Neues Breitspurbahnprojekt - Verlängerung des russischen Breitspurnetzes bis Wien

Dieses Thema im Forum "Transport- und Verkehrswege in Österreich" wurde erstellt von josef, 17. Dezember 2010.

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  1. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Sommerloch + Vorwahlzeit

    [​IMG]
    http://wien.orf.at/news/stories/2861156/
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. August 2017
  2. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Die nächste Studie und weitere Kooperationsvereinbarung...
    Währe interessant zu wissen, wie viele Millionen an Steuergelder da schon seit 2010 in irgend welche dunkle Kanäle versickert sind und noch verschwinden werden?
    [​IMG]

    Breitspurbahn soll bis 2033 nach Wien führen
    http://wien.orf.at/news/stories/2896789/
     
  3. struwwelpeter

    struwwelpeter Active Member

    Ich habe das gestern etwas im Detail überprüft, da diese Breitspurbahn Berichte ja regelmäßig kommen.
    Diese Bahn ist ja nur in Kosice, damit das dortige US-Stahlwerk mit Erzen aus der Ukraine beliefert werden kann.
    Also von grossartiger Strategie keine Sicht.
     
  4. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Ja, dort soll so quasi "angedockt" werden und die Breitspurstrecke weiter durch die Slowakei nach Österreich gebaut werden. Wobei die ursprüngliche Planung, die neue Strecke im Wiener Raum enden zu lassen, auf die Gegend um Parndorf - Kittsee (Dreiländerecke A/SK/H), geändert (gekürzt) wurde.

    Wo da der wirtschaftliche Sinn liegt, kann ich nicht erkennen! Ob das Verteil- und Umladecenter für die Container in Kosice oder in Parndorf liegt, hat sicher keine allzu großen Auswirkungen auf die Transportkosten der Nachlaufstrecken in Westeuropa, wenn man diese in Relation zu den Milliardenaufwand der ca. 400 km langen Streckenverlängerung setzt! Da dürften schon geopolitische Überlegungen dahinterstecken, um einen "Brückenkopf" im "tatsächlichen" Westen zu schaffen!
     
  5. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Košice:

    Im 45. Fotorätsel hatten wir schon einmal die derzeitige Endstelle der Breitspurstrecke aus der Ukraine, die Hochöfen der nunmehrigen US-Steel in der Nähe von Kosice, zum Thema:

    http://unterirdisch.de/index.php?threads/45-fotorätsel-gelöst-hochöfen-in-kosice-slowakei.9949/#post-82896

    Um das Hüttenwerk gab es jahrelange Verkaufsgerüchte, zuletzt auch konkrete Verhandlungen mit der chinesischen "He Steel Group", die aber anscheinend platzten...

    ...und noch einige Bilder aus der von den obligatorischen "Ostblock" - Plattenbauten umgebenen Altstadt von Kosice:

    (Aufnahmen von gescannten Dias aus 2000)
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 22. Februar 2018
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  6. Geist

    Geist Administrator Mitarbeiter

    Quelle: http://burgenland.orf.at/news/stories/2913070/
     
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  7. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Gerüchteweise gibt es 2 Varianten in NÖ.:
    - Güterzentrum Wien Süd an der Stadtgrenze Wien (23. Inzersdorf) zu NÖ. und
    - Marchegg

    Zweifle aber noch immer, ob es jemals zu einer Realisierung kommt bzw. ob so eine Milliardeninvestition volkswirtschaftlich überhaupt Sinn macht? Siehe dazu auch Zitat aus Beitrag # 24:
     
