem 37-stündigen Einsatz müssen die beiden Piloten natürlich auch menschlichen Bedürfnissen nachkommen können. Deshalb gibt es an Bord eine Toilette sowie einen kleinen Kühlschrank und eine Mikrowelle.

Die B-2 wurde in den 80er-Jahren entwickelt und erstmals 1997 in Dienst gestellt. In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Bomber immer wieder Modernisierungsprogrammen unterzogen. Bis 1997 wurden 21 Stück hergestellt, wovon 19 noch im Dienst der US Air Force sind. Ein Bomber, die Spirit of Kansas, ging bei einem Unfall durch einen Wartungsfehler verloren, beide Piloten konnten mit dem Schleudersitz aussteigen. Eine weitere Maschine, die Spirit of Hawaii, wurde bei einem Unfall schwer beschädigt und außer Dienst gestellt.

Ein Bomber kostet rund 2,1 Milliarden US-Dollar, was heute kaufkraftbereinigt etwa 4,2 Milliarden entspricht. Eigentlich war die Beschaffung von 132 Exemplaren geplant, aber das Budget wurde drastisch gekürzt. Die B-2 hat aber bereits ein Ablaufdatum: Sie soll durch die B-21 Raider ersetzt und schrittweise "nach 2029" außer Dienst gestellt werden. Insgesamt sollen mindestens 100 B-21 Raider zum Stückpreis von vergleichsweise günstigen 700 Millionen US-Dollar produziert werden.
(pez, 25.6.2025)
Operation Midnight Hammer war nur mit B-2-Bombern und Bunkerbrechern möglich
 

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#14
US-Schlag gegen Iran
Zweifel an Auslöschung des Atomprogramms
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Ein vertraulicher vorläufiger US-Geheimdienstbericht hat Zweifel an der Wirksamkeit der US-Angriffe auf das iranische Atomprogramm aufkommen lassen. US-Medien berichteten am Dienstag, dass die Angriffe das iranische Atomprogramm nur um einige Monate zurückgeworfen, nicht jedoch zerstört hätten. Indessen gab der Iran am Mittwoch bekannt, die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vorübergehend aussetzen zu wollen.
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Den Schritt habe das Parlament in Teheran beschlossen, wie der Staatssender IRIB berichtete. Zwei wichtige Gremien müssen allerdings noch zustimmen: der Wächterrat und der Sicherheitsrat. Die Kooperation werde erst wieder aufgenommen, „wenn die Sicherheit der Atomanlagen garantiert wird“, sagte Parlamentssprecher Mohammed Bagher Ghalibaf. „Die Internationale Atomenergieagentur, die sich geweigert hat, die Angriffe auf die iranischen Nuklearanlagen auch nur annähernd zu verurteilen, hat ihre internationale Glaubwürdigkeit zur Debatte gestellt“, fügte er hinzu.

Zweifel an der Wirksamkeit des US-Schlages gegen das Atomprogramm des Iran hat ein Bericht der Defense Intelligence Agency (DIA) genährt, des wichtigsten Geheimdiensts des Verteidigungsministeriums. Zunächst berichtete CNN exklusiv, später zogen andere US-Medien nach und nannten anonyme Quellen aus der Behörde. „Wir sind davon ausgegangen, dass der Schaden viel größer sein würde, als es diese Bewertung ergibt“, sagte ein Informant dem Sender NBC. „Diese Einschätzung zeigt bereits, dass die Kernstücke noch intakt sind.“

Uran laut Bericht nicht zerstört
Dem CNN-Bericht zufolge beschränkt sich der Schaden hauptsächlich auf oberirdische Gebäude. Diese seien schwer beschädigt worden. Der iranische Vorrat an angereichertem Uran sei jedoch nicht zerstört worden. Einem der Insider zufolge seien auch die Zentrifugen zur Anreicherung weitgehend intakt, hieß es weiter. „Die Einschätzung ist, dass die USA sie vielleicht um einige Monate zurückgeworfen haben.“

Trump wies die Berichte zurück und kritisierte dabei den Sender CNN und die „New York Times“. „Die Nuklearanlagen im Iran sind vollständig zerstört!“, schrieb er auf seiner Onlineplattform Truth Social.

