josef

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#21
Richtstätte Oberkurzheim - Unterzeiring

Luis :danke für die tollen Bilder :bravo:

Habe dazu noch ein paar Infos gefunden:

ORF-Steiermark v. 12.09.2012
http://steiermark.orf.at/news/stories/2549682/
Richtstätte wird archäologisch erforscht
Zum ersten Mal soll in der Steiermark eine ehemalige Richtstätte archäologisch erforscht werden. Im Bezirk Murtal wollen der Historiker Ingo Mirsch und sein Team durch eine Grabung mehr über einen frühneuzeitlichen Galgen und dessen Geschichte erfahren.

Im Birkachwald in Unterzeiring liegt die Richtstätte, von der heute nur noch zwei mächtige Steinsäulen erhalten sind. Mirsch will diesen ehemaligen Galgen und die Hinrichtungen, die dort stattfanden, genauer erforschen. Über die Entstehung des Galgens sind relativ gute Informationen vorhanden, nicht aber über den tatsächlichen Gebrauch der Richtstätte und das Prozedere bei und nach den Hinrichtungen, so der Grabungsleiter.

Hinrichtungen ab dem 14. Jahrhundert
Wahrscheinlich im 14. Jahrhundert wurde eine ältere Richtstätte in der Nähe von Oberkurzheim aufgegeben und im Birkachwald neu errichtet. Der aus Holz errichtete Galgen dürfte aber im Jahr 1740 von einem Sturm zerstört worden sein und wurde durch ein neues, gemauertes Bauwerk ersetzt.

Bei der vorerst bis 10. Oktober anberaumten Bodenerkundung handelt es sich um eine Feststellungsgrabung, wie der Archäologe Wolfgang Artner von der Karl-Franzens-Universität Graz erklärt. Es soll also erst einmal ein kleines Gebiet analysiert werden, um dann entscheiden zu können, ob und welche weiteren Grabungen sinnvoll sind.

Wie liefen Hinrichtungen ab?
Europaweit sind bereits 80 verschiedene Richtstättengrabungen dokumentiert, in der Steiermark ist jene in Unterzeiring die erste. Mirsch erhofft sich durch die Grabung zusätzliche Informationen, etwa ob die Delinquenten direkt neben der Stätte begraben wurden, wie häufig Hinrichtungen stattfanden oder auch wie die Verurteilten behandelt wurden.

Der Historiker sieht die Grabung als „möglichen Beginn einer steirischen Richtstättenarchäologie“. Als vorbildhaft nannte er das oberösterreichische Projekt „Schande, Folter, Hinrichtung - Forschungen zur Rechtsprechung und Strafvollzug in Oberösterreich“, das Maßstäbe in der Erforschung von Rechtsaltertümern gesetzt habe.
Und "Mein Bezirk - Knittelfeld" mit jeder Menge weiterer Fotos: http://www.meinbezirk.at/knittelfel...ische-sensation-moeglich-m3113876,366007.html

lg
josef
 
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Grille

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#25
Galgen - Hinrichtungsstätten

Hallo Freunde!
Habe hier die Reste von zwei Galgen.
Der eine mit den drei Säulen ist aus Mariahof bei Neumarkt / Steiermark
Die einzelne Säule ist der Rest des Galgen aus Neumarkt in der Steiermark


Mit den besten Grüßen,

Grille
 

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josef

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#26
Historische Richtstätte bei Gföhl im Waldviertel freigelegt

Grabungserfolg:
Alte Richtstätte bei Gföhl freigelegt


Bei archäologischen Arbeiten am "Galgenriedl" bei Gföhl wurden Mauerreste der früheren Richtstätte der Herrschaft Gföhl und mehrere menschliche Überreste gefunden.

Die Richtstättenarchäologie des Mittelalters und vor allem der Neuzeit ist in Österreich ein verhältnismäßig junger und bis jetzt wenig beachteter Teilaspekt der archäologischen Bodenforschung. Dem Forschungsvorhaben förderlich ist die Ausrichtung der Niederösterreichischen Landesausstellung 2017 mit dem Titel „Alles was Recht ist“ in Pöggstall im Waldviertel.

Deshalb wurde auch dieses nordwestliche Viertel Niederösterreichs als ein „Schwerpunkt“ der ersten Recherchen gewählt, nicht zuletzt auch deshalb, da hier eine verhältnismäßig hohe Anzahl an noch gut erhaltenen Galgenresten im Gelände bekannt ist.

Bei dem ehemaligen Landgerichtsbezirk Gföhl handelt es sich um einen der größten im Bereich des heutigen Niederösterreich. Er umfasste 62 Ortschaften in einem Gebiet, das über Kamp und Krems hinausging.

Ergebnisse werden bei NÖ Landesausstellung präsentiert
Der im Gelände nicht mehr erkennbare Galgen von Gföhl wurde aufgrund der bereits verhältnismäßig guten Aufarbeitung der historischen Quellen ausgewählt, neben zahlreichen anderen Urteilsvollstreckungen sind hier zumindest elf Hinrichtungen belegt. Neben menschlichen Überresten wie einem Schädel wurden bis jetzt drei Skelette von Hingerichteten geborgen.

Die archäologischen Arbeiten sollen im Jahr 2016 fortgesetzt und abgeschlossen werden. Nach der Grabung und der anthropologischen Auswertung des geborgenen Skelettmaterials sollen auch historische Zusammenhänge hergestellt werden, um diese bei der NÖ Landesausstellung 2017 in Pöggstall präsentieren zu können.


