"Aufrüstung" der Feuerwehren zur Waldbrandbekämpfung

josef

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#1
Waldbrand: Feuerwehr testet Löschsysteme
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Weil sich Waldbrände häufen, haben in Paudorf (Bezirk Krems) 400 Feuerwehrmitglieder neue Löschsysteme für solche Einsätze getestet. Der Landesfeuerwehrverband hat heuer bislang 500 derartige Brände gezählt – und das, obwohl der Sommer erst kommt.
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Es brennt am Waxenberg bei Paudorf. Dieser Übungsannahme stellten sich am Samstag 19 Freiwillige Feuerwehren und fünf Sonderdienste mit insgesamt 400 Einsatzkräften. Trainiert wurde die Aufnahme von Löschwasser und das Löschen mittels Hubschraubern. In Paudorf war erstmals ein Hubschrauber im Einsatz, bei dem der Löschbehälter direkt montiert ist. Der Hubschrauber sei damit „besser flugfähig“, wie es heißt.
„Wenn es wirklich brennt, hat man natürlich noch eine Rauchentwicklung und unter Umständen auch thermische Entwicklung vom Brandherd aus. Das macht es dann vom Fliegerischen anspruchsvoller, weil man gegebenenfalls eine Sichteinschränkung hat oder auch starke Auf- und Abwinde über dem Brandherd“, erklärt Einsatzpilot Christoph Kammerhofer von der Flugpolizei.

Dünnere Kleidung bei Waldbränden
Auch bei der Brandbekämpfung am Boden gebe es neue Entwicklungen, erklärt der stellvertretende Landesfeuerwehrkommandant Martin Boyer gegenüber noe.ORF.at: „Wir bilden seit einigen Jahren eine besondere Spezialgruppe aus. Das sind 600 Feuerwehrmänner und -frauen, die in der Waldbrandbekämpfung dann unsere Feuerwehrmitglieder mit Spezialwerkzeug und Ausrüstung unterstützen. “

Getestet wurden auch neue Fahrzeuge, etwa Pick-ups und Feuerwehrautos speziell für Flur- und Waldbrände. Auch die Kleidung trugen die Einsatzkräfte zum ersten Mal: Sie sei besonders dünn und soll den Feuerwehrleuten bei Waldbränden in steilem Gelände mehr Beweglichkeit geben.

Fotostrecke mit 6 Bildern
Daniel Weissmann
Der Sonderdienst „Wald- und Flurbrandbekämpfung" trainierte u.a. in Paudorf. An der Unterseite des Hubschraubers ist der Löschbehälter direkt montiert.
Manfred Wimmer
Mit verschiedenen Löschwasserbehältern und mit einer Wärmebildkamera ausgestattet, waren fünf Hubschrauber von Flugpolizei, Bundesheer und Heli-Austria im Luftraum um das Stift Göttweig unterwegs

Matthias Fischer / NÖ Landesfeuerwehrkommando
400 Feuerwehrmitglieder waren bei der Übung mit fünf Hubschraubern und 45 Fahrzeugen

Matthias Fischer / NÖ Landesfeuerwehrkommando
Übungsschauplatz war der Waxenberg

ORF
19 Freiwillige Feuerwehren nahmen teil

Manfred Wimmer
Auch Quads kamen zum Einsatz

Bei solch großen Übungen bzw. dann bei wirklichen Einsätzen sind immer mehrere Einsatzorganisationen an Ort und Stelle. Die Koordination untereinander müsse perfekt stimmen, sagte der für den Katastrophenschutz zuständige Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

„Es sind sehr komplexe Übungsannahmen, wo Bundesheer, Polizei und vor allem die Freiwilligen Feuerwehren zusammenarbeiten. Wir wissen, dass die Waldbrände in den nächsten Jahren extrem zunehmen werden, das ist ja weltweit ein Phänomen, und deswegen braucht es solche Übungen,“ so Pernkopf, der sich die Übung in Paudorf ansah.