Weißes Haus: Operation „perfekt ausgeführt“
Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bestätigte zwar die Echtheit der Geheimdiensteinschätzung. Sie sagte jedoch, sie sei „völlig falsch und als ‚streng geheim‘ eingestuft worden, aber trotzdem durchgesickert“. Die Weitergabe dieser „angeblichen Einschätzung“ sei ein „klarer Versuch“, Trump und die „mutigen Kampfpiloten“ zu diskreditieren. Leavitt bezeichnete die Mission als „perfekt ausgeführt“ und schrieb im Onlinedienst X: „Jeder weiß, was passiert, wenn man 14 30.000-Pfund-Bomben perfekt auf ihre Ziele abwirft: totale Vernichtung.“

Trumps Nahost-Sonderbeauftragter Steve Witkoff sagte dem Sender Fox News, die Berichte, „die in gewisser Weise suggerieren, dass wir das Ziel nicht erreicht haben, sind einfach völlig absurd“. Die Atomanlagen Fordo, Natans und Isfahan seien ausgelöscht worden. Ähnlich äußerte sich Verteidigungsminister Pete Hegseth: „Nach allem, was wir gesehen haben – und ich habe alles gesehen –, hat unsere Bombardierung die Fähigkeit des Iran, Atomwaffen zu bauen, zunichtegemacht“, sagte er in einer Reuters vorliegenden Erklärung. „Unsere massiven Bomben trafen jedes Ziel genau an der richtigen Stelle und funktionierten einwandfrei. Die Auswirkungen dieser Bomben sind im Iran unter einem Berg von Trümmern begraben. Wer also behauptet, die Bomben seien nicht verheerend gewesen, versucht lediglich, den Präsidenten und die erfolgreiche Mission zu untergraben.“

Israel: Ausmaß der Schäden noch unklar
Auch US-Außenminister Marco Rubio sagte gegenüber „Politico“, der Iran sei nun „deutlich weiter von einer Atomwaffe entfernt“. Bei den Angriffen am Wochenende sei „erheblicher, sehr bedeutender Schaden an verschiedenen Komponenten“ entstanden. Die USA würden noch mehr über das Ausmaß der Zerstörung erfahren, kündigte Rubio an.

Nach Einschätzung der israelischen Armee ist das Ausmaß der Schäden derzeit noch nicht klar. „Es ist noch zu früh, um die Ergebnisse des Einsatzes zu beurteilen“, sagte der israelische Militärsprecher Effie Defrin am Mittwoch bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Er fügte aber hinzu: „Ich glaube, wir haben dem Atomprogramm einen schweren Schlag versetzt. Wir haben es um mehrere Jahre zurückgeworfen.“

Auch Spezialisten haben Zweifel
Auch Spezialisten aus Israel gehen laut Informationen von CNN davon aus, dass der Schaden nach dem US-Bombardement geringer ist als erwartet. Dennoch glauben auch sie, dass die amerikanischen und israelischen Militäraktionen die iranischen Atompläne erheblich zurückgeworfen haben und Israel einen Wiederaufbau der Anlagen nicht zulassen würde.

Die USA hatten in der Nacht auf Sonntag die iranischen Atomanlagen Fordo, Natans und Isfahan bombardiert. Nach Angaben des Generals Dan Caine wurden unter anderem 14 bunkerbrechende Bomben und insgesamt 75 Präzisionswaffen eingesetzt. Das US-Militär habe sich den Zielen mit mehr als 125 Luftfahrzeugen unbemerkt genähert. Es habe sich dabei um den bisher größten operativen Angriff durch B-2-Bomber gehandelt.