Von Karl Braun
Text u. Foto: http://www.noen.at/nachrichten/loka...tstaette-bei-Gfoehl-freigelegt;art2512,678751
 

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josef

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#30
Stadtmuseum Wiener Neustadt: Grausame Gerichtsbarkeit

Nachfolgend einige Beispiele über die Gerichtsbarkeit aus der Übergangsphase des „Spätmittelalters“ zur „Frühen Neuzeit“ an Hand von Exponaten aus dem Stadtmuseum Wiener Neustadt:

Teil 1 von 4:
(Alle Aufnahmen vom 15.07.2016)

  1. Beschreibung (Bildtafel Museum) und hier mehr geschichtliches zur Justiz in Wiener Neustadt.
  2. Schwert als Zeichen der Gerichtsbarkeit und diverse Utensilien zur Haft, Folter und zur „Schaustellung“ von Tätern…
  3. Erhaltener Richterstuhl
 

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josef

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#31
Stadtmuseum Wiener Neustadt: Grausame Gerichtsbarkeit – Teil 2 von 4:

  1. Ölgemälde von der Hinrichtung der „Wiener Rebellen“ 1522 am Hauptplatz von WN:
Wiener Neustädter Blutgericht
Am 4. Juli 1522 wurde am Hauptplatz von Wiener Neustadt ein Schaugericht abgehalten. Angeklagt war die ständische Regierung Wiens, die sich gegen das von Maximilian I. eingesetzte landesfürstliche Regiment durchgesetzt hatte. Nach dem zweiwöchigen Gerichtsspektakel wurden acht Todesurteile wegen Hochverrats ausgesprochen. Unter den Verurteilten befanden sich Michael von Eytzing, Hans von Puchheim und der Wiener Bürgermeister Martin Siebenbürger.


http://www.habsburger.net/de/ereignisse/wiener-neustaedter-blutgericht

2. Detail aus dem Bild des grausamen Geschehens…
3. Bildinfo
4. Ölgemälde von der Hinrichtung der wegen Hochverrates Angeklagten ungarischen Magnaten Peter Graf ZRINYI, Banus von Kroatien, und Franz FRANGEPAN, Markgraf der Küstenlande:
Nachdem sie zum Tode verurteilt waren erwies sich ihre Hinrichtung am 21. April 1671 als Desaster. Der argbetrunkene Scharfrichter verletzte die Delinquenten zunächst schwer an Schultern und Armen, bevor es ihm gelang, ihnen den Kopf abzutrennen. Aufgrund der Reaktionen der empörten Zuschauer wurde er daraufhin selbst zur Zwangsarbeit verurteilt und des Landes verwiesen.
Mehr zur „Magnatenverschwörung“: https://de.wikipedia.org/wiki/Magnatenverschw%C3%B6rung
5. Bildausschnitt – Detail
6. Bildinfo
7. Das aus dem Jahre 1639 vom Wiener Neustädter Waffenschmied Carl Hasch hergestellte Richtschwert wurde bei der Hinrichtung der „ungarischen Magnaten“ 1671 zum letzten Mal verwendet.
8 .Detail des Schwertes.
 

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josef

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#33
Stadtmuseum Wiener Neustadt: Grausame Gerichtsbarkeit – Teil 4 (Rest):

  1. Richtschwert aus 1682
  2. Auf der Klinge sind Martern von Heiligen und Hinrichtungsszenen dargestellt.
  3. Beschreibung zur Tätigkeit des Scharfrichters und zum Schwert.
 

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josef

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#35
Weil wir schon bei den grausamen und blutrünstigen Urteilsvollstreckungen sind, noch einige Fotos aus dem "Wien Museum":

(Aufnahmen vom 10.05.2017)

1. Rock des Scharfrichters von Wien und 2 Scharfrichterschwerte
2. Scharfrichterschwerte Detail
3. Beschreibung des Vitrineninhaltes
4. - 5. Bei einer Hinrichtung mittels Schwert in Wien saß auf diesen Stuhl der Verurteilte...
6. Beschreibung. Alles 18. Jahrhundert...
 

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#37
Ergänzende Informationen:

Der am 10. März 1786 am Rabenstein hingerichtete Wiener Magistratsbeamte Franz de Paula Zaglauer von Zahlheim, der seine Geliebte bestohlen und ermordet hatte, wurde wegen der Schwere des Verbrechens besonders hart bestraft.
Erst nachdem er mit glühenden Zangen gezwackt worden war, konnte die nicht minder schmerzhafte Tortur des "Räderns von unten" beginnen.
Bei dieser Hinrichtungsart ließ der Henker das Rad zuerst auf die Unter-, dann auf die Oberschenkel niedersausen. Das am unteren Ende des Rads befindliche Eisen zerbrach die Knochen. Hernach begann dieselbe Tortur an den Armen. Erst zum Schluss wurde bei solcher Hinrichtung der meist tödliche Schlag in der Herzgegend verabreicht. Vergleichsweise glücklich konnte sich schätzen, wer "von oben" gerädert wurde, da der Tod bei diesem Modus rascher eintrat.
Ein Jahr nach dieser letzten in Wien vollzogenen Räderung wurde die Todesstrafe abgeschafft.

Quelle: http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/museum/818640_Toetung-als-Spektakel.html
 

josef

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#39
Wenn man sich alte Karten anschaut (Josephinische Landesaufnahme) findet man relativ viele Galgen eingezeichnet...
mapire.eu
Stoffi is back,
freut mich!
Danke für die Beispiele aus dem nördlichen NÖ.!
Heute weisen ja auch noch jede Menge Orts- bzw. Flurnamen auf diese alten Richtstätten hin, wie Gerichtsberg, Galgenberg, Galgenwiese, Galgenbühel, Blutäcker, Gerichtsbreite usw. ...

lg
josef
 
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