Feuerwehren rechnen mit einigen Waldbränden
Einen halben Tag übten die Feuerwehren für den Ernstfall – dieser kann bei einem Waldbrand besonders kräftezehrend und langwierig sein. Beim Waldbrand in Hirschwang an der Rax (Bezirk Neunkirchen) im vergangenen Oktober zog sich der Einsatz 13 Tage lang, 8.000 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen. Mit großangelegten Übungen wie in Paudorf will man für solche Fälle bestmöglich vorbereitet sein.

Bei der Feuerwehr spricht man heuer „leider von einer optimalen Grundlage“ für Waldbrände: Es wird angenommen, dass durch die lang anhaltende Trockenheit des vergangenen Jahres und durch den milden Winter noch einige Brände auf die Einsatzkräfte zukommen.
22.05.2022, red, noe.ORF.at
Waldbrand: Feuerwehr testet Löschsysteme
 

josef

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#2
Satelliten schützen Österreichs Wälder
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Die Klimakatastrophe sorgt für mehr Trockenheit und erhöht auch die Waldbrandgefahr in Österreich. Wissenschaftler der TU Wien und der Universität für Bodenkultur (BOKU) entwickelten ein neues webbasiertes Werkzeug, mit dem Profis dank aktueller Daten von Sensoren und Satelliten die Waldbrandgefahr schnell und genau einschätzen können. Das Portal soll im Mai 2022 fertiggestellt werden.
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Die Dürre hat Europa fest im Griff. Seit Dezember 2021 habe es vor allem in der Po-Ebene und entlang der Donau viel zu wenig geregnet, warnt die EU-Dürrebeobachtungsstelle (EDO) in ihrem Bericht vom April. Nicht nur die Energiegewinnung durch Wasserkraft ist dadurch gefährdet, auch die Landwirtschaft und die Wälder leiden unter der Trockenheit.

„Derzeit gibt es keine statistisch signifikante Zunahme der Anzahl oder der Brandflächen der Waldbrände in Österreich“, so Mortimer Müller, Landschaftsplaner und Waldbrandexperte an der BOKU auf Anfrage von ORF.at. „Wir gehen aber davon aus, dass durch den Klimawandel vor allem intensivere und damit potenziell gefährlichere Waldbrände auftreten werden, die auch vermehrt Siedlungsräume und Infrastrukturen gefährden.“

Wächter im Weltraum
Müller und seine Kollegen vom Institut für Waldbau arbeiten deshalb seit Dezember 2019 in dem von der TU Wien koordinierten Projekt CONFIRM daran, eine Vielzahl von Daten in einem einfach zu bedienenden Werkzeug zusammenzufassen, das Profis in Forstwirtschaft, Feuerwehr und ÖBB mit einem für Österreich optimierten täglichen Lagebericht versorgen soll. Im Mai 2022 steht das Projekt kurz davor, in den Produktivbetrieb überzugehen.

CONFIRM steht für Copernicus Data for Novel High-resolution Wildfire Danger Services in Mountain Regions. Copernicus ist das Erdbeobachtungssystem der EU-Raumfahrtbehörde (ESA). Die Copernicus-Satelliten der Sentinel-Flotte erfassen täglich mehrere Terabyte wertvoller Umweltmessdaten, beispielsweise Bodentemperatur und Feuchtigkeit, die unter anderem von der EDO und dem Global Wildfire Information System (GWIS) ausgewertet werden.

Neuer Blick auf die Daten
Die EDO und GWIS kombinieren diese Daten, werten sie aus und erstellen daraus Modelle und Indikatoren, also einfach verständliche Abstufungen, mit deren Hilfe die aktuelle Lage nicht nur von Experten besser interpretiert werden kann. Ein Indikator zeigt beispielsweise, ob es in einer bestimmten Gegend trockener oder feuchter ist als gewöhnlich. Ein anderer zeigt, ob die Bedingungen für die schnelle Ausbreitung eines Feuers gerade günstig sind oder nicht.