Waffenruhe in Kraft
Am Dienstag war nach zwölf Tagen Krieg eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran in Kraft getreten. Israel hatte am 13. Juni einen Großangriff auf den Iran gestartet und seitdem insbesondere Atomanlagen und militärische Einrichtungen in dem Land bombardiert. Der Iran attackierte Israel seither im Gegenzug mit Raketen und Drohnen.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach nach dem Inkrafttreten der Waffenruhe mit dem Iran am Dienstag von einem „historischen Sieg“ gegen das Land und warnte Teheran vor einem Wiederaufbau seines Atomprogramms. „Wir haben das Atomprogramm zunichtegemacht und werden jeden Versuch, es wieder aufzubauen, unterbinden“, sagte Netanjahu. Sein Land werde in diesem Fall „mit derselben Entschlossenheit, derselben Härte“ vorgehen. Netanjahu fügte an: „Ich sage es und ich wiederhole es: Der Iran wird die Atomwaffe niemals erhalten.“

Der iranische Präsident Massud Peseschkian erklärte sich am Dienstag bereit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Er sagte laut der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA, sein Land strebe nicht nach Atomwaffen, wolle aber weiterhin seine „legitimen Rechte“ einer friedlichen Nutzung der Atomenergie durchsetzen. Der Iran sei „bereit, die Angelegenheiten (…) am Verhandlungstisch zu lösen“, sagte Peseschkian.
25.06.2025, red, ORF.at/Agenturen

US-Schlag gegen Iran: Zweifel an Auslöschung des Atomprogramms
 

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#15
„Binnen Monaten“
Iran kann laut IAEA wieder Uran anreichern
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Nach den Angriffen der israelischen und der US-Armee auf den Iran könnte die Islamische Republik nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) bereits in einigen Monaten wieder mit der Anreicherung von Uran beginnen. Das iranische Atomprogramm sei nicht völlig zerstört worden, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi laut einem am späten Samstag veröffentlichten Transkript am Freitag in einem Interview mit dem US-Sender CBS.
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Kapazitäten seien vorhanden, so Grossi. Die Iraner könnten „binnen Monaten“ oder sogar „weniger“ wieder mit einigen Kaskaden von Zentrifugen Uran anreichern. Grossi wies darauf hin, dass man nicht behaupten könne, „dass alles verschwunden ist und nichts mehr da ist“. Die IAEA ist vor allem daran interessiert, den Verbleib von beinahe waffenfähigem Uran im Iran zu verifizieren.

Abgesehen davon sei unbekannt, was nach den Bombardements aus den schätzungsweise gut 408 Kilogramm Uran geworden sei, die der Iran bereits auf einen hohen Grad von 60 Prozent angereichert hatte. „Wir wissen nicht, wo dieses Material sein könnte“, räumte der IAEA-Chef ein. Weiter angereichert auf 90 Prozent würde dieses Uran für mindestens neun Atombomben reichen.

Ein Teil davon sei womöglich bei den Angriffen zerstört worden, „aber etwas davon könnte fortgebracht worden sein“, sagte Grossi in dem CBS-Interview, das am Sonntag vollständig ausgestrahlt werden soll. Der Verbleib des atomaren Materials müsse noch geklärt werden.

Iran setzte Zusammenarbeit mit IAEA aus
Das iranische Parlament hatte dafür gestimmt, die Zusammenarbeit mit der IAEA auszusetzen, bis die „Sicherheit“ der nuklearen Anlagen gewährleistet sei. Grossis Ansinnen, IAEA-Inspektoren zu den bei den Angriffen beschädigten iranischen Atomanlagen zu schicken, wurde abgelehnt. In einem Lagebericht betonte Grossi, dass die Inspektionen fortgesetzt werden müssten. Er wies darauf hin, dass das laut einem Vertrag zwischen seiner Organisation und dem Iran vorgeschrieben sei.

Israel hatte am 13. Juni einen Großangriff auf den Iran gestartet und das mit dem fortgeschrittenen iranischen Atom- und Raketenprogramm begründet. Der Iran überzog Israel seinerseits mit starken Angriffswellen.

Die USA griffen schließlich vor einer Woche in den Krieg zwischen Israel und dem Iran ein und bombardierten die iranischen Atomanlagen Fordo, Natans und Isfahan. Am Dienstag trat nach zwölf Tagen Krieg eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran in Kraft.

