Hoppala
Neuer chinesischer Kampfpanzer bleibt bei Leistungsschau liegen
Eigentlich sollte die Werbetrommel für den VT-4 gerührt werden. Doch stattdessen gab es eine Panne
Der VT-4 blieb während einer Leistungsschau einfach stehen.
Screenshot / X
Chinas neuer Kampfpanzer, der VT4, sollte bei einer Leistungsschau während der Zhuhai Air Show eigentlich seine Leistungsfähigkeit demonstrieren. Doch das neueste Prunkstück in Sachen gepanzerte Kriegsführung blieb nach nur wenigen Metern liegen und ließ sich bis zum Ende der Demonstration nicht mehr in Gang setzen.
Der Panzer blieb laut einem Bericht von Defense Express während der gesamten Show auf dem Feld, nachdem er wegen einer mechanischen Panne einfach stehen geblieben war. Der peinliche Vorfall wirft darüber hinaus Fragen nach der Zuverlässigkeit chinesischer Ausrüstung auf. Werbung für den VT-4 war die Panne während der Vorführung bestimmt keine. Der von Norinco hergestellte Panzer ist für den Export bestimmt, mit der Demonstration sollten eigentlich Kunden aus dem Ausland gewonnen werden. Bisher war der Erfolg eher überschaubar: Laut dem International Institute for Strategic Studies haben aktuell Pakistan, Thailand und Nigeria den chinesischen Kampfpanzer angeschafft.
Der VT-4 hat erst im September Erprobungen in Algerien absolviert, wo er deutlich besser abgeschnitten hat als der russische T-90. Unter anderem umfasste die Erprobung einen Marsch über 500 Kilometer und diverse Feuerübungen, bei denen der VT-4 eine Trefferquote von 100 Prozent aufwies.
Nicht im Heimtatland eingesetzt
Chinesische Panzer waren in der Vergangenheit immer wieder für Pannen gut. Ein ganz ähnlicher Vorfall ereignete sich während des 2016 abgehaltenen Panzer-Biathlons im russischen Alabino. Ein Typ 96-B blieb dort infolge eines mechanischen Defekts liegen. Ein Laufrad war einfach abgebrochen.
Der VT-4 oder MBT-3000 wird seit 2017 produziert, kommt bei der chinesischen Armee selbst aber nicht zum Einsatz. Dort sind die Typen 96 und 99 im Einsatz, die im Grunde auf sowjetische Konzepte wie den T-72 zurückgehen. Bewaffnet ist der Panzer mit einer Variante jener 125-mm-Kanone, die schon in den T-62-Panzern der Sowjetunion eingesetzt wurde.
Massenweise Ausfälle
Es ist aber nicht nur chinesisches Militärmaterial, das zu öffentlichkeitswirksamen Ausfällen neigt. 2015 sollte der russische T-14 die Welt beeindrucken und den Westen das Früchten lehren. Stattdessen gab es einen peinlichen Auftritt des Wunderpanzers bei der Siegesparade in Moskau. Der laut russischer Propaganda "tödlichste Panzer der Welt" blieb einfach am Straßenrand liegen und widerstand auch Abschleppversuchen beharrlich. Später hieß es, der Fahrer habe vergessen, wie man die Bremse löst.
Das heißt nicht, dass westliches Kriegsgerät nicht auch zu Pannen neigt. Der schwerste und teuerste Schützenpanzer der Welt, der Puma der deutschen Bundeswehr, hat nicht nur wegen der zahllosen Verschiebungen und massiven Kostensteigerungen Schlagzeilen gemacht. Bei einer Übung im Jahr 2022 blieben alle 18 eingesetzten Puma liegen, sodass am Ende keines der Fahrzeuge mehr einsatzfähig war. Der Massenausfall ließ sich zum Teil auf elektrische Defekte in den Türmen und Wartungsmängel zurückführen.
