Berlin: Stromausfall für mehr als 45.000 Haushalte

josef

Administrator
Mitarbeiter
#1
Berlin
Großer Stromausfall könnte Tage dauern
1767513118856.png

In der deutschen Hauptstadt Berlin ist am Samstag in Zehntausenden Haushalten der Strom ausgefallen – und das bei niedrigen Temperaturen und Schneefall. Im südwestlichen Stadtteil Lichterfelde hätten laut einem Zeugen mehrere Kabel einer Kabelbrücke gebrannt, teilte die Polizei auf der Plattform X mit. Es werde wegen des Verdachts der Brandstiftung ermittelt. Der Stromausfall könnte noch bis Donnerstag dauern.
Online seit gestern 03.01.2026, 19.09 Uhr
Teilen
Grund ist der aufwendige Bau von Ersatzleitungen nach dem Brand, durch den mehrere Hochspannungskabel beschädigt worden seien, wie ein Sprecher des Betreibers Stromnetz Berlin sagte. „Aufgrund der entstandenen erheblichen Schäden wird die Reparatur der Kabel sehr lange dauern“, teilte Stromnetz Berlin mit.

„Wir rechnen mit einer vollständigen Wiederversorgung aller Kundinnen und Kunden bis kommenden Donnerstagnachmittag (8.1.2026).“ Nötig sei umfangreicher Tiefbau und Kabelzug. Dies werde durch das Winterwetter erschwert. Außerdem laufe noch die Spurensicherung am Brandort.

Zehntausende Haushalte betroffen
Der Strom war Samstagfrüh in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde ausgefallen. Betroffen waren laut Stromnetz Berlin 45.400 Haushalte und 2.200 Gewerbebetriebe. Nach Angaben des Netzbetreibers dürfte diese Lage für rund 35.000 von ihnen noch tagelang andauern.

APA-Images/dpa/Michael
geschlossene Supermarktfiliale im Bezirk Steglitz-Zehlendorf

Auch Heizungen funktionieren nicht
Wegen des Stromausfalls funktionieren viele Heizungen nicht – zudem warnte die Polizei vor weiteren Heizungsausfällen. Auch der Mobilfunk ist gestört. Im betroffenen Gebiet haben Geschäfte geschlossen, Ampeln sind ausgefallen. Die Polizei war mit Lautsprecherwagen unterwegs und informierte die Anrainer mit Ansagen.
„Prüfen Sie (…), ob Sie die Möglichkeit haben, bei Freunden oder Verwandten unterzukommen. Nutzen Sie Mobiltelefone sparsam. Denken Sie an ältere oder hilfsbedürftige Personen und bieten Sie Hilfe an. Halten Sie für die Abendstunden Taschenlampen oder batteriebetriebene Leuchten bereit“, teilte die Polizei auf X mit.

Bewohner von Pflegeheimen umgezogen
„Es ist ein deutlicher Unterschied zum Sommer: Es wird um 16.00 Uhr dunkel, es wird kalt“, hieß es von der Feuerwehr. Die Lage sei auch deswegen herausfordernd, weil mehrere Pflegeheime und Krankenhäuser in dem Gebiet mit dem Stromausfall in Steglitz-Zehlendorf lägen. Die Feuerwehr habe bereits Bewohner und Patienten von zwei Heimen in andere Heime verlegt.
Die Feuerwehr warnte davor, gasbetriebene Heizgeräte in Innenräumen zu benutzen. Sollte das Telefonnetz gestört sein, könne man sich in einem Notfall um Hilfe an die nächste Feuerwache oder Polizeiwache wenden. Auch bei Busfahrern könne ein Notruf abgesetzt werden.
Letzter Vorfall im September
Von der Dimension ist der Stromausfall nach Angaben von Stromnetz Berlin vergleichbar mit einem ähnlichen Fall im September im Südosten Berlins, als anfangs 50.000 Kundinnen und Kunden betroffen waren. Auch damals zog sich der Stromausfall über Tage hin.
Ursache damals war ein politisch motivierter Brandanschlag auf zwei Strommasten. Die Frage, ob auch diesmal eine politisch motivierte Brandstiftung dahinterstecken könnte, ist derzeit offen. Die Polizei verwies auf laufende Ermittlungen.
04.01.2026 red, ORF.at/Agenturen

Links:
Information des Landes Berlin
Stromnetz Berlin
„Morgenpost“-Artikel

Berlin: Großer Stromausfall könnte Tage dauern
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#3
Stromausfall
Nach Brandanschlag weiterhin tausende Haushalte in Berlin ohne Strom
Noch immer sind rund 26.900 Haushalte ohne Strom. Die Industrie fordert besseren Schutz der Infrastruktur

Das Foto zeigt eine Drohnenansicht von Berlin: Auf der Seite von Lindenthaler Allee ist wieder Licht. Auf der Seite von Mexikoplatz und Argentinische Allee ist immer noch dunkel.
IMAGO/Emmanuele Contini

Berlin – Nach dem Anschlag mutmaßlicher Linksextremisten auf eine Kabelbrücke sind im Südwesten Berlins weiterhin rund 26.900 Haushalte ohne Strom. Nach Angaben der Polizei vom Dienstag waren zudem noch 1220 Gewerbebetriebe betroffen. Die Polizei war nach eigenen Angaben im betroffenen Gebiet mit etwa 450 Beamtinnen und Beamten sowie mit vier mobilen Wachen im Einsatz.