US-Medien beriefen sich auf Geheimdienstpapier
Nach den Angriffen ist umstritten, wie schwer das iranische Atomprogramm getroffen wurde. Der Außenminister des Iran, Abbas Araktschi, sagte, die Schäden an den iranischen Atomanlagen nach den israelischen und US-Angriffen seien „erheblich“. US-Medien hatten unter Berufung auf einen vorläufigen Geheimdienstbericht allerdings zuvor schon berichtet, die Angriffe hätten das iranische Atomprogramm nur um einige Monate zurückgeworfen, und die iranischen Zentrifugen sowie die Vorräte an angereichertem Uran seien nicht vollständig zerstört.

US-Präsident Donald Trump wies die Berichte als Fake News zurück. Nach seiner Darstellung wurde das iranische Atomprogramm um „Jahrzehnte“ zurückgeworfen. Am Wochenende bekräftigte er seine Einschätzung, dass der Iran seine Uranvorräte vor den Angriffen auf die Atomanlagen nicht fortgebracht habe. „Das ist sehr schwierig, außerdem haben wir kaum Vorwarnung gegeben“, sagte Trump laut vorab veröffentlichten Auszügen in einem Interview für die Fox-News-Sendung „Sunday Morning Futures“. „Sie haben überhaupt nichts weggebracht.“

US-Außenminister Marco Rubio sprach sich am Samstag für einen Besuch von IAEA-Inspektoren im Iran aus. Die USA unterstützten eine Überprüfung und Überwachung des iranischen Atomprogramms durch die IAEA, sagte Rubio im Onlinedienst X und lobte Grossi und seine Organisation für „ihren Einsatz und ihre Professionalität“.

Paris droht Teheran mit Sanktionen
Frankreichs Regierung drohte dem Iran unterdessen mit weitreichenden Sanktionen aus Europa, sollte das Land nicht zu ernsthaften Verhandlungen über sein Atomprogramm bereit sein. Außenminister Jean-Noel Barrot sagte dem Nachrichtensender LCI die Vertragsstaaten, darunter Frankreich und Deutschland, könnten bei Verstößen die durch das Abkommen aufgehobenen umfangreichen Strafmaßnahmen gegen den Iran wieder in Kraft setzen, wie das im 2015 mit Teheran geschlossenen Atomabkommen festgelegt ist.

Wenn Teheran sich weigere, „aufrichtig über einen strengen und dauerhaften Rahmen für sein Atomprogramm zu verhandeln“, könne Frankreich „mit seinen europäischen Partnern einfach mit einem simplen Brief in der Post auf den Iran wieder das weltweite Embargo für Waffen, Atomausrüstung sowie Banken und Versicherungen anwenden, das vor zehn Jahren aufgehoben wurde“, sagte Barrot. Deshalb spiele Europa „so oder so eine zentrale Rolle in den Verhandlungen“ mit dem Iran.

Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die USA, Russland und China hatten das Atomabkommen mit dem Iran im Jahr 2015 geschlossen, um die Islamische Republik am Bau einer Atombombe zu hindern. Die USA stiegen 2018 während der ersten Präsidentschaft Trumps einseitig aus dem Abkommen aus. Der Mechanismus, bei Verstößen des Iran ausgesetzte Sanktionen gegen das Land wieder in Kraft zu setzen, läuft am 18. Oktober aus.
29.06.2025, red, ORF.at/Agenturen

Links:
IAEA
Weißes Haus
Französisches Außenministerium

„Binnen Monaten“: Iran kann laut IAEA wieder Uran anreichern
 

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#16
Reverse Engineering
Iran versucht offenbar, israelische Stealth-Drohne nachzubauen
Abgestürzte Drohnen können den Revolutionsgarden per Reverse Engineering wichtige Technologie zugänglich machen
Auch der kurze Krieg zwischen Israel und dem Iran, in den kurzzeitig auch die USA direkt eingriffen, war nicht nur ein Kampf, der mit Raketen und Flugzeugen geführt wurde. Einmal mehr nahmen Drohnen eine zentrale Rolle auch in dem Konflikt ein. Einerseits dienten sie direkt als Angriffsvehikel, wie etwa die berühmt-berüchtigten Shahed-Drohnen, die Russland auch bei seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine massenhaft einsetzt. Aber sie haben auch einen hohen Stellenwert als Aufklärungsmaschinen, gerade auf kurze und mittlere Distanz. Sie benötigen keinen Menschen am Steuer, können daher kompakt und bei Bedarf mit besonders optimierten Stealth-Eigenschaften gebaut werden. Das macht sie aber auch zu wertvoller Beute.