(pez, 25.11.2024)
Neuer chinesischer Kampfpanzer bleibt bei Leistungsschau liegen
Neuer chinesischer Kampfpanzer bleibt bei Leistungsschau liegen
Eigentlich sollte die Werbetrommel für den VT-4 gerührt werden. Doch stattdessen gab es eine Panne
Der VT-4 blieb während einer Leistungsschau einfach stehen.
Screenshot / X
Chinas neuer Kampfpanzer, der VT4, sollte bei einer Leistungsschau während der Zhuhai Air Show eigentlich seine Leistungsfähigkeit demonstrieren. Doch das neueste Prunkstück in Sachen gepanzerte Kriegsführung blieb nach nur wenigen Metern liegen und ließ sich bis zum Ende der Demonstration nicht mehr in Gang setzen.
Der Panzer blieb laut einem Bericht von Defense Express während der gesamten Show auf dem Feld, nachdem er wegen einer mechanischen Panne einfach stehen geblieben war. Der peinliche Vorfall wirft darüber hinaus Fragen nach der Zuverlässigkeit chinesischer Ausrüstung auf. Werbung für den VT-4 war die Panne während der Vorführung bestimmt keine. Der von Norinco hergestellte Panzer ist für den Export bestimmt, mit der Demonstration sollten eigentlich Kunden aus dem Ausland gewonnen werden. Bisher war der Erfolg eher überschaubar: Laut dem International Institute for Strategic Studies haben aktuell Pakistan, Thailand und Nigeria den chinesischen Kampfpanzer angeschafft.
Der VT-4 hat erst im September Erprobungen in Algerien absolviert, wo er deutlich besser abgeschnitten hat als der russische T-90. Unter anderem umfasste die Erprobung einen Marsch über 500 Kilometer und diverse Feuerübungen, bei denen der VT-4 eine Trefferquote von 100 Prozent aufwies.
Nicht im Heimtatland eingesetzt
Chinesische Panzer waren in der Vergangenheit immer wieder für Pannen gut. Ein ganz ähnlicher Vorfall ereignete sich während des 2016 abgehaltenen Panzer-Biathlons im russischen Alabino. Ein Typ 96-B blieb dort infolge eines mechanischen Defekts liegen. Ein Laufrad war einfach abgebrochen.
Der VT-4 oder MBT-3000 wird seit 2017 produziert, kommt bei der chinesischen Armee selbst aber nicht zum Einsatz. Dort sind die Typen 96 und 99 im Einsatz, die im Grunde auf sowjetische Konzepte wie den T-72 zurückgehen. Bewaffnet ist der Panzer mit einer Variante jener 125-mm-Kanone, die schon in den T-62-Panzern der Sowjetunion eingesetzt wurde.
Massenweise Ausfälle
Es ist aber nicht nur chinesisches Militärmaterial, das zu öffentlichkeitswirksamen Ausfällen neigt. 2015 sollte der russische T-14 die Welt beeindrucken und den Westen das Früchten lehren. Stattdessen gab es einen peinlichen Auftritt des Wunderpanzers bei der Siegesparade in Moskau. Der laut russischer Propaganda "tödlichste Panzer der Welt" blieb einfach am Straßenrand liegen und widerstand auch Abschleppversuchen beharrlich. Später hieß es, der Fahrer habe vergessen, wie man die Bremse löst.
Das heißt nicht, dass westliches Kriegsgerät nicht auch zu Pannen neigt. Der schwerste und teuerste Schützenpanzer der Welt, der Puma der deutschen Bundeswehr, hat nicht nur wegen der zahllosen Verschiebungen und massiven Kostensteigerungen Schlagzeilen gemacht. Bei einer Übung im Jahr 2022 blieben alle 18 eingesetzten Puma liegen, sodass am Ende keines der Fahrzeuge mehr einsatzfähig war. Der Massenausfall ließ sich zum Teil auf elektrische Defekte in den Türmen und Wartungsmängel zurückführen.
(pez, 25.11.2024)