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  8. HF130C

    HF130C Member

    Der Bau dieser Breitspurstrecke bis Österreich würde am ehesten dann Sinn machen, wenn die bestehenden Strecken (in Summe der möglichen Varianten) in der Slowakei und in Österreich an der Kapazitätsgrenze wären. Das sind sie aber bei weitem nicht. Auch würde bei Kapazitätsengpässen ein Neubau einer Normalspurstrecke mehr Flexibilität für die betroffenen Länder bringen.
    Man beachte auch, dass mit Breitspur in Östereich angelieferte Güter zu 95% mit dem LKW weitertransportiert werden, was die Straßen zusätzlich belastet, besonders im Raum Wien. Bahndestinationen wird man wohl bereits wie bisher an den Grenzen der EU umladen und auf direktem Weg mit Normalspur in die Zielländer abfahren, da wäre die Umladung in Wien oder Marchegg in den meisten Fällen ein Umweg, abgesehen von den Kosten, die im Osten sicher billiger sind als in Österreich.

    Die Idee mit geopolitischen Überlegungen hat etwas für sich, aber so wirklich sehe ich hier die Notwendigkeit von der Breitspurstrecke nicht, gibt es doch heutzutage jede Menge Alternativen in Luft, Straße und auch (Normalspur-)schiene.

    Eher ist es so, dass dieses Projekt allerlei Planungsbüros und öffentliche Koordinatonstellen mit Steuergeld gut dotiert, und das schon seit längerer Zeit. Da die Realisierung vernünftigerweise nie stattfinden wird, ist das investierte Planungsgeld wohl unter dem Titel bewußt verlorener Aufwand zu sehen - wem immer das Vorteile bringt. Diese Vorgehensweise, zu 99% nicht realisierbare Vorhaben mit Planungsgeldern zu dotieren, gibt es allerdings auch auf Stadt- oder Landesebene, man denke nur an diverse Olympiabewerbungen ohne nennenswerte Aussicht auf Erfolg.
     
  9. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Heute die nächste Meldung dazu:
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    ÖBB suchen Standort für riesigen Güterterminal
    http://noe.orf.at/news/stories/2913149/
     
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  10. t3atnö

    t3atnö Active Member

    Breitspurbahn......3 Piste und dann bitte noch alles mit einer Seilbahn miteinander verbinden.
    Irre Wahnsinns Projekte DIE ALLES ZUPFLASTERN und noch den letzten Lebensraum im Osten von Österrreich VERNICHTEN !
    Die derzeitigen Verkehrsverbindungen sind jetzt bereits total überlastet der Großraum Wien wird in Zukunft zur Verkehrshölle ala Großraum LA .
    Die Verkehrskonzepte die jetzt umgesetzt werden oder noch nicht umgesetzt werden gab es schon vor über 70 Jahren Wahnsinn !
     
  11. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Und schon wieder:
    Nun kommt auch die Region um Carnuntum ins Gespräch...

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    Güterbahnhof: Kritik und Zuspruch
    http://noe.orf.at/news/stories/2913463/
     
  12. josef

    josef Administrator Mitarbeiter

    Da für eine Standortentscheidung ein Zeithorizont von 3 - 5 Jahren angegeben wird ist zu hoffen, dass sich die Angelegenheit bis dahin auf andere Art und Weise in Luft auflöst...
     
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  13. Das wird wohl eher nicht passieren, unser Problem ist, dass die Taktung auf der Schiene immer höher wird, die Zeitfenster werden immer enger, die Anzahl der EVUs steigt weiter, der Umstieg von der Straße zurück auf die Schiene steht teilweise bevor, teilweise wird es natürlich noch dauern, die Schiene muss allgemein flexibler werden, der Vorteil einer Breitspur bis Österreich oder gar bis Wien, wäre Manipulation an einem europäischen Knotenpunkt an dem sich immerhin 2 Güterkorridore der EU überschneiden, was aus unserer Sicht eine hohe Effizients bieten würde. Weiter ins Detal möcht in dem Zusammenhang nicht gehen.
     
  14. t3atnö

    t3atnö Active Member

    Carnuntum na das ist eine Schnapsidee !!!

    Marchfeld raum Marchegg das wird´s werden das ist auch eine Strukturschwache Region.
    Aber die meisten der Jobs werden wieder mal von Arbeitern aus dem ehemaligen Ostblock besetzt.
     
