Erlaufsee: Bald auch Bootsbetrieb durch "Museumstramway Mariazell"

josef

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#1
5,70 Meter breiter Schiff-Transport zum Erlaufsee
In der Nacht auf Freitag wurde das Schiff „Christina“ von St. Pölten zum Erlaufsee (Bezirk Lilienfeld) transportiert. Der Schwertransport war 5, 70 Meter breit. Das Schiff konnte gegen 7.00 Uhr in den Erlaufsee gehoben werden.
Gegen 2.00 Uhr früh startete der Schiffstransport in der Nacht von Donnerstag auf Freitag von St. Pölten. Die Strecke führte zunächst über die S33 und die A1 bis Ybbs an der Donau (Bezirk Melk). Da der Transport 5,70 Meter breit war, blieb jeweils nur eine Fahrspur frei.


Michael Heussler

Ab Ybbs an der Donau ging es auf der Bundesstraße weiter, die Strecke wurde abschnittsweise komplett gesperrt. Es gab Wartezeiten von etwa 20 Minuten für Autos. Der Transport wurde von der Polizei begleitet. Gegen 4.00 Uhr früh kam das Schiff schließlich am Erlaufsee an. Der Transport funktionierte laut Organisator trotz der enormen Breite problemlos. Gegen 7.00 Uhr wurde das Schiff mittels Kran in den See gehoben.

Beim Schiff, das künftig für den Personentransport eingesetzt werden soll, handelt es sich um ein etwa 100 Jahre altes Militärboot aus dem 1. Weltkrieg. Betrieben wird das Schiff künftig von der Museumstramway Mariazell - Erlaufsee, und soll als zusätzliches Angebot für Tramwaypassagiere und Besucher des Erlaufsees dienen.







Alle Fotos Michael Heussler

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Publiziert am 14.09.2018
5,70 Meter breiter Schiff-Transport zum Erlaufsee
 

josef

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#2
Einige Unklarheiten betreffend Herkunft des Schiffes "Christina":

Im obigen ORF-Artikel wird das Alter des Schiffes mit etwa 100 Jahren angegeben:
Beim Schiff, das künftig für den Personentransport eingesetzt werden soll, handelt es sich um ein etwa 100 Jahre altes Militärboot aus dem 1. Weltkrieg.


Nach einiger Sucharbeit im Netz fand ich unter
http://www.schiffs-agentur.ch/joomla/images/pdf/Erlaufsee/dossier-28_erlaufsee_geschichte.pdf
ein "Dossier" über die "Christina" - dazu ein Textauszug:
Am Ufer des Sees endet die Museumstramway Mariazell (Baubeginn 1981), die ihn mit dem Bahnhof Mariazell verbindet. Die Betreibergesellschaft beabsichtigt, im Anschluss an die Museumszüge auch eine Seerundfahrt anzubieten. Deshalb erwirbt sie vom bayerischen Altmühlsee das Motorschiff Gunzenhausen. Dieses hat eine lange Geschichte.
Erbaut wird das Schiff bei Ijgwitz in Wien im Jahr 1953 für den Wiener Donaukanal, wo es unter dem Namen Wien verkehrt. 1960 erwirbt es Rudolf Ippisch für den Traunsee. Es erhält den Motor der „Feuerkogel“, die selber einen neuen Motor bekommt. Nach fast zweijährigem Umbau am 6.Juni 1962 kommt es als „Christina“ in Fahrt (Tragfähigkeit 120 Personen, 18,8 m Länge, 68 PS, 18 km/h). Nach dem Erwerb der Firma Ippisch durch Eder modernisiert dieser als erste 1984/1985 die „Christina“. Unter anderem erhält sie im Mittschiffbereich eine Fahrgastkabine. Seit Mai 1985 fährt sie unter dem Namen Gmunden mit dem Gmundner Stadtwappen am Bug. Schliesslich erwirbt 1994 der Betreiber der neuen Schifffahrt auf dem bayerischen Altmühlsee (fränkisches Seeengebiet) die „Gmunden“ und setzt sie ab Frühjahr 1995 als „Gunzenhausen“ ein. Nachdem auf diesem See 2001 ein grösseres Schiff in Fahrt kommt, wird die Gunzenhausen Ende 2004 abgestellt und kehrt schliesslich am 29. März 2006 auf der Strasse nach Österreich zum Verein I.G. Museumstramway Mariazell-Erlaufsee zurück.

Der Verein lässt das Schiff gründlich untersuchen, erstellt ein Pflichtenheft für eine Revitalisierung und bringt es nach Braila in Rumänien, wo diese Arbeiten durchgeführt werden. Dort ersetzt man auch den Dieselantrieb durch einen Elektromotor mit 32 kW. Damit können nun 80 Personen mit 15 km/h transportiert werden. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Berichts erfolgen die Endarbeiten in Mariazell. Voraussichtlich Jahr 2018 wird das Schiff auf dem Erlaufsee unterwegs sein. Man plant, in nächster Zeit über eine Befragung der Bevölkerung den zukünftigen Namen zu ermitteln.
Autor: Prof. Dr. Dr. Benedikt von Hebenstreit, München/Zürich
Bearbeitung und Copyright: Schiffs-Agentur Schweiz 2017
Jedenfalls war das Boot längere Zeit am Firmengelände der Kran- und Transportfirma Prangl im Betriebsgebiet St.Pölten-Ratzersdorf abgestellt.
 

josef

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#4
Wenns 1953 gebaut wurde kanns aber wohl kaum ein Militärboot aus dem ersten Weltkrieg sein? Oder hab ich da was verpasst? ORF die elite des Journalismus <3
Darum auch mein Titel mit Hinweis auf "Unklarheiten"... Die richtige "Vita" von "Christina" wäre trotzdem interessant :)
"weils eh wurscht ist"
Auch wieder wahr, wichtig ein altes "Schiffanakl" bleibt erhalten!
 
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