Ägypten: Nach zwei Jahrzehnten Planung wurde das "Grand Egyptian Museum (GEM)" eröffnet

josef

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Mit Tutanchamun-Sammlung
Riesiges Museum in Ägypten eröffnet
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Über zwei Jahrzehnte ist das Grand Egyptian Museum (GEM) geplant worden. Am Samstag wurde das Große Ägyptische Museum in der Hauptstadt Kairo in der Nähe der berühmten Pyramiden von Giseh im Beisein von Politikern und Politikerinnen aus rund 80 Ländern eröffnet. Herzstück ist die gesamte Sammlung des Pharaos Tutanchamun. Die Regierung sieht darin ein „Wahrzeichen von Weltklasse“ und will damit den Tourismus und die angeschlagene Wirtschaft des Landes ankurbeln.
Online seit gestern 01.11.2025, 20.38 Uhr
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Die Eröffnung sollte ursprünglich am 3. Juli stattfinden, wurde aber aufgrund des israelischen Angriffs auf den Iran am 13. Juni und den danach folgenden zwölftägigen Kriegs verschoben. Der Samstag wurde für die Zeremonie zum Feiertag erklärt, die Sicherheit rund um Kairo verschärft.

Auf Leinwänden konnte die Zeremonie, begleitet von einer Musik- und Lichtshow, in Kairo live mitverfolgt werden. Auch die Sphinx und die Pyramiden wurden beleuchtet. Die Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier laufen seit Wochen. Österreich war mit Außenministerin Beate Meinl-Reisinger vertreten, aus Deutschland reiste Präsident Frank-Walter Steinmeier an.

IMAGO/Anadolu Agency/Mohamed Elshahed
Das gläserne Dreieck soll an die Pyramiden erinnern

„Größtes Museum in der Geschichte der Menschheit“
Die riesige dreieckige Glasfassade des Museums soll die nahe gelegenen Pyramiden zitieren, so das Ziel des irischen Architekturbüros Henegahn Peng. Zudem eröffnet das Museum einen Blick auf die Pyramiden, mit denen das Museum über eine Brücke verbunden ist. Die zwölf Hauptgalerien des Museums wurden bereits im vergangenen Jahr eröffnet. Auch die im Lichthof ausgestellte elf Meter hohe Statue von Ramses II. ist bereits seit 2023 zu sehen.

Das Museum zeigt Zigtausende Ausstellungsstücke aus der pharaonischen, griechischen und römischen Antike. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi bezeichnete es als das „größte Museum in der Geschichte der Menschheit“. Es vereine die „Genialität der alten Ägypter und die Kreativität der modernen Ägypter“.

Tutanchamun-Sammlung erstmals in Ägypten zu sehen
Erstmals seit seiner Entdeckung wird ab nun die gesamte Sammlung von Schätzen aus dem Grab des berühmten Pharaos Tutanchamun in Ägypten ausgestellt sein – mehr als 5.300 Stück. Dazu zählen etwa die drei Totenbetten des Pharaos, sechs Streitwagen, sein goldener Thron, der mit Gold bedeckte Sarkophag und seine Totenmaske. Das alte Ägyptische Museum hatte in seinem über hundert Jahre alten Gebäude nicht ausreichend Platz dafür. 2.000 Gegenstände aus der Sammlung, die von dem Archäologen Howard Carter 1922 im Tal der Könige entdeckt worden waren, wurden bisher noch nie ausgestellt.

picturedesk.com/AFP/Khaled Desouki
Die goldene Grabmaske von Tutanchamun wird erstmals in Ägypten zu sehen sein

Ebenfalls als Highlight der Sammlung gilt das mutmaßlich für Pharao Cheops gebaute 42 Meter lange Schiff, das an der Südseite der Cheops-Pyramide vergraben war. Fachleute hatten das 4.600 Jahre alte Schiff nach der Entdeckung 1954 wieder zusammengebaut. Nicht zu sehen sein wird die Büste von Königin Nofretete.

Sie ist im Neuen Museum in Berlin zu sehen, bisher kämpfte Ägypten vergeblich um ihre Rückgabe. Deutschland betont, dass der Transfer rechtmäßig abgelaufen sei. Antikenminister Scherif Fathi kündigte an, dass die Regierung weiter für die Rückgabe von Artefakten aus anderen Ländern kämpfen werde.

Verzögerungen beim Bau
Nicht nur die offizielle Eröffnung, auch der Bau des Museums verzögerte sich aufgrund wirtschaftlicher und politischer Krisen sowie der CoV-Pandemie. Der Spatenstich des rund eine Milliarde Dollar (860 Mio. Euro) teuren Projekts erfolgte 2005 unter dem damaligen Präsidenten Hosni Mubarak. Er wurde im Zuge des Aufstands im „Arabischen Frühling“ 2011 gestürzt, die Arbeiten am Museum wurden vorübergehend unterbrochen.

Besonders mit dem Amtsantritt von Sisi 2014 wurde der Bau des Museums vorangetrieben. Dazu zählte auch der Ausbau der Infrastruktur rund um das Museum. Es gibt eine neue Autobahn, eine U-Bahn-Station in der Nähe des Museums befindet sich im Bau, in etwa 40 Minuten Entfernung zum Museum wurde ein neuer Flughafen eröffnet.

Diese Investitionen sowie das ab Dienstag auch für die Öffentlichkeit zugängliche Museum soll den Tourismus, einen wichtigen Devisenbringer, stärken. Nach 15,7 Mio. Touristen und Touristinnen im Vorjahr erwartet das Land heuer bereits rund 18 Mio. Besucher. Bis 2032 will Ägypten mehr als 30 Mio. Touristen in sein Land bringen.
02.11.2025, red, ORF.at/Agenturen

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Mit Tutanchamun-Sammlung: Riesiges Museum in Ägypten eröffnet
 
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