Auch für die Waldbrandgefahr gibt es weltweit mehrere solcher Indikatoren, mit denen auch die Lage in Österreich bewertet werden kann. Dem Team von CONFIRM reichen sie aber nicht aus. Müller sagt dazu: „In Österreich – und den meisten anderen Ländern – gab es bislang noch nicht den Versuch, hochaufgelöste und aus LiDAR bzw. Satellitendaten extrahierte Vegetations- und Topografiedaten mit meteorologischen Informationen zu einem neuen Waldbrandgefahrenmodell zu verbinden. Das konnte durch CONFIRM als Prototyp umgesetzt werden.“


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Alle unkontrollierten Waldbrände nach österreichischem Forstgesetz. Quelle: Waldbrand-Datenbank Österreich


In den Gefahrenindex, der vom CONFIRM-Team für das Portal Waldbrand.at errechnet wird, gehen also nicht nur Satellitendaten ein, sondern auch meteorologische Messdaten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), Daten zum Blitzeinschlag aus ALDIS und Informationen über die Bodenbeschaffenheit und Geländeneigung, die aus hochauflösenden Laserscans (LiDAR) gewonnen werden.

Waldbrand.at/CONFIRM
Screenshot des Portals Waldbrand.at.

Waldbrand.at wird nach Fertigstellung des Projekts nicht der breiten Öffentlichkeit zugänglich sein. „Das Portal wird nur Experten aus den verschiedenen Fachbereichen wie Forst, Behörde, Feuerwehr oder Wissenschaft auf Anfrage zur Verfügung gestellt“, so Müller.

Das Projekt hat ORF.at daher Beispieldaten zur Verfügung gestellt. Hier die Gefährdungsvisualisierung in der Standardeinstellung für den 26.10.2021, als der Großbrand in Reichenau an der Rax tobte.

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Waldbrand in Reichenau/Rax am 26.10.2021 mit Gefährdungsvisualisierung des Tages von Waldbrand.at/CONFIRM.

Da laut Projektunterlagen 83 Prozent der Waldbrände in Österreich zwischen 1993 und 2017 von menschlichen Aktivitäten ausgelöst wurden, fließen auch aktuelle Daten zu Verkehrsnetz- und Bevölkerungsdichte in die Auswertung ein. Methoden des maschinellen Lernens helfen dabei, die Datenmengen zu bewältigen und sinnvoll zu interpretieren. Die Benutzer des Portals können zusätzlich noch Parameter wie Entzündungs- und Ausbreitungsgefahr manuell einstellen und damit verschiedene Situationen simulieren.

Die folgende Karte zeigt das Ergebnis des Indikators Fine Fuel Moisture Code (FFMC, zeigt den aktuellen Feuchtigkeitsgehalt und damit die Entflammbarkeit kleinteiligen Materials auf dem Waldboden an) und der Gefährdungsstufen des CONFIRM-Projekts am 12.3.2022, also zum Zeitpunkt des Waldbrands in Pinswang im Vergleich. Die CONFIRM-Auswertung ist deutlich feiner und stärker ausdifferenziert.

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CONFIRM-Gefährdungsindex Variante 4 und Fine Fuel Moisture Code (FFMC) für den 12.3.2022, den Tag des Waldbrands in Pinswang/Tirol. Der CONFIRM-Index bietet höhere räumliche Auflösung.

Systeme wie Waldbrand.at können allerdings nur dann gut funktionieren, wenn sie in ein Gesamtkonzept eingebunden sind und die Menschen sich der Lage entsprechend verhalten. Der beste Algorithmus ist gegen eine achtlos weggeworfene Zigarette machtlos.

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Künstliche Ursachen für Waldbrände in Österreich
Zeitraum: 1993 bis 2017 - Quelle: Projektpräsentation CONFIRM

Müller dazu: „Generell sind präventive Aspekte wie Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung, waldbauliche Maßnahmen, kontrolliertes Brennen zur Verringerung der Biomasse, Anpassungen der Ausbildungen von Einsatzkräften oder eine spezielle Berücksichtigung der Kontaktzone zwischen Wald und Siedlungen wichtig für ein integratives Waldbrandmanagement.“
23.05.2022, Günter Hack, ORF.at