Grund für den großflächigen Stromausfall war ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Teltowkanal, der aller Wahrscheinlichkeit nach auf das Konto von Linksextremisten geht. Ab Samstag früh waren zunächst insgesamt 45.000 Haushalte und 2200 Gewerbeeinheiten ohne Strom. Bis Donnerstagnachmittag will der Netzbetreiber Stromnetz Berlin die komplette Stromversorgung wieder herstellen.

Berlin erstattet Hotelkosten
Berlin will den von dem massiven und anhaltenden Stromausfall im Südwesten der Stadt Betroffenen die Hotelkosten bezahlen. Das kündigten der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) am Dienstag an. Bedürftige Betroffene können Hotelrechnungen beim Sozialamt einreichen. Das gelte für die sogenannten Berlin-Partner-Hotels, die den Sparpreis von 70 Euro pro Doppelzimmer pro Nacht anbieten. Hintergrund ist unter anderem, dass der Stromausfall bei winterlichen Temperaturen nun schon Tage anhält.

Die Polizei stufte ein Bekennerschreiben einer Organisation namens Vulkangruppe als glaubwürdig ein. Bisher ermittelt in dem Fall die Berliner Generalstaatsanwaltschaft. Ob die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen übernimmt, war noch unklar.

Sowohl Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) als auch der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprachen von "Linksterrorismus". Der stellvertretende AfD-Bundessprecher Kay Gottschalk warf dem Senat vor, dass er kein Rezept gegen die seit 2011 wiederholt auftretenden Anschläge linksextremer Gruppen auf Strom-, Bahn- und Kommunikationsnetze in Berlin habe.

Kritik gibt es aber auch daran, dass es offenbar keine zweite Kabelverbindung gegeben hatte, um die Stromversorgung der Stadtteile zu sichern. Sogenannte Redundanzen sind in vielen Bereichen der kritischen Infrastruktur in Deutschland mittlerweile üblich, um sich gegen Anschläge und punktuelle Ausfälle von Technik abzusichern.

Industrie fordert besseren Schutz der Infrastruktur
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte als Reaktion auf den Brandanschlag auf die Stromversorgung in Berlin einen besseren Schutz kritischer Infrastruktur. "Hybride Bedrohungen und gezielte Angriffe auf kritische Infrastrukturen wie Energieversorgung, Logistik oder Kommunikation sind längst Realität", erklärte der stellvertretende BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch am Dienstag. "Sie treffen das Rückgrat unserer Wirtschaft und sind ein direkter Angriff auf staatliche Handlungsfähigkeit und unsere Gesamtverteidigung." Die Politik unterschätze offenbar nach wie vor die Dringlichkeit, auf diese wachsenden Bedrohungen angemessen zu reagieren. "Wir brauchen eine Sicherheitsarchitektur, die der hybriden Bedrohungslage gerecht wird", forderte Lösch.

Die deutsche Regierung will mit einem Gesetz verpflichtende Vorgaben für Einrichtungen der sogenannten Kritischen Infrastruktur (Kritis) schaffen, um Deutschland etwa besser vor Sabotage zu schützen. Der entsprechende Entwurf wird dem BDI zufolge jedoch der realen Bedrohungslage nicht gerecht. Er setze statt eines klaren und wirksamen Schutzrahmens auf zusätzliche Regulierung und ein überhastetes Verfahren mit kurzer Beteiligung der Experten. "Kritische Infrastrukturen lassen sich so nicht resilient machen", sagte Lösch.

Erforderlich sei stattdessen eine Sicherheitsarchitektur, die auf einer tragfähigen Partnerschaft zwischen Staat und Betreibern kritischer Infrastrukturen aufbaut und digitale wie physische Risiken integriert betrachte. Angesichts der steigenden hybriden Angriffe sollten zudem geltende Transparenzpflichten kritisch überprüft werden. Transparenz dürfe nicht dazu führen, dass Angriffsflächen eröffnet oder Verwundbarkeiten für potenzielle Angreifer sichtbar werden. "Sicherheitsrelevante Details dürfen weder öffentlich zugänglich sein, noch in falsche Hände geraten", forderte der BDI-Experte.
(APA, 6.1.2025)
Nach Brandanschlag weiterhin tausende Haushalte in Berlin ohne Strom
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#4
Nach tagelangem Ausfall:
Alle Berliner Haushalte haben wieder Strom

Stand: 07.01.2026 17:31 Uhr


Stromversorgung im Berliner Südwesten nach Anschlag wiederhergestellt

Menschen im Südwesten Berlins können aufatmen: Nach einem tagelangen Blackout infolge eines Anschlags fließt der Strom wieder in allen Haushalten. Notanlaufstellen bleiben dennoch geöffnet, Schulen weiterhin geschlossen.
Vier Tage nach dem Anschlag auf das Stromnetz im Südwesten von Berlin ist die Energieversorgung wieder hergestellt.