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  15. HF130C

    HF130C Member

    Die Statistiken zeigen eher das Gegenteil: Nach wie vor hält der Straßenverkehr 68% des Transportaufkommens, die Schiene verharrt bei 16%. Nun hat die Schiene aber einen signifikant hohen Anteil an Transitleistungen und Auslandsleistungen, ist also mehr abhängig von globalen Wirtschaftsfaktoren als der Straßenverkehr, der einen hohen Anteil Inlandsleistungen betreibt.

    Wer sich ausführlich zu Daten österreichischer Verkehrsträger informieren möchte, dem sei folgender Link empfohlen:
    https://www.wko.at/branchen/transport-verkehr/die-oesterreichische-verkehrswirtschaft-2017.pdf
    Da sich nun die Schiene in den letzten Jahrzehnten aus der Fläche zurückgezogen hat (Einstellung von Nebenbahnen, Auflassung von Verladestellen, Abkehr vom Einzelwagenverkehr auch bei vorhandenen Anschlussbahnen) ist ein politisch gewolltes Abwandern der Inlandstransportleistungen zur Schiene schon aus technischen Gründen nur beschränkt möglich. Im Gegenteil - die Flächenbedienung auf noch vorhandenen Ladestellen wurde durch allerlei Zuschläge zum Einzelwagenverkehr enorm verteuert und unattraktiv gemacht. Selbst Großkunden wie der Steinbruch Loja in der Wachau konnten keine stabile Bahnabfuhr erreichen, obwohl ein Teil der vorhandenen Stracke im Eigentum der Növog ist.

    Die steigende Anzahl der EVUs wiederum bewirkt wiederum in der Regel nur beschränkt Mehrverkehr, sondern in den meisten Fällen eine Verlagerung der Transportleistung von der Staatsbahn weg. Probleme mit Streckenkapazitäten gibt es tatsächlich in Ballungszentren mit hoher Umland-Personenverkehrstaktung. Hier wird die Breitspurbahn aber keine Entlastung bringen.
    Nach wie vor sehe ich keinen Vorteil, Waren etwa in Wien anstelle der vorhandenen Umladeterminals an den EU-Grenzen auf Normalspur umzuschlagen. Der Vorteil von Wien als Umschlagplatz würde ausschließlich bei dem Umladen auf LKW vorhanden sein, da hier die Straßenanbindung besser ist. Der Preis dafür sind noch mehr verstopfte Autobahnen in und um Wien herum. Umladen auf Donauschiffe könnte man in der Slowakei auch, wenn man eine kilometermäßig kürzere Anbindung schafft. Auch bezweifle ich, ob schiffsökonomische Ladegüter (Erze etc.) in großen Tonnagen per Bahn aus China/Russland kommen.

    Eine Breitspurstrecke mit Umladeterminal in Wien bzw. Niederösterreich ist ein Unfung sondergleichen, Österreich ist Verlierer, da hohe Kosten bezahlt werden müssen: Nicht nur der Neubau der Bahn und das Terminal müssen finanziert werden, auch Autobahnen müssen erweitert und neu gebaut werden. Und die Slowakei wird eine 400km lange reine Transitstrecke wohl auch nicht selbst finanzieren. Russland wird wohl dazuzahlen, aber sicher nicht alles alleine finanzieren. Der durch das Umladeterminal generierte LKW Verkehr bringt Österreich nichts außer Stau, Abgase und Kosten, da der Fern-LKW-Verkehr fest in Hand der östlichen Nachbarländer ist. 3000 neue Dauerarbeitsplätze sind wohl auch eher eine Träumerei als eine realistische Annahme.

    Wissen möchte ich aber, warum wirklich dieses Projekt schon über Jahre betrieben wird. Planungs- und Bauwirtschaft wird sicher eine Komponente sein, aber stecken wirklich geopolitische Überlegungen dahinter?
     
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