Öblarn - Bergbau Walchen

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Offensichtlich ist das Forschen im Bergwerksbereich auch mit ungeahnten Gefahren verbunden:

Nachdem das System Altlastenregister erweitert wurde, bin ich heute zufällig bei Altlasten Öblarn hängengeblieben.
Erstaunlich sind die durch den Bergbau verursachten hohen Belastungen von Blei, Arsen, Quecksilber etc.
"Etwa 80 m nordwestlich der Altablagerung befindet sich das „Berghaus in der Walchen“, das in den Sommermonaten als Selbstversorgerhütte u. a. von Jugendgruppen ge-
nutzt wird. Bis längstens 2016 wurde das Gelände der gegenständlichen Altablagerung, insbesondere die vegetationslosen Waschberge, sporadisch und in vermutlich geringem Ausmaß von den im Berghaus einquartierten Jugendgruppen als „Spielfläche“ genutzt. Ab März 2017 wurde nach Vorliegen der Ergebnisse der orientierenden Untersuchungen der Zutritt zu der Fläche verboten."


Im Gutachten ist mir noch aufgefallen:
"Etwa 120 Höhenmeter über der Altablagerung befindet sich der Thaddäusstollen, dessen Grubenwässer zur Herstellung von Hautpflegeprodukten verwendet werden."
Und ja wirklich: da gibt es Aquatadeus mit einem Heilwasserspray, Plegelotion und Handcreme.
Lt. Homepage: "Selbst bei den Bergleuten, die knöcheltief darin waten mussten, war es gar nicht so unbeliebt, da es sie ganz nebenbei vom unliebsamen Fußpilz befreite. Die wohltuende und heilkräftige Wirkung des kostbaren „Schwefelwassers“ sprach sich schon bald in der ansässigen Bevölkerung herum und wurde eifrig genutzt."

Im "Österreichs Mineral- und Heilwässer aus 2018 schreibt man:
"Bei der anerkannten Heilquelle handelt es sich um Stollenwasser, das aus dem Thaddäusstollen ausgeleitet wird. Die Austrittsstelle neben dem Stolleneingang ist zugänglich, ihre Schüttung beträgt rund 15 l/min (Greschonig, 2006). Hydrochemisch handelt es sich um einen Magnesium-Eisen-Sulfat-Typ mit einer Gesamtmineralisation von rund 4.200 mg/l. Besonders auffällig ist der niedrige pH-Wert von etwa 3, der auf die Oxidation von Sulfiden zurückgeführt werden kann. Neben dem hohen Gehalt an Eisen (Fe2+: 178,4 mg/l, Fe3+: 254,7 mg/l), dieses bleibt bei den sehr sauren Bedingungen auch in dreiwertiger Form in Lösung, sind hohe Konzentrationen von Magnesium (486,7 mg/l) und Sulfat (3.112,4 mg/l) charakteristisch. Auch die Gehalte von Zink (25,6 mg/l) und Aluminium (7,2 mg/l) sind erwähnenswert (Tab. 118, Teil 2). Da neben weiteren Schwermetallen Kupfer, Arsen und Silber nur in geringen Spuren auftreten, vermutet Greschonig (2006) auch das Auftreten von wasserunlöslichen Sulfiden. Isotopenchemische Analysen liegen bisweilen nicht vor."
 

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