Nach provisorischen Reparaturarbeiten an den zerstörten Hochspannungsleitungen nahe einem Heizkraftwerk schaltete der Netzbetreiber schrittweise die letzten rund 20.000 betroffenen Haushalte und 850 Gewerbebetriebe wieder zu.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner sprach von einem "guten Tag" für die Hauptstadt und kündigte Initiativen zum besseren Schutz kritischer Infrastrukturen an. Nach Behördenangaben war der Stromausfall der längste in der Nachkriegsgeschichte Berlins. Bereits im September war der Strom in Teilen Berlins infolge eines Anschlags ausgefallen.

Stromversorgung in Berlin läuft laut Betreiber an
Nach dem Stromausfall im Berliner Südwesten ist die Energieversorgung wieder angelaufen. Laut Netzbetreiber sollen alle Haushalte schrittweise wieder Strom bekommen. Es war der längste Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte.

Im Berliner Südwesten ist die Energieversorgung nach dem tagelangen großflächigen Stromausfall wieder angelaufen. Schrittweise sollten in den nächsten Stunden sämtliche Haushalte wieder Strom haben, teilte ein Sprecher der landeseigenen Stromnetzgesellschaft mit.

Im Verlauf des Vormittags wurden kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pflegedienste informiert, dass der Strom bald wieder fließen könne. Per Warnsystem wurden auch die Verbraucherinnen und Verbraucher aufgefordert, Notstromaggregate vom Netz zu nehmen, um Schäden zu vermeiden.

Stromversorgung nahezu "wiederhergestellt"
Inzwischen ist die Stromversorgung nach Angaben der Netzbetreibers "nahezu wieder hergestellt". Bis Mittwochnachmittag seien "wahrscheinlich alle" betroffenen Berliner wieder am Netz, sagte Berlins Wirtschafts- und Energiesenatorin Franziska Giffey bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der verantwortlichen Behörden.

Im Laufe des Tages sollte die Versorgung in sämtlichen Haushalten stabil laufen. Die Behörden riefen die Menschen auf, unmittelbar nach der Zuschaltung zum Stromnetz keine Geräte mit starkem Stromverbrauch zu benutzen. Genannt wurden beispielsweise Waschmaschinen, Wäschetrockner, Wasserkocher, Heizlüfter oder Ladestationen für E-Fahrzeuge.
07.01.2026, Nach tagelangem Ausfall: Alle Berliner Haushalte haben wieder Strom
 
#5
Chronik
Firma aus Spillern hilft Berliner Netz zu reparieren

Die Firma etn Energie- und Telecom Netze GmbH hilft aktuell in Berlin, das Netz nach dem großflächigen Stromausfall zu reparieren. Der Betrieb wurde aufgrund seines speziellen Know-hows angefordert. Zwei Monteure sind noch bis voraussichtlich Donnerstag vor Ort.

07.01.2026, 17.47 Uhr

Infolge des seit Samstag andauernden Stromausfalls in Berlin nach einem Brandanschlag waren rund 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbebetriebe ohne Strom. Zur Reparatur trägt auch eine Firma aus Spillern (Bezirk Korneuburg) bei. Die etn Energie- und Telecom Netze GmbH wurde am Samstag angefordert, schildert Geschäftsführer Armin Grasel im Gespräch mit noe.ORF.at, daraufhin wurden zwei Monteure nach Berlin geschickt.
etn​
2889781_body_1116313_fff.jpg
Die Monteure Patrick Adamek und Joachim Sauer (v.l.) sind in Berlin im Einsatz​
etn​
2889782_body_1116314_gg.jpg
Die Monteure aus Spillern wurden extra angefordert​

Spezielles Know-how zu Ölkabel

In Berlin wurden unter anderem Niederdruck-Ölkabel beschädigt. Das sind Hochspannungskabel, die mit isolierendem Öl gefüllt sind. In Deutschland und Österreich gebe es nur wenige Firmen mit dem Know-how, um diese wieder instand zu setzen, erklärt Grasel, deshalb wurde das niederösterreichische Unternehmen mit 80 Mitarbeitern extra angefordert.

Es sei, als würde man zwei Adern einer Steckdose mit einer Blockklemme verbinden, „nur viel, viel größer“, erklärt etn-Monteur Joachim Sauer die Arbeiten in einem Instagram-Video von Stromnetz Berlin.

http://instagr.am/p/DTLdEC5At6H/

Mittlerweile wurden die Übergänge der Ölkabel zu den Kunststoffkabeln wiederhergestellt, am Donnerstag sollten die Arbeiten laut Grasel abgeschlossen sein.
Quelle: Firma aus Spillern hilft Berliner Netz zu reparieren
 
Oben