Links:
Klimadaten: Satelliten schützen Österreichs Wälder
 

josef

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#3
Feuerwehren rüsten mit Drohnen auf
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Die Salzburger Feuerwehren rüsten für Einsätze mit Luftunterstützung auf. Künftig sollen verstärkt Video- und Foto-Drohnen zum Einsatz kommen. Ausbildung und Anschaffung sind aufwändig und teuer.
Online seit heute, 7.00 Uhr
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Nach den Plänen des Salzburger Landesfeuerwehrkommandos sollen die unbemannten Luftfahrzeuge vielseitige Einsatzmöglichkeiten bieten – besonders bei Waldbränden, Hochwasser, Suchaktionen oder größeren Bränden. Landesfeuerwehrkommandant Günter Trinker sagt, Drohnen seien sehr interessant für die Erkundung aus der Vogelperspektive: „So bekommen wir bessern Überblick über die Gesamtlage.“

In jedem Bezirk eine einsatzbereit
Eine Hochleistungsdrohne pro Bezirk ist geplant. Stationiert werden die unbemannten Hubschrauber bzw. Quadrocopter überörtlich im Einsatzleitfahrzeug des Landesfeuerwehrverbandes. Je eines dieser Autos steht in Eugendorf (Flachgau), Saalfelden (Pinzgau), St. Johann (Pongau), Oberalm (Tennengau) und Ramingstein (Lungau).

Ausbildung über Austro Control
Drohnen dürfen nur von Fachkräften geflogen werden. Auch bei den Feuerwehr ist dafür eine spezielle Ausbildung nötig, die über die staatliche Flugsicherung bei Austro Control läuft. Strenge gesetzliche Auflagen sind einzuhalten, so Trinker: „Das Thema bringt viele Gefahren mit sich. Die Piloten müssen die entsprechenden Voraussetzungen haben.“

Die Anschaffungskosten betragen für alle fünf Drohnen rund 100.000 Euro. Die Lehrgänge können auch in der Salzburger Landesfeuerwehrschule absolviert werden.
04.06.2022, Peter Obermüller, salzburg.ORF.at
Feuerwehren rüsten mit Drohnen auf
 

wolfsgeist

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#4
Feuerwehren rüsten mit Drohnen auf
Anhang anzeigen 103156

Die Salzburger Feuerwehren rüsten für Einsätze mit Luftunterstützung auf. Künftig sollen verstärkt Video- und Foto-Drohnen zum Einsatz kommen. Ausbildung und Anschaffung sind aufwändig und teuer.
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Nach den Plänen des Salzburger Landesfeuerwehrkommandos sollen die unbemannten Luftfahrzeuge vielseitige Einsatzmöglichkeiten bieten – besonders bei Waldbränden, Hochwasser, Suchaktionen oder größeren Bränden. Landesfeuerwehrkommandant Günter Trinker sagt, Drohnen seien sehr interessant für die Erkundung aus der Vogelperspektive: „So bekommen wir bessern Überblick über die Gesamtlage.“

In jedem Bezirk eine einsatzbereit
Eine Hochleistungsdrohne pro Bezirk ist geplant. Stationiert werden die unbemannten Hubschrauber bzw. Quadrocopter überörtlich im Einsatzleitfahrzeug des Landesfeuerwehrverbandes. Je eines dieser Autos steht in Eugendorf (Flachgau), Saalfelden (Pinzgau), St. Johann (Pongau), Oberalm (Tennengau) und Ramingstein (Lungau).

Ausbildung über Austro Control
Drohnen dürfen nur von Fachkräften geflogen werden. Auch bei den Feuerwehr ist dafür eine spezielle Ausbildung nötig, die über die staatliche Flugsicherung bei Austro Control läuft. Strenge gesetzliche Auflagen sind einzuhalten, so Trinker: „Das Thema bringt viele Gefahren mit sich. Die Piloten müssen die entsprechenden Voraussetzungen haben.“

Die Anschaffungskosten betragen für alle fünf Drohnen rund 100.000 Euro. Die Lehrgänge können auch in der Salzburger Landesfeuerwehrschule absolviert werden.
04.06.2022, Peter Obermüller, salzburg.ORF.at
Feuerwehren rüsten mit Drohnen auf
Ich frage mich was das für spezielle Hochleistungsdrohnen sind (Wärmebildkameras?). Mittlerweile gibt es ja um ca. 1000 Euro Drohnen mit Top-Bildqualität und kilometerweiter Reichweite, die noch dazu sehr einfach zu fliegen sind.
 
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