In der Nacht von 17. auf 18. Juni schoss der Iran nach eigenen Angaben eine Elbit-Hermes-900-Drohne der israelischen Armee ab. Zu dieser Behauptung lieferte man auch Aufnahmen, die von externen Beobachtern schnell als authentisch eingestuft wurden. Es sollte nicht der einzige Abschuss bleiben. Laut Defence Blog gab es bisher zwar keine glaubhafte Bestätigung dafür, dass der Iran ein bemanntes Flugzeug vom Himmel holen konnte, allerdings erwischte man zumindest acht Drohnen.

Elbit Systems / Hermes™ 900 UAS
Elbit Systems

Hunderte Drohnen "verschollen"
Dazu gesellt sich nun allerdings ein Bericht von CNN-News 18 unter Berufung auf die israelische Tageszeitung Yedioth Ahronoth. Laut diesem wurden hunderte moderne israelische Drohnen in Teheran "zurückgelassen" und sind seither verschollen. Dabei geht es offenbar nicht nur um größere Drohnen wie Hermes, sondern auch kleinere Flugmaschinen, die direkt aus der Ferne von einem Piloten gesteuert werden können (FPV). Der Gegenwert dürfte sich auf hunderte Millionen Dollar belaufen, alleine eine Hermes soll über zehn Millionen Dollar wert sein.

Nunmehr sollen sich iranische Wissenschafter darangemacht haben, die Fluggeräte zu untersuchen, mit dem Ziel, eigene Varianten davon zu bauen. Dazu setzt man auf Reverse Engineering, ein Prozess, bei dem man versucht, die Herstellung eines Geräts von hinten nach vorn aufzurollen. Dabei wird es sorgfältig auseinandergenommen, um seine Konstruktion nachzuvollziehen. Dabei versucht man auch gleich, an Daten bzw. die Firmware zu kommen, die auf den Komponenten läuft. Anschließend erfolgen detaillierte Untersuchungen der einzelnen Teile, insbesondere kritischer Elemente wie Prozessoren, Motoren oder Steuerungssysteme.


Die Shahed-191 soll ebenfalls auf der 2011 erbeuteten Sentinel-Drohne basieren. Sie lässt sich von Pick-ups aus starten.
Farsnews

Könnte für Israel zum Problem werden
Im nächsten Schritt wird ein virtuelles Modell des Flugwerks und anderer strukturell wichtiger Teile erstellt und digitalen Simulationen unterzogen, um mehr über die physikalischen Eigenschaften zu lernen. Nach etwaigen Anpassungen beginnt schließlich die Entwicklung eigener Komponenten und Software, die anstelle der Originale zum Einsatz kommen sollen. Im Iran hat man damit auch schon Erfahrung. 2011 wurde man einer Lockheed-Martin-RQ-170-Drohne (Sentinel) habhaft. Auf ihrem Reverse Engineering sollen die Shahed-171 Simorgh und Shahed-191 Saegheh basieren.

Insbesondere Klone der eigenen Fixed-Wing-Stealthdrohnen, bei deren Bau teilweise Holz eingesetzt wird, um sie für Radarsysteme schwerer erkennbar zu machen, könnten in weiterer Folge für die israelische Luftabwehr zum Problem werden. Dazu bieten sie, wenn die Massenherstellung gelingt, das Potenzial, zu einem lukrativen Exportgut für das Regime zu werden. Derzeit herrscht zwar Waffenstillstand zwischen Israel und dem Iran, der Frieden gilt allerdings als fragil.
(gpi, 1.7.2025)
Iran versucht offenbar, israelische Stealth-Drohne nachzubauen
 
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